Stadt · Portugal

Funchal

Wenn die Seilbahn über die Dächer steigt, klappt Funchal unter dir auf wie ein Amphitheater – unten der Hafen, oben die Wolke, die auf Monte sitzt, und dazwischen zwanzigtausend weiße Häuser an einem einzigen steilen Hang.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Funchal-Reise auf einen Blick

Beste Zeit
Ganzjährig mild; April/Mai (Blumenfest) und September/Oktober besonders angenehm
Anreise
Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo (FNC) bei Santa Cruz, ~20 km östlich; Direktflüge ab Deutschland, Transfer per Bus oder Taxi
Sprache
Portugiesisch; im Tourismus auch Englisch und teils Deutsch
Region
Autonome Region Madeira – Inselgruppe rund 1.000 km südwestlich von Lissabon
Vor Ort
Seilbahn nach Monte, Mietwagen für Bergstraßen und Levada-Wanderungen empfehlenswert
Über Funchal

Reisen nach Funchal

Funchal ist die Hauptstadt Madeiras, gut hunderttausend Einwohner stark, und sie liegt in einem Halbrund aus Bergen, das direkt am Atlantik beginnt und binnen weniger Kilometer auf über 500 Meter klettert – Monte, der oberste Stadtteil, hat regelmäßig anderes Wetter als der Hafen. Gegründet wurde der Ort in den 1420er-Jahren, kurz nachdem João Gonçalves Zarco die unbewohnte Insel für die portugiesische Krone in Besitz genommen hatte; der Name stammt vom Fenchel, der die Bucht damals überwucherte. Reich wurde die Stadt zuerst mit Zuckerrohr, danach mit Wein, und weil britische Handelshäuser den Madeirawein über Jahrhunderte in alle Welt verschifften, prägen englische Namen bis heute die Adressen an der Avenida Arriaga – Blandy's Wine Lodge lagert seine Fässer im Gemäuer eines ehemaligen Franziskanerklosters. Erlebbar wird Funchal aber weniger über Geschichte als über sein Gefälle: die Art-déco-Markthalle Mercado dos Lavradores mit ihren Tropenfrüchten und der Fischhalle voller Espada, die bemalten Türen der Zona Velha, in der abends jedes zweite Haus ein Restaurant ist, die spätgotische Kathedrale mit ihrer Zederndecke, die Seilbahn hinauf nach Monte und die Korbschlitten, die von dort talwärts rasen. Dazu Gärten, die auf Madeira ganzjährig blühen, ein Lido-Viertel mit Meeresschwimmbädern statt Sandstrand und Levada-Wanderwege, die eine gute Autostunde hinter der Stadt in den Lorbeerwald führen. Wer Madeira bereist, beginnt fast immer hier – und bleibt meist länger als geplant.

Funchal – Karte
Reiseführer

Funchal von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Der Tag in Funchal beginnt unten am Wasser und endet oben in den Wolken, oder umgekehrt – dazwischen liegen 550 Höhenmeter, eine Seilbahn und eine Stadt, die sich in Terrassen an ihren Hang klebt. Am Hafen legen morgens die Kreuzfahrtschiffe an, in der Markthalle stapeln sich Maracujas neben Fischen mit schwarzer Haut und weißen Augen, und abends stehen in der Rua de Santa Maria die Tische zwischen bemalten Türen bis in die Gasse hinein. Madeiras Hauptstadt ist keine Badestadt und keine Museumsstadt, sondern eine subtropische Hafenstadt mit Bergen im Rücken – und das Beste an ihr ist, dass die Berge gleich hinter der letzten Häuserzeile anfangen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Funchal

Das historische Zentrum passt in einen Spaziergang von zwanzig Minuten – alles darüber hinaus kostet Höhenmeter, nicht Kilometer.

Die Sé do Funchal steht mitten im Zentrum und ist Madeiras älteste Kathedrale, gebaut zwischen 1493 und 1514 unter König Manuel I., von außen schlicht und dunkel gefasst, mit einem Portal, das man beinahe übersieht. Der erste Sakralbau der Insel war sie damit nicht – diesen Rang hat die kleine Capela de Santa Catarina von 1425 in den Jardins de Santa Catarina. Drinnen lohnt der Blick nach oben, denn die Decke des Mittelschiffs besteht aus einheimischem Zedernholz und ist in geometrischen Mustern mit Elfenbein eingelegt – maurisch inspirierte Handwerkskunst, die aus der Bauzeit erhalten geblieben ist. Vor der Tür beginnt die Avenida Arriaga, Funchals Prachtstraße, gesäumt von Jacaranda-Bäumen, die im Frühjahr für ein paar Wochen alles violett färben. An ihrem oberen Ende liegen das Teatro Municipal Baltazar Dias und der Jardim Municipal, ein paar Schritte weiter die Praça do Município mit ihrem schwarz-weißen Kieselpflaster.

Der Mercado dos Lavradores ist der Ort, an dem sich alle Wege kreuzen. Die Markthalle wurde 1940 eröffnet, ein Bau im Stil des späten Art déco mit offenem Innenhof, zweigeschossigen Galerien und großen Azulejo-Tafeln am Eingang. Unten stehen Blumenverkäuferinnen in der traditionellen Tracht mit Streifenrock und Stiefeln, in den Gassen dahinter türmen sich Maracuja, Annona, Physalis und die Bananen, die auf Madeira kürzer und süßer ausfallen als die aus dem Supermarkt. Im Seitenflügel liegt die Fischhalle, und dort sieht man das Wappentier der Inselküche: den Espada, den schwarzen Degenfisch, der in mehreren hundert Metern Tiefe gefangen wird und mit seinen weißen Augen und Nadelzähnen wie ein Tiefseemonster aussieht. Ein praktischer Hinweis: Die Obsthändler im Erdgeschoss drängen Besuchern gern Probierstücke auf, die dann teuer abgerechnet werden – frag vorher nach dem Preis oder kauf im hinteren Teil der Halle, wo die Einheimischen einkaufen.

Östlich davon beginnt die Zona Velha, die Altstadt zwischen der Ribeira de João Gomes und dem Meer. Ihre Hauptachse, die Rua de Santa Maria, gehörte lange zu den heruntergekommenen Ecken der Stadt, bis 2010 das Projekt Arte de Portas Abertas begann: Künstler bemalten die alten Holztüren der leerstehenden Häuser, heute sind es weit über hundert, von naiver Malerei bis Streetart. Am unteren Ende wacht das Forte de São Tiago aus dem 17. Jahrhundert über die Bucht, ockergelb gestrichen und von der Uferpromenade aus nicht zu übersehen; unterhalb der Mauern führt eine Treppe zum Meeresbad Barreirinha. Wenn du in der Zona Velha bist, lauf die Gasse einmal komplett ab, bevor du dich für ein Restaurant entscheidest – die Karten und die Preise unterscheiden sich stärker, als die einheitliche Kulisse vermuten lässt.

