Region · Italien

Kampanien

Steilküsten über türkisem Wasser, Zitronenterrassen am Hang und der Vesuv am Horizont – Kampanien ist Italiens dramatischer Süden.

9 Städte61 Sehenswürdigkeiten54 Hotels
Überblick

Deine Kampanien auf einen Blick

Beste Zeit
Mai–Juni und September–Oktober — warm, badetauglich und weniger überlaufen als im Hochsommer
Gut für
Küste & Meer, Kultur (Pompeji, Neapel), Inselhopping, Paare und Genießer
Anreise
Flughafen Neapel (NAP), Direktflüge ab DE (ca. 2 Std.); von dort Auto, Zug (Circumvesuviana) oder Fähre
Hauptstadt
Neapel
Sprache
Italienisch
UNESCO-Welterbe
Amalfiküste, Pompeji & Herculaneum, Altstadt Neapel
Die Region

Was Kampanien ausmacht

Kaum eine Region Italiens packt so viel auf so wenig Küste: Neapel mit seiner lauten, dichten Altstadt und der besten Pizza des Landes, davor der Vesuv mit den Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum, dahinter die Amalfiküste, deren Dörfer Positano, Amalfi und Ravello sich in die Felswände krallen. Im Golf liegen Capri mit der Blauen Grotte und den Faraglioni sowie Ischia mit seinen Thermalquellen; im Süden warten die dorischen Tempel von Paestum und die stillen Strände des Cilento. Dazwischen Zitronenhaine, Büffelmozzarella, der Sentiero degli Dei hoch über dem Meer – und Fähren, die hier oft das bessere Verkehrsmittel sind als jede Küstenstraße.

Reiseführer

Kampanien von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Die Circumvesuviana rattert aus dem Tunnel, und plötzlich liegt der ganze Golf von Neapel im Fenster – links der Vesuv, am Horizont Capri als blauer Schatten, dazwischen Zitronengärten unter schwarzen Netzen. Kampanien wirft dir alles gleichzeitig entgegen, Hupen und Espressoduft und 2.500 Jahre Geschichte, und genau in diesem Überschuss liegt sein Reiz.

Sehenswürdigkeiten

Neapel & die schönsten Sehenswürdigkeiten Kampaniens

Morgens um neun, bevor die Reisegruppen kommen, gehört dir die Spaccanapoli fast allein – nur die Barista und die Rollläden der Krippenschnitzer sind schon wach.

Neapel zuerst, und zwar zu Fuß: Die Spaccanapoli schneidet als schnurgerade Gasse die Altstadt in zwei Hälften – links und rechts Kirchen, Innenhöfe, Pizzafritta-Stände und in der Via San Gregorio Armeno die Werkstätten der Krippenbauer, die das ganze Jahr über schnitzen. Pflichttermin ist die Cappella Sansevero mit dem Cristo velato, Giuseppe Sanmartinos verhülltem Christus aus Marmor, dessen Schleier so dünn wirkt, dass man ihn anheben möchte – die Tickets sind kontingentiert, buche das Zeitfenster online vorab. Danach hinunter zum Meer, wo das Castel dell'Ovo auf seiner Felszunge liegt, oder mit der Standseilbahn hinauf in den Vomero zum Castel Sant'Elmo mit Blick über die ganze Stadt.

Das Archäologische Nationalmuseum (MANN) ist der Schlüssel zu Pompeji – und viele machen den Fehler, es auszulassen: Die besten Mosaiken und Fresken der verschütteten Städte hängen nicht in den Ausgrabungen, sondern hier, allen voran das Alexandermosaik aus der Casa del Fauno. Wer erst das Museum und dann Pompeji besucht, liest die leeren Häuser dort plötzlich als bewohnte Räume. Plane zwei bis drei Stunden ein und nimm dir mindestens die Sammlungen im Erdgeschoss und das Geheime Kabinett vor; der Eingang liegt zehn Gehminuten nördlich der Altstadt an der Piazza Museo, wenige Schritte von der Metrostation Cavour/Museo.

An der Amalfiküste sind die Dörfer selbst die Sehenswürdigkeit, aber drei Orte ragen heraus: der Dom von Amalfi mit seiner steilen Freitreppe und dem normannisch-arabischen Kreuzgang, die Villa Rufolo in Ravello, deren Garten über dem Meer im Sommer die Bühne des Ravello Festivals trägt, und die Terrazza dell'Infinito der Villa Cimbrone, ein mit Marmorbüsten gesäumter Balkon 350 Meter über dem Wasser. Positano besichtigst du nicht, du durchsteigst es – von der SITA-Haltestelle oben führen Treppen durchs ganze Dorf hinunter zum Strand und zur Kirche Santa Maria Assunta mit ihrer Majolika-Kuppel.

Und dann der Süden, den viele auslassen: In Paestum stehen drei dorische Tempel aus griechischer Zeit auf einer Wiese – der Poseidontempel gehört zu den besterhaltenen der Welt, und anders als in Pompeji verteilen sich die Besucher hier auf weites Gelände. Das Museum nebenan zeigt das Grab des Tauchers, eine der wenigen erhaltenen griechischen Wandmalereien überhaupt. Paestum erreichst du mit dem Regionalzug von Salerno in rund einer halben Stunde; kombiniere den Besuch mit einer Büffelmozzarella-Verkostung auf einem der Höfe in der Ebene.

