Region · Portugal

Azoren

Mitten im Atlantik heben sich neun grüne Vulkaninseln aus dem Wasser, auf denen Kraterseen leuchten, heiße Quellen dampfen und vor der Küste Wale ziehen.

5 Städte27 Sehenswürdigkeiten23 Hotels
Überblick

Deine Azoren auf einen Blick

Beste Zeit
Mai–Oktober; Juli und August am wärmsten und trockensten
Beste Reisezeit
Juni–September; Wale ab Frühjahr
Gut für
Wandern, Vulkanlandschaften, Whale Watching, Thermalquellen, Natur
Anreise
Flughafen Ponta Delgada (João Paulo II, PDL) auf São Miguel; Direktflüge ab Deutschland saisonal, sonst über Lissabon (ca. 2 Std.)
Basis
São Miguel mit Ponta Delgada als Hauptinsel; Pico und Faial für Inselhüpfer
Tipp
Whale Watching ganzjährig möglich; in Furnas den im Vulkanboden gegarten Cozido probieren
Die Region

Was Azoren ausmacht

Die Azoren sind ein portugiesischer Archipel aus neun Inseln, rund 1.400 Kilometer westlich von Lissabon mitten im Atlantik – vulkanisch, grün und geprägt von einem milden, launischen Meeresklima. Größte und meistbesuchte Insel ist São Miguel mit der Hauptstadt Ponta Delgada, den zweifarbigen Kraterseen der Lagoa das Sete Cidades und dem Thermaltal von Furnas, wo der Eintopf Cozido in der heißen Erde gart. Dazu Teeplantagen, hortensiengesäumte Landstraßen und Wanderwege entlang der Kraterränder. Weiter westlich ragt auf Pico Portugals höchster Berg auf, in Horta auf Faial legen Atlantiksegler an, und vor allen Inseln kreuzen von April bis Juni die großen Wale. Eine Region, in der du selten weit fährst und trotzdem an einem Tag durch mehrere Klimazonen kommst.

Reiseführer

Azoren von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Kurz nach dem Sinkflug reißt die Wolkendecke auf, und unter dir liegt São Miguel wie ein aufgeschlagenes grünes Buch. Kraterseen in Senken, Kühe auf Steilhängen und weiße Häuser an einer Küste aus schwarzem Fels ziehen vorbei. Die Azoren begrüßen dich selten mit Postkartenwetter, eher mit vier Jahreszeiten an einem Vormittag. Und genau das ist der Reiz – du fährst durch Nebel eine Passhöhe hinauf, stehst plötzlich über dem Wolkenmeer, und eine Stunde später dampfst du in einem heißen Becken, während es sanft regnet.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Azoren

Fast alles, was die Azoren berühmt macht, liegt auf São Miguel – und lässt sich mit dem Mietwagen in wenigen Tagen abfahren, wenn das Wetter mitspielt.

Die Lagoa das Sete Cidades ist das Bild, das die meisten von den Azoren im Kopf haben: zwei Seen am Grund eines riesigen Vulkankraters, der eine blau, der andere grün, verbunden durch eine schmale Brücke. Vom Miradouro da Vista do Rei blickst du über beide Seen zugleich, und wer will, wandert von dort auf dem Kraterrand entlang bis zur Boca do Inferno, einem der besten Aussichtspunkte der Insel. Wichtig: Der Krater fängt Wolken. Fahr früh am Morgen hoch oder halte dir den Nachmittag frei, an dem der Himmel aufreißt – bei tief hängender Suppe siehst du keinen Meter, und viele reisen ab, ohne die Seen je gesehen zu haben.

Die zweite Ikone ist die Lagoa do Fogo, der Feuersee, ein Kratersee im Naturschutzgebiet auf halber Höhe der Insel. Hier gibt es keine Cafés, keine Souvenirstände, nur einen Aussichtspunkt an der Passstraße und einen steilen Wanderweg hinunter ans Ufer mit hellem Sand. Ganz im Osten stürzt bei Nordeste das Land in tiefen Schluchten zum Meer, gesäumt von Aussichtspunkten wie der Ponta da Madrugada, an denen einst die Landadligen ihre Sonntagsausflüge machten. Und über der Südküste liegt Vila Franca do Campo mit seinem vorgelagerten Kraterinselchen, dem Ilhéu de Vila Franca, in dessen runder Naturlagune du im Sommer per Boot baden gehst.

In und um Ponta Delgada reihen sich die kulturellen Stopps: die dreibogige Portas da Cidade als Wahrzeichen, das Fort São Brás am Hafen, die schwarz-weißen Kirchenfassaden aus Basalt und Kalk. Am Stadtrand stehen die Ananas-Gewächshäuser der Plantação Augusto Arruda, wo die kleinen Azoren-Ananas über zwei Jahre unter Glas reifen – Eintritt frei, und am Ende gibt es einen Ananas-Likör zu probieren. Nördlich davon, an der Straße nach Ribeira Grande, liegt die Teeplantage Gorreana, die älteste noch produzierende Teeplantage Europas, seit 1883 in Familienhand und ebenfalls ohne Eintritt zu besichtigen.

