Stadt · Italien

Rom

Wer um sieben Uhr morgens über die Piazza Navona läuft, hört nur Wasser, Besen und die eigenen Schritte – drei Stunden später steht hier halb Europa.

6 Stadtviertel12 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine Rom-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April bis Juni sowie September und Oktober gelten als die angenehmsten Reisemonate: Die Temperaturen liegen zwischen 15 und 25 Grad, die Besucherzahlen sind moderat, und das Licht für Stadtfotografie ist besonders schön. Der Hochsommer (Juli/August) bringt Hitze über 35 Grad und volle Piazze, bietet aber auch Freiluftkonzerte und lange Abende. Der Winter ist mild und vergleichsweise ruhig – ideal für Museumstage ohne Gedränge.
Mobilität vor Ort
Das historische Zentrum Roms ist kompakt und lässt sich zu großen Teilen zu Fuß erkunden. Die Metro-Linien A und B verbinden wichtige Knotenpunkte, sind aber im Zentrum lückenhaft. Busse und Trams ergänzen das Netz.
Nahverkehr
Metro A verbindet Vatikan, Spanische Treppe und Termini; Linie B erschließt das Kolosseum. Ein 48- oder 72-Stunden-Ticket lohnt sich für mehrere Tage.
Vom Flughafen
Der Leonardo Express fährt vom Flughafen Fiumicino in 32 Minuten nach Roma Termini. Regionale Züge sind günstiger, halten aber öfter. Von Ciampino empfiehlt sich ein Shuttle-Bus.
Über Rom

Reisen nach Rom

Rom ist keine Stadt, die man abarbeitet, sondern eine, die sich in Schichten öffnet: Unter dem Pflaster liegt das Kaiserreich, über den Ruinen der Barock, und dazwischen kochen Trattorien seit Generationen dieselben vier Pastagerichte. An einem Vormittag stehst du im Kolosseum, das Vespasian und Titus im 1. Jahrhundert bauen ließen, mittags unter dem offenen Oculus des Pantheon und abends vor Berninis Vierströmebrunnen auf der Piazza Navona. Der Vatikan mit Petersdom und Sixtinischer Kapelle ist ein eigener Staat und ein eigener Reisetag; Monti, Trastevere und Testaccio sind die Viertel, in denen die Stadt Alltag bleibt – mit Markthallen, Weinbars und Carbonara ohne Sahne. Rechne mit drei bis fünf Tagen, mit festen Zeitfenstern für die großen Stätten und mit Schuhen, die Kopfsteinpflaster aushalten.

Rom – Karte
Reiseführer

Rom von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um sieben Uhr früh riecht die Via dei Coronari nach nassem Stein und Kaffee, die Rollläden der Bars gehen hoch, und ein Lieferwagen quetscht sich rückwärts durch eine Gasse, die schon für Pferdefuhrwerke zu eng war. Zwei Stunden später ist dieselbe Straße ein Fluss aus Menschen. Rom funktioniert nach dieser Uhr, und wer sie versteht, hat halb gewonnen. Die großen Stätten gehören dir vor neun und nach acht, dazwischen gehören sie allen. Die Stadt selbst nimmt das gelassen – sie hat rund zweitausendachthundert Jahre Übung darin, besucht zu werden.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rom

Zwischen Kolosseum und Petersdom liegen keine fünf Kilometer Luftlinie und rund zweitausend Jahre.

Das Kolosseum ist der Anfang, und zwar nicht nur chronologisch. Vespasian ließ das Amphitheater ab den 70er-Jahren des 1. Jahrhunderts auf dem trockengelegten Privatsee von Neros Palast errichten, sein Sohn Titus weihte es ein – ein politisches Statement in Travertin, das dem Volk zurückgab, was ein Kaiser sich genommen hatte. Von den vier ursprünglichen Rängen steht heute noch genug, um die Dimension zu begreifen; ins freigelegte Untergeschoss schaust du von den Rängen hinunter auf die Gänge und Aufzugschächte, durch die Tiere und Kulissen nach oben kamen. Gleich nebenan zieht sich das Forum Romanum als Trümmerfeld dahin, das ohne Erklärung schwer zu lesen ist – Kolosseum, Forum und Palatin gehören zu einem Ticket und funktionieren nur zusammen.

Im Centro Storico wechselt die Epoche alle paar Schritte. Das Pantheon aus der Zeit Kaiser Hadrians trägt die größte unbewehrte Betonkuppel der Welt, und durch den neun Meter breiten Oculus fällt ein Lichtkegel, der im Lauf des Tages über Wände und Boden wandert; bei Regen fällt Wasser hinein und läuft durch Öffnungen im Marmorboden ab. Seit 2023 wird für den Besuch Eintritt verlangt, Zeitfenster lassen sich online buchen. Fünf Gehminuten weiter öffnet sich die Piazza Navona auf dem Grundriss von Domitians antikem Stadion – daher die langgezogene Form –, mit Berninis Vierströmebrunnen in der Mitte und Borrominis geschwungener Fassade von Sant'Agnese in Agone an der Längsseite. Der Trevi-Brunnen, 1762 vollendet, liegt zehn Minuten östlich und gehört zu den wenigen Orten, an denen der Andrang rund um die Uhr kaum nachlässt – auch um Mitternacht steht hier noch eine Traube Menschen am Becken.

Nördlich davon beginnt das Tridente, benannt nach den drei Straßen, die wie eine Gabel von der Piazza del Popolo ausgehen. Auf dem Platz steht der Flaminio-Obelisk, den Augustus aus Heliopolis nach Rom bringen ließ, flankiert von zwei fast identischen Kuppelkirchen. In Santa Maria del Popolo hängen in der Cerasi-Kapelle zwei Hauptwerke Caravaggios, die Bekehrung des Saulus und die Kreuzigung Petri – Eintritt kostenlos, ein Münzautomat schaltet das Licht ein. Von dort führt die Via del Babuino zur Spanischen Treppe, deren 135 Stufen sich seit 1725 zur Kirche Trinità dei Monti hinaufschwingen. Setzen darfst du dich dort seit 2019 nicht mehr, die Stadt verhängt dafür Bußgelder; die Treppe ist eine Passage, kein Aufenthaltsort.

