Region · Italien

Sardinien

Granitbuchten, türkises Wasser und 7.000 bronzezeitliche Steintürme – Sardinien ist Italiens wilder Inselkontinent.

7 Städte46 Sehenswürdigkeiten39 Hotels
Überblick

Deine Sardinien auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai & Juni · September & Anfang Oktober
Anreise
Flughäfen Cagliari (CAG), Olbia (OLB) & Alghero (AHO); Fähren ab Genua, Livorno & Civitavecchia nach Olbia, Porto Torres & Cagliari
Sprache
Italienisch · Sardisch · Katalanisch in Alghero
Vor Ort
Mietwagen fast unverzichtbar – Bahn und Busse verbinden nur die größeren Städte
Wichtigster Tipp
Den August meiden; Strände wie La Pelosa und beliebte Bootstouren im Sommer vorab reservieren
Währung & Sprache
Euro · Italienisch (dazu Sardisch, in Alghero Katalanisch)
Die Region

Was Sardinien ausmacht

Sardinien ist die zweitgrößte Insel des Mittelmeers und wirkt doch wie ein eigener Kontinent: Im Nordosten glitzert die Costa Smeralda mit ihren Granitbuchten und den Jachten von Porto Cervo, im Osten stürzen die Kalkwände des Supramonte in die einsamen Calas des Golfo di Orosei, im Westen hält Alghero seine katalanische Sprache und Küche lebendig. Dazwischen liegen rund 7.000 bronzezeitliche Nuraghen – Su Nuraxi bei Barumini zählt zum UNESCO-Welterbe –, die Hirtendörfer der Barbagia mit ihrem Cannonau und auffallend vielen Hundertjährigen, die Flamingolagunen vor Cagliari und Strände wie La Pelosa oder Cala Goloritzé, deren Wasser eher an die Südsee als ans Mittelmeer denken lässt. Eine Insel für Rundreisen mit Zeit: Die Distanzen sind größer, als die Karte verrät, und die besten Momente liegen abseits der Schnellstraße.

Reiseführer

Sardinien von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Wenn die Nachtfähre aus Livorno gegen sieben in den Golf von Olbia einläuft, stehen die ersten Passagiere längst mit Kaffee an der Reling und schauen auf die Granithügel der Gallura, die im ersten Licht rosa anlaufen. Sardinien empfängt dich nicht mit einer Postkarte, sondern mit Geruch – Macchia, Salz, ein Hauch Diesel vom Autodeck – und mit der Ahnung, dass diese Insel größer ist, als der Badeurlaub-Ruf vermuten lässt – 24.000 Quadratkilometer, ein Gebirge in der Mitte und 1.800 Kilometer Küste außen herum.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten Sardiniens

Von der Terrasse des Bastione Saint Remy in Cagliari siehst du auf einen Blick, worum es auf dieser Insel geht – Hafen, Lagune, Berge, und dazwischen 3.000 Jahre Geschichte in Schichten.

Der eine Ort, den du nicht auslassen solltest, liegt nicht am Meer: Su Nuraxi bei Barumini, gut eine Stunde nördlich von Cagliari, ist die am besten erhaltene Nuraghen-Anlage der Insel und seit 1997 UNESCO-Welterbe. Ein Zentralturm aus der Bronzezeit, umringt von vier Ecktürmen und einem Dorf aus Steinhütten – besichtigt wird ausschließlich mit Führung, die Gruppen starten in kurzen Abständen, und du kletterst dabei tatsächlich durch die engen Gänge ins Innere. Rund 7.000 solcher Türme stehen über die Insel verteilt; viele kleinere erreichst du frei am Straßenrand, die großen Anlagen wie Santu Antine bei Torralba im Norden sind wie Su Nuraxi bewirtschaftet und ticketpflichtig. Wer einmal verstanden hat, wonach er sucht, sieht sie danach überall.

Cagliari selbst verdient mehr als den Umsteigetag: Im Castello-Viertel drängen sich Dom, pisanische Wehrtürme und Adelspaläste auf einem Kalkhügel, und von der Terrasse des Bastione Saint Remy überblickst du die Stadt bis zur Sella del Diavolo, dem Felsrücken über dem Poetto-Strand. Unten in der Marina reihen sich Trattorien und Weinbars, in der Cittadella dei Musei am oberen Ende des Castello liegt das archäologische Nationalmuseum mit den rätselhaften Giganten von Mont'e Prama – überlebensgroße Steinkrieger, die erst in den 1970ern auf der Sinis-Halbinsel ausgegraben wurden. Und in der Lagune von Molentargius, zwischen Stadt und Strand, stehen ganzjährig Flamingos, die hier seit den 1990ern auch brüten.

An der Westküste gehört das Kap Capo Caccia bei Alghero zum Pflichtprogramm: eine Kalksteilwand, die senkrecht ins Meer fällt, mit der Neptungrotte am Fuß. Du erreichst die Tropfsteinhöhle auf zwei Wegen – per Ausflugsboot ab Alghero oder über die Escala del Cabirol, eine in den Fels gehauene Treppe mit 654 Stufen, die du danach wieder hinaufsteigen musst. Der Abstieg ist der spektakulärere Weg, das Boot der bequemere; bei Wellengang fallen die Bootsanleger aus, also prüfe morgens die Lage. Alghero selbst, mit katalanischen Gassen hinter den Bastionen, füllt den Rest des Tages mühelos.

Das wilde Herz der Insel liegt im Osten, im Supramonte: Die Gola su Gorropu, eine der tiefsten Schluchten Europas, erwanderst du am einfachsten vom Passo Ghenna Silana an der SS125 – gut anderthalb Stunden bergab bis zum Schluchteingang, zurück entsprechend bergauf, festes Schuhwerk und viel Wasser vorausgesetzt. In der Nähe liegt Tiscali, ein nuraghisches Dorf in einer eingestürzten Karsthöhle, nur zu Fuß erreichbar. Und in Orgosolo, tiefer in der Barbagia, erzählen über 150 Murales an den Hauswänden von Politik und Hirtenleben – ein Dorf als Freiluftgalerie, das du gut mit einer Gorropu-Wanderung kombinierst.

