Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Olbia
Das historische Olbia passt bequem in einen Vormittag zu Fuß, und die beiden Stücke, die wirklich zählen, liegen keine zehn Gehminuten auseinander.
Fang bei der Basilika San Simplicio an, dem wichtigsten mittelalterlichen Bau der Stadt. Sie steht ein Stück abseits des Zentrums auf einer leichten Anhöhe, dort, wo im Altertum die Nekropole vor den Toren lag, und wurde ab dem 11. Jahrhundert aus grob behauenen Blöcken des hellen Gallura-Granits errichtet. Innen tragen antike Säulen, die aus römischen Bauten der Stadt stammen, die drei Schiffe – ein Detail, an dem man die Bauweise der Zeit gut ablesen kann: Was da war, wurde verwendet. Die Fassade ist schmucklos bis zur Strenge, ohne Fensterrosen-Prunk und ohne Marmor, und genau das macht den Raum aus. Mitte Mai ist die Basilika Mittelpunkt von Sa Festa Manna, dem Patronatsfest, für das die Stadt tagelang Prozessionen, Musik und Stände auf die Straßen bringt – Zimmer im Zentrum sind in diesen Tagen früh vergeben.
Vom Bahnhof zieht der Corso Umberto I als Fußgängerachse hinunter Richtung Hafen und ist ab dem späten Nachmittag die belebteste Straße der Gallura. Zwischen niedrigen Granithäusern reihen sich Eisdielen, Weinbars, Modeläden und Terrassen, viele davon öffnen nach der Mittagspause erst wieder gegen halb sechs. Auf halbem Weg steht die Chiesa di San Paolo, deren Kuppel im 20. Jahrhundert ihre vielfarbig glasierte Majolikaverkleidung bekam und die aus den Seitengassen immer wieder zwischen den Dächern auftaucht; die Kirche selbst geht auf einen deutlich älteren Sakralbau zurück. Verstreut im Zentrum liegen freigelegte Reste des römischen Olbia, darunter Mauerzüge und Thermenteile, die zwischen moderne Häuser eingepasst wurden – kleine Fenster in eine Stadt, die schon punisch und römisch ein Hafen war und bis 1939 Terranova Pausania hieß.
Am unteren Ende des Corso öffnet sich die Hafenpromenade, und auf dem Inselchen Peddone steht das Museo Archeologico in einem Neubau, der aussieht wie ein auf Grund gelaufenes Schiff. Das Herzstück sind die Reste römischer Schiffe, die bei Bauarbeiten im alten Hafenbecken gefunden wurden und vermutlich bei einem Angriff im 5. Jahrhundert brannten und sanken – dazu Amphoren, Anker und Ladungsreste, die zeigen, wie eng Olbia am Verkehr zwischen Rom und der Insel hing. Der Rundgang ist kompakt, gut beschildert und für Kinder eine der wenigen wetterunabhängigen Adressen der Stadt. Wenige Schritte weiter führt der Damm hinaus zum Fährterminal Isola Bianca, von dem aus du die ganze Uferlinie im Blick hast.
Zwei Ziele lohnen den kurzen Weg mit dem Auto. Der Pozzo Sacro Sa Testa östlich der Stadt ist ein nuraghischer Brunnentempel aus der Bronzezeit: ein gepflasterter Vorhof, eine Treppe, die in den Boden führt, und darunter eine Kammer mit falschem Gewölbe über der Quelle – ein Bauwerk, das ohne Mörtel auskommt und trotzdem seit rund drei Jahrtausenden steht. Nördlich über dem Golf liegt auf dem Hügel Cabu Abbas der Nuraghe Riu Mulinu mit einem gewaltigen Mauerring; der Aufstieg dauert eine gute halbe Stunde und belohnt mit dem besten Überblick über die Bucht. Wer nur eine Stunde Zeit hat und Schatten sucht, geht stattdessen in den Parco Fausto Noce, den großen Stadtpark mit Pinien, Teich und Spielplätzen.







































