Als Felice di Mauro 1936 im Arbeiterviertel Testaccio seine Osteria eröffnete, kochte er für die Männer vom nahen Schlachthof und vom Tiber-Hafen, einfache, sättigende Gerichte aus dem, was die römische Küche hergab. Fast neunzig Jahre später ist das Lokal an der Via Mastro Giorgio zu einer Anlaufstelle für eines der schwierigsten Gerichte der Stadt geworden: Cacio e Pepe. Hier wird nicht einfach Pasta serviert. Die Tonnarelli kommen al dente in den Teller, dann schwenkt der Kellner Pecorino Romano und frisch gemahlenen Pfeffer mit etwas Nudelwasser direkt am Tisch zu einer glänzenden, samtigen Creme. Der Moment ist Teil des Gerichts und der Grund, warum man oft Tage im Voraus reservieren muss. Doch wer Felice auf Cacio e Pepe reduziert, übersieht das eigentliche Können des Hauses: die komplette Wochenkarte der Cucina Romana, geordnet nach dem alten römischen Rhythmus. Donnerstags gibt es Gnocchi, freitags Stockfisch, samstags Trippa alla Romana. Dazu die ganze Familie der Pasta-Klassiker, Amatriciana mit Guanciale und Pecorino, Carbonara und Gricia, sowie geschmortes Lamm (Abbacchio), Saltimbocca oder Coda alla Vaccinara, der geschmorte Ochsenschwanz, der einst Resteküche der Schlachthof-Arbeiter war und heute als Delikatesse gilt. Trotz des internationalen Rufs hat sich Felice seinen Charakter bewahrt. Die Einrichtung ist nüchtern, das Personal direkt, die Gäste eine Mischung aus römischen Stammkunden und Reisenden, die wegen genau dieser einen Pasta gekommen sind. Testaccio selbst, mit seinem Markt und der lebendigen Geschichte rund um den Monte dei Cocci, bleibt eines der unverstelltesten Esserviertel Roms, und Felice ist sein bekanntestes Wohnzimmer. Wer hierherkommt, sollte mit Appetit und einer Reservierung erscheinen, sich Zeit für Antipasti und einen Hauswein nehmen und beim Cacio e Pepe dem Tischritual zusehen, bevor der erste Bissen die Erwartung einlöst. Das Preisniveau ist gehoben für eine Trattoria, aber moderat für die gebotene Qualität und das Erlebnis.
Felice a Testaccio kocht die klassische Cucina Romana in ihrer ganzen Breite. Im Mittelpunkt stehen die vier großen Pasta-Klassiker Cacio e Pepe, Amatriciana, Carbonara und Gricia, dazu geschmortes Lamm (Abbacchio), Saltimbocca und Coda alla Vaccinara, der geschmorte Ochsenschwanz aus der römischen Resteküche. Die Karte folgt dem alten römischen Wochenrhythmus mit Gnocchi am Donnerstag, Stockfisch am Freitag und Trippa alla Romana am Samstag.
Die Einrichtung ist nüchtern und unprätentiös, das Personal direkt und routiniert. Die Gäste sind eine Mischung aus römischen Stammkunden und Reisenden, die gezielt wegen der Cacio e Pepe kommen. Das Tischritual rund um die berühmte Pasta verleiht dem Abend einen kleinen Schauwert, ohne dass das Lokal seinen Charakter als Stadtteil-Trattoria verliert.