Und dann die Kunst, die man leicht übersieht. Die Galleria Borghese in der Villa des Kardinals Scipione Borghese zeigt auf zwei Etagen Berninis Marmorgruppen – Apoll und Daphne, der Raub der Proserpina, bei dem die Finger sichtbar ins Fleisch drücken – sowie mehrere Caravaggios; der Besuch ist nur mit vorab reserviertem Zeitfenster möglich und auf zwei Stunden begrenzt. Kostenlos zugänglich sind dagegen die großen Kirchen: In San Luigi dei Francesi hängt der komplette Matthäus-Zyklus Caravaggios, in San Pietro in Vincoli sitzt Michelangelos Moses, und in Sant'Ignazio malte Andrea Pozzo eine Kuppel an die flache Decke, die aus dem markierten Punkt im Mittelschiff täuschend echt gewölbt wirkt.

Sehenswürdigkeiten in Rom

Alle 12 Sehenswürdigkeiten
Antikes Rom

Kolosseum, Forum Romanum und Palatin ohne Anstehen

Ein Ticket, drei Orte, 24 Stunden – an dieser Regel hängt dein kompletter erster Tag.

Kolosseum
Kolosseum

Das Standardticket des Parco archeologico del Colosseo deckt Kolosseum, Forum Romanum und Palatin gemeinsam ab und gilt ab dem gebuchten Zeitfenster 24 Stunden, mit je einem Einlass pro Bereich. Gebucht wird über den offiziellen Vorverkauf, nicht über die erstbeste Anzeige – die Kontingente sind gedeckelt und in der Saison Tage im Voraus vergeben, während die Restkontingente an den Kassen vor Ort meist schon am Vormittag weg sind. Für die Arenaebene gibt es ein eigenes, teureres Zeitfenster-Ticket, für die unterirdischen Gänge zusätzlich eine Führung – beide sind noch schneller vergeben. Plane den Einlass ans Kolosseum entweder auf die erste Stunde nach Öffnung oder auf den späten Nachmittag; mittags stehst du in einer Schlange ohne Schatten.

Der klügere Ablauf ist andersherum als der übliche: erst Palatin, dann Forum, dann Kolosseum. Auf dem Palatin, dem Gründungshügel, stehst du zwischen den Fundamenten der Kaiserpaläste und hast von der Terrasse über dem Circus Maximus die beste Übersicht der ganzen Zone; hier oben ist es auch am ruhigsten, weil die meisten Gruppen unten anfangen. Von dort steigst du ins Forum Romanum hinab, gehst die Via Sacra entlang am Titusbogen, der Curia und dem Vestatempel vorbei und landest am Ende automatisch vor dem Kolosseum. Ohne Führung oder Audioguide bleibt das Forum allerdings ein Steinfeld – von den Gebäuden stehen selten mehr als Sockel und einzelne Säulen.

Antikes Rom hört an dieser Zone nicht auf. Die Kapitolinischen Museen auf dem von Michelangelo gestalteten Kapitolsplatz zeigen die kapitolinische Wölfin, den bronzenen Marc Aurel und den kolossalen Konstantinskopf; aus dem Tabularium im Untergeschoss blickst du durch antike Arkaden aufs Forum hinunter. Nebenan liegen die Kaiserforen mit den Mercati di Traiano, dem antiken Verwaltungs- und Ladenkomplex, der heute ein Museum ist. Südlich davon breiten sich die Caracalla-Thermen aus, ein Ziegelgerippe von enormer Höhe, in dessen Ruinen das Opernhaus im Sommer unter freiem Himmel spielt. Und das Pantheon ist ohnehin das besterhaltene antike Großbauwerk Roms, weil es seit dem 7. Jahrhundert ununterbrochen als Kirche in Gebrauch ist.

Wer noch tiefer will, verlässt die Innenstadt. Auf der Via Appia Antica liegen die originalen Basaltplatten der Straße von 312 v. Chr. noch im Boden, gesäumt von Grabmonumenten und Pinien; darunter verzweigen sich die Katakomben von San Callisto und San Sebastiano, die nur mit Führung zugänglich sind und im Sommer angenehm kühl bleiben. Sonntags ist ein Abschnitt für Autos gesperrt, dann fahren Römer mit dem Rad hinaus. Wenige Kilometer weiter östlich zieht der Parco degli Acquedotti die Bögen von gleich mehreren Aquädukten über eine offene Wiesenlandschaft – kein Museum, kein Ticket, sondern ein Stadtpark, in dem Jogger unter zweitausend Jahre alten Wasserleitungen laufen.

Vatikan

Der Vatikan in Rom mit Petersdom und Sixtinischer Kapelle

Der kleinste Staat der Welt misst rund einen halben Quadratkilometer und verlangt trotzdem einen ganzen Tag.

Petersdom und Vatikan
Petersdom und Vatikan

Der Petersdom kostet keinen Eintritt, und genau deshalb ist die Schlange so lang: Alle Besucher laufen durch dieselbe Sicherheitskontrolle unter Berninis Kolonnaden, und die Warteschlange kringelt sich vormittags quer über den Petersplatz. Sei kurz nach Öffnung da oder komm in den letzten beiden Stunden vor Schluss. Drinnen entscheidet die Kleiderordnung über den Einlass – Schultern und Knie müssen bedeckt sein, auch bei 35 Grad, und das Personal kontrolliert das an der Tür konsequent. Rechts vom Eingang steht Michelangelos Pietà hinter Panzerglas, unter der Vierung erhebt sich Berninis Baldachin über dem Papstaltar und dahinter, in der Apsis, die Kathedra Petri in ihrem Strahlenkranz. Der Aufstieg in die Kuppel führt über rund 550 Stufen; mit dem Aufzug bis zur Dachterrasse bleiben etwa 320 Stufen, die letzten davon in einem spürbar schräg werdenden Schacht zwischen den Kuppelschalen.

Die Vatikanischen Museen sind ein eigener Besuch und brauchen ein online gebuchtes Zeitfenster – ohne Reservierung stehst du in der Hochsaison stundenlang an der Mauer der Viale Vaticano. Der vorgegebene Rundgang ist kilometerlang und endet in der Sixtinischen Kapelle, davor kommen der Laokoon im Cortile Ottagono, die Kandelabergalerie, die Landkartengalerie und die Stanzen des Raffael mit der Schule von Athen. Plane mindestens drei Stunden ein und mach dir bewusst, dass du nicht zurücklaufen kannst. In der Sixtinischen Kapelle gilt striktes Foto- und Sprechverbot; die Aufseher setzen es lautstark durch. Setz dich auf eine der Bänke an der Seitenwand, schau erst die Decke an, dann das Jüngste Gericht über dem Altar, und nimm dir dafür wirklich zwanzig Minuten.

