Region · Niederlande

Südholland

Auf gut hundert Kilometern zwischen Nordseestrand und Grünem Herz drängen sich Europas größter Hafen, die Windmühlen von Kinderdijk und das porzellanblaue Delft.

2 Städte16 Sehenswürdigkeiten10 Hotels
Überblick

Deine Südholland auf einen Blick

Beste Zeit
April–Mai für Keukenhof und Tulpen, Sommer für Strand und Städte, ganzjährig für Museen
Gut für
Städtereise, Kunst und Museen, Architektur, Strand, Familienausflüge
Anreise
Flughafen Rotterdam-Den Haag, Amsterdam-Schiphol in der Nähe; dichtes Intercity-Bahnnetz zwischen Den Haag, Rotterdam, Delft und Leiden
Hauptstadt
Den Haag
Bekannt für
Architektur, Tulpen, Delfter Porzellan
Basis
Rotterdam oder Den Haag als gut vernetzte Standorte für Tagestouren in die ganze Provinz
Die Region

Was Südholland ausmacht

Südholland ist die dichteste Provinz der Niederlande und packt auf kurzem Weg zusammen, wofür man anderswo Tage fährt: Rotterdam mit kühner Nachkriegsarchitektur und dem größten Hafen Europas, Den Haag als Sitz von Regierung, König und internationalen Gerichten, dazu das porzellanblaue Delft, die Universitätsstadt Leiden und die Käsestadt Gouda. Vor den Toren drehen sich die 19 Windmühlen von Kinderdijk, seit 1997 UNESCO-Welterbe, und im Frühling färben die Tulpenfelder der Bollenstreek rund um Lisse und den Keukenhof die Landschaft in Streifen. Alles liegt so nah beieinander, dass ein einziges Bahnticket genügt: Von Rotterdam nach Den Haag sind es keine 30 Minuten, dazwischen halten die Züge in Delft, und die Nordseestrände von Scheveningen bis Katwijk erreichst du vom Zentrum aus in einer Viertelstunde.

Reiseführer

Südholland von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Steig in Rotterdam in den Zug, und keine Viertelstunde später hältst du in Delft, wo hinter den Grachten der schiefe Turm der Oude Kerk lehnt; nochmal zehn Minuten, und in Den Haag hängt Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring an der Wand. Südholland ist die Provinz der kurzen Wege, in der Hafenmetropole, Regierungsstadt, Porzellanstadt, Käsemarkt und ein Feld voller Windmühlen so dicht beieinander liegen, dass ein Tagesticket der Bahn genügt, um zwischen ihnen hin- und herzuspringen.

Sehenswürdigkeiten

Rotterdam Sehenswürdigkeiten zwischen Hafen und Markthal

Am 14. Mai 1940 legten Bomben das alte Zentrum in Schutt – was danach entstand, ist die modernste Innenstadt der Niederlande.

Fang bei der Markthal an, dem hufeisenförmigen Bau von 2014, unter dessen Bogen das größte Kunstwerk der Niederlande hängt: ein 11.000 Quadratmeter großes Deckenfresko aus Früchten, Blumen und Fischen, darunter Stände mit Käse, Stroopwafels und Streetfood aus aller Welt. Gleich nebenan stapeln sich die gelben Kubushäuser von Piet Blom, um 45 Grad gekippt und tatsächlich bewohnt – eines, das Kijk-Kubus, kannst du von innen besichtigen. Über allem misst der Markt den Puls einer Stadt, die sich nach der Zerstörung nie an ihre alte Silhouette geklammert, sondern jede Wette auf die Zukunft angenommen hat.

Der beste Blick auf diese Silhouette ist der vom Wasser. Nimm das Wassertaxi über die Maas nach Kop van Zuid, zum Hotel New York in der einstigen Zentrale der Holland-Amerika-Linie, von wo aus Auswanderer nach New York ablegten. Über dir spannt sich die Erasmusbrücke, wegen ihres geknickten Pylons „De Zwaan“, der Schwan, genannt. Wer höher hinaus will, fährt auf den Euromast, dessen Aussichtsspitze seit dem Anbau von 1970 in 185 Metern Höhe liegt; von der Aussichtsplattform überblickst du Hafen, Stadt und an klaren Tagen bis zur Nordsee. Eine echte Hafenrundfahrt mit Spido führt hinaus zu den Kränen, Docks und Containerbrücken des Betriebs, der Europas größter Seehafen ist.

Für Kunst und Ruhe wechselst du das Tempo. Das Stammhaus des Museum Boijmans Van Beuningen ist wegen einer jahrelangen Sanierung geschlossen, doch direkt daneben zeigt das spiegelnde Depot Boijmans Van Beuningen die komplette Sammlung im offenen Lager – ein begehbarer Speicher, in dem du zwischen Rembrandt und zeitgenössischer Kunst durch die Regale gehst und aufs Dach zum Café steigst. Danach lohnt der Bummel durch Delfshaven, einen der wenigen vom Krieg verschonten Winkel: An diesem Hafen bestiegen 1620 die Pilgerväter die Speedwell, bevor sie über England nach Amerika segelten.