Sehenswürdigkeiten in Kampanien

Alle 61 Sehenswürdigkeiten
Amalfiküste

Die Amalfiküste zwischen Positano und Ravello

Die SS163 hängt als schmales Band in der Felswand, und hinter jeder Kurve öffnet sich ein neuer Blick auf Dörfer, die eigentlich nicht an diesen Hang gehören dürften.

Die Amalfiküste ist seit 1997 UNESCO-Welterbe – als Kulturlandschaft aus Terrassenfeldern, Treppendörfern und einer Küstenstraße, die zwischen Positano und Vietri sul Mare rund 40 Kilometer lang jede Felsnase nachzeichnet. Die wichtigste Entscheidung triffst du vor der Anreise: nicht mit dem eigenen Auto. Die SS163 ist eng, im Sommer chronisch verstopft, Parkplätze sind rar und teuer, und an Spitzentagen gelten zusätzliche Fahrbeschränkungen. Die SITA-Busse ab Sorrent und Salerno fahren die ganze Küste ab, und von April bis Oktober verbinden Fähren Salerno, Amalfi und Positano – vom Wasser aus siehst du die Küste ohnehin am besten.

Positano ist das Bild, das alle im Kopf haben: ein Dorf, das sich fast senkrecht vom Berg zum Strand stapelt. Entsprechend voll ist es zwischen 11 und 17 Uhr, wenn Tagesausflügler und Bootstouren zusammentreffen. Wer im Ort übernachtet, erlebt die zwei besten Stunden des Tages: den frühen Morgen, wenn die Treppengassen leer sind und die Fischer am Strand von Marina Grande ihre Boote klarmachen, und den Abend nach der letzten Fähre, wenn das Dorf den Hausgästen gehört. Der kleinere Strand Fornillo, über einen Küstenpfad in zehn Minuten erreichbar, ist die entspanntere Alternative zum Hauptstrand.

Amalfi selbst war im Mittelalter eine Seerepublik auf Augenhöhe mit Venedig und Genua – davon erzählen der Dom mit seiner fast 60-stufigen Freitreppe und das Museo della Carta, ein Papiermuseum in einer echten mittelalterlichen Mühle im Valle dei Mulini. Zwei Nachbarorte lohnen den kurzen Abstecher: Atrani, keine zehn Gehminuten entfernt und eines der am dichtesten bebauten Dörfer Italiens, das vom Rummel nebenan wenig mitbekommt, und Cetara, das Fischerdorf, dessen Colatura di Alici – ein bernsteinfarbener Sardellensud – auf den Speisekarten der ganzen Küste auftaucht. In Vietri sul Mare, am Ostende, dreht sich alles um Keramik.

Ravello liegt 350 Meter über dem Meer und ist der ruhige Kontrapunkt zur Küstenlinie: keine Strände, dafür Gärten, Konzerte und der weiteste Blick der ganzen Küste. Richard Wagner fand 1880 im Garten der Villa Rufolo sein Vorbild für Klingsors Zaubergarten – daran erinnert das Ravello Festival, das jeden Sommer Orchester auf die Terrasse über dem Meer holt. Die Villa Cimbrone mit ihrer Terrazza dell'Infinito ist der zweite Pflichtgarten. Hinauf kommst du mit dem SITA-Bus ab Amalfi; sportlich Gehfreudige steigen über die alten Maultierpfade durch Scala oder Atrani auf und mit Zitronenhain-Blick wieder ab.

Rundreise

Kampanien-Rundreise: die schönste Route in 8–10 Tagen

Die klassische Kampanien-Route braucht kein Auto – sie fährt Zug, Bus und Fähre, und genau das macht sie so entspannt.

In 8 bis 10 Tagen legst du die bewährte Schleife: zwei bis drei Tage Neapel mit Altstadt, Archäologischem Museum und einem Abend an der Uferpromenade. Dann die Circumvesuviana Richtung Sorrent mit Zwischenstopp in Pompeji – die Ausgrabung liegt direkt an der Bahnstrecke, das Gepäck kannst du am Eingang abgeben. Drei bis vier Nächte auf der Sorrentiner Halbinsel oder an der Amalfiküste für Positano, Amalfi und Ravello plus einen Inseltag auf Capri. Zum Schluss per Fähre oder Bus nach Salerno und weiter in den Cilento: Paestum, dann zwei ruhige Strandtage rund um Palinuro oder Acciaroli. Wer nur eine Woche hat, lässt den Cilento weg und hängt ihn an den nächsten Besuch.

Wähle zwei, maximal drei Standquartiere statt täglichem Kofferpacken: Neapel für die Stadttage, dann ein Küstenquartier. Sorrent ist der praktischste Stützpunkt – Circumvesuviana nach Pompeji und Neapel, Fähren nach Capri, SITA-Busse und Boote zur Amalfiküste starten alle hier, und die Hotelpreise liegen unter denen von Positano. Wer es ruhiger will, wohnt in Salerno: Die Stadt hat eine unterschätzte Altstadt, eine lange Uferpromenade und im Sommer dichte Fährverbindungen nach Amalfi und Positano, dazu den Regionalzug nach Paestum praktisch vor der Tür.

Das Timing entscheidet über die halbe Reise: Lege die Küstenetappen auf Randzeiten und Wochentage, denn samstags und sonntags verstopfen Ausflügler aus Neapel die SS163 zusätzlich. Für Capri gilt: erste Fähre hin, letzte zurück – oder besser eine Übernachtung, denn zwischen 10 und 16 Uhr teilen sich mehrere tausend Tagesgäste die Piazzetta. Pompeji und Vesuv passen in einen gemeinsamen Tag, wenn du früh startest: morgens durch die Ausgrabungen, bevor die Sonne auf den steinernen Straßen steht, nachmittags mit dem Shuttlebus zum Kraterrand. Beide brauchen Online-Tickets mit Zeitfenster.