Plane die Sehenswürdigkeiten nach dem Wetter, nicht nach dem Kalender. Auf São Miguel kann es an der Nordküste regnen, während im Süden die Sonne scheint – oder umgekehrt. Halte deshalb morgens beim Frühstück den Blick zum Himmel und tausche die Tagesplanung notfalls um: An klaren Vormittagen sofort auf die Höhenkrater (Sete Cidades, Fogo), an trüben Tagen ins Tal von Furnas, in die Museen von Ponta Delgada oder zu den Teeplantagen, wo dir tiefe Wolken ohnehin egal sind. Wer stur an einem Plan festhält, steht garantiert im dichtesten Moment am aussichtslosesten Punkt.

Sehenswürdigkeiten in Azoren

Alle 27 Sehenswürdigkeiten
Ponta Delgada

Ponta Delgada, das Tor zu São Miguel

Vom Flughafen bis in die Altstadt sind es keine zehn Minuten – kaum eine Inselhauptstadt empfängt dich so direkt wie Ponta Delgada.

Ponta Delgada ist mit rund 68.000 Einwohnern die größte Stadt der Azoren und für die allermeisten der Startpunkt: Hier landet dein Flug, hier mietest du den Wagen, hier legen die Whale-Watching-Boote ab. Das Herz der Altstadt bilden die Portas da Cidade, drei weiße Torbögen aus dem 18. Jahrhundert, die früher am Hafen standen und heute den Auftakt zu einem Gassennetz aus schwarzem Basaltpflaster markieren. Dahinter reihen sich Kirchen mit schwarz-weißen Fassaden, das Rathaus mit seinem Glockenturm und schattige Cafés, in denen der Vormittag schnell vergeht.

Am Wasser dominiert das Forte de São Brás die Szene, eine sternförmige Festung aus dem 16. Jahrhundert, die die Stadt gegen Piraten und Freibeuter schützte und heute ein Militärmuseum beherbergt. Von dort spannt sich die moderne Marina- und Hafenpromenade Portas do Mar, an der die Kreuzfahrtschiffe anlegen und die Ausflugsboote starten. Ein paar Schritte landeinwärts lohnt der Coliseu Micaelense und der städtische Markt Mercado da Graça, wo du frischen Fisch, Azoren-Käse und die stachelig-kleinen Inselananas nebeneinander findest – ein guter Ort, um zu verstehen, was hier auf den Teller kommt.

Als Standquartier ist Ponta Delgada praktisch, aber nicht zwingend. Weil São Miguel nur gut 60 Kilometer lang ist, erreichst du von der Stadt aus jeden Punkt der Insel in unter anderthalb Stunden – viele Reisende wohnen die ganze Woche hier und fahren sternförmig zu Sete Cidades, Furnas oder an die Nordküste. Wer es ruhiger mag, legt sich für ein paar Nächte nach Furnas oder Ribeira Grande, um näher an den Thermen und den Wanderwegen zu sein. Beides funktioniert; entscheidend ist nur, dass du nicht jede Nacht das Quartier wechselst.

Für Abende hat die Stadt mehr zu bieten, als ihre Größe vermuten lässt: Rund um die Rua de Santa Luzia und die Marina liegen Fischrestaurants, Weinbars mit Tropfen von Pico und Bars, in denen am Wochenende Live-Musik läuft. Reserviere in der Hauptsaison vorab, gerade für die bekannten Adressen am Hafen. Und wenn du früh genug dran bist, nimm dir einen Sonnenuntergang an der Küstenpromenade Avenida Infante Dom Henrique – die Sonne versinkt hier direkt im Atlantik, und dahinter kommt bis Amerika nichts mehr.

Sete Cidades

Sete Cidades und die zweifarbigen Kraterseen

Zwei Seen, eine Farbe blau, die andere grün, Seite an Seite in einem Krater – kein Ort auf den Azoren wird häufiger fotografiert und häufiger verpasst.

Sete Cidades und die zweifarbigen Kraterseen
Sete Cidades

Die Lagoa das Sete Cidades liegt am Grund eines etwa fünf Kilometer breiten Vulkankraters im Westen São Miguels. Zwei Seen berühren sich hier, getrennt nur durch eine schmale Brücke: die Lagoa Azul erscheint blau, die Lagoa Verde grün. Physikalisch liegt das an Tiefe, Lichteinfall und Spiegelung von Himmel und Ufervegetation – die Einheimischen erzählen es lieber als Legende von einem Hirten und einer Prinzessin, deren Abschiedstränen die beiden Seen füllten, seine blau, ihre grün. Unten im Kraterdorf Sete Cidades stehen eine neugotische Kirche und ein paar Häuser am Wasser, von wo Rad- und Wanderwege am Ufer entlangführen.

Die beste Aussicht hast du von oben, vom Kraterrand. Der Miradouro da Vista do Rei ist der klassische Aussichtspunkt, direkt daneben verfällt das Grande Hotel Monte Palace, eine Luxusruine aus den 1980ern, die nach kurzer Betriebszeit aufgegeben wurde und heute morbide Fotomotive liefert. Von der Vista do Rei startet der schönste Spaziergang der Gegend: ein gut ausgebauter Weg auf dem Kraterrand hinüber zur Boca do Inferno, von wo du nicht nur die beiden großen Seen, sondern auch die kleineren Kraterseen dahinter überblickst. Rechne für Hin- und Rückweg gut zwei Stunden und feste Schuhe ein, der Pfad kann schlammig sein.

