Land · Europa

Island

Wo die Kontinentalplatten auseinanderdriften, Wasserfälle in schwarze Lavafelder stürzen und der Himmel im Winter grün brennt.

Über Island

Urlaub in Island

Island ist ein junges Land aus Feuer und Eis, gerade erst über dem Mittelatlantischen Rücken aus dem Meer gewachsen. Auf einer Fläche etwa so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen drängen sich Gletscher und aktive Vulkane, dampfende Geothermalfelder und tosende Wasserfälle, schwarze Lavawüsten und grüne Moostäler. Die Ringstraße legt sich als einzelne Schleife rund um die Insel und fädelt Reykjavík, den Golden Circle, die Südküste mit ihren Wasserfällen und die Gletscherlagune Jökulsárlón zu einer einzigen Route zusammen. Welches Island du erlebst, entscheidet die Jahreszeit. Im Sommer geht die Sonne kaum unter, alle Pisten bis ins Hochland sind offen, und Papageitaucher wie Wale sind zurück an der Küste. Im Winter kippt das Land in lange Dunkelheit, in der über den Gletschern die Polarlichter tanzen und sich in den Zungen des Vatnajökull blaue Eishöhlen öffnen. Dazwischen liegt in jedem Ort dasselbe warme Ritual – das geothermal beheizte Schwimmbad, in dem halb Island den Tag beginnt und beendet.

Island – Karte
Reiseführer

Island von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Kaum ein Land packt so viel Landschaft auf so wenig Fläche wie Island. Zwischen der ersten Fahrt vom Flughafen durch die Lavafelder von Reykjanes und dem Moment, in dem am Jökulsárlón blaue Eisberge an dir vorbeitreiben, liegen Geysire, Gletscher, schwarze Strände und stille Fjorde. Dieser Reiseführer sortiert Island für dich – von den Orten über den Golden Circle und die Ringstraße bis zu Winter, Essen und der Reiseplanung, mit den Umwegen und Uhrzeiten, die den Unterschied machen.

Orte & Regionen

Die schönsten Orte und Regionen in Island

Island hat nur eine echte Stadt – den Rest teilen sich Fischerdörfer, einzelne Höfe und ganze Landstriche, in denen zwischen zwei Ortsschildern schon mal eine Stunde Fahrt liegt.

Reykjavík ist Islands einzige richtige Stadt und die nördlichste Hauptstadt der Welt. Vom Turm der Betonkirche Hallgrímskirkja überblickst du die bunten Wellblechhäuser, unten am alten Hafen legen die Wal- und Papageitaucherboote ab, und am Konzerthaus Harpa spiegelt sich der Nordatlantik in einer Glasfassade. Ausgehen, Essen und Einkaufen konzentriert sich auf die Laugavegur, und wie überall im Land beginnt und endet der Tag im geothermal beheizten Schwimmbad. Der internationale Flughafen liegt eine Dreiviertelstunde entfernt auf der Halbinsel Reykjanes, wo dampfende Lavafelder und die Blaue Lagune schon einen Vorgeschmack auf Islands Untergrund geben.

Die meisten Reisen führen von Reykjavík aus nach Osten entlang der Südküste. Hier reihen sich die Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss, der schwarze Strand von Reynisfjara und das Dorf Vík aneinander, bevor bei Kirkjubæjarklaustur die großen Lavafelder und Gletscherzungen beginnen. Weiter östlich liegt am Fuß des Vatnajökull der Hafenort Höfn, bekannt für seine Langusten. Landeinwärts, im Dreieck aus Selfoss, Flúðir und Laugarvatn, liegt das Kernland des Golden Circle mit Geothermalgärten, Tomatenfarmen und heißen Quellen – von hier sind es nur wenige Fahrminuten zu Geysir und Gullfoss.

