Stadt · Niederlande

Amsterdam

Kurz nach sieben gehört der Grachtengürtel den Fahrrädern, den Reihern auf den Pollern und dem flachen Licht, das über das Wasser der Prinsengracht streicht.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Amsterdam-Reise auf einen Blick

Beste Zeit
April bis Juni und September; Tulpenblüte und langes Tageslicht im Frühsommer
Anreise
Direkte ICE/IC-Züge aus dem Ruhrgebiet, Köln und Berlin nach Amsterdam Centraal; Flughafen Schiphol mit Direktzug ins Zentrum
Sprache
Niederländisch; Englisch nahezu überall, Deutsch wird oft verstanden
Vor Ort
Tram, Metro und Fähren des GVB; sehr fahrradfreundlich, viele Leihräder
Region
Nordholland (Noord-Holland), Hauptstadt der Niederlande
Über Amsterdam

Reisen nach Amsterdam

Amsterdam wurde im 17. Jahrhundert am Reißbrett geplant und ist trotzdem nie ordentlich geworden: Drei Grachten – Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht – legen sich ab 1613 in Halbkreisen um den älteren Singel und die mittelalterliche Stadt, gesäumt von schmalen Giebelhäusern, die sich gegenseitig stützen und dabei sichtbar aus dem Lot geraten sind. Seit 2010 steht dieser Grachtengürtel auf der UNESCO-Welterbeliste. Am Museumplein reihen sich Rijksmuseum mit Rembrandts Nachtwache, Van Gogh Museum und Stedelijk auf wenigen hundert Metern aneinander, gleich dahinter beginnt der Vondelpark. An der Prinsengracht erinnert das Anne Frank Huis an die gut zwei Jahre im Hinterhaus, von Juli 1942 bis August 1944, und hinter einer unscheinbaren Pforte am Spui liegt der Begijnhof mit dem Houten Huys von etwa 1528, einem der beiden ältesten erhaltenen Holzhäuser der Stadt. Abends verlagert sich das Leben in den Jordaan mit seinen Hofjes und braunen Cafés, nach De Pijp rund um den Albert Cuypmarkt und über die kostenlosen Fähren nach Amsterdam-Noord, wo aus Werfthallen Ateliers, Kinos und Konzertorte geworden sind.

Amsterdam – Karte
Reiseführer

Amsterdam von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz nach acht steht auf der Brücke über die Prinsengracht noch niemand mit einem Handy, ein Reiher wartet regungslos auf einem Poller, und aus dem Café an der Ecke zieht der Geruch von frisch gebackenem Apfelkuchen über das Wasser. Zwei Stunden später ist dieselbe Brücke ein Nadelöhr aus Rädern, Bollerwagen und Reisegruppen. Amsterdam ist beides – und welche der beiden Städte du bekommst, entscheidest du fast ausschließlich über die Uhrzeit, nicht über die Jahreszeit und schon gar nicht über den Preis deines Hotels.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Amsterdam

Vom Dam bis zum Museumplein läufst du eine gute halbe Stunde – das gesamte Pflichtprogramm passt in einen Halbkreis von rund zwei Kilometern.

Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist der Stadtplan selbst. Ab 1613 legten die Amsterdamer drei neue Grachten in konzentrischen Halbkreisen um die mittelalterliche Stadt – Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht –, nach außen vor den älteren Singel, der die Stadt seit dem 15. Jahrhundert als Stadtgraben umschloss. Sie verbanden die neuen Kanäle mit Querkanälen und verkauften die Parzellen am Ufer stückweise. Weil die Abgaben nach Fassadenbreite berechnet wurden, entstanden Häuser, die vorn schmal und hinten tief sind, mit Lastenhaken unter dem Giebel, über die bis heute Möbel durchs Fenster gehievt werden. Der teuerste Abschnitt ist die Gouden Bocht an der Herengracht zwischen Leidsestraat und Vijzelstraat, wo Kaufleute doppelte Parzellen kauften und Sandsteinfassaden statt Backstein aufziehen ließen. Seit 2010 steht der Grachtengürtel auf der UNESCO-Welterbeliste.

An der Prinsengracht sieht das Anne Frank Huis von außen aus wie jedes zweite Haus der Straße, und genau das war der Punkt. Hinter dem Vorderhaus, in dem die Firma von Otto Frank arbeitete, verbargen sich von Juli 1942 bis August 1944 acht Menschen im Hinterhaus – gut zwei Jahre, getrennt vom Rest der Welt durch ein Bücherregal vor der Tür. Der Rundgang führt durch die leer belassenen Räume, vorbei an den Bleistiftstrichen, mit denen die Körpergrößen der Kinder an der Tapete markiert wurden, und endet beim originalen Tagebuch. Tickets gibt es ausschließlich online mit festem Zeitfenster – kümmere dich darum, bevor du die Reise buchst, nicht danach. Direkt daneben steht die Westerkerk, deren Turm mit der Kaiserkrone der höchste Kirchturm der Stadt ist und den Anne Frank im Tagebuch schlagen hörte.

Der zweite Schwerpunkt liegt gut einen Kilometer weiter südlich am Museumplein. Das Rijksmuseum, 1885 von Pierre Cuypers als Backsteinpalast gebaut und nach zehn Jahren Umbau 2013 wieder eröffnet, zeigt in der Ehrengalerie das Goldene Zeitalter am Stück: Vermeers Milchmädchen, Frans Hals, Jan Steen – und am Ende der Achse Rembrandts Nachtwache in ihrem eigenen Saal, wo sie seit 2019 im Rahmen der Operatie Nachtwacht in einer gläsernen Kammer vor Publikum restauriert wird. Quer durch das Erdgeschoss führt eine öffentliche Passage, durch die Radfahrer fahren dürfen; das ist keine Kuriosität, sondern das Ergebnis eines jahrelangen Streits mit dem Fahrradverband. Zweihundert Meter weiter hängt im Van Gogh Museum die weltweit größte Sammlung seiner Werke, von den erdfarbenen Kartoffelessern über die Sonnenblumen bis zur Mandelblüte. Nebenan zeigt das Stedelijk moderne Kunst hinter einem weißen Anbau, den in Amsterdam alle die Badewanne nennen.