Sehenswürdigkeiten in Sardinien

Alle 46 Sehenswürdigkeiten
Strände & Buchten

Die schönsten Strände Sardiniens

Am frühen Morgen an der La Pelosa, wenn der Wachturm noch lange Schatten wirft und das Wasser über dem weißen Sand kaum knietief steht, verstehst du die Karibik-Vergleiche – und warum der Zugang hier inzwischen limitiert ist.

La Pelosa bei Stintino, ganz im Nordwesten, ist der berühmteste Strand der Insel: feiner heller Sand, türkises Flachwasser und der aragonesische Wachturm auf der vorgelagerten Insel. Genau deshalb ist der Zugang im Sommer reguliert – die Besucherzahl ist gedeckelt, du musst vorab online reservieren – zuletzt 3,50 Euro pro Person – und eine Matte unter dein Handtuch legen, damit der Sand nicht in den Taschen der Badegäste verschwindet. Bürokratisch, aber wirksam: Selbst im Juli bleibt es erträglich. Wer ohne Reservierung anreist, weicht auf die Strände der Nurra-Küste Richtung Alghero aus, etwa Porto Ferro mit seinem rötlichen Sand.

Am Golfo di Orosei an der Ostküste liegen die Calas, die auf den meisten Sardinien-Titelbildern zu sehen sind: Cala Luna, Cala Mariolu, Cala Goloritzé – Kiesel- und Sandbuchten unter hunderten Metern Kalkwand, viele nur per Boot oder zu Fuß erreichbar. Für Cala Goloritzé, zu der du vom Golgo-Hochplateau bei Baunei in etwa anderthalb Stunden absteigst, ist die Besucherzahl pro Tag begrenzt und der Zugang vorab online zu buchen; Boote müssen draußen ankern, anlanden ist verboten. Die pragmatische Alternative: eine Bootstour ab Cala Gonone oder Santa Maria Navarrese, die mehrere Calas an einem Tag anfährt – morgens starten, dann bist du vor den großen Ausflugsbooten in der ersten Bucht.

Die Costa Smeralda im Nordosten trägt ihren Namen zu Recht wörtlich – smaragdgrünes Wasser über hellem Grund –, und ihre Strände sind öffentlich, auch wenn die Villen dahinter es nicht sind: Spiaggia del Principe, Capriccioli und Liscia Ruja gehören zu den schönsten der Insel. Die Zufahrten sind schmal, die Parkplätze im August früh voll; komm vor zehn oder erst am späten Nachmittag. Nördlich davon wartet mit dem La-Maddalena-Archipel und den Granitbuchten von Capo Testa bei Santa Teresa Gallura eine Küste, an der du auch in der Hochsaison noch leere Ecken findest, wenn du ein paar Minuten über die Felsen kletterst.

Der Süden schließlich ist die Region für lange Sandstrände: Rund um Villasimius fallen Buchten wie Punta Molentis und Porto Giunco in ein Meeresschutzgebiet, dahinter stehen Flamingos im Stagno Notteri. Die Costa Rei zieht sich als kilometerlanges Sandband nach Norden, und im Südwesten bei Chia wandern Dünen mit Wacholder landeinwärts, während vor der Küste die Sandbank von Su Giudeu bei Niedrigwasser zum Hindurchwaten einlädt. Dazu kommt der Poetto von Cagliari – acht Kilometer Stadtstrand mit Kiosken und Abendleben. Ein eigener Fall ist Is Arutas auf der Sinis-Halbinsel: Der Strand besteht aus reiskorngroßen Quarzkörnchen, die du bitte liegen lässt – Mitnahme steht unter Strafe.

Rundreise

Sardinien-Rundreise: die schönste Route in 10–14 Tagen

Die klassische Runde folgt der Küste einmal im Uhrzeigersinn – und die wichtigste Lektion lernst du am ersten Tag: Sardische Kilometer dauern länger, als das Navi behauptet.

In 10 bis 14 Tagen fährst du die große Schleife: Start in Olbia, zwei bis drei Tage für Costa Smeralda, La Maddalena und Santa Teresa Gallura, dann quer durch den Norden nach Alghero mit Capo Caccia und einem Abstecher ins Flusstal von Bosa. Weiter die Westküste hinunter zur Sinis-Halbinsel mit den Ruinen von Tharros, dann nach Cagliari – unterwegs lohnt der Schlenker zu Su Nuraxi bei Barumini. Vom Süden aus nimmst du Villasimius und die Costa Rei mit, bevor die SS125, die Orientale Sarda, dich durch die Berge der Ogliastra und am Golfo di Orosei vorbei zurück in den Norden bringt. Wer nur eine Woche hat, halbiert ehrlich: entweder Norden oder Süden, nicht beides im Schnelldurchlauf.

Plane mit zwei bis drei Standquartieren statt täglicher Hotelwechsel: eines im Norden (Raum Olbia, Palau oder San Teodoro), eines im Westen oder in der Mitte (Alghero oder Oristano), eines im Süden (Cagliari, Pula oder Villasimius). Von dort fährst du sternförmig los, und die Etappen zwischen den Quartieren bleiben unter drei Stunden. Rechne realistisch: Auf der vierspurigen SS131 zwischen Sassari und Cagliari kommst du zügig voran, aber an den Küsten und in den Bergen sind 50 Kilometer schnell eine gute Stunde – Kurven, Ortsdurchfahrten, und gelegentlich eine Schafherde, die die Straße für sich beansprucht. Autobahnen gibt es auf Sardinien keine, Maut entsprechend auch nicht.

Die schönste Einzeletappe der Insel ist die SS125 zwischen Dorgali und Baunei: Die Orientale Sarda windet sich über den Passo Ghenna Silana am Rand des Supramonte entlang, links Kalkwände, rechts der Blick bis zum Meer. Plane sie als Tagesprogramm mit Stopps – Gorropu-Wanderung, Mittagessen in einem Agriturismo auf dem Golgo-Hochplateau, am späten Nachmittag hinunter nach Santa Maria Navarrese. Ähnlich lohnend im Westen: die Küstenstraße von Alghero nach Bosa, gut 40 Kilometer über der Steilküste, auf denen du mit etwas Glück Gänsegeier kreisen siehst – hier lebt eine der letzten Kolonien Italiens.

