Padua wird oft im Schatten Venedigs übersehen – ein Glück für alle, die kommen. Die Stadt in Venetien liegt nur eine halbe Bahnstunde von der Lagune entfernt, ist aber ganz und gar eigenständig: ein Ort der Kunst, der Wissenschaft und des Glaubens, zusammengehalten von kilometerlangen Arkadengängen, unter denen sich das Leben abspielt.
Ihr berühmtester Schatz ist die Cappella degli Scrovegni. Um 1305 malte Giotto hier einen Freskenzyklus aus, der mit seiner räumlichen Tiefe und menschlichen Emotion die europäische Malerei revolutionierte und heute zum UNESCO-Welterbe gehört. Wegen der empfindlichen Fresken ist der Besuch zeitlich streng reglementiert, weshalb man Tickets unbedingt vorab buchen sollte.
Padua ist außerdem eine der großen Universitätsstädte Europas. An der 1222 gegründeten Universität lehrte Galileo Galilei achtzehn Jahre lang; im Palazzo Bo lässt sich der älteste erhaltene anatomische Hörsaal der Welt besichtigen. Ganz in der Nähe liegt der Orto Botanico, der als ältester wissenschaftlicher botanischer Garten der Welt ebenfalls UNESCO-Welterbe ist.
Der geistliche Mittelpunkt ist die mächtige Basilica di Sant'Antonio, kurz „il Santo“. Zum Grab des heiligen Antonius pilgern Menschen aus aller Welt; davor wacht Donatellos berühmtes Reiterstandbild des Condottiere Gattamelata.
Zwischen all dem schlägt das Herz einer quicklebendigen Studentenstadt. Auf den Plätzen Piazza delle Erbe und Piazza della Frutta findet täglich Markt statt, überragt vom gewaltigen Palazzo della Ragione mit seinem schiffskielförmigen Dach. Hier trinkt man Spritz – die Region gilt als Heimat des Aperitivs. Und mit dem weitläufigen, von einem Wassergraben umgebenen Prato della Valle besitzt Padua einen der größten Plätze Europas. Venedig ist nah, doch Padua verdient eigene Tage.

Basilica di Sant'Antonio
Wallfahrtskirche des heiligen Antonius mit Grab und Reliquien, Donatellos Bronzealtar und dem Gattamelata-Reiterstandbild davor; Eintritt frei.
Grab des heiligen Antonius und Reliquienkapelle






