Stadt · Italien

Lazise

Gegen sieben legt das letzte Kursschiff am alten Hafenbecken an, das venezianische Zollhaus wirft seinen Schatten übers Wasser, und in den Gassen hinter der Stadtmauer werden die Tische für den Abend nach draußen getragen.

3 Stadtviertel
Überblick

Lazise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Von Mai bis September ist Lazise am lebendigsten: Bade- und Bootssaison, geöffnete Freizeitparks und volle Promenaden. Juli und August sind heiß und am meisten besucht. Frühling und Herbst bringen mildes Wetter, ideale Bedingungen für Radtouren und ruhigere Altstadtbummel; der Thermenpark macht den Ort auch außerhalb der Saison attraktiv.
Über Lazise

Reisen nach Lazise

Lazise liegt am Südostufer des Gardasees, dort wo die Riviera degli Olivi flach ausläuft und die Moränenhügel dahinter in Olivenhaine und Rebzeilen ansteigen. Der Ort zählt rund 7.000 Einwohner und hat seinen mittelalterlichen Mauerring mit drei Toren nahezu vollständig behalten; nur zum See hin ist er offen, wo Hafenbecken und Promenade liegen – ein Bild, das man am Gardasee sonst kaum noch findet. Schon 983 erhielt die Gemeinde von Kaiser Otto II. Befestigungs-, Fischerei- und Zollrechte, weshalb Lazise als eine der ältesten freien Gemeinden Italiens gilt; später gehörte der Ort zum Herrschaftsgebiet der Scaliger aus Verona und ab 1405 fast vier Jahrhunderte lang zur Republik Venedig. Aus dieser Zeit stammen die beiden Wahrzeichen: das Castello Scaligero mit Bergfried und Schwalbenschwanz-Zinnen am Südrand der Altstadt, das in Privatbesitz ist und in der Regel nicht besichtigt werden kann, und die Dogana Veneta am Hafen, das alte Zollhaus der Venezianer, das heute als Veranstaltungssaal der Gemeinde dient. Direkt daneben steht die romanische Hafenkirche San Nicolò aus dem 12. Jahrhundert. Zur Gemeinde gehören außerdem zwei sehr unterschiedliche Ortsteile: Colà im Hügelland mit dem Thermenpark Villa dei Cedri und seinen körperwarmen Thermalseen, und Pacengo im Süden Richtung Peschiera, wo mit Movieland und dem Caneva Aquapark zwei Parks des Canevaworld-Resorts liegen und Gardaland nur wenige Kilometer entfernt ist. Gebadet wird an Kiesstränden, Liegewiesen und Lidos nördlich und südlich des Hafens, in der Saison fahren Linienschiffe nach Bardolino, Garda, Peschiera und Sirmione, und ein flacher Uferradweg führt in gut zehn Kilometern bis in die Bucht von Garda. Verona liegt rund 30 Kilometer entfernt, die Autobahnausfahrt Peschiera del Garda knapp zehn – Lazise funktioniert deshalb als Standquartier für eine ganze Woche und nicht nur als Fotostopp.

Reiseführer

Lazise von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Vor dem Stadttor endet die Straße, dahinter beginnt ein Ort, der noch komplett in seine Mauer passt. Im Hafenbecken schaukeln bunt gestrichene Holzboote, das venezianische Zollhaus nimmt eine ganze Uferseite ein, und drei Gassen weiter hängt Wäsche zwischen den Fenstern. Lazise ist keine Stadt, die man abhakt, sondern ein Standquartier am Südostufer des Gardasees – morgens Strand, mittags Thermalsee im Hügelland, nachmittags Freizeitpark, abends Fisch am Hafen. Peschiera und die Autobahn liegen zehn Minuten südlich, Verona eine gute halbe Stunde östlich, und trotzdem hörst du hier abends vor allem das Wasser gegen die Kaimauer.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Lazise

Alles, was du dir in Lazise ansehen willst, liegt innerhalb des Mauerrings und damit in einem Umkreis von zehn Gehminuten um den alten Hafen.

Das Erste, was du siehst, ist die Mauer selbst. Lazise hat seinen mittelalterlichen Befestigungsring fast vollständig behalten – ein unregelmäßiger, dem Ufer folgender Mauerzug mit Türmen und drei Toren, durch die du zu Fuß in den Ortskern gehst, während der Verkehr draußen bleibt. Geschlossen ist der Ring nur landeinwärts; zum See hin öffnet er sich auf Hafenbecken und Promenade. An der Südseite schließt das Castello Scaligero an, die Burg aus der Zeit der Veroneser Scaliger mit Bergfried, Schwalbenschwanz-Zinnen und einem Park hinter den Mauern. Wichtig zu wissen, bevor du danach suchst: Die Burg ist in Privatbesitz und in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Fotografieren lässt sie sich trotzdem gut, am besten vom Uferweg südlich des Hafens oder vom Wasser aus, wenn du mit dem Schiff einläufst.

Der zweite Fixpunkt ist das Hafenbecken, der Porto Vecchio, und mit ihm die Dogana Veneta. Der langgestreckte Bau nimmt eine komplette Seite des Hafens ein und war zur Zeit der Republik Venedig das Zollhaus für die Waren, die über den See gingen. In venezianischer Zeit diente die Halle zeitweise sogar als Werft, in der Galeeren gebaut wurden – ein Detail, das man dem nüchternen Bau von außen nicht ansieht. Heute gehört das Gebäude der Gemeinde und dient als Veranstaltungssaal für Konzerte, Ausstellungen und Märkte; ob offen ist, siehst du am einfachsten am Aushang neben dem Portal. Davor liegen ein paar bunt gestrichene Holzboote am Ring, und weil das Becken nach Westen offen ist, steht die Abendsonne genau darüber.

Direkt am Hafen steht die Chiesa di San Nicolò al Porto, eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, geweiht dem Schutzpatron der Schiffer und Fischer. Innen sind Reste mittelalterlicher Fresken erhalten, außen fällt vor allem der schlichte, gedrungene Bau auf, der sich neben dem Zollhaus fast versteckt. Von dort führen die Gassen landeinwärts zur Piazza Vittorio Emanuele mit den Arkaden, den Cafés und dem Wochenmarkt am Mittwochvormittag. Es lohnt sich, dabei bewusst von der Uferzeile wegzugehen: Zwei Querstraßen weiter hören die Souvenirläden auf, und es beginnt das ruhige Gassennetz, das den Ortskern eigentlich ausmacht.