Zurück Richtung Hafen liegen die Adressen, an denen sich Madeiras Handelsgeschichte ablesen lässt. Blandy's Wine Lodge belegt an der Avenida Arriaga die Gebäude eines ehemaligen Franziskanerklosters, in denen seit dem 19. Jahrhundert Madeirawein reift; Führungen erklären die Erhitzung im Estufa-Verfahren und die langsame Reifung unter dem Dach nach der Canteiro-Methode, am Ende wird verkostet. Von dort sind es fünf Minuten zur Marina und zum Praça do Mar, wo das Museu CR7 die Karriere von Cristiano Ronaldo ausstellt, der in einem Stadtteil oberhalb des Zentrums aufwuchs. Wer noch Kraft hat, steigt in die Jardins de Santa Catarina hinauf und von dort weiter zur Fortaleza do Pico, einer Festungsanlage über den Dächern – einer der besten kostenlosen Blicke über die Bucht. Prüfe vorher, ob die Festung geöffnet ist, sie war zuletzt wegen Restaurierungsarbeiten zeitweise geschlossen; der Weg hinauf und die Aussicht von den Jardins de Santa Catarina lohnen sich auch dann.

Sehenswürdigkeiten in Funchal

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Seilbahn & Korbschlitten

Mit der Seilbahn nach Monte und im Korbschlitten wieder hinunter

Hinauf schweben, hinunter rutschen – die klassische Funchal-Runde dauert einen halben Tag und ist trotz Touristenandrang jede Minute wert.

Die Talstation des Teleférico do Funchal liegt am östlichen Ende der Zona Velha, an den Jardins do Almirante Reis direkt an der Uferpromenade. Die Gondeln fahren im Dauerbetrieb, eine Fahrt dauert eine gute Viertelstunde und überwindet dabei rund 550 Höhenmeter. Der Reiz liegt weniger im Ziel als im Weg: Die Kabine zieht dicht über Dächer, Wäscheleinen und Bananenstauden hinweg, quert die tief eingeschnittene Schlucht der Ribeira de João Gomes und gibt den Blick auf die ganze Bucht frei, bis die Häuser dünner werden und der Lorbeerwald beginnt. Setz dich, wenn möglich, mit dem Rücken zum Berg, dann hast du die Stadt die ganze Fahrt über vor dir. Bei tiefhängenden Wolken kann es oben grau und deutlich kühler sein als unten am Hafen – eine Jacke gehört auch im Sommer in den Rucksack.

Oben in Monte steht die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte mit ihren beiden weißen Türmen über einer breiten Freitreppe. In einer Seitenkapelle steht der Sarkophag von Kaiser Karl I., dem letzten Kaiser Österreichs, der 1922 in seinem Exil auf Madeira an einer Lungenentzündung starb und hier bestattet wurde – Blumen und Kränze aus Österreich und Ungarn liegen bis heute davor. Die Kirche ist zugleich das Ziel der größten Wallfahrt der Insel am 15. August, wenn Pilger die Stufen teils auf Knien hinaufsteigen. Rund um den Kirchplatz liegen ein paar Cafés und die Zugänge zu den beiden großen Gärten, und weil Monte deutlich höher liegt als das Zentrum, riecht die Luft hier nach nassem Laub statt nach Hafen.

Neben der Kirche warten die Carreiros in weißer Kleidung mit Strohhut neben ihren Carros de Cesto. Die Korbschlitten aus Weidengeflecht auf Holzkufen sind kein Freizeitpark-Einfall, sondern gehen auf das 19. Jahrhundert zurück, als sie als Transportmittel für den Weg vom Berg in die Stadt dienten. Zwei Männer schieben, bremsen und lenken den Schlitten mit ihren Gummisohlen die abschüssige Straße hinunter, rund zwei Kilometer weit bis nach Livramento – nicht bis ins Zentrum, wie viele annehmen. Es geht schneller, als es auf Fotos aussieht, und unten stehen Taxis bereit; alternativ läufst du in einer knappen halben Stunde weiter zur Stadt hinab oder nimmst einen Bus. Wer die Fahrt für zu inszeniert hält, lässt sie aus und geht stattdessen zu Fuß – das Erlebnis ist historisch, aber kurz.

Für den Rückweg gibt es entspanntere Varianten. Vom Monte Palace Tropical Garden führt eine zweite, kürzere Seilbahn hinüber zum Jardim Botânico; sie hatte in der Vergangenheit längere Betriebspausen, prüfe also vor Ort oder online, ob sie fährt. Zu Fuß lohnt die Levada dos Tornos, die auf halber Höhe quer durch die Hänge oberhalb der Stadt läuft und dabei fast eben bleibt – ein bequemer Einstieg ins Levada-Wandern ohne Anfahrt. Und wer nur nach oben will, ohne Seilbahnticket, nimmt einen der städtischen Busse nach Monte; die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa eine halbe Stunde und kostet einen Bruchteil. Die Kombination Bus hinauf, Seilbahn hinunter ist die günstigste Variante mit dem gleichen Panorama.

Aktivitäten & Touren in Funchal

Gärten & Quintas

Funchals Gärten und Quintas über der Bucht

Auf Madeira friert nichts, und der Regen kommt zuverlässig von den Bergen – deshalb ist Gartenkultur hier kein Hobby, sondern eine Disziplin.

Blandy's Wine Lodge
Blandy's Wine Lodge

Der Monte Palace Tropical Garden liegt oben in Monte auf dem Gelände eines ehemaligen Hotels und ist der theatralischste der Funchaler Gärten. Auf steilen Wegen geht es an Teichen mit Koi und schwarzen Schwänen vorbei, durch einen japanisch gestalteten Teil mit Pagoden und Torbögen, vorbei an Baumfarnen und Zykadeen. Eingelassen in die Mauern sind historische Azulejo-Tafeln vom 15. bis ins 20. Jahrhundert, in eigenen Ausstellungsräumen stehen eine große Sammlung simbabwischer Steinskulptur und Mineralien aus aller Welt. Plane zwei bis drei Stunden ein und rechne mit Gefälle: Der Rundweg führt konsequent bergab und am Ende wieder hinauf, feste Schuhe sind sinnvoller als Sandalen.

