Region · Portugal

Madeira

Mitten im Atlantik steigt Madeira in Terrassen aus dem Wasser, durchzogen von Levadas, Lorbeerwald und Vulkangipfeln über den Wolken.

5 Städte27 Sehenswürdigkeiten22 Hotels
Überblick

Deine Madeira auf einen Blick

Beste Zeit
April–Oktober mit den meisten Sonnenstunden; mildes Klima das ganze Jahr
Beste Reisezeit
April–Juni und September–November
Gut für
Wandern (Levadas & Berge), Natur, Gärten, milde Winterflucht
Anreise
Flughafen Funchal (Cristiano Ronaldo, FNC), Direktflüge ab Deutschland; Mietwagen für die kurvigen Bergstraßen empfehlenswert
Hauptstadt
Funchal
Basis
Funchal als zentraler Ausgangspunkt; der Westen (Porto Moniz/Calheta) für ruhigere Tage
Die Region

Was Madeira ausmacht

Madeira ist Portugals grüne Blumeninsel im Atlantik, rund 1.000 Kilometer südwestlich von Lissabon und näher an Afrika als am Festland. Die Insel steigt steil aus dem Meer: Im Zentrum ragen Pico Ruivo und Pico do Arieiro über 1.800 Meter hoch, oft über einem Wolkenmeer, während sich an den Hängen der uralte Lorbeerurwald Laurissilva zieht, seit 1999 UNESCO-Welterbe. Entlang der jahrhundertealten Levadas – schmaler Bewässerungskanäle – führen Wanderwege durch Schluchten und Farnwälder. In Funchal, der Hauptstadt an der Südküste, mischen sich der Mercado dos Lavradores, die Gassen der Zona Velha und die Korbschlitten von Monte. Im Nordwesten laden die Lavabecken von Porto Moniz zum Baden ein, und am Cabo Girão schwebt eine gläserne Plattform 580 Meter über dem Meer. Dank subtropischem Klima ist die Insel das ganze Jahr über bereisbar.

Reiseführer

Madeira von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Kaum ist das Flugzeug in der Kurve über der Landebahn von Santa Cruz, die auf Stelzen ins Meer gebaut ist, öffnet sich der erste Blick auf eine Insel, die fast senkrecht aus dem Atlantik steigt, terrassiert bis unter die Wolken, dazwischen Bananenstauden und rote Dächer. Madeira macht nichts flach. Hier fährt man selten geradeaus und nie lange am Stück – jede Serpentine tauscht das Panorama, und nach zehn Minuten Nebel im Hochland stehst du plötzlich wieder in der Sonne über einem Wolkenmeer.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Madeira

Die größten Sehenswürdigkeiten Madeiras sind selten Bauwerke – es sind Aussichtspunkte, Küstenstraßen und ein Wolkenmeer, das sich unter deinen Füßen öffnet.

Beginne mit dem Cabo Girão westlich von Funchal, mit rund 580 Metern eine der höchsten Steilklippen Europas. Auf der gläsernen Skywalk-Plattform stehst du über dem Abgrund und blickst senkrecht hinunter auf die Fajãs, winzige Feldterrassen am Fuß der Klippe, die früher nur per Boot erreichbar waren. Der Zugang ist frei, ein Parkplatz liegt direkt daneben, und morgens vor den ersten Reisebussen hast du das Geländer fast für dich. Wer nicht schwindelfrei ist, bleibt einfach hinter der Glasfläche – der Blick auf die Küste ist auch von dort weit.

Der zweite Pflichtstopp liegt im zentralen Bergmassiv: die Aussichtspunkte am Pico do Arieiro, den du fast bis zum Gipfel mit dem Auto erreichst. Bei klarer Wetterlage stehst du auf 1.818 Metern über einem geschlossenen Wolkenmeer, aus dem nur die Nachbargipfel ragen – ein Bild, das sich innerhalb von Minuten wandelt, wenn die Wolken über den Grat quellen. Fahr früh hoch, denn oft klart es nur in den ersten Morgenstunden auf, bevor sich am Nachmittag alles zuzieht.

In und um Funchal reihen sich die kulturellen Höhepunkte: der überdachte Mercado dos Lavradores mit seinen Fisch- und Obstständen, die bemalten Türen der Zona Velha, der Jardim Botânico hoch über der Bucht und die Wallfahrtskirche in Monte, zu der du mit der Seilbahn hinaufschwebst. Von Monte rodeln die Carreiros Besucher in geflochtenen Korbschlitten die steile Straße hinab Richtung Livramento – ein über 150 Jahre altes Transportmittel, das heute ein touristisches Ritual ist, aber ein echtes.

