Stadt · Italien

Capri

Wenn am späten Nachmittag die letzten Tragflügelboote aus Marina Grande ablaufen, kippt Capri innerhalb einer halben Stunde vom Ausflugsziel zurück in ein Inseldorf, in dem man Schritte auf Kopfsteinpflaster hört.

4 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Capri-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai, Juni sowie September und Anfang Oktober sind ideal: warmes Wetter, badetaugliches Meer und weniger Gedränge als im Hochsommer. Juli und August sind landschaftlich grandios, aber stark überlaufen und teuer. Im Frühling und Herbst sind die Wanderwege am angenehmsten und die Blaue Grotte oft besser befahrbar.
Mobilität vor Ort
Capri ist autofrei für Besucher und nur per Fähre erreichbar. Auf der Insel verkehren kleine Busse, Taxis und die Standseilbahn; vieles erschließt sich zu Fuß.
Nahverkehr
Eine Standseilbahn verbindet die Marina Grande mit der Piazzetta, kleine Busse fahren nach Anacapri und ein Sessellift führt auf den Monte Solaro.
Vom Flughafen
Vom Flughafen Neapel gelangt man per Shuttle zum Hafen und von dort per Fähre nach Capri; die Überfahrt dauert je nach Boot etwa 50 Minuten.
Über Capri

Reisen nach Capri

Capri ist eine gut zehn Quadratkilometer große Kalkinsel im Golf von Neapel, wenige Seemeilen vor der Spitze der Sorrentinischen Halbinsel, und teilt sich in zwei Gemeinden mit sehr unterschiedlichem Charakter. Unten am Wasser liegt Marina Grande, der einzige größere Hafen und Ankunftsort sämtlicher Fähren; von dort zieht die Standseilbahn in wenigen Minuten hinauf nach Capri-Stadt mit der Piazzetta, den Boutiquen der Via Camerelle und den Terrassen der Gärten des Augustus über der Steilküste. Höher und stiller liegt Anacapri, erreichbar über eine Serpentinenstraße aus dem 19. Jahrhundert, mit der Villa San Michele des schwedischen Arztes Axel Munthe, dem Majolikaboden der Kirche San Michele und dem Sessellift auf den 589 Meter hohen Monte Solaro. Rundherum fällt die Insel fast überall steil ins Wasser. Die drei Faraglioni-Felsnadeln vor der Südostküste, der Arco Naturale, die Blaue Grotte an der Nordwestküste und der Leuchtturm Punta Carena an der Südwestspitze markieren die Eckpunkte, dazwischen liegen Villenreste aus römischer Zeit und ein dichtes Netz alter Fußwege. Sandstrände gibt es kaum, dafür Badeplattformen auf Fels, Kieselbuchten und Pfade, auf denen du dem Tagesbetrieb schon nach zehn Minuten entkommst – und ab dem frühen Abend, wenn die letzten Schiffe ablegen, gehört die Insel wieder denen, die bleiben.

Capri – Karte
Reiseführer

Capri von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz nach acht liegt Marina Grande noch fast leer da, ein Fischer sortiert Netze am Kai, und die Standseilbahn fährt mit einer Handvoll Pendlern hinauf. Vier Stunden später schieben sich vier Schiffsladungen Tagesgäste durch dieselbe Gasse, und die Piazzetta hat keinen freien Stuhl mehr. Capri ist keine Insel, die man falsch besucht – man besucht sie nur oft zur falschen Tageszeit. Wer den Rhythmus der Fähren kennt, hat die Faraglioni, den Monte Solaro und die Gärten des Augustus für sich, während alle anderen noch anstehen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Capri

Die Insel misst keine sieben Kilometer in der Länge, und trotzdem reicht ein Tag nicht – weil zwischen fast allen Zielen Höhenmeter liegen.

Das Wahrzeichen steht im Wasser. Die drei Faraglioni ragen vor der Südostküste aus dem Meer, der landnahe Stella hängt noch am Fels, der mittlere trägt einen Tunnelbogen, durch den Ausflugsboote fahren, und auf dem äußersten lebt eine Eidechsenpopulation mit blauer Färbung, die es sonst nirgends gibt. Den klassischen Blick hast du vom Belvedere an der Punta Tragara, wo die Via Tragara nach einem gemächlichen Spaziergang von der Piazzetta endet – rund zwanzig Minuten fast eben, an Gartenmauern und Villen vorbei. Wer näher heran will, steigt von dort die Treppen hinunter zu den Badefelsen unter den Nadeln, wo unter anderem La Fontelina liegt; hinauf sind es dieselben Stufen, und die spürst du.

Auf der anderen Seite von Capri-Stadt liegen die Gärten des Augustus, angelegt auf Terrassen über der Steilküste und wenige Minuten von der Piazzetta entfernt. Von der untersten Ebene siehst du gleichzeitig die Faraglioni zur Linken und zur Rechten die Via Krupp, jene 1902 auf Kosten des Industriellen Friedrich Alfred Krupp in den Fels gesprengte Serpentine, die in engen Kehren zur Marina Piccola hinunterführt. Begehbar ist sie seit April 2025 wieder, allerdings in einem saisonalen Regime: Die Gemeinde gibt den Weg im Frühjahr frei und sperrt ihn im Spätherbst wegen der Steinschlaggefahr für Sicherungsarbeiten, mit Terminen und Öffnungszeiten, die jedes Jahr neu festgelegt werden – frag im Zweifel im Hotel oder an der Kasse der Gärten nach, bevor du den Abstieg einplanst. Gleich nebenan steht die Certosa di San Giacomo, eine Kartause aus dem 14. Jahrhundert mit zwei Kreuzgängen, einem Saal voller Gemälde des deutschen Malers Karl Wilhelm Diefenbach und – seit Sommer 2024 – dem staatlichen Museo Archeologico Nazionale di Capri mit römischen Funden von der Insel.