Der Jardim Botânico da Madeira liegt tiefer, auf dem Gelände der Quinta do Bom Sucesso, und wurde 1960 für die Öffentlichkeit eröffnet. Er ist der sachlichere der beiden: Terrassenbeete in geometrischen Farbfeldern, thematisch geordnete Abteilungen für Nutzpflanzen, Sukkulenten, Palmen und Baumfarne, dazu ein Bereich, der ausschließlich der endemischen Flora Madeiras gewidmet ist – Pflanzen also, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Von den obersten Terrassen schaut man über das Tal der Ribeira de João Gomes hinweg auf die Stadt und den Hafen. Wer sich zwischen beiden Gärten entscheiden muss, nimmt für Botanik den Jardim Botânico und für Atmosphäre den Monte Palace.

Östlich von Funchal, auf rund 500 Metern Höhe, liegt die Quinta do Palheiro Ferreiro, die viele nach ihren britischen Besitzern schlicht Blandy's Garden nennen. Hier trifft englische Gartenanlage auf subtropisches Pflanzenmaterial: Ein formaler Teil mit Buchsparterres und Rosen geht in Waldpartien mit Baumfarnen, Proteen und Magnolien über, dazwischen liegt ein Senkgarten in einem alten Wasserbecken. Berühmt ist die Quinta für ihre Kamelien, die im Winterhalbjahr blühen – zwischen November und April sieht der Garten also besser aus als im Hochsommer. Der Weg hinaus lohnt sich vor allem für Gartenreisende; ohne Mietwagen brauchst du Bus oder Taxi.

Im Zentrum selbst reicht oft schon eine halbe Stunde. Die Jardins de Santa Catarina ziehen sich als grüner Hang zwischen Avenida do Infante und Hafen hinunter, mit einem kleinen See, alten Drachenbäumen und der Capela de Santa Catarina, einer der ältesten Kapellen der Insel. Am oberen Rand liegt die Quinta Vigia, heute Sitz der Regionalregierung, deren Garten sich zu bestimmten Zeiten betreten lässt. Und wenn du im Frühjahr kommst, ist der schönste Garten der Stadt ohnehin eine Straße: Dann stehen die Jacarandas entlang der Avenida Arriaga in voller Blüte und lassen einen violetten Teppich auf dem Pflaster zurück.

Rundgang & Tagesplan

Funchal an einem Tag – vom Markt über Monte in die Zona Velha

An einem Tag bekommst du die Höhepunkte zusammen, wenn du die Höhenmeter der Seilbahn überlässt und die Reihenfolge stimmt.

Starte früh im Mercado dos Lavradores, am besten kurz nach der Öffnung, wenn die Händler noch aufbauen und die Fischhalle frisch bestückt ist – gegen zehn Uhr füllt sich die Halle mit den Gruppen der Kreuzfahrtschiffe. Danach über die Rua do Aljube ins Zentrum zur Sé, hinein für die Zederndecke, wieder hinaus auf die Avenida Arriaga. Dort liegt Blandy's Wine Lodge, und eine Führung mit Verkostung am Vormittag ist klüger als eine am späten Nachmittag, wenn dir der Madeirawein den Rest des Tages schwer macht. Wer statt Wein Kaffee will, nimmt einen Bica im Jardim Municipal und schaut den Rentnern beim Kartenspiel zu.

Für den Mittag hinauf nach Monte. Die Talstation der Seilbahn liegt am östlichen Ende der Uferpromenade, oben hast du die Wahl zwischen den beiden Gärten – Monte Palace direkt am Ausstieg, Jardim Botânico eine Etage tiefer. Zwischen Kirche und Garten passt eine Pause in einem der Cafés am Platz, danach entweder Korbschlitten oder Fußweg hinunter. Wer die Schlittenfahrt nimmt, landet in Livramento und braucht von dort noch Taxi, Bus oder eine knappe halbe Stunde zu Fuß bis ins Zentrum. Wer stattdessen die Levada dos Tornos entlangläuft, tauscht Tempo gegen Ruhe und kommt an Stellen vorbei, an denen kein Reisebus hält.

Der Nachmittag gehört dem Wasser. Von der Marina führt die Promenade nach Westen an der Praça do Mar und dem Museu CR7 vorbei; von hier starten auch die Boote zur Wal- und Delfinbeobachtung, für die du zwei bis drei Stunden einplanen solltest und die sich am besten am Vormittag oder frühen Nachmittag machen. Alternativ steigst du in die Jardins de Santa Catarina hinauf und weiter zur Fortaleza do Pico – sofern sie geöffnet hat –, wo du die Route des Tages noch einmal von oben nachvollziehen kannst – Markthalle, Kathedrale, Hafen und darüber der Berg mit der weißen Kirche.

Den Abend beginnst du in der Zona Velha. Erst am Forte de São Tiago vorbei zur Uferpromenade, dann in die Rua de Santa Maria, wo zwischen bemalten Türen Tisch an Tisch steht: Espetada am Lorbeerspieß, Espada mit Banane, Bolo do Caco mit Knoblauchbutter, dazu eine Poncha. Reservieren schadet an Wochenenden und in der Hochsaison nicht. Wenn du zwei Tage hast, hängst du am nächsten Morgen eine Levada-Wanderung oder die Fahrt nach Câmara de Lobos und zum Cabo Girão an; bei drei Tagen lohnt der Sprung ins Inselinnere zum Pico do Arieiro, am besten zum Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Funchals Stadtviertel von der Zona Velha bis zum Lido

In Funchal entscheidet nicht die Himmelsrichtung über das Viertel, sondern die Höhenlage – zwischen Hafen und Monte liegen 550 Meter.

Zona Velha
Zona Velha

Der Kern ist die Freguesia da Sé, das Stadtzentrum rund um die Kathedrale. Hier liegen die Avenida Arriaga mit ihren Jacarandas, das Rathaus, das Stadttheater, die Weinlodge und der Jardim Municipal, dazu die Marina und der alte Hafen. Es ist der Teil der Stadt mit den kürzesten Wegen und dem meisten Betrieb, vor allem an Tagen, an denen mehrere Kreuzfahrtschiffe anlegen. Wenn du zum ersten Mal in Funchal bist und wenig laufen willst, ist das die richtige Adresse; abends wird es hier allerdings ruhiger als in der Altstadt, weil das Ausgehen einen Straßenzug weiter östlich stattfindet.

Genau dort, in Santa Maria Maior, liegt die Zona Velha. Die Gassen sind eng, das Pflaster uneben, und die Rua de Santa Maria mit ihren bemalten Türen ist abends die vollste Straße der Stadt. Am unteren Ende stehen das Forte de São Tiago und das Meeresbad Barreirinha, am östlichen Rand die Talstation der Seilbahn. Wer hier übernachtet, hat Restaurants und Bars vor der Tür und muss dafür mit Geräuschen bis nach Mitternacht rechnen. Direkt nördlich davon zieht sich Santa Luzia vom Mercado dos Lavradores in die ruhigeren Hanglagen hinauf – ein Wohnviertel mit alten Quintas, in dem es schon nach wenigen Straßen deutlich stiller wird.