Wer Zeit hat, fährt an die wilde Ostspitze zur Ponta de São Lourenço, wo die grüne Insel abrupt in eine kahle, ockerrote Vulkanlandschaft übergeht. Ein gut ausgebauter Wanderweg führt über den schmalen Landrücken hinaus aufs Meer zu – rund drei Stunden hin und zurück, ohne Schatten, dafür mit Blick auf beide Küsten gleichzeitig. Es ist der einzige Ort der Insel, an dem Madeira nicht grün, sondern karg ist, und gerade dieser Kontrast macht den Abstecher lohnend.

Sehenswürdigkeiten in Madeira

Alle 27 Sehenswürdigkeiten
Funchal

Funchal – Hauptstadt zwischen Markt, Monte und Meer

Morgens um acht riecht der Mercado dos Lavradores nach nassem Stein und Passionsfrucht, und der Fischhändler legt einen schwarzen, urzeitlich wirkenden Degenfisch auf den Marmortisch.

Funchal – Hauptstadt zwischen Markt, Monte und Meer
Funchal

Funchal ist das Herz Madeiras, in dem rund ein Drittel aller Inselbewohner lebt, und die meisten Reisen beginnen hier. Der Mercado dos Lavradores aus den 1940er-Jahren ist der beste Einstieg: unten die Fischhalle mit dem Espada, dem tiefschwarzen Degenfisch, der nur in großer Tiefe vor der Insel gefangen wird, oben die Stände mit Anonas, Maracujá und Dutzenden Bananensorten. Sei bei den angebotenen Kostproben vorsichtig – hier wird oft ein Preis erwartet. Gleich nebenan beginnt die Zona Velha, die Altstadt, deren Türen im Rahmen eines Kunstprojekts von Künstlern bemalt wurden.

Vom Zentrum schwebt die Seilbahn in gut fünfzehn Minuten hinauf nach Monte, rund 550 Meter über dem Meer. Oben locken die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte und der Monte Palace Tropical Garden mit seinen Teichen, Azulejos und einer Sammlung von Mineralien. Der berühmteste Programmpunkt ist die Abfahrt im Carro de Cesto: Zwei weißgekleidete Carreiros steuern einen Korbschlitten auf Kufen die abschüssige Straße hinunter, gebremst mit ihren Gummisohlen. Es ist kurz, es ist touristisch, und es macht trotzdem Spaß.

Zurück am Wasser lohnt die Promenade der Avenida do Mar und ein Bummel durch die Rua de Santa Maria. In den Weinlodges der Stadt, etwa bei Blandy's, verkostest du den Madeirawein durch seine vier klassischen Reben – vom trockenen Sercial bis zum süßen Malvasia –, der durch Erhitzung im sogenannten Estufa-Verfahren seinen typischen, fast karamelligen Charakter bekommt. Eine Führung mit Probe dauert rund eine Stunde und erklärt, warum dieser Wein Schiffsreisen um die halbe Welt unbeschadet überstand.

Für den Nachmittag bieten sich zwei Kontraste an: der Forte de São Tiago und das benachbarte Museum in der Zona Velha oder ein Spaziergang durch den Parque de Santa Catarina mit Blick über den Hafen, in dem oft Kreuzfahrtschiffe liegen. Fußballfans steuern das CR7-Museum an der Marina an, das dem auf Madeira geborenen Cristiano Ronaldo gewidmet ist. Zum Abendessen kehrst du in die Zona Velha zurück, wo an lauen Abenden die Tische bis auf die Kopfsteingassen reichen.

Wandern & Levadas

Levada-Wanderungen und Wandern auf Madeira

Neben dir plätschert das Wasser im schmalen Kanal in dieselbe Richtung, in die du läufst, und über dir schließt sich der Lorbeerwald zu einem grünen Dach.

Wandern ist der eigentliche Grund, warum viele nach Madeira kommen, und die Levadas machen es einzigartig. Diese schmalen Bewässerungskanäle wurden ab dem 16. Jahrhundert angelegt, um Wasser vom regenreichen Norden in den trockeneren, landwirtschaftlich genutzten Süden zu leiten. Über 2.000 Kilometer ziehen sie sich quer durch die Insel, und entlang der Wartungspfade neben dem Wasser führen heute markierte Wanderwege – meist mit sanfter Steigung, weil das Wasser ja gleichmäßig fließen muss. Das macht viele Levada-Wege auch für ungeübte Wanderer machbar.