Der entscheidende Faktor bleibt das Wetter. Sete Cidades liegt hoch und fängt als erstes die Wolken, die vom Atlantik hereinziehen – es ist völlig normal, dass die Seen morgens komplett in Nebel verschwinden und mittags klar daliegen, oder umgekehrt. Verlass dich nicht auf eine Wetter-App für die Gesamtinsel, sondern schau auf Webcams oder frag im Quartier nach der Tageslage. Wer flexibel ist, hält sich den Krater für das erste klare Fenster frei und zieht sofort los. Ein fest gebuchter Nachmittagsausflug an einem grauen Tag ist verlorene Zeit.

Wer mehr als nur den Blick von oben will, steigt hinunter: Im Kraterdorf kannst du Kajaks und Stand-up-Paddleboards mieten und über die stillen Seen paddeln, oder du fährst mit dem Rad die flache Runde am Ufer. Etwas südlich, aber im selben Höhenzug, lohnt der Aussichtspunkt Vista do Rei-Grota do Inferno und der Blick auf die Lagoa de Santiago, einen weiteren, perfekt runden Kratersee. Plane Sete Cidades nicht als Fünf-Minuten-Fotostopp, sondern gib der Gegend einen halben Tag – dann bekommst du auch die Chance, dass sich der Himmel öffnet.

Furnas

Furnas, wo die Erde kocht und der Cozido gart

Es riecht nach Schwefel, aus dem Boden zischt Dampf, und aus einem Erdloch am Seeufer holen zwei Männer einen rußigen Topf – Mittagessen aus dem Vulkan.

Furnas, wo die Erde kocht und der Cozido gart
Furnas

Furnas liegt im Osten São Miguels in einem aktiven vulkanischen Talkessel, und das merkst du an jeder Ecke. An den Caldeiras mitten im Ort und am Ufer der Lagoa das Furnas blubbern Schlammtöpfe, zischen Fumarolen und dampfen heiße Quellen; an manchen sprudelt eisenhaltiges Mineralwasser, das die Einheimischen in Flaschen abfüllen. Halte dich an die abgesperrten Wege – der Boden ist heiß und dünn, und die Töpfe kochen mit echten hundert Grad. Zwischen den Dampfsäulen wird das Ganze überraschend alltäglich: Es ist einfach die Küche des Dorfes, nur eben unter freiem Himmel.

Die berühmteste Spezialität ist der Cozido das Furnas, ein Eintopf aus Rind, Schwein, Huhn, Blutwurst, Kohl, Kartoffeln und Karotten, der nicht auf dem Herd, sondern in der Erde gart. Am Vormittag lassen die Restaurants ihre Töpfe in gemauerte Löcher am Seeufer hinab, decken sie mit Erde zu und holen sie nach fünf bis sechs Stunden wieder heraus – die vulkanische Hitze übernimmt das Kochen. Mittags landet der Cozido dann in den Restaurants im Ort auf dem Tisch. Wer ihn probieren will, reserviert vorab und bestellt ihn oft schon am Vortag, denn was nicht vergraben wurde, gibt es nicht.

Nach dem Essen kommt das Baden. Im Parque Terra Nostra, einem viktorianischen Botanischen Garten mit riesigen Baumfarnen und Kamelien, liegt ein großes Thermalbecken, dessen eisenhaltiges Wasser rostbraun gefärbt und rund 38 Grad warm ist – der Badeanzug nimmt die Farbe an, nimm also einen dunklen mit. Am anderen Ende des Ortes wärmen die kleineren, waldigen Becken der Poça da Dona Beija, die bis spät in den Abend geöffnet haben und sich abends unter Dampf besonders lohnen. Beide kosten einen kleinen Eintritt; Handtuch und Wechselkleidung nicht vergessen.

Furnas ist auch ein guter zweiter Stützpunkt, wenn du São Miguel entspannter angehen willst. Vom Ortskern aus erreichst du die Wasserfälle und Wanderwege des Ostens schnell, etwa den Salto do Prego bei Faial da Terra, und die Nordküste liegt nur eine kurvige Passfahrt entfernt. Rund um die Lagoa das Furnas führt zudem ein flacher Rundweg am Wasser entlang, vorbei an der kleinen Kapelle Nossa Senhora das Vitórias und den Cozido-Kochlöchern. Plane für Furnas mindestens einen ganzen Tag ein, besser eine Übernachtung – der Ort abends, wenn die Tagesgäste weg sind, ist ein anderer.

Wandern & Natur

Wandern auf den Azoren zwischen Kratern und Küste

Auf den Azoren führt fast jeder Weg entweder an einen Kraterrand, zu einem Wasserfall oder an eine Steilküste – und selten weit.

Die Azoren sind ein Wanderziel für Leute, die kurze, intensive Touren mögen statt tagelanger Fernwege. Die offiziellen Wanderwege tragen das Kürzel PR (Pequena Rota) und sind gut markiert und dokumentiert; die Trilhos-dos-Açores-Karten und die Beschilderung machen die Orientierung einfach. Auf São Miguel gehören der Weg über den Kraterrand von Sete Cidades und der steile Abstieg zur Lagoa do Fogo zu den beliebtesten Halbtagestouren. Rechne bei fast allen Strecken mit nassem, rutschigem Untergrund und wechselndem Wetter – wasserdichte Schuhe und eine Regenjacke gehören auch im Sommer in den Rucksack.

