Stadt · Italien

Bologna

Unter den Arkaden der Via Santo Stefano riecht es am Morgen nach Espresso und nassem Backstein, und über den Ziegeldächern stehen zwei Türme schief im ersten Licht.

6 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine Bologna-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April–Juni und September–Oktober; im Hochsommer schwül, im August haben viele Osterien Ferien
Anreise
Flughafen Bologna Guglielmo Marconi (BLQ) ca. 6 km nordwestlich; der Marconi Express bringt dich in gut 7 Minuten zum Hauptbahnhof
Lage
Norditalien, am Südrand der Po-Ebene vor dem Apennin; Hauptstadt der Emilia-Romagna
Mit dem Zug
Bologna Centrale ist Italiens wichtigster Bahnknoten: Florenz in ca. 40 Min., Mailand in ca. 1 Std., Rom in gut 2 Std. per Hochgeschwindigkeitszug
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Die Altstadt erkundest du komplett zu Fuß unter den Arkaden; Busse von TPER für San Luca und die Bolognina
Über Bologna

Reisen nach Bologna

Bologna ist die norditalienische Großstadt, die auf der Landkarte gern übersehen wird und die man nach zwei Tagen niemandem mehr erklären muss. Von der Piazza Maggiore gehst du in fünf Minuten zu den Due Torri, in zehn zur dreieckigen Piazza Santo Stefano und in einer Viertelstunde hinaus zur Porta Saragozza, wo der Portico di San Luca mit 666 Bögen den Hügel hinaufzieht. Dazwischen liegt eine Stadt aus Backstein und Ocker, die ihr halbes Leben unter Arkaden führt: allein in der Altstadt knapp vierzig Kilometer, im gesamten Stadtgebiet über sechzig – zwölf ausgewählte Abschnitte davon seit 2021 als Portici di Bologna auf der UNESCO-Welterbeliste. In den Marktgassen des Quadrilatero hängen die Mortadelle in den Auslagen, in den Werkstätten des Zentrums rollen Sfogline mit dem Nudelholz die Sfoglia für Tortellini und Tagliatelle aus, und rund um die Via Zamboni geben zehntausende Studierende den Takt vor – die Universität wurde 1088 gegründet und gilt als älteste der westlichen Welt. Wer abends um neun die Via del Pratello hinuntergeht und aus jeder zweiten Tür Stimmen und Gläser hört, versteht, warum Bologna trotz Neptunbrunnen und Piazza Maggiore nie zur Kulisse geworden ist: Die Stadt wird zuerst bewohnt und erst danach besichtigt.

Bologna – Karte
Reiseführer

Bologna von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz nach sieben schiebt einer die Gitter vor einer Salumeria in der Via Pescherie Vecchie hoch, im Nachbarladen stapelt jemand Parmigiano-Laibe, und über beiden hängt seit dem Mittelalter dasselbe Arkadendach. Bologna wirbt nicht, Bologna kocht. Die Stadt trägt drei Beinamen, und alle drei halten bis heute stand – la dotta wegen der Universität von 1088, la grassa wegen dessen, was auf dem Teller landet, la rossa wegen der Ziegel, aus denen hier alles gebaut ist. Und weil sich das Leben unter Bögen abspielt, merkst du erst nach zwei Tagen, dass du in dieser Stadt noch keinen einzigen Schirm gebraucht hast.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bologna

Fast alles Wichtige liegt in einem Kreis von einem Kilometer um die Piazza Maggiore, und du läufst ihn bei jedem Wetter unter Arkaden ab.

Die Piazza Maggiore ist seit dem 13. Jahrhundert das Wohnzimmer der Stadt und funktioniert bis heute genau so: Leute sitzen auf den Stufen von San Petronio, Kinder rennen über den Crescentone, die leicht erhöhte Steinplatte in der Mitte. Die Basilica di San Petronio wurde ab 1390 gebaut und blieb an der Fassade unvollendet – unten heller Marmor, darüber nackter Backstein, ein Bauwerk, das seine eigene Geschichte offenlegt. Im Inneren zieht Giovanni Domenico Cassinis Meridianlinie von 1655 als Messingband knapp 67 Meter schräg über den Boden, die längste ihrer Art in einem Innenraum; durch ein Loch im Gewölbe wandert um die Mittagszeit ein Sonnenfleck darüber. Sehenswert ist außerdem die Cappella dei Re Magi mit dem Freskenzyklus von Giovanni da Modena aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Wenige Schritte weiter steht auf der Piazza del Nettuno Giambolognas Neptun aus den 1560er-Jahren, den die Bologneser il Gigante nennen; sein Dreizack diente später als Vorlage für das Markenzeichen von Maserati, das in Bologna gegründet wurde. Im Palazzo d'Accursio dahinter liegt die Biblioteca Salaborsa, eine öffentliche Bibliothek mit Glasboden, unter dem die Ausgrabungen des römischen Bononia zu sehen sind – Eintritt frei, auch wenn du kein Buch brauchst. Aus demselben Palast führt der Aufgang zur Torre dell'Orologio, die nach ihrer Restaurierung wieder begehbar ist und den Blick senkrecht auf den Platz liefert. Gegenüber im Palazzo del Podestà lohnt der Voltone, die überwölbte Kreuzung unter dem Turm: Stell dich in eine Ecke, schick jemanden in die diagonal gegenüberliegende und flüstere gegen den Stein – die Akustik trägt jedes Wort quer durch den Raum.

Direkt hinter San Petronio beginnt der Archiginnasio von 1563, bis 1803 Hauptsitz der Universität und heute Stadtbibliothek. Höfe, Gänge und Treppenaufgänge sind über und über mit den gemalten Wappen ehemaliger Studenten bedeckt, im ersten Stock liegt das Teatro Anatomico von 1637: ein vollständig holzvertäfelter Hörsaal mit dem Seziertisch aus Marmor in der Mitte und den Spellati, zwei häutelosen Figuren, die das Katheder tragen. Nach der Bombardierung im Januar 1944 wurde der Saal aus geborgenen Originalteilen wieder aufgebaut. Ein paar Gassen östlich stehen an der Porta Ravegnana die Due Torri, und noch einmal fünf Minuten weiter öffnet sich die dreieckige Piazza Santo Stefano vor dem Komplex der Sette Chiese, dessen Höfe und Kreuzgänge du ohne Eintritt durchwandern kannst.