Nach Westen schließt São Pedro an, das Museumsviertel: Quinta das Cruzes, das Convento de Santa Clara mit dem Grab des Inselgründers João Gonçalves Zarco, das Museu Frederico de Freitas und darüber die Fortaleza do Pico. Die Straßen steigen hier spürbar an, dafür stehen zwischen Klöstern und Herrenhäusern die schönsten Fassaden der Stadt. Wer sich für Madeiras Geschichte interessiert, verbringt hier einen halben Tag und läuft anschließend über die Jardins de Santa Catarina wieder ins Zentrum hinunter – ein Weg von wenigen Minuten, allerdings mit ordentlich Gefälle.

Ganz im Westen beginnt São Martinho, Funchals Hotel- und Badezone rund um den Lido. Entlang der Estrada Monumental und der darunterliegenden Promenade reihen sich die großen Häuser der Stadt, dazwischen führen Treppen zu den Meeresschwimmbädern und zu den Kieselbuchten der Praia Formosa. Ins Zentrum sind es je nach Hotel zwanzig bis vierzig Gehminuten an der Küste entlang oder ein paar Minuten mit dem Bus. Das ist die Gegend für alle, die Pool, Meerzugang und Abendspaziergang wollen und dafür in Kauf nehmen, dass die Altstadt nicht vor der Tür liegt. Ganz oben schließlich Monte, kühl, grün und ruhig – eine Adresse für Gartenliebhaber, nicht für Nachtschwärmer.

Übernachten

Hotels in Funchal und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die Grundsatzfrage in Funchal lautet nicht Sterne oder Budget, sondern Altstadt oder Lido – und sie entscheidet über deinen ganzen Tagesrhythmus.

Die bekannteste Adresse der Insel ist Reid's Palace, A Belmond Hotel, Madeira, 1891 auf einer Klippe westlich des Zentrums eröffnet – nach den Plänen des schottischen Auswanderers William Reid, der den Bau 1887 begann, die Eröffnung aber nicht mehr erlebte; zu Ende geführt haben das Haus seine Söhne William und Alfred. Winston Churchill und George Bernard Shaw haben hier gewohnt, die subtropischen Gärten fallen in Terrassen zum Meer ab, und der Afternoon Tea auf der Terrasse ist auch für externe Gäste buchbar – reservieren ist Pflicht, und ein Mindestmaß an Kleiderordnung wird erwartet. Wer die Kulisse ohne Übernachtung will, kommt genau dafür. Das Haus gehört heute zur Belmond-Gruppe und ist bis heute die Referenz, an der sich alle anderen Hotels der Stadt messen lassen.

In derselben Klippenlage westlich des Zentrums liegen die übrigen großen Häuser. The Cliff Bay von PortoBay sitzt auf einer Felsspitze mit eigenem Meereszugang und beherbergt mit dem Il Gallo d'Oro das renommierteste Restaurant der Insel. Das Royal Savoy setzt auf Suiten, Poollandschaft und direkten Zugang zum Wasser, das Pestana Carlton Madeira auf Resortbetrieb mit Bucht- und Meerblick. Etwas näher am Zentrum, an der Avenida do Infante, steht das Savoy Palace, ein moderner Neubau mit Rooftop-Pools und Blick über die ganze Bucht. Allen gemeinsam: Du wohnst über dem Meer, nicht am Strand – die Badestellen sind Meeresschwimmbäder und Kieselbuchten, dafür schwimmst du das ganze Jahr über.

Die Alternative ist das Zentrum. Rund um die Sé und in der Zona Velha haben in den vergangenen Jahren viele kleine Häuser in alten Stadtpalais und Quintas eröffnet, oft mit einem Dutzend Zimmern und Dachterrasse statt Poollandschaft. Der Vorteil liegt auf der Hand: Markthalle, Restaurants, Seilbahn und Hafen liegen zu Fuß vor der Tür, und du sparst dir jeden Transfer. Der Preis dafür ist Lärm – in der Altstadt sitzen die Leute bis spät draußen, und die Gassen tragen den Schall. Frag nach einem Zimmer zum Innenhof, wenn du empfindlich schläfst.

Zwei praktische Punkte, die viele unterschätzen. Erstens das Gefälle: Ein Hotel, das auf der Karte nur zweihundert Meter vom Zentrum entfernt liegt, kann drei Straßen über der Uferlinie liegen – schau dir vor der Buchung das Höhenprofil an, nicht nur die Luftlinie. Zweitens das Parken: In der Altstadt gibt es kaum hoteleigene Stellplätze, du landest in einem der Parkhäuser am Hafen oder unter dem Zentrum. Wenn du ohnehin nur für Ausflüge einen Mietwagen brauchst, ist es oft günstiger, ihn erst für die Tage zu buchen, an denen du wirklich fährst, statt ihn eine Woche lang zu bezahlen und stehen zu lassen.

Hotels in Funchal

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Funchal und was Madeira auf den Teller bringt

Madeiras Küche ist Fisch, Rind am Lorbeerspieß und ein Brot, das man nicht schneidet, sondern bricht.

Fang bei den Klassikern an. Espetada ist das Nationalgericht: Würfel vom Rind, nur mit Salz, Knoblauch und Lorbeer gewürzt, auf einen Spieß aus Lorbeerholz gesteckt und über Holzkohle gegrillt – am Tisch hängt der Spieß in einem Gestell, und das Fleisch rutscht Stück für Stück auf den Teller. Dazu Milho Frito, frittierte Würfel aus festem Maisbrei, und Bolo do Caco, ein flaches Fladenbrot mit Süßkartoffel im Teig, das auf einer heißen Steinplatte gebacken und mit Knoblauchbutter serviert wird. Vom Meer kommen Espada mit gebratener Banane, Thunfischsteak mit Maisbrei und Lapas, gegrillte Napfschnecken mit Zitrone. Die Casa Madeirense westlich des Zentrums ist eine der bekanntesten Adressen für genau dieses Repertoire.