Der Norden dreht sich um Akureyri, mit Abstand die zweite Stadt des Landes, hübsch an einem langen Fjord gelegen und ein guter Standort für den geothermalen See Mývatn, den Wasserfall Goðafoss und die Wal-Hauptstadt Húsavík. Im Westen ragt die Halbinsel Snæfellsnes mit ihrem Gletschervulkan und dem Fotoberg Kirkjufell in den Atlantik – oft Island in Miniatur genannt, weil sie Vulkan, Küste und Lavastrände auf engem Raum bündelt. Wer mehr Zeit und Einsamkeit sucht, fährt in die abgelegenen Westfjorde mit dem mächtigen Dynjandi oder in den ruhigen Osten, wo sich hinter Egilsstaðir das bunte Künstlerdorf Seyðisfjörður in seinen Fjord duckt.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Island

Islands Sehenswürdigkeiten sind fast alle aus Feuer, Wasser und Eis gemacht – und die berühmteste Runde, der Golden Circle, führt in einem Tagesausflug gleich durch alle drei.

Der Golden Circle ist die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes und in einem Tag ab Reykjavík machbar. Im Nationalpark Þingvellir, seit Jahren UNESCO-Welterbe, wanderst du durch die Kluft zwischen nordamerikanischer und eurasischer Platte, genau dort, wo die Isländer schon vor über tausend Jahren ihr Ur-Parlament, das Alþingi, abhielten. Ein paar Kilometer weiter kocht das Geothermalfeld von Geysir: Der Strokkur schießt alle paar Minuten eine Fontäne heißen Wassers in die Luft. Den Abschluss macht der Gullfoss, der die Gletschermassen des Hvítá in zwei Stufen in eine Schlucht donnern lässt.

Kaum weniger bekannt sind Islands Wasserfälle, von denen die Ringstraße gleich ein Dutzend streift. An der Südküste kannst du hinter den schmalen Schleier des Seljalandsfoss treten, während der breite Skógafoss sechzig Meter tief auf schwarze Felsen fällt und an sonnigen Tagen einen Regenbogen wirft. Im Norden gilt der Goðafoss, der Wasserfall der Götter, als einer der harmonischsten des Landes, und im Nordosten stürzt der Dettifoss mit solcher Wucht in seine Schlucht, dass er als energiereichster Wasserfall Europas gilt.

Das Eis ist Islands zweite große Attraktion. Am Jökulsárlón, der Gletscherlagune am Rand des Vatnajökull, treiben blau schimmernde Eisberge langsam aufs Meer zu, und ein Stück weiter spült die Brandung sie als klare Brocken auf den schwarzen Sand des Diamond Beach. Der Vatnajökull ist der größte Gletscher Europas, und im Nationalpark Skaftafell führen Wege bis an seine Zungen. Ganz anders, aber ebenso typisch ist das geothermale Island: die Schlammtöpfe von Hverir am Mývatn, die dampfenden Felder von Reykjanes und die milchig-blauen Thermalbäder, in denen du selbst mitten im Winter im Warmen sitzt.

Dazu kommt die raue Küste. Am schwarzen Strand von Reynisfjara bei Vík ragen sechseckige Basaltsäulen und die Felsnadeln der Reynisdrangar aus der Brandung – ein Ort, an dem du wegen der plötzlichen Brecher, der Sneaker Waves, Abstand zum Wasser halten solltest. Auf der Halbinsel Snæfellsnes steht mit dem Kirkjufell der wohl meistfotografierte Berg des Landes vor seinem kleinen Wasserfall. Und weil Island mitten auf dem Mittelatlantischen Rücken liegt, gehören aktive Vulkane dazu: Der Ausbruch des Eyjafjallajökull legte 2010 halb Europas Flugverkehr lahm, und auf Reykjanes hat die Erde in den letzten Jahren mehrfach neue Lava an die Oberfläche geschickt.

Island im Winter

Island im Winter mit Eishöhlen und Nordlichtern

Von Oktober bis März zeigt Island sein anderes Gesicht – kurze, blaue Tage, Stürme über der Ringstraße und die Chance, in einer echten Gletschereishöhle zu stehen.

