Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Den Haag
Das historische Den Haag passt in ein Rechteck von gut einem Kilometer Kantenlänge – vom Binnenhof zum Paleis Noordeinde läufst du keine zehn Minuten.
Alles beginnt am Hofvijver, einem rechteckigen Teich mitten im Zentrum, in dem sich der Binnenhof spiegelt. Der Backsteinkomplex entstand im 13. Jahrhundert als Hof der Grafen von Holland und ist seit Jahrhunderten das politische Herz der Niederlande. In seiner Mitte steht frei der Ridderzaal, der Rittersaal mit dem steilen Holzdach und den Rosettenfenstern, in dem traditionell am dritten Dienstag im September, dem Prinsjesdag, die Thronrede verlesen wird. Die Anlage wird seit Jahren von Grund auf saniert, Parlament und Regierung sind währenddessen in Ausweichquartiere gezogen, und die Fertigstellung hat sich mehrfach verschoben – innen ist deshalb nur eingeschränkt etwas zu sehen. Von außen bleibt der Blick über den Teich auf Türmchen, Giebel und Wasserspiegelung trotzdem das Bild, das du aus Den Haag mitnimmst.
An der Ostseite des Teichs steht das Mauritshuis, ein klassizistisches Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert, in dem eine der dichtesten Sammlungen des Goldenen Zeitalters hängt. Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring ist der Grund, aus dem die meisten kommen; in denselben Räumen hängen seine Ansicht von Delft, der Distelfink von Carel Fabritius, Rembrandts Anatomie des Dr. Nicolaes Tulp und der lebensgroße Stier von Paulus Potter. Das Haus ist klein, zwei Stunden reichen, und genau das ist sein Vorteil: kein Kilometermarsch durch Säle, sondern Meisterwerk neben Meisterwerk in Wohnzimmergröße. Der Eingang liegt unterirdisch unter dem Vorplatz, verkauft werden Zeitfenster-Tickets, und die solltest du vorab buchen statt an der Kasse zu hoffen.
Vom Plein hinter dem Mauritshuis, dem Platz mit dem Standbild Wilhelms von Oranien und den vollen Terrassen, sind es wenige Minuten zum Lange Voorhout. Die breite, doppelt mit Linden bepflanzte Allee ist die eleganteste Adresse der Stadt, gesäumt von Botschaften, Palais und dem Grandhotel Des Indes; in der warmen Jahreszeit bauen hier regelmäßig Antiquitäten- und Büchermarktstände unter den Bäumen auf. An der Nordseite zeigt das Museum Escher in Het Paleis im ehemaligen Winterpalais der Königin Emma die unmöglichen Treppen des Grafikers. Weiter westlich zieht sich die Noordeinde mit Galerien, Antiquariaten und Feinkostläden am Paleis Noordeinde vorbei, dem Arbeitspalast des Königs – das Gebäude selbst ist nicht zu besichtigen, der Palastgarten dahinter aber frei zugänglich und mittags ein stiller Ort.
Drei Adressen außerhalb des Kerns gehören dazu. Am Carnegieplein westlich der Innenstadt steht das Vredespaleis von 1913, finanziert von Andrew Carnegie und heute Sitz des Internationalen Gerichtshofs; von außen jederzeit zu sehen, innen mit einer vorab gebuchten Führung, die vom laufenden Gerichtsbetrieb abhängt, und das Besucherzentrum im Eingangsgebäude steht ohne Eintritt offen. An der Zeestraat versetzt dich das Panorama Mesdag in ein 1881 gemaltes Rundgemälde, das Scheveningen als Fischerdorf zeigt – du stehst auf einer nachgebauten Düne, unter dir liegt echter Sand, und die Illusion hält länger, als du erwartest. Am nördlichen Stadtrand Richtung Küste baut Madurodam die Niederlande im Maßstab 1:25 nach, seit 1952 und zugunsten wohltätiger Zwecke. Wer danach noch Lust hat, geht am Buitenhof durch die Gevangenpoort, das mittelalterliche Gefängnistor, vor dem 1672 die Brüder De Witt gelyncht wurden.