Die Zona Velha ist die dichteste Restaurantzone der Stadt, und das hat Vor- und Nachteile. In der Rua de Santa Maria stehen die Tische Wand an Wand, Kellner sprechen dich an, und die Qualität schwankt entsprechend. Verlässliche Anlaufstellen sind die Taberna Ruel in einem denkmalgeschützten Altstadthaus und die Taberna do Capitão mit rustikaler, ehrlicher Inselküche; das Restaurante Santa Maria in einer ehemaligen Schule mischt Tapas, Sushi und regionale Gerichte und ist am Abend eines der lebhaftesten Lokale der Gasse. Lauf die Straße einmal ganz ab, bevor du dich setzt, und lass dich nicht von der ersten Terrasse einfangen – zwanzig Meter weiter kann dieselbe Espetada deutlich besser sein.

Nach oben ist die Skala kürzer, aber ernstzunehmen. Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Il Gallo d'Oro im Hotel The Cliff Bay unter Küchenchef Benoît Sinthon ist die einzige Zwei-Sterne-Adresse Madeiras und arbeitet französisch-madeirensisch mit Blick auf den Atlantik; hier reservierst du weit im Voraus und rechnest mit einem langen Abend. Einen Michelin-Stern führt außerdem das William im Reid's Palace. Das Akua von Chef Júlio Pereira dreht sich fast vollständig um Fisch und Meeresfrüchte und ist die kreativere, unkompliziertere Adresse im Zentrum. Beide zeigen dieselbe Entwicklung: Madeirensische Produkte – Degenfisch, Thunfisch, Tropenfrüchte, Süßkartoffel – werden nicht mehr als Folklore behandelt, sondern als Ausgangsmaterial.

Zum Trinken gehört Poncha, der Inseldrink aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitrone, traditionell mit einem Holzquirl im Glas verrührt und in der Fischerstadt Câmara de Lobos zu Hause. Wer es alkoholfrei will, bestellt Brisa Maracujá, die Limonade mit Passionsfrucht, oder Nikita, das eiskalte Mischgetränk mit Bier und Ananas. Und dann natürlich Madeirawein: Sercial und Verdelho sind trocken bis halbtrocken und funktionieren als Aperitif, Boal und Malvasia sind süß und gehören zum Dessert – etwa zum Bolo de Mel, dem dunklen Gewürzkuchen mit Zuckerrohrsirup, den man auf Madeira nicht schneidet, sondern mit den Händen bricht. Er ist traditionell ein Weihnachtsgebäck, wird aber ganzjährig verkauft und übersteht den Heimflug problemlos.

Restaurants in Funchal

Wandern & Ausflüge

Levada-Wanderungen und Ausflüge ab Funchal

Funchal ist die Basis, nicht das Ziel – die eindrucksvollsten Stunden auf Madeira liegen ein bis anderthalb Autostunden hinter der Stadt.

Teleférico nach Monte
Teleférico nach Monte

Levadas sind schmale Bewässerungskanäle, die seit dem 16. Jahrhundert Wasser vom regenreichen Norden in den trockenen Süden der Insel leiten; entlang ihrer Wartungspfade ist ein begehbares Wegenetz von rund 1.400 Kilometern entstanden. Die bekanntesten Touren starten weit weg vom Zentrum: die Levada das 25 Fontes im Westen bei Rabaçal zu einem Wasserfallkessel, die Levada do Caldeirão Verde ab Queimadas oberhalb von Santana im Norden, durch Tunnel und Lorbeerwald. Dieser Laurissilva-Wald bedeckt große Teile der Nordhänge und steht seit 1999 auf der UNESCO-Welterbeliste – ein Rest jener subtropischen Vegetation, die einst weite Teile Südeuropas bedeckte. Für beide Einstiege fährst du gut eine Stunde oder länger, plane die Anfahrt also nicht als Nebensache. Für die offiziellen PR-Wege – auch für die beiden genannten Levadas – ist inzwischen eine Online-Registrierung nötig: 3 Euro pro Person und Weg, 24 Stunden gültig, gebucht über das Portal simplifica.madeira.gov.pt. Nimm Stirnlampe, Regenjacke und feste Schuhe mit, denn in den Tunneln ist es dunkel und nass.

Die Königstour ist die PR1 vom Pico do Arieiro auf 1.818 Metern zum Pico Ruivo, mit 1.862 Metern dem höchsten Punkt Madeiras. Der Weg führt über den Hauptkamm der Insel, durch in den Fels geschlagene Tunnel und über Treppen entlang steiler Flanken, und er ist deutlich anspruchsvoller, als die kurze Kilometerangabe vermuten lässt – kalkuliere für Hin- und Rückweg einen langen Tag oder organisiere einen Transfer für die Rückfahrt. Wer ohne Wanderung Höhe erleben will, fährt einfach zum Parkplatz am Pico do Arieiro hinauf: Bei Inversionswetter liegt die Wolkendecke unter dem Gipfel, und man schaut auf ein Meer aus Watte. Sonnenaufgänge dort oben sind der Grund, warum auf Madeira so viele Wecker um vier Uhr klingeln.

Näher liegen die Ziele im Westen der Bucht. Câmara de Lobos, das Fischerdorf, in dem Winston Churchill malte, erreichst du in einer Viertelstunde; von dort sind es wenige Kilometer weiter zum Cabo Girão, wo eine gläserne Aussichtsplattform über einer der höchsten Steilküsten Europas hängt – rund 580 Meter senkrecht bis zum Wasser. Nach Osten führt die Schnellstraße nach Machico, dem ersten Siedlungsort der Insel, mit einem der wenigen Sandstrände Madeiras, und weiter zur Ponta de São Lourenço, einer kargen, kahlen Halbinsel, die überhaupt nicht nach der grünen Insel aussieht und deren Wanderweg über die Klippen einer der beliebtesten der Insel ist.

Auf dem Wasser lohnt die Bootstour ab der Marina do Funchal. Vor Madeira sind ganzjährig Delfine unterwegs, dazu ziehen je nach Saison verschiedene Walarten vorbei; Grindwale und Pottwale gehören zu den regelmäßigen Gästen, garantieren lässt sich naturgemäß nichts. Seriöse Anbieter halten Abstand und schalten die Motoren zurück – achte auf Veranstalter, die sich an die Verhaltensregeln für Meeressäuger halten, statt möglichst nah heranzufahren. Zwei bis drei Stunden solltest du einplanen, der Vormittag ist meist ruhiger als der Nachmittag, und wer seekrank wird, nimmt das größere Boot statt des Schlauchboots.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Funchal und unterwegs auf Madeira

Vier Flugstunden, eine berüchtigte Landebahn und danach eine Stadt, die man zu Fuß nur bergauf falsch einschätzt.

