Region · Italien

Abruzzen

Kaum zwei Stunden östlich von Rom ragt der höchste Gipfel des Apennin über Hochebenen, Wolfsreviere und eine Adriaküste voller hölzerner Fischerstege.

4 Städte22 Sehenswürdigkeiten17 Hotels
Überblick

Deine Abruzzen auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai & Juni · September & Oktober (Küste auch Juli/August)
Anreise
Flughafen Pescara (Abruzzo); Autobahn A24/A25 ab Rom; Bahn nach Pescara & L'Aquila
Sprache
Italienisch mit abruzzesischem Dialekt
Vor Ort
Mietwagen für Berge & Nationalparks; Küstenradweg an der Costa dei Trabocchi
Wichtigster Tipp
Berg- und Küstenwetter trennen sich – Schichten und feste Schuhe einpacken
Währung & Sprache
Euro · Italienisch (abruzzesischer Dialekt)
Die Region

Was Abruzzen ausmacht

Die Abruzzen sind das Bergherz Italiens: Am Corno Grande im Gran-Sasso-Massiv erreicht der Apennin seine 2.912 Meter, darunter dehnt sich die Hochebene von Campo Imperatore aus, die seit Fosco Maraini den Beinamen „Klein-Tibet“ trägt. In drei Nationalparks ziehen Apenninwölfe und die letzten Marsicanischen Braunbären durch alte Buchenwälder, aus halb verlassenen Bergdörfern wie Santo Stefano di Sessanio sind Albergo-diffuso-Refugien geworden, und an der Costa dei Trabocchi spannen hölzerne Fischerplattformen ihre Netze über die Adria. Dazu kommen L'Aquilas wiederaufgebaute Renaissance-Altstadt, die Zuckermandeln von Sulmona, Safran aus Navelli, Arrosticini vom Holzkohlegrill und kräftiger Montepulciano d'Abruzzo – eine Region für alle, die Berge, Stille und ehrliche Küche suchen.

Reiseführer

Abruzzen von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Hinter Rom schraubt sich die A24 in Viadukten und Tunneln in den Apennin, und wenn sich die Autobahn hinter L'Aquila bei Assergi dem Gran Sasso nähert, steht plötzlich Hochgebirge in der Windschutzscheibe – kahle Kalkgipfel, Schafherden, kaum ein Haus. Die Abruzzen liegen keine zwei Stunden von der Hauptstadt entfernt und fühlen sich an wie ein anderes Land – leiser, rauer, und an der Adria enden sie in einer Küste voller hölzerner Fischerstege.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Abruzzen

Auf dem Grat über Calascio steht eine Burgruine so allein im Wind, dass Hollywood hier gleich mehrfach das Mittelalter gedreht hat.

Rocca Calascio ist das Wahrzeichen der Region: eine Burgruine auf 1.460 Metern, die frei auf einem Felsgrat über dem Tal von Navelli steht – Drehort von „Ladyhawke“ und einer der meistfotografierten Punkte des Apennin. Vom Parkplatz unterhalb des Dorfs Calascio läufst du in einer knappen halben Stunde hinauf; das beste Licht fällt am späten Nachmittag, wenn die Mauern glühen und die Hochflächen des Gran Sasso hinter der achteckigen Kapelle Santa Maria della Pietà liegen. Zehn Fahrminuten weiter duckt sich Santo Stefano di Sessanio an den Hang, ein Medici-Dorf aus grauem Stein, das mit seinem Albergo diffuso zum Modellfall für sanfte Dorfrettung wurde.

L'Aquila verlangt einen halben bis ganzen Tag: Die Basilika Santa Maria di Collemaggio mit ihrer rot-weiß gemusterten Fassade ist das wichtigste Bauwerk der Region – hier wurde 1294 der Eremit Pietro da Morrone zu Papst Coelestin V. gekrönt, und die von ihm gestiftete Perdonanza Ende August zählt heute zum immateriellen UNESCO-Erbe. Dazu kommen die Fontana delle 99 Cannelle, ein mittelalterlicher Brunnen mit 99 steinernen Wasserspeiern, das mächtige Castello Cinquecentesco und eine Altstadt, in der sich seit dem Erdbeben von 2009 restaurierte Palazzi und letzte Baustellen abwechseln – gerade dieses Nebeneinander macht den Besuch eindrücklich.

Sulmona, Geburtsstadt des Dichters Ovid, ist die eleganteste Kleinstadt der Abruzzen: Über die weite Piazza Garibaldi zieht sich ein mittelalterlicher Aquädukt, in den Gassen verkaufen Manufakturen die berühmten Confetti – kunstvoll zu Blumen gebundene Zuckermandeln, die in ganz Italien zu Hochzeiten gehören. Von hier lohnt der Abstecher nach Scanno: Das Bergdorf mit seinen Fotografen-Gassen liegt über einem See, der vom Wanderweg „Sentiero del Cuore“ aus tatsächlich die Form eines Herzens zeigt – einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Region.