Im Zentrum bleiben drei Orte, die du zwischen den großen Museen einbaust. Der Dam ist der Platz, an dem die Stadt entstand – hier wurde die Amstel gestaut –, heute gerahmt vom Koninklijk Paleis, das Jacob van Campen ab 1648 als Rathaus der reichsten Handelsstadt Europas errichten ließ, von der Nieuwe Kerk und vom Nationaldenkmal. Ein paar Schritte weiter öffnet sich hinter einer schmalen Pforte am Spui der Begijnhof, ein Wohnhof aus dem 14. Jahrhundert, in dem bis heute gewohnt wird: Rasen, Bänke, zwei Kirchen und das Houten Huys von etwa 1528, eines der beiden ältesten erhaltenen Holzhäuser Amsterdams. Sprich dort leise, es ist ein Wohnhof und kein Museum. Am Singel zieht sich der Bloemenmarkt entlang, wo längst mehr Souvenirs als Blumen verkauft werden – Zwiebeln für den Garten zu Hause lohnen trotzdem – innerhalb der EU brauchst du dafür keine Formalitäten, achte lieber auf die Sortenangabe und die richtige Pflanzzeit, weil viele Stände vor allem Souvenirware verkaufen; das Ausfuhrzertifikat auf der Packung zählt nur für Reisen in Länder außerhalb der EU. Und am Oosterdok schiebt sich das NEMO Science Museum wie ein grüner Schiffsrumpf aus dem Wasser; drinnen wird experimentiert, oben liegt eine frei zugängliche Dachterrasse mit dem besten Blick über den Hafen.

Sehenswürdigkeiten in Amsterdam

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Grachten & Bootstouren

Grachtenfahrt in Amsterdam und was du vom Wasser aus siehst

Vom Boot aus liegen die Giebel auf Augenhöhe, und du verstehst in zwanzig Minuten, warum die Häuser vorn so schmal und hinten so tief gebaut sind.

Eine Grachtenfahrt ist in Amsterdam kein Programmpunkt, für den man sich entschuldigen müsste – sie ist die Perspektive, aus der die Stadt Sinn ergibt. Vom Wasser aus siehst du die schiefen Giebel, die Lastenhaken, die Hausboote mit Blumenkästen und die Rückseiten von Höfen, an denen du zu Fuß nie vorbeikommst. Die klassischen Rundfahrten dauern rund 75 Minuten, führen durch den Grachtengürtel und einmal hinaus aufs offene IJ, und die großen Anbieter haben Audioguides auf Deutsch an Bord. Ablegestellen liegen unter anderem am Damrak beim Hauptbahnhof, an der Prins Hendrikkade und an der Stadhouderskade in der Nähe des Rijksmuseums.

Wer es weniger geführt mag, mietet ein offenes Boot. In der ganzen Stadt vermieten Anbieter kleine Elektroboote, meist für sechs bis acht Personen, ohne Bootsführerschein und mit einer kurzen Einweisung am Steg. Das ist die schönste Variante für einen Sommernachmittag: Picknick an Bord, selbst entscheiden, wo du abbiegst, und in die engen Grachten des Jordaan fahren, in die kein großes Rundfahrtboot passt. Rechne an warmen Wochenenden mit voller Auslastung und buche vorher – und halte dich an die Regel, die hier ernst genommen wird: Wer steuert, trinkt nicht.

Der Zeitpunkt schlägt den Anbieter. Am schönsten sind die Grachten in der Stunde vor Sonnenuntergang, wenn das Licht flach über das Wasser fällt, und nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Brückenbögen beleuchtet sind – im Winter kommen die Installationen des Amsterdam Light Festival dazu, die eigens für die Betrachtung vom Boot aus gebaut werden. Mittags im Juli fährst du dagegen im Konvoi und fotografierst vor allem andere Boote. Bei Regen sind die überdachten Salonboote die bessere Wahl, bei Hitze die offenen; wer beides kombinieren will, nimmt eine Fahrt mit aufklappbarem Dach.

Ein Wort zum Wasser selbst. Die Grachten sind keine Kulisse, sondern ein arbeitendes System aus Schleusen und Pumpen, das regelmäßig durchgespült wird; deshalb sind sie deutlich sauberer, als ihr Ruf vermuten lässt. Rund 2.500 Hausboote liegen offiziell an den Kais und sind ganz normale Wohnadressen mit Post, Strom und Anschluss – Fotos durch fremde Fenster sind entsprechend unbeliebt. Und wenn am Ufer ein Reiher regungslos neben dir auf einem Poller wartet: Der gehört dazu. In Amsterdam leben hunderte davon mitten in der Stadt und warten geduldig an den Fischständen.

Aktivitäten & Touren in Amsterdam

Museen & Kunst

Rijksmuseum, Van Gogh Museum und die Kunst am Museumplein

Zwischen den drei großen Häusern am Museumplein liegen keine fünf Gehminuten – und genau darin besteht die Falle.

Museumplein
Museumplein

Amsterdam hat mehr Museen auf engem Raum als fast jede andere europäische Stadt, und die drei am Museumplein sind nur der Anfang. Plane sie trotzdem zuerst, weil sie die Tickets diktieren: Beim Anne Frank Huis und beim Van Gogh Museum gibt es Tickets ausschließlich online und ausschließlich mit Zeitfenster – wer dort spontan vor der Tür steht, steht umsonst. Das Rijksmuseum arbeitet ebenfalls mit festen Einlasszeiten, hier bekommst du kurzfristig meist noch ein Zeitfenster, nur selten das gewünschte. Der Ablauf ist immer gleich: Termin online buchen, QR-Code aufs Handy, rechtzeitig vor dem Slot da sein – und komm pünktlich, Kulanz beim Zeitfenster ist Glückssache. Zwei große Häuser an einem Vormittag ist der Fehler, den fast alle einmal machen.

Für das Rijksmuseum solltest du mindestens drei Stunden einplanen, auch wenn die Ehrengalerie in vierzig Minuten abzulaufen wäre. Das Haus erzählt die niederländische Geschichte über acht Jahrhunderte, und die stärksten Räume sind oft nicht die berühmten: Schiffsmodelle und Galionsfiguren, Delfter Fayencen, die Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert, die als vollständige Kaufmannshaushalte im Maßstab gebaut wurden. Im Philips-Flügel kocht das RIJKS auf Sterne-Niveau und ist mittags deutlich leichter zu bekommen als abends – ein guter Weg, den Museumstag zu unterbrechen, ohne das Gebäude verlassen zu müssen.

Das Van Gogh Museum funktioniert anders als ein klassisches Kunstmuseum: Es zeigt ein einziges Leben, chronologisch geordnet, von den erdfarbenen frühen Arbeiten in Brabant über die Pariser Jahre bis zu Arles, Saint-Rémy und den letzten Wochen in Auvers-sur-Oise. Weil die Sammlung aus dem Familienbesitz stammt, hängen dazwischen Briefe an den Bruder Theo, und die machen den Unterschied zwischen Ansehen und Verstehen aus. Zwei Stunden reichen. Nebenan zeigt das Stedelijk Museum moderne und zeitgenössische Kunst von Mondriaan und Malewitsch bis in die Gegenwart, und am Rand des Platzes zieht das Moco Museum mit Banksy und zeitgenössischer Straßenkunst ein deutlich jüngeres Publikum an.