Wer Kaiserzeit sehen will, geht nach Osten. Auf dem Monte Tiberio, dem nordöstlichen Zipfel der Insel, liegen die Reste der Villa Jovis, der größten der tiberianischen Anlagen auf Capri – Zisternen, Thermenräume, Wohntrakte und der Absturz über der Steilküste, der als Salto di Tiberio in die Legende einging. Der Weg dorthin ist Teil der Sache: Von der Piazzetta führt eine gepflasterte Gasse rund eine Dreiviertelstunde stetig bergauf zwischen Gartenmauern hindurch, ohne Schatten und ohne Bar unterwegs. Nimm Wasser mit und geh früh, dann hast du die Ruinen und den Rundblick über den ganzen Golf oft fast allein.

Der Rest verteilt sich auf Anacapri und die Küste. In Anacapri steht die Villa San Michele, die sich der schwedische Arzt Axel Munthe ab den 1890er-Jahren auf den Resten einer römischen Anlage baute, mit Antikensammlung, Pergola und einer granitenen Sphinx über der Brüstung, hinter der der Golf liegt. Ein paar Schritte weiter beginnt an der Piazza Vittoria der Sessellift zum Monte Solaro, mit 589 Metern höchster Punkt der Insel. Und an der Nordwestküste, unterhalb von Anacapri, liegt die Blaue Grotte, die man nur im Ruderboot betritt – der wetterabhängigste Programmpunkt der Insel.

Sehenswürdigkeiten in Capri

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Blaue Grotte

Die Blaue Grotte auf Capri und wie der Besuch abläuft

Kein anderer Ort auf Capri kostet so viel Wartezeit für so wenige Minuten – und trotzdem redet danach niemand darüber, dass es zu kurz war.

Blaue Grotte
Blaue Grotte

Physikalisch ist der Effekt schnell erklärt und trotzdem verblüffend. Die Grotte hat neben dem winzigen Eingang über Wasser eine deutlich größere Öffnung unter der Wasserlinie; das Sonnenlicht dringt dort ein, wird vom hellen Grund reflektiert und färbt den gesamten Innenraum in ein Blau, für das es an Land keine Entsprechung gibt. Gegenstände unter Wasser wirken dabei silbrig. Bekannt war die Höhle schon in der Antike – man fand Statuenreste, die auf eine Nutzung in römischer Zeit hindeuten –, in Vergessenheit geriet sie später und wurde 1826 von dem deutschen Dichter August Kopisch zusammen mit dem Maler Ernst Fries und einem einheimischen Fischer wieder bekannt gemacht.

Der Ablauf ist eigenwillig. Vom Hafen Marina Grande fahren Boote zur Grotte hinüber, dort steigst du auf offener See in ein kleines Ruderboot um, das jeweils nur wenige Personen fasst. Der Ruderer zieht sich an einer Kette durch den knapp einen Meter hohen Felsspalt, alle im Boot müssen sich dafür flach hinlegen. Drinnen dreht das Boot ein paar Runden, dann geht es denselben Weg zurück – der Aufenthalt ist kurz, oft nur wenige Minuten. Alternativ kommst du mit dem Bus von Anacapri an die Küstenstraße oberhalb der Grotte und steigst dort über eine Treppe zur Einstiegsplattform hinunter, was den Bootstransfer spart, aber nicht die Warteschlange. Bezahlt werden in der Regel zwei Posten getrennt, Eintritt und Ruderboot.

Damit der Besuch klappt, brauchst du zwei Dinge. Erstens ruhiges Wasser: Bei Wellengang oder ungünstigem Wind bleibt die Grotte geschlossen, weil das Boot sonst nicht durch die Öffnung passt, und das kann sich innerhalb eines Vormittags ändern. Wer nur einen Tag auf der Insel ist, verliert dann diesen Programmpunkt ersatzlos – ein weiteres Argument für die Übernachtung. Zweitens den richtigen Zeitpunkt: Am kräftigsten leuchtet das Blau um die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht – dann liegen aber auch die meisten Ausflugsboote vor der Öffnung. Der Kompromiss ist der frühe Vormittag kurz nach der Öffnung: kürzere Wartezeit bei nur leicht schwächerem Licht. Die Öffnungszeiten hängen von Saison und Seegang ab, ein Anruf im Hotel oder eine Nachfrage am Ticketschalter am Vortag spart dir die Leerfahrt.

Es gibt ein legitimes Gegenprogramm. Wer die Warterei nicht mag, bucht stattdessen eine Inselumrundung per Boot, die an der Grotte vorbeifährt, ohne hineinzugehen, und dafür die Grüne Grotte, die Weiße Grotte und den Bogen der Faraglioni mitnimmt. Und wer schon in Anacapri ist, kombiniert den Abstecher an die Küste ohnehin sinnvoll: Gleich oberhalb der Grotte liegen die Reste der römischen Villa Damecuta, und an den Klippen daneben liegt mit Il Riccio der Badeplatz und das Fischrestaurant des Capri Palace. Das macht aus einem halben Wartetag einen ganzen, guten Nachmittag.

Capri-Stadt & Piazzetta

Capri-Stadt rund um die Piazzetta

Kein Platz Italiens ist für seine Größe so bekannt – die Piazzetta hat vier Cafés, einen Uhrturm und ungefähr die Fläche eines Tennisplatzes.

Gärten des Augustus
Gärten des Augustus

Von Marina Grande kommst du in wenigen Minuten mit der Standseilbahn hinauf, und du stehst unmittelbar an der Piazza Umberto I, die alle Piazzetta nennen. Vier Caféterrassen teilen sich den Platz, an der Stirnseite führt eine barocke Freitreppe zur Kirche Santo Stefano hinauf, daneben steht der Uhrturm mit der Majolika-Kuppel, nach den Faraglioni das meistfotografierte Motiv der Insel. Der Spitzname vom Wohnzimmer der Welt stammt aus einer Zeit, in der hier tatsächlich halb Europas Kulturbetrieb saß. Heute ist es tagsüber ein Nadelöhr für Tagesgäste und ab dem späten Abend wieder das, was der Name verspricht – Sitzenbleiben kostet auf den Terrassen spürbar mehr als an der Theke, das ist in Italien üblich und hier besonders ausgeprägt.

