Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Friesland
Vom schiefen Turm in Leeuwarden bis zum ältesten funktionierenden Planetarium der Welt in Franeker liegen die Höhepunkte Frieslands dicht beieinander, aber selten dort, wo man sie erwartet.
Fang in Leeuwarden an, der Hauptstadt der Provinz und Kulturhauptstadt Europas 2018. Wahrzeichen ist der Oldehove, ein Backsteinturm, dessen Bau im 16. Jahrhundert schiefging – buchstäblich: Der Untergrund gab nach, der Turm neigte sich, und man stellte den Bau unvollendet ein. Heute steigt man über die Treppe hinauf und blickt schief über die Grachten und Giebel der Altstadt. Ein paar Gassen weiter erzählt das Fries Museum die Geschichte der Provinz, und das Keramikmuseum Princessehof zeigt eine der bedeutendsten Fliesen- und Porzellansammlungen der Niederlande.
Nach Franeker, eine der elf Elfsteden-Städte, fährst du wegen eines Wohnzimmers: In seinem Haus baute der Wollkämmer Eise Eisinga zwischen 1774 und 1781 ein bewegliches Modell des Sonnensystems in die Decke – das Eise Eisinga Planetarium ist das älteste noch funktionierende Planetarium der Welt und seit 2023 UNESCO-Weltkulturerbe. Die Planeten kreisen bis heute im Takt der echten Umlaufzeiten unter der Zimmerdecke. In Sneek steht das Waterpoort, das wasserseitige Stadttor von 1613, das Wahrzeichen der Segelstadt am Rand der friesischen Seen.
Das größte Naturdenkmal der Provinz kannst du nicht besichtigen, sondern nur betreten: das Wattenmeer, seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe. Bei Ebbe fällt das Meer zurück und legt einen riesigen, glänzenden Meeresboden frei, über den geführte Wattwanderungen bis zu den Inseln führen. Wer die Weite lieber trocken erlebt, geht auf den Deichen entlang oder fährt zur Vogelbeobachtung an die Küste bei Holwerd, wo im Herbst zehntausende Zugvögel rasten.
Vergiss über den Museen die kleinen Städte nicht. Hindeloopen am IJsselmeer lebt von einer eigenen Mal- und Trachtentradition und einem alten Segelhafen; Sloten (auf Friesisch Sleat) ist mit rund 700 Einwohnern die kleinste der elf Städte, ein winziger befestigter Ort mit Windmühle und Wassergraben. Und in Bolsward, Workum und Dokkum stehen mächtige gotische Kirchen, die zeigen, wie wohlhabend diese Handelsstädte einst durch den Zugang zum Meer waren.
