Zu den lohnendsten Wanderungen im Osten São Miguels zählt der Rundweg zum Salto do Prego: Von Faial da Terra führt ein schattiger Pfad durchs Grün zu einem Wasserfall mit Badegumpen, vorbei am winzigen, teils wiederbelebten Weiler Sanguinho. Die Strecke misst rund fünf Kilometer und ist auch für ungeübte Wanderer machbar. Anspruchsvoller ist der Abstieg zur Lagoa do Fogo, der ohne jede Infrastruktur auskommt und im Sommer ein Bad im kühlen Kratersee belohnt. Wer es kürzer mag, kombiniert an der Nordküste einen Spaziergang durch die Teefelder von Gorreana mit dem nahen Wasserfall Salto do Cabrito.

Ein Wandererlebnis eigener Art bietet die Nachbarinsel Pico: Der Aufstieg auf den Ponta do Pico, mit 2.351 Metern Portugals höchsten Berg, ist eine ernsthafte, sechs- bis achtstündige Bergtour, für die du dich am Casa da Montanha anmeldest und einen GPS-Tracker mitnimmst. Bei schlechter Sicht oder Sturm bleibt der Berg gesperrt – der Wetterumschwung kommt hier schnell und heftig. Weniger fordernd, aber ebenso azorentypisch sind die Wege durch die von Lavasteinmauern durchzogenen Weinberge der Insel, die als UNESCO-Welterbe geschützt sind.

Ganz gleich, welche Tour du wählst: Die Grundregeln sind auf allen Inseln dieselben. Starte früh, weil sich die Wolken im Tagesverlauf oft an den Höhen stauen; nimm mehr Wasser mit, als du zu brauchen glaubst, obwohl es kühl wirkt; und plane großzügig, weil nasser Basalt und Lehm dich langsamer machen als jede Karte verspricht. Für Kraterrand-Touren gilt zusätzlich: Bleib auf dem markierten Weg, die Abbruchkanten sind teils unbefestigt. Und prüfe vor jeder Bergtour die aktuelle Wetter- und Sperrlage, gerade am Pico.

Aktivitäten & Touren in Azoren

Alle 16 Aktivitäten
Wale & Nachbarinseln

Wale, Delfine und die Nachbarinseln der Azoren

Wo einst harpuniert wurde, wird heute beobachtet – die Azoren gehören zu den besten Orten Europas, um Wale zu sehen.

Wale, Delfine und die Nachbarinseln der Azoren
Wale & Nachbarinseln

Vor den Azoren ziehen rund ein Drittel aller weltweit bekannten Wal- und Delfinarten vorbei. Pottwale sind ganzjährig präsent, weil sie in den tiefen Gewässern rund um die Inseln jagen; im Frühjahr, etwa von April bis Juni, kommen auf ihrer Wanderung nach Norden die ganz Großen dazu – Blauwale, Finnwale und Seiwale. Delfine begleiten die Boote fast das ganze Jahr. Die Touren starten in Ponta Delgada und Vila Franca do Campo auf São Miguel sowie in Lajes do Pico; von Land aus spähen ehemalige Walfänger, die Vigias, mit dem Fernglas nach Blas und funken die Positionen an die Boote.

Bei der Wahl der Tour lohnt ein Blick auf den Anbieter: Seriöse Veranstalter halten Abstand, nähern sich langsam und respektieren die Zahl der Boote pro Tier – ein Zeichen, dass Rücksicht auf die Wale geht, nicht nur auf den perfekten Schnappschuss. Nimm eine warme, winddichte Jacke mit, auch bei Sonnenschein wird es auf dem offenen Atlantik kühl und ruppig; wer seekrank wird, sollte vorsorgen. Und stell dich darauf ein, dass Natur keine Garantie gibt: Viele Anbieter bieten eine kostenlose zweite Ausfahrt an, falls beim ersten Mal nichts zu sehen war.

Pico, die zweitgrößte Insel des Archipels, ist mehr als nur ihr Berg. Der Ort Lajes do Pico war jahrhundertelang das Zentrum des Walfangs, was heute ein sehenswertes Walfangmuseum erzählt. Rund um Madalena breiten sich die Vinhas da Criação Velha aus, ein UNESCO-geschütztes Mosaik aus Weinbergen, in denen die Verdelho-Reben in kleinen, von schwarzen Lavasteinmauern umschlossenen Parzellen wachsen, den Currais. Von Pico setzt du in rund 30 Minuten mit der Fähre nach Faial über – die drei Inseln Pico, Faial und São Jorge bilden das sogenannte Dreieck, das sich per Boot gut kombinieren lässt.

Horta auf Faial ist der berühmteste Atlantikhafen der Azoren: In der Marina hinterlassen seit Jahrzehnten die Crews der Segelyachten bunte Wappen und Bilder an Kaimauer und Boden – wer eins übermalt, dem droht angeblich Unglück auf See. Gegenüber steht das Peter Café Sport, seit Generationen Treffpunkt der Segler. Im Westen der Insel liegt Capelinhos, wo ein Vulkanausbruch 1957 und 1958 eine Landschaft aus grauer Asche schuf und einen Leuchtturm halb verschüttete. Wer weiter östlich reist, findet auf Terceira mit Angra do Heroísmo eine komplette Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe zählt.

Rundreise

Azoren-Rundreise: São Miguel in einer Woche

Die klassische Azoren-Woche bleibt auf São Miguel – und teilt die Insel in West, Ost und Nord, mit einem festen Standquartier statt täglichem Kofferpacken.

