Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Azoren
Fast alles, was die Azoren berühmt macht, liegt auf São Miguel – und lässt sich mit dem Mietwagen in wenigen Tagen abfahren, wenn das Wetter mitspielt.
Die Lagoa das Sete Cidades ist das Bild, das die meisten von den Azoren im Kopf haben: zwei Seen am Grund eines riesigen Vulkankraters, der eine blau, der andere grün, verbunden durch eine schmale Brücke. Vom Miradouro da Vista do Rei blickst du über beide Seen zugleich, und wer will, wandert von dort auf dem Kraterrand entlang bis zur Boca do Inferno, einem der besten Aussichtspunkte der Insel. Wichtig: Der Krater fängt Wolken. Fahr früh am Morgen hoch oder halte dir den Nachmittag frei, an dem der Himmel aufreißt – bei tief hängender Suppe siehst du keinen Meter, und viele reisen ab, ohne die Seen je gesehen zu haben.
Die zweite Ikone ist die Lagoa do Fogo, der Feuersee, ein Kratersee im Naturschutzgebiet auf halber Höhe der Insel. Hier gibt es keine Cafés, keine Souvenirstände, nur einen Aussichtspunkt an der Passstraße und einen steilen Wanderweg hinunter ans Ufer mit hellem Sand. Ganz im Osten stürzt bei Nordeste das Land in tiefen Schluchten zum Meer, gesäumt von Aussichtspunkten wie der Ponta da Madrugada, an denen einst die Landadligen ihre Sonntagsausflüge machten. Und über der Südküste liegt Vila Franca do Campo mit seinem vorgelagerten Kraterinselchen, dem Ilhéu de Vila Franca, in dessen runder Naturlagune du im Sommer per Boot baden gehst.
In und um Ponta Delgada reihen sich die kulturellen Stopps: die dreibogige Portas da Cidade als Wahrzeichen, das Fort São Brás am Hafen, die schwarz-weißen Kirchenfassaden aus Basalt und Kalk. Am Stadtrand stehen die Ananas-Gewächshäuser der Plantação Augusto Arruda, wo die kleinen Azoren-Ananas über zwei Jahre unter Glas reifen – Eintritt frei, und am Ende gibt es einen Ananas-Likör zu probieren. Nördlich davon, an der Straße nach Ribeira Grande, liegt die Teeplantage Gorreana, die älteste noch produzierende Teeplantage Europas, seit 1883 in Familienhand und ebenfalls ohne Eintritt zu besichtigen.
Plane die Sehenswürdigkeiten nach dem Wetter, nicht nach dem Kalender. Auf São Miguel kann es an der Nordküste regnen, während im Süden die Sonne scheint – oder umgekehrt. Halte deshalb morgens beim Frühstück den Blick zum Himmel und tausche die Tagesplanung notfalls um: An klaren Vormittagen sofort auf die Höhenkrater (Sete Cidades, Fogo), an trüben Tagen ins Tal von Furnas, in die Museen von Ponta Delgada oder zu den Teeplantagen, wo dir tiefe Wolken ohnehin egal sind. Wer stur an einem Plan festhält, steht garantiert im dichtesten Moment am aussichtslosesten Punkt.































