Der Ipogeo dei Volumni liegt rund fünf Kilometer südöstlich des Zentrums von Perugia und gilt als eines der eindrucksvollsten etruskischen Hypogäen der Region. Im 2. Jahrhundert v. Chr. legte die adlige Familie Velimna – lateinisch Volumni – hier ihre unterirdische Grabanlage an. Bemerkenswert ist die Gestaltung: Das Grab ist nach dem Vorbild eines römisch-italischen Wohnhauses angelegt, sodass sich um ein zentrales Atrium mehrere Kammern gruppieren. Diese Architektur macht den Bau zu einem seltenen Zeugnis dafür, wie die Etrusker das Jenseits als Spiegel des diesseitigen Lebens dachten. In den Kammern stehen kunstvoll gearbeitete Aschenurnen, von denen mehrere liegende Figuren der Verstorbenen tragen – eine typische Form der etruskischen Sepulkralkunst. Die Detailgenauigkeit der Figuren und die Inschriften geben Aufschluss über die Familie, ihre Stellung und die religiösen Vorstellungen der Zeit. Da die Anlage über Jahrhunderte verschlossen blieb, ist sie außergewöhnlich gut erhalten. Zum Besuch gehört auch das benachbarte Antiquarium der Nekropole del Palazzone. Es zeigt weitere Funde aus den umliegenden Gräbern und ordnet den Ipogeo in den größeren Zusammenhang der etruskischen Begräbnisstätten ein. So entsteht ein anschauliches Bild vom Alltags- und Jenseitsglauben der Etrusker, das über das einzelne Grab hinausreicht. Der Ipogeo dei Volumni ist ein lohnender Abstecher für alle, die der ältesten Schicht Perugias nachspüren wollen. Wer sich für Archäologie und etruskische Geschichte interessiert, kann den Besuch mit dem Pozzo Etrusco und dem Etruskerbogen in der Altstadt zu einem etruskischen Themenrundgang verbinden. Da das Monument außerhalb des Zentrums liegt, kostenpflichtig ist und eigene Öffnungszeiten hat, lohnt sich eine vorherige Planung der Anreise.
Das zentrale Atrium mit den umliegenden Kammern eignet sich als Übersichtsmotiv.






























