Die schönsten Orte in Bulgarien
Zwischen dem Trubel von Sonnenstrand und der Stille der Sieben Rila-Seen liegen nur gut drei Autostunden — und zwei sehr verschiedene Bulgarien.

Die Schwarzmeerküste teilt sich in zwei Lager, und die Wahl entscheidet über den Charakter deines Urlaubs. Nördlich von Varna reiht sich am Goldstrand ein Hotelblock an den nächsten, im Rücken die bewaldeten Hänge des gleichnamigen Naturparks. Weiter südlich, kurz hinter der Hafenstadt Burgas, zieht sich Sonnenstrand über gut acht Kilometer Sand — tagsüber Familienstrand, nach Mitternacht die lauteste Partymeile des Landes. Wer es ruhiger mag, weicht auf das weitgehend autofreie Albena im Norden oder das kleine Sveti Vlas mit seinem Jachthafen aus.
Zwischen den Resorts liegen die alten Küstenstädte, die dem Urlaub Substanz geben. Direkt neben Sonnenstrand sitzt Nessebar auf einer schmalen Halbinsel, ein Freilichtmuseum aus mittelalterlichen Kirchenruinen und hölzernen Wiedergeburts-Häusern, seit 1983 UNESCO-Welterbe. Rund fünfzig Kilometer weiter südlich schmiegt sich das Künstlerstädtchen Sozopol an zwei Buchten, mit engen Kopfsteingassen und Feigenbäumen über den Höfen. Varna und Burgas selbst sind keine Kulissen, sondern lebendige Städte mit großen Seegärten direkt am Wasser. In Varna lohnt der Blick ins Archäologische Museum mit einem der ältesten Goldschätze der Welt, in Burgas der Spaziergang an die Salzseen mit ihren Vogelschwärmen am Stadtrand.
Das andere Bulgarien beginnt im Landesinneren, und es lohnt jeden Umweg. Sofia sitzt am Fuß des Hausbergs Witoscha, mit den Goldkuppeln der Alexander-Newski-Kathedrale und römischen Mauern unter den Metro-Stationen. Plovdiv, eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte Europas, staffelt seine farbigen Handelshäuser über drei Hügel um ein antikes Theater. Und über Veliko Tarnovo, der Hauptstadt der mittelalterlichen Zaren, thront die weitläufige Festung Zarewez über einer engen Schleife des Flusses Jantra.
Wer Berge und Klöster sucht, fährt nach Westen und Süden. Zwei Fahrstunden südlich von Sofia liegt das Rila-Kloster in einem abgeschiedenen Bergtal, seit über tausend Jahren das geistliche Herz des Landes. Die Sieben Rila-Seen dagegen erreichst du nicht vom Kloster aus, sondern auf einem eigenen Ausflug in ein anderes Hochtal: Von der Sesselbahn bei Panitschischte, rund zwei Autostunden entfernt, steigst du zur Seenkette hinauf. Im Winter zieht es Skifahrer nach Bansko am Fuß des Pirin-Gebirges, wo die Gondel dich vom Ort auf die Hochebene Banderischka Poljana auf rund 1.600 Meter bringt, von wo weitere Lifte bis über 2.500 Meter fahren. Selten liegen Strand und Hochgebirge so nah beieinander wie hier — morgens Sand, nachmittags Almwiese ist eine Frage von Stunden. Für die klassische Rundreise verbindest du am besten ein paar Strandtage mit zwei Nächten in Sofia und Plovdiv und einem Tag im Rila-Gebirge.
















