Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Capri
Die Insel misst keine sieben Kilometer in der Länge, und trotzdem reicht ein Tag nicht – weil zwischen fast allen Zielen Höhenmeter liegen.
Das Wahrzeichen steht im Wasser. Die drei Faraglioni ragen vor der Südostküste aus dem Meer, der landnahe Stella hängt noch am Fels, der mittlere trägt einen Tunnelbogen, durch den Ausflugsboote fahren, und auf dem äußersten lebt eine Eidechsenpopulation mit blauer Färbung, die es sonst nirgends gibt. Den klassischen Blick hast du vom Belvedere an der Punta Tragara, wo die Via Tragara nach einem gemächlichen Spaziergang von der Piazzetta endet – rund zwanzig Minuten fast eben, an Gartenmauern und Villen vorbei. Wer näher heran will, steigt von dort die Treppen hinunter zu den Badefelsen unter den Nadeln, wo unter anderem La Fontelina liegt; hinauf sind es dieselben Stufen, und die spürst du.
Auf der anderen Seite von Capri-Stadt liegen die Gärten des Augustus, angelegt auf Terrassen über der Steilküste und wenige Minuten von der Piazzetta entfernt. Von der untersten Ebene siehst du gleichzeitig die Faraglioni zur Linken und zur Rechten die Via Krupp, jene 1902 auf Kosten des Industriellen Friedrich Alfred Krupp in den Fels gesprengte Serpentine, die in engen Kehren zur Marina Piccola hinunterführt. Begehbar ist sie seit April 2025 wieder, allerdings in einem saisonalen Regime: Die Gemeinde gibt den Weg im Frühjahr frei und sperrt ihn im Spätherbst wegen der Steinschlaggefahr für Sicherungsarbeiten, mit Terminen und Öffnungszeiten, die jedes Jahr neu festgelegt werden – frag im Zweifel im Hotel oder an der Kasse der Gärten nach, bevor du den Abstieg einplanst. Gleich nebenan steht die Certosa di San Giacomo, eine Kartause aus dem 14. Jahrhundert mit zwei Kreuzgängen, einem Saal voller Gemälde des deutschen Malers Karl Wilhelm Diefenbach und – seit Sommer 2024 – dem staatlichen Museo Archeologico Nazionale di Capri mit römischen Funden von der Insel.
Wer Kaiserzeit sehen will, geht nach Osten. Auf dem Monte Tiberio, dem nordöstlichen Zipfel der Insel, liegen die Reste der Villa Jovis, der größten der tiberianischen Anlagen auf Capri – Zisternen, Thermenräume, Wohntrakte und der Absturz über der Steilküste, der als Salto di Tiberio in die Legende einging. Der Weg dorthin ist Teil der Sache: Von der Piazzetta führt eine gepflasterte Gasse rund eine Dreiviertelstunde stetig bergauf zwischen Gartenmauern hindurch, ohne Schatten und ohne Bar unterwegs. Nimm Wasser mit und geh früh, dann hast du die Ruinen und den Rundblick über den ganzen Golf oft fast allein.
Der Rest verteilt sich auf Anacapri und die Küste. In Anacapri steht die Villa San Michele, die sich der schwedische Arzt Axel Munthe ab den 1890er-Jahren auf den Resten einer römischen Anlage baute, mit Antikensammlung, Pergola und einer granitenen Sphinx über der Brüstung, hinter der der Golf liegt. Ein paar Schritte weiter beginnt an der Piazza Vittoria der Sessellift zum Monte Solaro, mit 589 Metern höchster Punkt der Insel. Und an der Nordwestküste, unterhalb von Anacapri, liegt die Blaue Grotte, die man nur im Ruderboot betritt – der wetterabhängigste Programmpunkt der Insel.