Plane für Rotterdam mindestens einen vollen Tag, besser zwei, wenn du Museen und eine Hafenrundfahrt kombinieren willst. Die Stadt ist kompakt und flach – Leihrad, Tram und Metro bringen dich überallhin, ein Auto brauchst du im Zentrum nicht und parkst es teuer. Ein guter Rhythmus: vormittags Markthal und Kubushäuser, mittags Fähre oder Wassertaxi über die Maas, nachmittags Depot oder Fenix-Museum in den alten Speichern, abends ein Bier auf einer Dachterrasse im Kop van Zuid mit der Brücke im Rücken.

Sehenswürdigkeiten in Südholland

Alle 16 Sehenswürdigkeiten
Regierungsstadt & Küste

Den Haag Sehenswürdigkeiten von Binnenhof bis Scheveningen

Den Haag regiert das Land, ohne Hauptstadt zu sein – hier sitzen Parlament, Regierung und der König, während Amsterdam den Titel behält.

Den Haag Sehenswürdigkeiten von Binnenhof bis Scheveningen
Regierungsstadt & Küste

Das Herz ist der Binnenhof, ein Backsteinkomplex aus dem 13. Jahrhundert am Hofvijver-Teich, in dessen Rittersaal, dem Ridderzaal, der König jedes Jahr am dritten Dienstag im September die Thronrede hält. Der Komplex wird derzeit umfassend saniert und ist innen nur eingeschränkt zugänglich – von außen aber, mit den Türmchen im Wasser gespiegelt, bleibt er das schönste Motiv der Stadt. Gleich daneben liegt das Mauritshuis, ein Stadtpalais, das eine der dichtesten Sammlungen des Goldenen Zeitalters birgt: Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring, seine Ansicht von Delft, Rembrandts Anatomie des Dr. Tulp und Fabritius’ Distelfink hängen hier auf zwei Etagen.

Den Haag ist eine Stadt der Museen, und drei ergänzen das Mauritshuis. Im Panorama Mesdag stehst du in der Mitte eines 120 Meter langen Rundgemäldes von 1881, das dich mitten in das Fischerdorf Scheveningen des 19. Jahrhunderts versetzt – die Illusion von Sand, Dünen und Meer ist perfekt inszeniert. „Escher in Het Paleis“ zeigt im ehemaligen Winterpalais die unmöglichen Treppen und Kacheln des Grafikers M. C. Escher. Und das Kunstmuseum Den Haag besitzt die weltweit größte Mondrian-Sammlung, darunter sein letztes, unvollendetes Werk Victory Boogie Woogie.

Nach so viel Kunst zieht es dich ans Wasser: Scheveningen, das große Seebad, erreichst du mit der Tram in einer Viertelstunde vom Zentrum. Der Strand ist kilometerlang und breit, der Pier ragt mit Riesenrad und Bungee-Turm ins Meer, und die Boulevardbuden verkaufen Kibbeling und frischen Hering. Wer es stiller mag, geht ein Stück weiter nach Norden in die Dünen des Naturgebiets Meijendel oder südwärts nach Kijkduin. Im Sommer schwimmst du hier bei rund 18 bis 20 Grad Wassertemperatur, im Winter kommst du zum Strandspaziergang mit Wind im Gesicht.

Familien fahren zusätzlich nach Madurodam, dem Miniaturpark im Norden der Stadt, in dem die Niederlande im Maßstab 1:25 nachgebaut sind – von Grachtenhäusern bis zum Flughafen Schiphol. Und wer die internationale Seite Den Haags sehen will, steht vor dem Friedenspalast von 1913, dem Vredespaleis, in dem der Internationale Gerichtshof tagt; das Besucherzentrum erklärt, warum die Stadt sich „Weltstadt des Friedens und der Gerechtigkeit“ nennt. Für Den Haag samt Scheveningen solltest du einen ganzen Tag einplanen, mit Museum am Vormittag und Strand am Nachmittag.

Porzellanstadt

Delft zwischen Grachten, Delfter Blau und der Grabkirche der Oranier

Delft ist die kleine Schwester zwischen Rotterdam und Den Haag – zehn Zugminuten von beiden entfernt und trotzdem eine ganz eigene Welt aus Grachten und Backstein.

Der Markt ist einer der schönsten Plätze der Niederlande: An seinem einen Ende steht das Renaissance-Rathaus, am anderen die Nieuwe Kerk mit ihrem 108 Meter hohen Turm, den du über rund 370 enge Stufen erklimmen kannst. In der Kirche liegt die Grablege des Hauses Oranien-Nassau – Wilhelm von Oranien, der Vater des niederländischen Staates, wurde hier 1584 bestattet, und bis heute finden alle Mitglieder der Königsfamilie ihre letzte Ruhe in der Krypta darunter. Ein paar Gassen weiter neigt sich der Turm der älteren Oude Kerk sichtbar zur Seite, weshalb ihn die Delfter „Scheve Jan“, den schiefen Jan, nennen.

