Die schönsten Orte in Montenegro – von Kotor bis Ulcinj
Wenn abends in Kotor die Kreuzfahrtschiffe ablegen, kippt die Altstadt zurück in ihren eigenen Takt, und auf dem Platz vor der Tryphon-Kathedrale strecken sich die Katzen auf dem noch warmen Stein.

Kotor liegt ganz hinten in der Bucht, dort, wo die Berge am steilsten ins Wasser fallen. Durch das Meerestor kommst du in ein Gassenlabyrinth aus venezianischen Palästen, Kirchen und kleinen Plätzen, über dem die Stadtmauer bis zur Festung San Giovanni hinaufklettert – rund 1.350 Stufen, gut anderthalb Stunden hin und zurück, am besten früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang, wenn die Mittagshitze aus den Steinen ist. Halb so groß und halb so voll liegt das barocke Perast ein paar Kilometer weiter vorn in der Boka, von wo kleine Boote zur aufgeschütteten Kircheninsel Gospa od Škrpjela übersetzen.
Budva ist der laute Gegenpol – die Riviera mit den meisten Betten, den langen Kiesstränden und dem Nachtleben, für das junge Reisende aus halb Europa anreisen. Die winzige Altstadt auf ihrer Halbinsel steckt hinter einer eigenen Mauer, dahinter reihen sich Promenade, Bars und Hotelblocks bis ins Nachbardorf Bečići. Zehn Autominuten südlich liegt Sveti Stefan, die zur Halbinsel verwachsene Hotelinsel, die du vom Aussichtspunkt an der Küstenstraße fotografierst – betreten darfst du sie als Nicht-Hotelgast nicht, aber genau dieser Blick von oben ist das Bild, das jeder von Montenegro im Kopf hat.
Am Eingang der Bucht, keine halbe Stunde von der kroatischen Grenze, staffelt sich Herceg Novi in Treppen den Hang hinauf – eine grüne, von Mimosen und Palmen überwachsene Stadt mit mehreren Festungen – Forte Mare am Wasser, darüber Kanli Kula und Španjola – und dem Ruf als Kurort. Ganz im Süden, kurz vor Albanien, tickt Ulcinj anders als der Rest der Küste: osmanische Minarette, eine Altstadt auf dem Felsen und dahinter die einzige echte Sandküste des Landes, die zwölf Kilometer lange Velika Plaža.
Die Hauptstadt Podgorica ist Verwaltungs- und Verkehrsdrehscheibe, kein Postkartenziel – die meisten Reisenden sehen davon nur den Flughafen und die Ausfallstraße Richtung Meer. Wer bleibt, findet die osmanische Stara Varoš mit dem alten Uhrturm und ein paar gute Cafés am Fluss. Spannender ist die alte Königsstadt Cetinje im Bergland unter dem Lovćen, wo Montenegros Museen und Klöster an die Zeit als eigenständiges Fürstentum erinnern.
