Mit eigenem Auto fährst du diese Route nur, wenn der Cilento dein Schwerpunkt ist – dort unten ist der Wagen tatsächlich nützlich, weil Busse selten fahren und die Buchten verstreut liegen. Dann aber andersherum planen: das Auto erst in Salerno übernehmen, nachdem Neapel, Küste und Inseln per Bahn, Bus und Fähre erledigt sind. In Neapel selbst ist ein Auto eine Belastung – die Altstadt ist ZTL-Zone mit Kameraüberwachung, und jeder unerlaubte Durchfahrtsfehler wird einzeln abgerechnet, der Bußgeldbescheid kommt Monate später nach Deutschland. Dasselbe Prinzip gilt in Sorrent und den Küstenorten: Parken ist knapp, bewirtschaftet und teuer.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Inseln im Golf

Capri oder Ischia – welche Insel passt zu dir

Vom Fährdeck aus wirken die beiden Inseln wie Geschwister, doch an Land trennt sie mehr als eine Stunde Seeweg – hier Kalkfelsen und Bootsschuhe, dort Vulkangestein und Bademantel.

Capri ist die Diva: Kalkfelsen, die senkrecht aus dem Meer steigen, die drei Faraglioni vor der Südküste und eine Piazzetta, auf der der Cappuccino zum Eintrittspreis fürs Schauspiel wird. Die Blaue Grotte besuchst du in kleinen Ruderbooten, die durch einen kaum meterhohen Felsspalt gleiten – ob sie geöffnet ist, hängt vom Seegang ab, und in der Hochsaison wartest du auf dem Wasser durchaus eine Stunde. Verlässlicher sind die anderen Höhepunkte: der Sessellift von Anacapri auf den Monte Solaro, der dich in zwölf stillen Minuten zum weitesten Blick über den Golf trägt, die Gärten des Augustus über den Faraglioni und der Spaziergang zur Villa Jovis, Kaiser Tiberius' Klippenresidenz.

Ischia ist die größere, grünere und bodenständigere Insel – und sie ist vulkanisch, was ihr Dutzende Thermalquellen beschert. Die Thermalgärten wie die Poseidon-Gärten bei Forio staffeln ihre Becken in unterschiedlichen Temperaturen den Hang hinab bis zum Strand; ein Tag dort ist das Kontrastprogramm zu jedem Besichtigungsmarathon. Dazu kommen das Castello Aragonese, das auf einem Felsen vor Ischia Ponte über eine Brücke erreichbar ist, das autofreie Fischerdorf Sant'Angelo im Süden und der Monte Epomeo, dessen Gipfel du in gut anderthalb Stunden ab Fontana ersteigst. Ischia ist die Insel für eine ganze Woche, Capri eher die für einen intensiven Tag oder eine teure, dafür stille Nacht.

Die dritte im Bunde ist Procida, die kleinste bewohnte Insel im Golf und 2022 Italiens Kulturhauptstadt: bunte Fischerhäuser um den Hafen Marina Corricella, kaum Hotels, kaum Rummel – als halber Tagesausflug ab Neapel oder in Kombination mit Ischia gut machbar. Praktisch läuft der Inselverkehr so: Nach Capri fahren Schnellboote ab Neapel (Molo Beverello) in rund 50 Minuten und ab Sorrent in etwa 25 Minuten; nach Ischia und Procida starten Fähren und Tragflächenboote ab Neapel. Im Sommer verbinden Boote auch Capri direkt mit Positano und Amalfi. Bei kräftigem Wind fallen Verbindungen aus – plane die Inseltage nicht auf den letzten Reisetag vor dem Rückflug.

Antike & Vulkan

Pompeji, Herculaneum und der Vesuv

Auf den Steinplatten der Via dell'Abbondanza liegen noch die Karrenspuren von vor zweitausend Jahren – und am Ende der Straße steht, wie eine Drohung, der Vesuv.

Pompeji ist riesig – die ausgegrabene Stadt misst rund 44 Hektar, und wer alles sehen will, läuft sich an einem Tag die Füße wund. Besser: online ein Zeitfensterticket buchen, am Eingang Porta Marina starten (Bahnstation Pompei Scavi – Villa dei Misteri der Circumvesuviana liegt direkt davor) und sich auf eine Handvoll Orte konzentrieren – das Forum mit Vesuvblick, die Thermen, das Lupanar, das Amphitheater und die Villa dei Misteri mit ihrem tiefroten Freskenzyklus am Nordrand. Komm zur Öffnung um 9 Uhr oder ab 15 Uhr; mittags im Hochsommer wird das steinerne Straßenraster zum Backofen, Schatten gibt es kaum, Wasser füllst du an den antiken Brunnen nach.

Herculaneum, ebenfalls an der Circumvesuviana-Strecke (Station Ercolano Scavi), ist die kompaktere und in vielem eindrücklichere Alternative: Die Stadt wurde nicht von Asche, sondern von heißen pyroklastischen Strömen begraben, die Holztreppen, Türbalken und sogar Lebensmittel konservierten. Hier stehen Häuser mit zweitem Stockwerk, und in den Bootshäusern am einstigen Ufer erzählen die Skelette der Geflohenen die Katastrophe eindringlicher als jede Tafel. Zwei bis drei Stunden reichen für den Rundgang – wer nur begrenzt Zeit oder wenig Lust auf Menschenmengen hat, wählt bewusst Herculaneum statt Pompeji.

