Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Zeeland
Die großen Ziele Zeelands liegen weit auseinander, auf verschiedenen Inseln – wer klug plant, verbindet Strand, Stadt und Bauwerk an einem Tag.
Fang in Middelburg an, der Hauptstadt der Provinz. Das mittelalterliche Klostergeviert der Abtei bildet bis heute das Herz der Stadt, und über allem ragt der Lange Jan auf, der knapp 91 Meter hohe Abteiturm – wer die Wendeltreppe erklimmt, überblickt ganz Walcheren bis hinaus zur Nordsee. Rund um den Marktplatz mit dem reich verzierten gotischen Rathaus verzweigt sich ein Netz aus Grachten und Giebelhäusern, das an die Zeit erinnert, als Middelburg nach Amsterdam die zweitwichtigste Kammer der Ostindien-Kompanie beherbergte. Nimm dir Zeit für die schmalen Nebengassen; dort sitzt die eigentliche Stadt.
Das zweite Pflichtziel ist kein Ort, sondern ein Bauwerk: die Oosterscheldekering, das größte der Deltawerke. Nach der verheerenden Sturmflut von 1953, die allein in Zeeland rund 1.500 Menschen das Leben kostete, riegelten die Niederlande ihre Meeresarme mit Dämmen und Wehren ab. Das 1986 fertiggestellte Sturmflutwehr über der Oosterschelde ist der spektakulärste Teil: neun Kilometer lang, mit 62 stählernen Schiebern, die nur bei Sturm herabfallen und sonst die Gezeiten passieren lassen. Auf der künstlichen Insel Neeltje Jans mittendrin erklärt ein Ausstellungspark die ganze Geschichte des Kampfes gegen das Wasser.
Für Postkartenmotive fährst du nach Veere am Veerse Meer: Das winzige Hafenstädtchen lebte einst vom Wollhandel mit Schottland, und die schmalen Schotse Huizen aus dem 16. Jahrhundert am Kai stehen noch immer da, dahinter die wuchtige Grote Kerk und ein Rathaus mit spitzem Turm. Gleich um die Ecke liegt Vlissingen, die alte Hafenstadt an der Mündung der Westerschelde, wo von der Boulevardpromenade aus die Ozeanriesen zum Hafen von Antwerpen ziehen – so nah, dass man die Container zählen kann. Michiel de Ruyter, Hollands größter Admiral, wurde hier geboren.
Wer Natur sucht, findet in Zeeland mit der Oosterschelde den größten Nationalpark der Niederlande, ein tidebeeinflusstes Gezeitenmeer voller Seehunde, Austernbänke und Taucher. Gleich nebenan liegt das Grevelingenmeer, das größte Salzwasserbecken Europas – kein Nationalpark, aber ein weites, geschütztes Naturgebiet zum Tauchen und Segeln. Dazwischen liegt die Manteling von Walcheren zwischen Domburg und Oostkapelle, ein alter Landschaftspark aus Buchenalleen, Landgütern und Dünenwald, in dem man dem Wind für ein paar Kilometer entkommt. Plane Zeeland nicht als eine einzige Insel, sondern als Kette – jede Fahrt über einen Damm oder eine Brücke ist selbst schon Programm.