Drei Stücke übersehen die meisten Besucher. In der Via Clavature, mitten im Marktviertel, steht in der Kirche Santa Maria della Vita der Compianto sul Cristo morto von Niccolò dell'Arca aus dem 15. Jahrhundert – eine Gruppe lebensgroßer Tonfiguren in einem Ausbruch von Entsetzen, den Gabriele D'Annunzio als Schrei aus Stein beschrieb. In der Basilica di San Domenico birgt die Arca di San Domenico Skulpturen mehrerer Bildhauer, drei davon vom jungen Michelangelo. Und in der Via delle Belle Arti hängt in der Pinacoteca Nazionale Malerei aus sieben Jahrhunderten, von Giottos Bologneser Polyptychon über die emilianischen Carracci bis zu Guido Reni. Wer sich für die Anfänge interessiert, geht ins Museo Civico Archeologico an der Via dell'Archiginnasio, wo die Funde aus dem etruskischen Felsina lagern, aus dem Bologna hervorgegangen ist.

Sehenswürdigkeiten in Bologna

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Türme & Arkaden

Due Torri und die Arkaden von Bologna

Rund zwanzig Türme stehen noch von weit über hundert, und unter ihnen zieht sich das längste Arkadennetz der Welt durch die Stadt.

Le Due Torri
Le Due Torri

Der Torre degli Asinelli misst 97 Meter und ist damit der höchste erhaltene Geschlechterturm Italiens; über 498 Stufen führte jahrzehntelang der Aufstieg hinauf. Sein Nachbar, die Garisenda, blieb mit knapp 48 Metern deutlich kürzer, weil der Untergrund nachgab und man den Bau im 14. Jahrhundert kappte – ihre Spitze steht über drei Meter aus dem Lot. Dante, der in Bologna studierte, hat sie im 31. Gesang des Inferno festgehalten: Wer unter ihr steht und eine Wolke darüberziehen sieht, meint, der Turm falle auf ihn. Seit Herbst 2023 ist der Bereich um die Garisenda wegen Sicherungsarbeiten abgesperrt und die Besteigung des Asinelli ausgesetzt; prüfe den Stand vor der Reise auf den offiziellen Seiten der Stadt.

Türme waren im mittelalterlichen Bologna kein Wohnkomfort, sondern Statussymbol und Rückzugsraum der Adelsfamilien; Schätzungen gehen von weit über hundert aus, geblieben sind etwa zwanzig. Die meisten stecken heute halb in späteren Häusern und fallen erst auf, wenn man den Kopf hebt. Die Torre Prendiparte nahe der Kathedrale San Pietro und die Torre Azzoguidi wenige Schritte davon in der Via Altabella sind mit jeweils rund sechzig Metern nach dem Asinelli die höchsten der verbliebenen, und in mehreren Gassen der Altstadt leben gekappte Turmstümpfe als schlichte Hausfassaden weiter. Das ist die vielleicht bologneseste Eigenschaft dieser Stadt: Sie stellt ihre Denkmäler nicht aus, sie wohnt weiter darin.

Die Arkaden entstanden aus einem Platzproblem. Als die Universität ab dem 12. Jahrhundert immer mehr Studenten anzog, bauten die Bologneser ihre Obergeschosse über die Straße hinaus und stützten sie mit Holzpfosten ab; die Stadtstatuten schrieben später vor, den Raum darunter öffentlich begehbar zu halten und so hoch auszuführen, dass ein Reiter hindurchpasst. Aus dem Provisorium wurde eine Bauweise, die sich über Jahrhunderte fortschrieb – mal streng und klassizistisch wie an der Via dell'Indipendenza, mal mit bemalten Holzdecken auf schlanken Stützen wie an der Casa Isolani in der Strada Maggiore. Seit 2021 stehen zwölf ausgewählte Abschnitte als Portici di Bologna auf der UNESCO-Welterbeliste.

Praktisch heißt das: Bologna ist die italienische Großstadt, in der Regen die Tagesplanung kaum stört und in der du im Hochsommer im Schatten quer durch die Altstadt kommst. Die lohnendsten Strecken sind die Via Santo Stefano, die Strada Maggiore mit dem langen Portikus der Servi-Basilika, die Via Zamboni im Universitätsviertel, die Via Farini und natürlich der Aufstieg nach San Luca. Nimm trotzdem Schuhe mit Profil mit, denn das Pflaster unter den Bögen ist teils jahrhundertealt, uneben und bei Nässe rutschig. Und wer fotografiert, kommt am späten Nachmittag – dann fällt die Sonne flach von der Seite unter die Gewölbe und zeichnet die Bogenreihen bis in die Tiefe nach.

San Luca & die Hügel

Zum Santuario di San Luca durch 666 Bögen

Von der Porta Saragozza bis zur Wallfahrtskirche sind es knapp vier Kilometer Portikus und rund zweihundert Höhenmeter, ohne einen einzigen Meter ohne Dach.

Der Portico di San Luca gilt als längster durchgehender Bogengang der Welt: 666 Bögen und fünfzehn Kapellen ziehen von der Porta Saragozza am Westrand der Altstadt hinauf auf den Colle della Guardia. Gebaut wurde er ab 1674 aus Spenden, Bogen für Bogen finanziert von Familien, Zünften und Bruderschaften, deren Widmungen an den Pfeilern bis heute lesbar sind. Der flache Teil durch die Vorstadt endet am Arco del Meloncello, einem barocken Bogen, der den Portikus über die Straße hebt; dahinter wird es ernst, der Weg steigt in langen Rampen und Treppenabsätzen an. Rechne mit einer knappen Stunde nach oben, mit Pausen und Fotostopps eher mehr.

Oben steht das Santuario della Madonna di San Luca, eine barocke Wallfahrtskirche mit ellipsenförmigem Innenraum, in der eine byzantinische Marienikone verehrt wird, deren Herkunft die Legende dem Evangelisten Lukas zuschreibt. Einmal im Jahr, rund um Christi Himmelfahrt, wird das Bild in einer Prozession den Portikus hinunter in die Stadt getragen und nach einigen Tagen wieder hinauf – für Bologna der wichtigste Termin des Kirchenjahres, mit vollen Straßen entlang der Route. Von der Terrasse vor der Kirche siehst du an klaren Tagen weit über die Po-Ebene, im Rücken die ersten Kämme des Apennin, unter dir das Ziegelrot der Altstadt mit den beiden Türmen als Markierung.