Delft ist untrennbar mit zwei Namen verbunden: Vermeer und dem Delfter Blau. Der Maler Johannes Vermeer wurde hier geboren, lebte und starb in der Stadt und hielt sie in seiner Ansicht von Delft fest; das Vermeer Centrum am Voldersgracht erzählt sein Leben, auch wenn keines seiner Originale mehr in Delft hängt. Das blau-weiße Porzellan wiederum brennt bis heute die Königliche Porzellanmanufaktur De Koninklijke Porceleyne Fles, 1653 gegründet und die letzte der einst über dreißig Delfter Fayencefabriken. In der Werkstatt siehst du, wie Malerinnen die Muster von Hand aufbringen – jedes Stück ein Einzelstück, entsprechend der Preis.

Am schönsten ist Delft ohne festen Plan. Setz dich an eine der Grachten, wo die Häuser sich im Wasser spiegeln und die Boote unter den niedrigen Brücken durchmüssen, trink einen Kaffee auf dem Markt und lauf durch die Gassen der Altstadt, in denen Studenten der Technischen Universität die Cafés füllen. Am Donnerstag- und Samstagvormittag verwandelt ein Wochenmarkt den Platz in ein Gewühl aus Blumen, Käse und Fischständen. Delft ist als Halbtagesziel gedacht – bleib aber über Nacht, wenn du die Altstadt am frühen Morgen für dich haben willst, bevor die Tagesbesucher aus Den Haag und Rotterdam eintreffen.

Praktisch liegt Delft ideal in der Mitte der Provinz: Der Bahnhof ist eine unterirdische Station direkt am Grachtenrand, Züge fahren im Minutentakt nach Rotterdam, Den Haag und Leiden. Wer mag, leiht ein Rad und radelt durch das flache Umland zum benachbarten Schiedam, der Jenever-Stadt mit den höchsten klassischen Windmühlen der Welt. Ein Auto ist auch hier eher Last als Hilfe – die Altstadt ist weitgehend autofrei, und die Parkhäuser am Rand sind der bequemste Weg hinein, falls du doch mit dem Wagen anreist.

Universitätsstadt

Leiden, die älteste Universitätsstadt der Niederlande

Leiden trägt seine Geschichte an den Wänden – über sechzig Gedichte in aller Herren Sprachen sind hier großflächig auf Hausfassaden gemalt.

Die Universität Leiden ist die älteste der Niederlande, 1575 von Wilhelm von Oranien als Dank für den Widerstand der Stadt gegen die spanische Belagerung gestiftet. Bis heute prägt sie den Ort: In den Grachtengassen liegen Studentenverbindungen und Buchläden, und rund um das akademische Zentrum atmet die Stadt ein junges, gelehrtes Flair. Der berühmteste Sohn Leidens ist Rembrandt van Rijn, 1606 hier geboren; im Museum De Lakenhal, dem alten Tuchhandelshaus, hängen frühe Werke von ihm und seinen Zeitgenossen, und Tafeln in der Altstadt markieren die Orte seiner Kindheit.

Leidens Museen spielen in einer eigenen Liga. Das Rijksmuseum van Oudheden ist das niederländische Nationalmuseum für Altertümer und zeigt eine der wichtigsten Ägypten-Sammlungen Europas – der komplette Tempel von Taffeh steht in der Eingangshalle. Nur ein paar Schritte weiter präsentiert Naturalis, das Biodiversitätsmuseum, echte Dinosaurierskelette und Millionen von Präparaten in einem spektakulären Neubau. Und der Hortus Botanicus von 1590 ist einer der ältesten botanischen Gärten der Welt: Hier pflanzte der Botaniker Carolus Clusius die ersten Tulpen der Region – der Ursprung der niederländischen Tulpenzucht, die heute die Felder ringsum färbt.

Die Altstadt selbst erkundest du am besten zu Fuß oder vom Wasser aus. Leiden hat mehr Grachtenkilometer als jede andere niederländische Stadt außer Amsterdam, und eine Rundfahrt im offenen Boot zeigt sie von ihrer ruhigsten Seite. Über allem thront die Windmühle De Valk, eine begehbare Turmmühle mit Museum, von deren Galerie du über die Dächer blickst. Such gezielt nach den Muurgedichten, den Wandgedichten – von Shakespeare bis zu einem persischen Vers zieren sie ganze Hausfassaden und machen einen Stadtspaziergang zur Schnitzeljagd.

Leiden ist außerdem das Tor zur Bollenstreek, dem Blumenzwiebelgebiet. Von hier sind es nur wenige Kilometer nach Lisse zum Keukenhof, dem größten Blumenpark der Welt, der von Ende März bis Mitte Mai öffnet und dann rund sieben Millionen Zwiebeln zeigt. In derselben Zeit ziehen sich die Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenfelder in Streifen durchs flache Land – am besten mit dem Rad, denn zwischen den Feldern führen ruhige Radwege, auf denen du anhalten kannst, wo dich eine Farbe stoppt. Für Leiden mit Museum und Grachtenbummel reicht ein Tag; in der Tulpenzeit hängst du einen halben Tag Bollenstreek an.