Außerhalb der Mauern verteilen sich die übrigen Ziele auf die Ortsteile. Im Hügelland bei Colà liegt der Parco Termale del Garda rund um die Villa dei Cedri mit seinen Thermalseen und dem alten Baumbestand, im Süden bei Pacengo der Filmpark Movieland samt benachbartem Caneva Aquapark. Dazwischen zieht sich die Uferpromenade nach Norden Richtung Cisano und Bardolino, gesäumt von Liegewiesen und Kiesbuchten, und nach Süden bis Pacengo. Wer die Umgebung im Zusammenhang sehen will, fährt auf die Hügel über Colà hinauf – von dort liegt das ganze Südbecken des Sees vor dir, an klaren Tagen bis zur Halbinsel Sirmione.

Sehenswürdigkeiten in Lazise

Strände & Baden

Strände und Badestellen in Lazise am Gardasee

Das Ufer bei Lazise ist flach und offen, der Untergrund meist Kies – bis auf den aufgeschütteten Sand im Süden, wo die Familien landen.

Lidos am Ostufer
Lidos am Ostufer

Der Küstenabschnitt von Lazise gehört zu den ausgedehntesten am ganzen Ostufer, weil sich das Gelände hier nicht wie weiter nördlich zwischen Fels und Straße quetscht, sondern breit ausläuft. Nördlich der Altstadt zieht der Lungolago Marconi als durchgehende Promenade am Wasser entlang, und an ihm hängen die stadtnächsten Badestellen: Liegewiesen mit alten Bäumen, dazwischen Kiesabschnitte mit Treppen und Rampen ins Wasser, dazu bewirtschaftete Stücke wie der Kuyaba-Abschnitt mit Strandbar und Schatten unter Pinien. Der größte zusammenhängende Streifen liegt hinter dem neuen Hafen. Alles davon erreichst du zu Fuß, mit Kinderwagen oder Rad, weil der Uferweg direkt daran vorbeiläuft, und weiter nördlich Richtung Cisano und Bardolino wird es mit jedem Kilometer ruhiger.

Der Sand liegt im Süden. Gleich außerhalb des Mauerrings, an der Gardesana, beginnt die Spiaggia d'Oro: aufgeschütteter Sand statt Kies, flach abfallend, in der Saison bewirtschaftet mit Duschen, Toiletten und Strandbar, dazu Verleih für Tretboot, Kajak und SUP – der öffentliche Teil ist frei zugänglich, geparkt wird auf den kostenpflichtigen Flächen zwischen Strand und Ort. Hier liegt auch die Antwort auf die Frage, die Familien wirklich umtreibt: An den aufgeschütteten, bewirtschafteten Lidos geht das Wasser lange flach hinaus, an den Kiesabschnitten dazwischen fällt es nach wenigen Metern spürbar ab. Mit kleinen Kindern suchst du dir also gezielt den Sand und nicht die nächstbeste Bucht.

Weiter Richtung Pacengo und Peschiera gehört ein großer Teil des Ufers zu den Campingplätzen, und die Strände tragen deren Namen: Die Spiaggia La Quercia und die Spiaggia La Bosca bei Fossalta di Pacengo sind Sand-Kies-Mischungen, werden von den Plätzen bewirtschaftet, und ob du als Tagesgast darauf darfst, klärst du besser vorher am Empfang. Frei zugänglich ist dagegen die Spiaggia della Guglia in Pacengo beim Camping Lido, mit Kiosk, Bar, Tretbootverleih und Parkplätzen gleich dahinter. Der Vorteil dieses Abschnitts ist der Schatten der Pinien und Pappeln, der Nachteil, dass zwischen zwei freien Zugängen ein paar hundert Meter Zaun liegen können. Hunde sind auf dem öffentlichen Stück Richtung Peschiera und vor dem kommunalen Campingplatz geduldet, an den bewirtschafteten Lidos dagegen meist nicht – ein Blick auf die Beschilderung am Zugang erspart die Diskussion.

Zwei Dinge, die den Badetag entscheiden. Erstens das Wasser: Der Gardasee braucht bis in den Juni, um wirklich warm zu werden, im Juli und August liegt er im Südbecken angenehm über zwanzig Grad, und bis in den September hinein bleibt er es. Zweitens der Wind: Im Südbecken setzt am frühen Nachmittag verlässlich die Ora ein, ein thermischer Wind, der von Süden her den See hinaufweht – er macht die Hitze erträglich, bringt aber Wellen und treibt Luftmatratzen den See hinauf und vom Ufer weg. Wer Ruhe im Wasser will, geht morgens schwimmen, wenn der See spiegelglatt liegt – und lässt aufblasbares Spielzeug bei Wind grundsätzlich am Ufer.

Thermen & Wellness

Thermalbaden im Parco Termale von Colà di Lazise

Fünf Autominuten hinauf ins Hügelland liegt der Grund, warum Lazise auch im November noch funktioniert.

Thermalseen in Colà
Thermalseen in Colà

Der Parco Termale del Garda liegt im Ortsteil Colà, rund um die Villa dei Cedri, ein Landgut mit einem historischen Park, der seinen Namen den mächtigen alten Zedern verdankt. Gebadet wird nicht in Becken, sondern in zwei natürlichen Thermalseen, die aus einer Quelle aus großer Tiefe gespeist werden und deshalb ganzjährig körperwarm bleiben – der kleinere spürbar wärmer als der große. Dazwischen liegen Wasserfälle, Grotten, Hydromassage-Stellen und Liegewiesen unter Bäumen, die im Hochsommer wichtiger sind als jede Attraktion. Der Park ist das ganze Jahr über geöffnet, und je kälter es draußen ist, desto besser ist die Stimmung im dampfenden Wasser.

