Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Toskana
Um kurz nach acht, wenn die Uffizien öffnen, liegt die Piazza della Signoria noch im Schatten und du hörst deine eigenen Schritte auf dem Pflaster.
Florenz zuerst, und zwar mit Plan: Die Uffizien verkaufen Zeitfenster-Tickets, und die begehrten Vormittagsslots sind in der Saison oft Tage im Voraus weg – buche vorab und steh um Öffnungszeit vor Botticellis Primavera, bevor sich die Gruppen davor stapeln. Danach zum Dom Santa Maria del Fiore: Der Aufstieg auf Brunelleschis Kuppel führt über 463 Stufen zwischen den beiden Kuppelschalen hindurch, auch hierfür brauchst du ein reserviertes Zeitfenster. Der Ponte Vecchio mit seinen Goldschmiedeläden liegt fünf Gehminuten entfernt – geh früh morgens oder nach 19 Uhr, dann gehört er dir fast allein.
In Siena läuft alles auf die Piazza del Campo zu, den muschelförmigen Platz, der sich zur Mitte hin neigt wie ein Amphitheater aus Backstein. Setz dich nachmittags auf den warmen Ziegelboden, bestell einen Caffè an einem der Ränder und schau zu, wie die Schwalben um die Torre del Mangia kreisen – wer die rund 400 Stufen des Turms steigt, sieht die Dächer der Stadt und dahinter die Crete Senesi. Zweimal im Jahr, am 2. Juli und 16. August, verwandelt der Palio den Platz in eine Rennbahn: 90 Sekunden Pferderennen, auf die die Stadtviertel das ganze Jahr hinfiebern.
Pisa erledigst du nicht im Vorbeifahren, aber in einem halben Tag: Der Schiefe Turm neigt sich um knapp vier Grad, und der Aufstieg über die abgewetzten Marmorstufen – mal bergauf, mal spürbar bergab, obwohl du im Kreis läufst – ist ein körperlich seltsames Erlebnis, das kein Foto ersetzt. Buche das Zeitfenster online, die Kontingente sind klein. San Gimignano wiederum siehst du schon von Weitem: 14 Geschlechtertürme von einst über 70 ragen aus dem Hügelkamm, und von der Torre Grossa überblickst du das Elsa-Tal bis zum Horizont.
Und dann das Val d’Orcia, die Landschaft, die auf der Hälfte aller Toskana-Plakate klebt – seit 2004 UNESCO-Welterbe, und zwar als Kulturlandschaft, nicht wegen eines einzelnen Bauwerks. Fahr die Nebenstraßen zwischen San Quirico d’Orcia und Pienza in der ersten Morgenstunde, wenn Nebel in den Senken hängt und nur die Zypressenkuppen herausragen. Die Cappella della Madonna di Vitaleta steht allein zwischen zwei Zypressengruppen auf einem Feldrücken; plane die Stopps nicht durch, sondern halte an, wo dich eine Kurve dazu zwingt.








