Wer nicht laufen will oder mag, kommt trotzdem hinauf. Ein städtischer Bus fährt vom Zentrum bis in die Nähe des Meloncello, ab dort bleibt der steile Abschnitt zu Fuß; in der Saison verkehrt außerdem ein touristischer Shuttle ab der Innenstadt, und Taxis fahren die Straße bis zum Sanktuarium. Am angenehmsten ist die Kombination: mit dem Fahrzeug hinauf, zu Fuß durch den Portikus wieder hinunter. Das schont die Knie, und der Blick geht die ganze Zeit auf die Stadt statt auf die nächste Stufe. Frag die Fahrpläne im Zweifel am Infopoint auf der Piazza Maggiore nach, statt dich auf Angaben aus dem Netz zu verlassen.

Der Colle della Guardia ist nur der bekannteste jener Hügel, die südlich direkt an die Altstadt stoßen. Auf halber Höhe liegt San Michele in Bosco, ein ehemaliger Klosterkomplex, dessen Vorplatz die klassische Ansicht Bolognas bietet: Türme, Kuppeln und rote Dächer, dahinter die flache Ebene bis zum Horizont. Wer mehr Grün will, geht in den Parco Villa Ghigi, der gleich hinter der Porta San Mamolo beginnt und nach wenigen Minuten in Wiesen und Obstbaumreihen übergeht. Beide Ziele erreichst du aus der Altstadt zu Fuß, brauchst dafür aber einen halben Tag und Schuhe, die auch auf feuchtem Lehm halten.

Aktivitäten & Touren in Bologna

Rundgang & Tagesplan

Bologna an einem Tag – ein Rundgang durch die Altstadt

Vom Bahnhof bis zur Piazza Maggiore läufst du eine Viertelstunde, und mit dieser einen Strecke hast du die halbe Altstadt bereits durchquert.

Starte vor acht auf der Piazza Maggiore, solange sie noch den Bologneser Frühaufstehern gehört. Erst San Petronio mit der Meridianlinie, dann quer über die Piazza del Nettuno zum Neptun, danach in den Palazzo d'Accursio zur Salaborsa und, wenn geöffnet, hinauf auf die Torre dell'Orologio für die Übersicht über die gesamte Route. Anschließend hinter die Basilika in den Archiginnasio: Wappenhöfe, Teatro Anatomico, zehn Minuten Aufenthalt reichen nicht, zwanzig schon. Danach bist du bereit für den Teil, der gefährlich wird, weil man dort selten mit leeren Händen wieder herauskommt.

Vom Archiginnasio sind es zweihundert Meter ins Quadrilatero, das alte Marktviertel östlich der Piazza. Via Pescherie Vecchie, Via Drapperie, Via Caprarie – hier liegen Fisch auf Eis, Mortadelle im Fenster und Parmigiano-Laibe in Türmen, und zwischen den Ständen sitzen die ersten Leute schon vormittags mit einem Glas Pignoletto. Bieg in die Via Clavature ab und geh in Santa Maria della Vita, um den Compianto zu sehen, bevor du weiterisst. Für einen schnellen Mittagsteller funktioniert der Mercato di Mezzo, für ein Tagliere aus Salumi und Käse die Weinbar bei Tamburini, für frische Pasta an der Theke die Sfoglia Rina an der Via Castiglione.

Nachmittags wird es ruhiger. An der Porta Ravegnana mit den Due Torri führt derzeit ein Umweg um die Absperrung an der Garisenda herum; dahinter geht es in die Via Santo Stefano, unter Arkaden und Adelspalästen hinunter zur dreieckigen Piazza und in den Komplex der Sette Chiese. Zurück Richtung Norden führt der Weg in die Zona Universitaria: Via Zamboni, Palazzo Poggi, die Piazza Verdi vor dem derzeit sanierten Teatro Comunale, und in der Via delle Belle Arti die Pinacoteca Nazionale, für die du zwei Stunden brauchst, wenn du sie ernst nimmst. Danach der kleine Umweg in die Via Piella zur Finestrella, dem Fenster auf den Canale delle Moline – auf dem Weg dorthin siehst du auch die kaum bekannte Kathedrale San Pietro an der Via dell'Indipendenza.

Am Abend kippt die Stadt in ihren zweiten Zustand. Zwischen sechs und acht füllen sich die Weinbars im Quadrilatero und die Tische in der Zona Universitaria, gegen halb neun wechselt alles zum Abendessen. Wer zwei Tage hat, nimmt am nächsten Morgen den Portikus nach San Luca, kommt mittags zurück und hängt nachmittags San Domenico, das Museo Civico Archeologico oder das MAMbo an, bevor es abends in die Via del Pratello geht. Drei Tage decken zusätzlich einen Ausflug nach Modena, Ferrara oder Ravenna ab, ohne dass du das Hotel wechseln musst – Bologna Centrale liegt eine Viertelstunde Fußweg vom Zentrum entfernt.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Bolognas Stadtviertel vom Quadrilatero bis zum Pratello

Die Altstadt ist klein genug, dass du zwischen zwei Vierteln nie länger als zehn Minuten läufst, und unterschiedlich genug, dass sich der Wechsel lohnt.

Piazza Maggiore
Piazza Maggiore

Das Centro Storico rund um die Piazza Maggiore ist der Teil, den alle zuerst sehen: San Petronio, die kommunalen Paläste, der Neptun, dazu die Einkaufsachse der Via dell'Indipendenza vom Bahnhof herunter und die Via Ugo Bassi und Via Rizzoli quer dazu. Diese drei Straßen bilden das sogenannte T, das an Wochenenden zeitweise komplett den Fußgängern gehört. Wer zum ersten Mal in Bologna ist, wohnt hier am praktischsten, weil alles in Gehweite liegt – und nimmt dafür in Kauf, dass es tagsüber die vollste Ecke der Stadt ist.