Wenn die großen Häuser abgehakt sind, wird es interessant. Im Rembrandthuis an der Jodenbreestraat lebte und arbeitete Rembrandt zwanzig Jahre lang, bis er 1656 zahlungsunfähig wurde; das Inventar der Zwangsversteigerung war so genau, dass sich die Werkstatt samt Farbmühle rekonstruieren ließ. Das Scheepvaartmuseum am Oosterdok erklärt die Seefahrt, die den Grachtengürtel überhaupt erst finanziert hat, und hat den Nachbau eines Ostindienfahrers am Kai liegen. Das Wereldmuseum Amsterdam im Osten, das bis 2023 Tropenmuseum hieß, arbeitet die koloniale Geschichte auf, aus der ein guter Teil dieses Reichtums stammt. Und drüben in Noord zeigt das EYE Filmmuseum in seinem weißen Keil am IJ Retrospektiven und Klassiker – der Blick aus dem Café zurück auf die Stadt kostet nichts.

Städtereise & Rundgang

Amsterdam als Städtereise – zwei Tage vom Dam bis nach Noord

Zwei Tage reichen für das Zentrum, wenn du den ersten dem Wasser widmest und den zweiten der Kunst.

Starte am ersten Morgen am Dam, solange dort mehr Tauben als Reisegruppen stehen. Von dort gehst du westwärts über die Grachten in Richtung Westerkerk. Die Reihenfolge von innen nach außen ist Singel, Herengracht, Keizersgracht, Prinsengracht – wer sich das merkt, verläuft sich in Amsterdam nie ernsthaft, weil jede Querstraße irgendwann wieder auf einen der vier Ringe stößt. Am Westermarkt liegen Westerkerk und Anne Frank Huis nebeneinander; wenn dein Zeitfenster am Vormittag liegt, hast du den schwierigsten Programmpunkt der Reise damit schon erledigt und den Rest des Tages frei.

Im Jordaan brauchst du dann keine Route mehr, sondern Zeit. Zwischen Rozengracht und Brouwersgracht liegen enge Gassen, Hofjes hinter unauffälligen Türen und braune Cafés, die seit hundert Jahren dieselbe Einrichtung haben. Am Noordermarkt findest du samstags den Bauernmarkt und montags den Flohmarkt, an der Ecke steht das Winkel 43, dessen Apfeltorte in Amsterdam als Maßstab gilt – ein Stück bestellen, draußen sitzen, weiterlaufen. Für den Nachmittag nimmst du eine Grachtenfahrt, am besten in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang, und lässt den Abend im Jordaan oder an den Terrassen rund um das Leidseplein ausklingen.

Der zweite Tag gehört dem Süden. Geh zu Fuß am Wasser entlang oder nimm die Tram zum Museumplein und widme dich dem Museum, für das du gebucht hast – Rijksmuseum oder Van Gogh Museum, nicht beide vor dem Mittagessen. Danach in den Vondelpark, wo du an einem der Teiche eine Stunde sitzen kannst, ohne dass es sich nach vergeudeter Zeit anfühlt. Nachmittags wechselst du nach De Pijp: Albert Cuypmarkt, ein Stroopwafel frisch vom Eisen, dann das ruhigere Raster rund um den Sarphatipark, wo die Cafés kleiner und die Preise freundlicher werden als im Zentrum.

Bleibst du länger, geht der dritte Tag über das Wasser. Hinter dem Hauptbahnhof legen die kostenlosen Fähren nach Amsterdam-Noord ab; drüben stehen EYE Filmmuseum und A'DAM Toren, und ein paar Fährminuten weiter westlich liegt die NDSM-Werf mit Streetart, Hallenflohmarkt und Blick zurück auf die Skyline. Wer statt Industrie lieber Grün will, fährt nach Amsterdam-Oost zum Oosterpark und zur Brauerei am Fuß der alten Windmühle. Und wer vier Tage hat, reserviert den letzten für einen Ausflug: Zaanse Schans, Haarlem oder im Frühjahr der Keukenhof liegen alle weniger als eine Stunde entfernt.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Amsterdams Stadtviertel vom Jordaan bis nach Amsterdam-Noord

Der Grachtengürtel ist nur der innere Ring – die Viertel, in denen Amsterdam tatsächlich wohnt, beginnen direkt dahinter.

Jordaan
Jordaan

Der Grachtengordel ist die Adresse, die alle meinen, wenn sie Amsterdam sagen: vier Kanäle mit Giebelhäusern, Grachtenmuseen, Galerien und den teuersten Wohnungen der Stadt, dazwischen die Neun Straßen zwischen Singel und Prinsengracht mit kleinen Läden und Cafés. Zum Wohnen ist das Viertel zentral und abends erstaunlich ruhig, zum Bummeln unschlagbar – nur führt hier praktisch jeder Weg auch über die Route, die jede Reisegruppe nimmt. Gleich westlich beginnt der Jordaan, im 17. Jahrhundert für Handwerker und Zuwanderer gebaut, lange arm und heute die begehrteste Wohnlage der Stadt. Geblieben sind die Hofjes, die braunen Cafés und ein Straßennetz, in dem man sich mit Absicht verläuft.

Südlich der Singelgracht teilen sich zwei sehr unterschiedliche Viertel den Stadtplan. De Pijp wurde ab den 1870er Jahren als dichtes Raster für Arbeiterfamilien hochgezogen, wurde später Studenten- und Einwandererviertel und ist heute die Ausgehgegend mit der höchsten Lokaldichte – Albert Cuypmarkt, Gerard Doustraat, Sarphatipark. Oud-Zuid ist das Gegenprogramm: breite Alleen, Stadtvillen, das Museumplein, das Concertgebouw und die Schaufenster der P.C. Hooftstraat. Der Vondelpark liegt zwischen beidem und gehört gefühlt allen. Wer mit Kindern reist oder abends Ruhe braucht, ist in Oud-Zuid richtig; wer nach dem Essen noch etwas vorhat, in De Pijp.

Amsterdam-Oost ist das Viertel, in das die Stadt gerade wächst, ohne dass viele Besucher es mitbekommen. Rund um den Oosterpark stehen Straßenzüge aus dem späten 19. Jahrhundert, das Wereldmuseum Amsterdam arbeitet die koloniale Vergangenheit auf, und in der Javastraat sowie auf dem Dappermarkt sind die Küchen der Stadt so international wie sonst nirgends. Am Rand des Viertels steht eine alte Windmühle, an deren Fuß eine Brauerei sitzt, deren Terrasse an Sommerabenden aussieht wie ein Dorffest. Für Reisende, die schon einmal in Amsterdam waren, ist Oost die logische zweite Runde – nah genug am Zentrum, weit genug weg von den Rundfahrtbooten.