Zur Logistik: Mit dem eigenen Auto nimmst du die Fähre – im Sommer fahren Schiffe unter anderem ab Genua, Livorno und Civitavecchia nach Olbia, Golfo Aranci, Porto Torres und Cagliari, die Nachtfähren mit Kabine sind die entspannteste Variante. Für August-Überfahrten mit Fahrzeug buchst du Monate im Voraus, sonst zahlst du drauf oder stehst auf der Warteliste. Die Alternative: Flug nach Olbia oder Cagliari und Mietwagen ab Flughafen – auch hier gilt: früh reservieren, denn in der Hochsaison sind die Flotten auf der Insel knapp und die Preise ziehen kräftig an. Nimm die kleinste Wagenklasse, die dein Gepäck fasst; auf den Küstensträßchen ist schmal ein Vorteil.

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Costa Smeralda & Norden

Costa Smeralda und La Maddalena – der Norden Sardiniens

In Porto Cervo ist der Jachthafen die Hauptattraktion und die Piazzetta das Amphitheater dazu – aber fünf Minuten weiter liegt eine Granitbucht, an der das Wasser genauso smaragdgrün ist wie vor den Villen.

Die Costa Smeralda ist eine Erfindung mit Jahreszahl: 1962 kaufte ein Konsortium um Karim Aga Khan den damals fast menschenleeren Küstenstrich in der Gallura und baute mit Porto Cervo einen Ferienort im eigens erdachten neomediterranen Stil – geschwungene Bögen, gedeckte Farben, kein Hochhaus weit und breit. Bis heute regelt das Konsortium, was hier gebaut wird. Das Ergebnis ist ein eigenartig kulissenhafter, aber unbestreitbar gepflegter Landstrich, dessen eigentlicher Reichtum vor der Tür liegt: ein rund 20 Kilometer langer Küstenstrich mit etwa 55 Kilometern zerklüfteter Küstenlinie, in der sich Granitfelsen, Macchia und Buchten mit klarem Wasser abwechseln. Die Strände sind öffentlich – du zahlst höchstens fürs Parken oder den Liegestuhl.

Porto Cervo selbst schaust du dir am besten am frühen Abend an, wenn die Jachten einlaufen und auf der Piazzetta der Aperitivo beginnt – ein Schauspiel, das keinen Eintritt kostet. Danach zieh weiter: Das Hinterland der Gallura ist das eigentliche Kontrastprogramm, mit Granitdörfern wie San Pantaleo, wo donnerstags der Markt den Dorfplatz füllt, und Korkeichenwäldern Richtung Tempio Pausania. Wer Badeorte mit normaler Preisstruktur sucht, wohnt in Cannigione, Palau oder San Teodoro und fährt zum Stranden in die Costa Smeralda hinein – das machen die Sarden genauso.

Ab Palau setzt die Fähre in einer Viertelstunde nach La Maddalena über, dem Hauptort des gleichnamigen Archipels – sieben größere Inseln, die als Nationalpark geschützt sind. Mit dem Auto erkundest du La Maddalena und die per Damm verbundene Nachbarinsel Caprera, auf der Giuseppe Garibaldi seine letzten Jahre verbrachte; sein Wohnhaus ist heute Museum. Die Buchten von Caprera sind der eigentliche Grund für die Überfahrt: Cala Coticcio etwa, zwei kleine Sandzungen zwischen Granitblöcken mit Wasser wie in einem Pool, erreichst du nur zu Fuß – und im Sommer nur noch in geführten, gebührenpflichtigen Gruppen, so groß ist der Andrang geworden. Die berühmte rosa gefärbte Spiaggia Rosa auf Budelli darfst du übrigens nur vom Boot aus sehen: Betreten ist seit Jahrzehnten verboten, nachdem Souvenirjäger den Sand dezimiert hatten.

Der dritte Baustein des Nordens ist Santa Teresa Gallura an der Nordspitze, gegenüber den weißen Kalkfelsen von Bonifacio – Korsika liegt hier nur zwölf Kilometer entfernt, die Fähre braucht knapp eine Stunde und macht einen Tagesausflug möglich. Direkt bei Santa Teresa liegt Capo Testa, eine Halbinsel aus vom Wind rundgeschliffenen Granitformationen, zwischen denen sich kleine Buchten verstecken; im Valle della Luna kampierten in den Siebzigern Aussteiger, und ein bisschen von dieser Stimmung hält sich bis heute. Die Bootstouren durch das Maddalena-Archipel starten übrigens auch hier und in Palau – morgens gebucht, abends zurück, Badestopps inklusive.

Cagliari & Süden

Cagliari und der Süden der Insel

Um sechs Uhr abends füllt sich die Terrasse des Bastione Saint Remy, unten dröhnt die Stadt, und über der Lagune ziehen Flamingos in Richtung Poetto – Cagliari ist die einzige echte Großstadt der Insel, und sie zeigt es gern.

Cagliari verlangt mindestens einen vollen Tag: Vormittags das Castello-Viertel mit Dom, Elefantenturm und den Gassen, die zwischen Adelspalästen steil bergab führen, dann das archäologische Nationalmuseum mit den Giganten von Mont'e Prama, mittags zum Markt San Benedetto – einem der größten Italiens; die historische Halle wird derzeit saniert, der Verkauf läuft in einer Übergangsstruktur weiter, und die Fischstände bleiben auch dort das Ereignis. Nachmittags fährst du an den Poetto, acht Kilometer Stadtstrand mit flachem Wasser und Kiosken, oder wanderst über die Sella del Diavolo, den Felssattel zwischen Stadt und Meer. Abends essen in der Marina, wo sich Trattorien an Weinbars reihen. Wer am 1. Mai in der Stadt ist, erlebt mit der Prozession von Sant'Efisio eines der größten Feste des Mittelmeerraums – Trachten aus der ganzen Insel, geschmückte Ochsenkarren, Blütenteppiche auf dem Asphalt.

