Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Zentralportugal
Wenn die Biblioteca Joanina um zehn öffnet, stehst du in einem barocken Saal aus vergoldetem Holz, in dem nachts Fledermäuse patrouillieren, um die Bücher vor Insekten zu schützen.
Coimbra ist der Ausgangspunkt: Die Universität von 1290 gehört zu den ältesten Europas, und ihr historischer Kern, der Paço das Escolas, steht seit 2013 auf der UNESCO-Welterbeliste. Kauf das Kombiticket für die Biblioteca Joanina, die Kapelle São Miguel und den Uhrturm – der Eintritt in die Bibliothek läuft über feste Zeitfenster, weil pro Slot nur eine begrenzte Zahl Besucher in die drei goldenen Säle darf. Steig danach hinunter in die Sé Velha, die romanische Alte Kathedrale, die eher wie eine Festung als eine Kirche wirkt.
Von Coimbra aus liegen zwei Sehenswürdigkeiten in Reichweite, die man leicht übersieht. Sechzehn Kilometer südlich breiten sich in Conímbriga die besterhaltenen römischen Ruinen Portugals aus: Mosaikböden, ein Forum und ein Wassergarten, dessen Springbrunnen die Archäologen wieder zum Laufen gebracht haben. Und am Fuß der Altstadt, jenseits des Mondego, liegt die Quinta das Lágrimas, der Garten, an den sich die tragische Liebesgeschichte von Pedro und Inês knüpft – Stoff, den Camões im portugiesischen Nationalepos verewigt hat.
Weiter östlich in Tomar steht das eindrucksvollste Bauwerk der Region: der Convento de Cristo, einst Sitz des Templerordens und später des Christusordens, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Herzstück ist die achteckige Charola, die Rundkirche der Templer, deren Innenraum die Ritter der Legende nach hoch zu Ross betraten. Das berühmte Manuelinische Fenster an der Westfassade, ein Wust aus Tauwerk, Korallen und Seemannsknoten in Stein, gilt als das Sinnbild der portugiesischen Entdeckerzeit schlechthin.
Plane die großen Ziele nicht an einem einzigen Tag: Coimbra allein füllt einen ganzen, Tomar mit dem Kloster einen halben, und dazwischen liegen weitere Welterbestätten wie das Kloster von Batalha und der Zisterzienserbau von Alcobaça, beide ebenfalls Welterbe und beide fußläufig zu erkunden. Wer Geschichte in Stein mag, reist hier von einem UNESCO-Eintrag zum nächsten, ohne je weiter als eine Stunde fahren zu müssen.


