Amsterdam-Noord liegt jenseits des IJ und war jahrzehntelang der Rücken der Stadt: Werften, Wohnsiedlungen, Industrie. Seit die Werften still liegen, ist daraus das ungeordnetste und interessanteste Viertel geworden. Auf der NDSM-Werf haben Künstler die Hallen übernommen, dazwischen stehen Container-Ateliers, ein zum Hotel umgebauter Kran und Flächen für Festivals; am Fähranleger gegenüber dem Hauptbahnhof markieren EYE Filmmuseum und A'DAM Toren die neue Silhouette. Fahr hinüber, wenn du genug Giebel gesehen hast – und nimm die Fähre, sie kostet nichts und fährt in dichtem Takt, ohne dass du auf einen Fahrplan schauen müsstest.

Übernachten

Hotels in Amsterdam und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Der Preis eines Amsterdamer Hotelzimmers hängt weniger an den Sternen als am Wochentag – dienstags kostet dasselbe Zimmer oft die Hälfte.

An der Spitze stehen vier Häuser mit sehr unterschiedlichen Argumenten. Das Sofitel Legend The Grand Amsterdam residiert in einem Gebäudekomplex, der einst das Rathaus der Stadt war, mit Innenhof, Gartenterrasse und einer Lage mitten in der Altstadt. Das InterContinental Amstel Amsterdam ist das traditionsreichste Haus am Platz, 1867 direkt an die Amstel gebaut, mit Zimmern, deren Fenster auf das Wasser gehen. Das Conservatorium Hotel sitzt im Bau des früheren Konservatoriums am Museumplein und hat den Innenhof zu einer verglasten Halle umgebaut, in der halb Oud-Zuid frühstückt. Und das Hotel Okura Amsterdam bringt japanische Präzision in den Süden der Stadt, samt eines Restaurants im 23. Stock, von dem aus die halbe Provinz flach unter dir liegt.

Darunter beginnt die eigentliche Entscheidung, und sie fällt über die Lage, nicht über die Kategorie. Das citizenM Amstel Amsterdam steht für den Typ Haus, der in Amsterdam am besten funktioniert: kompaktes Designzimmer zum kalkulierbaren Preis, Selbst-Check-in, große Lobby als Wohnzimmer, dazu ein Bahnknoten mit Metroanschluss vor der Tür. Wer zum ersten Mal kommt und alles zu Fuß machen will, sucht im Grachtengordel oder im Jordaan. Wer abends ausgehen will, wohnt in De Pijp. Wer Ruhe und kurze Museumswege will, in Oud-Zuid. Und wer bereit ist, eine Fähre oder zwei Metrostationen einzurechnen, bekommt in Noord und Oost für dasselbe Geld deutlich mehr Zimmer.

Amsterdam gehört zu den teuersten Hotelstädten Europas, und der Ausschlag zwischen den Wochentagen ist größer als der zwischen den Kategorien. Von Freitag bis Sonntag zahlst du regelmäßig das Doppelte dessen, was dasselbe Zimmer am Dienstag kostet; dazu kommen die großen Messen im RAI, das Pride-Wochenende Anfang August, der Königstag Ende April und die Adventswochenenden, an denen im Zentrum praktisch nichts mehr frei ist. Umgekehrt reist du im Januar, Februar und November spürbar günstiger. Rechne außerdem mit der Touristensteuer, die Amsterdam als Prozentsatz auf den Zimmerpreis erhebt, die auf Buchungsportalen oft nicht im angezeigten Preis steckt und die hier höher ausfällt als in fast jeder anderen europäischen Stadt.

Drei Dinge sorgen in Amsterdam öfter für Überraschungen als anderswo. Erstens die Treppen: Grachtenhäuser sind schmal und hoch, historische Hotels haben oft keinen Aufzug, und die Stufen sind so steil, dass sie eher an eine Leiter erinnern – wer schwer trägt oder schlecht zu Fuß ist, fragt vorher nach. Zweitens die Zimmergrößen: Was in einem denkmalgeschützten Haus als Doppelzimmer verkauft wird, ist gelegentlich kleiner als das Badezimmer zu Hause. Drittens das Auto: Hotels im Zentrum haben so gut wie nie eigene Stellplätze, Parkhäuser sind teuer, und die Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand, bei denen die Fahrt ins Zentrum meist im Tagessatz steckt, sind fast immer die vernünftigere Lösung.

Hotels in Amsterdam

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Amsterdam und was auf den holländischen Teller kommt

In Amsterdam isst man früh, reserviert online und zahlt fast überall mit Karte – und die interessantesten Küchen der Stadt sind gar keine holländischen.

Die niederländische Küche hat einen schlechteren Ruf, als sie verdient, und die Häuser, die sie ernst nehmen, sind leicht zu finden. Das Moeders im Jordaan hat seine Wände mit Fotos von Müttern tapeziert, die Gäste über Jahre mitgebracht haben, serviert Stamppot, Hachee und Erbsensuppe auf zusammengewürfeltem Geschirr und ist abends ohne Reservierung chancenlos. Das Haesje Claes zwischen Dam und Spui verteilt sich über mehrere alte Grachtenhäuser und kocht dieselben Klassiker in ruhigerem Rahmen. Und das De Silveren Spiegel in einem Haus von 1614 hebt dieselbe Küche in die gehobene Klasse, mit Erzeugern, die auf der Karte namentlich genannt werden.

Nach oben hin wird es dann doch international. Das RIJKS im Philips-Flügel des Rijksmuseums kocht mit einem Michelin-Stern und nimmt sich die Sammlung nebenan zum Thema – mittags mit Menü, das erheblich leichter zu bekommen ist als ein Tisch am Abend. Im Hotel Okura arbeiten gleich mehrere ausgezeichnete Küchen unter einem Dach, darunter eine im 23. Stock mit Blick über die Stadt. Am anderen Ende der Skala steht das Café Loetje im Süden, eine Institution, in der es im Kern um eine einzige Sache geht: Biefstuk in der Pfanne, mit Bratensaft, dazu Pommes und ein Bier. Reservieren hilft, Warten gehört trotzdem dazu.

Die spannendste Küche Amsterdams ist keine niederländische. Aus der kolonialen Geschichte mit Indonesien ist eine Restaurantlandschaft entstanden, die es in dieser Dichte sonst nirgends in Europa gibt: Die Rijsttafel, ein Tisch voller kleiner Schalen mit Rendang, Satay, Sambal und einem Dutzend weiterer Gerichte, ist der klassische Abend für Gruppen. Dazu kommen surinamische Roti-Läden, türkische Bäcker in Oost und die Garküchen des Albert Cuypmarkts. Für zwischendurch gilt die kurze Liste: Hering mit Zwiebeln und saurer Gurke vom Stand, Bitterballen zum Bier, ein frisch gebackener Stroopwafel und eine Kroket, die es in Amsterdam sogar aus der Wand gibt.

