Die schönsten Sehenswürdigkeiten Siziliens
Im Tal der Tempel von Agrigent steht der Concordia-Tempel seit fast 2.500 Jahren so vollständig da, dass du unwillkürlich nach dem Gerüst suchst.
Agrigent zuerst, denn hier steht das griechischste Bild Siziliens: Das Tal der Tempel – eigentlich ein Höhenrücken über dem Meer – reiht dorische Tempel entlang einer alten Prozessionsstraße auf, allen voran den Concordia-Tempel, einen der besterhaltenen der antiken Welt. Komm zur Öffnung am Morgen oder in den letzten zwei Stunden vor Sonnenuntergang: Mittags flirrt die Hitze über dem Kalkstein, abends leuchten die Säulen honigfarben, und im Februar blühen zwischen den Ruinen die Mandelbäume. Tickets buchst du online vorab, der Park ist weitläufig – plane zwei bis drei Stunden und feste Schuhe ein.
In Syrakus verteilt sich die Antike auf zwei Orte: Im Archäologiepark Neapolis sitzt du in einem der größten griechischen Theater überhaupt – im Mai und Juni werden hier bis heute antike Dramen gespielt – und stehst dann in der Grotte, die Caravaggio Ohr des Dionysios getauft haben soll, mit einer Akustik, die jedes Flüstern trägt. Die Altstadtinsel Ortigia ist der zweite Teil: Der Duomo hat seine Mauern buchstäblich um einen dorischen Athena-Tempel gebaut, die Säulen stecken sichtbar im Kirchenschiff. Dazwischen liegen Barockgassen, die Arethusa-Quelle mit Papyrusstauden und ein Markt, der vormittags die halbe Insel verpflegt.
Palermos Pflichtprogramm ist arabisch-normannisch und seit 2015 UNESCO-Welterbe: die Cappella Palatina im Normannenpalast, deren Goldmosaiken byzantinische Handwerker im 12. Jahrhundert setzten, die Kathedrale mit ihrem Stilmix aus Kuppeln, Zinnen und Spitzbögen – und acht Kilometer weiter Monreale, dessen Dom die größten Mosaikflächen der Insel trägt. Rechne für die Cappella Palatina mit Schlangen und buche das Zeitfenster vorab. Danach gehört der Rest des Tages den Märkten Ballarò und Capo, wo Palermo lauter, älter und ehrlicher ist als in jedem Museum.
Zwei Bilder noch, die du von Sizilien kennst, auch wenn du noch nie dort warst: das antike Theater von Taormina, dessen Bühnenruine den Blick auf Ätna und Ionische See rahmt, und die Scala dei Turchi bei Realmonte, eine schneeweiße Mergelklippe, die in Terrassen ins Türkis fällt. Das Betreten der Klippe ist wegen Erosion und Absturzgefahr immer wieder gesperrt – der Blick vom Strand daneben ist ohnehin der bessere. Und im Südosten wartet mit Noto, Ragusa Ibla und Modica der Spätbarock des Val di Noto, wiederaufgebaut nach dem Erdbeben von 1693 und heute ebenfalls Welterbe.

