Ein paar Kalenderregeln ersparen dir viel Ärger. Die Museen sind sonntags geschlossen, mit einer Ausnahme: Am letzten Sonntag im Monat öffnen sie vormittags bei freiem Eintritt – entsprechend voll wird es, das ist eher etwas für Geduldige als für Eilige. Mittwochvormittags findet auf dem Petersplatz die Generalaudienz statt, wenn der Papst in Rom ist; kostenlose Karten gibt es über die Präfektur des Päpstlichen Hauses, dafür ist der Platz an diesem Vormittag für den normalen Besuch dicht. Sonntags mittags spricht der Papst das Angelusgebet vom Fenster aus. An kirchlichen Hochfesten kann der Petersdom für Besichtigungen ganz geschlossen sein.

Zum Vatikan gehört auch das, was außerhalb der Mauern liegt. Die Engelsburg am Tiber war ursprünglich Hadrians Mausoleum, wurde Festung, Papstresidenz und Gefängnis; vom Dachumgang schaust du über die Stadt und die Achse zum Petersdom, und der Passetto di Borgo, ein Mauergang von rund 800 Metern, verband beide für den Fall, dass ein Papst fliehen musste. Vor der Burg spannt sich die Engelsbrücke mit den Engelsfiguren nach Berninis Entwurf über den Fluss – abends der beste Fotostandpunkt der Stadt. Für die Verpflegung gehst du nach Prati, wo Römer statt Reisegruppen essen: Boncis Pizzarium nahe den Museen verkauft lang geführte Pizza al taglio nach Gewicht, mit der Schere geschnitten.

Städtereise & Route

Rom in 3 Tagen – eine Route durch die Ewige Stadt

Drei Tage reichen für Rom, wenn du sie geografisch schneidest statt thematisch.

Tag eins gehört der Antike, und du beginnst früh. Zeitfenster für den Palatin am Vormittag buchen, von der Terrasse über dem Circus Maximus einsteigen, dann durchs Forum Romanum hinunter zur Via Sacra und ins Kolosseum. Mittags über die Via Cavour hinauf ins Rione Monti, wo du in einer der Weinbars an der Via del Boschetto zu Mittag isst und danach in San Pietro in Vincoli den Moses ansiehst. Nachmittags zum Kapitolsplatz, in die Kapitolinischen Museen und auf die Terrasse mit Blick über das Forum. Abends nach Testaccio zum Essen – vom Kolosseum zwei Metrostationen entfernt, und hier isst du Cucina Romana zwischen Römern statt zwischen Reisegruppen.

Tag zwei ist Vatikantag. Erst der Petersdom kurz nach Öffnung, dann die Kuppel, danach ein spätes Frühstück in Prati an der Via Cola di Rienzo. Für die Vatikanischen Museen buchst du das Zeitfenster am frühen Nachmittag, weil die Morgengruppen dann durch sind, und rechnest mit drei Stunden bis zur Sixtinischen Kapelle. Zum Ausklang die Engelsburg mit ihrem Dachumgang und der Gang über die Engelsbrücke ins Centro Storico. Der Abend gehört dann den Plätzen: Piazza Navona, Pantheon, Trevi-Brunnen – angestrahlt, ohne Tagesgedränge und in einer knappen halben Stunde Fußweg miteinander verbunden. Ein geführter Abendspaziergang durch das barocke Rom nimmt dir dabei die Navigation ab.

Tag drei bringt die Gegenbewegung. Vormittags entweder die Galleria Borghese mit reserviertem Zeitfenster und anschließend ein Spaziergang durch den Park der Villa Borghese bis zur Pincio-Terrasse über der Piazza del Popolo – oder, wenn dir nach weniger Museum ist, ein Vormittag auf dem Markt von Campo de' Fiori und im Jüdischen Ghetto rund um den Portico d'Ottavia. Nachmittags über den Tiber nach Trastevere, in die Basilika Santa Maria in Trastevere mit ihren Mosaiken und danach hinauf auf den Gianicolo – der Kanonenschuss fällt allerdings schon um Punkt zwölf, nachmittags bleibt dir dafür der weite Blick über die Dächer und Kuppeln des Zentrums. Abends bleibst du gleich dort und isst in einer der Trattorien in den ruhigeren Gassen östlich der Viale Trastevere.

Hast du vier oder fünf Tage, hängst du das an, was die Stadt erst rund macht: einen halben Tag auf der Via Appia Antica mit Rad und Katakomben, einen Tagesausflug nach Tivoli oder ins antike Ostia, dazu ein zweites Museum – die Kapitolinischen Sammlungen oder das Museo Nazionale Romano am Palazzo Massimo mit seinen römischen Wandmalereien. Zwei Dinge gelten für jede Variante: Plane nur einen großen Programmpunkt pro Halbtag, und rechne die Fußwege ehrlich. Auf den sanpietrini, den kleinen Basaltwürfeln des römischen Pflasters, läufst du langsamer und ermüdender als auf Asphalt, und zwölf Kilometer am Tag kommen in Rom fast von allein zusammen.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Roms Stadtviertel von Monti bis Testaccio

Rom ist historisch in 22 Rioni geteilt, für die Reiseplanung zählen davon eine Handvoll.

Pantheon
Pantheon

Das Centro Storico ist die Fläche in der Tiberschleife, in der fast alles liegt, was auf Postkarten kommt: Pantheon, Piazza Navona, Campo de' Fiori mit seinem Vormittagsmarkt und der Statue des 1600 hier verbrannten Giordano Bruno, dazu das Jüdische Ghetto von 1555 rund um den Portico d'Ottavia, wo im Frühjahr die frittierten Artischocken auf jeder Karte stehen. Am Largo di Torre Argentina liegen vier Tempel aus der Republik in einer Grube unter Straßenniveau, seit 2023 über einen Steg begehbar; nebenan lebt eine bekannte Katzenkolonie. Nördlich schließt das Tridente an, Roms elegantester Abschnitt zwischen Piazza del Popolo, Spanischer Treppe und der Luxusmeile Via dei Condotti.

Monti, das älteste Rione der Stadt, beginnt gleich hinter den Kaiserforen und fühlt sich trotzdem wie ein eigenes Dorf an. Efeu an den Fassaden, Vintage-Läden und Weinbars in der Via del Boschetto und der Via Urbana, abends sitzt halb Rom auf den Stufen am Brunnen der Piazza della Madonna dei Monti. Testaccio auf der anderen Seite des Aventin ist das Gegenstück: ein früheres Arbeiterviertel um den Scherbenhügel Monte Testaccio und den ehemaligen Schlachthof, mit einer Markthalle, in der man mittags im Stehen isst, und Trattorien, die seit den 1930er-Jahren dieselben Gerichte kochen. Nebenan liegen die Cestius-Pyramide und der Cimitero Acattolico, auf dem Keats und Shelley begraben sind.