Madeira erreichst du über den Flughafen Cristiano Ronaldo (FNC) bei Santa Cruz, rund 20 Kilometer östlich von Funchal. Ab Deutschland dauert der Flug gut vier Stunden, ab München eher viereinhalb, mehrere Airlines fliegen die Insel im Direktverkehr an, im Winter dichter als viele erwarten, weil Madeira ein klassisches Ziel für die kalte Jahreszeit ist. Der Flughafen ist bekannt für seine auf Betonstelzen verlängerte Landebahn und für Seitenwind, der Anflüge gelegentlich anspruchsvoll macht – Piloten brauchen dafür eine gesonderte Einweisung. Vom Flughafen fahren Flughafenbusse und Linienbusse ins Zentrum, dazu Shuttles und Taxis; die Fahrt über die Schnellstraße VR1 dauert je nach Verkehr etwa eine halbe Stunde.

In Funchal selbst brauchst du kein Auto. Das Zentrum zwischen Markthalle, Kathedrale und Marina lässt sich komplett zu Fuß erledigen, und die gelben Stadtbusse decken alles ab, was weiter draußen liegt – vom Lido bis nach Monte. Was du unterschätzen wirst, ist die Steigung: Wege, die auf der Karte kurz aussehen, führen über Treppen und Straßen mit zweistelligem Gefälle, und was du morgens bergab in zehn Minuten läufst, kostet abends bergauf das Doppelte. Ein praktischer Trick ist, Wege konsequent bergab zu planen und die Gegenrichtung dem Bus oder einem Taxi zu überlassen. Taxis sind gelb-blau, in der Stadt zahlreich und für Madeira-Verhältnisse günstig.

Für die Insel selbst sieht die Rechnung anders aus. Die Bergdörfer, Levada-Einstiege und Aussichtspunkte liegen verstreut, und die Busverbindungen dorthin sind auf Pendler ausgelegt, nicht auf Tagesausflügler. Ein Mietwagen macht die Insel erst richtig zugänglich, verlangt aber Respekt: enge Serpentinen, steile Rampen, Tunnel im Minutentakt und Parkplätze, die in Funchal knapp und in den Dörfern noch knapper sind. Wer sich das nicht antun will, bucht geführte Tagestouren – für den Pico do Arieiro, den Nordwesten mit Porto Moniz und die Levada-Wanderungen gibt es organisierte Transfers, die auch das Rückholproblem bei Streckenwanderungen lösen.

Ein paar Eigenheiten, die den Aufenthalt einfacher machen. Madeira geht ganzjährig eine Stunde nach: Wenn es in Berlin zwölf Uhr ist, ist es in Funchal elf – Sommer wie Winter, weil die Insel dieselbe Zeit hat wie das portugiesische Festland und zeitgleich mit Deutschland auf Sommerzeit umstellt. Rechne das bei Flügen und Transfers ein. Bezahlt wird in Euro, Kartenzahlung ist überall üblich. Das Wetter unterscheidet sich zwischen Nord- und Südküste und zwischen Meereshöhe und Bergen so stark, dass ein grauer Morgen in Funchal nichts über den Tag im Westen der Insel aussagt; wenn es in der Stadt regnet, ist die Fahrt auf die andere Seite oft die bessere Antwort als der Museumsbesuch. Und plane an Tagen mit mehreren Kreuzfahrtschiffen im Hafen die Markthalle und die Seilbahn eher früh als mittags ein.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Feste & Veranstaltungen

Blumenfest, Weinfest und Silvester in Funchal

Funchal feiert über das ganze Jahr verteilt, und mehrere dieser Termine verändern Flugpreise und Hotelraten deutlicher als jede Nebensaison.

Mercado dos Lavradores
Mercado dos Lavradores

Das bekannteste Fest ist die Festa da Flor, das Blumenfest, das seit 2024 fest im Mai liegt und nicht mehr wie früher am beweglichen Osterdatum hängt. Kinder stecken auf der Praça do Município Blumen in die sogenannte Mauer der Hoffnung, durch die Innenstadt zieht ein Blumenkorso mit aufwendig geschmückten Wagen, und in der ganzen Stadt stehen Blumenteppiche und Schaufenster voller Arrangements. Weil die Blüte auf Madeira ohnehin nicht auf einen Monat beschränkt ist, geht es weniger um Botanik als um die Inszenierung – wer den Korso sehen will, sucht sich früh einen Platz an der Avenida Arriaga. Der Korso zieht seit der Umstellung an einem Sonntag Anfang Mai durch die Innenstadt, das Rahmenprogramm läuft mehrere Wochen von Ende April bis in den späten Mai; die genauen Daten veröffentlicht die Regionalverwaltung lange im Voraus.

Im Juni gehört der Himmel über der Bucht dem Festival do Atlântico, bei dem an mehreren Abenden Feuerwerksteams gegeneinander antreten und die Stadt zur Tribüne wird. Ende August und Anfang September folgt die Festa do Vinho Madeira, das Weinfest zur Lese, mit Verkostungen im Zentrum, Straßenmusik und Programm in den Weinbaudörfern der Insel, allen voran in Estreito de Câmara de Lobos. Wer den Madeirawein nicht nur im Verkostungsraum, sondern im Kontext seiner Landschaft verstehen will, kommt in diesen Wochen – und trifft dabei auf deutlich mehr Einheimische als in der Hochsaison.

Der Höhepunkt des Jahres ist Silvester. Die Bucht von Funchal bildet ein natürliches Amphitheater, mehrere Kreuzfahrtschiffe ankern für die Nacht in der Bucht, und um Mitternacht steigt ein Feuerwerk, das rund um die gesamte Bucht abgeschossen wird und einmal als größtes der Welt ins Guinness-Buch kam. Entsprechend früh sind Flüge und Hotels ausgebucht, oft schon ein Jahr im Voraus, und die Preise liegen über dem Rest des Jahres. Vorher verwandelt die Weihnachtsbeleuchtung ab Anfang Dezember das Zentrum, und der Markt in den Tagen vor Weihnachten ist der lebendigste Moment im Jahreslauf der Halle.

