Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bologna
Fast alles Wichtige liegt in einem Kreis von einem Kilometer um die Piazza Maggiore, und du läufst ihn bei jedem Wetter unter Arkaden ab.
Die Piazza Maggiore ist seit dem 13. Jahrhundert das Wohnzimmer der Stadt und funktioniert bis heute genau so: Leute sitzen auf den Stufen von San Petronio, Kinder rennen über den Crescentone, die leicht erhöhte Steinplatte in der Mitte. Die Basilica di San Petronio wurde ab 1390 gebaut und blieb an der Fassade unvollendet – unten heller Marmor, darüber nackter Backstein, ein Bauwerk, das seine eigene Geschichte offenlegt. Im Inneren zieht Giovanni Domenico Cassinis Meridianlinie von 1655 als Messingband knapp 67 Meter schräg über den Boden, die längste ihrer Art in einem Innenraum; durch ein Loch im Gewölbe wandert um die Mittagszeit ein Sonnenfleck darüber. Sehenswert ist außerdem die Cappella dei Re Magi mit dem Freskenzyklus von Giovanni da Modena aus dem frühen 15. Jahrhundert.
Wenige Schritte weiter steht auf der Piazza del Nettuno Giambolognas Neptun aus den 1560er-Jahren, den die Bologneser il Gigante nennen; sein Dreizack diente später als Vorlage für das Markenzeichen von Maserati, das in Bologna gegründet wurde. Im Palazzo d'Accursio dahinter liegt die Biblioteca Salaborsa, eine öffentliche Bibliothek mit Glasboden, unter dem die Ausgrabungen des römischen Bononia zu sehen sind – Eintritt frei, auch wenn du kein Buch brauchst. Aus demselben Palast führt der Aufgang zur Torre dell'Orologio, die nach ihrer Restaurierung wieder begehbar ist und den Blick senkrecht auf den Platz liefert. Gegenüber im Palazzo del Podestà lohnt der Voltone, die überwölbte Kreuzung unter dem Turm: Stell dich in eine Ecke, schick jemanden in die diagonal gegenüberliegende und flüstere gegen den Stein – die Akustik trägt jedes Wort quer durch den Raum.
Direkt hinter San Petronio beginnt der Archiginnasio von 1563, bis 1803 Hauptsitz der Universität und heute Stadtbibliothek. Höfe, Gänge und Treppenaufgänge sind über und über mit den gemalten Wappen ehemaliger Studenten bedeckt, im ersten Stock liegt das Teatro Anatomico von 1637: ein vollständig holzvertäfelter Hörsaal mit dem Seziertisch aus Marmor in der Mitte und den Spellati, zwei häutelosen Figuren, die das Katheder tragen. Nach der Bombardierung im Januar 1944 wurde der Saal aus geborgenen Originalteilen wieder aufgebaut. Ein paar Gassen östlich stehen an der Porta Ravegnana die Due Torri, und noch einmal fünf Minuten weiter öffnet sich die dreieckige Piazza Santo Stefano vor dem Komplex der Sette Chiese, dessen Höfe und Kreuzgänge du ohne Eintritt durchwandern kannst.
Drei Stücke übersehen die meisten Besucher. In der Via Clavature, mitten im Marktviertel, steht in der Kirche Santa Maria della Vita der Compianto sul Cristo morto von Niccolò dell'Arca aus dem 15. Jahrhundert – eine Gruppe lebensgroßer Tonfiguren in einem Ausbruch von Entsetzen, den Gabriele D'Annunzio als Schrei aus Stein beschrieb. In der Basilica di San Domenico birgt die Arca di San Domenico Skulpturen mehrerer Bildhauer, drei davon vom jungen Michelangelo. Und in der Via delle Belle Arti hängt in der Pinacoteca Nazionale Malerei aus sieben Jahrhunderten, von Giottos Bologneser Polyptychon über die emilianischen Carracci bis zu Guido Reni. Wer sich für die Anfänge interessiert, geht ins Museo Civico Archeologico an der Via dell'Archiginnasio, wo die Funde aus dem etruskischen Felsina lagern, aus dem Bologna hervorgegangen ist.










