Östlich der Piazza beginnt mit dem Quadrilatero der historische Marktbezirk, ein Geflecht enger Gassen, in denen die mittelalterlichen Zunftnamen noch an den Straßenschildern stehen: Fischhändler, Tuchmacher, Goldschmiede. Heute reihen sich dort Salumerie, Käseläden, Weinbars und der Mercato di Mezzo aneinander, ab dem späten Nachmittag steht das halbe Viertel mit Gläsern auf der Gasse. Südlich davon liegt Santo Stefano, die stillere und elegantere Gegend, mit der dreieckigen Piazza vor den Sette Chiese, langen Arkadenzügen entlang der Via Santo Stefano und der Via Castiglione, Antiquariaten und wenig Durchgangsverkehr.

Nordöstlich schließt die Zona Universitaria an, das Viertel um die Via Zamboni, in dem die älteste Universität Europas ihre Institute, Museen und Bibliotheken hat. Tagsüber laufen dort Studierende zwischen Vorlesungen, abends sitzen sie auf dem Pflaster der Piazza Verdi; dazwischen liegen die Pinacoteca Nazionale, das Teatro Comunale und einige der ehrlichsten Trattorien der Stadt. Ganz anders im Westen: Rund um die Via del Pratello reihen sich Osterien, Bars und Clubs in einer Straße, die ihre linke und widerständige Tradition offen trägt – am 25. April, dem Tag der Befreiung, wird sie zur Festmeile.

Zwei Gegenden fehlen im Standardprogramm. Saragozza im Südwesten ist ein Wohnviertel mit Alltagsleben, in dem an der Porta Saragozza der Portikus nach San Luca beginnt und die Stadt in die Hügel übergeht. Und nördlich der Gleise liegt die Bolognina, das ehemalige Arbeiterviertel, das heute das vielfältigste der Stadt ist: Werkstätten neben Läden aus aller Welt, dazwischen das neue Rathausquartier und einige Adressen, für die Bologneser hierher fahren. Hübsch im klassischen Sinn ist die Bolognina nicht, interessant sehr wohl – und für ein Abendessen lohnt der Weg über die Fußgängerbrücke am Bahnhof.

Küche & Spezialitäten

Tortellini, Ragù und Mortadella – was in Bologna auf den Teller kommt

Man nennt die Stadt la grassa, die Fette, und das ist keine Übertreibung, sondern eine ziemlich präzise Beschreibung der Speisekarte.

Quadrilatero
Quadrilatero

Zwei Gerichte muss man auseinanderhalten. Tortellini kommen in Bologna in brodo, also in klarer Fleischbrühe, nicht in Sahne und nicht mit Sauce – die Füllung aus Schweinelende, Mortadella, Prosciutto, Parmigiano und Muskat ist so kräftig, dass alles andere sie zudecken würde. Tagliatelle al ragù wiederum sind das Original dessen, was die Welt Spaghetti Bolognese nennt und was es hier schlicht nicht gibt: Bandnudeln, weil das Ragù an ihnen haftet, Spaghetti nicht. Beide Rezepte sind bei der Handelskammer von Bologna hinterlegt worden, das Ragù 1982, und für die ideale Tagliatella liegt dort sogar ein goldenes Exemplar von acht Millimetern Breite im gekochten Zustand.

Daneben steht die Wurstplatte. Die Mortadella Bologna ist als g.g.A. geschützt (IGP), fein gebrüht, mit Pistazien oder ohne, und schmeckt frisch aufgeschnitten an der Theke anders als alles, was in Deutschland unter dem Namen verkauft wird. Dazu Prosciutto aus Parma, Culatello, Salame Rosa und ein Stück Parmigiano Reggiano in der passenden Reifestufe. Serviert wird das gern mit Crescentine, den frittierten, luftigen Teigkissen, die anderswo in der Emilia gnocco fritto heißen, oder mit Tigelle, den flachen Scheiben vom Apennin. Der Klassiker dazu ist Squacquerone, ein sehr weicher, milchsaurer Frischkäse, oft mit Feigenkonfitüre.

Der eigentliche Handwerksberuf hinter alldem ist die Sfoglina. Sie rollt die Sfoglia, den Eiernudelteig, mit dem langen Nudelholz von Hand aus, bis er durchscheinend ist – Maschinen liefern ein anderes Ergebnis, weil sie den Teig pressen statt zu strecken. In mehreren Läden der Altstadt kannst du dabei zusehen, das Schaufenster ist Teil des Geschäfts. Wer es selbst probieren will, bucht einen Pasta-Kurs, in dem Tagliatelle und Tortellini von Hand entstehen; die Kurse sind in kleinen Gruppen und meist Wochen vorher ausgebucht. Für den Einkauf funktionieren das Quadrilatero und der Mercato delle Erbe an der Via Ugo Bassi gleichermaßen, letzterer mit weniger Publikum und mehr Alltag.

Getrunken wird regional. Aus den Colli Bolognesi südlich der Stadt kommt der Pignoletto, ein trockener, oft leicht perlender Weißwein, der zu Salumi und frittiertem Teig genau richtig ist; aus der Romagna Sangiovese, aus dem benachbarten Modena der Lambrusco. Süß endet der Abend mit Torta di riso, einem flachen Reiskuchen, oder im Winter mit Certosino, dem dichten Bologneser Weihnachtskuchen aus Honig, Mandeln und kandierten Früchten. Und dann ist da noch das Eis: Bologna nimmt Gelato ernst, mehrere Betriebe in der Via Santo Stefano und der Via Castiglione produzieren täglich selbst – erkennbar an gedeckten Farben und abgedeckten Behältern statt bunter Türme.

Essen gehen

Restaurants in Bologna von der Osteria bis zur Weinbar

Die guten Adressen sind klein, und sie waren schon gestern voll – reserviere aus Deutschland, bevor du überhaupt packst.

Fang mit der ältesten an. Die Osteria del Sole im Vicolo Ranocchi, einer Sackgasse im Quadrilatero, schenkt seit 1465 ausschließlich Wein aus; Essen bringt man selbst mit, kauft es in den Läden ringsum und packt es auf die langen Holztische. Das ist kein Konzept für Touristen, sondern eine über Jahrhunderte gewachsene Gewohnheit, und der Raum ist entsprechend laut, eng und gemischt. Ein paar Schritte weiter, in der Via Caprarie, verbindet Tamburini seit 1932 Salumeria und Weinbar: vorne die Theke mit hängenden Mortadelle, daneben Tagliere, frische Pasta und ein Mittagsbetrieb, in dem sich Handwerker und Anzugträger nebeneinandersetzen.