Der isländische Winter ist dunkel, wild und für viele gerade deshalb die spannendste Reisezeit. Zwischen Ende September und März wird es abends früh und lange dunkel – die Voraussetzung dafür, dass über dem Land die Polarlichter erscheinen können. Garantiert sind sie nie, du brauchst einen klaren Himmel und etwas Glück mit der Sonnenaktivität, aber schon eine einzige gute Nacht bleibt hängen. Tagsüber hast du im Dezember nur vier bis fünf Stunden Licht, dafür ein weiches, tief stehendes Blau, das die Landschaft in eine ganz eigene Stimmung taucht.

Der Winter macht außerdem Dinge möglich, die es im Sommer nicht gibt. Nur in der kalten Jahreszeit sind die natürlichen Eishöhlen unter dem Vatnajökull stabil genug, um sie mit einem Guide zu betreten – blaues, jahrhundertealtes Gletschereis, durch das gedämpft das Tageslicht sickert. Dazu kommen geführte Gletscherwanderungen mit Steigeisen, Schneemobiltouren über den Langjökull und der Golden Circle im Schnee, wenn Gullfoss halb vereist ist. Nach einem kalten Tag draußen ist das dampfende Thermalbad unter freiem Himmel dann kein Luxus mehr, sondern Pflichtprogramm.

Der Winter verlangt aber Respekt. Das Hochland und die meisten F-Straßen sind gesperrt, Stürme können ganze Streckenabschnitte für Stunden oder Tage lahmlegen, und die Ringstraße fährst du bei Eis und Schnee deutlich langsamer. Wer selbst fährt, nimmt einen Allradwagen mit Winterreifen und prüft vor jeder Etappe die Wetter- und Straßenlage bei den offiziellen Diensten – viele Reisende überlassen im Winter das Fahren lieber geführten Touren. Ein klassisches Skigebiet ist Island übrigens nicht; es gibt nur kleine lokale Lifte wie am Bláfjöll bei Reykjavík oder am Hlíðarfjall über Akureyri. Gereist wird für Eis, Nordlicht und Dampf, nicht für die Piste.

Ringstraße & Rundreise

Die Ringstraße als große Island-Rundreise

Eine einzige Straße, die Route 1, legt sich als Schleife um die ganze Insel und macht Island zum Selbstfahrer-Land par excellence – die Frage ist nur, wie viele Tage du ihr gibst.

Die Ringstraße, offiziell die Route 1, ist mit rund 1.300 Kilometern die Lebensader Islands und die klassische Art, das Land zu sehen. Sie ist durchgehend asphaltiert und umrundet als eine große Schleife die ganze Insel, sodass du am Ende wieder dort ankommst, wo du gestartet bist, ohne eine Strecke zweimal zu fahren. In welche Richtung du fährst, ist fast egal; wichtiger ist, wie viel Zeit du ihr gibst. Unter einer Woche wird die Runde zur Hetze – sieben bis zehn Tage sind ein ehrliches Maß, zwei Wochen erlauben Abstecher und Regentage ohne schlechtes Gewissen.

Fährst du von Reykjavík gegen den Uhrzeigersinn los, beginnt es mit der dicht gepackten Südküste, mit Wasserfällen, dem schwarzen Strand von Vík und dahinter den Gletscherzungen und der Lagune Jökulsárlón. Danach wird es einsam, wenn sich die Straße durch die stillen Ostfjorde windet. Im Norden warten das geothermale Wunderland um den Mývatn, der Dettifoss und die Walboote von Húsavík, bevor es über Akureyri zurück in den Westen geht. Jeder Landesteil hat seinen eigenen Charakter, und genau dieser Wechsel macht den Reiz der Runde aus.