Der Vesuv selbst ist als Nationalpark begehbar: Vom Parkplatz auf gut 1.000 Metern führt ein breiter Aschepfad in etwa 30 bis 40 Minuten zum Kraterrand des Gran Cono, wo Schwefelfähnchen aus dem Geröll steigen und der Blick über den gesamten Golf reicht. Auch hier gilt Zeitfensterpflicht – die Tickets kauf vorab online, vor Ort gibt es keine Kasse. Hinauf kommst du mit Shuttlebussen ab Pompeji oder ab Ercolano; feste Schuhe und eine Windjacke gehören ins Gepäck, denn oben weht es fast immer. Die Kombination aus Ausgrabung am Vormittag und Krater am Nachmittag ist anstrengend, aber die logischste Dramaturgie: erst die Folge, dann die Ursache.

Wandern

Wandern an der Amalfiküste: der Sentiero degli Dei

Hinter Bomerano tritt der Pfad aus dem Kastanienwald, und plötzlich fällt der Hang 500 Meter ins Meer – von hier oben wirken die Fähren nach Capri wie Spielzeug.

Der Sentiero degli Dei, der Götterweg, ist die Königsetappe der Küste: rund acht Kilometer von Bomerano (Ortsteil von Agerola) nach Nocelle, fast durchgehend am Hang entlang, mit ständigem Blick auf Positano, die Felsküste und bei klarer Sicht bis Capri. Die reine Gehzeit liegt bei drei bis vier Stunden, technisch ist der Weg einfach, aber teils ausgesetzt – Trittsicherheit und feste Schuhe sind Pflicht, Flipflop-Wanderer werden regelmäßig von der Bergrettung eingesammelt. Geh die Route von Ost nach West, also ab Bomerano: So hast du das Panorama vor statt hinter dir und die Steigungen hinter dir, bevor die Sonne hoch steht. Der SITA-Bus bringt dich von Amalfi nach Bomerano.

In Nocelle entscheidest du am Brunnen: entweder die rund 1.500 Stufen hinunter nach Positano – eine Knieprobe mit ständig wechselnden Ausblicken – oder der kleine Ortsbus, der Nocelle mit Positano verbindet. Wer die Tour im Hochsommer geht, startet um acht: Ab mittags steht die Sonne voll auf dem Südhang, Schatten ist selten, und Wasser gibt es unterwegs nur an wenigen Stellen. Frühling und Herbst sind die besseren Wanderzeiten – im April blüht der Ginster am ganzen Hang, im Oktober ist die Fernsicht oft am klarsten. An Schlechtwettertagen bleibt der Weg tabu; die Pfade werden bei Nässe rutschig, und Wolken nehmen dir genau das, wofür du gekommen bist.

Der Götterweg ist nicht die einzige Route: Ab Amalfi steigst du durchs Valle delle Ferriere, ein grünes Mühlental mit Wasserfällen, Farnen und den Ruinen alter Papiermühlen – ein schattiger Kontrast zur offenen Küste und auch im Sommer angenehm. Von Ravello führen alte Treppenwege über Scala und Atrani hinunter ans Meer, und auf der Sorrentiner Halbinsel wartet mit der Punta Campanella das stille Kap gegenüber von Capri; die Bucht von Ieranto, in die der Pfad ab Nerano mündet, gehört dem FAI-Umweltfonds und bleibt entsprechend unverbaut. Wer mehr will, besteigt den Monte Faito über der Halbinsel – die Seilbahn ab Castellammare di Stabia ist nach dem Unglück von 2025 außer Betrieb; prüfe vor der Reise, ob sie wieder fährt, sonst führen Wanderwege hinauf.

Aktivitäten & Touren in Kampanien

Alle 31 Aktivitäten
Cilento

Cilento: Kampaniens stiller Süden

Eine Stunde hinter Salerno hören die Reisebusse auf, die Straße wird leer, und zwischen Olivenhainen taucht das erste braune Hinweisschild auf: Area Archeologica di Paestum.

Der Cilento ist das Gegenprogramm zur Amalfiküste: ein Nationalpark von rund 1.800 Quadratkilometern – Italiens zweitgrößter –, UNESCO-Welterbe, mit Bergdörfern, leeren Stränden und Preisen, die eher an Kalabrien als an Positano erinnern. Deutsche Urlauber sind hier noch die Ausnahme, italienische Familien die Regel – entsprechend funktioniert die Region: lange Sandstrände bei Paestum und Ascea, Buchten und Grotten um Palinuro, dazwischen Fischerorte wie Acciaroli, das mit seiner alten Mole und den Hundertjährigen im Café ein Lebensgefühl konserviert, das an der Amalfiküste längst dem Tourismus gewichen ist. Wer zwei, drei Tage anhängt, versteht Kampanien doppelt.

Paestum ist der kulturelle Anker des Südens: Drei dorische Tempel aus dem 6. und 5. Jahrhundert vor Christus stehen hier auf einer Wiese – griechisch, nicht römisch, und älter als fast alles in Pompeji. Der sogenannte Poseidontempel zählt zu den besterhaltenen griechischen Tempeln überhaupt, und weil sich die Besucher auf einem weiten Gelände verteilen, hat der Ort selbst im August nichts von der Enge der berühmten Nachbarn. Das Museum gegenüber bewahrt das Grab des Tauchers, dessen Deckplatte einen jungen Mann im Sprung ins Wasser zeigt – eine der ganz wenigen erhaltenen griechischen Wandmalereien. Der Regionalzug ab Salerno hält wenige Gehminuten vom Gelände.