Für den klassischen Abend gibt es drei Ebenen. Bürgerlich und traditionsreich ist das Ristorante Diana an der Via dell'Indipendenza, seit 1909 im Betrieb, mit weißen Tischdecken, den Klassikern der Stadtküche und dem Bollito-Wagen, der zwischen den Tischen herumgefahren wird. Kompromissloser und deutlich kleiner kocht All'Osteria Bottega am Rand des Pratello-Viertels hinter einer unscheinbaren Tür – emilianische Küche in ihrer strengsten Form, mit Produkten, deren Herkunft der Patron einzeln erklären kann. Und im Universitätsviertel steht die Trattoria Anna Maria seit 1985 für handgemachte Pasta, gerollt von Sfogline, deren Fotos an der Wand hängen.

Zwei Adressen fallen aus dem Raster. Die Drogheria della Rosa in der Via Cartoleria, südöstlich der Due Torri, residiert in einer ehemaligen Apotheke, samt Holzregalen und Apothekerschubladen; eine Karte gibt es kaum, der Patron kommt an den Tisch und erzählt, was heute da ist. Und die Trattoria di Via Serra in der Bolognina jenseits der Gleise hat sich mit sehr ruhiger, sehr präziser Regionalküche einen Ruf erarbeitet, der weit über die Stadt hinausreicht – dort solltest du Wochen im Voraus anfragen, nicht Tage. Für den schnellen Mittag ohne Reservierung funktionieren die Sfoglia Rina an der Via Castiglione, wo du die frische Pasta direkt an der Theke aussuchst, und die Stände im Mercato di Mezzo.

Ein paar Regeln erleichtern alles. Gegessen wird in Bologna spät, die Küchen öffnen abends selten vor halb acht, und nachmittags ist zwischen Mittagsschluss und Abendbeginn kaum eine Küche in Betrieb – in diesen Stunden bekommst du warm fast nichts. Viele Trattorien halten einen Ruhetag, häufig sonntags oder montags, und im August schließt ein Teil der Häuser für die Betriebsferien. Auf der Rechnung stehen coperto für Gedeck und Brot; Trinkgeld ist unüblich, das Aufrunden reicht. Und wenn du auf einer Karte Spaghetti Bolognese findest, bist du im falschen Lokal – in einer bolognesischen Küche ist das kein Gericht, sondern ein Missverständnis.

Restaurants in Bologna

Alle 8 Restaurants
Übernachten

Hotels in Bologna und die richtige Lage für deinen Aufenthalt

Die Altstadt ist so kompakt, dass die Lagefrage weniger über die Wege entscheidet als über die Lautstärke am Abend.

Die erste Adresse der Stadt ist das Grand Hotel Majestic già Baglioni an der Via dell'Indipendenza, ein Fünf-Sterne-Haus in einem Seminarpalast des 18. Jahrhunderts, wenige Minuten von der Piazza Maggiore und mit Fresken, die älter sind als das Hotel. Eine Etage darunter, aber mitten im Geschehen, liegen mehrere Boutique-Häuser: das Hotel Corona d'Oro in einem Stadtpalais nahe den Due Torri, in dem sich acht Jahrhunderte Bausubstanz übereinanderschichten, das familiengeführte Art Hotel Orologio in einer stillen Fußgängergasse direkt hinter dem Rathaus und das Art Hotel Commercianti in einem Haus des 12. Jahrhunderts an der Flanke von San Petronio.

Wer es ruhiger will, geht ein paar hundert Meter nach Süden oder Osten. Das Hotel Touring am Südrand der Altstadt ist ein familiengeführtes Drei-Sterne-Haus mit Dachterrasse, von der du gleichzeitig die Türme und den Hügel von San Luca siehst. Das Hotel Porta San Mamolo liegt um einen begrünten Innenhof in einer stillen Gasse, kurz bevor die Stadt in die Hügel übergeht – ideal, wenn du morgens ohnehin nach oben willst. Und das Hotel Metropolitan in einer Seitenstraße der Via dell'Indipendenza kombiniert Designzimmer mit Innenhof und Dachterrasse, ohne dass du dafür aus dem Zentrum hinausmusst.

Für Bahnreisende und Messebesucher gilt eine andere Rechnung. Das Royal Hotel Carlton an der Via Montebello liegt auf halbem Weg zwischen Bologna Centrale und der Altstadt und ist groß genug, um auch kurzfristig noch Zimmer zu haben. Das I Portici Hotel in einem Jugendstil-Palazzo von 1905 verbindet beides: Arkaden, die dich trockenen Fußes zur Piazza Maggiore führen, und einen kurzen Weg zum Bahnhof. Das Messegelände im Norden erreichst du von beiden Häusern mit dem Bus – und genau dort liegt der Punkt, den die meisten unterschätzen.

Bologna ist Messestadt, und die Termine bestimmen die Preise stärker als die Saison. Zur Kosmetikmesse im Frühjahr, zur Kinderbuchmesse, zur Baukeramikmesse im Herbst und zur Kunstmesse im Winter sind die Häuser im Zentrum früh ausgebucht und die Raten ein Vielfaches des Normalen; in derselben Woche ohne Messe zahlst du einen Bruchteil. Prüfe vor der Buchung den Messekalender von BolognaFiere, egal ob du hin willst oder nicht. Zweiter Punkt: Hotels in der Altstadt haben so gut wie nie eigene Stellplätze, und die Zufahrt ist kameraüberwacht – kläre die Anfahrt vorab mit dem Haus, statt vor Ort zu improvisieren.

Hotels in Bologna

Alle 9 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Bologna und unterwegs in der Stadt

Bologna Centrale ist der wichtigste Eisenbahnknoten Italiens, und der Flughafen liegt so nah, dass die Anfahrt kaum ins Gewicht fällt.

Der Flughafen Guglielmo Marconi liegt rund sechs Kilometer nordwestlich der Innenstadt und wird aus mehreren deutschen Städten direkt angeflogen. Vom Terminal fährt die Einschienenbahn Marconi Express in gut sieben Minuten zum Hauptbahnhof Bologna Centrale; von dort läufst du in einer Viertelstunde zur Piazza Maggiore, immer unter Arkaden. Tickets gibt es an den Automaten im Terminal und am Bahnhof, für die Rückfahrt lohnt es, den Zeitpuffer großzügig zu nehmen, weil die Sicherheitskontrolle am Marconi zu Stoßzeiten spürbar länger dauert als die Fahrt selbst.