Unterirdisch und abgelegen wird es bei den Grotte di Stiffe: Bei San Demetrio ne' Vestini schießt ein aktiver Höhlenfluss durch die Tropfsteinhallen, im Frühjahr mit tosendem Wasserfall – Besuch nur mit Führung. In der Majella wiederum halten sich die Einsiedeleien von Coelestin V. an die Felswände: Der Eremo di San Bartolomeo in Legio und Santo Spirito a Majella sind in den Stein gebaute Kapellen, die du nur zu Fuß erreichst, und gehören zu den stillsten Orten Italiens.

Sehenswürdigkeiten in Abruzzen

Alle 22 Sehenswürdigkeiten
Gran Sasso & Campo Imperatore

Gran Sasso und Campo Imperatore: Klein-Tibet im Apennin

Oben auf der Hochebene hört die Baumgrenze auf, der Wind übernimmt, und zwischen grasenden Pferden spiegelt ein flacher See den Corno Grande.

Der Gran Sasso d'Italia ist das höchste Massiv des Apennin, und der Corno Grande sein Dach: 2.912 Meter Kalkfels, an dessen Nordflanke sich mit dem Calderone der südlichste Gletscherrest Europas hält. Davor dehnt sich Campo Imperatore aus, eine baumlose Hochebene auf rund 1.600 bis 2.100 Metern, gut 25 Kilometer lang – der Schriftsteller und Tibet-Reisende Fosco Maraini nannte sie „Klein-Tibet“, und der Name ist geblieben. Im Sommer weiden hier Schafe, Rinder und halbwilde Pferde zwischen den Karstmulden, und die Straße über die Ebene gehört zu den eindrucksvollsten Fahrten Italiens.

Hinauf kommst du auf zwei Wegen: mit dem Auto über die Passstraße von Fonte Cerreto beziehungsweise von Castel del Monte aus – oder mit der Seilbahn, die von Fonte Cerreto bei Assergi direkt zur Bergstation auf gut 2.100 Metern schwebt. Oben stehen ein Observatorium und das rote Hotel Campo Imperatore, in dem Mussolini 1943 gefangen gehalten und von deutschen Fallschirmjägern ausgeflogen wurde – die Geschichte hängt dort bis heute an den Wänden. Ein Ritual für viele Besucher ist der Halt am Ristoro Mucciante an der Hochebenen-Straße: Du kaufst Arrosticini am Kiosk und grillst sie selbst auf den Rosten dahinter.

Zum Wandern ist Campo Imperatore der ideale Ausgangspunkt: Die Via normale auf den Corno Grande startet an der Bergstation und ist an einem langen Halbtag machbar, verlangt aber Trittsicherheit im Schutt und ein Auge auf das Wetter – Gewitter ziehen hier schnell auf. Deutlich gemütlicher sind die Runde um den kleinen Lago di Pietranzoni, dessen Wasserfläche bei Windstille den Corno Grande spiegelt, oder die Wege um Rocca Calascio und Castel del Monte am Südrand der Ebene. Die Hochlagen sind von Juni bis September verlässlich schneefrei; davor und danach brauchst du alpine Erfahrung.

Praktisch wichtig: Auf der Hochebene gibt es kaum Infrastruktur – tanke vorher, nimm Wasser und Windjacke mit, auch im Hochsommer, denn zwischen Tal und Ebene liegen oft zehn Grad Temperaturunterschied. Die Passstraßen sind im Winter teils gesperrt, dann läuft oben der kleine, aber traditionsreiche Skibetrieb von Campo Imperatore. Wer nicht selbst fahren will, kombiniert die Seilbahn ab Fonte Cerreto mit einer Wanderung am Grat – und plant den Sonnenuntergang an der Rocca Calascio als Abschluss ein.

Nationalparks & Wandern

Die Nationalparks der Abruzzen

Im Morgengrauen am Rand der Camosciara stehen die Chancen am besten, dass sich zwischen den Buchen kurz ein brauner Rücken bewegt.

Rund ein Drittel der Abruzzen steht unter Schutz – einer der höchsten Anteile aller Regionen Europas. Drei Nationalparks teilen sich das Gebirge: der Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise im Süden, 1923 als einer der ältesten Parks Italiens gegründet, der Gran Sasso e Monti della Laga im Norden und die Majella im Osten, deren wilder Gebirgsstock heute auch UNESCO-Geopark ist. Dazu kommt das Regionalreservat Sirente-Velino. Der älteste Park um Pescasseroli ist das letzte Kernrevier des Marsicanischen Braunbären, von dem nur noch rund 50 bis 60 Tiere leben – dazu Apenninwölfe, Gämsen und Steinadler.