Vier Regeln retten dir den Abend. Es wird früh gegessen – die Küchen füllen sich ab 18 Uhr, und wer um halb zehn noch warm essen will, sucht länger, als ihm lieb ist. Reserviert wird online, auch in einfachen Lokalen, in der Innenstadt gern mehrere Tage im Voraus. Gezahlt wird mit Karte, nicht selten ausschließlich; auf dem Schild steht dann alleen pinnen, und Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert – eine Debitkarte von Visa oder Mastercard ist die sichere Wahl. Und Trinkgeld ist in den Niederlanden keine Pflicht: Der Service ist eingerechnet, aufgerundet wird trotzdem gern.

Restaurants in Amsterdam

Anreise & vor Ort

Anreise nach Amsterdam aus Deutschland und unterwegs in der Stadt

Aus dem Rheinland bist du mit der Bahn schneller in Amsterdam als in München – und in der Stadt selbst ist das Auto das langsamste Verkehrsmittel.

Aus Deutschland ist die Bahn die naheliegendste Anreise. Aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet fahren mehrmals täglich ICE-Züge über Utrecht direkt nach Amsterdam Centraal, ab Köln bist du in gut zweieinhalb Stunden da, ab Düsseldorf noch schneller. Aus Berlin fährt ebenfalls ein Direktzug, der knapp sechs Stunden braucht. Der Vorteil liegt nicht nur in der Fahrzeit: Amsterdam Centraal steht mitten in der Stadt, du steigst aus und stehst nach hundert Metern am Wasser, während der Flug am Ende immer noch einen Transfer bedeutet. Sparpreise lohnen sich hier besonders, weil die Nachfrage an Wochenenden verlässlich hoch ist.

Per Flug landest du auf Schiphol, einem der größten Drehkreuze Europas, und der Weg in die Stadt ist unkompliziert: Die Bahnsteige liegen direkt unter der Ankunftshalle, Züge fahren in dichtem Takt, und nach rund einer Viertelstunde stehst du in Amsterdam Centraal. Für den Rückflug solltest du großzügig planen – der Flughafen arbeitet regelmäßig an seiner Kapazitätsgrenze, und die Schlangen an der Sicherheitskontrolle sind berüchtigt. Wer in Oud-Zuid oder De Pijp wohnt, fährt statt nach Centraal besser bis zur Station Amsterdam Zuid und steigt dort in Tram oder Metro um, das spart oft eine halbe Stunde.

Mit dem Auto ist Amsterdam gut erreichbar und schlecht zu benutzen. Aus dem Ruhrgebiet sind es je nach Startpunkt zwei bis drei Stunden über die A3 und die niederländische A12, Maut fällt keine an, dafür gilt auf Autobahnen tagsüber ein niedrigeres Tempolimit als in Deutschland, und die Kontrolldichte ist hoch. In der Stadt ist der Wagen dann nur noch Ballast: enge Gassen, Einbahnstraßen, Radfahrer, die faktisch Vorrang haben, und Straßenparkgebühren, die zu den höchsten Europas zählen. Stell das Auto auf einem der ausgeschilderten Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand ab, wo der Tagessatz niedrig ist und die Fahrt ins Zentrum in der Regel eingeschlossen – die Bedingungen stehen am Automaten.

In der Stadt brauchst du kein Ticket mehr am Schalter. In Tram, Bus und Metro checkst du mit kontaktloser Bank- oder Kreditkarte beim Einsteigen ein und beim Aussteigen wieder aus, so wie im ganzen Land – das Auschecken nicht vergessen, sonst wird der Höchstbetrag abgebucht. Die Fähren über das IJ hinter dem Hauptbahnhof fallen aus diesem System heraus: Sie sind kostenlos, für Fußgänger wie für Räder, und es gibt weder Schranken noch eine Säule zum Einchecken – du gehst einfach an Bord. Bleibt das Fahrrad, und dazu eine ehrliche Warnung: Amsterdam ist eine großartige Radstadt für Leute, die täglich radeln, und ein Stresstest für alle anderen. Wer ungeübt ist, startet früh am Morgen, hält sich an Vondelpark und ruhigere Viertel und stellt das Rad ausschließlich in ausgewiesenen Ständern ab.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge ins Umland

Ausflüge ab Amsterdam zu Windmühlen, Tulpen und an die Küste

Die Niederlande sind so kompakt, dass fast jedes Ziel als Halbtagesausflug funktioniert – zur Zaanse Schans sind es knapp zwanzig Bahnminuten.

Der Klassiker ist die Zaanse Schans, ein Freilichtareal mit historischen Windmühlen an der Zaan, nördlich der Stadt. Die Mühlen mahlten hier Farbpigmente, Senf und Öl oder sägten Holz – einige arbeiten bis heute und lassen sich von innen besichtigen, dazu kommen eine Käserei, eine Holzschuhmacherei und Handwerkshäuser, die aus der ganzen Region hierher versetzt wurden. Neu ist, dass die Gemeinde Zaanstad seit der Saison 2026 auch für das Areal selbst Eintritt verlangt – rund 17,50 Euro, in denen die Mühlen von innen und die Museen enthalten sind; buche das Ticket vorab online und prüfe den aktuellen Preis auf der offiziellen Seite. Komm früh: Ab dem späten Vormittag treffen die Busgruppen ein, und der Weg vom Bahnhof Zaandijk Zaanse Schans dauert nur rund eine Viertelstunde zu Fuß.

Zwischen Ende März und Mitte Mai lohnt die Blumenzwiebelregion südlich von Haarlem. Der Keukenhof bei Lisse ist der große Anlaufpunkt, ein rund 32 Hektar großer Park mit Millionen gepflanzter Zwiebeln, der nur in diesen Wochen öffnet – Kombitickets mit dem Bus ab Schiphol oder Amsterdam sind der bequemste Weg, und Zeitfenster gehören dazu. Die eigentliche Blüte liegt allerdings draußen: Die Felder rund um Lisse, Noordwijkerhout und Hillegom lassen sich per Leihrad abfahren, ohne Eintritt und ohne Gedränge. Der Verlauf hängt vom Wetter ab, die Hauptzeit für Tulpen liegt meist zwischen Mitte April und Anfang Mai.

Haarlem liegt rund fünfzehn Bahnminuten westlich und ist die entspannte Version von Amsterdam: ein großer Marktplatz mit der Grote Kerk, das Frans Hals Museum, Hofjes wie im Jordaan und deutlich weniger Menschen pro Quadratmeter. Von dort fährt der Zug in wenigen Minuten weiter nach Zandvoort aan Zee, dem nächstgelegenen Nordseestrand – breiter Sand, Strandpavillons, an Sommerwochenenden voll und im Winter menschenleer und windig. Beides zusammen ergibt einen guten Tag, wenn dir das Zentrum zu eng geworden ist, und beides funktioniert ohne Auto und ohne Vorausbuchung.