Käse & Kirche

Gouda, der Käsemarkt und die längste Kirche der Niederlande

Der Name steht auf jedem Käseregal Europas, doch in Gouda selbst dreht sich donnerstags im Sommer noch alles um den Markt vor dem gotischen Rathaus.

Der Markt von Gouda wird beherrscht vom Stadhuis, einem freistehenden gotischen Rathaus aus dem 15. Jahrhundert, das mitten auf dem Platz steht wie ein steinernes Schiff. Ihm gegenüber liegt die Waag von 1668, das alte Waaghaus, in dem der Käse gewogen wurde und das heute ein kleines Käsemuseum beherbergt. Von April bis August spielen Händler und Bauern hier donnerstagvormittags den historischen Käsemarkt nach – mit Handschlag-Preisverhandlung und gestapelten gelben Laiben. Es ist eine Inszenierung für Besucher, aber eine charmante, und der Käse ringsum ist echt.

Übersieh über dem Käse nicht die Sint-Janskerk: Mit rund 123 Metern ist sie die längste Kirche der Niederlande, berühmt aber vor allem für ihre Goudse Glazen, die Goudaer Fenster. Über siebzig Buntglasfenster aus dem 16. Jahrhundert und später erzählen biblische und historische Szenen in einem Detailreichtum, der die Kirche zu einem der bedeutendsten Glasmalerei-Ensembles Europas macht – geh an einem hellen Vormittag hin, wenn die Sonne die Farben durch das Kirchenschiff wirft. Der Eintritt lohnt allein für das Licht.

Gouda ist außerdem die Heimat der Stroopwafel, der Sirupwaffel: zwei dünne Waffelböden mit warmem Karamellsirup dazwischen, im 19. Jahrhundert hier erfunden. Kauf sie frisch vom Stand, noch warm, und leg sie kurz auf den Rand deiner Kaffeetasse, damit der Sirup schmilzt – so essen sie die Einheimischen. In der Vorweihnachtszeit lohnt ein Abendbesuch: Beim „Gouda bij Kaarslicht“ Mitte Dezember erlöschen die Lichter am Markt, und tausende Kerzen in den Fenstern und am Rathaus beleuchten den Platz, während ein Weihnachtsbaum leuchtet.

Für Gouda reicht ein halber Tag, und die Stadt lässt sich gut mit Kinderdijk zu einer Tour durchs Grüne Herz verbinden: Beide liegen im östlichen Teil der Provinz, wo Windmühlen, Polder und Wasser das Bild bestimmen. Mit dem Zug bist du aus Rotterdam oder Den Haag in gut zwanzig Minuten da; der Bahnhof liegt wenige Gehminuten vom Markt. Wer mit dem Rad kommt, folgt den Flüssen Hollandse IJssel und Gouwe, an denen die Stadt ihren Namen und ihren Reichtum als alter Handelsplatz fand.

Windmühlen

Kinderdijk und seine 19 Windmühlen im Polder

Nirgends steht das Klischee vom Land unter dem Meeresspiegel so greifbar vor dir wie hier, wo neunzehn Mühlen einen ganzen Polder trockenhalten.

Kinderdijk und seine 19 Windmühlen im Polder
Windmühlen

Kinderdijk liegt östlich von Rotterdam, dort wo die Flüsse Lek und Noord zusammenlaufen, im tiefliegenden Land der Alblasserwaard. Um 1740 baute man hier neunzehn Windmühlen, um das Wasser aus dem Polder in ein höher gelegenes Becken zu schöpfen und die Felder trockenzuhalten – ein Meisterwerk der Wasserwirtschaft, das seit 1997 zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Mühlen stehen bis heute an ihren Kanälen, teils noch betriebsbereit, und ergeben aufgereiht am Wasser ein Bild, das kaum ein anderer Ort der Niederlande so konzentriert bietet.

Am besten erlebst du Kinderdijk zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Damm, der an den Mühlen entlangführt. Zwei der Mühlen sind als Museum eingerichtet und von innen zugänglich – du siehst, wie eng eine Müllerfamilie zwischen dem drehenden Räderwerk lebte. In der Saison verkehren zudem kleine Hopper-Boote, die dich über die Kanäle von Mühle zu Mühle bringen. Plane zwei bis drei Stunden ein, mehr, wenn du die Mühlen von innen anschaust und das Besucherzentrum am Eingang besuchst, das die Technik der Entwässerung erklärt.