Trastevere jenseits des Flusses ist das Viertel mit dem größten Unterschied zwischen Tag und Nacht. Vormittags gehören die Kopfsteingassen den Anwohnern, Handwerksläden und der Basilika Santa Maria in Trastevere; abends füllen sich die Piazzas mit Studenten, Reisenden und den Tischen der Lokale bis auf die Straße. Wer dort schläft, sollte ein Zimmer zum Hof nehmen. Prati, ein Stück flussaufwärts auf derselben Tiberseite, ist das genaue Gegenteil: ein nach 1870 auf dem Reißbrett angelegtes Bürgerviertel mit breiten Boulevards und Jugendstilhäusern, dessen Straßennamen an antike Feldherren erinnern statt an Päpste. Hier wohnt man ruhig, kauft an der Via Cola di Rienzo ein und hat den Vatikan gleich nebenan.

Und dann gibt es das Rom hinter dem Reiseführer. Ostiense mit den Gasometern und der Straßenkunst, Pigneto mit seiner Bar- und Konzertszene, San Lorenzo als Universitätsviertel, Garbatella mit seinen Gartenstadt-Höfen aus den 1920er-Jahren und das monumentale EUR im Süden, das Mussolini für eine nie stattgefundene Weltausstellung bauen ließ. Nichts davon musst du bei einem ersten Besuch sehen – aber wenn du ein zweites Mal kommst oder länger bleibst, findest du hier niedrigere Preise, mehr Alltag und die Restaurants, in die Römer gehen, wenn sie nicht im Zentrum sind.

Übernachten

Hotels in Rom und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die Frage ist in Rom weniger, welches Hotel, sondern in welchem Viertel du abends nach dem Essen noch zu Fuß zurückgehen willst.

Zentral heißt in Rom teuer, und der Aufschlag ist nicht immer sinnvoll. Im Centro Storico rund um Pantheon und Piazza Navona zahlst du für jeden Meter Nähe, dafür läufst du zu allem, was in der Tiberschleife liegt. Das Tridente ist die noble Variante mit kurzen Wegen zur Spanischen Treppe. Monti bietet dieselbe Zentralität eine Preisklasse darunter und liegt zu Fuß am Kolosseum. Prati ist ruhiger, gut an die Metro angebunden und für alle sinnvoll, deren Reise sich um den Vatikan dreht. Trastevere ist stimmungsvoll und abends laut. Und Testaccio oder Ostiense sind die Adressen für einen zweiten Besuch, wenn dir Alltag wichtiger ist als der Fünf-Minuten-Weg zum Trevi-Brunnen.

An der Spitze steht eine Handvoll Häuser mit eigener Geschichte. Das Hassler Roma am oberen Ende der Spanischen Treppe wird bis heute von einer Familie geführt und hat mit dem Imàgo ein Sternerestaurant unter dem Dach. Das Hotel de Russie an der Via del Babuino ist für seinen terrassierten Garten zwischen Piazza del Popolo und Pincio bekannt, das Hotel Eden für die Dachterrasse La Terrazza mit weitem Blick über die Stadt. Kleiner und eigenwilliger sind das efeubewachsene Hotel Raphaël eine Gasse hinter der Piazza Navona und das Palazzo Manfredi, dessen Dachterrasse frontal auf das Kolosseum schaut. Für mittlere Budgets funktionieren das Hotel Locarno mit seiner Jugendstilfassade nahe der Piazza del Popolo, das Hotel Artemide an der Via Nazionale, das Hotel dei Mellini im ruhigen Prati und das Hotel Santa Maria, das in einem ebenerdigen Klosterkomplex mit Orangenhof in Trastevere liegt.

Die Preise schwanken in Rom stärker mit dem Datum als mit der Kategorie. Ostern mit seinen päpstlichen Zeremonien, die Wochen von April bis Juni und der ganze Oktober sind die teuersten und vollsten Zeiten; im Januar, Februar und in der ersten Novemberhälfte bekommst du dieselben Zimmer deutlich günstiger. Der August ist heiß, aber preislich entspannt, weil die Römer selbst wegfahren. Rechne zusätzlich mit dem contributo di soggiorno, der städtischen Übernachtungsabgabe, die pro Person und Nacht nach Hotelkategorie erhoben und oft separat an der Rezeption abgerechnet wird – sie taucht in Buchungsportalen selten im Gesamtpreis auf.

Vier praktische Punkte, die im Nachhinein zählen. Erstens: Kaum ein Hotel im Zentrum hat eigene Parkplätze, und die Altstadt ist ZTL – wer mit dem Auto kommt, klärt Zufahrt und Garage vor der Anreise mit dem Haus ab. Zweitens: Frag nach einem Zimmer zum Innenhof, gerade in Trastevere, Monti und am Campo de' Fiori, wo bis nach Mitternacht draußen gesessen wird. Drittens: Klimaanlage ist von Juni bis September kein Luxus, sondern Grundausstattung – prüfe das in älteren Palazzo-Häusern. Und viertens: Rund um Termini findest du die günstigsten Zimmer der Innenstadt, aber auch die trostloseste Umgebung; ein paar Straßen weiter in Monti wohnst du für wenig mehr in einem Viertel, in dem du abends noch etwas vorhast.

Hotels in Rom

Alle 9 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Rom und die Klassiker der Cucina Romana

Die römische Küche kennt vier große Pastagerichte, und keines davon enthält Sahne.

Cacio e Pepe besteht aus Nudelwasser, Pecorino Romano und Pfeffer, sonst nichts – eine Emulsion, die schiefgehen kann und deshalb als Prüfstein jeder Küche gilt. Die Gricia fügt Guanciale hinzu, die luftgetrocknete Schweinebacke, die Amatriciana zusätzlich Tomate, und die Carbonara ersetzt die Tomate durch Eigelb. Sahne gehört in keine dieser Saucen, und wer sie serviert, kocht für Touristen. Dazu kommen die Gerichte des quinto quarto aus der Schlachthofküche von Testaccio: Coda alla vaccinara, geschmorter Ochsenschwanz mit Sellerie und Kakao, und die Trippa alla romana, die traditionell samstags auf der Karte steht. Saltimbocca alla romana, Kalbsschnitzel mit Salbei und Rohschinken, ist der Klassiker unter den Hauptgängen.