Eine gute Stunde östlich liegt Villasimius, der Badeort am Capo Carbonara: Die Landzunge ist Meeresschutzgebiet, das Wasser über den Seegraswiesen und Granitfelsen entsprechend klar – Porto Giunco mit dem Flamingoteich dahinter und Punta Molentis gehören zu den meistfotografierten Stränden des Südens, im August sind die Parkplätze limitiert und früh voll. Nördlich schließt die Costa Rei an, ein kilometerlanges Sandband mit Ferienhäusern und Campingplätzen, das sich gut für Familien eignet: viel Platz, flaches Wasser, keine Steilküste. Zwischen beiden Orten windet sich die Küstenstraße über Aussichtspunkte, an denen du zwangsläufig anhalten wirst.

Südwestlich von Cagliari wartet die Costa del Sud: Bei Pula liegen die Ausgrabungen von Nora, einer phönizisch-römischen Hafenstadt mit Mosaiken und Theater direkt an der Wasserlinie – abends finden im Sommer Konzerte im antiken Theater statt. Dahinter beginnt die Küste von Chia mit Dünen, Wacholder und einer Kette von Buchten bis zum Capo Spartivento; die Sandbank von Su Giudeu, durch hüfthohes Wasser erreichbar, ist das Wahrzeichen. Die Panoramastraße weiter nach Teulada gehört zu den schönsten Küstenstrecken der Insel und ist selbst im August erstaunlich ruhig – viele Rundreisende drehen vorher um.

Wer dem Süden mehr Zeit gibt, findet im Sulcis im äußersten Südwesten ein Sardinien ohne Kulissen: die Bergbau-Vergangenheit der Costa Verde mit verlassenen Minenanlagen wie Porto Flavia, die in die Steilküste gesprengte Verladestation bei Masua, gegenüber der Felsturm Pan di Zucchero im Meer. Auf der Insel Sant'Antioco, über einen Damm erreichbar, wird seit phönizischer Zeit durchgehend gesiedelt, und im Städtchen Carloforte auf San Pietro sprechen die Nachfahren ligurischer Korallenfischer bis heute ihren eigenen Dialekt – die Thunfisch-Küche des Ortes ist ein eigenes Reiseziel. Das alles verbindet sich zu Tagesausflügen ab Cagliari oder Pula, ohne dass du das Quartier wechseln musst.

Alghero & Westküste

Alghero, Bosa und der katalanische Westen

Auf den Bastionen von Alghero servieren die Bars den Aperitivo direkt auf der Stadtmauer, und wenn die Sonne hinter dem Capo Caccia versinkt, klatscht gelegentlich tatsächlich jemand.

Alghero ist der katalanische Sonderfall Sardiniens: Im 14. Jahrhundert siedelte die Krone von Aragon hier Katalanen an, und ihre Sprache hat sich bis heute gehalten – Straßenschilder sind zweisprachig, die Altstadt heißt im Ortsdialekt L'Alguer. Hinter den honigfarbenen Bastionen drängen sich Kirchen, Kopfsteingassen und Läden, die Schmuck aus roter Koralle verkaufen; die Küste hier heißt nicht zufällig Riviera del Corallo. Alghero ist zudem die am einfachsten erreichbare Basis der Insel für alle, die ohne Auto anreisen: Der Flughafen liegt zehn Kilometer vor der Stadt, Strände wie Maria Pia und Le Bombarde erreichst du per Bus oder Rad, und abends spielt sich alles fußläufig in der Altstadt ab.

Das Pflichtprogramm vor der Stadt: das Kap Capo Caccia mit der Neptungrotte, per Ausflugsboot vom Hafen oder über die 654 Stufen der Escala del Cabirol, und die Bucht von Porto Conte, an deren Rand das Naturreservat Le Prigionette mit Wildpferden und Mufflons liegt. Dazu kommt ein Kapitel Vorgeschichte, das oft übersehen wird: Die Nekropole Anghelu Ruju ein paar Kilometer landeinwärts ist eine der größten Felsengrab-Anlagen der Insel, und der Nuraghe Palmavera an der Straße nach Porto Conte gehört zu den zugänglichsten überhaupt. Beide schaffst du an einem halben Tag, bevor es an den Strand geht.

Die Küstenstraße von Alghero nach Bosa ist die schönste Fahrstrecke des Westens: gut 40 Kilometer über der Steilküste, ohne ein einziges Dorf dazwischen, mit Gänsegeiern, die über den Hängen kreisen – hier lebt eine der letzten Kolonien Italiens. Bosa selbst liegt als einzige Flussstadt Sardiniens am Temo: pastellfarbene Häuser, die sich unterhalb des Castello Malaspina den Hang hinaufstapeln, alte Gerbereien am Ufer, und in den Kellern reift die Malvasia di Bosa, ein bernsteinfarbener Wein, den du in den Bars der Altstadt glasweise probierst. Ein Tagesausflug reicht für Bosa – aber wer eine Nacht bleibt, hat die Gassen abends für sich.

Weiter südlich öffnet sich die Sinis-Halbinsel bei Oristano, flach, lagunenreich und archaisch: Am Südzipfel liegen die Ruinen von Tharros, einer phönizischen Gründung mit Blick über zwei Meere, daneben das Fischerdorf San Giovanni di Sinis mit einer der ältesten Kirchen der Insel. Die Strände hier bestehen teils aus Quarzkörnern – Is Arutas ist der bekannteste –, und in den Lagunen stehen Flamingos zwischen Fischwehren, aus denen die berühmte Bottarga von Cabras stammt, gepresster Meeräschenrogen, den du hauchdünn über Pasta gehobelt bekommst. Der Westen ist insgesamt das ruhigste Küstenstück der Insel: weniger Jachten, mehr Wind, und Sonnenuntergänge über offenem Meer.