Die bekannteste Route ist die Levada das 25 Fontes ab dem Hochtal von Rabaçal: Ein Weg durch dichten Lorbeerwald führt zu einem Talkessel, in dem aus der Felswand ringsum zahllose Quellen sprudeln. Rechne mit rund drei bis vier Stunden hin und zurück. Länger und einsamer ist die Levada do Caldeirão Verde ab Queimadas bei Santana, die durch mehrere unbeleuchtete Felstunnel führt – Stirnlampe und Regenjacke sind hier Pflicht, ebenso Trittsicherheit, denn stellenweise geht es ungesichert neben dem Kanal steil bergab.

Die spektakulärste Bergtour ist der Höhenweg PR1 vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo, dem mit 1.862 Metern höchsten Punkt der Insel. Der Grat führt über Treppen, durch in den Fels gehauene Tunnel und an ausgesetzten Passagen entlang; für die anspruchsvolle Variante solltest du fünf bis sechs Stunden und gute Kondition einplanen. Prüfe vorab die Wetter- und Sperrungsmeldungen, denn nach Unwettern werden einzelne Abschnitte gesperrt, und starte früh, um die Wolken zu schlagen.

Für alle Wanderungen gilt dasselbe Kleingedruckte: festes Schuhwerk, Regenschutz und ein Wetterbericht, der zwischen Nord und Süd unterscheidet, denn die Insel hat je nach Höhe und Küste völlig verschiedene Verhältnisse. Nimm eine Stirnlampe für die Tunnel mit, trag im Hochland eine warme Schicht mehr, als du am Strand für nötig hältst, und lass dich nicht von der geringen Länge täuschen – ein Wanderbus oder ein Taxitransfer ist oft praktischer als das eigene Auto, weil viele Levada-Wege nicht zum Ausgangspunkt zurückführen.

Aktivitäten & Touren in Madeira

Alle 17 Aktivitäten
Berge

Pico do Arieiro und der Grat zum Pico Ruivo

Es ist noch dunkel, als die Autos den Parkplatz füllen, und dann steigt hinter dem Grat langsam ein oranger Streifen über dem Wolkenmeer auf.

Pico do Arieiro und der Grat zum Pico Ruivo
Berge

Der Pico do Arieiro ist der einzige der großen Gipfel Madeiras, den du bequem mit dem Auto erreichst: Eine gut ausgebaute Straße führt bis auf 1.818 Meter, wo ein Parkplatz, eine kleine Bar und eine Radarstation warten. Genau deshalb ist er zum beliebtesten Sonnenaufgangsziel der Insel geworden. Wer die Show sehen will, fährt im Dunkeln hoch, packt sich warm ein – auf dem Gipfel kann es auch im Sommer nur wenige Grad haben – und stellt sich an den Aussichtsplatz, während die Sonne das Wolkenmeer von unten in Orange taucht.

Vom Arieiro startet der berühmte Höhenweg PR1 hinüber zum Pico Ruivo, dem Dach der Insel. Die Route ist eine der großartigsten Wanderungen Portugals, aber sie ist kein Spaziergang: viele Höhenmeter im Auf und Ab, steile Treppen, ausgesetzte Kanten und mehrere in den Fels gesprengte Tunnel, für die du zwingend eine Lampe brauchst. Für die anspruchsvolle Originalvariante solltest du fünf bis sechs Stunden einplanen; eine leichtere Alternative erreicht den Pico Ruivo über den kürzeren Weg ab Achada do Teixeira.

Das Wetter am Berg spielt nach eigenen Regeln. Es kann in Funchal sonnig sein, während der Arieiro komplett in Wolken steckt – und umgekehrt. Prüfe daher vor der Fahrt die Webcams am Gipfel und die Bergwetter-Prognose, nicht nur den Küstenbericht. Die verlässlichsten klaren Fenster liegen meist früh am Morgen; gegen Mittag quellen oft feuchte Luftmassen von Norden über den Grat und schließen die Sicht innerhalb von Minuten.

Ein praktischer Hinweis zur Anfahrt: Der Parkplatz am Arieiro ist begrenzt und zu Sonnenaufgang schnell voll, besonders in der Hauptsaison. Viele Besucher buchen deshalb eine geführte Sonnenaufgangstour mit Kleinbus-Transfer, die den Stress mit Parkplatz und Rückweg abnimmt. Wenn du selbst fährst, sei früh dran, fahr die kurvige Bergstraße defensiv – Nebel und freilaufende Kühe sind keine Seltenheit – und lass Zeit für den Rückweg im Hellen ein.