Nördlich der Stadt beginnt Waterland, eine flache Polderlandschaft mit Deichen, Wasserläufen und Dörfern wie Broek in Waterland, Marken und Volendam – Marken war bis 1957 eine Insel und ist seitdem über einen Damm erreichbar, Volendam lebt sichtbar vom Tagestourismus, und die Radwege dazwischen sind der eigentliche Grund zu kommen. Und dann die anderen Städte: Utrecht mit seinen Kaikellern an der Oudegracht liegt eine gute halbe Stunde entfernt, Rotterdam mit seiner Nachkriegsarchitektur rund vierzig Minuten, Den Haag mit dem Mauritshuis und dem Strand von Scheveningen knapp eine Stunde.

Feste & Veranstaltungen

Königstag, Pride und das Amsterdam Light Festival im Jahreslauf

Vier Termine verändern Amsterdam so gründlich, dass sie über den Charakter deiner Reise mehr entscheiden als die Jahreszeit.

Grachtengürtel
Grachtengürtel

Der größte davon ist der Königstag am 27. April – fällt das Datum auf einen Sonntag, wird schon am 26. gefeiert. Die halbe Stadt zieht Orange an, auf den Grachten schiebt sich ein Boot ans nächste, und auf dem Vrijmarkt darf an diesem einen Tag jeder ohne Genehmigung auf der Straße verkaufen, weshalb ganze Viertel zum Flohmarkt werden. Schon der Abend davor, die Koningsnacht, ist ein eigenes Ereignis. Wer dabei sein will, bucht Monate im Voraus und rechnet damit, dass Tram- und Metrolinien im Zentrum umgeleitet werden; wer Ruhe sucht, verschiebt die Reise um eine Woche.

Anfang Mai folgen zwei Tage, die genau gegensätzlich funktionieren. Am 4. Mai steht das Land beim Dodenherdenking um 20 Uhr zwei Minuten still, auf dem Dam zentral und im Rest der Stadt ebenso – ein Moment, den du als Gast einfach mitträgst. Am 5. Mai wird der Befreiung 1945 mit Festivals und Konzerten gedacht, unter anderem auf der Amstel. Im Sommer bespielt dann das Grachtenfestival im August klassische Konzerte an Kais, in Höfen und auf Pontons mitten im Wasser, viele davon kostenlos und ohne Anmeldung.

Die Amsterdam Pride zieht sich über gut eine Woche Ende Juli und Anfang August und endet mit der Canal Parade, bei der geschmückte Boote durch die Prinsengracht fahren und die Ufer dicht an dicht besetzt sind. Es ist das vollste Wochenende des Amsterdamer Sommers, mit Hotelpreisen auf Jahreshöchststand. Im Herbst öffnen zur Museumnacht Anfang November dutzende Häuser bis in die Nacht mit eigenem Programm, und von Ende November bis Mitte oder Ende Januar hängen beim Amsterdam Light Festival Lichtinstallationen über den Kanälen, die eigens für den Blick vom Boot aus gebaut sind.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Sieh vor der Buchung in den Kalender, egal in welche Richtung deine Vorliebe geht – dieselbe Stadt kostet an einem dieser Wochenenden das Doppelte und fühlt sich vollkommen anders an. Zweitens: Die stillen Preistreiber sind die Messen im RAI im Süden der Stadt. Sie tauchen in keinem Reiseführer auf, belegen aber regelmäßig halb Amsterdam mit Geschäftsreisenden, und du merkst sie erst daran, dass in einer beliebigen Woche im Oktober nichts Bezahlbares mehr frei ist. Ein Blick in den RAI-Messekalender vor der Hotelbuchung spart hier mehr Geld als jeder Rabattcode.

Praktische Tipps

Praktische Tipps für Amsterdam, die den Städtetrip entspannter machen

Die meisten Ärgernisse in Amsterdam entstehen nicht durch Pech, sondern durch drei Buchungen, die man vor der Abreise hätte erledigen können.

Anne Frank Huis
Anne Frank Huis

Der wichtigste Amsterdam-Tipp ist unspektakulär: Buche, bevor du fährst. Anne Frank Huis, Van Gogh Museum und Rijksmuseum arbeiten mit Online-Zeitfenstern, die gefragten Slots sind Wochen im Voraus vergeben, und beim Anne Frank Huis gibt es an der Tür nichts zu holen. Dasselbe gilt für Restaurants im Zentrum an Wochenenden und für Grachtenfahrten am Abend. Wer diese drei Buchungen vor der Abreise erledigt, hat vor Ort nur noch angenehme Entscheidungen zu treffen – wer es lässt, verbringt den ersten Tag mit dem Handy in der Hand und der Suche nach Restkarten.

Amsterdam ist klein, und die Besucherzahlen verteilen sich auf wenige Straßen. Zwischen Hauptbahnhof, Damrak, Dam und Kalverstraat kommst du an Sommernachmittagen kaum voran, und in De Wallen wird es an Wochenendabenden unangenehm eng. Die Lösung ist banal und wirkt sofort: früh anfangen, die Achse Damrak–Kalverstraat meiden und stattdessen die parallelen Grachten nehmen, und die Viertel jenseits des Zentrums fest einplanen – Jordaan am Vormittag, De Pijp am Nachmittag, Noord oder Oost am Abend. Von November bis März bekommst du dieselbe Stadt mit einem Bruchteil der Menschen und zu deutlich niedrigeren Zimmerpreisen.

Beim Geld funktioniert Amsterdam anders, als viele Deutsche erwarten. Bargeld ist in vielen Läden, Cafés und Museen gar nicht mehr vorgesehen, das Schild alleen pinnen heißt genau das. Gleichzeitig werden Kreditkarten längst nicht überall akzeptiert, weil das Land traditionell auf Debitkarten setzt – eine Debitkarte von Visa oder Mastercard funktioniert am zuverlässigsten, die deutsche Girocard allein wird oft abgelehnt. Dieselbe Karte reicht anschließend für Tram, Metro und Bahn. Und für die Touristensteuer auf der Hotelrechnung solltest du im Budget etwas Luft lassen, sie wird am Ende separat aufgeschlagen.