Unterkünfte

Hotels und Unterkünfte auf Sardinien – so wohnst du richtig

Zwischen der Fünf-Sterne-Adresse an der Costa Smeralda und dem Agriturismo, auf dem abends der eigene Pecorino auf den Tisch kommt, liegen Welten – und genau dazwischen liegt dein Budget vermutlich richtig.

Sardiniens Hotellandschaft ist zweigeteilt: An der Costa Smeralda und in Orten wie Porto Cervo oder Porto Rotondo konzentrieren sich die Luxushäuser der Insel, mit Preisen, die im August internationale Jachthafen-Dimensionen erreichen. Die gute Nachricht: Wenige Kilometer landeinwärts oder die Küste entlang halbieren sich die Preise, ohne dass die Strände schlechter werden – Cannigione, Palau, San Teodoro und Budoni sind die klassischen Alternativen mit normaler Hotel- und Apartmentstruktur. Dieselbe Logik gilt inselweit: Der Ortsname auf der Buchung entscheidet mehr über den Preis als die Entfernung zum Wasser.

Für Familien sind die Feriendörfer und Residence-Anlagen im Süden und Osten die pragmatische Wahl: rund um Villasimius, an der Costa Rei, bei Pula und in San Teodoro reihen sich Anlagen mit Pool, flach abfallenden Hausstränden und Apartments mit Küche. Viele arbeiten mit Wochenrhythmus und Halbpension; die guten Häuser für die Sommerferien sind früh im Jahr vergeben. Wer im Juli oder August reist, bucht am besten im Winter – und prüft, ob Strandservice und Kinderbetreuung im Preis stecken oder als Extras berechnet werden, das variiert stark von Haus zu Haus.

Die sardischste Art zu wohnen ist der Agriturismo im Hinterland: Höfe in der Gallura, der Barbagia oder im Hügelland hinter Oristano, auf denen abends ein festes Menü aufgetischt wird – eigene Salumi, Pecorino, Pasta, oft Porceddu vom Spieß, dazu der Hauswein, alles zu einem festen Preis – meist 35 bis 45 Euro pro Person inklusive Wein. Du wohnst zwanzig, dreißig Minuten vom Meer, bekommst dafür Stille, Sternenhimmel und ein Abendessen, für das andere weit fahren. Gerade auf einer Rundreise lohnt es, ein, zwei Agriturismo-Nächte zwischen die Küstenquartiere zu schieben; frag vorab, ob abends gekocht wird, nicht jeder Hof bewirtet täglich.

In den Städten schließlich wohnst du am besten mittendrin: In Alghero und Cagliari gibt es B&Bs und kleine Hotels in den Altstädten, von denen aus du alles zu Fuß erreichst – abends essen gehen, ohne Parkplatzsuche, morgens Cappuccino auf der Piazza. Cagliari eignet sich zudem als Basis für Ausflüge nach Barumini, Nora und Villasimius, bevor oder nachdem du die Küstenquartiere beziehst. Und ein Kalender-Tipp zum Schluss: Im Juni und September kosten dieselben Zimmer oft nur die Hälfte des August-Preises, das Meer ist warm, und die Restaurants haben Zeit für dich – wer nicht an Schulferien hängt, reist dann.

Hotels in Sardinien

Alle 39 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen & Trinken auf Sardinien

Im Agriturismo knistert das Ferkel seit Stunden über Wacholderglut, auf dem Tisch liegt hauchdünnes Pane Carasau, und der Cannonau kommt ohne Etikett aus dem eigenen Keller.

Sardiniens Küche ist eine Hirtenküche, keine Fischerküche – das überrascht auf einer Insel, erklärt sich aber aus der Geschichte: Die Sarden siedelten aus Angst vor Piraten jahrhundertelang im Landesinneren. Das Nationalgericht ist entsprechend Porceddu, Spanferkel, das stundenlang am Spieß über Macchia-Holz gart, bis die Kruste glasig knuspert – du bekommst es am besten im Agriturismo, wo es klassisch auf Korkrinde mit Myrtenzweigen serviert wird. Dazu gehört Pane Carasau, das papierdünne, doppelt gebackene Hirtenbrot, das monatelang haltbar ist; mit Olivenöl und Salz kurz überbacken heißt es Pane Guttiau und macht süchtig.

Bei der Pasta hat jede Region ihre Form: Malloreddus, kleine geriffelte Gnocchetti aus Hartweizengrieß, kommen alla Campidanese mit Salsiccia-Tomatensugo und Pecorino; Culurgiones, die kunstvoll wie Ähren verschlossenen Teigtaschen aus der Ogliastra, sind mit Kartoffeln, Pecorino und Minze gefüllt – eine Kombination, die besser funktioniert, als sie klingt; Fregola, geröstete Grießkügelchen, wird mit Venusmuscheln als sättigende Muschelsuppe serviert. An der Küste kommt dann doch das Meer auf den Teller: in Alghero die katalanisch geprägte Languste, in Cabras die Bottarga – gepresster, luftgetrockneter Meeräschenrogen; hauchdünn über Spaghetti gehobelt ist das vielleicht das eleganteste Gericht der Insel.

Der Käse ist ein eigenes Kapitel: Sardinien produziert einen Großteil des italienischen Pecorino, vom jungen, milden Laib bis zum bröckelnd-scharfen Pecorino Sardo Maturo, dazu Fiore Sardo, den rauchigen Rohmilchkäse der Hirten. Beim Wein regiert der Cannonau, ein kräftiger Roter, dem die Langlebigkeitsforschung gern eine Rolle dabei zuschreibt, dass in der Barbagia und Ogliastra auffallend viele Menschen hundert werden – die Region zählt zu den sogenannten Blue Zones. Als Weißer glänzt der Vermentino di Gallura, die einzige DOCG-Lage der Insel, mineralisch vom Granitboden. Und zum Abschluss kommt fast immer Mirto auf den Tisch, der dunkle Myrtenlikör, meist aufs Haus.