Norden & Küste

Porto Moniz und die Lavabecken im Nordwesten

Die Brandung schlägt gegen die schwarze Felskante, doch einen Meter weiter, hinter dem Lavawall, liegt das Wasser im Naturbecken fast still und klar.

Porto Moniz und die Lavabecken im Nordwesten
Norden & Küste

Porto Moniz an der Nordwestspitze ist berühmt für seine Piscinas Naturais – natürliche Schwimmbecken, die die erkaltete Lava in unregelmäßigen Formen ins Meer modelliert hat. Der Ozean füllt und erneuert sie mit jeder Welle, sodass du in klarem, salzigem Atlantikwasser badest, während draußen die volle Brandung tobt. Es gibt zwei Areale: den kostenpflichtigen, gepflegten Komplex mit Leitern, Duschen und Bademeister sowie ein kleineres, wildes Becken gleich daneben, das frei zugänglich ist.

Der Weg nach Porto Moniz ist Teil des Erlebnisses. Die alte Küstenstraße im Norden, teils in den Fels gehauen, führt unter Wasserfällen hindurch, die direkt auf die Fahrbahn tropfen – ein Abschnitt, den viele bewusst statt des schnellen Tunnels der neuen Straße fahren. Von São Vicente kommend passierst du Seixal mit seinem schwarzen Sandstrand und einem weiteren, fotogenen Naturbecken sowie den Wasserfall von Véu da Noiva, den du von einem Aussichtspunkt an der Straße siehst.

Der Norden Madeiras ist grüner, feuchter und wilder als die sonnige Südküste – hier fällt der meiste Regen, und genau deshalb ist die Vegetation so üppig. Plane bei einem Ausflug nach Porto Moniz eine Regenjacke ein und rechne damit, dass es hier bewölkter sein kann, während in Funchal die Sonne scheint. Umgekehrt lohnt sich der Weg gerade an Tagen, an denen der Süden von einer seltenen Wolkendecke bedeckt ist und der Norden aufklart.

Für die Übernachtung bietet Porto Moniz ein paar Hotels direkt an den Becken, sodass du morgens vor der Anreise der Tagesgäste schwimmen kannst. Als Tagesausflug lässt sich der Ort gut mit der Fahrt über die Hochebene Paul da Serra verbinden: eine karge, oft neblige Weidelandschaft mit Windrädern, die so gar nicht zum tropischen Bild der Insel passt und den erstaunlichen landschaftlichen Reichtum Madeiras auf wenigen Kilometern zeigt.

Rundreise

Madeira-Rundreise mit dem Mietwagen in einer Woche

Die Insel misst gerade einmal 57 Kilometer in der Länge, doch die Serpentinen dehnen jede Strecke – 40 Kilometer können hier eine gute Stunde bedeuten.

Eine Woche reicht, um Madeira in ihren wichtigsten Facetten zu sehen, wenn du klug planst. Bewährt hat sich ein Standquartier im Raum Funchal für die erste Hälfte, von dem aus du die Südküste, das zentrale Bergland und die Ostspitze erkundest. Tag eins gehört Funchal selbst mit Markt, Monte und Weinlodge, Tag zwei dem Cabo Girão und den Fischerorten der Südküste, Tag drei dem Sonnenaufgang am Pico do Arieiro und einer anschließenden Bergwanderung. So sammelst du Stadt, Küste und Höhe, ohne täglich den Koffer zu packen.

Für die zweite Hälfte lohnt ein Ortswechsel in den Norden, etwa nach Santana oder São Vicente. Von dort erreichst du die Levada-Wanderungen des Nordens, die Lavabecken von Porto Moniz und die alte Küstenstraße mit ihren Wasserfällen, ohne jeden Tag den langen Weg über das Gebirge zurücklegen zu müssen. Wer nicht umziehen möchte, macht auch von Funchal aus Tagesausflüge in den Norden – dann aber mit früher Abfahrt, denn die Überquerung des Bergmassivs kostet Zeit.

Zur Fahrpraxis solltest du zwei Dinge wissen. Erstens sind die neuen Schnellstraßen und ihre langen Tunnel exzellent ausgebaut und machen die Insel schnell durchquerbar; die alten, kurvigen Küsten- und Bergstraßen sind landschaftlich reizvoller, verlangen aber Konzentration und einen wachen Blick für entgegenkommende Busse in engen Kurven. Zweitens ist Parken in Funchals Zentrum knapp – nutze die Parkhäuser und lauf die letzten Meter, statt in den engen Altstadtgassen zu suchen.