Für die konkreten Adressen gilt eine einfache Regel: je näher an einer Sehenswürdigkeit, desto schlechter das Verhältnis von Preis und Teller – mit wenigen bekannten Ausnahmen. Armando al Pantheon kocht seit 1961 als Familienbetrieb wenige Meter vom Pantheon, mit kurzer Karte und Tischen, die man Wochen vorher reservieren muss. Roscioli an der Via dei Giubbonari ist Feinkostladen und Restaurant zugleich, bekannt für eine der besten Carbonaras der Stadt und eine sehr tiefe Weinkarte. Pierluigi an der Piazza de' Ricci zwischen Campo de' Fiori und Tiber ist seit 1938 die elegante Adresse für Fisch, mit Crudo, ganzen Fischen am Stück und einer tiefen Weinkarte. In Trastevere führt Da Enzo al 29 eine winzige Trattoria mit handgeschriebener Karte, in Testaccio kocht Felice a Testaccio seit 1936 und bereitet die Cacio e Pepe am Tisch zu. Ganz oben, im Dachgeschoss auf dem Monte Mario, steht mit La Pergola das einzige Drei-Sterne-Haus der Stadt. Und am Fuß der Spanischen Treppe hält sich mit Babington's seit 1893 ein englisches Teehaus mit eigenen Teemischungen und Scones, das für einen Nachmittag zwischen zwei Kirchenbesuchen erstaunlich gut funktioniert.

Zwischendurch isst Rom im Stehen. Supplì sind frittierte Reisbällchen mit Mozzarellakern, die man an der Theke aus der Hand isst; Pizza al taglio wird auf dem Blech gebacken, mit der Schere geschnitten und nach Gewicht bezahlt – bei Pizzarium in Prati mit besonders lang geführtem Teig. Das Trapizzino, eine Tasche aus Pizzateig mit römischen Schmorgerichten gefüllt, wurde in Testaccio erfunden und ist dort im Original zu haben. Morgens gibt es das Maritozzo, ein süßes Hefebrötchen, das mit Schlagsahne gefüllt wird. Die Artischocken haben von Februar bis in den Frühling Saison, römisch geschmort als carciofi alla romana oder im Ghetto flachgedrückt frittiert als carciofi alla giudia. Und beim Kaffee gilt: An der Theke stehend zahlst du den Grundpreis, am Tisch mit Bedienung ein Vielfaches – dieselbe Tasse, dasselbe Lokal.

Zum Ablauf noch drei Dinge. Römer essen spät, die Küchen füllen sich zwischen halb neun und halb zehn; wer um sieben in einer Trattoria sitzt, sitzt allein oder in einem Lokal, das auf Reisende eingestellt ist. Auf der Rechnung steht fast immer ein coperto, ein Gedeckpreis pro Person für Brot und Service – das ist üblich und kein Betrug, Trinkgeld darüber hinaus wird gerundet, aber nicht erwartet. Und zum Wein: Aus dem Umland kommen der weiße Frascati aus den Castelli Romani und der rote Cesanese, das einzige DOCG-Rotweingebiet des Latium. Beide bestellt man in einfachen Lokalen offen, im Viertelliter- oder Halbliterkrug, und beide passen genau zu dem, was hier auf den Tisch kommt.

Restaurants in Rom

Alle 9 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Rom und unterwegs mit Metro, Tram und zu Fuß

Vom Flughafen Fiumicino bist du in gut einer halben Stunde am Hauptbahnhof – die letzten zwei Kilometer zum Hotel dauern manchmal genauso lang.

Rom hat zwei Flughäfen. Von Fiumicino, dem großen im Westen, fährt der Leonardo Express ohne Zwischenhalt in etwa 32 Minuten nach Roma Termini; günstiger, aber mit mehreren Halten, ist die Regionallinie FL1, die Trastevere, Ostiense und Tiburtina anfährt und für viele Hotels der bessere Ausstieg ist. Taxis mit der weißen Stadtlackierung fahren vom Flughafen zu einem behördlich festgelegten Festpreis in die Innenstadt innerhalb der Aurelianischen Mauer – lass dir das Ziel vorher bestätigen und steig nicht bei Fahrern ein, die dich in der Ankunftshalle ansprechen. Ciampino im Südosten wird vor allem von Billigfluglinien bedient; von dort bringen dich Shuttlebusse verschiedener Anbieter in rund vierzig Minuten nach Termini.

Mit der Bahn aus Deutschland reist du über München und den Brenner nach Bologna und steigst dort in einen Hochgeschwindigkeitszug nach Rom um; die Gesamtfahrzeit liegt bei rund zwölf Stunden, mit Nachtverbindung über Österreich als Alternative. Innerhalb Italiens ist Rom der zentrale Knoten: Neapel erreichst du mit dem Frecciarossa in gut einer Stunde, Florenz in etwa anderthalb. Vom Auto raten wir für die Stadt selbst ab. Die gesamte Altstadt ist als ZTL kameraüberwacht, jede unberechtigte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet und der Bescheid kommt Monate später nach Hause; Parkplätze sind teuer und rar. Wer für Ausflüge einen Wagen braucht, mietet ihn für die betreffenden Tage und stellt ihn ansonsten gar nicht erst in die Stadt.

Vor Ort brauchst du vor allem Schuhe. Das historische Zentrum ist kompakt, und viele Wege sind zu Fuß schneller als jede Alternative, weil Busse im Verkehr stehen. Für die längeren Strecken gibt es die Metro – für Besucher zählen vor allem die Linien A und B, die sich an Termini kreuzen. Die A bringt dich nach Ottaviano zum Vatikan sowie zu Spagna und Barberini, die B nach Colosseo, Circo Massimo und Piramide. Ergänzt wird das durch Straßenbahnen, allen voran die Linie 8 von der Piazza Venezia nach Trastevere. Ein Einzelticket gilt 100 Minuten und erlaubt beliebig viele Umstiege in Bus und Tram sowie eine Metrofahrt; an den Metroschranken kannst du in der Regel auch kontaktlos mit Karte einchecken. Der Roma Pass für 48 oder 72 Stunden kombiniert Nahverkehr mit freiem Eintritt zu einem beziehungsweise zwei Museen – die Vatikanischen Museen gehören zu einem anderen Staat und sind nicht enthalten.

