Die schönsten Sehenswürdigkeiten Umbriens
Morgens um acht liegt die Vorhalle der Basilica di San Francesco noch im Schatten, und außer ein paar Franziskanern bist du fast allein mit Giottos Fresken.
Assisi zuerst, denn hierher zieht es fast jeden Umbrien-Reisenden mindestens einmal: Die Basilica di San Francesco besteht aus zwei übereinandergebauten Kirchen – oben der lichte gotische Saal mit dem Freskenzyklus zum Leben des heiligen Franziskus, unten die dämmrige Grabkirche mit Werken von Cimabue und Simone Martini. Der Eintritt ist frei, dafür gelten Stille und bedeckte Schultern. Komm früh am Morgen oder nach 16 Uhr, wenn die Tagesbusse aus Rom und Florenz wieder abgefahren sind – dann hörst du in der Unterkirche tatsächlich deine eigenen Schritte.
Perugia ist der urbane Gegenpol: Von den Parkplätzen unten am Hang fahren Rolltreppen durch die Gewölbe der Rocca Paolina – einer Festung, die Papst Paul III. im 16. Jahrhundert über ein ganzes Stadtviertel bauen ließ – hinauf zum Corso Vannucci. Oben reihen sich Fontana Maggiore, Palazzo dei Priori und die Galleria Nazionale dell'Umbria mit Sälen voller Perugino aneinander, und am Arco Etrusco siehst du, dass die Stadtmauer in Teilen über 2.000 Jahre alt ist. Plane einen ganzen Tag, die Stadt hat mehr Substanz, als der schnelle Blick vermuten lässt.
Orvieto ist der dritte Fixpunkt: Die Stadt sitzt geschlossen auf einer Tuffsteinkanzel, die Standseilbahn bringt dich vom Bahnhof direkt hinauf. Der Dom trägt eine der prächtigsten Mosaikfassaden Italiens, und in der Cappella di San Brizio malte Luca Signorelli um 1500 ein Jüngstes Gericht, das Michelangelo genau studiert hat. Danach geht es in die Tiefe – wahlweise im Pozzo di San Patrizio, dem 53 Meter tiefen Brunnen mit doppelläufiger Wendeltreppe, oder bei einer Führung durch die etruskischen Höhlen von Orvieto Underground.
Und dann die Landschaft, die in Umbrien selbst zur Sehenswürdigkeit wird: Die Cascata delle Marmore bei Terni stürzt 165 Meter in drei Stufen – angelegt von den Römern, heute nach festem Zeitplan geflutet. Auf dem Piano Grande von Castelluccio verwandelt die Fioritura im Frühsommer die Hochebene in ein Farbfeld aus Mohn, Kornblumen und Linsenblüte. Dazu kommen der Trasimenische See mit seinen Inseln und Bergstädte wie Gubbio, Spoleto und Todi – jede für sich ein halber bis ganzer Tag, alle in maximal einer Stunde Fahrt voneinander entfernt.