Nach Süden führt die Via Vittorio Emanuele die Hänge entlang, vorbei am Grand Hotel Quisisana, das 1845 als Sanatorium eröffnete und seit Generationen der gesellschaftliche Bezugspunkt der Insel ist. Dahinter beginnt die Via Camerelle, Capris Ladenzeile mit den internationalen Modehäusern, die in schmale alte Fassaden eingepasst sind. Sie mündet in die Via Tragara, und ab dort ändert sich der Charakter komplett: Gartenmauern, Bougainvillea, Blicke hinunter aufs Meer und am Ende das Belvedere an der Punta Tragara mit dem Hotel Punta Tragara, dessen Bau auf einen Entwurf Le Corbusiers zurückgeht. Von der Piazzetta bis dorthin läufst du etwa zwanzig Minuten, fast ohne Steigung.

In die andere Richtung wird es alltäglicher. Die Via Le Botteghe und die Gassen dahinter versorgen die Insel – hier kaufen die Capresen ein, hier hängen die Wäscheleinen, und hier findest du die Bars, in denen der Espresso den halben Preis der Piazzetta kostet. Weiter östlich beginnt der Anstieg zur Villa Jovis, südlich davon zweigt der Weg zum Arco Naturale ab. Wer den Ort verstehen will, geht diese beiden Gassen einmal komplett ab, bevor er sich für einen Aussichtspunkt entscheidet; die Entfernungen sind lächerlich kurz, aber die Wege verzweigen sich und laufen selten geradeaus.

Ein paar Schritte unterhalb der Gärten des Augustus liegt die Certosa di San Giacomo, 1371 gegründet und heute der ruhigste Ort im Ortskern. Kreuzgänge, ein Kirchenraum mit Freskenresten und ein Saal mit den großformatigen, dunkel-symbolistischen Bildern Karl Wilhelm Diefenbachs, der die letzten Jahre seines Lebens auf Capri verbrachte. Seit Sommer 2024 kommt der eigentliche Grund für den Weg hinzu: Im Quarto del Priore, dem früheren Prioratstrakt, hat das staatliche Museo Archeologico Nazionale di Capri eröffnet und zeigt römische Funde von der Insel aus der Zeit von Augustus bis Tiberius – die Sachhälfte zu den Ruinen der Villa Jovis oben auf dem Monte Tiberio, die man sonst nur als Mauerwerk sieht. Der Besuch dauert gut eine Stunde und ist die beste Antwort auf die Mittagshitze, weil die Anlage kühl bleibt und kaum jemand hineingeht. Öffnungszeiten und Ruhetage wechseln saisonal, ein Blick auf die aktuellen Angaben vor Ort lohnt sich.

Anacapri & Monte Solaro

Anacapri und der Sessellift auf den Monte Solaro

Zwölf Minuten Einersessel über Weinstöcke und Gemüsebeete, und der halbe Golf von Neapel liegt unter dir.

Monte Solaro
Monte Solaro

Anacapri ist die zweite Gemeinde der Insel und lange Zeit gewesen, was ein Ortsname wörtlich sagt – das Capri oben. Bis zum Bau der Serpentinenstraße im späten 19. Jahrhundert führte nur die Scala Fenicia hinauf, eine Treppe mit rund neunhundert in den Fels geschlagenen Stufen zwischen Marina Grande und dem Ortsrand; sie existiert bis heute, ist aber je nach Zustand nicht durchgehend begehbar. Der Ort selbst ist flacher, breiter und deutlich unaufgeregter als Capri-Stadt: weiße Häuser mit Tonnengewölben, Höfe mit Weinlaub, Sandalenwerkstätten, in denen dir das Paar nach Maß zusammengenäht wird, und eine Fußgängerzone, die abends dem Ort und nicht den Besuchern gehört.

Das bekannteste Haus ist die Villa San Michele. Der schwedische Arzt Axel Munthe kaufte die Ruinen einer Kapelle über der Scala Fenicia und baute sich darauf ein Haus, in dessen Mauern er antike Fundstücke einsetzte – Säulen, Reliefs, Büsten, dazu eine granitene Sphinx aus Ägypten, die auf der Brüstung sitzt und über den Golf schaut. Sein Buch über den Bau machte die Villa in ganz Europa bekannt. Der Garten mit der Pergola ist der eigentliche Grund für den Besuch; an klaren Tagen siehst du von dort Marina Grande direkt unter dir, den Vesuv gegenüber und die Sorrentinische Halbinsel im Osten. Nebenan lohnt die Kirche San Michele mit einem Majolikaboden von 1761, der die Vertreibung aus dem Paradies zeigt und den du nur auf Holzstegen am Rand umrunden darfst.

Vom zentralen Platz Piazza Vittoria startet der Sessellift auf den Monte Solaro. Es sind Einzelsessel ohne Bügelschluss, die Fahrt dauert etwa zwölf Minuten und führt niedrig über Terrassengärten, Zitronenbäume und Hausdächer hinweg – schon der Weg nach oben ist die halbe Attraktion. Oben, auf 589 Metern, öffnet sich der Rundblick über die gesamte Insel: die Faraglioni im Osten, die Marina Piccola im Südosten, das offene Meer im Süden, der Golf von Neapel mit Vesuv im Norden, bei klarer Luft die Berge des Cilento und die Inseln Ischia und Procida. Wer nicht zurückfahren will, steigt über den alten Fußweg an der Kapelle Santa Maria a Cetrella vorbei nach Anacapri ab, was rund eine Stunde dauert und feste Schuhe verlangt.

