Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Maastricht
Vom Vrijthof aus erreichst du fast alles zu Fuß in unter zehn Minuten – das historische Zentrum passt in einen Kreis von anderthalb Kilometern Durchmesser.
Der Vrijthof ist der Bezugspunkt für alles Weitere, mit rund 18.000 Quadratmetern einer der größten Plätze der Niederlande und an einer Seite von zwei Kirchen begrenzt. An der Westseite die Sint-Servaasbasiliek, die älteste erhaltene Kirche der Niederlande, gebaut über dem Grab des heiligen Servatius, der Ende des 4. Jahrhunderts in Maastricht starb. Was du dort wirklich ansehen solltest, ist nicht das Kirchenschiff, sondern die Schatzkammer im Kreuzgang mit der silbergetriebenen Noodkist, dem Reliquienschrein des Heiligen. Direkt daneben ragt der leuchtend rote Turm der Sint-Janskerk auf, der protestantischen Nachbarkirche; wer die enge Treppe hinaufsteigt, blickt über die Ziegeldächer bis zum Sint-Pietersberg.
Fünf Gehminuten südlich liegt der Onze-Lieve-Vrouweplein, ein von Platanen beschatteter Platz, an dem im Sommer kaum ein Stuhl frei bleibt. Dahinter erhebt sich die Onze-Lieve-Vrouwebasiliek mit einem wuchtigen romanischen Westwerk, das eher an eine Trutzburg erinnert als an eine Kirche. Gleich rechts vom Eingang steht in einer Seitenkapelle die Marienstatue Sterre der Zee, davor brennen zu jeder Tageszeit hunderte Kerzen – der stillste Ort im Zentrum, keine zwanzig Schritte von den lautesten Terrassen entfernt. Direkt nebenan beginnt das Stokstraatkwartier mit restaurierten Giebelfassaden aus dem 17. und 18. Jahrhundert, bis in die 1960er ein Elendsviertel, heute die teuerste Ladenzeile der Stadt.
Die Boekhandel Dominicanen ist keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn und trotzdem der Ort, von dem alle ein Foto mitbringen. In eine Dominikanerkirche aus dem 13. Jahrhundert wurde ein schwarzes Stahlregal über drei Etagen gestellt, sodass du zwischen Bücherreihen bis auf Höhe der Gewölberippen hinaufsteigst; im ehemaligen Chor steht ein Café mit einem kreuzförmigen Tisch. Der Eintritt kostet nichts, es gibt auch deutsche und englische Titel. Wer danach Kunst will, geht ans andere Maasufer ins Bonnefantenmuseum, dessen raketenförmige Kuppel von Aldo Rossi entworfen wurde und von der Uferpromenade aus die Silhouette des Céramique-Viertels bestimmt – drinnen mittelalterliche Skulptur und italienische Malerei im einen, Gegenwartskunst im anderen Flügel.
Zum Schluss die Mauern. Die Helpoort am Rand des Jekerkwartiers wurde um 1230 errichtet und ist das älteste erhaltene Stadttor der Niederlande; von dort läuft ein begehbares Stück der ersten Stadtmauer am Wasser entlang, vorbei am alten Pesthuis und den Mühlen an der Jeker. Im Nordwesten, rund um den Waldeckpark, liegen die jüngeren Vestingwerken mit Bastionen, Wällen und unterirdischen Kasematten aus der Zeit, als Maastricht zu den am häufigsten belagerten Städten Europas gehörte. Und die Sint Servaasbrug, die älteste Brücke des Landes, gehört heute Fußgängern und Radfahrern – abends der beste Platz für den Blick auf beide Ufer gleichzeitig.