Und schließlich die ungeschriebenen Regeln, an denen Erstbesucher sofort zu erkennen sind. Der Radweg ist eine Fahrbahn und kein Gehweg – wer darauf stehen bleibt, um zu fotografieren, wird angeklingelt und zu Recht. In De Wallen ist das Fotografieren von Sexarbeiterinnen verboten und wird von Anwohnern wie Polizei durchgesetzt; das Viertel ist Wohngebiet, und der Ton ist entsprechend. Cannabis wird in lizenzierten Coffeeshops geduldet, ist aber nicht generell legal, und im Ausgehviertel rund um De Wallen gilt inzwischen ein Rauchverbot auf offener Straße. Wer sich daran hält, erlebt eine Stadt, die überraschend gelassen mit ihren Gästen umgeht.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Amsterdam – und welches zu dir passt

GrachtengordelGrachtengordelVier Kanäle in konzentrischen Halbkreisen, gesäumt von schmalen Giebelhäusern aus dem 17. Jahrhundert und seit 2010 UNESCO-Welterbe. Dazwischen liegen die Neun Straßen mit kleinen Läden, Grachtenmuseen und Galerien – die Gegend, in der Amsterdam so aussieht, wie man es sich vorgestellt hat.Ideal für: Erste Amsterdam-Runde1 TagJordaanJordaanIm 17. Jahrhundert für Handwerker und Zuwanderer gebaut, lange das arme Viertel und heute die begehrteste Wohnlage der Stadt. Enge Gassen, Hofjes hinter unauffälligen Türen, braune Cafés mit hundert Jahre alter Einrichtung und der Noordermarkt mit Bauernmarkt am Samstag.Ideal für: Gassen & braune Cafés½–1 TagOud-ZuidOud-ZuidBreite Alleen, Stadtvillen und das Museumplein, an dem Rijksmuseum, Van Gogh Museum und Stedelijk nebeneinander stehen. Dazu das Concertgebouw mit seiner Akustik, die teuren Schaufenster der P.C. Hooftstraat und der Vondelpark als grüner Streifen mitten hindurch.Ideal für: Museen & Vondelpark1 TagDe PijpDe PijpEin dichtes Straßenraster südlich der Singelgracht, ab den 1870er Jahren für Arbeiterfamilien gebaut und heute das Viertel mit der höchsten Lokaldichte. Der Albert Cuypmarkt zieht sich über rund einen Kilometer, zwei Querstraßen weiter liegt halb De Pijp im Gras des Sarphatiparks.Ideal für: Markt & Ausgehen½ TagAmsterdam-OostAmsterdam-OostDas bodenständige Amsterdam jenseits der Grachtenboote: Straßenzüge aus dem späten 19. Jahrhundert rund um den Oosterpark, das Wereldmuseum Amsterdam zur kolonialen Vergangenheit, internationale Küchen an der Javastraat und eine Brauerei am Fuß einer alten Windmühle.Ideal für: Zweiter Besuch½ TagAmsterdam-NoordAmsterdam-NoordJenseits des IJ, erreichbar mit kostenlosen Fähren hinter dem Hauptbahnhof. Aus stillgelegten Werften sind Ateliers, Hallenflohmärkte und Festivalflächen geworden; am Ufer markieren das EYE Filmmuseum und der A'DAM Toren die neue Silhouette der Stadt.Ideal für: Industriekultur am IJ½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Amsterdam: Wetter und Feste im Jahreslauf

Amsterdam liegt so nah am Meer, dass das Wetter selten extrem und fast immer wechselhaft ist – entscheidender als das Thermometer ist meist der Wind über den Grachten.

Das Klima in Amsterdam ist gemäßigt ozeanisch: milde Winter um den Gefrierpunkt, kühle Sommer, die nur an wenigen Tagen über 25 Grad steigen, und Niederschlag, der sich über das ganze Jahr verteilt. Dauerregen ist seltener als kurze, kräftige Schauer, die zwischen zwei Grachtenbrücken vorbeiziehen – eine winddichte Jacke bringt hier mehr als ein Schirm, der auf den Brücken ohnehin regelmäßig umklappt. Wichtiger als das Wetter ist der Kalender: Königstag Ende April, das Pride-Wochenende Anfang August und die Adventswochenenden verändern Preise und Andrang stärker als jedes Grad Celsius.

Jan6°1°still, Museen ohne Schlange
Feb7°1°kalt und windig, günstig
Mär10°3°wechselhaft, erste Terrassen
Apr14°4°Tulpenzeit, Königstag
Mai18°8°lange Abende am Wasser
Jun21°11°warm, Grachten am schönsten
Jul23°13°Hochsaison, voll und teuer
Aug23°13°Pride-Wochenende, sehr voll
Sep19°11°mild und deutlich ruhiger
Okt15°8°goldenes Licht am Kanal
Nov10°4°grau, Monat für Museen
Dez7°2°Lichtinstallationen am Wasser

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Amsterdam sind Mai, Juni und September – und für alle, die zu den Tulpen wollen, der April. Im Mai und Juni liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 21 Grad, die Terrassen sind bis in den späten Abend besetzt und die Grachten zeigen sich von ihrer besten Seite. Der September bringt dieselbe Milde bei spürbar weniger Andrang. Juli und August sind warm, aber die teuerste und vollste Zeit des Jahres, der April lohnt wegen Blütenfeldern und Keukenhof trotz kühlerer Werte, und von November bis Februar bekommst du die Stadt günstig, grau und fast menschenleer.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Amsterdam