Der beste Zeitpunkt ist entweder früh am Vormittag oder am späten Nachmittag – dann ist es leerer, und an ausgewählten Terminen wird bis in den Abend hinein geöffnet, was Nachtschwimmen im beleuchteten Park möglich macht. Prüfe die Öffnungszeiten vorher online, sie wechseln mit der Saison und sind an Wochenenden anders als unter der Woche. Mitbringen solltest du Badeschuhe für die Wege, ein großes Handtuch und einen Bademantel, weil der Weg zwischen den Seen und den Umkleiden ein Stück ist. Schließfächer und Gastronomie gibt es im Park; ein ganzer Tag ist realistisch, wenn du nicht nur schwimmen, sondern auch liegen willst.

Wer es exklusiver mag, findet die zweite Wellnessebene in den Hotels selbst. Das Hotel Principe di Lazise am Ortsrand hat einen großen Spa- und Saunabereich sowie Innen- und Außenpools und liegt praktisch auf halbem Weg zwischen Altstadt und Hügelland. Das Quellenhof Luxury Resort Lazise am Südostufer Richtung Peschiera fährt die volle Wasserwelt der Südtiroler Betreiberfamilie auf, inklusive eines Sky-Pools für Erwachsene. Beides funktioniert auch als Schlechtwetterprogramm, wenn der See zu kalt oder der Himmel zu grau für den Strand ist – und beides solltest du in der Hauptsaison früh buchen.

Praktisch ist die Kombination aus Thermalpark und Nebensaison – mit einer Einschränkung. Von Ende Oktober bis in den März schließen am Ostufer viele Hotels, Restaurants und Bootslinien, und die Preise fallen deutlich; ruhig ist es in Lazise deshalb aber vor allem im Januar, Februar und März. Die Wochen dazwischen gehören dem Weihnachtsmarkt, der die Altstadt von der zweiten Novemberhälfte bis Anfang Januar füllt. Genau dann lohnt die Aufteilung: vormittags durch den Ort und über den Uferweg, nachmittags in die warmen Seen von Colà, abends in eines der Lokale, die durchgehend geöffnet haben. Ein Auto brauchst du dafür, denn die Busverbindung zwischen Ort und Hügelland ist im Winter dünn – zu Fuß sind es rund vier Kilometer bergauf, gut fünf Autominuten.

Familie & Freizeitparks

Lazise mit Kindern und die Freizeitparks am Südufer

Kaum ein Ort am Gardasee hat so viele Parks in Reichweite, und zwei davon liegen direkt auf Gemeindegebiet.

Der nächste ist Movieland im Ortsteil Pacengo, ein Film- und Freizeitpark mit Stuntshows, Themenfahrten und Kulissen, der zusammen mit dem benachbarten Caneva Aquapark zum Canevaworld-Resort gehört. Die beiden ergänzen sich gut: Movieland an einem kühleren Tag, der Wasserpark mit Rutschen und Wellenbecken, wenn es über dreißig Grad hat. Beide öffnen saisonal, in der Regel vom Frühjahr bis in den Herbst, mit deutlich eingeschränkten Tagen an den Rändern der Saison – schau vor der Fahrt in den Kalender auf der Website, sonst stehst du vor geschlossenen Kassen.

Wenige Kilometer weiter südlich, schon auf dem Gebiet von Castelnuovo del Garda, liegt Gardaland, der größte Freizeitpark Italiens, dazu auf demselben Areal das Sea Life Aquarium. Von Lazise aus sind es mit dem Auto rund zehn Minuten, in der Saison fahren außerdem Busse entlang der Uferstraße. Zwei Tipps, die den Tag retten: früh da sein, weil die Schlangen an den großen Bahnen ab dem späten Vormittag am längsten sind, und Tickets vorab online kaufen, weil sie günstiger sind als an der Kasse und dir das Anstehen am Ticketschalter ersparen. Der Park ist an heißen Sommertagen bis in den Abend geöffnet.

Ins Hinterland führt der dritte Klassiker: der Parco Natura Viva bei Bussolengo, ein Tier- und Safaripark, den du zum Teil mit dem eigenen Auto durchfährst und zum Teil zu Fuß begehst. Von Lazise sind es etwa 15 Kilometer, und weil das Gelände weitläufig und schattig ist, funktioniert der Besuch auch bei Hitze besser als ein Fahrgeschäftepark. Wer statt Fahrgeschäften lieber Wasser und Schatten will, nimmt stattdessen die Thermalseen in Colà – für Familien mit kleineren Kindern die deutlich entspanntere Wahl, mit dem halben Tag Schatten unter alten Bäumen. Eintritt kostet dort allerdings ebenfalls, und die Tarife hängen von Saison und Tageszeit ab; rechne den Thermalpark also als vollwertigen Ausflugstag ins Budget, nicht als Gratis-Alternative.

Zurück im Ort ist Lazise selbst kinderfreundlicher, als es die Kopfsteinpflastergassen vermuten lassen. Der Ortskern ist autoberuhigt, sodass die Kleinen vorlaufen können, am Hafen gibt es Eis in Sichtweite der Boote, und der flache Uferweg nach Norden und Süden lässt sich mit Laufrad, Roller oder Kinderwagen problemlos fahren. In der Saison legen am Hafen außerdem Ausflugsboote ab, was für die meisten Kinder ohnehin die beste Attraktion ist. Für einen Regentag bleiben der Thermalpark in Colà, das Sea Life Aquarium und – ein Stück weiter – die Museen und die überdachten Gassen Veronas; die Arena ist ein Freilufttheater und taugt als Schlechtwetterziel nicht.

Aktivitäten & Touren in Lazise

Aktiv am Wasser

Radtouren und Bootstouren rund um Lazise

Das Ostufer ist zwischen Peschiera und Garda so flach, dass du hier ohne Ambitionen und ohne E-Motor weit kommst.

Die naheliegendste Tour führt von Lazise am Ufer entlang nach Norden: über Cisano nach Bardolino, weiter an der platanengesäumten Promenade bis in die Bucht von Garda. Das sind gut zehn Kilometer je Richtung, fast durchgehend eben, mit Badestellen, Olivenhainen und genug Bars für zwei Pausen. Der Reiz liegt in der Rückfahrt: In der Saison kannst du in Bardolino oder Garda aufs Kursschiff wechseln und dich mit dem Rad zurückbringen lassen – für Fahrräder gilt an Bord ein eigener Tarif, und die Mitnahme ist von der Auslastung abhängig, weshalb du am Steg besser früh anstehst.