Mit der Bahn kommst du aus Deutschland über den Brenner: EuroCity ab München über Verona, je nach Zug direkt bis Bologna oder mit einem Umstieg in Verona, insgesamt rund sieben bis acht Stunden. Aus dem Westen und Norden führt der Weg meist über Mailand, von dort ist Bologna in gut einer Stunde erreicht. Auch ein Nachtzug Richtung Rom bedient die Strecke, die genaue Linienführung ändert sich jedoch zwischen den Fahrplanperioden – prüfe sie vor der Buchung. Innerhalb Italiens ist Bologna Centrale der Dreh- und Angelpunkt schlechthin: Florenz liegt gut eine halbe Stunde entfernt, Mailand und Venedig rund eine Stunde bis anderthalb, Rom knapp über zwei.

Mit dem Auto rechnest du ab München über Brenner, Verona und Modena mit etwa sieben Stunden, dazu österreichische und italienische Maut. In die Altstadt fährst du damit allerdings nicht: Das Zentrum ist eine kameraüberwachte ZTL, jede unberechtigte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet, und die Bescheide erreichen dich in Deutschland zuverlässig. Steuere von vornherein ein Parkhaus am Rand des Zentrums an oder stell den Wagen an einem Park-and-Ride-Platz ab und fahr mit dem Bus hinein. An Wochenenden kommt hinzu, dass die drei Hauptstraßen Via Ugo Bassi, Via Rizzoli und Via dell'Indipendenza zeitweise komplett für Fußgänger gesperrt werden.

In der Stadt selbst brauchst du kein Verkehrsmittel. Die Altstadt ist flach, kompakt und überdacht, und die längste Strecke, die du üblicherweise gehst, ist die vom Bahnhof zur Piazza Maggiore. Für San Luca, die Messe oder die Bolognina fahren Stadtbusse des regionalen Betreibers; eine erste Straßenbahnlinie ist im Bau, weshalb an einigen Achsen mit Baustellen zu rechnen ist. Ein Hinweis noch zum Bahnhof: Vor dem Westflügel steht die Uhr auf 10:25, und in der Wartehalle ist eine aufgerissene Wand erhalten. Beides erinnert an den Bombenanschlag vom 2. August 1980, bei dem 85 Menschen starben – für die Stadt bis heute ein zentrales Datum.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge & Extratage

Tagesausflüge ab Bologna und Tipps für den dritten Tag

Kaum eine europäische Stadt liefert so viele lohnende Ziele innerhalb einer Zugstunde, und abends bist du zum Essen zurück.

Portico di San Luca
Portico di San Luca

Die naheliegendsten vier liegen alle an der Bahn. Modena, in rund zwanzig Minuten erreichbar, hat mit Dom und Ghirlandina-Turm ein romanisches Ensemble von Weltrang, dazu die überdachte Markthalle Albinelli, die Acetaie mit ihrem über Jahre eingekochten Aceto Balsamico Tradizionale und unweit des Bahnhofs das Museo Enzo Ferrari. Parma steht für Prosciutto, Parmigiano und das Baptisterium aus rosa Veroneser Marmor. Ferrara ist in einer halben Stunde erreicht, eine Renaissancestadt mit wassergefülltem Burggraben mitten im Zentrum und einem der besterhaltenen Stadtmauerringe Italiens. Und Ravenna zeigt in acht frühchristlichen Bauwerken Mosaiken, für die man sonst nach Istanbul fahren müsste – dazu das Grab Dantes, der dort 1321 starb.

Weiter gedacht, geht auch mehr. Florenz erreichst du mit dem Hochgeschwindigkeitszug in gut einer halben Stunde, was Bologna zu einer ernsthaften Alternative als Übernachtungsort für die Toskana macht. An die Adria sind es rund eine Stunde bis Rimini. Wer ein Auto hat, fährt in die Colli Bolognesi zu den Weingütern des Pignoletto oder nach Dozza, wo die Fassaden des Dorfes seit den 1960er-Jahren von eingeladenen Künstlern bemalt werden und in der Rocca die regionale Enothek liegt. Für Motorsportfans beginnt die Motor Valley übrigens direkt am Stadtrand: In Borgo Panigale liegen Werk und Museum von Ducati, in Sant'Agata Bolognese die von Lamborghini.

Ein dritter Tag in der Stadt selbst lohnt genauso. Das MAMbo in der ehemaligen städtischen Großbäckerei zeigt moderne Kunst und die Sammlung Giorgio Morandis, des Bologneser Malers stiller Flaschenstillleben; seine Wohnung in der Via Fondazza ist eingeschränkt zu besichtigen. Die Certosa im Westen, ein Kartäuserkloster, das seit 1801 monumentaler Friedhof ist, gehört zu den bemerkenswertesten Grabstättenkomplexen Italiens und kostet keinen Eintritt. Und im Süden der Altstadt öffnen sich die Giardini Margherita, Bolognas großer Stadtpark von 1879, in dessen restaurierten Gewächshäusern heute Café und Veranstaltungen untergebracht sind.

Wer die Reise nach einem Termin plant, hat Auswahl. Im Winter zieht die Kunstmesse Arte Fiera Publikum in die Stadt, im Frühjahr die Kinderbuchmesse, im Herbst die Baukeramikmesse. Rund um Christi Himmelfahrt kommt die Ikone von San Luca in einer Prozession in die Stadt, am 25. April feiert das Pratello den Tag der Befreiung auf der Straße. Im Sommer läuft das Filmfestival der Cineteca, und über Wochen werden abends kostenlose Freiluftvorstellungen auf der Piazza Maggiore gezeigt – Leinwand vor San Petronio, Stühle bis zum Neptun. Im Dezember zieht sich schließlich der Weihnachtsmarkt Santa Lucia unter den Portikus der Servi-Basilika an der Strada Maggiore, einer der ältesten Italiens.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Bologna – und welches zu dir passt