Für einen ersten Azoren-Urlaub ist São Miguel die naheliegende Wahl: Die Insel bündelt Sete Cidades, Furnas, die Lagoa do Fogo, Whale-Watching und Teeplantagen auf gut 60 Kilometer Länge, und alle direkten Fernflüge landen hier. Eine bewährte Woche sieht so aus: zwei Tage für den Westen mit Sete Cidades und der Nordwestküste um Mosteiros, zwei Tage für den Osten mit Furnas, den Thermen und den Aussichtspunkten von Nordeste, dazu ein Tag Lagoa do Fogo mit der Caldeira Velha, ein Tag Ponta Delgada und Whale-Watching sowie ein Puffertag fürs Wetter. Genau dieser Puffertag ist der wichtigste Posten im Plan.

Halte dich mit dem Standquartier zurück und wechsle nicht jede Nacht. Weil die Insel klein ist, reicht ein einziges Quartier für die ganze Woche – Ponta Delgada im Süden ist am zentralsten, wer näher an Thermen und Wanderwegen sein will, wählt Furnas oder Ribeira Grande. Von jedem dieser Orte fährst du sternförmig los und bist abends wieder im selben Bett. Wer partout zwei Basen mag, teilt in Süd (Ponta Delgada) und Ost (Furnas). Mehr als zwei Umzüge lohnen auf São Miguel nicht – die Zeit im Auto steht in keinem Verhältnis zum Streckengewinn.

Wer zwei Wochen oder mehr hat, hängt eine zweite Insel an. Am einfachsten fliegst du mit SATA Air Açores in rund 40 Minuten von Ponta Delgada nach Pico, Faial oder Terceira – die Inlandsflüge sind kurz, aber wetterabhängig, plane deshalb keinen zu knappen Umstieg zum Rückflug. Alternativ verbinden die Fähren von Atlânticoline vor allem die nah beieinanderliegenden Inseln des Dreiecks Pico–Faial–São Jorge zuverlässig, während längere Überfahrten zwischen den Inselgruppen nur saisonal und wetterabhängig fahren. Für eine entspannte Kombi eignet sich São Miguel plus eine der zentralen Inseln.

Ein praktischer Hinweis zur Fahrweise: São Miguels Straßen sind gut ausgebaut, aber kurvig, eng und oft nass, und über die Höhenzüge ziehen schnell Nebelbänke. Rechne für 40 Kilometer eher eine Stunde als eine halbe, fahr defensiv und rechne mit Kühen, die auf schmalen Landstraßen die Vorfahrt haben. Tanken solltest du in den größeren Orten, nicht erst im Hinterland. Und leg dir die Reihenfolge der Tage flexibel: An klaren Vormittagen sofort auf die Höhenkrater, an grauen Tagen ins Tal – der Puffertag fängt den Rest.

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Unterkünfte

So wohnst du auf den Azoren – vom Stadthotel bis zum Landhaus

Zwischen der Marina von Ponta Delgada und einem umgebauten Herrenhaus zwischen Teefeldern liegen auf São Miguel nur ein paar Kurven.

Das größte Bettenangebot der Azoren findest du in und um Ponta Delgada: von modernen Stadthotels am Hafen über kleine Boutique-Häuser in der Altstadt bis zu Ferienwohnungen mit Küche. Die Lage ist praktisch, weil du zentral auf der Insel sitzt, abends zu Fuß zum Essen gehst und den Mietwagen nachts stehen lassen kannst. Wer den Trubel meiden will, wohnt am Stadtrand oder in den Küstenorten der Umgebung. Für einen ersten Azoren-Urlaub, bei dem du viel herumfährst, ist ein Quartier in oder nahe der Hauptstadt die unkomplizierteste Wahl.

Die charaktervollere Variante sind die Casas und Quintas auf dem Land: umgebaute Herrenhäuser und Bauernhöfe, oft zwischen Teefeldern, Hortensienhecken und Weiden gelegen, viele in der Kategorie Turismo Rural oder Turismo de Habitação. In Furnas gibt es zudem Hotels mit eigenem Thermalbecken im Garten, was den Abend nach einem Wandertag deutlich aufwertet. Rechne auf dem Land damit, dass du für alles den Wagen brauchst und die Zufahrten schmal sein können. Dafür wachst du mit Blick auf grüne Krater statt auf einen Parkplatz auf.

Wichtig ist die Vorlaufzeit. Die Azoren sind kein Massenziel mit endlosem Bettenangebot, und in der Hauptsaison von Juni bis September – erst recht in den Sommerferien und um lokale Feste wie das Festas do Senhor Santo Cristo dos Milagres in Ponta Delgada – sind die guten Häuser früh ausgebucht. Buche mehrere Monate im Voraus, wenn du im Sommer reist. In der Nebensaison ist mehr frei und günstiger, dafür steigt das Wetterrisiko. Prüfe bei ländlichen Quartieren, ob Frühstück und Abendessen angeboten werden, denn nicht überall ist das nächste Restaurant um die Ecke.