Nach Süden ist es unspektakulärer, aber praktischer. Der Weg führt über Pacengo nach Peschiera del Garda, dessen venezianische Festungsanlage seit 2017 zum UNESCO-Welterbe der Venezianischen Verteidigungswerke gehört. Dort beginnt einer der bekanntesten Radwege Norditaliens: die Strecke am Mincio entlang nach Mantua, rund 45 Kilometer, komplett flach und weitgehend abseits des Autoverkehrs. Als Tagestour mit Rückfahrt per Regionalzug ist das ein realistischer Plan, sofern du die Fahrradmitnahme im Zug einplanst. Leihräder und E-Bikes bekommst du in Lazise an mehreren Stellen im Ort, gerade in der Hauptsaison lohnt die Reservierung.

Auf dem Wasser hast du zwei Optionen. Die entspannte ist das Kursschiff, das in der Saison am Hafen von Lazise anlegt und Verbindungen nach Bardolino, Garda, Peschiera und Sirmione bedient, dazu ganze Seerundfahrten – wie oft und bis wann gefahren wird, hängt vom Fahrplan der Saison ab, der jedes Jahr neu erscheint. Die sportliche Variante sind Stand-up-Paddling und kleine Motorboote, die im Ort vermietet werden; für die kleineren Boote ist in Italien kein Führerschein nötig, für stärkere Motoren schon. Segeln und Surfen sind am Südufer möglich, die besseren Reviere dafür liegen aber im windigen Nordteil des Sees.

Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, verlässt das Ufer nach Osten. Die Moränenhügel hinter Colà lassen sich auf Feld- und Weinbergwegen erwandern, mit Ausblicken über das Südbecken, und weiter nördlich führt der Klassiker auf die Rocca di Garda, den bewaldeten Felsrücken über der Bucht von Garda – rund eine Stunde Aufstieg für einen der bekanntesten Blicke des Ostufers. Anspruchsvoller wird es erst am Monte Baldo, den du über die Seilbahn ab Malcesine erreichst. Das ist ab Lazise ein Tagesausflug, lohnt sich im Frühsommer aber wegen der Blütezeit auf den Hochflächen.

Urlaub planen

Lazise-Urlaub planen und die Woche sinnvoll aufteilen

Der Ort gibt dir drei sehr unterschiedliche Tagesprogramme, und die klügste Planung mischt sie, statt sie hintereinanderzulegen.

Für den ersten Tag reicht Lazise selbst. Vormittags durch die Tore in die Altstadt, einmal um den Hafen mit Dogana Veneta und San Nicolò, dann am Castello Scaligero vorbei auf den Uferweg nach Süden und wieder zurück. Nach dem Mittagessen an den Strand nördlich des Ortes, spätnachmittags ein Eis am Hafen, abends Fisch in einem der Lokale am Wasser. Das klingt nach wenig und ist genau richtig, weil der Ort sein Tempo erst nach der Ankunft überträgt. Wer noch Kraft hat, hängt einen Abendspaziergang auf dem Uferweg Richtung Cisano an, wenn die Lichter der Westufer-Orte über dem Wasser auftauchen.

Der zweite Tag geht ins Hinterland. Morgens hinauf nach Colà in den Thermalpark, mittags eine Pause zwischen den Zedern, nachmittags mit dem Rad oder Auto durch die Hügel mit ihren Rebzeilen – hier wächst der Bardolino aus Corvina, Rondinella und Molinara, dazu der hellrosa Chiaretto, und in den Kellereien der Umgebung wird nach Voranmeldung verkostet. Wer mit Kindern reist, tauscht diesen Tag gegen Movieland und den Caneva Aquapark in Pacengo oder gegen Gardaland ein paar Kilometer weiter südlich. Beides ist ein ganzer Tag, danach willst du nichts mehr planen.

Der dritte Tag gehört dem See. Mit dem Rad nach Bardolino und Garda und per Schiff zurück, oder gleich per Kursschiff nach Sirmione mit den Grotten des Catull und der Scaliger-Wasserburg. Alternativ nach Peschiera del Garda mit seiner Festung, von dort weiter auf dem Mincio-Radweg. Für den vierten Tag steht Verona bereit, rund 30 Kilometer entfernt, mit Arena, Piazza delle Erbe und der Basilika San Zeno; im Sommer laufen dort die Opernabende in der Arena, für die du lange vorher Karten kaufen solltest. Ein fünfter Tag passt auf den Parco Giardino Sigurtà bei Valeggio sul Mincio.

Zwei Planungshinweise aus der Praxis. Erstens: Lege die Ausflugstage nicht auf Sonntage und italienische Feiertage, weil dann die Parkplätze an Sirmione, Peschiera und Gardaland zuerst voll sind und die Uferstraße SR249 zäh wird. Zweitens: Rechne für alles, was mit dem Schiff geht, großzügig Zeit ein, weil die Rückfahrten in der Nebensaison früh enden – ein Blick auf die letzte Abfahrt spart dir das Taxi. Für einen ersten Aufenthalt sind fünf bis sieben Nächte in Lazise eine gute Länge; alles darunter zwingt dich zum Auswählen zwischen Strand, Hinterland und Ausflügen.

Wo was liegt

Lazise auf der Karte

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Übernachten

Hotels in Lazise und die passende Lage am Gardasee

Die Entscheidung fällt in Lazise nicht über die Sterne, sondern über die Lage – innerhalb der Mauern, am Uferweg oder draußen im Grünen.

Innerhalb der Stadtmauern gibt es nur wenige Häuser, und das bekannteste ist das Hotel Alla Grotta, ein familiengeführtes Stadthotel, das seit 1951 direkt am Porto Vecchio steht und im Erdgeschoss sein eigenes Fischrestaurant betreibt. Von den Zimmern zum Hafen aus siehst du morgens die Boote und abends die Terrassen unter dir – mit dem entsprechenden Geräuschpegel, wenn die Saison läuft. Der Vorteil dieser Lage ist unschlagbar: Du gehst vor dem Frühstück barfuß bis ans Wasser und brauchst für den ganzen Aufenthalt kein Auto, sofern du eines der Parkhäuser oder Parkfelder vor den Toren nutzt.

