Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon
Die Ikonen der Stadt verteilen sich auf zwei Pole – die Burg über der Altstadt und das Klosterviertel Belém sechs Kilometer flussabwärts.
Ganz oben steht das Castelo de São Jorge, eine maurische Festung auf dem Burgberg über der Altstadt, von deren Zinnen du den kompletten Stadtgrundriss liest: das Raster der Baixa, den Rossio, den Tejo mit den Fähren nach Cacilhas. Der Weg hinauf durch die Alfama ist Teil der Sehenswürdigkeit – enge Schleifen, Treppen statt Straßen, Wäscheleinen über den Köpfen und alle paar hundert Meter ein Miradouro, an dem jemand einen Kiosk aufgemacht hat. Kauf das Ticket für die Burg online und geh entweder gleich zur Öffnung oder in der letzten Stunde vor Schluss; dazwischen staut es sich am Eingang, und auf den Terrassen findest du keinen freien Mauerabschnitt mehr. Auf halbem Weg liegt die Sé, die Kathedrale von 1147, wuchtig wie eine Wehrkirche – an ihrer Fassade fahren die Trams 28 und 12 vorbei, was das meistfotografierte Motiv der Stadt ergibt.
Unten, zwischen Burghügel und Bairro Alto, liegt die Baixa Pombalina, nach dem Erdbeben von 1755 in wenigen Jahren als schnurgerades Raster neu gebaut und eines der ersten planmäßig erdbebensicher errichteten Stadtviertel Europas. Sie endet am Tejo auf der Praça do Comércio, einem Platz von der Größe mehrerer Fußballfelder, dreiseitig von gelben Arkaden gefasst und zur vierten Seite hin offen zum Wasser; auf dem Arco da Rua Augusta führen Aufzug und Wendeltreppe hinauf auf die Dachterrasse. Zwei Blocks weiter nördlich verbindet der Elevador de Santa Justa die Unterstadt mit dem Chiado – schmiedeeisern, seit 1902 in Betrieb, mit einer Schlange, die sich nachmittags um den halben Block zieht. Der Trick: Dieselbe Höhe erreichst du kostenlos zu Fuß über den Largo do Carmo, und dort oben steht ohnehin das eindrucksvollere Bauwerk.
Das ist das Convento do Carmo. Beim Beben stürzte am Allerheiligenmorgen das Gewölbe der Klosterkirche ein, und weil man sie nie wieder überdachte, stehen die gotischen Spitzbögen bis heute offen gegen den Himmel – im Sommer eine der wenigen Ruinen, in denen man freiwillig länger bleibt. In der Hauptkapelle am Kopfende, dem einzigen überdacht gebliebenen Teil der Ruine, sitzt das Archäologische Museum mit einer eigenwilligen Sammlung von Sarkophagen bis zu Mumien. Von dort sind es fünf Minuten ins Chiado, wo die Livraria Bertrand seit 1732 durchgehend Bücher verkauft und damit als älteste ununterbrochen betriebene Buchhandlung der Welt gilt, und wo vor dem Café A Brasileira eine Bronzefigur von Fernando Pessoa an einem Tisch sitzt, an dem sich täglich hunderte Leute fotografieren lassen.
Für Museen brauchst du einen eigenen Halbtag. Das Museu Calouste Gulbenkian nördlich des Zentrums zeigt die Privatsammlung eines armenischen Ölunternehmers, der seine letzten Lebensjahre in Lissabon verbrachte – ägyptische Kunst, persische Teppiche, Rembrandt und ein ganzer Saal Jugendstilschmuck von René Lalique, dazu ein Park, in dem halb Lissabon auf dem Rasen liest. Das Museu Nacional do Azulejo im Osten erzählt in einem ehemaligen Kloster fünf Jahrhunderte Kachelkunst, samt einem über zwanzig Meter langen Panorama der Stadt, wie sie vor dem Erdbeben aussah. Und ganz im Osten, im Expo-Gelände Parque das Nações, gehört das Oceanário zu den größten Aquarien Europas – der Zentraltank ist von vier Seiten einsehbar und füllt mit Kindern verlässlich einen halben Tag.