Wie viele Tage sollte man für Amsterdam einplanen?
Zwei volle Tage reichen für das Zentrum: einmal Grachtengürtel, Jordaan und eine Bootsfahrt, einmal Museumplein, Vondelpark und De Pijp. Ein dritter Tag gehört Amsterdam-Noord oder Amsterdam-Oost, ein vierter einem Ausflug zur Zaanse Schans, nach Haarlem oder im Frühjahr zum Keukenhof. Weniger als zwei Tage bedeutet, dass du entweder die Grachten oder die Museen streichen musst.
Wie bekommt man Tickets für das Anne-Frank-Haus?
Ausschließlich online über die offizielle Website des Museums und ausschließlich mit festem Zeitfenster – eine Abendkasse gibt es nicht, und wer ohne Ticket vor der Tür steht, kommt nicht hinein. Die Kontingente werden in festen Abständen im Voraus freigeschaltet und sind schnell weg. Plane diese Buchung als Erstes, noch bevor Hotel und Zugticket feststehen, und richte den Reisetag danach aus.
Was sollte man in Amsterdam auf keinen Fall auslassen?
Einen frühen Morgen am Grachtengürtel, bevor die Brücken voll werden, die Ehrengalerie im Rijksmuseum mit Rembrandts Nachtwache, das Van Gogh Museum und das Anne Frank Huis an der Prinsengracht. Dazu eine Bootsfahrt in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang, ein Stück Apfeltorte am Noordermarkt im Jordaan und die kostenlose Fähre über das IJ nach Amsterdam-Noord.
In welchem Viertel wohnt man in Amsterdam am besten?
Im Grachtengordel und im Jordaan wohnst du zentral und gehst überall zu Fuß hin, zahlst dafür aber am meisten. Oud-Zuid ist ruhig, elegant und liegt neben Museumplein und Vondelpark. De Pijp ist die Wahl für alle, die abends noch etwas vorhaben. Wer sparen will, nimmt Amsterdam-Oost oder Amsterdam-Noord und rechnet eine Metrostation oder eine kostenlose Fähre ein.
Lohnt sich eine Grachtenfahrt in Amsterdam?
Ja, und zwar mehr als die meisten Stadtrundfahrten anderswo, weil sich Amsterdam vom Wasser aus überhaupt erst erschließt. Klassische Rundfahrten dauern rund 75 Minuten und haben deutsche Audioguides an Bord. Wer flexibler sein will, mietet ein kleines Elektroboot ohne Bootsführerschein. Am schönsten ist die Fahrt kurz vor Sonnenuntergang oder nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Brücken beleuchtet sind.
Sollte man in Amsterdam Fahrrad fahren?
Nur wenn du auch zu Hause regelmäßig radelst. Der Verkehr ist dicht, schnell und folgt eigenen Regeln, Einheimische klingeln selten und weichen noch seltener aus. Wer es versuchen will, startet früh am Morgen, hält sich an Vondelpark, Oud-Zuid und die ruhigeren Viertel und stellt das Rad nur in ausgewiesenen Ständern ab. Alle anderen kommen mit Tram, Metro und den kostenlosen Fähren bequem durch.
Wann blühen die Tulpen und wie kommt man zum Keukenhof?
Die Hauptblüte liegt meist zwischen Mitte April und Anfang Mai, der genaue Verlauf hängt vom Winterwetter ab. Der Keukenhof bei Lisse öffnet nur von Ende März bis Mitte Mai; am bequemsten sind Kombitickets mit Busanreise ab Schiphol oder Amsterdam, Zeitfenster inklusive. Die Felder selbst sind kostenlos: Rund um Lisse und Noordwijkerhout fährst du sie per Leihrad ab, ganz ohne Gedränge.
Wie kommt man vom Flughafen Schiphol ins Zentrum?
Mit dem Zug. Die Bahnsteige liegen direkt unter der Ankunftshalle, Züge fahren in dichtem Takt, und nach rund einer Viertelstunde stehst du in Amsterdam Centraal. Bezahlt wird mit kontaktloser Bank- oder Kreditkarte, beim Ein- und beim Aussteigen jeweils einmal an die Säule halten. Wer in Oud-Zuid oder De Pijp wohnt, steigt besser schon an der Station Amsterdam Zuid in Tram oder Metro um.
Wie vermeidet man in Amsterdam die größten Menschenmassen?
Über die Uhrzeit, nicht über das Ziel. Vor zehn Uhr morgens gehören dir die Grachten fast allein, ab dem späten Nachmittag ist die Achse Damrak–Kalverstraat kaum noch passierbar. Meide De Wallen an Wochenendabenden, nimm statt der Hauptstraßen die parallelen Grachten und plane die Viertel jenseits des Zentrums ein. Von November bis März siehst du dieselbe Stadt mit einem Bruchteil der Besucher.
Was isst man in Amsterdam typischerweise?
Deftig und einfach: Stamppot, Hachee und Erbsensuppe im Winter, dazu Bitterballen zum Bier und Hering mit Zwiebeln und saurer Gurke vom Stand. Süß gehören Stroopwafel und die holländische Apfeltorte dazu. Der eigentliche Amsterdamer Klassiker ist aber indonesisch: die Rijsttafel, ein ganzer Tisch voller kleiner Schalen, ein Erbe der kolonialen Geschichte des Landes.
Braucht man in Amsterdam Bargeld?
Kaum, aber du brauchst die richtige Karte. Viele Läden, Cafés und Museen nehmen gar kein Bargeld mehr an – auf dem Schild steht dann alleen pinnen. Gleichzeitig werden Kreditkarten nicht überall akzeptiert, weil die Niederlande traditionell auf Debitkarten setzen. Am zuverlässigsten funktioniert eine Debitkarte von Visa oder Mastercard; dieselbe Karte gilt auch als Fahrschein in Tram, Metro und Bahn.
Was kann man in Amsterdam bei Regen machen?
Die Stadt ist dafür gemacht. Rijksmuseum, Van Gogh Museum und Stedelijk liegen am Museumplein nebeneinander, dazu kommen Rembrandthuis, Scheepvaartmuseum, Wereldmuseum Amsterdam und das NEMO Science Museum am Oosterdok. Eine Grachtenfahrt im überdachten Salonboot funktioniert bei Regen sogar besser als bei Hitze, und braune Cafés im Jordaan sind für graue Nachmittage praktisch erfunden worden.
Wann ist die beste Reisezeit für Amsterdam?
Mai, Juni und September mit Höchstwerten zwischen 18 und 21 Grad, langen Abenden und moderatem Andrang. Der April lohnt wegen der Tulpenfelder und des Königstags, bleibt aber kühler und wechselhafter. Juli und August sind die teuerste und vollste Zeit, November bis Februar die günstigste – grau, windig, dafür mit Museen ohne Schlange und Hotelpreisen auf halbem Niveau.

· Sehenswürdigkeiten

Das musst du gesehen haben.

· Hotels

Wo übernachten.

· Restaurants

Wo essen.

· Aktivitäten

Was erleben.

AmsterdamKurz nach sieben gehört der Grachtengürtel den Fahrrädern, den Reihern auf den Pollern und dem flachen Licht, das über das Wasser der Prinsengracht streicht.

Der Reisebrief

Ein Ziel, ein Preisfund, ein Plan — mehr nicht.

Einmal im Monat: wohin es sich gerade lohnt — mit geprüftem Preis und fertigem Plan.

Kostenlos & jederzeit abbestellbar — Anmeldung mit Bestätigungs-Mail.

Reise buchen

Deine Amsterdam-Reise buchen

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Hotels

Vom Boutique-Hotel in der Altstadt bis zum Landhaus im Grünen.

Hotels ansehen5 in Amsterdam

Touren & Tickets

Museen, Wahrzeichen und Weinproben — Tickets und geführte Touren, oft ohne Anstehen.

Touren & Tickets5 in Amsterdam

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter. Warum wir empfehlen, was wir empfehlen

Keine Lust zu suchen? Sag uns Budget und Reisezeit — wir stellen dir Amsterdam zusammen.

Persönliches Angebot anfragen →
Reiseplaner

Deine perfekte Reise – in Minuten geplant.

Sag uns, wohin und wie lange – der travelperfect Reiseplaner stellt dir Route, Highlights und Programm passend zusammen.

Reise planen
  • KI-Copilot
  • Route
  • Highlights
  • Crew
  • Budget
Reise buchen