Drei Kleinigkeiten machen den Unterschied. Erstens die nasoni, die gusseisernen Trinkbrunnen mit ihrem gebogenen Auslauf: Über zweitausend davon stehen in der Stadt, das Wasser ist kostenlos und trinkbar, und eine wiederbefüllbare Flasche spart dir im Sommer ein kleines Vermögen. Zweitens Taschendiebe. Gewaltkriminalität ist in Rom kein Thema, geschickte Diebe sehr wohl – die Hotspots sind der Bus 64 zwischen Termini und Vatikan, die volle Metro A und die Umgebung des Hauptbahnhofs. Trag nichts in der Gesäßtasche und halte den Rucksack in Gedränge vorn. Und drittens das Pflaster: Die sanpietrini, die kleinen Basaltwürfel, sind unregelmäßig, im Regen rutschig und in Absätzen kaum zu begehen.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Touren & Ausflüge

Führungen, Touren und Tagesausflüge ab Rom

Vieles in Rom siehst du gut allein; bei drei, vier Programmpunkten zahlt sich eine Führung in gesparter Zeit und in Zusammenhängen aus.

An zwei Orten lohnt die Begleitung fast immer. Im Forum Romanum stehen von den meisten Bauten nur Sockel und Säulenstümpfe, und ohne Erklärung bleibt es ein Trümmerfeld – eine Führung durch Kolosseum, Forum und Palatin macht in rund drei Stunden aus Steinen wieder eine Stadt und bringt den reservierten Einlass gleich mit. In den Vatikanischen Museen ist der Vorteil eher praktischer Natur: Die Gruppen betreten das Haus über einen eigenen Zugang, und jemand sortiert dir die kilometerlange Route so, dass du mit Kraft in der Sixtinischen Kapelle ankommst statt erschöpft. Eine kulinarische Führung durch Testaccio, vom Markt über Supplì bis zum Trapizzino, erklärt nebenbei, warum die römische Küche so aussieht, wie sie aussieht.

Danach wird es entspannter. Ein geführter Abendspaziergang durch das barocke Rom verbindet Piazza Navona, Pantheon und Trevi-Brunnen im angestrahlten Zustand und endet in der Regel bei einem Gelato. Auf der Via Appia Antica mietest du dir ein Rad und fährst über die antiken Basaltplatten hinaus zu den Grabmonumenten und Katakomben – sonntags autofrei und im Frühjahr das schönste Halbtagesprogramm der Stadt. Dazu kommen Kochkurse, in denen du die vier Pastaklassiker selbst ansetzt, Weinproben mit Frascati und Cesanese aus dem Umland und im Sommer die Opernaufführungen unter freiem Himmel in den Ruinen der Caracalla-Thermen. Für alles gilt: vorher buchen, spontan geht in der Saison wenig.

Die drei besten Tagesausflüge liegen alle unter einer Stunde. Tivoli im Osten kombiniert zwei UNESCO-Welterbestätten an einem Tag – die Villa d'Este mit ihren Terrassengärten und hunderten Wasserspielen, die ohne Pumpen allein durch Gefälle funktionieren, und die weitläufige Villa Adriana, den Landsitz Kaiser Hadrians im Tal darunter. Ostia Antica im Westen ist die Hafenstadt des antiken Rom, deutlich besser erhalten als das Forum, mit Theater, Thermen, Mosaiken und ganzen Straßenzügen; du erreichst sie mit einer Regionalbahn ab Piramide, für die dein normales Stadtticket gilt. Und Frascati in den Castelli Romani ist der kürzeste Ausflug überhaupt: Weinberge, Villen und Fraschette, in denen man Porchetta zum offenen Weißwein isst.

Wer länger bleibt, kommt weiter. Sperlonga an der Küste südlich von Rom hat einen weißen Sandstrand unter einem weißen Altstadthügel und die Grotte des Kaisers Tiberius mit dem zugehörigen Museum – im Sommer ein voller Badetag. Viterbo im Norden des Latium bewahrt mit dem Viertel San Pellegrino eines der geschlossensten mittelalterlichen Stadtbilder Italiens und dazu den Papstpalast. Und wenn du den Hochgeschwindigkeitszug nutzt, wird selbst Neapel zum Tagesausflug: gut eine Stunde ab Termini, und du stehst am Golf, im Archäologischen Nationalmuseum mit den Funden aus Pompeji oder direkt auf dem Weg zu den Ausgrabungen.

Aktivitäten & Touren in Rom

Praktische Tipps

Rom-Tipps, die Zeit und Nerven sparen

Die meisten Rom-Fehler passieren nicht vor Ort, sondern zwei Wochen vorher am Laptop.

Trevi-Brunnen
Trevi-Brunnen

Fang mit der Buchungsliste an, denn sie bestimmt deinen ganzen Ablauf. Zwingend vorab mit Zeitfenster zu reservieren sind Kolosseum mit Forum und Palatin, die Vatikanischen Museen und die Galleria Borghese, die ohne Reservierung niemanden einlässt; für das Pantheon buchst du das Zeitfenster ebenfalls besser vorher. Kein Ticket brauchst du für den Petersdom, für sämtliche anderen Kirchen und für die Plätze und Brunnen. Buche ausschließlich über die offiziellen Seiten der jeweiligen Stätte – die zahlreichen Wiederverkäufer schlagen kräftig auf und bündeln gern Leistungen, die du nicht brauchst. Und leg die beiden großen Zeitfenster auf verschiedene Tage, sonst hetzt du quer durch die Stadt.

Beim Geld hilft ein einfacher Grundsatz: Rom ist teuer beim Wohnen und beim Kaffee am Tisch, aber erstaunlich günstig beim Sehen. Alle großen Kirchen sind kostenlos, und in ihnen hängt mehr Kunst als in manchem Museum – Caravaggio in San Luigi dei Francesi, Michelangelo in San Pietro in Vincoli, Mosaiken in Santa Maria in Trastevere. Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen in staatlichen Museen keinen Eintritt. An manchen ersten Sonntagen im Monat öffnen staatliche Museen kostenlos, allerdings ändern sich die Regeln immer wieder – prüfe das Datum auf der offiziellen Seite, statt darauf zu bauen. Trinkwasser ist an jedem nasone gratis, und ein Mittagessen in der Markthalle von Testaccio kostet einen Bruchteil des Abendessens am Pantheon.

Ein paar Regeln, die vor Ort tatsächlich durchgesetzt werden. In Kirchen müssen Schultern und Knie bedeckt sein, am Petersdom kontrolliert das Personal an der Tür und schickt Besucher ohne Diskussion zurück – nimm im Sommer ein leichtes Tuch mit. Auf der Spanischen Treppe darf man nicht sitzen, in Brunnen nicht steigen und aus ihnen nicht trinken, und die Stadtpolizei verteilt dafür Bußgelder. Essen und Trinken direkt an Monumenten wird ebenfalls geahndet. Nichts davon ist Schikane, sondern die Reaktion einer Stadt mit sehr vielen Gästen auf sehr altem Marmor – und wer es weiß, verliert keine Zeit mit Diskussionen.