Der schönste Weg her ist der über das Wasser: In der wärmeren Jahreszeit fährt ein Wasserbus von der Erasmusbrücke in Rotterdam direkt nach Kinderdijk, und die halbstündige Fahrt über die breite Maas ist Teil des Erlebnisses. Ganzjährig kommst du mit Bus oder Auto über Alblasserdam; die Parkplätze liegen etwas außerhalb, von wo ein Shuttle zum Eingang fährt. Komm früh am Morgen oder gegen Abend – dann steht das Licht flach über dem Wasser, die Reisegruppen sind noch nicht oder nicht mehr da, und die Reflexionen der Mühlen im Kanal sind am ruhigsten.

Kinderdijk lässt sich gut mit Gouda oder mit dem Hafen von Rotterdam zu einem Tag verbinden, denn allein füllt es keinen. Nimm dir warme, winddichte Kleidung mit: Der Polder ist offen, und der Wind, der die Mühlen dreht, pfeift auch über den Damm. Und verzichte auf das Auto direkt am Eingang – die letzten Meter gehst du ohnehin zu Fuß, und der Ankunft per Rad oder Boot entspricht der Ort viel mehr als einem vollen Parkplatz.

Rundreise

Südholland-Rundreise durch die Randstad in wenigen Tagen

Die ganze Provinz passt auf eine Bahnkarte – zwischen den fünf Städten liegen selten mehr als zwanzig Zugminuten.

Die naheliegende Route läuft als Schleife durch die Randstad, den dicht besiedelten Städtering im Westen des Landes: Start in Rotterdam mit Hafen und moderner Architektur, dann per Zug oder Rad nach Delft, weiter nach Den Haag samt Scheveningen, hinauf nach Leiden mit einem Abstecher in die Tulpenfelder der Bollenstreek, und über Gouda und Kinderdijk zurück nach Rotterdam. In vier bis fünf Tagen fährst du die Runde entspannt; wer nur ein langes Wochenende hat, pickt sich Rotterdam, Delft und Den Haag heraus, die auf einer einzigen Bahnlinie liegen.

Der große Vorteil Südhollands: Du brauchst nicht jede Nacht ein neues Bett. Nimm ein einziges Standquartier in Rotterdam, Den Haag oder Delft und fahr sternförmig los – von jedem der drei erreichst du alle anderen Ziele in unter einer Stunde. Delft liegt am zentralsten und ist der ruhigste der drei Ausgangspunkte, Rotterdam bietet das beste Abendleben, Den Haag verbindet Stadt und Strand. So packst du den Koffer nur einmal aus und sitzt abends immer wieder in derselben Straße statt im nächsten Check-in.

Bewege dich möglichst mit der Bahn und dem Rad statt mit dem Auto. Die Züge der NS fahren zwischen den Städten im Viertelstundentakt, du zahlst mit kontaktloser Karte am Poller (OVpay) und musst dir um Parkplätze und die teuren Innenstadt-Gebühren keine Gedanken machen. Für die Strecken durchs Grüne Herz und die Bollenstreek ist das Fahrrad das ehrlichere Verkehrsmittel – das Land ist flach, die Radwege sind eigene Spuren, und du kommst an Feldern und Mühlen vorbei, an denen der Zug vorbeirauscht.

Wer die Runde erweitern will, überschreitet leicht die Provinzgrenze: Utrecht mit seinem Domturm und den zweistöckigen Grachten liegt eine gute halbe Stunde östlich, Amsterdam nur rund vierzig Minuten nördlich von Leiden. Beide funktionieren als Tagesausflug aus einem südholländischen Standquartier. Und der Flughafen Schiphol liegt so zentral zwischen Leiden und Amsterdam, dass du An- und Abreise bequem an den Anfang oder das Ende der Schleife legst, ohne einen Umweg zu fahren.

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Unterkünfte

Unterkünfte in Südholland zwischen Stadt und Küste

Ob Designhotel am Hafen, Grachtenhaus in Delft oder Strandpension in Scheveningen – wo du schläfst, entscheidet über den Charakter deiner Reise mehr als in den meisten Regionen.

Rotterdam ist die Wahl für Städtereisende und Architekturfans. Vom Hotel New York in der alten Reederei-Zentrale am Wasser bis zu Designhotels mit Blick auf die Erasmusbrücke reicht das Angebot, dazu eine lebendige Szene aus Rooftop-Bars und Restaurants. Wer zentral und günstig will, findet rund um den Hauptbahnhof und im Viertel Cool moderne Hotels; das Wassertaxi bringt dich am Abend über die Maas. Rotterdam ist die passende Basis, wenn du Nachtleben, Museen und kurze Wege zu Kinderdijk und Gouda suchst.

Den Haag teilt sich in zwei Welten: die Regierungsstadt mit ihren gediegenen Stadthotels rund um das Zentrum und das Seebad Scheveningen mit Strandhotels direkt an der Promenade. In der Stadt wohnst du zwischen Museen und Ministerien und gehst abends zu Fuß essen; in Scheveningen wachst du mit Meerblick auf und bist in Minuten am Sand. Für Familien und Badeurlauber ist die Küste erste Wahl, für Kulturreisende das Zentrum – beide verbindet die Tram in einer Viertelstunde, sodass die Entscheidung keine harte ist.