Wer mehr Zeit hat, hängt einen Abstecher nach Porto Santo an, der kleinen Nachbarinsel mit ihrem neun Kilometer langen Goldsandstrand – ganz anders als das felsige Madeira. Die Fähre Lobo Marinho verkehrt von Funchal aus und braucht rund zweieinviertel Stunden pro Richtung; bei rauer See kann die Überfahrt allerdings unruhig werden. Ein bis zwei Übernachtungen lohnen sich, ein Tagesausflug wird durch die Fahrzeiten schnell hektisch.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Unterkünfte

Unterkünfte auf Madeira – von Funchal bis in den Norden

Abends leuchten die Lichter Funchals wie ein Sternenteppich, der sich vom Hafen die Hänge hinaufzieht – und aus dem Hotel am Berg schaust du von oben darauf.

Der größte Teil der Hotels konzentriert sich in und um Funchal, vor allem in der Hotelzone Lido westlich des Zentrums. Hier findest du die klassischen Ferienhotels mit Meerwasser- oder Poolzugang, Zugängen zum Atlantik über Leitern und Plattformen – echte Sandstrände hat die Südküste kaum, das Baden findet an Felsbadeanlagen und in Pools statt. Der Vorteil dieser Lage: Du bist zu Fuß oder mit dem Bus schnell im Zentrum, hast Restaurants und Promenade vor der Tür und trotzdem den Pool für den Nachmittag.

Wer die Insel aktiv erwandern will, sollte über ein zweites Quartier im Norden oder in den Bergen nachdenken. In Santana, São Vicente oder auf der Höhe gibt es Landhotels und Quintas – herrschaftliche alte Anwesen mit Garten –, von denen aus die Levadas und Gipfel näher liegen. Die Nächte sind hier kühler und feuchter als an der Südküste, dafür wachst du im Grün auf und sparst dir jeden Morgen die lange Bergüberquerung. Für eine reine Wanderwoche ist das oft die klügere Basis.

Eine madeiratypische Option sind die Quintas: historische Herrenhäuser, oft von subtropischen Gärten umgeben, viele davon in den Hanglagen über Funchal. Sie verbinden die Nähe zur Stadt mit Ruhe und Aussicht, sind aber ohne Auto oder Taxi meist umständlicher zu erreichen als ein zentrales Hotel. Prüfe vor der Buchung, wie steil und wie weit der Weg ins Zentrum ist – in Funchal entscheiden wenige Höhenmeter darüber, ob du abends bequem zu Fuß zum Essen gehst oder jedes Mal fahren musst.

Für Familien und Selbstversorger sind Ferienwohnungen und Apartments eine gute Wahl, gerade weil das Frühstück auf dem Balkon mit Blick aufs Meer zum Ritual wird. Achte bei allen Unterkünften auf die Lage relativ zu deinen Plänen: Wer viel wandern will, verliert an der falschen Küste täglich Stunden im Auto. Ein Mix aus einigen Nächten Funchal und einigen Nächten Norden bringt für die klassische Woche das beste Verhältnis aus Stadt, Baden und Bergen.

Hotels in Madeira

Alle 22 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Madeira

Auf dem Tisch landet ein langer Lorbeerspieß mit Fleischwürfeln, an einem Haken über dem Teller aufgehängt, darunter ein warmes Fladenbrot mit Knoblauchbutter.

Das bekannteste Gericht der Insel ist der Espada, der schwarze Degenfisch, klassisch gebraten und mit gebratener Banane serviert – die Kombination aus zartem, weißem Fisch und süßer Frucht klingt fremd und funktioniert erstaunlich gut. Ebenso typisch ist die Espetada: Rindfleischwürfel, aufgespießt auf einen frischen Lorbeerstock, über Holzkohle gegrillt und traditionell an einem Ständer über dem Tisch aufgehängt. Dazu gehört fast immer das Bolo do Caco, ein rundes Fladenbrot, das heiß mit Knoblauchbutter bestrichen wird und schnell süchtig macht.

Getrunken wird Poncha, das inoffizielle Nationalgetränk: Zuckerrohrschnaps (Aguardente de Cana) mit Honig und Zitrone, in Câmara de Lobos mit einem gequirlten Holzstab, dem Mexelim, angerührt. Es gibt Varianten mit Passionsfrucht oder Orange, aber die klassische Zitronen-Poncha ist stärker, als sie schmeckt – ein Glas ist gesellig, drei sind ein Fehler. In den kleinen Poncha-Bars der Fischerorte kommst du am ehesten mit Einheimischen ins Gespräch.

