Bis 1803 war das Archiginnasio der Hauptsitz der 1088 gegründeten Universität Bologna, der ältesten Europas. Der Bau aus dem 16. Jahrhundert liegt gleich neben San Petronio und ist ein steingewordenes Zeugnis dafür, warum Bologna seit jeher „la dotta" – die Gelehrte – genannt wird. Wände, Decken und Treppenhäuser sind über und über mit gemalten und in Stuck ausgeführten Studentenwappen bedeckt: Zehntausende Wappen ehemaliger Studierender und Lehrender bilden das größte heraldische Ensemble der Welt – ein einzigartiges Bilderarchiv akademischer Geschichte. Höhepunkt des Hauses ist das Teatro Anatomico von 1637, ein vollständig holzvertäfelter Hörsaal mit einem Seziertisch in der Mitte. Den Lehrstuhl tragen die berühmten „Spellati", zwei gehäutete Lehrfiguren, die das menschliche Muskelwerk zeigen und die anatomische Ausbildung des Barock veranschaulichen. Hier wurde gelehrt, wie der menschliche Körper aufgebaut ist – ein Schlüsselort der europäischen Wissenschaftsgeschichte. Heute beherbergt der Bau die städtische Bibliothek, die Biblioteca dell'Archiginnasio, eine der bedeutendsten Italiens. Der Innenhof mit seinen doppelstöckigen Arkaden und den Wappen ist frei zugänglich; das Teatro Anatomico und der Stabat-Mater-Saal sind gegen ein kleines Ticket zu besichtigen. Wer Bologna als Universitätsstadt verstehen will, kommt an diesem Ort nicht vorbei – ein Besuch, der sich gut mit Piazza Maggiore und San Petronio gleich nebenan verbinden lässt.
Du durchschreitest einen Innenhof mit doppelstöckigen Arkaden, dessen Wände über und über mit Studentenwappen bedeckt sind. Über Treppenhäuser voller Heraldik gelangst du zum Teatro Anatomico, einem holzvertäfelten Hörsaal mit Seziertisch und den gehäuteten Lehrfiguren. Der Bau dient heute zugleich als historische Bibliothek.
1563 als gemeinsamer Sitz der bis dahin verstreuten Universitätsfakultäten errichtet, blieb das Archiginnasio bis 1803 Hauptsitz des Studiums. 1637 entstand das Teatro Anatomico für den anatomischen Unterricht. Nach dem Umzug der Universität wurde der Bau zur städtischen Bibliothek; im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde er anschließend restauriert.