Delft ist der ruhige Kompromiss in der Mitte. In der autofreien Altstadt liegen kleine Grachtenhotels und Bed-and-Breakfasts, morgens gehört dir der Markt, und in beide Richtungen bist du in zehn Zugminuten in Rotterdam oder Den Haag. Das ist die charmanteste Basis, wenn du die ganze Provinz per Bahn abklappern und trotzdem abends in eine überschaubare, hübsche Stadt zurückkehren willst. Leiden erfüllt im Norden dieselbe Rolle und liegt zusätzlich am nächsten zur Bollenstreek und zum Keukenhof.

Für Natur und kleines Budget lohnt die Küste außerhalb der Städte. Zwischen Scheveningen, Katwijk und Noordwijk reihen sich Campingplätze und Ferienparks in den Dünen; der große Ferienpark Duinrell in Wassenaar kombiniert Campingplatz und Freizeitpark und ist bei Familien beliebt. In der Hochsaison von Juli und August und in der Tulpenzeit im April sind Unterkünfte in der ganzen Provinz früh ausgebucht und teurer – buch dann Wochen im Voraus, während Herbst und Winter außerhalb der Feiertage deutlich günstiger und ruhiger sind.

Hotels in Südholland

Alle 10 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in Südholland

Am Fischstand kippt der Verkäufer den rohen Hering in den Nacken und beißt von unten ab – so isst man den Hollandse Nieuwe, mit Zwiebeln, ohne Besteck.

Fang beim Fisch an, denn die Nordsee ist nah. Der Hollandse Nieuwe, der junge Matjeshering der Saison, wird roh mit gehackten Zwiebeln gegessen – am Stand hältst du ihn am Schwanz und beißt von unten, an Land bekommst du ihn im Brötchen als Broodje haring. Dazu Kibbeling, mundgerechte frittierte Fischstücke mit Knoblauchsauce, und Lekkerbek, das größere Filet im Teigmantel. In Scheveningen, am Hafen von Rotterdam und auf jedem Wochenmarkt stehen die Viskraam-Buden, an denen das alles frisch aus der Fritteuse kommt.

Die zweite Säule ist die Snackkultur. Patat, die dicken Pommes, isst man mit Mayonnaise oder in der Variante „patatje oorlog“ mit Erdnusssauce, Mayo und Zwiebeln; dazu Bitterballen, die frittierten Ragoutkugeln, die zum Bier gehören, und Kroketten aus dem Automaten. Süß wird es mit Poffertjes, kleinen Pfannküchlein mit Puderzucker, und natürlich der Stroopwafel, die aus Gouda stammt. Käse gehört überall dazu: Der Goudse kaas wird von jung und mild bis alt und kräftig gereift verkauft, am besten frisch geschnitten vom Käsehändler auf dem Markt.

Südholland ist zugleich das kulinarische Erbe der Kolonialzeit. Vor allem Den Haag hat die größte indonesische Gemeinschaft der Niederlande, und die Rijsttafel – ein Reistisch aus vielen kleinen, scharfen und süßen Gerichten – ist hier zur festen Institution geworden. Rund um das jährliche Pasar-Malam-Festival und in den vielen Toko-Läden und Warungs bekommst du Saté, Rendang und Nasi Goreng auf hohem Niveau. In Rotterdam wiederum spiegelt die Küche die Hafenstadt: Von türkisch über kapverdisch bis surinamisch isst du dich durch eine der internationalsten Städte Europas.

Zum Trinken gehört der Jenever, der niederländische Wacholderbrand und Urvater des Gin. Seine Hauptstadt liegt in Südholland: Schiedam, gleich neben Rotterdam, war einst das Zentrum der Brennereien, hat die höchsten klassischen Windmühlen der Welt, die die Malzmühlen antrieben, und ein eigenes Jenevermuseum mit Verkostung. Bestell den Jenever eiskalt im Tulpenglas als „kopstootje“ zusammen mit einem Bier – die Kombination aus Schnaps und Pils ist der klassische Feierabend-Gruß, mit dem sich die Region ihren Arbeitstag von der Zunge spült.

Restaurants in Südholland

Alle 12 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise und Mobilität in Südholland

Von der deutschen Grenze ist es näher, als viele denken – aus dem Ruhrgebiet stehst du in gut zwei Stunden an der Maas.

Mit der Bahn geht es bequem und schnell: Rotterdam Centraal ist ein Halt der Eurostar-Hochgeschwindigkeitszüge (früher Thalys) auf der Linie Amsterdam–Brüssel–Paris, und von Deutschland aus erreichst du das Netz per ICE über Köln und Utrecht, mit einem Umstieg Richtung Rotterdam oder Den Haag. Die niederländische NS bringt dich dann im dichten Takt weiter. Innerhalb der Provinz brauchst du kein Auto – die Züge verbinden Rotterdam, Delft, Den Haag, Leiden und Gouda im Viertelstundentakt, und zwischen Rotterdam und Den Haag fahren die NS-Züge über Delft im dichten Takt; die RandstadRail-Metro E verbindet beide Städte zusätzlich, allerdings über Pijnacker statt über Delft.