Zum Schluss der Tagesrhythmus, der in Rom mehr ausmacht als jede Abkürzung. Der Vormittag bis elf gehört den großen Stätten, der frühe Nachmittag der Hitze und einer langen Pause, der späte Nachmittag den Museen und Vierteln, und ab acht beginnt das eigentliche Stadtleben. Im Juli und August stehen tagsüber regelmäßig über 30 Grad, im Juni und September oft knapp darunter, und dann sind Schatten, Pausen und Wasser wichtiger als ein weiterer Programmpunkt. Im August fahren die Römer selbst weg, und viele Trattorien schließen rund um Ferragosto am 15. für ein bis drei Wochen – prüfe die Öffnungszeiten deiner Wunschadresse, bevor du auf sie zusteuerst. Und lass abends eine Stunde ohne Plan: Rom ist die Stadt, in der genau dann etwas passiert.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Rom – und welches zu dir passt

Centro StoricoCentro StoricoIn der Tiberschleife liegt fast alles, was Rom ausmacht: Pantheon, Piazza Navona, Trevi-Brunnen, der Vormittagsmarkt am Campo de' Fiori und das Jüdische Ghetto rund um den Portico d'Ottavia. Zentral, teuer und abends so voll, dass du dein Zimmer besser zum Innenhof buchst.Ideal für: Alles zu Fuß1–2 TageMontiMontiRoms ältestes Rione beginnt hinter den Kaiserforen und fühlt sich trotzdem wie ein Dorf an: Efeufassaden, Vintage-Läden und Weinbars in der Via del Boschetto, abends sitzt halb Rom am Brunnen der Piazza della Madonna dei Monti. Die beste Kombination aus Zentralität und Alltag.Ideal für: Antike & Aperitivo½–1 TagTrastevereTrastevereJenseits des Tibers werden die Gassen eng und die Abende lang. Kern ist die Basilika Santa Maria in Trastevere mit ihren goldenen Mosaiken, dahinter Handwerksläden, Trattorien und der Aufstieg auf den Gianicolo mit dem weitesten Blick der Stadt. Tagsüber ruhig, nachts hellwach.Ideal für: Abende & Trattorien1 TagTestaccioTestaccioDas frühere Arbeiterviertel um den Scherbenhügel Monte Testaccio und den alten Schlachthof ist Roms ehrlichste Küchenadresse. In der Markthalle isst man mittags im Stehen, ringsum kochen Trattorien seit den 1930er-Jahren, und nebenan liegen Cestius-Pyramide und Cimitero Acattolico.Ideal für: Cucina Romana½ TagPratiPratiNach 1870 auf dem Reißbrett angelegt, mit breiten Boulevards, Jugendstilhäusern und Straßennamen, die an antike Feldherren erinnern statt an Päpste. Der Vatikan liegt gleich nebenan, die Metro A hält an der Ecke, und an der Via Cola di Rienzo kaufen Römer statt Reisegruppen ein.Ideal für: Ruhig übernachten½ TagTridenteTridenteDie drei Straßen, die von der Piazza del Popolo ausgehen, bilden Roms elegantesten Abschnitt. Dazu der Flaminio-Obelisk, zwei Caravaggios in Santa Maria del Popolo, die Terrasse des Pincio über dem Platz, die Spanische Treppe und mit der Via dei Condotti die teuerste Ladenzeile der Stadt.Ideal für: Flanieren & Shopping½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Rom mit Wetter und Klima im Jahreslauf

Rom hat kein schlechtes Wetter, sondern zwei anstrengende Extreme – die Hitze im Hochsommer und die Regentage im Spätherbst.

Das Klima in Rom ist mediterran: milde, feuchte Winter, ein warmes Frühjahr, heiße und sehr trockene Sommer mit Höchstwerten um 31 Grad und ein langer, sonniger Herbst. Für eine Städtereise zählt weniger die Temperatur als die Kombination aus Hitze und Andrang – im Juli und August läufst du zwischen den Stätten durch aufgeheizte Straßenschluchten, im Oktober bei 22 Grad. Die meisten Niederschläge fallen von Oktober bis Dezember, meist als kräftige, kurze Schauer statt als Dauerregen. Die Werte unten sind Durchschnittswerte für die Innenstadt.

Jan13°3°ruhig, kurze Schlangen
Feb14°4°kühl, Artischockensaison
Mär16°6°wechselhaft, erste Terrassen
Apr19°8°mild, Ostern voll
Mai24°12°warm, lange Abende
Jun28°16°heiß, sehr trocken
Jul31°19°Hitze, Oper in Caracalla
Aug31°19°heißester Monat, Ferragosto
Sep27°16°warm, angenehm abends
Okt22°12°goldenes Licht, Hochsaison
Nov17°8°regenreichster Monat
Dez13°4°mild, Krippen in den Kirchen

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Rom sind April und Mai sowie September und Oktober: 19 bis 27 Grad, lange helle Abende und Temperaturen, bei denen sich acht Stunden auf Kopfsteinpflaster aushalten lassen. Der Juni ist bereits sehr warm, funktioniert aber mit frühen Startzeiten. Juli und August sind heiß und um Ferragosto von Schließungen geprägt – dafür wird die Stadt in der Mitte des August merklich leerer. Januar und Februar sind die Monate für alle, denen kurze Schlangen wichtiger sind als Terrassenwetter.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Rom