Zur reinen Ringstraße lassen sich lohnende Schlaufen hängen. Die Halbinsel Snæfellsnes im Westen ist ein kompakter Umweg von ein, zwei Tagen und bündelt Vulkan, Küste und den Berg Kirkjufell. Wer echte Abgeschiedenheit sucht und Zeit mitbringt, biegt in die entlegenen Westfjorde ab. Hast du weniger als fünf Tage, lässt du die komplette Runde besser weg und fährst stattdessen die Südküste als Hin- und Rückstrecke – so siehst du die dichtesten Höhepunkte, ohne jeden Tag stundenlang am Steuer zu sitzen. Im Winter ist die ganze Runde zwar befahrbar, aber anspruchsvoll und mit Puffertagen für Stürme zu planen.

Ein paar praktische Dinge entscheiden mit. Für die reine Ringstraße im Sommer reicht ein normaler Pkw; sobald du ins Hochland auf die F-Straßen willst, brauchst du einen Allradwagen und musst Flüsse durchqueren. Sehr beliebt sind Camper, mit denen du Fahren und Schlafen verbindest. Unterkünfte an der Strecke sind im Sommer knapp und sollten früh gebucht werden, weil zwischen den Etappen oft nur einzelne Höfe liegen. Und unterwegs gelten Islands eigene Regeln: einspurige Brücken, Schotterpisten, Schafe auf der Fahrbahn und ein Wind, der dir beim Öffnen die Autotür aus der Hand reißt.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in Island

Islands Küche kommt vom Meer, von der Weide und aus dem heißen Boden – frischer Fisch, freilaufendes Lamm und Gemüse aus geothermal beheizten Gewächshäusern.

Islands Küche ist ehrlich und roh in den Zutaten. Aus dem kalten Nordatlantik kommen Kabeljau, Schellfisch, Seesaibling und die zarten Langusten aus Höfn; von den Weiden das freilaufende Lamm, das den Sommer über halbwild im Hochland graste. Fast täglich begegnet dir Skyr, der cremige, magere Frischkäse, den die Isländer wie Joghurt löffeln. Als Beilage gibt es oft das Roggenbrot rúgbrauð, ein dunkles, süßliches Brot, das mancherorts noch traditionell in der Erdwärme gebacken wird, dazu Klassiker wie den Fischeintopf Plokkfiskur.

Dass hier oben überhaupt Tomaten und Paprika wachsen, verdankt Island seiner Geothermie: In hell erleuchteten Gewächshäusern wie dem von Friðheimar am Golden Circle wird mit Erdwärme gezogen, was das Klima draußen nie hergäbe. Das isländische Nationalgericht Nummer eins ist trotzdem bodenständig, nämlich der Hot Dog, isländisch pylsur, mit Röstzwiebeln und zwei Sorten Senf, am berühmtesten am kleinen Stand Bæjarins Beztu in Reykjavík. In der Hauptstadt hat sich zugleich eine ambitionierte neue nordische Küche etabliert, und das Leitungswasser ist so gut, dass Wasserkaufen fast albern wirkt.

Um die Mutproben kommt kein Reisebericht herum. Der fermentierte Grönlandhai hákarl, zu dem traditionell ein Schnaps namens Brennivín gereicht wird, und der luftgetrocknete Fisch harðfiskur gehören zur Inselgeschichte, sind aber eher Neugier als Alltag – niemand erwartet, dass du sie magst. Wichtiger fürs Reisebudget: Auswärts essen ist in Island teuer. Wer sparen will, deckt sich in Supermärkten wie Bónus oder Krónan ein, greift mittags zur oft nachfüllbaren Suppe im Brotlaib und macht den Hot-Dog-Stand zum verlässlichen Freund. Zum Aufwärmen gehört fast überall der kräftige Filterkaffee, den die Isländer in erstaunlichen Mengen und oft mit Gratis-Nachschlag trinken.