Rund um Palinuro wird die Küste spektakulär: Bootstouren ab dem Hafen steuern die Grotta Azzurra an – ja, auch der Cilento hat eine Blaue Grotte – sowie Bögen und Höhlen des Capo Palinuro, und der Buondormire-Strand unter der Steilwand ist nur vom Wasser aus erreichbar. Marina di Camerota und Ascea ergänzen das mit langen, auch im Juli entspannten Stränden. Der zweite Grund für den Cilento steht auf dem Teller: Die Ebene um Paestum ist das Kernland der Mozzarella di Bufala Campana DOP, viele Büffelhöfe verkaufen ab Hof und zeigen die Produktion. Praktisch gilt: Hier unten lohnt das Auto – Busse fahren selten, und die schönsten Buchten liegen verstreut.

Unterkünfte

Sorrent, Positano oder Salerno – wo du in Kampanien wohnst

Abends um zehn, wenn die letzte Fähre weg ist und die Treppengassen leer werden, merkst du, warum der Ort deiner Unterkunft hier mehr entscheidet als ihre Sternezahl.

Die Grundfrage lautet: Schlafen, wo alle hinwollen – oder dort, von wo du alles erreichst? Positano und Ravello sind die Orte für die besonderen Nächte: Wer hier wohnt, hat die Küste morgens und abends für sich, zahlt dafür aber die höchsten Preise der Region und schleppt Koffer über Treppen, denn viele Unterkünfte sind nur zu Fuß erreichbar – frag vorab, ob es einen Gepäckservice gibt. Amalfi ist die praktischere Küsten-Basis mit Busknoten und Fähranleger, Atrani daneben die günstigere Nische. Buche für Mai bis September viele Monate im Voraus; die Küste ist klein, und die guten Häuser mit Meerblick sind zuerst weg.

Sorrent ist der Verkehrsknoten der Region und deshalb der beliebteste Stützpunkt: Circumvesuviana nach Pompeji und Neapel, Fähren nach Capri, Busse und Boote zur Amalfiküste – alles startet hier, und die Auswahl reicht vom Familienhotel mit Pool über Ferienwohnungen bis zu Klippenhotels über der Marina Grande. Der Ort selbst ist touristisch, aber funktional und abends angenehm belebt. Salerno ist die unterschätzte Alternative am anderen Ende der Küste: echte Stadt statt Kulisse, deutlich niedrigere Preise, Fähren nach Amalfi und Positano im Sommer, der Zug nach Paestum vor der Tür – ideal, wenn du Amalfiküste und Cilento in einer Reise verbindest.

Neapel gehört in jede Kampanien-Reise, und dort wohnst du am besten mittendrin: im Centro Storico für Gassen, Kirchen und Pizzerien vor der Tür, in Chiaia für Boutiquen, Uferpromenade und ruhigere Nächte. Rechne damit, dass 'ruhig' in Neapel ein relativer Begriff ist – wer empfindlich schläft, achtet auf Zimmer zum Innenhof. Auf den Inseln gilt: Capri ist als Übernachtungsort ein Luxus, der sich genau dann lohnt, wenn du die Insel ohne Tagesgäste erleben willst; Ischia dagegen ist eine klassische Urlaubsinsel mit Thermalhotels in allen Kategorien, in denen du auch eine ganze Woche unterkommst, oft mit eigenem Thermalbereich im Haus.

Ein Wort zur Erwartung: Die Amalfiküste ist vertikal gebaut. 'Fünf Minuten zum Strand' kann 300 Treppenstufen bedeuten, Meerblick-Zimmer liegen oft an der Straße mit Rollerverkehr, und Barrierefreiheit ist die Ausnahme. Lies Lagebeschreibungen wörtlich, prüfe auf der Karte die Höhenlinien und rechne bei Ferienwohnungen nach, ob Bus- oder Fähranbindung zur Wohnung passt. Familien und alle, die mit viel Gepäck reisen, fahren mit Sorrent, Salerno oder Ischia meist besser als mit dem fotogensten Treppendorf – die Küste besuchst du von dort bequem, wohnen musst du an ihr nicht.

Hotels in Kampanien

Alle 54 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen & Trinken in Kampanien

In Neapel schiebt der Pizzaiolo die Pizza nach kaum 90 Sekunden aus dem Ofen – der Rand hoch und fleckig verbrannt, die Mitte so weich, dass sie beim Anheben durchhängt. Genau so soll sie sein.

Neapel ist die Geburtsstadt der Pizza, und die Stadt nimmt das ernst: Die Kunst des Pizzaiolo steht seit 2017 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Die klassische Margherita kommt aus dem Holzofen mit hohem, luftigem Rand (cornicione), San-Marzano-Tomaten und Mozzarella oder Fior di latte – und sie kostet in den historischen Pizzerien der Altstadt erstaunlich wenig. Vor den bekanntesten Adressen wie Da Michele oder Sorbillo bilden sich Schlangen; oft ist die Pizzeria zwei Gassen weiter ähnlich gut und halb so voll. Probier auch die Gegenentwürfe: pizza fritta, das frittierte, gefüllte Teigkissen, und pizza a portafoglio, die gefaltete Pizza auf die Hand.