Von Anacapri aus erschließt sich der ganze westliche Inselteil, den Tagesgäste selten sehen. Nach Norden führen Straße und Bus hinunter zur Blauen Grotte und zu den Resten der Villa Damecuta, einer weiteren tiberianischen Anlage auf einem Vorsprung über dem Meer. Nach Südwesten geht es zum Leuchtturm Punta Carena an der Südwestspitze der Insel, wo man von Felsplatten ins Wasser steigt und wo die Sonne im Sommer direkt ins offene Meer sinkt – der bekannteste Platz der Insel für den Sonnenuntergang. Und dazwischen läuft entlang der Küste der Sentiero dei Fortini. Wer auf Capri übernachtet, sollte mindestens einen halben Tag hier oben einplanen.

Strände & Badeplätze

Strände und Badeplätze auf Capri

Wer weiten Sand erwartet, wird enttäuscht – wer Felsplattformen über tiefem, klarem Wasser mag, findet hier die besseren Badetage.

Faraglioni
Faraglioni

Capri ist eine Steilküsteninsel, und das bestimmt das Badeprogramm. Statt Strandabschnitten gibt es Stabilimenti, also bewirtschaftete Badeplätze mit Holzstegen, Betonstufen, Liegen und meist einem Restaurant, von denen aus du über eine Leiter direkt ins tiefe Wasser steigst. Das ist gewöhnungsbedürftig und in der Sache angenehmer, als es klingt, weil die Sichtweite an den Felskanten hervorragend ist und du kaum Sand im Gepäck hast. Badeschuhe gehören trotzdem hinein, ebenso ein Handtuch für heiße Steinstufen. Kostenlose Abschnitte existieren, sind aber klein und früh besetzt.

Die südliche Adresse ist die Marina Piccola, eine Doppelbucht mit Kieselstrand, geteilt vom Scoglio delle Sirene, dem Sirenenfelsen. Sie liegt den ganzen Tag in der Sonne, ist von Capri-Stadt per Bus in wenigen Minuten erreichbar und, wenn die Via Krupp offen ist, auch zu Fuß über deren Kehren. Direkt an der Bucht liegt La Canzone del Mare mit Meerwasserpool und Badefelsen, einst das private Refugium der britischen Sängerin Gracie Fields und bis heute der klassische Ort für einen langen Badetag mit Mittagessen. Bei Nordwind ist die Marina Piccola die geschützte Seite der Insel, bei Südwind die unruhige.

Der spektakulärste Badeplatz liegt unter den Faraglioni. Von der Via Tragara führen Treppen zur Küste hinunter, wo La Fontelina auf Felsplatten direkt am Fuß der Nadeln liegt – blau-weiße Schirme, tiefes Wasser, starke Strömung an windigen Tagen. Der Rückweg über die Stufen ist der anstrengendste Teil des Tages, weshalb in der Saison Shuttle-Boote zur Marina Piccola pendeln. Nördlich, in Gehweite von Marina Grande, liegt mit den Bagni di Tiberio ein ruhigerer Badeplatz neben den Resten einer römischen Villenanlage, erreichbar zu Fuß oder mit dem kleinen Boot vom Hafen. Und an der Südwestspitze, am Leuchtturm Punta Carena, badest du von großen, flachen Felsplatten mit Blick aufs offene Meer.

Drei praktische Punkte. Erstens die Uhrzeit: Die bekannten Badeplätze sind in der Hochsaison begrenzt, eine Reservierung am Vortag erspart dir die Enttäuschung, besonders bei den Adressen unter den Faraglioni. Zweitens das Wetter: Die Insel hat für jede Windrichtung eine ruhige Seite, im Zweifel wechselst du morgens von Süd nach Nord oder umgekehrt, statt den Tag an einer aufgewühlten Bucht zu verbringen. Und drittens das Meer selbst – es braucht bis in den Juni, um wirklich badewarm zu werden, hält die Wärme dafür bis in den Oktober, weshalb der September auf Capri der bessere Bademonat ist als der Juni.

Wandern & Bootstouren

Wandern auf Capri und die Inselrunde per Boot

Zehn Minuten nach der letzten Bar hört das Gedränge auf, und die Insel gehört den Ziegen, den Zikaden und dir.

Die bekannteste Runde ist der Pizzolungo. Von der Piazzetta läufst du nach Osten und dann bergab zum Arco Naturale, einem freistehenden Felsbogen über dem Steilhang, danach über eine lange Treppe hinunter zur Grotta di Matermania, einer antik ausgebauten Höhle. Von dort zieht der Weg als schmaler Höhenpfad an der Südostflanke entlang, mit Blick auf die Casa Malaparte – jenes rote, keilförmige Haus mit der umgekehrten Freitreppe auf der Punta Massullo, das in den 1930er- und 1940er-Jahren für den Schriftsteller Curzio Malaparte entstand und nicht öffentlich zugänglich ist. Am Ende stehst du an der Punta Tragara vor den Faraglioni. Für die Runde solltest du zwei bis zweieinhalb Stunden ansetzen, mit Treppen in beide Richtungen.

Die zweite große Wanderung liegt im Westen. Der Sentiero dei Fortini verbindet die Küste unterhalb der Blauen Grotte mit dem Leuchtturm Punta Carena und führt an drei napoleonischen Küstenforts vorbei, die um 1800 im Ringen zwischen Briten und Franzosen um die Insel entstanden. Der Weg ist rund fünf Kilometer lang, steigt und fällt ständig, verläuft über Fels und ist bis auf einzelne Abschnitte schattenlos – rechne mit gut zweieinhalb bis drei Stunden und plane die Rückfahrt mit dem Bus ein, weil du nicht am Startpunkt herauskommst. Belohnt wirst du mit der wildesten und leersten Küste Capris, an der du an einem normalen Sommervormittag kaum zehn Menschen begegnest.