Island mit Kindern

Island mit Kindern entdecken

Island ist für Familien einfacher, als sein raues Image vermuten lässt – vor allem, weil in jedem Dorf ein warmes Schwimmbad wartet und die größten Attraktionen ohnehin unter freiem Himmel liegen.

Das Herz des isländischen Familienlebens ist das geothermal beheizte Schwimmbad, und davon hat praktisch jeder Ort eines – warmes Wasser, Rutschen und heiße Hot Pots selbst dann, wenn draußen der Wind pfeift. Das große Laugardalslaug in Reykjavík ist ein guter Start. Dazu kommt, dass Islands Naturwunder auch ohne Erklärung wirken: Ein Geysir, der plötzlich losschießt, ein Wasserfall, hinter den man treten kann, oder schwarze Lavafelder wie auf einem fremden Planeten begeistern Kinder von selbst. Rechne aber damit, dass sich in Island alle vor dem Baden nackt und gründlich duschen – das gehört zur festen Badeordnung und wird ernst genommen.

Tiere und Boote füllen viele Reisetage. Von Húsavík im Norden und von Reykjavík aus fahren Boote zum Whale Watching, im Sommer brüten in den Klippen die drolligen Papageitaucher, und die kleinen, gutmütigen Islandpferde mit ihrer weichen Extragangart lassen sich vielerorts reiten. Auf der Gletscherlagune Jökulsárlón schippert man im Amphibienboot zwischen Eisbergen. Bei Regen rettet in Reykjavík die Kuppel des Perlan mit Planetarium und einer begehbaren Eishöhle den Tag, dazu gibt es einen kleinen Familien- und Tierpark.

Die größte Herausforderung mit Kindern sind nicht die Attraktionen, sondern die Entfernungen. Teile die Ringstraße in kurze Etappen oder such dir feste Standorte, von denen aus du sternförmig fährst, sonst verbringt die Familie mehr Zeit im Auto als draußen. Zieh alle nach dem Zwiebelprinzip an, denn das Wetter kippt schnell. Und erklär den Kindern die zwei großen Regeln: an den schwarzen Stränden wegen der heimtückischen Wellen weit weg vom Wasser bleiben und an ungesicherten Wasserfällen und Kraterrändern Abstand halten. Für Familien ist der helle, milde Sommer klar die einfachere Jahreszeit.

Anreise & Mietwagen

Anreise, Mietwagen und Reiseplanung für Island

Island erreichst du in gut dreieinhalb Flugstunden, und ab dem Flughafen entscheidet vor allem eines über deine Reise – ob du selbst am Steuer sitzt oder dich fahren lässt.

Fast alle Island-Reisen beginnen am internationalen Flughafen Keflavík, rund eine Dreiviertelstunde südwestlich von Reykjavík auf der Halbinsel Reykjanes. Aus Deutschland bist du in etwa dreieinhalb Flugstunden dort, unter anderem mit Icelandair und der günstigeren Play. Wer den eigenen Wagen oder das Wohnmobil mitbringen will, nimmt die Fähre Norröna, die von Dänemark über die Färöer bis in den Ostfjord-Ort Seyðisfjörður fährt – eine mehrtägige Anreise, die eher für lange Roadtrips lohnt als für einen Kurztrip.

Im Land selbst ist der Mietwagen das Maß der Dinge, denn ein Bahnnetz gibt es nicht und Busse fahren nur eingeschränkt. Für die sommerliche Ringstraße genügt ein normaler Pkw; sobald du auf die F-Straßen ins Hochland willst oder im Winter reist, gehört ein Allradwagen dazu. Wichtiger als die PS ist der Umgang mit dem Wetter: Prüfe vor jeder Etappe die aktuelle Straßen- und Sturmlage, rechne mit Schotter, einspurigen Brücken und Schafen auf der Fahrbahn und unterschätze nie den Wind. Wer nicht selbst fahren mag, bucht Tagestouren ab Reykjavík oder eine geführte Rundreise.