Die zweite Kategorie liegt am Uferweg außerhalb des Mauerrings. Das Hotel Corte Valier steht direkt am Wasser an der Promenade Richtung Bardolino, mit zeitgenössischer Architektur, Loggien zum See, Pool, Spa und einem ambitionierten Restaurant im Haus – die passende Wahl, wenn du Seeblick und Ruhe willst, aber in zehn Gehminuten in der Altstadt sein möchtest. Häuser dieser Art gibt es entlang der Uferstraße mehrere; achte beim Buchen darauf, ob der Seezugang wirklich zum Haus gehört oder ob die Uferstraße dazwischenliegt, das steht in den Beschreibungen oft nur zwischen den Zeilen.

Die dritte Kategorie steht bewusst im Grünen. Das Hotel Principe di Lazise am Ortsrand zwischen Altstadt und Hügelland setzt auf einen großen Wellness- und Saunabereich mit Innen- und Außenpools, das Quellenhof Luxury Resort Lazise am Südostufer Richtung Peschiera auf Suiten, Pool-Villen und eine ausgedehnte Wasserwelt. Beide sind eher Ziele als Ausgangspunkte – man bleibt tagsüber auf dem Gelände und fährt abends in den Ort. Wer mit Kindern reist, prüft zusätzlich die vierte Kategorie, die am Ufer zwischen Lazise und Pacengo alles andere dominiert: die großen Campingdörfer mit Mobilheimen, eigenem Strandabschnitt und Poolanlage – dazu gleich der nächste Abschnitt.

Drei Dinge, die du vor der Buchung klären solltest. Erstens die Saison: Am Ostufer schließt ein erheblicher Teil der Hotels von Ende Oktober bis ins Frühjahr, gerade die kleineren Häuser – wenn du im Winter kommst, prüfe die Öffnungszeiten direkt beim Haus. Zweitens das Parken: In der autoberuhigten Altstadt hat kaum ein Hotel eigene Stellplätze am Haus, frag nach dem Stellplatz und der Anfahrt zur Gepäckabgabe. Drittens die Zeiten mit Hochbetrieb: Zu den italienischen Ferienwochen im August, an den langen Wochenenden im Frühsommer und rund um die Opernsaison in Verona ziehen die Preise am ganzen Südufer spürbar an.

Hotels in Lazise

Alle 4 Hotels
Camping & Mobilheime

Camping in Lazise zwischen erster Reihe und Uferstraße

Am Ufer zwischen Lazise und Pacengo reiht sich ein großer Platz an den nächsten – für viele Familien ist das hier keine Notlösung, sondern die eigentliche Unterkunft.

Das Süd- und Ostufer des Gardasees trägt die dichteste Campinglandschaft Italiens, und der Abschnitt zwischen Lazise, Pacengo und Peschiera ist ihr Kern. Mit Zeltwiese hat das wenig zu tun: Plätze wie Spiaggia d'Oro und La Quercia südlich der Altstadt oder das Camping Lido in Pacengo sind Feriendörfer mit Poolanlage, Supermarkt, Restaurant, Sportplätzen und eigenem Strandabschnitt, an dem der Tag ohnehin stattfindet. Kleiner und ortsnäher ist der kommunale Campingplatz, der ohne Wasserwelt auskommt, dafür aber in Gehweite zur Altstadt und zum Hafen liegt.

Das eigene Zelt ist längst keine Voraussetzung mehr. Fast alle großen Anlagen vermieten Mobilheime, Bungalows und Glampingzelte mit richtigen Betten, eigener Küche und Terrasse – für Familien oft die günstigste Art, in der Hauptsaison direkt am Wasser zu wohnen. Genau deshalb gilt hier dieselbe Regel wie bei den Hotels, nur schärfer: Die Stellplätze und Mobilheime der ersten Reihe zwischen Lazise und Peschiera sind für Juli und August teils schon im Winter vergeben, und über Pfingsten reist halb Süddeutschland gleichzeitig an.

Beim Buchen entscheidet die Lage zur Uferstraße. Erste Reihe heißt Kiesstrand oder Steg vor der Parzelle; alles, was hinter der Gardesana liegt, bedeutet Unterführung oder Ampel zwischen Stellplatz und See – in den Beschreibungen wird das gern umschrieben, auf der Karte siehst du es sofort. Die meisten Plätze öffnen vom Frühjahr bis in den Herbst und schließen über den Winter. Wildes Campen und Übernachten im Wohnmobil außerhalb ausgewiesener Flächen sind am See verboten und werden kontrolliert. Am angenehmsten sind Mai, Juni und September, wenn die Anlagen nicht ausgelastet sind und die Abende trotzdem lang.

Essen & Trinken

Restaurants in Lazise und die Küche am Gardasee-Ostufer

Am Hafen isst man Fisch aus dem See, in den Hügeln Fleisch vom Grill – und beides schmeckt mit demselben leichten Rotwein am besten.

Die bekannteste Adresse steht direkt am Hafenbecken: Das Ristorante Alla Grotta gilt als eine der ersten Fischadressen am Ostufer, mit rohen Vorspeisen, Fisch aus See und Meer, hausgemachter Pasta und einer Terrasse, von der du den Booten zusiehst. Ähnlich lange dabei ist La Taverna da Oreste nahe dem alten Hafen, seit 1907 in Familienhand und inzwischen in vierter Generation geführt, mit Seeterrasse, Risotti und venetischer Küche. Beide Häuser sind in der Saison abends voll; reserviere am Vormittag oder gleich einen Tag vorher, spontan bekommst du am Wasser selten einen Tisch mit Blick.

Innerhalb der Mauern wird es ruhiger und oft auch günstiger. La Forgia, benannt nach der alten Schmiede, kombiniert Grillstücke von der Glut mit Fischgerichten und einem rustikalen Innenraum, der an kühlen Abenden angenehmer ist als jede Terrasse. Das Ristorante Corte Olivo liegt in einem stillen Innenhof abseits der Uferzeile und kocht mediterran mit handgemachter Pasta, Branzino vom Grill und einer gepflegten Weinauswahl – die passende Adresse für einen langen Abend ohne Durchgangsverkehr am Tisch. Beide funktionieren auch außerhalb der Hauptsaison.

