Neapel & die schönsten Sehenswürdigkeiten Kampaniens
Morgens um neun, bevor die Reisegruppen kommen, gehört dir die Spaccanapoli fast allein – nur die Barista und die Rollläden der Krippenschnitzer sind schon wach.
Neapel zuerst, und zwar zu Fuß: Die Spaccanapoli schneidet als schnurgerade Gasse die Altstadt in zwei Hälften – links und rechts Kirchen, Innenhöfe, Pizzafritta-Stände und in der Via San Gregorio Armeno die Werkstätten der Krippenbauer, die das ganze Jahr über schnitzen. Pflichttermin ist die Cappella Sansevero mit dem Cristo velato, Giuseppe Sanmartinos verhülltem Christus aus Marmor, dessen Schleier so dünn wirkt, dass man ihn anheben möchte – die Tickets sind kontingentiert, buche das Zeitfenster online vorab. Danach hinunter zum Meer, wo das Castel dell'Ovo auf seiner Felszunge liegt, oder mit der Standseilbahn hinauf in den Vomero zum Castel Sant'Elmo mit Blick über die ganze Stadt.
Das Archäologische Nationalmuseum (MANN) ist der Schlüssel zu Pompeji – und viele machen den Fehler, es auszulassen: Die besten Mosaiken und Fresken der verschütteten Städte hängen nicht in den Ausgrabungen, sondern hier, allen voran das Alexandermosaik aus der Casa del Fauno. Wer erst das Museum und dann Pompeji besucht, liest die leeren Häuser dort plötzlich als bewohnte Räume. Plane zwei bis drei Stunden ein und nimm dir mindestens die Sammlungen im Erdgeschoss und das Geheime Kabinett vor; der Eingang liegt zehn Gehminuten nördlich der Altstadt an der Piazza Museo, wenige Schritte von der Metrostation Cavour/Museo.
An der Amalfiküste sind die Dörfer selbst die Sehenswürdigkeit, aber drei Orte ragen heraus: der Dom von Amalfi mit seiner steilen Freitreppe und dem normannisch-arabischen Kreuzgang, die Villa Rufolo in Ravello, deren Garten über dem Meer im Sommer die Bühne des Ravello Festivals trägt, und die Terrazza dell'Infinito der Villa Cimbrone, ein mit Marmorbüsten gesäumter Balkon 350 Meter über dem Wasser. Positano besichtigst du nicht, du durchsteigst es – von der SITA-Haltestelle oben führen Treppen durchs ganze Dorf hinunter zum Strand und zur Kirche Santa Maria Assunta mit ihrer Majolika-Kuppel.
Und dann der Süden, den viele auslassen: In Paestum stehen drei dorische Tempel aus griechischer Zeit auf einer Wiese – der Poseidontempel gehört zu den besterhaltenen der Welt, und anders als in Pompeji verteilen sich die Besucher hier auf weites Gelände. Das Museum nebenan zeigt das Grab des Tauchers, eine der wenigen erhaltenen griechischen Wandmalereien überhaupt. Paestum erreichst du mit dem Regionalzug von Salerno in rund einer halben Stunde; kombiniere den Besuch mit einer Büffelmozzarella-Verkostung auf einem der Höfe in der Ebene.
































