Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Funchal
Das historische Zentrum passt in einen Spaziergang von zwanzig Minuten – alles darüber hinaus kostet Höhenmeter, nicht Kilometer.
Die Sé do Funchal steht mitten im Zentrum und ist Madeiras älteste Kathedrale, gebaut zwischen 1493 und 1514 unter König Manuel I., von außen schlicht und dunkel gefasst, mit einem Portal, das man beinahe übersieht. Der erste Sakralbau der Insel war sie damit nicht – diesen Rang hat die kleine Capela de Santa Catarina von 1425 in den Jardins de Santa Catarina. Drinnen lohnt der Blick nach oben, denn die Decke des Mittelschiffs besteht aus einheimischem Zedernholz und ist in geometrischen Mustern mit Elfenbein eingelegt – maurisch inspirierte Handwerkskunst, die aus der Bauzeit erhalten geblieben ist. Vor der Tür beginnt die Avenida Arriaga, Funchals Prachtstraße, gesäumt von Jacaranda-Bäumen, die im Frühjahr für ein paar Wochen alles violett färben. An ihrem oberen Ende liegen das Teatro Municipal Baltazar Dias und der Jardim Municipal, ein paar Schritte weiter die Praça do Município mit ihrem schwarz-weißen Kieselpflaster.
Der Mercado dos Lavradores ist der Ort, an dem sich alle Wege kreuzen. Die Markthalle wurde 1940 eröffnet, ein Bau im Stil des späten Art déco mit offenem Innenhof, zweigeschossigen Galerien und großen Azulejo-Tafeln am Eingang. Unten stehen Blumenverkäuferinnen in der traditionellen Tracht mit Streifenrock und Stiefeln, in den Gassen dahinter türmen sich Maracuja, Annona, Physalis und die Bananen, die auf Madeira kürzer und süßer ausfallen als die aus dem Supermarkt. Im Seitenflügel liegt die Fischhalle, und dort sieht man das Wappentier der Inselküche: den Espada, den schwarzen Degenfisch, der in mehreren hundert Metern Tiefe gefangen wird und mit seinen weißen Augen und Nadelzähnen wie ein Tiefseemonster aussieht. Ein praktischer Hinweis: Die Obsthändler im Erdgeschoss drängen Besuchern gern Probierstücke auf, die dann teuer abgerechnet werden – frag vorher nach dem Preis oder kauf im hinteren Teil der Halle, wo die Einheimischen einkaufen.
Östlich davon beginnt die Zona Velha, die Altstadt zwischen der Ribeira de João Gomes und dem Meer. Ihre Hauptachse, die Rua de Santa Maria, gehörte lange zu den heruntergekommenen Ecken der Stadt, bis 2010 das Projekt Arte de Portas Abertas begann: Künstler bemalten die alten Holztüren der leerstehenden Häuser, heute sind es weit über hundert, von naiver Malerei bis Streetart. Am unteren Ende wacht das Forte de São Tiago aus dem 17. Jahrhundert über die Bucht, ockergelb gestrichen und von der Uferpromenade aus nicht zu übersehen; unterhalb der Mauern führt eine Treppe zum Meeresbad Barreirinha. Wenn du in der Zona Velha bist, lauf die Gasse einmal komplett ab, bevor du dich für ein Restaurant entscheidest – die Karten und die Preise unterscheiden sich stärker, als die einheitliche Kulisse vermuten lässt.
Zurück Richtung Hafen liegen die Adressen, an denen sich Madeiras Handelsgeschichte ablesen lässt. Blandy's Wine Lodge belegt an der Avenida Arriaga die Gebäude eines ehemaligen Franziskanerklosters, in denen seit dem 19. Jahrhundert Madeirawein reift; Führungen erklären die Erhitzung im Estufa-Verfahren und die langsame Reifung unter dem Dach nach der Canteiro-Methode, am Ende wird verkostet. Von dort sind es fünf Minuten zur Marina und zum Praça do Mar, wo das Museu CR7 die Karriere von Cristiano Ronaldo ausstellt, der in einem Stadtteil oberhalb des Zentrums aufwuchs. Wer noch Kraft hat, steigt in die Jardins de Santa Catarina hinauf und von dort weiter zur Fortaleza do Pico, einer Festungsanlage über den Dächern – einer der besten kostenlosen Blicke über die Bucht. Prüfe vorher, ob die Festung geöffnet ist, sie war zuletzt wegen Restaurierungsarbeiten zeitweise geschlossen; der Weg hinauf und die Aussicht von den Jardins de Santa Catarina lohnen sich auch dann.