Was auf den Teller kommt, ist typisch für das veronesische Ufer. Aus dem See kommen Lavarello, Forelle und Hecht, letzterer klassisch als luccio in salsa mit Sardellen und Kapern, dazu Bigoli, die dicke venetische Vollkornpasta, und Risotti mit allem, was die Saison hergibt. Aus dem Hinterland kommt das Olivenöl der Riviera degli Olivi – geschützt als Garda DOP und milder als das toskanische –, dazu Grillfleisch und Polenta. Der Wein dazu wächst in den Hügeln direkt über dem Ort: der leichte, kühl servierte Bardolino und der hellrosa Chiaretto, aus dem Süden der weiße Custoza.

Ein paar praktische Eigenheiten. Warm gegessen wird in Italien spät, die Küchen öffnen abends meist erst gegen 19 Uhr, und wer um 18 Uhr einen Tisch sucht, landet in den Touristenlokalen der Uferzeile. Auf der Rechnung steht in der Regel das coperto, ein Gedeckpreis pro Person, der kein Trinkgeld ist – ein aufgerundeter Betrag am Ende ist trotzdem üblich. Und der beste Kaffee wird an der Bar im Stehen getrunken, wo er meist deutlich weniger kostet als am Tisch. Für den Einkauf lohnt der Wochenmarkt, der mittwochvormittags auf der Piazza Vittorio Emanuele und entlang der Uferzeile aufgebaut wird und neben Obst und Käse auch Öl und Wein von Erzeugern aus der Umgebung führt.

Restaurants in Lazise

Feste & Veranstaltungen

Weihnachtsmarkt und Veranstaltungen in Lazise

Das größte Ereignis des Jahres liegt ausgerechnet in den Wochen, in denen der Rest des Ostufers zumacht.

Porto Vecchio & Dogana Veneta
Porto Vecchio & Dogana Veneta

Von der zweiten Novemberhälfte bis Anfang Januar steht in Lazise der größte Weihnachtsmarkt am Gardasee. Die Stände ziehen sich über die Piazza Vittorio Emanuele und den Lungolago Marconi bis ans Hafenbecken – über hundert Hütten, dazu Konzerte, Mitmachwerkstätten für Kinder und ein Street-Food-Bereich; die Dogana Veneta wird in diesen Wochen zur Bühne für Ausstellungen und Konzerte. Vor Weihnachten ist der Markt vor allem an den Wochenenden offen, zwischen den Jahren dann täglich – die genauen Tage und Zeiten stehen jedes Jahr neu im Veranstaltungskalender der Gemeinde, prüf sie vor der Fahrt.

Plane ein Adventswochenende wie einen Sommersamstag. Die Parkflächen vor den Toren sind ab dem späten Vormittag belegt, die Uferstraße SR249 wird zäh, und wer von der Autobahn oder aus Verona kommt, fährt entweder früh los oder nimmt den Bus ab dem Bahnhof Peschiera del Garda. Unter der Woche und in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr bleibt es deutlich entspannter, und der Markt lässt sich gut mit einem Nachmittag in den warmen Seen von Colà verbinden – zwei Programme, die sich im Dezember gegenseitig tragen.

Der Rest des Jahres läuft leiser, hat aber feste Punkte. Der Wochenmarkt am Mittwochvormittag ist der wichtigste, die Dogana Veneta trägt über die Saison Konzerte, Ausstellungen und Messen, und am Hafen finden im Sommer regelmäßig Abendveranstaltungen statt; was gerade läuft, hängt am Aushang neben dem Portal. Im Umland kommt dazu, was den Kalender wirklich füllt: das traditionelle Weinfest in Bardolino Anfang Oktober und die Opernabende in der Arena von Verona zwischen Juni und September. Beides ist ab Lazise ein Abendausflug – Karten kaufst du lange vorher, und bei der Oper klärst du die Rückfahrt, bevor du losfährst.

Ausflüge & Schifffahrt

Ausflüge ab Lazise per Schiff, Rad und Auto

Von Lazise aus liegen die halbe Gardasee-Prominenz und eine Opernstadt in weniger als einer Stunde Entfernung.

Mauerring & Skaliger-Burg
Mauerring & Skaliger-Burg

Am schönsten kommst du über das Wasser weg. In der Saison legen die Linienschiffe am Hafen von Lazise ab und verbinden den Ort mit Bardolino, Garda, Peschiera del Garda und Sirmione; dazu gibt es Rundfahrten über das Südbecken. Sirmione am Ende seiner schmalen Halbinsel ist das klassische Ziel, mit der Scaliger-Wasserburg am Ortseingang und den Grotten des Catull, den Resten einer römischen Villenanlage an der Landspitze. Geh dort früh oder spät hin, denn die Gasse zwischen Burg und Ortskern ist mittags eine der vollsten Adressen des ganzen Sees.

Nach Süden liegt Peschiera del Garda, wo der Mincio den See verlässt und wo die venezianische Festungsanlage seit 2017 zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Wälle lassen sich umrunden, der Kanal mit den Booten mitten durch den Ort ist ein eigenes Motiv, und der Bahnhof macht Peschiera zum Umsteigepunkt für alles, was mit dem Zug erreichbar ist. Weiter im Hinterland liegt bei Valeggio sul Mincio der Parco Giardino Sigurtà, ein weitläufiger Landschaftsgarten mit Blumenfeldern, Teichen und Wegen, der sich mit dem mittelalterlichen Weiler Borghetto am Fluss zu einem sehr entspannten Tag verbinden lässt.

Nach Osten führt der wichtigste Ausflug: Verona, rund 30 Kilometer entfernt und mit dem Auto in gut einer halben Stunde erreichbar. Die römische Arena steht mitten in der Stadt und ist im Sommer Bühne des Opernfestivals, dessen Abende Monate vorher ausverkauft sein können. Dazu Piazza delle Erbe, die Kirche San Zeno mit ihrem Bronzeportal und der Blick vom Castel San Pietro über die Etsch. Wichtig fürs Auto: Veronas Zentrum ist ZTL, eine kameraüberwachte Zone mit Zufahrtsbeschränkung. Park außerhalb und geh die letzten Minuten zu Fuß, sonst kommt der Bußgeldbescheid Wochen später nach Hause.