Centro StoricoCentro StoricoDer Kern um die Piazza Maggiore mit San Petronio, den kommunalen Palästen und dem Neptunbrunnen, dazu die Einkaufsachsen Via dell'Indipendenza, Via Ugo Bassi und Via Rizzoli. Für Erstbesucher die bequemste Basis, weil alles in Gehweite liegt – und tagsüber die vollste Ecke der Stadt.Ideal für: Erste Orientierung1–2 TageQuadrilateroQuadrilateroDas alte Marktviertel östlich der Piazza, wo die Gassen bis heute nach den mittelalterlichen Zünften heißen. Salumerie, Käseläden, Fischstände, der Mercato di Mezzo und die Weinbars, in denen ab dem späten Nachmittag das halbe Viertel mit einem Glas auf der Gasse steht.Ideal für: Markt & Aperitivo½ TagSanto StefanoSanto StefanoDie stillere, elegantere Seite der Altstadt. Vor dem Komplex der Sette Chiese öffnet sich eine dreieckige Piazza, ringsum reihen sich Adelspaläste, Antiquariate und lange Arkadenzüge entlang der Via Santo Stefano und der Via Castiglione, mit wenig Durchgangsverkehr.Ideal für: Kirchen & Antiquariate½ TagZona UniversitariaZona UniversitariaRund um die Via Zamboni hat die älteste Universität Europas ihre Institute, Museen und Bibliotheken. Tagsüber Studierende zwischen Vorlesungen, abends die Piazza Verdi voller Leute auf dem Pflaster, dazwischen Pinacoteca Nazionale, Teatro Comunale und ehrliche Trattorien.Ideal für: Museen & Studentenleben½–1 TagPratelloPratelloDie Via del Pratello im Westen der Altstadt reiht Osterien, Bars und Clubs aneinander und trägt ihre widerständige Tradition offen. Am 25. April, dem Tag der Befreiung, wird die ganze Straße zur Festmeile. Rau, laut und der Ort, an dem Bologna abends am wenigsten poliert wirkt.Ideal für: Abends ausgehen1 AbendSaragozzaSaragozzaWohnviertel südwestlich des Zentrums mit Alltagsleben statt Sehenswürdigkeiten. An der Porta Saragozza beginnt der Portikus mit den 666 Bögen hinauf nach San Luca, dahinter geht die Stadt in die grünen Hügel über – die ruhigste Adresse, wenn du morgens ohnehin nach oben willst.Ideal für: Arkaden & Hügel½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Bologna im Jahreslauf

Bologna liegt am Südrand der Po-Ebene, und das Klima folgt der Ebene mehr als dem Mittelmeer – schwüle Sommer, neblige Winter, zwei sehr gute Übergangszeiten.

Das Wetter in Bologna ist kontinental geprägt: heiße, feuchte Sommer mit Werten um oder über 30 Grad, kalte Winter mit Nebeltagen und Nachtfrost, dazwischen ein warmes Frühjahr und ein langer, milder Herbst. Weil die Stadt so kompakt ist und du fast überall unter Arkaden gehst, spielen Regen und Sonne eine kleinere Rolle als anderswo – entscheidender sind Hitze im Juli und August, die Betriebsferien um Ferragosto und der Messekalender, der die Hotelpreise mehrmals im Jahr in die Höhe treibt.

Jan6°0°kalt und neblig, Tortellini in brodo
Feb8°1°still, Museen und Kunstmesse
Mär13°4°erste warme Tage, Messebetrieb
Apr18°8°mild und grün, ideal für San Luca
Mai23°12°beste Terrassenabende, Prozession
Jun28°16°warm, Freiluftkino beginnt
Jul31°19°heiß und schwül, Schatten unter Bögen
Aug30°19°viele Osterien in Betriebsferien
Sep25°15°warm, Stadt wieder im Betrieb
Okt19°11°goldenes Licht, Trüffel im Apennin
Nov12°5°Nebel, Markthallen und Pinacoteca
Dez7°1°Santa-Lucia-Markt unter den Arkaden

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Bologna sind April und Mai sowie September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 25 Grad, der Aufstieg nach San Luca ist ohne Hitzeschlacht machbar, die Osterien haben alle geöffnet, und die Tische stehen abends draußen. Der Juni funktioniert noch gut, wird aber bereits schwül; Juli und August sind heiß, feucht und um Ferragosto von Betriebsferien geprägt. Winter heißt Nebel und Kälte, hat mit Tortellini in brodo, leeren Museen und niedrigen Zimmerpreisen aber ein sehr eigenes Argument – solange keine Messe läuft.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Bologna