Bezahlt wird mit der Isländischen Krone, in der Praxis fast immer per Karte – Island ist eine der kartenfreundlichsten Nationen überhaupt, selbst der Hot-Dog-Stand und die Tankstelle im Nirgendwo nehmen Plastik. Ein Visum brauchst du als EU-Bürger nicht, Island gehört zum Schengenraum, der Personalausweis genügt. Das Leitungswasser ist hervorragend, also nimm eine wiederbefüllbare Flasche mit. Und pack nach dem Zwiebelprinzip: Wind- und Regenschutz sowie warme Schichten sind in jedem Monat richtig, denn einen verlässlich warmen Sommer kennt die Insel nicht.

Für die Planung noch die großen Linien. Eine Woche reicht gut für Reykjavík, den Golden Circle und die Südküste bis zur Gletscherlagune. Die komplette Ringstraße mit Muße willst du eher in zehn bis vierzehn Tagen fahren. Der Sommer von Juni bis August bringt Mitternachtssonne und offene Hochlandpisten, der Winter dafür die Chance auf Polarlichter. Wer es unkompliziert mag, bucht eine Fly-and-drive-Pauschale oder quartiert sich in Reykjavík ein und bucht von dort Tagesausflüge – teuer ist Island in jedem Fall, sodass sich Vergleichen und frühes Buchen lohnt.

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Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Island im Jahresverlauf

Island ist ganzjährig kühl und wechselhaft – die Wahl der Reisezeit richtet sich weniger nach Wärme als danach, ob du offene Hochlandstraßen und Mitternachtssonne willst oder die dunklen Nächte für Polarlichter.

Islands Wetter ist berüchtigt wechselhaft: Der Spruch, man erlebe alle vier Jahreszeiten an einem Tag, ist kaum übertrieben. Dank des Golfstroms ist es für die Lage nahe am Polarkreis erstaunlich mild, doch einen echten warmen Hochsommer gibt es nie – in Reykjavík klettert das Thermometer selten über 15 Grad, und Regen wie Wind gehören in jedem Monat dazu. Viel stärker als die Temperatur schwankt das Licht: Um die Sommersonnenwende wird es kaum noch richtig dunkel, im Dezember zeigt sich die Sonne nur wenige Stunden. Die folgenden Werte gelten für Reykjavík – im Hochland und im Norden liegt es spürbar darunter.

Jan3°-2°dunkel, Nordlicht-Saison
Feb3°-2°kalt, oft stürmisch, Eishöhlen
Mär4°-1°mehr Licht, gute Nordlicht-Chancen
Apr6°1°Übergang, Tage werden länger
Mai10°4°mild, ruhig vor der Hauptsaison
Jun12°7°Mitternachtssonne, Hochland öffnet
Jul14°9°wärmster Monat, Hauptsaison
Aug14°8°warm, Wale und Papageitaucher
Sep11°6°Nordlichter kehren zurück
Okt7°3°bunt und wechselhaft
Nov4°0°dunkler, erste Eishöhlen-Touren
Dez3°-1°kürzeste Tage, wenig Licht

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die unkomplizierteste Reisezeit für Island ist der Sommer von Juni bis August: Dann sind die Nächte hell, alle Straßen bis ins Hochland offen und Wale wie Papageitaucher da – dafür teilst du die Ringstraße mit den meisten Reisenden und zahlst die höchsten Preise. Willst du Polarlichter sehen, kommst du zwischen September und März, wenn es abends wieder dunkel wird und sich zugleich die Eishöhlen öffnen. Einen verlässlich warmen Hochsommer gibt es in keinem Monat, Regen und Wind gehören immer dazu – die Reisezeit wählst du in Island nicht nach Wärme, sondern nach Licht.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Island