Der Madeirawein ist die weltberühmte Spezialität und ein Stück Geschichte im Glas. Der aufgespritete, durch Wärme gereifte Wein reicht vom trockenen Sercial über Verdelho und Bual bis zum süßen Malvasia (Malmsey) und hält geöffnet monatelang. Eine Verkostung in einer der Funchaler Lodges lohnt sich, und eine Flasche als Mitbringsel übersteht die Heimreise problemlos – schließlich wurde dieser Wein historisch gerade wegen seiner Haltbarkeit auf langen Seereisen geschätzt.

Zum Naschen gibt es das Bolo de Mel, einen dunklen, würzigen Honig- und Gewürzkuchen aus Zuckerrohrsirup, der traditionell zu Weihnachten gebacken wird und sich lange hält. Als Vorspeise probierst du Lapas, gegrillte Napfschnecken mit Knoblauch und Zitrone, oder milho frito, frittierte Maiswürfel. Und wenn dir jemand ein Glas Nikita anbietet – eine erfrischende Mischung aus Weißwein, Bier, Eis und Ananas –, dann bist du garantiert in Câmara de Lobos, wo das Getränk erfunden wurde.

Restaurants in Madeira

Alle 24 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Madeira und Mobilität vor Ort

Der Anflug auf Madeira gilt als einer der anspruchsvollsten Europas – die Landebahn ist auf über 180 Betonpfeilern ein Stück weit über das Meer hinausgebaut.

Madeira erreichst du praktisch nur mit dem Flugzeug. Der Flughafen Cristiano Ronaldo bei Santa Cruz, rund zwanzig Kilometer östlich von Funchal, wird von mehreren deutschsprachigen Städten aus angeflogen, teils direkt, teils mit Umstieg in Lissabon oder Porto; die reine Flugzeit ab Mitteleuropa liegt bei etwa vier Stunden. Wegen der Lage zwischen Bergen und Meer und der oft böigen Winde kann die Landung sportlich ausfallen – das ist normal und die Piloten sind speziell dafür geschult.

Vom Flughafen zum Hotel bringen dich ein Flughafenbus (Aerobus), reguläre Linienbusse, Taxis oder ein vorab gebuchter Transfer. Wer die Insel selbst erkunden will, nimmt am besten einen Mietwagen direkt am Flughafen. Er ist auf Madeira fast unverzichtbar, wenn du zu den Levadas, Aussichtspunkten und Bergstraßen willst, denn dorthin fahren Busse selten. Nimm einen Wagen mit ausreichend Motorleistung für die steilen Anstiege und gewöhne dich an die vielen Tunnel und engen Kurven der alten Straßen.

Ohne Auto kommst du in Funchal und entlang der Südküste gut mit dem Bus zurecht: Die städtischen Linien decken die Hotelzone und das Zentrum dicht ab, und Überlandbusse verschiedener Gesellschaften verbinden die größeren Orte. Für gezielte Ausflüge zu weiter entfernten Wanderzielen sind organisierte Tagestouren mit Kleinbus oft praktischer als der Linienverkehr – gerade bei Levada-Wanderungen, deren Start- und Zielpunkt nicht identisch sind, ersparst du dir so das Rückweg-Problem.

Für den Sprung nach Porto Santo gibt es die Autofähre Lobo Marinho ab Funchal, die rund zweieinviertel Stunden pro Strecke braucht; alternativ verkehrt ein kurzer Flug. Zwischen den Inseln des Archipels und zum portugiesischen Festland gibt es keine regelmäßige Passagierfähre für Touristen – die Anreise vom Festland führt also über den Luftweg. Plane bei allen Seefahrten ein, dass der Atlantik hier ordentlich Welle machen kann, und nimm bei Neigung zur Seekrankheit vorsorglich etwas mit.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Mit Kindern

Madeira mit Kindern

Im Naturbecken von Porto Moniz kreischen die Kinder, weil eine Welle über den Lavawall schwappt und das ruhige Wasser für einen Moment in Bewegung bringt.

Madeira ist keine klassische Sandburgen-Insel, funktioniert mit Kindern aber überraschend gut, wenn man die Erwartung anpasst. Statt langer Sandstrände gibt es Meerwasser-Schwimmbäder und Naturbecken wie in Porto Moniz oder das Lido und die Praia Formosa in Funchal, wo flache, geschützte Bereiche zum Planschen einladen. Wer echten Sand will, setzt mit der Fähre nach Porto Santo über, dessen neun Kilometer langer Goldstrand flach ins Wasser abfällt und ganz für Familien gemacht ist.