Dazu kommen kürzere Strecken. Der Aufstieg zur Villa Jovis von der Piazzetta dauert eine knappe Dreiviertelstunde und ist reines Gassen- und Treppenlaufen. Vom Monte Solaro führt der alte Fußweg über die Einsiedelei Santa Maria a Cetrella nach Anacapri hinunter, etwa eine Stunde, mit Tiefblicken auf die Marina Piccola. Und der Sentiero dei Passetiello, die alte, direkte Verbindung zwischen den beiden Inselhälften über den Bergrücken, ist die anspruchsvollste Route – ausgesetzt, weglos wirkend und nichts für Ungeübte oder für Tage mit Regen. Für alle Wege gilt dasselbe: feste Schuhe, viel Wasser, früher Start.

Vom Wasser aus sieht die Insel wieder anders aus. Die klassische Inselumrundung startet in Marina Grande, dauert je nach Anbieter ein bis zwei Stunden und führt an der Blauen Grotte vorbei, weiter zur Grünen und zur Weißen Grotte, um den Leuchtturm herum, an der Casa Malaparte entlang und – bei ruhiger See – durch den Bogen des mittleren Faraglione, was traditionell mit einem Kuss quittiert wird. Es gibt große Gruppenboote und kleine private Ausfahrten mit Badestopps; die kleinen sind teurer, halten dafür an Buchten, die von Land aus nicht erreichbar sind. Bei starkem Wind fallen die Grotten aus dem Programm, die Runde selbst meist nicht.

Aktivitäten & Touren in Capri

Reiseplanung & Route

Capri-Urlaub planen zwischen Tagesausflug und Inselwoche

Die entscheidende Frage stellt sich vor der Buchung und nicht am Hafen – bleibst du über Nacht oder nicht.

Der Tagesausflug funktioniert, und er ist der Grund, warum Capri so voll wirkt. Ab Sorrent oder Neapel bist du am Vormittag da, hast bis zum Nachmittag Zeit und kommst abends zurück. Sinnvoll ist dann eine harte Auswahl statt eines Programms: Standseilbahn hinauf, Piazzetta, über die Via Tragara zum Belvedere und zu den Faraglioni, zurück durch die Gärten des Augustus, Mittagessen in Capri-Stadt, Rückweg. Alles Weitere – Blaue Grotte, Anacapri, Monte Solaro – passt an einem Tag nur hinein, wenn du eines der drei anderen streichst. Wer versucht, alles zu schaffen, verbringt den Tag in Warteschlangen und Bussen.

Eine Übernachtung verändert die Insel mehr als jede andere Entscheidung. Ab dem frühen Abend legen die letzten Schiffe ab, die Gassen leeren sich, die Piazzetta bekommt ihre Terrassen zurück, und am nächsten Morgen bist du an der Blauen Grotte oder auf dem Weg zur Villa Jovis, bevor die ersten Tagesgäste anlegen. Für zwei Nächte ergibt sich fast von selbst ein Plan: Tag eins Capri-Stadt mit Faraglioni, Gärten und Certosa, Tag zwei Anacapri mit Villa San Michele, Monte Solaro und Blauer Grotte, dazwischen ein Badenachmittag. Das ist die Variante, die dieser Insel gerecht wird, ohne dass du eine ganze Woche einplanen musst.

Mit vier bis fünf Tagen kommen die Wege dazu, für die sonst nie Zeit bleibt. Der Pizzolungo mit Arco Naturale und Casa Malaparte, der Sentiero dei Fortini an der Westküste, der Abstieg vom Monte Solaro über Cetrella, dazu eine Bootsrunde um die Insel mit Badestopps und mindestens ein kompletter Tag, an dem du außer einem Badeplatz und einem langen Mittagessen nichts vorhast. Wer länger bleibt, kombiniert Capri sinnvoll mit dem Festland – Pompeji, Neapel, Sorrent und die Amalfiküste liegen alle in Reichweite einer Tagesfahrt per Schiff, wobei die Verbindungen nach Positano und Amalfi weitgehend auf die Sommermonate beschränkt sind.

Zwei Planungshebel bleiben. Der erste ist das Gepäck: Auf Capri gibt es fast überall Treppen und Gassen, in die kein Fahrzeug fährt, und der Weg vom Bus oder Taxi bis zur Rezeption kann aus mehreren Dutzend Stufen bestehen. Reise mit wenig und rollbarem Gepäck an, frag im Hotel nach dem Trägerservice am Hafen und nimm keinen Hartschalenkoffer in Übergröße mit. Der zweite ist der Kalender: Zwischen November und März schließt ein erheblicher Teil der Hotels, Restaurants und Badeplätze, und die Fährfahrpläne dünnen aus. Capri ist dann sehr still und sehr eingeschränkt – reizvoll für Wanderer, ungeeignet für alle, die das Insel-Programm erwarten.

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Übernachten

Hotels auf Capri und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Auf dieser Insel entscheidet nicht die Sternezahl über den Aufenthalt, sondern die Zahl der Stufen zwischen deinem Zimmer und der nächsten Bushaltestelle.

Die klassische Adresse liegt in Capri-Stadt. Das Grand Hotel Quisisana an der Via Camerelle wurde 1845 als Sanatorium für britische Gäste gegründet und ist seither der gesellschaftliche Mittelpunkt der Insel geblieben – große Terrasse, Pools, wenige Gehminuten zur Piazzetta. Wer den Faraglioni-Blick vom Balkon möchte, schaut auf das Hotel Punta Tragara am Ende der Via Tragara, dessen Gebäude auf einen Entwurf Le Corbusiers zurückgeht und das direkt am Belvedere sitzt. Eine Klasse familiärer, aber in derselben Gegend, liegen das Hotel La Minerva mit bougainvilleaberankten Terrassen zwischen Piazzetta und Punta Tragara und das Hotel Gatto Bianco mitten im Ortskern, mit weißen Bögen, Majolika und einem schattigen Zitronenhof.