Dazwischen liegen die kleineren Termine, die den Alltag prägen: der Karneval im Februar oder März mit Umzug und Kostümen, die Wallfahrt nach Monte am 15. August, das Kolumbusfest in Porto Santo, dazu über das Jahr verteilt Dorffeste, die Arraiais, mit Grillständen, Blasmusik und Espetada im Freien. Für die Reiseplanung heißt das vor allem eins: Prüfe vor dem Buchen, ob dein Termin auf eines dieser Ereignisse fällt. Willst du Trubel, planst du darum herum; willst du Ruhe auf den Levadas und in den Gassen, wählst du eine gewöhnliche Woche im Mai, Juni oder Oktober.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Funchal – und welches zu dir passt

Sé (Stadtzentrum)Sé (Stadtzentrum)Rund um die spätgotische Kathedrale liegt der Kern der Stadt: die jacarandagesäumte Avenida Arriaga mit Blandy's Wine Lodge, Rathausplatz, Stadttheater, Jardim Municipal und dahinter Marina und Hafen. Kürzeste Wege, der meiste Betrieb an Kreuzfahrttagen, abends ruhiger als die Altstadt nebenan.Ideal für: Erste Orientierung1 TagSanta Maria Maior (Zona Velha)Santa Maria Maior (Zona Velha)Funchals Altstadt zwischen Bach und Meer, mit den über hundert bemalten Türen der Rua de Santa Maria, dem ockergelben Forte de São Tiago, dem Meeresbad Barreirinha und der Talstation der Seilbahn. Abends die vollste und lebendigste Ecke der Stadt – wer hier schläft, hört das.Ideal für: Abends essen & ausgehen½–1 TagSão Martinho (Lido)São Martinho (Lido)Die Hotel- und Badezone westlich des Zentrums, wo sich die großen Häuser an der Estrada Monumental aneinanderreihen. Unterhalb führt die Klippenpromenade an Meeresschwimmbädern, dem Lido-Komplex und Ponta Gorda entlang bis zu den dunklen Kieselbuchten der Praia Formosa.Ideal für: Baden & Hotels1 TagMonteMonteAuf rund 550 Metern liegt der Bergstadtteil mit eigenem Klima: kühler, feuchter, grüner. Wallfahrtskirche mit dem Grab von Kaiser Karl I., Monte Palace Tropical Garden und Jardim Botânico, dazu die Korbschlitten, die von hier talwärts starten. Endstation der Seilbahn aus der Altstadt.Ideal für: Gärten & Aussicht½ TagSão PedroSão PedroFunchals Museumsviertel westlich des Zentrums, in dem Herrenhäuser, Klöster und Sammlungen dicht beieinanderliegen. Quinta das Cruzes, das Convento de Santa Clara mit dem Grab des Inselgründers Zarco und darüber die Fortaleza do Pico machen daraus den geschichtsträchtigsten Hang der Stadt.Ideal für: Museen & Geschichte½ TagSanta LuziaSanta LuziaVom Mercado dos Lavradores zieht sich das Viertel in die ruhigeren Hanglagen oberhalb des Zentrums hinauf. Zwischen Wohnstraßen stehen alte Quintas mit ihren Gärten, und nach wenigen Minuten Fußweg bergauf ist vom Trubel der Markthalle nichts mehr zu hören.Ideal für: Ruhig wohnen½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Funchal und das Klima im Jahreslauf

Funchal kennt weder Frost noch echte Hitze – die Frage ist deshalb nicht, ob du reisen kannst, sondern was du vorhast.

Das Klima in Funchal ist subtropisch und außergewöhnlich ausgeglichen: Die Höchstwerte schwanken übers Jahr nur um etwa sieben Grad, im Januar sind es rund 19, im Spätsommer rund 26. Regen fällt vor allem zwischen November und März, und selbst dann eher in Schauern als in Dauerlagen. Entscheidend ist die Geografie: Die Südküste mit Funchal liegt im Windschatten des Gebirgskamms und ist deutlich trockener als der Norden, während es in den Bergen kühler, feuchter und häufiger wolkig ist. Ein grauer Morgen in der Stadt sagt darum wenig über das Wetter am Pico do Arieiro oder in Porto Moniz aus.

Jan19°13°mild, Kamelien in den Quintas
Feb19°13°Karneval, gelegentlich Regen
Mär20°13°wechselhaft, grüne Berge
Apr20°14°Jacaranda-Blüte, ruhige Wege
Mai22°15°Blumenfest & Korso, beste Wanderzeit
Jun23°17°Feuerwerksfestival, oft diesig
Jul25°19°warm, Hauptsaison
Aug26°20°wärmster Monat, voll
Sep26°20°Weinfest, warmes Meer
Okt24°18°ruhig, Meer noch warm
Nov22°16°erste Regentage, wenig Andrang
Dez20°14°Lichter, Silvesterfeuerwerk

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Funchal sind April und Mai sowie September und Oktober. Im Frühjahr blühen Jacarandas und Quintas, die Luft ist frisch genug zum Wandern, und das Blumenfest liegt im Mai. Im Frühherbst hat der Atlantik seine höchste Temperatur des Jahres, die Levada-Pfade sind trocken und griffig, und das Weinfest läuft. Juli und August sind angenehm warm, aber die vollste und teuerste Zeit. Der Winter bleibt mit Werten um 19 Grad eine ernsthafte Option für alle, die Gärten, Kamelien und leere Wanderwege wollen – Silvester ausgenommen, das ist der teuerste Termin des Jahres.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Funchal

