Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rotterdam
Fast alles, was du in Rotterdam sehen willst, liegt in einem Streifen von zweieinhalb Kilometern zwischen dem Hauptbahnhof und dem Südufer der Maas.
Die Erasmusbrücke ist der Ort, an dem Rotterdam für die meisten Besucher anfängt. 802 Meter spannt sich der Stahl über die Nieuwe Maas, der weiße Pylon knickt auf 139 Metern Höhe nach hinten weg, und weil die Silhouette an einen Vogelhals erinnert, nennt die Stadt ihre Brücke seit der Eröffnung 1996 nur „De Zwaan“, den Schwan. Geh sie unbedingt zu Fuß ab, am besten von Norden nach Süden am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Hochhäuser am Südufer von vorn trifft. Der südliche Abschnitt ist eine Klappbrücke, die für hohe Schiffe geöffnet wird – mit etwas Glück stehst du genau dann davor.
Am Blaak steht auf engstem Raum das, was Rotterdam weltweit bekannt gemacht hat. Piet Blom stellte hier ab 1982 achtunddreißig Würfelhäuser auf Betonstelzen und kippte jeden Kubus um fünfundvierzig Grad auf die Ecke; im Kijk-Kubus, einem als Museumswohnung eingerichteten Würfel, siehst du dir an, wie es sich zwischen schrägen Wänden lebt. Gegenüber wölbt sich die Markthal von MVRDV, ein Hufeisen aus über zweihundert Wohnungen über einer offenen Markthalle, dessen Innenschale auf rund 11.000 Quadratmetern mit Obst, Fischen und Blüten bedruckt ist – ein digital gerendertes Bild von Arno Coenen und Iris Roskam, entstanden mit Animationssoftware und gedruckt auf tausende perforierte Aluminiumpaneele, das größte Kunstwerk der Niederlande. Zweimal pro Woche breitet sich davor auf der Binnenrotte einer der größten Freiluftmärkte des Landes aus.
Der Euromast wurde 1960 zur Gartenbauausstellung Floriade gebaut und zehn Jahre später um eine Spitze verlängert, die ihn auf 185 Meter brachte. Das feste Aussichtsdeck liegt tiefer, spannender ist der Euroscoop, eine gläserne Kanzel, die sich langsam drehend am Mast nach oben schraubt. Von dort siehst du in die eine Richtung die Skyline und in die andere den Hafen, der sich vierzig Kilometer weit nach Westen bis an die Nordsee zieht. Im Turm gibt es eine Brasserie und zwei Suiten zum Übernachten, im Sommer seilen sich Mutige an der Außenwand ab.
Vom alten Rotterdam ist wenig übrig, und genau dieses Wenige lohnt den Umweg. Die spätgotische Laurenskerk am Grotekerkplein brannte 1940 bis auf die Mauern aus und wurde bis 1968 wieder aufgebaut – sie ist der prominenteste der wenigen Bauten, die im zerstörten Zentrum stehen blieben, neben Stadhuis, Hauptpost, Beurs und dem Witte Huis. Davor steht die 1622 von Hendrick de Keyser gegossene Bronzestatue des Erasmus, die älteste Bronzeplastik der Niederlande; ihren heutigen Platz auf dem Grotekerkplein bekam sie erst 1963. Ein paar hundert Meter weiter, am Plein 1940 nahe dem Leuvehaven, hebt Ossip Zadkines „De Verwoeste Stad“ von 1953 die Arme, ein Mann mit einem Loch, wo das Herz sein müsste. Und quer durch die Innenstadt zieht sich eine Linie aus Leuchten im Boden, die Brandgrens, die markiert, wie weit das Feuer damals kam.














