Die Sehenswürdigkeiten von Amsterdam und Nordholland
Um kurz nach neun, wenn das Rijksmuseum öffnet, hast du die Ehrengalerie mit der Nachtwache ein paar Minuten fast für dich – danach schiebt sich die halbe Welt vor Rembrandt.
Amsterdam bündelt seine großen Museen im Museumkwartier rund um den Museumplein, und du planst sie am besten mit fester Reihenfolge und vorab gebuchten Zeitfenstern. Das Rijksmuseum zeigt die Nationalsammlung des Goldenen Zeitalters – Rembrandts Nachtwache, Vermeers Milchmädchen und Straßen in Delft, dazu Delfter Blau und Puppenhäuser. Gleich nebenan hängt im Van-Gogh-Museum die weltweit größte Sammlung des Malers, von den Kartoffelessern bis zu den Sonnenblumen. Beide sind in der Saison Tage im Voraus ausgebucht: Kauf die Zeitfenstertickets online und geh gleich zur Öffnung, bevor sich die Gruppen vor den Hauptwerken stapeln.
Das Anne-Frank-Haus an der Prinsengracht ist der bewegendste Ort der Stadt und zugleich der am schwersten zu bekommende: Es gibt ausschließlich datierte Online-Tickets, die Wochen vorher weg sind, und keine Kasse vor Ort. Trag dir den Verkaufsstart in den Kalender ein und buch in der Minute, in der die Kontingente freigeschaltet werden. Weniger Planung braucht der Grachtengürtel selbst, seit 2010 UNESCO-Welterbe: die drei großen Ringe Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht mit ihren schmalen Giebelhäusern, die du vom Wasser aus, per Grachtenrundfahrt, ganz anders liest als von der Brücke.
Verlass dich nicht allein auf die Museen. Im Jordaan-Viertel verirrst du dich zwischen Cafés, Höfchen und Antiquariaten, der Albert-Cuyp-Markt in De Pijp reiht einen Kilometer Stände aneinander, und der Vondelpark füllt sich bei Sonne mit Picknickdecken und Rennrädern. Das versteckte Begijnhof, ein stiller Innenhof mitten im Zentrum, liegt nur ein paar Schritte vom Trubel des Spui entfernt – und wer den Ausblick sucht, fährt mit der kostenlosen Fähre hinter dem Hauptbahnhof über das IJ nach Amsterdam-Noord, wo aus dem alten Shell-Turm ein Aussichtspunkt geworden ist.
Die Sehenswürdigkeiten Nordhollands hören an der Stadtgrenze nicht auf – im Gegenteil, hier fangen sie erst richtig an. Die Windmühlen der Zaanse Schans, der Käsemarkt von Alkmaar, die Fischerdörfer Volendam und Marken, die alten Zuiderzeestädte Hoorn und Enkhuizen mit ihren VOC-Fassaden und die Dünen der Nordseeküste liegen alle in Tagesausflug-Reichweite. Wer nur Amsterdam sieht, verpasst die Hälfte: Nimm dir für die Provinz mindestens so viele Tage wie für die Hauptstadt, dann bekommst du beides – die Museen und das Land dahinter.




