Die Speisekammer der Region ist dicht bestückt: Mozzarella di Bufala Campana DOP aus der Ebene von Paestum und dem Volturno-Land, San-Marzano-Tomaten vom Fuß des Vesuvs, Zitronen aus Sorrent und Amalfi, deren Terrassengärten unter schwarzen Netzen ganze Hänge überziehen. Aus den Zitronen entstehen Limoncello und die Delizia al limone, ein mit Zitronencreme gefüllter Kuppelkuchen, der auf den Dessertkarten der ganzen Küste steht. In Cetara füllt die Colatura di Alici, ein gereifter Sardellensud in der Tradition des antiken Garum, die Spaghetti-Teller. Und in Gragnano, oberhalb der Halbinsel, wird seit Jahrhunderten Pasta produziert – die Stadt hat für ihre Nudeln ein eigenes Schutzsiegel.

Süß endet der Tag sowieso: Die sfogliatella gibt es in zwei Lagern – riccia mit knusprigen Blätterteigschichten und frolla aus Mürbeteig, beide mit Ricotta-Grieß-Füllung und Orangenaroma – und Neapolitaner streiten mit Ernst darüber, welche die wahre ist. Dazu kommen der rumgetränkte Babà und im Frühjahr die Pastiera, ein Weizen-Ricotta-Kuchen mit Orangenblütenwasser, der traditionell zu Ostern gebacken wird. Der Espresso wird in Neapel kurz, heiß und im Stehen getrunken; wer mag, zahlt einen caffè sospeso – einen 'aufgeschobenen' Kaffee für einen Unbekannten, eine alte neapolitanische Geste, die viele Bars bis heute pflegen.

Beim Wein lohnt der Blick ins Hinterland: Am Vesuv wächst der Lacryma Christi in Weiß und Rot auf Vulkanboden, von den Campi Flegrei kommt Falanghina, und die Provinz Avellino stellt mit Taurasi (aus der Aglianico-Traube), Fiano di Avellino und Greco di Tufo gleich drei DOCG-Weine, die zu den besten Süditaliens zählen. An der Küste passt der mineralische Weiße zu Meeresfrüchten und den spaghetti alle vongole, im Landesinneren der kräftige Aglianico zu Schmorgerichten. Viele Weingüter am Vesuv und im Irpinia-Hügelland öffnen für Verkostungen mit Voranmeldung – ein guter Halbtagesausflug ab Neapel oder Salerno.

Restaurants in Kampanien

Alle 54 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Kampanien – und warum du hier kein Auto brauchst

Vom Rollfeld in Capodichino bis zur ersten Pizza in der Altstadt vergehen mit dem Alibus keine 45 Minuten – schneller kommt man in kaum einer Region Italiens an.

Der Flughafen Neapel (NAP) ist das Tor zur Region und wird aus vielen deutschen Städten direkt angeflogen, oft von Günstigfliegern. Er liegt stadtnah: Der Alibus-Shuttle fährt in rund 20 bis 30 Minuten zum Hauptbahnhof und weiter zum Fährhafen Molo Beverello – von dort geht es direkt weiter nach Capri, Ischia oder Procida, ohne die Stadt zu betreten. Alternativ reist du mit der Bahn an: Der Hochgeschwindigkeitszug schafft Rom–Neapel in gut 70 Minuten, sodass sich auch die Kombination aus Rom-Flug und Weiterfahrt lohnt. Wer aus Deutschland komplett per Zug fährt, plant über Mailand oder Rom einen langen Reisetag oder den Nachtzug Richtung Süden ein.

Vor Ort trägt dich ein dichtes, günstiges Netz: Die Circumvesuviana-Bahn verbindet Neapel über Herculaneum und Pompeji mit Sorrent – sie ist alt, voll und unklimatisiert, aber sie fährt oft und kostet wenig; im Sommer ergänzt der komfortablere Campania Express mit Halt an den Ausgrabungsstätten. Ab Sorrent und Salerno übernehmen die blauen SITA-Busse die Amalfiküste; wer einen Fensterplatz auf der Meerseite ergattert, bekommt die SS163 als Panoramafahrt. Von etwa April bis Oktober sind die Fähren die beste Erfindung der Küste: Salerno, Amalfi, Positano, Sorrent und Capri sind übers Wasser verbunden – ohne Stau, mit Blick auf die Steilküste.

Ein Mietwagen ist in Kampanien meist eine Last statt einer Hilfe: Neapels Verkehr ist berüchtigt und die Altstadt kameraüberwachte ZTL-Zone, die Amalfiküsten-Straße im Sommer verstopft mit rarem, teurem Parkraum – und an Spitzentagen gelten dort zusätzliche Zufahrtsbeschränkungen. Sinnvoll wird das Auto erst für den Cilento oder das Weinland der Irpinia, wo Busse selten fahren. Die pragmatische Formel: Städte, Küste und Inseln mit Bahn, Bus und Fähre, und falls der Süden auf dem Plan steht, den Wagen erst in Salerno übernehmen. Wer doch an die Küste fährt, parkt am Ortsrand auf bewirtschafteten Plätzen und geht die letzten Minuten zu Fuß.