Von den Aktivitäten kommen bei Kindern zuverlässig die Seilbahn nach Monte und die anschließende Korbschlitten-Fahrt an, außerdem eine Whale- und Dolphin-Watching-Tour, die von Funchal und Calheta aus starten – vor Madeira ziehen ganzjährig verschiedene Delfin- und Walarten vorbei. Achte auf Anbieter mit Rücksicht auf die Tiere und festen Abfahrtszeiten. Auch der Aquapark im Süden und die botanischen Gärten mit Seilbahn und Teichen sorgen für Abwechslung zwischen den Ausflügen.

Bei den Wanderungen wählst du mit Kindern die flachen, sicheren Levada-Wege ohne ausgesetzte Kanten und ohne die langen, dunklen Tunnel. Kurze, gut gesicherte Abschnitte etwa rund um Rabaçal oder auf einfachen Levadas im Süden sind machbar; die anspruchsvolle Gratwanderung vom Arieiro dagegen ist nichts für kleine Kinder. Nimm für alle Ausflüge Regenjacken mit, denn das Wetter wechselt rasch, und plane genug Pausen ein, weil die kurvigen Straßen empfindlichen Mägen zusetzen können.

Praktisch ist Madeira für Familien vergleichsweise entspannt: kurze Flugzeit, mildes Klima ohne Extremhitze, gute medizinische Versorgung in Funchal und eine überschaubare Insel, auf der kein Ausflug ewig dauert. Ein Ferienapartment mit Küche und Pool nimmt den Druck aus festen Essenszeiten, und die Insel-Klassiker Bolo do Caco und frische Früchte vom Markt kommen bei Kindern gut an. Rechne mit kühleren Abenden als am Mittelmeer und pack für alle eine wärmere Schicht ein.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Madeira – und welche Basis zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Madeira mit Wetter und Klima im Jahreslauf

Madeira heißt nicht ohne Grund die Insel des ewigen Frühlings – das Thermometer bewegt sich das ganze Jahr in einem engen, milden Band.

Das Klima Madeiras ist subtropisch und ausgesprochen ausgeglichen: Die Südküste um Funchal zeigt milde Winter mit Höchstwerten um 19 Grad und warme, selten drückende Sommer um 25 Grad. Große Hitze bleibt fast immer aus, weil der Atlantik ausgleicht. Entscheidend ist der Unterschied zwischen den Zonen – der Norden ist deutlich feuchter und grüner, und im Gebirge kann es zu jeder Jahreszeit kühl, windig und neblig sein, während unten die Sonne scheint. Die Werte unten gelten für Funchal an der Südküste; am Berg musst du kräftig abziehen.

Jan19°13°mild, ruhige Nebensaison
Feb19°13°mild, oft klar
Mär20°13°Frühlingsgrün, Blütenbeginn
Apr20°14°Blumenfest, ideal
Mai22°15°warm, klare Sicht
Jun23°17°beste Wanderzeit
Jul25°19°sonnig, Hauptsaison
Aug26°20°wärmster Monat, voll
Sep26°20°warmes Meer, ideal
Okt24°18°Weinlese, angenehm
Nov22°16°wechselhaft, grün
Dez20°14°mild, Silvesterfeuerwerk

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Madeira ist der lange Bogen von April bis Oktober: warm, trocken genug und mit den klarsten Bergblicken. Zum Wandern sind das späte Frühjahr und der frühe Herbst ideal, weil es dann warm, aber nicht schwül ist und das Wasser im September am wärmsten. Doch Madeira geht auch im Winter – bei 19 Grad in Funchal, blühenden Gärten und dem berühmten Silvesterfeuerwerk über der Bucht ist die Insel ein mildes Ziel, wenn Mitteleuropa im Grau versinkt.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Madeira

