Rotterdam Sehenswürdigkeiten zwischen Hafen und Markthal
Am 14. Mai 1940 legten Bomben das alte Zentrum in Schutt – was danach entstand, ist die modernste Innenstadt der Niederlande.
Fang bei der Markthal an, dem hufeisenförmigen Bau von 2014, unter dessen Bogen das größte Kunstwerk der Niederlande hängt: ein 11.000 Quadratmeter großes Deckenfresko aus Früchten, Blumen und Fischen, darunter Stände mit Käse, Stroopwafels und Streetfood aus aller Welt. Gleich nebenan stapeln sich die gelben Kubushäuser von Piet Blom, um 45 Grad gekippt und tatsächlich bewohnt – eines, das Kijk-Kubus, kannst du von innen besichtigen. Über allem misst der Markt den Puls einer Stadt, die sich nach der Zerstörung nie an ihre alte Silhouette geklammert, sondern jede Wette auf die Zukunft angenommen hat.
Der beste Blick auf diese Silhouette ist der vom Wasser. Nimm das Wassertaxi über die Maas nach Kop van Zuid, zum Hotel New York in der einstigen Zentrale der Holland-Amerika-Linie, von wo aus Auswanderer nach New York ablegten. Über dir spannt sich die Erasmusbrücke, wegen ihres geknickten Pylons „De Zwaan“, der Schwan, genannt. Wer höher hinaus will, fährt auf den Euromast, dessen Aussichtsspitze seit dem Anbau von 1970 in 185 Metern Höhe liegt; von der Aussichtsplattform überblickst du Hafen, Stadt und an klaren Tagen bis zur Nordsee. Eine echte Hafenrundfahrt mit Spido führt hinaus zu den Kränen, Docks und Containerbrücken des Betriebs, der Europas größter Seehafen ist.
Für Kunst und Ruhe wechselst du das Tempo. Das Stammhaus des Museum Boijmans Van Beuningen ist wegen einer jahrelangen Sanierung geschlossen, doch direkt daneben zeigt das spiegelnde Depot Boijmans Van Beuningen die komplette Sammlung im offenen Lager – ein begehbarer Speicher, in dem du zwischen Rembrandt und zeitgenössischer Kunst durch die Regale gehst und aufs Dach zum Café steigst. Danach lohnt der Bummel durch Delfshaven, einen der wenigen vom Krieg verschonten Winkel: An diesem Hafen bestiegen 1620 die Pilgerväter die Speedwell, bevor sie über England nach Amerika segelten.
Plane für Rotterdam mindestens einen vollen Tag, besser zwei, wenn du Museen und eine Hafenrundfahrt kombinieren willst. Die Stadt ist kompakt und flach – Leihrad, Tram und Metro bringen dich überallhin, ein Auto brauchst du im Zentrum nicht und parkst es teuer. Ein guter Rhythmus: vormittags Markthal und Kubushäuser, mittags Fähre oder Wassertaxi über die Maas, nachmittags Depot oder Fenix-Museum in den alten Speichern, abends ein Bier auf einer Dachterrasse im Kop van Zuid mit der Brücke im Rücken.






