Auf den kleineren Inseln fällt die Auswahl deutlich knapper aus. Auf Pico, Faial oder Terceira gibt es solide Hotels und viele Gästehäuser, aber weniger Masse als auf São Miguel – wer eine Inselkombination plant, sollte die Übernachtungen dort besonders früh sichern, gerade wenn Fährzeiten oder Inlandsflüge den Aufenthalt auf feste Tage festlegen. Als Faustregel gilt: Je kleiner die Insel und je höher die Saison, desto eher buchst du im Voraus. Spontan ein Zimmer zu finden funktioniert am ehesten im Frühjahr und Herbst auf São Miguel.

Hotels in Azoren

Alle 23 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf den Azoren

Der Cozido kommt aus der Erde, der Käse von den Weiden, der Wein aus Lavasteinparzellen – die Azoren-Küche schmeckt nach ihrem Vulkanboden.

Das bekannteste Gericht ist der Cozido das Furnas, der stundenlang in der vulkanischen Erde gart, aber die Azoren-Küche kann mehr. Weil auf den saftigen Weiden ganzjährig Kühe grasen, sind Rindfleisch und Milchprodukte erstklassig: Ein Bife da Ilha oder ein Steak vom Azoren-Rind steht auf fast jeder Karte, und der Queijo São Jorge, ein würziger, lange gereifter Hartkäse von der gleichnamigen Insel, gehört zu Portugals besten Käsen. Dazu kommt Fisch und Meeresfrüchte in Hülle: gegrillter Thunfisch, Zackenbarsch, Napfschnecken (Lapas) mit Knoblauch und Butter sowie kräftige Fischeintöpfe.

Ein paar Spezialitäten solltest du gezielt suchen. Die Lapas werden auf dem Grill mit Knoblauchbutter serviert und mit einem Spritzer Zitrone gegessen – ein typischer Vorspeisen-Klassiker der Inseln. Aus Furnas kommt neben dem Cozido auch das Bolo Lêvedo, ein leicht süßliches, flaches Hefebrötchen aus Weizenmehl, das du warm mit Butter isst. Und weil die Azoren als einzige Region Europas nennenswert Tee und Ananas anbauen, gehören eine Tasse Gorreana-Tee und eine frische Azoren-Ananas zum Pflichtprogramm; die Ananas ist kleiner und aromatischer als die Importware aus den Tropen.

Beim Wein lohnt der Blick nach Pico. Auf den von schwarzen Lavasteinmauern umschlossenen Parzellen, den Currais, reift vor allem die weiße Verdelho-Traube zu einem mineralischen, salzig anmutenden Weißwein, den es früher bis an die Höfe Europas verkauft wurde. Probier einen Verdelho oder einen Wein mit dem Herkunftssiegel Açores zum Fisch, oder frag im Restaurant nach lokalen Tropfen von Pico und Graciosa. Als Digestif reicht man gern einen Likör aus Passionsfrucht (Maracujá) oder Ananas; das lokale Bier heißt Especial und stammt von der Brauerei Melo Abreu in Ponta Delgada.

Praktisches zum Essengehen: Außerhalb von Ponta Delgada und den größeren Orten sind die Restaurants oft klein und die Küche schließt früher, als du es aus südeuropäischen Städten kennst – iss lieber gegen 19 als gegen 22 Uhr und reserviere in der Saison. Für den Cozido in Furnas ist Vorbestellung am Vortag üblich, weil die Töpfe morgens vergraben werden. Und plane einen Marktbesuch ein: Auf dem Mercado da Graça in Ponta Delgada liegen Käse, Fisch, Ananas und Maracujá nebeneinander – die beste Einführung in das, was hier wächst und schwimmt.

Restaurants in Azoren

Alle 22 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise auf die Azoren und Mobilität vor Ort

Zwei Stunden Zeitverschiebung, ein Flug über den halben Atlantik – und am Ende landest du auf einer Insel, die kleiner ist, als du denkst.

Die meisten Reisenden erreichen die Azoren über den Flughafen João Paulo II in Ponta Delgada (Kürzel PDL) auf São Miguel. Im Sommer gibt es von einzelnen deutschen Flughäfen saisonale Direktflüge mit Azores Airlines; ganzjährig und zuverlässiger kommst du mit einem Umstieg in Lissabon oder Porto ans Ziel, betrieben von TAP Air Portugal und Azores Airlines. Rechne mit dem Umstieg grob mit einem halben Reisetag. Wichtig für die Uhr: Die Azoren liegen eine Stunde hinter dem portugiesischen Festland und rund zwei Stunden hinter Deutschland – das mildert den Jetlag, aber plane den Ankunftstag ruhig.

Zwischen den Inseln bewegst du dich per Flug oder Fähre. SATA Air Açores verbindet alle neun Inseln mit kurzen Propellerflügen – von São Miguel nach Pico, Faial oder Terceira bist du in etwa 40 Minuten dort. Die Flüge sind praktisch, aber wetterabhängig, plane deshalb keinen zu knappen Umstieg zum internationalen Rückflug. Die Fähren von Atlânticoline sind vor allem innerhalb der zentralen Inselgruppe sinnvoll, wo das Dreieck Pico–Faial–São Jorge dicht getaktet und günstig verbunden ist; Überfahrten zwischen den weit auseinanderliegenden Inselgruppen fahren dagegen nur saisonal und bei passendem Seegang.