Für den Rest reicht meist ein halber Tag. Bardolino und Garda erreichst du mit dem Rad, dem Bus oder dem Schiff, das Weindorf Calmasino und die Hügel um Affi mit dem Auto. Wer den Gardasee in seiner alpinen Form sehen will, fährt am Ostufer nach Norden nach Malcesine, nimmt die Seilbahn auf den Monte Baldo und blickt von über 1.700 Metern auf den ganzen See – ab Lazise ein Tagesausflug, für den du früh losfahren solltest. Und wenn das Wetter kippt, sind die Thermalseen in Colà rund vier Kilometer bergauf, gut fünf Autominuten entfernt – und bei Regen sogar am angenehmsten.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Lazise und Parken am Gardasee

Lazise liegt so nah an der Autobahn, dass die letzten Kilometer meist länger dauern als der halbe Brenner.

Mit dem Auto kommst du aus Deutschland über den Brenner und die A22 oder über die Schweiz und Mailand. Die naheliegende Abfahrt ist Peschiera del Garda an der A4, von dort sind es knapp zehn Kilometer am Ufer entlang nach Norden; alternativ nimmst du von der A22 die Ausfahrt Affi und fährst durch das Hügelland herunter. Beide Zufahrten treffen auf die Uferstraße SR249, die an Sommerwochenenden und rund um die Freizeitparks zäh wird. Für Österreich brauchst du die Vignette, in Italien zahlst du Maut an den Mautstellen – Karten werden akzeptiert, Bargeld nur an entsprechend gekennzeichneten Spuren.

Ohne Auto ist die Anreise unkomplizierter, als viele denken. Der Bahnhof Peschiera del Garda liegt an der Hauptstrecke Mailand–Venedig, wird von Regional- und Fernzügen bedient und ist von München über Verona mit einmal Umsteigen erreichbar. Vom Bahnhof fahren Busse am Ostufer entlang über Lazise nach Bardolino und Garda; Tickets kaufst du vorher am Automaten, am Schalter oder in der Bar, nicht beim Fahrer. Von den Flughäfen ist Verona der nächste, gut 30 Kilometer entfernt, danach folgen Bergamo und Mailand mit ein bis zwei Stunden Fahrzeit – ein Mietwagen lohnt sich dort in jedem Fall.

In Lazise selbst gilt die einfache Regel: Der Ortskern innerhalb der Mauern ist autoberuhigt, du fährst nicht hinein. Geparkt wird auf den Flächen vor den Toren und entlang der Uferstraße, überwiegend gebührenpflichtig und in der Hochsaison am Vormittag schnell belegt. Die blau markierten Felder sind kostenpflichtig, weiße frei, gelbe für Anwohner reserviert – gezahlt wird am Automaten oder per App, und der Schein gehört sichtbar hinter die Windschutzscheibe. Wer im Ort übernachtet, klärt den Stellplatz am besten vorher mit dem Hotel, weil Kontingente begrenzt sind.

Vor Ort brauchst du für die Altstadt nichts als Schuhe, für alles andere ein Rad. Nach Norden führt der Uferweg flach und fast durchgehend am Wasser über Cisano und Bardolino bis Garda; nach Süden ist er lückenhaft und schwenkt streckenweise auf Nebenstraßen oder hinter die Campingplätze und Ferienanlagen aus. Leihräder und E-Bikes gibt es an mehreren Stellen im Ort. Für Colà und die Hügel ist ein Auto oder ein E-Bike sinnvoll, weil es spürbar bergauf geht. Die Busse am Ostufer fahren im Sommer dichter als im Winter, an Sonn- und Feiertagen deutlich ausgedünnt – wenn du abends aus einem Nachbarort zurückwillst, sieh dir die letzte Verbindung an, bevor du losfährst, statt dich auf ein Taxi zu verlassen.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Lazise – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Lazise mit Wetter, Wasser und Saison

Das Südbecken des Gardasees ist mild genug für Oliven und heiß genug für lange Badetage – nur die Ränder der Saison muss man kennen.

Lazise liegt im südlichsten, breitesten Teil des Gardasees, wo der See wie ein Wärmespeicher wirkt und die Winter mild bleiben. Von Mai bis September ist es zuverlässig sommerlich, im Juli und August klettern die Höchstwerte regelmäßig um die 30 Grad, und der See erreicht im Südbecken Badetemperatur. Entscheidender als das Thermometer ist die Saison: Von Ende Oktober bis ins Frühjahr schließen viele Hotels, Restaurants und die Bootslinien, während Thermalpark und Altstadt geöffnet bleiben. Die Ausnahme sind die Wochen des Weihnachtsmarkts von der zweiten Novemberhälfte bis Anfang Januar, in denen der Ort an den Wochenenden noch einmal voll wird. Wer badet, kommt zwischen Juni und September; wer Ruhe sucht, im Mai, Ende September oder im Herbst.

Das Wetterjahr

Die beste Reisezeit für Lazise sind Mai, Juni und September. Im Mai stehen die Hügel im Grün, die Radwege sind frei und der Ort ist noch nicht voll – nur der See hat dann selten Badetemperatur. Der Juni bringt beides zusammen, warme Tage und angenehmes Wasser, ohne die Preise und die Menschenmengen des August. Der September ist der Geheimfavorit, weil der See seine Sommerwärme hält, die Strände sich leeren und die Abende noch lang genug für ein Essen am Hafen sind. Juli und August funktionieren mit Kindern und Freizeitparks, verlangen aber frühe Buchung und Geduld auf der Uferstraße. November und Dezember gehören dem Weihnachtsmarkt, der die Altstadt an den Wochenenden wieder füllt; wirklich leer und günstig wird es erst von Januar bis März – dann reist du wegen der Thermalseen und prüfst vorher, was überhaupt geöffnet hat.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Lazise