Noch drei Praxispunkte: Erstens Tickets – Pompeji, Vesuv und Cappella Sansevero arbeiten mit Kontingenten oder Zeitfenstern; wer in der Saison spontan kommt, steht im Zweifel vor ausverkauften Slots. Buche diese drei vorab, den Rest kannst du treiben lassen. Die Blaue Grotte ist der Sonderfall: Es gibt keinen Vorverkauf, bezahlt wird direkt am Ruderboot, und ob sie öffnet, entscheidet der Seegang – planbar ist sie höchstens indirekt über eine Bootstour. Zweitens Streik- und Wetterrisiko: Fähren fallen bei starkem Wind aus, und bei den Bahnen gehören angekündigte Streiktage zum italienischen Alltag – lege An- und Abreisetage nie auf einen Insel- oder Küstentransfer ohne Puffer. Drittens Taschendiebe: In der Circumvesuviana und rund um den Hauptbahnhof Neapel gilt Großstadt-Wachsamkeit, mehr nicht – Kampanien ist für Reisende nicht gefährlicher als andere südeuropäische Ballungsräume.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Kampanien – und welche Basis zu dir passt

NeapelNeapelItaliens lauteste Altstadt, UNESCO-Welterbe und Geburtsort der Pizza: Zwischen Spaccanapoli, Cappella Sansevero und dem Archäologischen Nationalmuseum liegt mehr Substanz als in mancher Hauptstadt – roh, dicht und ohne Kulissencharakter.Ideal für: Stadt & Pizza2–3 TageSorrentSorrentDer praktischste Stützpunkt der Region: Bahn nach Pompeji und Neapel, Fähren nach Capri, Busse zur Amalfiküste. Dazu Klippenlage über zwei Häfen, Zitronengärten und ein Zentrum, das abends angenehm belebt ist.Ideal für: Standquartier3–4 Tage als BasisPositanoPositanoDas Treppendorf, das die Amalfiküste weltberühmt gemacht hat: Pastellhäuser fast senkrecht über dem Strand, die Majolika-Kuppel von Santa Maria Assunta mittendrin. Tagsüber voll – wer übernachtet, bekommt Morgen und Abend fast für sich.Ideal für: Küsten-Ikone1–2 TageAmalfiAmalfiEinst Seerepublik auf Augenhöhe mit Venedig: Der Dom mit seiner Freitreppe dominiert die Piazza, das Papiermuseum erinnert an die Mühlen im Tal. Als Bus- und Fährknoten die praktischste Basis direkt an der Küste.Ideal für: Geschichte & Lage1 TagRavelloRavello350 Meter über dem Meer, ohne Strand und gerade deshalb still: Die Gärten der Villa Rufolo und die Terrazza dell'Infinito der Villa Cimbrone liefern die weitesten Blicke der Küste, im Sommer spielt das Ravello Festival über dem Meer.Ideal für: Gärten & Ruhe½–1 TagCapriCapriKalkfelsen, Faraglioni und die Blaue Grotte: Capri ist der spektakulärste Tagesausflug im Golf. Der Sessellift auf den Monte Solaro und die Gärten des Augustus gehören ins Programm – still wird die Insel erst nach der letzten Fähre.Ideal für: Inseltag & Ausblicke1 Tag oder 1 NachtIschiaIschiaDie grüne Vulkaninsel für ganze Urlaubswochen: Thermalgärten wie Poseidon, das Castello Aragonese auf seinem Felsen, das autofreie Sant'Angelo und der Monte Epomeo als Aussichtsgipfel – deutlich entspannter als die berühmte Nachbarin.Ideal für: Thermen & Strand3–7 TageSalernoSalernoDie unterschätzte Stadt am Ostende der Amalfiküste: lebendige Altstadt, langer Lungomare, Sommerfähren nach Amalfi und Positano und der Regionalzug nach Paestum vor der Tür. Günstige Basis für Küste und Cilento in einer Reise.Ideal für: Preisbewusste Basis1–2 TagePompeiPompeiDie moderne Stadt neben der berühmtesten Ausgrabung der Welt: 44 Hektar antike Straßen, Thermen und Fresken mit dem Vesuv im Rücken. Mit Zeitfensterticket und frühem Start erlebst du das Forum, bevor die Gruppen kommen.Ideal für: Antike pur1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Kampanien: Wetter & Klima im Jahreslauf

Zwischen Zitronenblüte im April und Badewetter bis in den Oktober spannt sich in Kampanien eine lange Saison – nur der August gehört den Hartgesottenen.

Das Klima ist mediterran: milde, regenreichere Winter, ein früh startendes Frühjahr, heiße, trockene Sommer und ein langer, warmer Herbst mit Badetemperaturen bis weit in den Oktober. Die Werte unten gelten für Neapel; an der Amalfiküste weht öfter eine Brise, auf dem Vesuv und in den Bergen des Cilento ist es spürbar kühler. Für Pompeji und Städtetage sind Frühjahr und Herbst ideal, fürs Baden Juni bis Anfang Oktober – im Hochsommer wird die Küste voll und die Ausgrabungen mittags brütend heiß.

Jan13°4°mild, ruhig, Regenschauer
Feb13°5°Nebensaison, leere Stätten
Mär16°7°erste Frühlingstage
Apr18°9°Zitronenblüte, grün
Mai23°13°warm, noch entspannt
Jun27°17°Badestart, lange Tage
Jul30°19°heiß, Hochsaison
Aug31°20°Ferragosto, sehr voll
Sep27°17°warmes Meer, milder
Okt22°13°badewarm, klare Sicht
Nov17°9°regenreichster Monat
Dez14°6°still, Krippenzeit in Neapel

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Kampanien sind Mai, Juni, September und Oktober: warm genug zum Baden, erträglich in Pompeji und auf den Wanderwegen, und die Fähren fahren noch im vollen Takt. Der Juli geht mit Einschränkungen, den August meidest du besser – um Ferragosto sind Küste und Inseln ausgebucht, heiß und voll. Für reine Städte- und Kulturtage sind auch März, April und der milde November gute Monate.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kampanien