Wie viele Tage sollte man für Bologna einplanen?
Zwei volle Tage decken das Zentrum ordentlich ab: einen für Piazza Maggiore, Archiginnasio, Quadrilatero, Due Torri und Santo Stefano, einen zweiten für den Portikus nach San Luca plus Pinacoteca oder MAMbo. Der dritte Tag ist der lohnendste, weil du ihn frei verteilen kannst – entweder auf die Certosa, die Giardini Margherita und die Bolognina oder auf einen Zug nach Modena, Ferrara oder Ravenna.
In welchem Viertel wohnt man in Bologna am besten?
Im Centro Storico rund um die Piazza Maggiore liegst du zu allem in Gehweite, hast aber tagsüber die vollste Gegend vor der Tür. Santo Stefano im Südosten ist die ruhigere, elegantere Variante mit denselben kurzen Wegen. Für Bahnreisende und Messegäste lohnt der Streifen zwischen Bahnhof und Altstadt entlang der Via dell'Indipendenza. Vom Pratello mit seinen Bars solltest du nur schlafen, wenn dich Nachtlärm nicht stört.
Braucht man in Bologna ein Auto?
Nein, und es ist sogar hinderlich. Die Altstadt ist eine kameraüberwachte ZTL, jede unberechtigte Einfahrt wird einzeln abgerechnet, Hotels haben fast nie eigene Stellplätze, und an Wochenenden sind die drei Hauptstraßen zeitweise ganz für Fußgänger reserviert. Innerhalb der Mauern läufst du überall zu Fuß hin. Ein Mietwagen lohnt nur, wenn du in die Colli Bolognesi oder in die kleineren Orte des Apennin willst – und dann erst ab dem Tag, an dem du ihn brauchst.
Wie kommt man am besten zum Santuario di San Luca?
Zu Fuß von der Porta Saragozza durch den Portikus mit seinen 666 Bögen, knapp vier Kilometer und rund zweihundert Höhenmeter, dafür komplett überdacht. Rechne mit einer knappen Stunde. Wer den Anstieg vermeiden will, nimmt einen Stadtbus bis in die Nähe des Meloncello, den saisonalen Touristen-Shuttle ab dem Zentrum oder ein Taxi bis zur Kirche und geht anschließend durch den Portikus wieder hinunter.
Muss man in Bologna Restaurants vorab reservieren?
Für alles Bekannte ja. Die guten Trattorien und Osterien haben zwischen zwanzig und vierzig Plätze und sind an Wochenenden Tage bis Wochen vorher ausgebucht; für die Adressen mit überregionalem Ruf reserviert man früher als das Hotelzimmer. Spontan funktionieren die Weinbars und Stände im Quadrilatero, der Mercato di Mezzo und die Pasta-Theken für den Mittagstisch. Beachte außerdem die Ruhetage, meist sonntags oder montags.
Ist Bologna eine teure Städtereise?
Im Vergleich zu Florenz, Venedig oder Mailand deutlich moderater, weil Bologna in erster Linie eine Arbeits- und Universitätsstadt ist und nicht vom Tourismus lebt. Essen und Übernachten liegen etwa auf dem Niveau einer deutschen Großstadt. Den Ausschlag gibt der Termin: In Messewochen vervielfachen sich die Hotelraten im Zentrum, während dieselben Häuser in einer gewöhnlichen Woche im November oder Februar günstig sind.
Wann ist Bologna wegen Messen ausgebucht?
Bologna ist eine der wichtigsten Messestädte Italiens, und mehrere große Termine verteilen sich übers Jahr – Kunstmesse im Winter, Kosmetik- und Kinderbuchmesse im Frühjahr, Baukeramik im Herbst. In diesen Wochen sind Hotels im Zentrum früh voll und die Preise ein Vielfaches. Ein Blick in den Kalender von BolognaFiere vor der Buchung spart dir mehr Geld als jede Preisvergleichsseite.
Was kann man in Bologna bei Regen machen?
Weiterlaufen. Die Altstadt ist auf knapp vierzig Kilometern überdacht, du kommst vom Bahnhof bis zur Piazza Maggiore und weiter bis nach San Luca, ohne nass zu werden. Dazu kommen Innenräume für jedes Wetter: Pinacoteca Nazionale, Museo Civico Archeologico, MAMbo, die Salaborsa mit den römischen Ausgrabungen unter Glas, der Archiginnasio mit dem Teatro Anatomico und die Markthallen.
Wo hat man in Bologna den besten Blick über die Stadt?
Solange die Türme gesperrt sind, führen drei Wege nach oben. Die Torre dell'Orologio am Palazzo d'Accursio liefert den Blick senkrecht auf die Piazza Maggiore. Der Vorplatz von San Michele in Bosco am Südhang zeigt die klassische Ansicht mit Türmen, Kuppeln und Ziegeldächern. Und von der Terrasse am Santuario di San Luca überblickst du die Po-Ebene. Dazu kommen die Dachterrassen einiger Altstadthotels.
Ist Bologna für Vegetarier geeignet?
Besser, als der Ruf der Stadt vermuten lässt. Tortelloni mit Ricotta und Spinat in Butter und Salbei sind hier Standard, dazu gibt es Crescentine und Tigelle mit Squacquerone-Frischkäse, Friggione aus geschmorten Zwiebeln und Tomaten sowie eine breite Auswahl an Käse. Vorsicht bei Brühen und Saucen, die oft auf Fleischbasis angesetzt sind – frag im Zweifel nach, das ist völlig üblich.
Was nimmt man aus Bologna mit nach Hause?
Parmigiano Reggiano am Stück in der Reifestufe deiner Wahl, vakuumiert direkt an der Theke, dazu Aceto Balsamico Tradizionale aus Modena, trockene Eiernudeln, Pignoletto aus den Colli Bolognesi und ein Glas Zwiebelconfit. Mortadella und andere Wurstwaren hältst du auf der Rückreise besser gekühlt. Die Läden im Quadrilatero und der Mercato delle Erbe an der Via Ugo Bassi sind die naheliegenden Adressen.
Lohnt sich Bologna mit Kindern?
Ja, weil die Stadt flach, kompakt und überdacht ist und man nicht ständig Wege zurücklegt. Kinder mögen den Neptunbrunnen, das Flüsterexperiment im Voltone des Palazzo del Podestà, die Fenstergasse zum Kanal in der Via Piella und die Markthallen. Der Portikus nach San Luca ist mit Kinderwagen anstrengend, mit größeren Kindern aber machbar. Für Nachmittage funktionieren die Giardini Margherita mit Spielflächen und Bootsteich.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Bologna – die schiefen Türme von Asinelli bis San Petronio in einem Tag

Beginne früh auf der Piazza Maggiore und steige rechtzeitig auf den Asinelli-Turm – die Tickets sind limitiert und oft Tage im Voraus ausgebucht. Der Aufstieg zur Madonna di San Luca lohnt am späten Nachmittag.

Übernachten

Hotels in Bologna – unter den Arkaden der Altstadt fünf Minuten zu Fuß zur Piazza Maggiore

Im Centro Storico und am Quadrilatero wohnst du fußläufig zu allem, dafür laut und teuer. Ruhiger schläft es sich rund um Santo Stefano; die Zona Universitaria ist günstig und lebendig für jüngere Reisende.

Genießen

Restaurants in Bologna – Tortellini, Ragù & Mortadella la grassa macht ihrem Beinamen alle Ehre

Bologna isst Tortellini in brodo, Tagliatelle al ragù und Mortadella – am ehrlichsten in den Salumerie und Trattorien des Quadrilatero und entlang der Via Pratello, wo abends die Stadt aperitivo trinkt.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Bologna – Markt & Portici durchs Quadrilatero und hinauf zu San Luca

Ein Pasta-Kurs bei einer sfoglina zeigt, wie Tortellini von Hand gefaltet werden; Food-Touren durch das Quadrilatero verbinden Käse, Wein und Markthallen. Wer Höhenmeter mag, läuft die Arkaden bis San Luca hinauf.

BolognaUnter den Arkaden der Via Santo Stefano riecht es am Morgen nach Espresso und nassem Backstein, und über den Ziegeldächern stehen zwei Türme schief im ersten Licht.

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