Wie viele Tage sollte man für Madeira einplanen?
Eine Woche ist ein guter Richtwert für einen ersten Überblick: zwei bis drei Tage Funchal mit Markt, Monte und Südküste, dazu ein Sonnenaufgang am Pico do Arieiro, ein bis zwei Levada-Wanderungen und ein Ausflug in den grünen Norden nach Porto Moniz. Mit zehn bis vierzehn Tagen kombinierst du Wandern, Baden und einen Abstecher nach Porto Santo entspannt.
Braucht man auf Madeira einen Mietwagen?
Für die Südküste und Funchal nicht zwingend – dort fahren Busse dicht. Für die Levadas, Aussichtspunkte und Bergstraßen ist ein Mietwagen aber fast unverzichtbar, weil der öffentliche Verkehr diese Ziele kaum bedient. Wer nicht selbst fahren mag, bucht für Wanderungen und den Sonnenaufgang am Arieiro organisierte Touren mit Kleinbus-Transfer.
Was sind Levadas und muss man dafür fit sein?
Levadas sind schmale, jahrhundertealte Bewässerungskanäle, an denen Wanderwege entlangführen. Weil das Wasser gleichmäßig fließt, verlaufen viele Wege fast eben und sind auch für ungeübte Wanderer machbar. Anspruchsvoller sind Routen mit dunklen Tunneln oder ausgesetzten Kanten wie der Caldeirão Verde – dort brauchst du Stirnlampe, Trittsicherheit und festes Schuhwerk.
Wann ist die beste Reisezeit für Madeira?
April bis Oktober bietet die verlässlichsten Bedingungen mit 20 bis 26 Grad und klaren Bergblicken; zum Wandern sind Frühjahr und Frühherbst ideal, zum Baden Juli bis September. Wegen des milden subtropischen Klimas ist Madeira aber ganzjährig bereisbar – selbst im Winter liegen die Höchstwerte in Funchal um 19 Grad.
Gibt es auf Madeira Sandstrände?
Nur wenige. Die Südküste badet vor allem an Felsbadeanlagen, Meerwasser-Pools und Kieselstränden wie der Praia Formosa in Funchal; im Norden liegen die Naturbecken von Porto Moniz und Seixal. Echten, langen Goldsandstrand gibt es auf der Nachbarinsel Porto Santo, die du per Fähre oder Kurzflug erreichst.
Wie kommt man nach Madeira?
Praktisch nur mit dem Flugzeug. Der Flughafen Cristiano Ronaldo bei Santa Cruz wird aus mehreren mitteleuropäischen Städten angeflogen, teils direkt, teils über Lissabon oder Porto; die Flugzeit liegt bei rund vier Stunden. Eine regelmäßige Passagierfähre vom Festland für Touristen gibt es nicht.
Lohnt sich der Pico do Arieiro zum Sonnenaufgang?
Ja, bei klarer Wetterlage gehört der Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer zu den stärksten Erlebnissen der Insel. Fahr früh, zieh dich warm an und prüfe vorab die Bergwetter-Prognose und die Gipfel-Webcams, denn oben kann dichter Nebel herrschen, während in Funchal die Sonne scheint. Der Parkplatz ist begrenzt und schnell voll.
Was sollte man auf Madeira essen und trinken?
Typisch sind der schwarze Degenfisch Espada mit gebratener Banane, die Espetada-Fleischspieße am Lorbeerstock und das Knoblauchbrot Bolo do Caco. Dazu trinkt man Poncha aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitrone sowie den weltberühmten, aufgespriteten Madeirawein vom trockenen Sercial bis zum süßen Malvasia.
Ist Madeira für einen Urlaub mit Kindern geeignet?
Ja, mit angepasster Erwartung: kurze Flugzeit, mildes Klima und eine überschaubare Insel. Statt Sandstränden gibt es Meerwasser-Pools und Naturbecken, dazu Seilbahn und Korbschlitten in Monte, Delfin-Beobachtung und flache Levada-Wege. Für echten Sand setzt man nach Porto Santo über, dessen langer Strand flach ins Wasser fällt.
Wo sollte man auf Madeira übernachten?
Die meisten Hotels liegen in und um Funchal, vor allem in der Hotelzone Lido mit Pool- und Meerzugang und guter Anbindung. Wer viel wandern will, kombiniert das mit ein paar Nächten im grünen Norden, etwa in Santana oder São Vicente, um die Levadas und Berge näher zu haben und die tägliche Bergüberquerung zu sparen.
Wie unterscheidet sich der Norden vom Süden der Insel?
Der Süden um Funchal ist trockener, sonniger und dichter besiedelt, der Norden deutlich feuchter, grüner und wilder – dort fällt der meiste Regen, weshalb die Vegetation so üppig ist. Es kann gut sein, dass im Süden die Sonne scheint, während der Norden in Wolken liegt, und umgekehrt. Nimm für den Norden immer eine Regenjacke mit.
Kann man auf Madeira im Meer baden?
Ja, allerdings meist nicht am klassischen Sandstrand, sondern in Meerwasser-Schwimmbädern, an Felsbadeanlagen mit Leitern und in Naturbecken wie Porto Moniz. Das Wasser ist ganzjährig relativ kühl und im Spätsommer am wärmsten; von Juli bis Oktober ist die angenehmste Badezeit. Achte am offenen Atlantik auf Strömung und Wellengang.
MadeiraMitten im Atlantik steigt Madeira in Terrassen aus dem Wasser, durchzogen von Levadas, Lorbeerwald und Vulkangipfeln über den Wolken.

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