Auf São Miguel selbst führt am Mietwagen praktisch kein Weg vorbei. Die Insel ist zwar klein, aber die Sehenswürdigkeiten – Sete Cidades, Furnas, Lagoa do Fogo, die Nordküste – liegen verstreut, und der öffentliche Bus ist auf Berufs- und Schulverkehr ausgelegt, nicht auf Ausflügler. Miete den Wagen am Flughafen und buche in der Hochsaison früh, denn die Flotte auf der Insel ist begrenzt und im Sommer schnell vergeben. Für einzelne Ausflüge ohne eigenes Auto, etwa Whale-Watching oder eine geführte Sete-Cidades-Tour, gibt es Anbieter mit Abholung ab Ponta Delgada.

Ein paar Dinge erleichtern den Alltag vor Ort. Bezahlt wird in Euro, Portugal gehört zur EU, ein Adapter ist nicht nötig, und der deutsche Führerschein reicht. Tank in den größeren Orten voll, weil Tankstellen im Hinterland dünn gesät sind. Pack für jeden Tag eine Regenjacke und wetterfeste Schuhe ein, auch im Hochsommer – das Wetter wechselt hier stündlich. Und stell dich innerlich auf einen anderen Rhythmus ein: Auf den Azoren geht vieles langsamer und wetterabhängiger zu als auf dem Festland, und genau das macht am Ende den Unterschied zwischen Stress und Erholung.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Azoren – und welche Basis zu dir passt

Ponta DelgadaPonta DelgadaDie Hauptstadt São Miguels und Tor zu den Azoren: dreibogige Portas da Cidade, Basaltgassen, das Fort São Brás am Hafen und die Marina, von der die Whale-Watching-Boote ablegen. Zentral gelegen und für die meisten der Startpunkt der Inselrunde.Ideal für: Ankunft & Standquartier2–3 TageFurnasFurnasVulkanisches Thermaltal im Osten São Miguels: brodelnde Caldeiras, der in der Erde gegarte Cozido, das eisenhaltige Becken im Terra-Nostra-Park und die warmen Waldbecken der Poça da Dona Beija. Ein guter zweiter Stützpunkt, ruhig, sobald die Tagesgäste weg sind.Ideal für: Thermen & Vulkanküche1 Tag / ÜbernachtungRibeira GrandeRibeira GrandeBarocke Kleinstadt an der Nordküste São Miguels, guter Ausgangspunkt für die Teeplantage Gorreana, die Thermalpools der Caldeira Velha und die Surfstrände von Santa Bárbara. Weniger Trubel als Ponta Delgada, näher an den Wander- und Wasserfallwegen des Nordens.Ideal für: Tee, Thermen & Surf½–1 TagAngra do HeroísmoAngra do HeroísmoAuf der Nachbarinsel Terceira gelegen und mit ihrer kompletten Renaissance-Altstadt UNESCO-Welterbe: bunte Häuserzeilen, ein historischer Hafen und der Hausberg Monte Brasil über der Bucht. Lohnt einen Abstecher, wenn du São Miguel um eine zweite Insel ergänzt.Ideal für: Geschichte & UNESCO-Altstadt1–2 TageHortaHortaBerühmter Atlantikhafen auf Faial mit der bunt bemalten Segler-Marina und dem Peter Café Sport, Treffpunkt der Weltumsegler. Ausgangspunkt für die Aschelandschaft von Capelinhos und den kurzen Fährsprung nach Pico mit seinem 2.351 Meter hohen Vulkan.Ideal für: Segler-Flair & Inselhopping1–2 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Azoren mit Wetter im Jahreslauf

Die Azoren kennen keine echten Extreme – dafür kann jeder Monat Sonne, Wolke und Regen an einem einzigen Tag liefern.

Das Azoren-Wetter ist ozeanisch und mild: Die Temperaturen schwanken über das Jahr nur wenig, echte Hitze und echte Kälte bleiben aus, dafür ist es feucht und wechselhaft. Winter sind mild und regnerisch, die Sommer angenehm warm mit viel Wind vom Atlantik. Die beste Reisezeit für São Miguel und die Nachbarinseln liegt zwischen Juni und September, wenn es am trockensten und wärmsten ist und das Meerwasser mit rund 22 bis 24 Grad zum Baden taugt. Wer vor allem die großen Wanderwale sehen will, kommt schon im Frühjahr. Die Werte unten gelten für Ponta Delgada; auf den Höhen ist es kühler und deutlich wolkiger.

Jan16°11°mild, nass, ruhig
Feb16°10°kühlster Monat
Mär17°11°wechselhaft, grün
Apr18°11°erste Wanderwale
Mai20°13°Blau- und Finnwale
Jun22°15°Hortensienblüte, ideal
Jul24°17°warm, trocken, ideal
Aug25°18°wärmster Monat, ideal
Sep24°17°warmes Meer, ideal
Okt22°15°mild, mehr Regen
Nov19°13°nass, ruhig
Dez17°12°mild, feucht

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Azoren sind die Monate Juni bis September: warm, vergleichsweise trocken, mit einem Meer um 22 bis 24 Grad und den blühenden Hortensienhecken des Hochsommers. Wer vor allem Blau- und Finnwale auf ihrer Wanderung sehen will, reist schon im April bis Juni. Der Winter ist mild, aber nass und wolkig – gut für Thermen und Ruhe, weniger für Kraterblicke. Nur eins gibt es zu keiner Jahreszeit: Wetterverlass. Plane immer einen Puffertag ein.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Azoren