Wie viele Tage sollte man für Lazise einplanen?
Für den Ort selbst reicht ein Tag mit Altstadt, Hafen und Strand. Als Standquartier sind fünf bis sieben Nächte sinnvoll, weil dann Thermalpark in Colà, ein Freizeitpark-Tag, eine Radtour nach Bardolino und Garda sowie Ausflüge nach Sirmione, Peschiera und Verona ohne Hetze hineinpassen.
Kann man die Skaliger-Burg in Lazise besichtigen?
Die Burg ist in Privatbesitz und in der Regel nicht öffentlich zugänglich – von innen siehst du sie nur, wenn dort ausnahmsweise eine Veranstaltung stattfindet. Ihre Türme und Zinnen prägen aber das Ortsbild, und vom Uferweg südlich des Hafens oder vom Schiff aus lässt sie sich gut fotografieren.
Wo sind die besten Strände in Lazise?
Nördlich der Altstadt liegen am Lungolago Marconi Liegewiesen und Kiesabschnitte, der größte Streifen hinter dem neuen Hafen. Sand gibt es an der öffentlichen Spiaggia d'Oro südlich des Ortes, weiter südlich an der frei zugänglichen Spiaggia della Guglia in Pacengo; La Quercia und La Bosca werden von Campingplätzen bewirtschaftet. Flach ist der Einstieg an den Sandabschnitten, an den Kiesstellen fällt der See schneller ab.
Wie warm ist der Gardasee bei Lazise?
Das flache Südbecken erwärmt sich schneller als der tiefe Norden. Im Mai ist der See für die meisten noch frisch, ab Mitte Juni wird er angenehm, im Juli und August liegt er deutlich über zwanzig Grad, und diese Wärme hält er bis in den September. Im Frühjahr und Herbst bleibt der Thermalpark in Colà die wärmere Alternative.
Lohnt sich der Thermenpark in Colà auch im Winter?
Gerade dann. Die beiden Thermalseen im Parco Termale del Garda werden aus einer Quelle aus großer Tiefe gespeist und bleiben ganzjährig körperwarm, im Winter dampft das Wasser in der kalten Luft. Der Park ist das ganze Jahr geöffnet, die Zeiten wechseln jedoch mit der Saison – vorher online prüfen und Bademantel plus Badeschuhe einpacken.
Welche Freizeitparks liegen in der Nähe von Lazise?
Movieland und der Caneva Aquapark gehören zum Canevaworld-Resort im Ortsteil Pacengo und liegen damit auf Gemeindegebiet. Gardaland und das Sea Life folgen wenige Kilometer südlich bei Castelnuovo del Garda, der Tier- und Safaripark Parco Natura Viva rund 15 Kilometer landeinwärts bei Bussolengo. Alle öffnen saisonal.
Ist Lazise für einen Familienurlaub geeignet?
Ja, und zwar aus mehreren Gründen. Der Ortskern ist autoberuhigt, der Uferweg lässt sich mit Kinderwagen und Laufrad fahren, es gibt flache Badestellen an bewirtschafteten Lidos, und mit Freizeitparks, Aquapark und Thermalseen liegen gleich mehrere Schlechtwetter- und Hitzeprogramme in Reichweite.
Was ist die Dogana Veneta in Lazise?
Das langgestreckte Gebäude an der einen Seite des alten Hafens war das Zollhaus der Republik Venedig, in dem die Waren kontrolliert wurden, die über den See gingen; zeitweise wurden in der Halle sogar Galeeren gebaut. Heute gehört sie der Gemeinde und dient als Veranstaltungssaal für Konzerte, Ausstellungen und Märkte – ob geöffnet ist, hängt vom laufenden Programm ab.
Fahren ab Lazise Schiffe über den Gardasee?
In der Saison legen die Linienschiffe direkt am Hafen von Lazise ab, mit Verbindungen nach Bardolino, Garda, Peschiera del Garda und Sirmione sowie Rundfahrten über das Südbecken. Die Fahrpläne wechseln jährlich und dünnen zum Saisonende stark aus, deshalb vor der Rückfahrt immer die letzte Abfahrt prüfen.
Wie kommt man ohne Auto nach Lazise?
Am einfachsten mit dem Zug bis Peschiera del Garda an der Strecke Mailand–Venedig und von dort mit dem Bus am Ostufer entlang nach Lazise. Bustickets kaufst du vorher am Automaten oder in einer Bar, nicht beim Fahrer. Vor Ort reichen Uferweg, Leihrad und die Buslinie am Ufer für fast alles.
Wo parkt man in Lazise am besten?
In den Ortskern innerhalb der Stadtmauern fährst du gar nicht erst hinein. Geparkt wird auf den Flächen vor den Toren und entlang der Uferstraße, überwiegend gebührenpflichtig. Blau markierte Felder kosten, weiße sind frei, gelbe den Anwohnern vorbehalten. In der Hochsaison ist am späten Vormittag alles belegt – komm früh.
Was isst man in Lazise typischerweise?
Fisch aus dem See wie Lavarello, Forelle und Hecht, letzterer als luccio in salsa mit Sardellen und Kapern, dazu Bigoli und Risotti. Aus dem Hinterland kommen Olivenöl der Riviera degli Olivi und Grillfleisch mit Polenta. Getrunken wird der leichte Bardolino, der hellrosa Chiaretto oder der weiße Custoza aus dem Süden.
Wann ist der Weihnachtsmarkt in Lazise?
Der größte Weihnachtsmarkt am Gardasee läuft in Lazise von der zweiten Novemberhälfte bis Anfang Januar, mit über hundert Ständen auf der Piazza Vittorio Emanuele und am Lungolago Marconi. Vor Weihnachten ist er vor allem an den Wochenenden geöffnet, zwischen den Jahren täglich – die genauen Termine veröffentlicht die Gemeinde jedes Jahr neu. Komm an Adventswochenenden früh, die Parkflächen vor den Toren sind schnell belegt.
Lohnt sich Lazise in der Nebensaison?
Wenn du auf Baden verzichten kannst, sehr. Von Januar bis März sind die Gassen leer, die Preise niedrig und der Thermalpark in Colà die eigentliche Attraktion; November und Dezember stehen dagegen im Zeichen des Weihnachtsmarkts und sind an den Wochenenden voll. Rechne in der ganzen Nebensaison damit, dass viele Hotels, Restaurants, Freizeitparks und die Bootslinien geschlossen haben.
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