Wie viele Tage sollte man für Funchal einplanen?
Zwei bis drei Tage reichen für die Stadt selbst: ein Tag für Markthalle, Kathedrale, Weinlodge und Zona Velha, ein zweiter für Seilbahn, Monte und die Gärten, ein dritter für Meeresbäder, Marina und Museen. Wer die Insel dazunimmt, sollte mindestens eine Woche einplanen – Funchal funktioniert hervorragend als feste Basis für Tagesausflüge in alle Himmelsrichtungen.
Was sollte man in Funchal auf keinen Fall auslassen?
Den Mercado dos Lavradores am frühen Morgen mit der Fischhalle voller Degenfisch, die Zederndecke der Kathedrale Sé, die Seilbahnfahrt nach Monte samt Wallfahrtskirche und einem der beiden großen Gärten, dazu einen Abend in der Rua de Santa Maria zwischen den bemalten Türen. Wer Zeit hat, nimmt eine Verkostung in einer der historischen Madeirawein-Lodges dazu.
Hat Funchal einen Strand?
Keinen klassischen Sandstrand. Gebadet wird in Meeresschwimmbädern und an Felsbadestellen entlang der Promenade im Westen, etwa am Lido-Komplex oder in Ponta Gorda, dazu an der dunklen Kiesbucht Praia Formosa und unterhalb des Forte de São Tiago an der Barreirinha. Sandstrände gibt es auf Madeira nur wenige, etwa in Machico und Calheta, und die Nachbarinsel Porto Santo hat den langen hellen Strand.
Lohnt sich die Seilbahn nach Monte oder ist der Bus günstiger?
Die Seilbahn ist die Attraktion, nicht nur der Transport – die Fahrt zieht dicht über Dächer und die Schlucht hinweg und liefert das beste Panorama der Stadt. Wer sparen will, fährt mit dem Stadtbus hinauf und nimmt die Seilbahn nur für die Talfahrt. Diese Kombination kostet weniger und bietet denselben Blick, weil die Kabine bergab ohnehin auf die Bucht zufährt.
Wo wohnt man in Funchal am besten?
Im Zentrum rund um die Sé, wenn du alles zu Fuß erreichen willst; in der Zona Velha, wenn du Restaurants und Bars vor der Tür haben möchtest und Lärm bis spät in Kauf nimmst; im Lido-Viertel São Martinho, wenn Pool, Meereszugang und Promenade zählen. Achte weniger auf die Luftlinie zum Zentrum als auf die Höhenlage – zweihundert Meter Entfernung können drei Straßen Steigung bedeuten.
Was kostet Funchal im Vergleich zum Festland?
Essen und Trinken liegen ungefähr auf portugiesischem Niveau und damit unter deutschem, Hotels dagegen ziehen wegen der Insellage und der starken Winternachfrage spürbar an. Die größten Ausschläge macht der Termin: Um Silvester, zum Blumenfest und in den Sommerferien kosten dieselben Zimmer ein Vielfaches. Im November oder Februar reist du deutlich günstiger.
Was isst man in Funchal typischerweise?
Espetada, Rindfleischwürfel am Lorbeerspieß über Holzkohle, dazu Milho Frito aus frittiertem Maisbrei und Bolo do Caco, das Fladenbrot mit Süßkartoffel und Knoblauchbutter. Vom Meer kommen Espada mit gebratener Banane, Thunfisch und gegrillte Napfschnecken. Zum Nachtisch Bolo de Mel mit Zuckerrohrsirup, dazu Poncha aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitrone.
Muss man Restaurants in Funchal reservieren?
In der Zona Velha kommst du unter der Woche meist spontan unter, an Wochenenden und in der Hochsaison solltest du vorbestellen. Für die beiden ambitionierten Adressen der Stadt, das Il Gallo d'Oro im Hotel The Cliff Bay und das Akua, reservierst du besser schon vor der Anreise. Gleiches gilt für den Afternoon Tea auf der Terrasse von Reid's Palace.
Wie kommt man vom Flughafen nach Funchal?
Der Flughafen liegt rund 20 Kilometer östlich; über die Schnellstraße VR1 dauert die Fahrt je nach Verkehr etwa eine halbe Stunde. Es gibt Flughafenbusse ins Zentrum und in die Hotelzone, dazu Linienbusse, private Shuttles und Taxis. Wer einen Mietwagen bucht, übernimmt ihn direkt am Terminal – für die ersten Tage in der Stadt selbst braucht man ihn allerdings nicht.
Ist Funchal für Wanderungen eine gute Basis?
Ja, weil die Insel klein ist und sich die meisten Levada-Einstiege in ein bis anderthalb Autostunden erreichen lassen. Ohne eigenes Fahrzeug sind organisierte Wandertouren mit Transfer die praktischere Lösung, weil viele Routen keine Rundwege sind. Für die offiziellen Wege ist eine Online-Registrierung nötig – 3 Euro pro Person und Weg, 24 Stunden gültig, buchbar über simplifica.madeira.gov.pt –, und Stirnlampe sowie Regenjacke gehören in den Rucksack.
Was macht man in Funchal bei Regen?
Erst einmal aus dem Fenster schauen und dann die Insel wechseln: Wenn es an der Südküste regnet, ist es im Westen oder Norden oft trocken. In der Stadt selbst füllen die Markthalle, eine Führung durch eine Madeirawein-Lodge, die Museen in São Pedro rund um Quinta das Cruzes und Convento de Santa Clara sowie das Museu CR7 einen Tag. Die Gärten funktionieren bei Nieselregen erstaunlich gut.
Wie merkt man Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Funchal?
Sehr deutlich. An Tagen mit mehreren Anläufen füllen sich Markthalle, Seilbahn, Zona Velha und die Gärten zwischen etwa zehn und siebzehn Uhr spürbar. Wer die Hauptziele früh am Morgen oder am späten Nachmittag besucht, umgeht das fast vollständig – ein Blick auf den Anlaufplan des Hafens vor dem Frühstück spart mehr Zeit als jede Abkürzung.
Braucht man in Funchal warme Kleidung?
In der Stadt selbst reichen leichte Sachen das ganze Jahr über, eine Jacke für den Abend und einen Regenschutz solltest du trotzdem dabeihaben. Sobald du in die Höhe fährst, ändert sich das: In Monte auf 550 Metern ist es merklich kühler und feuchter, und am Pico do Arieiro auf über 1.800 Metern kann es früh am Morgen um den Gefrierpunkt liegen.
Ist Funchal auch im Winter eine gute Reisezeit?
Ja. Die Höchstwerte liegen im Januar und Februar bei rund 19 Grad, die Kamelien in den Quintas blühen, und auf den Wanderwegen ist wenig los. Regen fällt häufiger als im Sommer, meist aber in Schauern. Nur um Silvester wird es voll und teuer – dann ankern mehrere Kreuzfahrtschiffe für das Feuerwerk in der Bucht.

· Sehenswürdigkeiten

Das musst du gesehen haben.

· Hotels

Wo übernachten.

· Restaurants

Wo essen.

· Aktivitäten

Was erleben.

FunchalWenn die Seilbahn über die Dächer steigt, klappt Funchal unter dir auf wie ein Amphitheater – unten der Hafen, oben die Wolke, die auf Monte sitzt, und dazwischen zwanzigtausend weiße Häuser an einem einzigen steilen Hang.

Der Reisebrief

Ein Ziel, ein Preisfund, ein Plan — mehr nicht.

Einmal im Monat: wohin es sich gerade lohnt — mit geprüftem Preis und fertigem Plan.

Kostenlos & jederzeit abbestellbar — Anmeldung mit Bestätigungs-Mail.

Reise buchen

Deine Funchal-Reise buchen

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Hotels

Vom Boutique-Hotel in der Altstadt bis zum Landhaus im Grünen.

Hotels ansehen5 in Funchal

Touren & Tickets

Museen, Wahrzeichen und Weinproben — Tickets und geführte Touren, oft ohne Anstehen.

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter. Warum wir empfehlen, was wir empfehlen

Keine Lust zu suchen? Sag uns Budget und Reisezeit — wir stellen dir Funchal zusammen.

Persönliches Angebot anfragen →
Reiseplaner

Deine perfekte Reise – in Minuten geplant.

Sag uns, wohin und wie lange – der travelperfect Reiseplaner stellt dir Route, Highlights und Programm passend zusammen.

Reise planen
  • KI-Copilot
  • Route
  • Highlights
  • Crew
  • Budget
Reise buchen