Oben in Anacapri wohnst du anders. Das Capri Palace Jumeirah bringt Kunstsammlung, Sterneküche, ein medizinisch ausgerichtetes Spa und mit Il Riccio einen eigenen Beach Club an der Nordküste mit; das Hotel Caesar Augustus steht auf einer Felskante hoch über dem Golf, mit Infinity-Pool, Aussichtsterrasse und eigenem Gemüsegarten – die spektakulärste Lage der Insel und zugleich die abgelegenste. Anacapri heißt in beiden Fällen: ruhiger, kühler, im Sommer erträglicher, dafür brauchst du für jeden Abend in Capri-Stadt den Bus oder ein Taxi über die Serpentinen. Für Reisende, die abends gern spazieren gehen statt zu fahren, ist das ein Argument gegen die Höhe.

Dazwischen liegt die dritte Möglichkeit, nämlich der Hang über dem Hafen. Das J.K. Place Capri sitzt auf halber Höhe zwischen Marina Grande und Capri-Stadt, hat nur rund zwei Dutzend Zimmer und Interieurs von Michele Bönan, dazu den kürzesten Weg zur Fähre – praktisch für alle, die früh ankommen oder spät abreisen und ihr Gepäck nicht zweimal durch die Gassen schleppen wollen. Generell gilt: Frag vor der Buchung nach dem Transfer ab dem Hafen und nach der Zahl der Stufen zum Eingang. Beides steht selten in der Beschreibung und macht auf Capri den Unterschied zwischen einem entspannten und einem schweißtreibenden Check-in.

Drei Punkte zur Praxis. Erstens die Saison: Ein großer Teil der Häuser öffnet erst im Frühjahr und schließt im Herbst wieder – prüfe vor der Buchung, ob dein Hotel in deinem Reisezeitraum überhaupt geöffnet hat. Zweitens der Preis, der auf Capri stärker vom Datum als von der Kategorie abhängt; dasselbe Zimmer kostet im Mai oder Oktober einen Bruchteil dessen, was im August aufgerufen wird, und im August sind die guten Häuser Monate vorher ausgebucht. Und drittens die Übernachtungssteuer, die in Italien pro Person und Nacht anfällt, kommunal festgelegt wird und meist vor Ort zu zahlen ist – frag beim Buchen nach, statt dich beim Auschecken zu wundern.

Hotels in Capri

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Capri

Zwei der bekanntesten Gerichte der italienischen Küche tragen den Namen dieser Insel, und beide bekommst du hier tatsächlich besser als anderswo.

Die capresische Küche ist Inselküche und damit einfacher, als die Preise vermuten lassen. Die Insalata caprese aus Tomaten, Büffelmozzarella, Basilikum und Olivenöl braucht nichts weiter als gute Zutaten. Die Ravioli capresi werden mit Caciotta und Majoran gefüllt und in einer leichten Tomatensauce serviert – das eigentliche Alltagsgericht der Insel. Dazu kommen Fisch all'acqua pazza, in Wasser mit Tomaten, Knoblauch und Kräutern gegart, gegrillter Oktopus und die Torta caprese, ein saftiger Schokoladen-Mandel-Kuchen ohne Mehl, der auf Capri erfunden wurde. Zum Abschluss steht meist der Limoncello auf dem Tisch, gemacht aus den dickschaligen Zitronen der Region.

Für einen Abend in Capri-Stadt gibt es zwei Traditionsadressen mit ganz unterschiedlichem Charakter. Das Ristorante Aurora ist eines der ältesten Restaurants der Insel, wird von der Familie D'Alessio geführt und ist vor allem für die hauchdünne Pizza all'Acqua bekannt. La Capannina, ein paar Schritte von der Piazzetta in einer Gasse gelegen, kocht seit den 1930er-Jahren klassisch kampanisch und hält einen großen Weinkeller. Etwas außerhalb, an den Klippen nahe dem Arco Naturale, sitzt Le Grottelle halb in einer natürlichen Felshöhle, mit Terrassentischen über der Küste – die Kombination aus Lage und ehrlicher Inselküche macht den Weg dorthin lohnend.

Am Wasser wird gegessen, wo auch gebadet wird. La Fontelina am Fuß der Faraglioni serviert mittags frischen Fisch zwischen blau-weißen Schirmen, La Canzone del Mare an der Marina Piccola verbindet Meerwasserpool, Felsbad und Restaurant unter einer Pergola. In Anacapri liegt Il Riccio auf den Klippen neben der Blauen Grotte, Beach Club und Fischrestaurant des Capri Palace, mit einem eigenen Raum nur für Süßspeisen. Und ein Stück landeinwärts, im Grünen, empfängt Da Paolino seine Gäste in einem Garten unter tragenden Zitronenbäumen – das Dessertbuffet rund um die Zitrone ist dort ein eigener Programmpunkt.

Drei Hinweise ersparen dir Ärger. Reservieren ist auf Capri nicht optional, sondern die Regel – die bekannten Häuser sind in der Hochsaison tagelang im Voraus ausgebucht, die Badeplätze mit Restaurant ohnehin. Achte auf die Rechnungsposten, die in Italien üblich sind, also den gedeckten Tisch und den Service; auf einer Insel, auf der jede Zutat per Schiff kommt, liegt das Preisniveau spürbar über dem des Festlands. Und wer günstiger essen will, geht dorthin, wo die Insel selbst isst: in die Gassen abseits der Via Le Botteghe, in die Bars mit Stehtheke am Morgen und in die Bäckereien, die mittags belegte Panini und Stücke Torta caprese verkaufen.