Mit dem Flugzeug landest du am besten auf Schiphol bei Amsterdam, dem großen Drehkreuz, das trotz des Namens verkehrsgünstig zu Südholland liegt: Nach Leiden sind es rund 15 Bahnminuten, nach Den Haag und Rotterdam etwa eine halbe Stunde, alles direkt ab dem Bahnhof unter dem Terminal. Der kleine Flughafen Rotterdam The Hague liegt näher an der Stadt, wird aus Deutschland aber selten direkt angeflogen. In beiden Fällen fährst du vom Flughafen ohne Mietwagen weiter, weil das Bahnnetz alles Weitere übernimmt.

Mit dem Auto kommst du über die A3 und A12 aus Richtung Köln/Arnheim oder die A16 aus Antwerpen; niederländische Autobahnen sind grundsätzlich mautfrei, nur einzelne Tunnel wie der Kiltunnel bei Dordrecht kosten Gebühr. In den Städten wird das Auto aber zur Last: Parken ist teuer und knapp, viele Zentren sind autoberuhigt. Nutze die Park-and-Ride-Anlagen (P+R) am Rand von Rotterdam und Den Haag, wo du günstig parkst und mit Tram oder Metro ins Zentrum fährst – das spart Geld und Nerven.

Für die Feinverteilung sind Rad und Wasser typisch niederländisch. Leihräder bekommst du an jedem Bahnhof über die OV-fiets, und das flache Land mit seinen eigenen Radwegen ist ideal für Touren durch die Bollenstreek oder ins Grüne Herz. Auf dem Wasser verbinden Fähren und Wasserbusse die Region – etwa der Wasserbus von Rotterdam nach Kinderdijk oder die Hafenfähren über die Maas. Bezahlt wird im gesamten öffentlichen Verkehr am einfachsten kontaktlos per Bank- oder Kreditkarte (OVpay), sodass du dir keine Extra-Fahrkarte kaufen musst.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Südholland mit Wetter im Jahreslauf

Südholland liegt am Meer, und das Wetter macht daraus, was es will – doch von April bis September reihen sich die guten Wochen aneinander.

Das Klima in Südholland ist maritim geprägt: milde Winter, kühle Sommer und Wind, der vom Meer über das flache Land zieht. Extreme Hitze ist selten, Regen dagegen zu jeder Jahreszeit möglich – ein Regenschirm gehört ins Gepäck, egal wann du kommst. Die beste Reisezeit hängt vom Ziel ab: Für die Tulpen musst du im April kommen, für Strand und lange Tage in den Sommer, und für Städtebummel ohne Gedränge sind Frühling und Frühherbst am angenehmsten. Die Werte unten gelten grob für die Küstenstädte Rotterdam und Den Haag.

Jan6°1°kalt, grau, ruhig
Feb7°1°kühl, wenig los
Mär10°3°erstes Grün, Keukenhof öffnet
Apr14°5°Tulpenblüte, Keukenhof
Mai18°8°mild, lange Tage
Jun20°11°warm, Terrassenwetter
Jul22°13°Hochsaison, Strand
Aug22°13°warm, voll an der Küste
Sep19°11°mild, weniger Andrang
Okt15°8°goldener Herbst, wechselhaft
Nov10°4°nass und windig
Dez7°2°grau, Gouda bei Kerzenschein

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Südholland ist von April bis September. Wer die Tulpen sehen will, kommt im April, wenn der Keukenhof und die Felder der Bollenstreek blühen; Mai und Juni bringen mildes Städtewetter mit langen Tagen, Juli und August das verlässlichste Strandwetter mit Wassertemperaturen um 18 bis 20 Grad. Der September ist ein Geheimtipp: noch warm, aber schon ruhiger. Den nassen, windigen November und die grauen Wintermonate belebt vor allem Goudas Kerzenschein-Abend im Dezember.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Südholland