Wie viele Tage sollte man für Rom einplanen?
Drei bis vier Tage sind das sinnvolle Minimum: einer für Kolosseum, Forum und Palatin, einer für den Vatikan, einer für Centro Storico und Trastevere. Mit fünf Tagen kommen Galleria Borghese, Via Appia Antica und ein Tagesausflug dazu, ohne dass du hetzt. Ein Wochenende reicht für die Höhepunkte, nicht für die Stadt.
Was muss man in Rom unbedingt vorab buchen?
Das Zeitfenster für Kolosseum, Forum Romanum und Palatin, die Vatikanischen Museen und die Galleria Borghese, die ohne Reservierung niemanden einlässt. Für das Pantheon buchst du ebenfalls besser vorher. Kein Ticket brauchst du für den Petersdom, alle anderen Kirchen sowie Plätze und Brunnen. Buche über die offiziellen Seiten, nicht über Wiederverkäufer.
Wo übernachtet man in Rom am besten?
Im Centro Storico und im Tridente bist du mitten drin und zahlst dafür am meisten. Monti bietet dieselbe Zentralität etwas günstiger und liegt zu Fuß am Kolosseum. Prati ist ruhig, gut an die Metro angebunden und ideal für den Vatikan. Trastevere ist stimmungsvoll, aber abends laut – dort ein Zimmer zum Innenhof buchen.
Wann ist die beste Reisezeit für Rom?
April und Mai sowie September und Oktober, mit 19 bis 27 Grad und Temperaturen, bei denen lange Fußwege angenehm bleiben. Juli und August sind mit rund 31 Grad heiß, und um Ferragosto am 15. August schließen viele Lokale. Januar und Februar sind kühl und grau, dafür stehst du an den großen Stätten kaum an.
Wie kommt man vom Flughafen Fiumicino ins Zentrum?
Am schnellsten mit dem Leonardo Express, der ohne Halt in etwa 32 Minuten nach Roma Termini fährt. Günstiger ist die Regionallinie FL1 über Trastevere, Ostiense und Tiburtina, die für viele Hotels sogar näher hält. Offizielle weiße Taxis fahren zu einem festgelegten Festpreis in die Innenstadt innerhalb der Aurelianischen Mauer.
Lohnt sich der Roma Pass?
Nur, wenn du ihn wirklich ausnutzt. Er gilt 48 oder 72 Stunden, enthält den Nahverkehr und den freien Eintritt zu einem beziehungsweise zwei Museen sowie Ermäßigungen danach. Rechne vorher durch, welche Stätten du ohnehin besuchst. Wichtig: Die Vatikanischen Museen gehören zu einem anderen Staat und sind im Roma Pass nicht enthalten.
Braucht man in Rom ein Auto?
Nein, im Gegenteil. Die Altstadt ist kameraüberwachte ZTL, jede unberechtigte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet, Parkplätze sind teuer und rar. Das Zentrum läufst du zu Fuß, für längere Strecken nimmst du Metro und Tram. Ein Mietwagen lohnt allenfalls tageweise für Ausflüge ins Latium und wird dann außerhalb abgestellt.
Was isst man in Rom typischerweise?
Die vier römischen Pastaklassiker Cacio e Pepe, Gricia, Amatriciana und Carbonara, alle ohne Sahne. Dazu Gerichte aus dem quinto quarto wie Coda alla vaccinara, Saltimbocca alla romana und im Frühjahr Artischocken, römisch geschmort oder im Ghetto frittiert. Für zwischendurch Supplì, Pizza al taglio nach Gewicht, Trapizzino und morgens ein Maritozzo.
Ist Rom teuer?
Beim Wohnen ja, beim Sehen erstaunlich wenig. Hotelpreise ziehen von April bis Juni und im Oktober stark an, dazu kommt die städtische Übernachtungsabgabe pro Person und Nacht. Dagegen sind alle Kirchen kostenlos, unter 18-Jährige zahlen in staatlichen Museen nichts, Wasser gibt es gratis an den nasoni, und ein Mittagessen in der Markthalle kostet wenige Euro.
Ist Rom mit Kindern eine gute Idee?
Ja, wenn du das Tempo anpasst. Kolosseum und Katakomben funktionieren bei Kindern zuverlässig, im Park der Villa Borghese gibt es Ruderboote und Fahrräder, und der Kanonenschuss vom Gianicolo um zwölf Uhr ist ein eigener Programmpunkt. Plane einen großen Punkt pro Halbtag, feste Gelato-Pausen und im Sommer eine lange Mittagspause im Schatten.
Wie sicher ist Rom für Reisende?
Gewaltkriminalität spielt für Besucher praktisch keine Rolle, geschickte Taschendiebe schon. Die bekannten Hotspots sind der Bus 64 zwischen Termini und Vatikan, die volle Metrolinie A und der Bereich um den Hauptbahnhof. Trag nichts in der Gesäßtasche, nimm den Rucksack im Gedränge nach vorn und lass Taschen an Terrassentischen nie über der Stuhllehne hängen.
Was kann man in Rom kostenlos sehen?
Eine Menge. Der Petersdom kostet keinen Eintritt, ebenso alle anderen Kirchen – darunter San Luigi dei Francesi mit Caravaggios Matthäus-Zyklus und San Pietro in Vincoli mit Michelangelos Moses. Frei zugänglich sind außerdem Trevi-Brunnen, Piazza Navona, Spanische Treppe, der Markt am Campo de' Fiori, der Park der Villa Borghese und die Aussicht vom Gianicolo.
Welche Tagesausflüge lohnen sich ab Rom?
Tivoli mit der Villa d'Este und der Villa Adriana, zwei UNESCO-Welterbestätten an einem Tag. Ostia Antica, die sehr gut erhaltene Hafenstadt des antiken Rom, erreichbar mit der Regionalbahn ab Piramide zum normalen Stadttarif. Frascati in den Castelli Romani für Wein und Porchetta. Im Sommer außerdem der Strand von Sperlonga südlich der Stadt.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Rom – Kolosseum & Forum Antike, Barockbrunnen und der Vatikan auf einmal

Für Kolosseum, Forum Romanum und die Vatikanischen Museen lohnt sich ein Zeitfenster-Ticket im Voraus – sonst kostet die Schlange den halben Tag. Frühmorgens oder am späten Nachmittag ist es spürbar leerer.

Übernachten

Hotels in Rom – Centro Storico, Tridente & Prati vom Palazzo am Pantheon bis zum Boutique-Haus

Das Centro Storico und das Tridente rund um die Spanische Treppe liegen mittendrin, kosten aber Aufpreis. Wer Atmosphäre statt Trubel sucht, wohnt in Trastevere oder im ruhigeren Prati nahe dem Vatikan.

Alle · 6HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Rom – Trastevere & Testaccio Cacio e Pepe, Carbonara und römische Trattorien

Römische Küche ist deftig und direkt: Cacio e Pepe, Carbonara, Saltimbocca. Echte Trattorien findest du in Testaccio und Trastevere – meist abseits der Plätze mit Touristenmenü.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Rom – Vatikan & Antike Skip-the-Line, Sixtinische Kapelle und Borghese

Eine Führung durch Kolosseum und Forum ordnet die Antike erst richtig ein. Daneben lohnen Vatikan-Touren, ein Spaziergang durch Trastevere und ein Streifzug über den Mercato di Testaccio.

RomWer um sieben Uhr morgens über die Piazza Navona läuft, hört nur Wasser, Besen und die eigenen Schritte – drei Stunden später steht hier halb Europa.

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