Wie viele Tage sollte man für die Azoren einplanen?
Für São Miguel reicht eine Woche, um Sete Cidades, Furnas, die Lagoa do Fogo, Whale-Watching und die Küste in Ruhe zu sehen – mit einem eingeplanten Puffertag fürs Wetter. Wer eine zweite Insel wie Pico oder Faial anhängen will, sollte zehn bis vierzehn Tage einplanen.
Welche Azoren-Insel ist die beste für den ersten Besuch?
São Miguel ist für einen ersten Azoren-Urlaub die naheliegende Wahl: Die größte Insel bündelt die bekanntesten Highlights auf kurzer Strecke, hat die beste Infrastruktur und wird als einzige direkt aus Deutschland angeflogen. Weitere Inseln lassen sich später bequem per Inlandsflug oder Fähre anhängen.
Wann ist die beste Reisezeit für die Azoren?
Die trockensten und wärmsten Monate sind Juni bis September, mit rund 22 bis 25 Grad und einem Meer, das zum Baden taugt. Für die Beobachtung von Blau- und Finnwalen auf ihrer Wanderung ist das Frühjahr von April bis Juni am besten. Der Winter ist mild, aber nass und ideal für Thermen und Ruhe.
Braucht man auf den Azoren einen Mietwagen?
Auf São Miguel ja: Die Sehenswürdigkeiten liegen verstreut, und der öffentliche Bus ist auf Berufsverkehr ausgelegt, nicht auf Ausflügler. Miete den Wagen am Flughafen und buche in der Hochsaison früh. Für einzelne Programmpunkte wie Whale-Watching oder geführte Touren geht es auch ohne eigenes Auto mit Abholung.
Wie kommt man aus Deutschland auf die Azoren?
Ziel ist meist der Flughafen Ponta Delgada (PDL) auf São Miguel. Im Sommer fliegt Azores Airlines saisonal direkt ab einzelnen deutschen Flughäfen; ganzjährig kommst du mit einem Umstieg in Lissabon oder Porto zuverlässig ans Ziel. Rechne mit dem Umstieg grob einen halben Reisetag ein.
Kann man auf den Azoren Wale sehen?
Ja, und zwar hervorragend: Pottwale und Delfine sind fast ganzjährig zu sehen, im Frühjahr von April bis Juni kommen auf ihrer Wanderung Blau-, Finn- und Seiwale dazu. Touren starten in Ponta Delgada, Vila Franca do Campo und auf Pico. Achte auf Anbieter, die Abstand halten, und nimm eine winddichte Jacke mit.
Warum sind die zwei Seen von Sete Cidades unterschiedlich gefärbt?
Die Lagoa Azul wirkt blau, die Lagoa Verde grün – physikalisch liegt das an Tiefe, Lichteinfall und der Spiegelung von Himmel und Ufervegetation. Beide Seen liegen nebeneinander am Grund eines Vulkankraters und sind nur durch eine schmale Brücke getrennt. Die schönste Aussicht hast du von der Vista do Rei.
Was ist der Cozido das Furnas?
Ein Eintopf aus verschiedenen Fleischsorten und Gemüse, der nicht auf dem Herd, sondern in der vulkanischen Erde von Furnas gart: Die Restaurants vergraben ihre Töpfe morgens am Seeufer und holen sie nach fünf bis sechs Stunden wieder heraus. Wer ihn probieren will, sollte am Vortag reservieren, denn was nicht vergraben wurde, gibt es nicht.
Kann man auf den Azoren in heißen Quellen baden?
Ja, vor allem in Furnas auf São Miguel: Im Parque Terra Nostra liegt ein großes, eisenhaltiges Thermalbecken um 38 Grad, das den Badeanzug rostbraun färbt, und die Poça da Dona Beija bietet mehrere warme Waldbecken bis in den Abend. Nahe Ribeira Grande wärmt zudem die Caldeira Velha am Hang der Lagoa do Fogo.
Wie wechselhaft ist das Wetter auf den Azoren wirklich?
Sehr. Der Spruch von den vier Jahreszeiten an einem Tag stimmt hier: Es kann an der Nordküste regnen, während im Süden die Sonne scheint, und Höhenlagen wie Sete Cidades verschwinden oft im Nebel. Plane flexibel, halte die Höhenkrater für klare Vormittage frei und pack auch im Hochsommer eine Regenjacke ein.
Lohnt sich eine Kombination mehrerer Inseln?
Ab etwa zwei Wochen ja. Von São Miguel bringt dich SATA Air Açores in rund 40 Minuten nach Pico, Faial oder Terceira; die zentralen Inseln Pico, Faial und São Jorge sind zusätzlich per Fähre gut verbunden. Plane wegen des wechselhaften Wetters keine zu knappen Umstiege zum internationalen Rückflug ein.
Sind die Azoren ein gutes Ziel zum Wandern?
Ja, besonders für kurze, intensive Touren. Die markierten PR-Wege führen zu Kraterrändern, Wasserfällen und an die Steilküste, etwa über den Rand von Sete Cidades, hinab zur Lagoa do Fogo oder zum Salto do Prego. Rechne mit nassem Untergrund und wechselndem Wetter und nimm wasserdichte Schuhe und eine Regenjacke mit.
AzorenMitten im Atlantik heben sich neun grüne Vulkaninseln aus dem Wasser, auf denen Kraterseen leuchten, heiße Quellen dampfen und vor der Küste Wale ziehen.

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