Süß endet das Essen mit Seadas: einer frittierten Teigtasche, gefüllt mit jungem Käse und Zitronenschale, übergossen mit bitterem Corbezzolo-Honig – die Kombination aus heißem Käse und Honig ist das kulinarische Erkennungszeichen der Insel. Wenn du im Herbst reist, plane die Veranstaltungsreihe Autunno in Barbagia ein: Von September bis Dezember öffnen reihum die Bergdörfer der Barbagia ihre Höfe, Keller und Werkstätten – ein Wochenende Mamoiada oder Oliena mit neuem Wein, frischen Kastanien und offenen Backstuben zeigt dir mehr über die Insel als jede Strandwoche. Reservieren gilt übrigens überall: Gute Agriturismi und die bekannten Trattorien in Cagliari und Alghero sind im Sommer abends voll.

Ein praktischer Hinweis noch: Echte Küche findest du dort, wo die Karte kurz ist und Sardisch gesprochen wird – in den Dörfern des Hinterlands, in den Vierteln abseits der Hafenpromenaden. Die Strandrestaurants der Ferienorte kochen oft austauschbar und teuer. Mittags reicht vielerorts ein Stück Focaccia oder ein Pane-Carasau-Teller vom Markt; das große Essen gehört auf Sardinien in den Abend, wenn die Hitze nachlässt und sich die Plätze füllen.

Restaurants in Sardinien

Alle 34 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Sardinien – Flug nach Olbia oder Cagliari, Fähre ab Genua und Livorno

Die Grundsatzfrage jeder Sardinien-Reise entscheidet sich am Schreibtisch – eigenes Auto auf der Nachtfähre oder Flug plus Mietwagen. Beides funktioniert, aber beides will früh gebucht sein.

Am schnellsten geht es mit dem Flugzeug: Sardinien hat drei Flughäfen – Olbia (OLB) für den Nordosten, Cagliari (CAG) für den Süden und Alghero (AHO) für den Nordwesten. Aus Deutschland fliegen im Sommerhalbjahr mehrere Airlines direkt, teils saisonal; die Flugzeit liegt bei knapp zwei Stunden. Welcher Flughafen der richtige ist, hängt allein vom Quartier ab, denn quer über die Insel sind es drei bis vier Stunden Fahrt: Costa Smeralda und Gallura fliegst du über Olbia an, Cagliari bedient Villasimius, Chia und die Costa Rei, Alghero den katalanischen Westen. Für eine Rundreise sind Gabelflüge – hin nach Olbia, zurück ab Cagliari – oft die eleganteste Lösung, wenn der Mietwagen-Anbieter Einwegmieten erlaubt.

Mit dem eigenen Auto nimmst du die Fähre ab dem italienischen Festland: Genua, Livorno und Civitavecchia sind die wichtigsten Abfahrtshäfen, auf sardischer Seite laufen die Schiffe Olbia, Golfo Aranci, Porto Torres und Cagliari an. Die Überfahrten dauern je nach Route zwischen rund fünf Stunden am Tag und einer ganzen Nacht; die Nachtfähre mit Kabine ist die entspannteste Variante – du schläfst, während du reist, und stehst morgens ausgeruht auf der Insel. Entscheidend ist der Buchungszeitpunkt: Für Juli und August mit Fahrzeug reservierst du am besten im Winter oder zeitigen Frühjahr, sonst sind die günstigen Kontingente weg – für Auto plus Innenkabine im August sind 300 bis 500 Euro pro Strecke eine realistische Größenordnung, früh gebucht deutlich weniger. Ab Süddeutschland rechnest du bis Genua oder Livorno mit einem guten Fahrtag.

Auf der Insel selbst führt am Auto kaum ein Weg vorbei: Das Rückgrat ist die vierspurige SS131 von Cagliari über Oristano nach Sassari und Porto Torres, mautfrei wie alle sardischen Straßen – Autobahnen gibt es keine. Die Bahn verbindet nur die größeren Städte der Achse Cagliari–Oristano–Sassari plus Olbia, an die Strände kommst du damit praktisch nirgends; Überlandbusse fahren, aber dünn getaktet und in den Ferienmonaten auf Schulzeiten-Niveau. Eine liebenswerte Ausnahme ist der Trenino Verde, eine historische Schmalspurbahn, die im Sommer auf einzelnen Strecken durchs Bergland zuckelt – als Ausflug lohnend, als Verkehrsmittel nicht.

Beim Mietwagen gelten drei Regeln: früh buchen, denn die Flotten auf der Insel sind in der Hochsaison knapp – in der Nebensaison bekommst du Kleinwagen ab rund 30 bis 40 Euro pro Tag, im August wird daraus leicht das Doppelte; klein wählen, denn Ortsdurchfahrten und Küstensträßchen sind eng und Parkbuchten knapp bemessen; und den Zustand bei Übernahme dokumentieren, wie überall. Tanken ist an den Superstrada-Tankstellen am günstigsten, Selbstbedienung ('fai da te') spart gegenüber dem bedienten Service ein paar Cent pro Liter. Und plane Fahrzeiten großzügig – nicht wegen des Verkehrs, sondern wegen der Straßen: 60 Küstenkilometer sind auf Sardinien selten unter anderthalb Stunden zu haben, und die schönsten Strecken willst du ohnehin nicht schnell fahren.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Partnerangebote in Kürze
Mit Kindern

Sardinien mit Kindern

Am Nachmittag watet die ganze Familie durch das hüfttiefe Wasser zur Sandbank von Su Giudeu, und das größte Kind trägt die Schnorchelmaske schon seit dem Frühstück im Gesicht.

Sardinien ist eine der dankbarsten Familieninseln des Mittelmeers, aus einem einfachen Grund: Viele der besten Strände fallen extrem flach ab. An der Costa Rei, am Poetto von Cagliari, in der Bucht von Chia oder an der La Pelosa bei Stintino stehen Kinder zwanzig, dreißig Meter vom Ufer entfernt noch im hüfttiefen, glasklaren Wasser – ideale Bedingungen zum Planschen und für erste Schnorchelversuche. Als Faustregel für die Standortwahl: Süden und Nordwesten haben die flachsten Sandstrände, die Calas der Ostküste sind spektakulär, aber steinig und mit Abstiegen verbunden – nichts für den Buggy, gut für trittsichere Teenager.