Wie viele Tage braucht man für Kampanien?
Eine Woche reicht für die Klassiker: zwei bis drei Tage Neapel mit Pompeji, drei bis vier Tage Amalfiküste mit einem Capri-Tag. Mit zehn Tagen kommen Ischia oder der Cilento mit Paestum dazu, ohne dass du täglich das Quartier wechseln musst.
Braucht man an der Amalfiküste ein Auto?
Nein – im Gegenteil: Die SS163 ist im Sommer verstopft, Parkplätze sind rar und teuer, an Spitzentagen gelten Zufahrtsbeschränkungen. SITA-Busse ab Sorrent und Salerno sowie von April bis Oktober die Fähren zwischen Salerno, Amalfi und Positano sind schneller und entspannter.
Wie kommt man von Neapel nach Positano?
Am bequemsten mit der Circumvesuviana oder dem Campania Express nach Sorrent und weiter mit SITA-Bus oder Fähre nach Positano; im Sommer fahren auch direkte Boote ab Neapel. Mit Umstiegen rechnest du insgesamt etwa zwei bis drei Stunden.
Lohnt sich Capri als Tagesausflug?
Ja, wenn du die erste Fähre nimmst: Schnellboote fahren ab Neapel in rund 50 und ab Sorrent in etwa 25 Minuten. Monte Solaro, Gärten des Augustus und ein Blick auf die Faraglioni passen in einen Tag – die Blaue Grotte ist wetterabhängig und kostet Wartezeit.
Muss man Pompeji vorab buchen?
In der Saison unbedingt: Die Tickets sind zeitfenstergebunden und online erhältlich, an Spitzentagen sind Slots ausverkauft. Komm zur Öffnung oder am Nachmittag, trag Sonnenschutz und feste Schuhe – Schatten gibt es auf dem Gelände kaum, Wasser füllst du an den Brunnen nach.
Pompeji oder Herculaneum – was ist besser?
Pompeji zeigt eine ganze Stadt mit Forum, Amphitheater und der Villa dei Misteri, braucht aber viel Zeit und Fußweg. Herculaneum ist kleiner, besser erhalten – mit Holzbalken und Obergeschossen – und in zwei bis drei Stunden gut zu sehen. Wer wenig Zeit hat, wählt Herculaneum.
Kann man den Vesuv besteigen?
Ja: Vom Parkplatz auf gut 1.000 Metern führt ein breiter Aschepfad in 30 bis 40 Minuten zum Kraterrand. Der Zugang ist zeitfenstergeregelt, Tickets gibt es nur online; hinauf fahren Shuttlebusse ab Pompeji und Ercolano. Feste Schuhe und Windjacke mitnehmen.
Was ist der Sentiero degli Dei?
Der bekannteste Wanderweg der Amalfiküste: rund acht Kilometer von Bomerano nach Nocelle, drei bis vier Stunden hoch über dem Meer mit Blick bis Capri. Am Ende steigst du etwa 1.500 Stufen nach Positano ab oder nimmst den Ortsbus. Trittsicherheit und feste Schuhe sind Pflicht.
Ischia oder Capri – welche Insel lohnt sich mehr?
Capri ist der spektakuläre Tagesausflug: Felsen, Faraglioni, Monte Solaro – und in der Saison entsprechend voll. Ischia ist die Urlaubsinsel für mehrere Tage: vulkanisch, grün, mit Thermalgärten wie den Poseidon-Gärten, dem Castello Aragonese und Stränden in allen Größen.
Ist Neapel gefährlich?
Für Reisende nicht gefährlicher als andere südeuropäische Großstädte: Das Hauptrisiko sind Taschendiebe rund um den Hauptbahnhof und in der Circumvesuviana. Wertsachen körpernah tragen, Roller-Verkehr ernst nehmen – dann ist auch die Altstadt am Abend gut begehbar.
Wo übernachtet man am besten für die Amalfiküste?
Sorrent ist der praktischste Stützpunkt mit Bahn-, Bus- und Fähranschluss, Salerno die günstigere Basis am Ostende mit Sommerfähren nach Amalfi und Positano. Wer im Treppendorf selbst wohnt – etwa in Positano oder Ravello – zahlt mehr, hat die Küste dafür morgens und abends fast für sich.
Wann ist die beste Reisezeit für die Amalfiküste?
Mai, Juni, September und Oktober: 22 bis 28 Grad, badewarmes Meer ab Juni, voller Fährbetrieb und weniger Andrang als im Hochsommer. Im August sind Küste und Fähren überlaufen und die Preise am höchsten; im Winter ruht ein Teil der Hotels und Bootslinien.
Was muss man in Kampanien gegessen haben?
Pizza in Neapel – Margherita oder frittiert als pizza fritta –, Mozzarella di Bufala aus der Ebene von Paestum, Spaghetti alle vongole, Zitronenspezialitäten wie Delizia al limone an der Küste, sfogliatella und Babà zum Espresso. Dazu Weine vom Vesuv wie der Lacryma Christi.
Lohnt sich der Cilento?
Ja, als ruhiger Kontrast zur Amalfiküste: griechische Tempel in Paestum, Bootstouren und Strände um Palinuro, Fischerorte wie Acciaroli – bei deutlich niedrigeren Preisen und ohne Gedränge. Hier unten ist ein Mietwagen sinnvoll, weil Busse selten fahren.
KampanienSteilküsten über türkisem Wasser, Zitronenterrassen am Hang und der Vesuv am Horizont – Kampanien ist Italiens dramatischer Süden.

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