Die schönsten Sehenswürdigkeiten am Gardasee
Morgens um neun, bevor die Reisebusse kommen, klappert nur die Zugbrücke der Scaligerburg von Sirmione unter deinen Schritten.
Sirmione zuerst, aber mit Taktik: Die schmale Halbinsel schiebt sich vier Kilometer weit in den See, und am einzigen Zugang wacht die Scaligerburg mit Zugbrücke, Zinnenkranz und eigenem Burghafen – eine der besterhaltenen Wasserburgen Italiens. Dahinter drängt sich die Altstadt, und ganz an der Spitze liegen die Grotte di Catullo, die weitläufigen Ruinen einer römischen Villa zwischen Olivenbäumen hoch über dem Wasser. Komm vor zehn oder nach 17 Uhr – mittags stauen sich die Tagesbesucher an der Brücke. Unterhalb der Villa schieben sich die flachen Felsplatten der Jamaica Beach in den See, bei ruhigem Wasser einer der besten Badeplätze des Südufers.
Am Ostufer ist Malcesine der Pflichtstopp: Gassen ohne Autos, ein Hafen im Miniaturformat und darüber die zweite Scaligerburg des Sees, von deren Turm du bis zur gegenüberliegenden Steilküste schaust. Die Seilbahn schwebt in drehenden Kabinen auf gut 1.700 Meter zum Monte-Baldo-Kamm – oben liegt dir der ganze See zu Füßen, Gleitschirmflieger starten von der Wiese neben der Bergstation, und ein breiter Höhenweg führt ohne große Steigung am Grat entlang. Reserviere die Bahn in der Hochsaison online, sonst stehst du am Vormittag lange an; die letzte Talfahrt richtet sich nach der Saison, prüfe sie vor längeren Wanderungen.
Das Westufer gehört zwar schon zur Lombardei, liegt aber nur eine Fährfahrt entfernt und liefert zwei Erlebnisse, die du nicht auslassen solltest: In Limone sul Garda erzählen die Limonaie – terrassierte Zitronengewächshäuser mit ihren typischen Steinpfeilern – vom Zitrushandel, der den Ort einst reich machte; die Limonaia del Castèl kannst du besichtigen. Und die Strada della Forra schraubt sich von Tremosine durch eine enge Schlucht hinunter zum See, ein Straßenbauwerk wie aus einem Abenteuerfilm – tatsächlich diente sie schon als James-Bond-Drehort. Bei Limone hängt außerdem ein Radweg frei über dem Wasser in der Steilwand, spektakulär auch zu Fuß.
Rechne die Städte mit ein, denn sie gehören zu den größten Sehenswürdigkeiten der Region: die Arena von Verona, Giottos Fresken in Padua, der Markusplatz in Venedig – dazu unten mehr in den eigenen Kapiteln. Direkt am See lohnt noch Punta San Vigilio zwischen Garda und Torri del Benaco, eine Landzunge mit Zypressen, alter Villa und Kiesbucht, die zu den ruhigsten Plätzen des Ostufers zählt. In Torri del Benaco selbst wartet die dritte Scaligerburg des Ufers mit einem kleinen Museum und einer historischen Limonaia im Burghof.
































