In die bewaldeten Hügel der Serra de Sintra geschmiegt, wirkt der Ort wie eine Kulisse aus einem Märchen. Schon die Romantiker des 19. Jahrhunderts erlagen diesem Mikroklima aus Nebel, üppigem Grün und kühler Luft, das so gar nicht zum trockenen Süden Portugals passen will – Lord Byron nannte Sintra ein „glorreiches Eden“. Hoch über der Stadt leuchtet der Palácio Nacional da Pena, ein Fantasiebau in Knallgelb, Rot und Lila, der maurische, gotische und manuelinische Stile zu einem romantischen Traum verschmilzt. Von seinen Terrassen reicht der Blick bei klarem Wetter bis zum Atlantik. Ganz anders, aber nicht weniger verwunschen, ist die Quinta da Regaleira: Hier führt der berühmte Initiationsbrunnen über eine Wendeltreppe tief in die Erde, verbunden mit Grotten und Tunneln, durchzogen von freimaurerischer Symbolik. Im Tal liegt der Palácio Nacional de Sintra mit seinen beiden markanten weißen Schornsteinen, jahrhundertelang Sommersitz der portugiesischen Könige. Wer höher steigt, erreicht die Ruinen des maurischen Castelo dos Mouros, dessen Mauern sich wie eine kleine chinesische Mauer über den Bergkamm ziehen. Den geheimnisvollsten Garten verbirgt der Park von Monserrate mit seinem orientalisch anmutenden Palast und subtropischer Vegetation. Sintra ist eng und im Tagesverlauf rasch überfüllt – und doch lohnt sich jeder Besuch. Zwischen Palästen und Gärten lockt eine Pause mit den lokalen Süßspeisen Travesseiros und Queijadas. Und nur wenige Kilometer westlich enden die Hügel an der wilden Atlantikküste bei Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands.