Als Basis funktionieren die Feriendörfer und Residences rund um Villasimius, an der Costa Rei, bei Pula und in San Teodoro am besten: Apartments mit Küche, Pool als Nachmittagsprogramm, Hausstrand in Gehweite – so bleibt der Mietwagen auch mal stehen. Der Tagesrhythmus stellt sich von selbst auf sardisch um: vormittags Strand, mittags Schatten und Siesta, denn im Juli und August stehen verlässlich über 30 Grad, und der Maestrale kann die Sonne heimtückisch mild wirken lassen – Sonnenschutz ist hier keine Formalie. Der späte Nachmittag gehört dann dem zweiten Strandgang oder dem Eis an der Piazza.

Fürs Programm abseits des Strandes gibt es verlässliche Zugpferde: eine Bootstour durch das La-Maddalena-Archipel oder entlang des Golfo di Orosei mit Badestopps in Buchten, die man nur vom Wasser erreicht; die Neptungrotte bei Alghero, deren Tropfsteinsäle auch verwöhnte Kinder still werden lassen; die Flamingos in den Lagunen von Cagliari und Villasimius, gratis und garantiert; und Su Nuraxi in Barumini, wo die Führung durch die engen Gänge des Bronzezeit-Turms wie eine Höhlenexpedition wirkt. Auf Caprera und rund um Palau kommen Klettereien über Granitfelsen dazu – Badeschuhe für alle einpacken, die Felsen und Seeigel machen sie zur wichtigsten Ausrüstung der Reise.

Zwei ehrliche Einschränkungen: Die Fahrzeiten. Sardische Straßen sind kurvig, und was auf der Karte nach einem kurzen Ausflug aussieht, wird auf der Rückbank schnell zur Geduldsprobe – plane pro Tag ein Ziel und halte die Etappen unter einer Stunde. Und der August: Er ist der teuerste, heißeste und vollste Monat, italienische Familien füllen dann die eigenen Strände. Wenn die Schulferien es zulassen, sind Juni und September die besseren Familienmonate – das Meer hat Badetemperatur, die Parkplätze sind frei, und die Preise für Fähre, Flug und Unterkunft liegen deutlich unter dem Ferragosto-Niveau.

Aktivitäten & Touren in Sardinien

Alle 17 Aktivitäten
Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Sardinien – und welche Basis zu dir passt

CagliariCagliariSardiniens Hauptstadt stapelt 3.000 Jahre Geschichte auf den Castello-Hügel, davor liegen acht Kilometer Poetto-Strand und Lagunen voller Flamingos. Die Markthalle San Benedetto und die Trattorien der Marina machen sie zur besten Stadtbasis der Insel.Ideal für: Stadt, Kultur & Strand2–3 TageAlgheroAlgheroKatalanische Gassen hinter Bastionsmauern direkt am Meer, Korallenschmuck-Werkstätten und das Capo Caccia mit der Neptungrotte vor der Tür. Alghero ist zudem der einzige Ort der Insel, der auch ohne Auto richtig gut funktioniert.Ideal für: Altstadt & Genuss2–3 TageOlbiaOlbiaFährhafen, Flughafen und Tor zur Costa Smeralda – aber der Corso Umberto mit seinen Granithäusern und die Basilika San Simplicio lohnen einen eigenen Abend, bevor es weiter an die Strände der Gallura geht.Ideal für: Ankommen & Ausschwärmen½–1 TagPorto CervoPorto CervoDas 1962 erdachte Herz der Costa Smeralda: Jachthafen, Piazzetta und Architektur wie aus einem einzigen Guss. Die Strände der Umgebung – Spiaggia del Principe, Capriccioli – sind öffentlich und zählen zu den schönsten der Insel.Ideal für: Jachthafen-Flair & Buchten½–1 TagVillasimiusVillasimiusBadeort am Capo Carbonara mit Meeresschutzgebiet, glasklarem Wasser und Stränden wie Porto Giunco, hinter dem Flamingos im Teich stehen. Von Cagliari in gut einer Stunde erreichbar – als Tagesausflug oder Familienquartier.Ideal für: Strände & Familien2–4 TageSanta Teresa GalluraSanta Teresa GalluraStädtchen an der Nordspitze mit Blick auf die Kalkfelsen von Bonifacio – die Fähre nach Korsika braucht knapp eine Stunde. Nebenan liegt Capo Testa mit windgeschliffenen Granitformationen und versteckten Buchten.Ideal für: Granitküste & Korsika-Ausflug1–2 TageBosaBosaSardiniens einzige Flussstadt: pastellfarbene Häuser am Temo unterhalb des Castello Malaspina, alte Gerbereien am Ufer und Malvasia-Keller in der Altstadt. Die Anfahrt über die Küstenstraße von Alghero ist die schönste der Westküste.Ideal für: Flussstadt & Wein1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Sardinien: Wetter und Wassertemperatur im Jahreslauf

Sardinien hat ein langes Badefenster und ein noch längeres Reisefenster – zwischen Aprilblüte und Oktobermeer liegt mehr als ein halbes Jahr, in dem die Insel funktioniert.

Das Klima ist klassisch mediterran: milde, regenreiche Winter, ein grünes, blühendes Frühjahr, heiße und sehr trockene Sommer sowie ein langer, warmer Herbst, in dem das Meer die Sommerwärme speichert – im Oktober ist das Wasser oft noch wärmer als im Juni. Prägend ist der Wind: Der Maestrale aus Nordwest kann an der West- und Nordküste tagelang kräftig blasen, macht die Hitze aber auch erträglich. Die Werte unten gelten für Cagliari im Süden; im Bergland der Barbagia ist es deutlich kühler, im Winter liegt auf dem Gennargentu gelegentlich Schnee.