Wie viele Tage braucht man für Südholland?
Für die drei großen Städte Rotterdam, Den Haag und Delft reicht ein langes Wochenende, da sie auf einer Bahnlinie liegen. Willst du zusätzlich Leiden, Gouda, Kinderdijk und die Tulpenfelder sehen, plane vier bis fünf Tage ein – die kurzen Wege machen dichtes Programm ohne Stress möglich.
Braucht man in Südholland ein Auto?
Nein, im Gegenteil: Die Züge der NS verbinden alle Städte im Viertelstundentakt, in den Zentren ist Parken teuer und knapp, und das Fahrrad ist auf dem flachen Land oft schneller. Ein Auto lohnt höchstens für abgelegene Küstenparks; ansonsten bist du mit Bahn, Tram und Leihrad besser bedient.
Wann blühen die Tulpen in Südholland?
Die Hauptblüte in der Bollenstreek rund um Lisse liegt meist von Mitte April bis Anfang Mai, abhängig vom Wetter. Der Keukenhof, der größte Blumenpark der Welt, öffnet von Ende März bis Mitte Mai. Für die Felder im Freien triffst du die beste Zeit in der zweiten Aprilhälfte.
Wie kommt man von Rotterdam nach Kinderdijk?
Am schönsten mit dem Wasserbus, der in der warmen Jahreszeit von der Erasmusbrücke in rund einer halben Stunde über die Maas fährt. Ganzjährig geht es mit Bus oder Auto über Alblasserdam; von den Parkplätzen bringt ein Shuttle zum Eingang. Vor Ort erkundest du die Mühlen zu Fuß oder per Rad.
Lohnt sich Rotterdam oder Den Haag als Basis?
Rotterdam passt zu Städtefans, die modernes Design, Museen und Nachtleben suchen; Den Haag verbindet Kunst und Regierungsviertel mit dem Strand von Scheveningen. Beide liegen zentral. Wer es ruhiger mag, wählt Delft in der Mitte – von dort sind beide Städte in zehn Zugminuten erreichbar.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rotterdam?
Die Markthal mit ihrem Deckenfresko, die gelben Kubushäuser, die Erasmusbrücke über der Maas, der Euromast mit Aussichtsplattform und das spiegelnde Depot Boijmans Van Beuningen. Dazu eine Hafenrundfahrt durch Europas größten Hafen und der Bummel durch das historische Delfshaven.
Was kann man in Den Haag sehen?
Das Mauritshuis mit Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring, den Binnenhof am Hofteich, das Rundgemälde im Panorama Mesdag, den Miniaturpark Madurodam und den Friedenspalast. Zum Baden und Flanieren fährst du in einer Viertelstunde mit der Tram ans Seebad Scheveningen mit Pier und Strand.
Warum ist Delft bekannt?
Für sein blau-weißes Delfter Blau, das die Manufaktur De Koninklijke Porceleyne Fles seit 1653 von Hand bemalt, und für den Maler Vermeer, der hier lebte. In der Nieuwe Kerk am Markt liegt die königliche Grablege des Hauses Oranien-Nassau; ringsum ziehen sich stille Grachten durch die Altstadt.
Wann ist der Käsemarkt in Gouda?
Der historische Käsemarkt findet von April bis August donnerstagvormittags auf dem Markt vor dem gotischen Rathaus statt. Er ist eine Inszenierung für Besucher, mit Handschlag-Verhandlung und gestapelten Käselaiben. Ganzjährig sehenswert sind das Waaghaus mit Käsemuseum und die Buntglasfenster der Sint-Janskerk.
Ist Den Haag die Hauptstadt der Niederlande?
Nein. Amsterdam ist die offizielle Hauptstadt, aber Den Haag ist Regierungssitz: Hier tagen Parlament und Regierung, hier wohnt der König, und hier sitzen internationale Gerichte wie der Internationale Gerichtshof im Friedenspalast. Diese Trennung von Titel und Funktion ist eine niederländische Besonderheit.
Kann man in Südholland baden?
Ja, an der Nordseeküste zwischen Hoek van Holland, Scheveningen, Katwijk und Noordwijk liegen breite, feine Sandstrände mit Strandpavillons. Die Wassertemperatur erreicht im Sommer rund 18 bis 20 Grad. Scheveningen bei Den Haag ist das bekannteste Seebad, mit Pier, Boulevard und Bademöglichkeit direkt am Stadtrand.
Wie kommt man von Deutschland nach Südholland?
Mit der Bahn per ICE über Köln und Utrecht nach Rotterdam oder Den Haag, mit einem Umstieg; Rotterdam Centraal ist zudem Halt der Eurostar-Schnellzüge. Mit dem Auto über A3 und A12 – niederländische Autobahnen sind mautfrei. Am Flughafen Schiphol bist du in einer halben Stunde per Bahn in Den Haag oder Rotterdam.
Wann ist die beste Reisezeit für Südholland?
April bis September. Für die Tulpen kommst du im April, für Strand und lange Tage in den Sommer, für ruhige Städtebummel in den milden Frühling oder September. Der Winter ist grau und windig, hat aber mit Goudas Kerzenschein-Abend im Dezember einen eigenen Reiz.
Lohnt sich der Keukenhof?
Für Blumenfreunde ja: Auf dem Gelände bei Lisse blühen von Ende März bis Mitte Mai rund sieben Millionen Zwiebeln in angelegten Beeten. Komm früh und unter der Woche, denn an sonnigen Wochenenden ist der Park voll. Wer die Felder im Freien sehen will, radelt zusätzlich durch die umliegende Bollenstreek.
SüdhollandAuf gut hundert Kilometern zwischen Nordseestrand und Grünem Herz drängen sich Europas größter Hafen, die Windmühlen von Kinderdijk und das porzellanblaue Delft.

Der Reisebrief

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