Restaurants in Capri

Alle 7 Restaurants
Anreise & unterwegs

Anreise nach Capri per Fähre und unterwegs auf der Insel

Capri erreichst du ausschließlich per Schiff, und das ist weniger eine Einschränkung als der Taktgeber deiner ganzen Reise.

Die beiden wichtigsten Abfahrtshäfen sind Neapel und Sorrent. Von Sorrent dauert die Überfahrt je nach Schiffstyp etwa 25 bis 50 Minuten. Ab Neapel hängt sie am Schiffstyp: mit dem Tragflügelboot vom Molo Beverello knapp 50 Minuten, mit der Autofähre ab Calata Porta di Massa rund 80 Minuten. In den Sommermonaten kommen saisonale Verbindungen von Positano, Amalfi, Salerno und Ischia hinzu, die außerhalb der Saison meist entfallen. Die Fahrpläne wechseln mit der Jahreszeit und werden bei schwerer See kurzfristig gestrichen; plane Anschlüsse an Flüge oder Züge deshalb nie auf Kante, sondern mit mindestens einem Puffer von einigen Stunden.

Am Kai in Marina Grande beginnt der zweite Teil der Anreise. Für den Aufstieg nach Capri-Stadt nimmst du die Standseilbahn, die in wenigen Minuten direkt an der Piazzetta ankommt; bei Wartungsarbeiten wird sie durch Busse ersetzt. Nach Anacapri fahren Busse über die Serpentinenstraße, dazu gibt es die offenen Inseltaxis, die Capri seit Jahrzehnten prägen. Die Busse sind klein, die Kapazität ist begrenzt, und an heißen Sommernachmittagen stehst du an der Haltestelle Piazza Vittoria durchaus eine Weile an. Wer viel Gepäck dabeihat, sollte den Trägerservice am Hafen nutzen oder vorab mit dem Hotel klären, wie der Transfer läuft.

Ein Mietwagen ist auf Capri kein Thema. Es gibt keine touristische Autovermietung wie auf anderen Mittelmeerinseln, und in der Saison dürfen ortsfremde Fahrzeuge gar nicht erst übergesetzt werden – die Regelung wird jährlich neu festgelegt, läuft aber üblicherweise vom Frühjahr bis in den Herbst. Wer das eigene Auto an die Küste mitbringt, stellt es also in Sorrent oder Neapel in einem Parkhaus ab und setzt zu Fuß über. Rollerverleihe existieren, vor allem in Anacapri, doch die Straße zwischen den Orten ist eng, kurvig und im Sommer von Bussen belegt. Für praktisch jeden Aufenthalt reichen Bus, Standseilbahn, Taxi und die eigenen Beine.

Zwei Dinge solltest du vorher wissen. Erstens gilt auf Capri wie in vielen italienischen Küstenorten eine Landegebühr, die in der Regel bereits im Fährticket steckt – du zahlst sie also, ohne es zu merken. Zweitens ist die Insel ein anstrengendes Pflaster für alle, die schlecht zu Fuß sind: Treppen, Kopfsteinpflaster und steile Gassen sind die Regel, Aufzüge und Rampen die Ausnahme, und mit Kinderwagen oder Rollstuhl wird der Aktionsradius schnell klein. Ein Faltbuggy und Tragehilfen sind auf dieser Insel die deutlich bessere Wahl, und den Sessellift auf den Monte Solaro nutzt man nur mit Kindern, die selbstständig sitzen können.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Stadtviertel

Die Stadtviertel von Capri – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Capri mit Wetter und Saison im Jahreslauf

Capri ist im Hochsommer eine andere Insel als im Mai, und der Unterschied liegt weniger im Thermometer als in der Zahl der Schiffe am Kai.

Capri hat mediterranes Klima mit milden, feuchten Wintern und warmen, sehr trockenen Sommern. Weil die Insel vom Meer umgeben ist, fallen die Extreme moderater aus als in Neapel – im Hochsommer bleiben die Höchstwerte meist unter dreißig Grad, im Januar liegen sie noch bei rund vierzehn Grad, Frost ist praktisch unbekannt. Der meiste Regen fällt zwischen Oktober und Januar, oft als kurzer, kräftiger Schauer. Entscheidender als die Lufttemperatur sind zwei andere Größen: das Meer, das erst im Juni badewarm wird und die Wärme bis in den Oktober hält, und die Saison, in der zwischen November und März ein großer Teil der Hotels, Badeplätze und Restaurants schließt und die Fährfahrpläne ausdünnen.

Jan14°9°still, halbe Insel geschlossen
Feb14°9°mild und feucht, wenig Betrieb
Mär16°10°erste warme Tage, Wanderzeit
Apr18°12°Saisonstart, Ginster blüht
Mai22°16°warm, Wege noch leer
Jun26°19°Badewetter, Meer wird warm
Jul29°22°heiß, Piazzetta voll
Aug29°23°Hochsaison, teuerste Wochen
Sep26°20°warmes Meer, weniger Tagesgäste
Okt22°17°mild, Saisonende, mehr Regen
Nov18°13°ruhig, viele Häuser zu
Dez15°10°mild, Insel im Winterbetrieb

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Capri sind Mai, Juni und September. Im Mai liegen die Höchstwerte bei rund 22 Grad, die Wanderwege sind leer und die Preise moderat, das Meer verlangt aber noch Überwindung. Der Juni bringt Badewetter, bevor der große Andrang einsetzt. Der September dreht das Verhältnis um: Das Wasser ist nach dem Sommer am wärmsten, die Tagesgästezahlen gehen spürbar zurück, und abends bekommt die Piazzetta ihre Terrassen zurück. Juli und August sind heiß, voll und teuer, dafür hat alles geöffnet. Von November bis März ist Capri sehr still, aber auch stark eingeschränkt – eine Zeit für Wanderer, nicht für einen Badeurlaub.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Capri