Was ist die beste Reisezeit für Island?
Für offene Hochlandstraßen, die Ringstraße und die Mitternachtssonne ist der Sommer von Juni bis August am besten. Willst du Polarlichter sehen, kommst du zwischen September und März in der dunklen Jahreszeit. Kühl und wechselhaft ist Island das ganze Jahr.
Wie viele Tage sollte man für Island einplanen?
Für Reykjavík, den Golden Circle und die Südküste reicht etwa eine Woche. Die komplette Ringstraße fährst du mit Muße besser in zehn bis vierzehn Tagen, denn die Entfernungen sind groß und die Höhepunkte liegen weit auseinander.
Braucht man auf Island einen Mietwagen?
Für die meisten Reisen ja, denn ein Bahnnetz fehlt und Busse fahren nur eingeschränkt. Für die sommerliche Ringstraße genügt ein normaler Pkw; sobald du ins Hochland auf die F-Straßen willst oder im Winter reist, brauchst du einen Allradwagen.
Kann man auf Island die Polarlichter sehen?
Ja, von September bis März, wenn die Nächte dunkel sind, der Himmel klar ist und die Sonnenaktivität mitspielt. Garantiert ist das Nordlicht nie. Im hellen Sommer unter der Mitternachtssonne ist der Himmel dagegen zu hell, um es zu sehen.
Wie kommt man nach Island?
Die meisten fliegen zum Flughafen Keflavík nahe Reykjavík, aus Deutschland in etwa dreieinhalb Stunden mit Icelandair oder der günstigeren Play. Wer den eigenen Wagen mitnehmen will, nutzt die Fähre Norröna von Dänemark über die Färöer.
Wie teuer ist ein Urlaub auf Island?
Island ist ein teures Reiseland, besonders beim Essen im Restaurant und bei Unterkünften. Sparen lässt sich gut mit Selbstverpflegung aus Supermärkten wie Bónus, der nachfüllbaren Suppe zu Mittag und den Hot-Dog-Ständen. Gezahlt wird fast überall mit Karte.
Wie ist das Wetter auf Island?
Kühl, windig und wechselhaft – oft erlebst du an einem Tag mehrere Jahreszeiten. Dank des Golfstroms ist es für die nördliche Lage recht mild, einen verlässlich warmen Hochsommer gibt es aber nicht. Regen und Wind gehören in jedem Monat dazu.
Ist Island für einen Urlaub mit Kindern geeignet?
Ja, gut sogar: In jedem Ort gibt es ein warmes Schwimmbad, und Geysire, Wasserfälle und Wale begeistern Kinder von selbst. Die größte Hürde sind die langen Fahrstrecken, die du in kurze Etappen aufteilen solltest. Der helle Sommer ist die einfachere Jahreszeit.
Braucht man als Deutscher ein Visum für Island?
Nein. Island gehört zum Schengenraum, deutsche und andere EU-Staatsbürger brauchen kein Visum, und zur Einreise genügt der Personalausweis. Bezahlt wird mit der Isländischen Krone, in der Praxis fast immer bargeldlos per Karte.
Was sollte man auf Island essen?
Typisch sind frischer Fisch, freilaufendes Lamm, der cremige Frischkäse Skyr und dunkles Roggenbrot aus der Erdwärme. Als schneller Klassiker gilt der isländische Hot Dog. Der fermentierte Hai hákarl ist eher eine Mutprobe für Neugierige als Alltag.
Wann sieht man auf Island die Mitternachtssonne?
Rund um die Sommersonnenwende im Juni wird es kaum noch richtig dunkel, im Norden bleibt die Sonne fast rund um die Uhr über dem Horizont. Diese hellen Nächte machen den Sommer zur Hauptreisezeit, schließen dafür aber die Polarlichter aus.
Lohnt sich eine Island-Pauschalreise?
Für einen unkomplizierten Einstieg ja: Fly-and-drive-Pakete verbinden Flug und Mietwagen, alternativ quartierst du dich in Reykjavík ein und buchst Tagestouren zum Golden Circle oder zur Südküste. Das Angebot ist kleiner als bei klassischen Badezielen.
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