Jan14°6°mild, grün, still
Feb15°6°Mandelblüte, Karneval
Mär17°8°Frühling, wechselhaft
Apr19°10°Blütezeit, Wanderwetter
Mai24°13°warm, alles offen
Jun28°17°Badestart, noch leer
Jul31°20°heiß, Hochsaison
Aug32°21°Ferragosto, voll
Sep28°18°warmes Meer, ruhiger
Okt24°14°mild, Meer noch warm
Nov19°10°regenreich, einsam
Dez15°7°mild, Nebensaison

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Sardinien sind Juni und September, mit Mai und Oktober als starken Rändern: Im Juni ist das Meer badewarm und die Insel noch leer, im September badest du bei 24 Grad Wassertemperatur ohne den August-Andrang. Der Hochsommer gehört den Stränden – für Rundreisen, Städte und Wanderungen im Supramonte sind Mai und Oktober die klügeren Monate. Im August konkurrierst du mit halb Italien um Fähren, Parkplätze und Zimmer.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Sardinien

Wie viele Tage braucht man für Sardinien?
Für eine Region – etwa den Nordosten oder den Süden – reicht eine Woche mit Standquartier. Für die klassische Rundreise einmal um die Insel solltest du 10 bis 14 Tage einplanen: Die Distanzen sind groß, und die Küstenstraßen sind langsamer, als die Karte vermuten lässt.
Braucht man auf Sardinien ein Auto?
Praktisch ja: Bahn und Bus verbinden nur die größeren Städte, an die Strände und ins Bergland kommst du ohne Auto kaum. Einzige gut funktionierende Ausnahme ist Alghero, wo Altstadt, Strände und Flughafen per Bus und Rad erreichbar sind – für einen reinen Stadt-und-Strand-Urlaub genügt das.
Fähre oder Flugzeug – wie kommt man am besten nach Sardinien?
Mit wenig Zeit: Flug nach Olbia, Cagliari oder Alghero (knapp zwei Stunden ab Deutschland) plus Mietwagen. Mit eigenem Auto oder Camper: Nachtfähre ab Genua, Livorno oder Civitavecchia. Für August-Überfahrten mit Fahrzeug buchst du am besten schon im Winter, sonst wird es teuer oder knapp.
Wann ist die beste Reisezeit für Sardinien?
Juni und September sind ideal: Badetemperaturen, aber ohne den August-Andrang und zu deutlich niedrigeren Preisen. Mai und Oktober eignen sich für Rundreisen und Wanderungen, baden ist im Oktober meist noch möglich, weil das Meer die Sommerwärme speichert. Der August ist am vollsten und teuersten.
Wo sind die schönsten Strände Sardiniens?
Die Klassiker: La Pelosa bei Stintino im Nordwesten, die Calas des Golfo di Orosei im Osten (Cala Goloritzé, Cala Mariolu), die Buchten der Costa Smeralda, Porto Giunco bei Villasimius und die Dünenküste von Chia im Süden. Flache Sandstrände für Familien findest du vor allem im Süden und Nordwesten.
Muss man Strände auf Sardinien reservieren?
Einige ja: Für La Pelosa bei Stintino und Cala Goloritzé bei Baunei ist die Besucherzahl gedeckelt, du buchst den Zugang vorab online und zahlst eine Gebühr. Auch einzelne Buchten wie Punta Molentis bei Villasimius limitieren im Sommer die Zufahrt. Prüfe die Regeln der Gemeinden kurz vor deinem Besuch.
Wie lange dauert die Fähre nach Sardinien?
Je nach Route zwischen rund fünf und zwölf Stunden: Schnellverbindungen ab Livorno oder Civitavecchia nach Olbia und Golfo Aranci schaffen es tagsüber in fünf bis sieben Stunden, die Nachtfähren ab Genua nach Porto Torres oder Olbia fahren über Nacht – mit Kabine die entspannteste Art anzureisen.
Ist Sardinien teuer?
Gespalten: Die Costa Smeralda im August spielt in der obersten Preisliga Europas, der Rest der Insel nicht. In Agriturismi, Dorftrattorien und außerhalb der Ferienmonate isst und wohnst du günstiger als in vielen deutschen Städten. Die großen Posten sind Hochsaison-Fähren, Mietwagen und Unterkünfte im August.
Ist die Costa Smeralda auch mit normalem Budget machbar?
Ja – die Strände sind öffentlich und kosten höchstens Parkgebühren. Du wohnst in Nachbarorten wie Cannigione, Palau oder San Teodoro zu normalen Preisen und fährst zum Baden hinein. Porto Cervo selbst schaust du dir beim Abend-Aperitivo an; das Schauspiel im Jachthafen ist gratis.
Welcher Teil Sardiniens ist am schönsten?
Je nach Reisestil: Der Nordosten mit Costa Smeralda und La-Maddalena-Archipel hat das berühmteste Wasser, der Osten am Golfo di Orosei die wildeste Küste, der Süden um Villasimius und Chia die besten Familienstrände, der Westen um Alghero und Bosa den meisten Charakter abseits des Trubels.
Ist Sardinien für einen Urlaub mit Kindern geeignet?
Sehr gut sogar: Viele Strände fallen extrem flach ab – Costa Rei, Chia, Poetto und La Pelosa sind ideale Plansch- und Schnorchelreviere. Feriendörfer mit Pool und Apartments gibt es vor allem im Süden und bei San Teodoro. Halte Autofahrten kurz und meide, wenn möglich, den heißen, vollen August.
Kann man auf Sardinien wandern?
Ja, vor allem im Supramonte an der Ostküste: die Gola su Gorropu, das Höhlendorf Tiscali und der anspruchsvolle Küsten-Trek Selvaggio Blu gehören zu den besten Touren des Mittelmeerraums. Beste Wanderzeit sind April bis Juni und September bis Oktober – im Hochsommer ist es für lange Touren zu heiß.
Wie warm ist das Wasser auf Sardinien?
Badesaison ist von Juni bis Mitte Oktober: Im Juni erreicht das Meer rund 21 bis 23 Grad, im August seinen Höchststand um 25 bis 26 Grad, und im September und frühen Oktober hält es sich bei angenehmen 22 bis 24 Grad – der Herbst ist dank der gespeicherten Sommerwärme oft besser als der Frühsommer.
SardinienGranitbuchten, türkises Wasser und 7.000 bronzezeitliche Steintürme – Sardinien ist Italiens wilder Inselkontinent.
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