Wie viele Tage sollte man für Capri einplanen?
Zwei Nächte sind das gute Maß: einen Tag für Capri-Stadt mit Faraglioni, Gärten des Augustus und Certosa, einen zweiten für Anacapri mit Villa San Michele, Monte Solaro und Blauer Grotte, dazwischen einen Badenachmittag. Vier bis fünf Tage lohnen, wenn du zusätzlich wandern und eine Bootsrunde machen willst.
Wie kommt man vom Hafen Marina Grande nach Capri-Stadt?
Am schnellsten mit der Standseilbahn, die vom Kai in wenigen Minuten direkt an der Piazzetta ankommt; bei Wartungsarbeiten fahren stattdessen Busse. Alternativ gibt es Busse und die offenen Inseltaxis. Zu Fuß führt ein steiler Weg hinauf, der mit Gepäck keine gute Idee ist – für Koffer gibt es am Hafen einen Trägerservice.
Braucht man auf Capri ein Auto oder einen Mietwagen?
Nein. Eine touristische Autovermietung gibt es auf der Insel nicht, und in der Saison dürfen ortsfremde Fahrzeuge gar nicht erst übergesetzt werden. Wer mit dem eigenen Auto anreist, parkt in Sorrent oder Neapel und fährt als Fußgänger mit. Vor Ort reichen Standseilbahn, Busse, Taxis und die eigenen Beine völlig aus.
Wo kann man auf Capri baden?
Sandstrände gibt es kaum, dafür Badeplätze auf Fels und Kies. Die Marina Piccola im Süden mit dem Sirenenfelsen ist der zugänglichste, die Felsen am Fuß der Faraglioni die spektakulärste Adresse, die Bagni di Tiberio nahe Marina Grande die ruhigste. An der Südwestspitze badest du am Leuchtturm Punta Carena von flachen Felsplatten.
In welchem Ort wohnt man auf Capri am besten?
In Capri-Stadt bist du zu Fuß an Piazzetta, Gärten und Faraglioni, zahlst dafür die höchsten Raten und hörst abends das Leben vor der Tür. Anacapri ist ruhiger, kühler und familiärer, verlangt für jeden Abend unten aber Bus oder Taxi. Der Hang über Marina Grande liegt dazwischen und hat den kürzesten Weg zur Fähre.
Ist die Via Krupp auf Capri begehbar?
In der Saison ja: Die in den Fels gesprengte Serpentine zwischen den Gärten des Augustus und der Marina Piccola ist seit April 2025 wieder freigegeben, wird aber wegen der Steinschlaggefahr im Spätherbst für Sicherungsarbeiten gesperrt. Öffnungstermine und Uhrzeiten legt die Gemeinde jährlich neu fest, frag also an der Kasse der Gärten oder im Hotel nach. Ansehen kannst du sie von den Gartenterrassen aus in jedem Fall.
Wie kommt man von Capri nach Anacapri?
Mit dem Bus über die Serpentinenstraße, ab Capri-Stadt oder ab Marina Grande, in beiden Fällen eine kurze Fahrt. Die Busse sind klein und in der Hochsaison schnell voll, an heißen Nachmittagen musst du an der Haltestelle mit Wartezeit rechnen. Alternativ nimmst du eines der offenen Inseltaxis, die deutlich mehr kosten, aber sofort fahren.
Lohnt sich der Sessellift auf den Monte Solaro?
Ja, und zwar an klaren Tagen doppelt. Die Fahrt im Einzelsessel dauert etwa zwölf Minuten und führt niedrig über Terrassengärten und Dächer, oben auf 589 Metern siehst du Faraglioni, Golf von Neapel und Vesuv auf einen Blick. Bei Dunst oder tiefen Wolken solltest du sie verschieben – dann verschenkst du den eigentlichen Grund für den Weg.
Was isst man auf Capri typischerweise?
Die Insalata caprese aus Tomaten, Büffelmozzarella und Basilikum, die Ravioli capresi mit Caciotta und Majoran, Fisch all'acqua pazza und als Nachtisch die Torta caprese, einen mehllosen Schokoladen-Mandel-Kuchen. Dazu Limoncello aus den Zitronen der Region. Reservieren gehört auf dieser Insel zum Abendessen dazu.
Wie warm ist das Meer auf Capri?
Im Mai ist es noch frisch und verlangt Überwindung, im Juni wird es badewarm, und von Juli bis September liegt es auf dem angenehmsten Niveau des Jahres. Im Oktober hält sich die Wärme erstaunlich lange, weshalb der September auf Capri der bessere Bademonat ist als der Juni. Im Winter kühlt das Wasser deutlich ab.
Ist Capri mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität machbar?
Nur eingeschränkt. Treppen, Kopfsteinpflaster und steile Gassen sind die Regel, Aufzüge und Rampen die Ausnahme, und viele Badeplätze erreichst du ausschließlich über lange Treppen. Ein Faltbuggy und eine Trage sind praktischer als ein großer Kinderwagen. Standseilbahn, Busse und Boote decken die Hauptachsen ab, die letzten Meter selten.
Wann ist Capri am ruhigsten?
Vor zehn Uhr morgens und nach dem frühen Abend, wenn die letzten Schiffe abgelegt haben – das gilt jeden Tag der Saison. Über das Jahr gerechnet sind Mai, September und Oktober die entspanntesten Monate mit vollem Angebot. Von November bis März ist es fast leer, dafür hat ein großer Teil der Hotels und Restaurants geschlossen.

Entdecken

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Erleben

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CapriWenn am späten Nachmittag die letzten Tragflügelboote aus Marina Grande ablaufen, kippt Capri innerhalb einer halben Stunde vom Ausflugsziel zurück in ein Inseldorf, in dem man Schritte auf Kopfsteinpflaster hört.
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