Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rom
Zwischen Kolosseum und Petersdom liegen keine fünf Kilometer Luftlinie und rund zweitausend Jahre.
Das Kolosseum ist der Anfang, und zwar nicht nur chronologisch. Vespasian ließ das Amphitheater ab den 70er-Jahren des 1. Jahrhunderts auf dem trockengelegten Privatsee von Neros Palast errichten, sein Sohn Titus weihte es ein – ein politisches Statement in Travertin, das dem Volk zurückgab, was ein Kaiser sich genommen hatte. Von den vier ursprünglichen Rängen steht heute noch genug, um die Dimension zu begreifen; ins freigelegte Untergeschoss schaust du von den Rängen hinunter auf die Gänge und Aufzugschächte, durch die Tiere und Kulissen nach oben kamen. Gleich nebenan zieht sich das Forum Romanum als Trümmerfeld dahin, das ohne Erklärung schwer zu lesen ist – Kolosseum, Forum und Palatin gehören zu einem Ticket und funktionieren nur zusammen.
Im Centro Storico wechselt die Epoche alle paar Schritte. Das Pantheon aus der Zeit Kaiser Hadrians trägt die größte unbewehrte Betonkuppel der Welt, und durch den neun Meter breiten Oculus fällt ein Lichtkegel, der im Lauf des Tages über Wände und Boden wandert; bei Regen fällt Wasser hinein und läuft durch Öffnungen im Marmorboden ab. Seit 2023 wird für den Besuch Eintritt verlangt, Zeitfenster lassen sich online buchen. Fünf Gehminuten weiter öffnet sich die Piazza Navona auf dem Grundriss von Domitians antikem Stadion – daher die langgezogene Form –, mit Berninis Vierströmebrunnen in der Mitte und Borrominis geschwungener Fassade von Sant'Agnese in Agone an der Längsseite. Der Trevi-Brunnen, 1762 vollendet, liegt zehn Minuten östlich und gehört zu den wenigen Orten, an denen der Andrang rund um die Uhr kaum nachlässt – auch um Mitternacht steht hier noch eine Traube Menschen am Becken.
Nördlich davon beginnt das Tridente, benannt nach den drei Straßen, die wie eine Gabel von der Piazza del Popolo ausgehen. Auf dem Platz steht der Flaminio-Obelisk, den Augustus aus Heliopolis nach Rom bringen ließ, flankiert von zwei fast identischen Kuppelkirchen. In Santa Maria del Popolo hängen in der Cerasi-Kapelle zwei Hauptwerke Caravaggios, die Bekehrung des Saulus und die Kreuzigung Petri – Eintritt kostenlos, ein Münzautomat schaltet das Licht ein. Von dort führt die Via del Babuino zur Spanischen Treppe, deren 135 Stufen sich seit 1725 zur Kirche Trinità dei Monti hinaufschwingen. Setzen darfst du dich dort seit 2019 nicht mehr, die Stadt verhängt dafür Bußgelder; die Treppe ist eine Passage, kein Aufenthaltsort.
Und dann die Kunst, die man leicht übersieht. Die Galleria Borghese in der Villa des Kardinals Scipione Borghese zeigt auf zwei Etagen Berninis Marmorgruppen – Apoll und Daphne, der Raub der Proserpina, bei dem die Finger sichtbar ins Fleisch drücken – sowie mehrere Caravaggios; der Besuch ist nur mit vorab reserviertem Zeitfenster möglich und auf zwei Stunden begrenzt. Kostenlos zugänglich sind dagegen die großen Kirchen: In San Luigi dei Francesi hängt der komplette Matthäus-Zyklus Caravaggios, in San Pietro in Vincoli sitzt Michelangelos Moses, und in Sant'Ignazio malte Andrea Pozzo eine Kuppel an die flache Decke, die aus dem markierten Punkt im Mittelschiff täuschend echt gewölbt wirkt.










