Das Herz des Abruzzen-Nationalparks liegt im oberen Sangro-Tal: Pescasseroli mit Parkzentrum, das Bergdorf Opi und der türkis leuchtende Lago di Barrea. Von Civitella Alfedena startet der bekannteste Weg des Parks ins Val di Rose, wo du im Sommer fast sicher Abruzzen-Gämsen an den Felsbändern siehst – der Zustieg ist in der Hochsaison kontingentiert und teils nur mit Führung erlaubt, also vorab im Parkbüro klären. Leichter zugänglich ist das Amphitheater der Camosciara mit Wasserfällen am Talschluss. In den alten Buchenwäldern des Parks, etwa der Val Cervara, stehen Bäume von mehr als 500 Jahren – sie zählen zum UNESCO-Welterbe der europäischen Urbuchenwälder.

Die Majella ist der raueste der drei Parks: ein mächtiger, von Schluchten zerschnittener Gebirgsstock, dessen höchster Punkt, der Monte Amaro, 2.793 Meter erreicht. An seinem Ostrand schneiden die Gole di Fara San Martino als schmale Felsgasse in den Berg – der Einstieg liegt direkt hinter dem Dorf, dessen Quellwasser die großen Pastahersteller wie De Cecco seit Generationen nutzen. Wer Geschichte im Fels sucht, wandert zu den Coelestin-Eremitagen; wer Weite will, steigt von der Hochfläche des Blockhaus-Kamms Richtung Monte Amaro – eine lange, schattenlose Tour nur für stabile Wetterlagen.

Zum Thema Bär: Sichtungen sind möglich, aber nie garantiert – am ehesten in der Dämmerung an den Talrändern um Pescasseroli, Villalago oder Gioia dei Marsi. Lokale Anbieter führen Wildlife-Watching-Touren mit Spektiven, was deine Chancen deutlich erhöht und die Tiere schützt. Halte grundsätzlich Distanz, füttere nie, und lass den Hund an der Leine – der Park lebt davon, dass Bären hier gelassen bleiben können. Die beste Zeit für Wanderungen in allen drei Parks sind Mai bis Juni, wenn die Orchideen blühen, und der September mit stabilem Wetter und leeren Wegen.

Aktivitäten & Touren in Abruzzen

Alle 11 Aktivitäten
Strände & Küste

Die schönsten Strände der Abruzzen – von Pescara bis zur Costa dei Trabocchi

Bei Pineto stehen die Schirmpinien bis fast an den Sand, und vor dem Turm von Cerrano schimmert das Wasser über den Seegraswiesen heller als anderswo.

Die Küste der Abruzzen zerfällt in zwei Hälften. Nördlich von Pescara läuft feiner, flach abfallender Sand fast ununterbrochen bis zur Grenze der Marken: Giulianova, Tortoreto und Alba Adriatica sind klassische Familienbadeorte mit Bagni, Liegenreihen und Radwegen auf der Promenade. Am schönsten ist der Abschnitt um Pineto und Silvi, wo Schirmpinien den Strand säumen und um den alten Wachturm Torre del Cerrano ein Meeresschutzgebiet liegt – die Dünen dort gehören zu den letzten intakten der Adria, und das flache Wasser macht den Abschnitt ideal mit Kindern.

Pescara selbst hat mehr als zehn Kilometer Stadtstrand mit allem, was dazugehört: Strandbäder in langen Reihen, Beachvolleyball, abends Aperitivo an der Promenade und die geschwungene Fußgängerbrücke Ponte del Mare als Wahrzeichen über der Hafeneinfahrt. Das ist kein einsames Naturerlebnis, aber die unkomplizierteste Adresse der Region: Du wohnst, isst und badest fußläufig, der Bahnhof liegt zentral, und für Ausflüge in die Berge sitzt du schnell auf der A25. Wer es ruhiger mag, weicht auf die freien Strandabschnitte Richtung Montesilvano oder Francavilla al Mare aus.

Südlich von Ortona wechselt die Küste den Charakter: Statt endlosem Sand reihen sich Kiesbuchten, Felsvorsprünge und die hölzernen Trabocchi aneinander. Die Buchten Ripari di Giobbe und Punta Ferruccio bei Ortona erreichst du über Fußwege durchs Grün, weiter südlich locken die Strände von San Vito Chietino, Fossacesia Marina unterhalb der Abtei San Giovanni in Venere und schließlich Punta Aderci bei Vasto – ein Naturreservat, dessen Strand Punta Penna regelmäßig unter die schönsten Italiens gewählt wird. Hier brauchst du Badeschuhe für den Kies, wirst dafür aber mit klarem Wasser belohnt.

Die Badesaison läuft von Juni bis Mitte September, das Wasser erreicht im August 25 bis 26 Grad. Viele Orte der Küste tragen die Bandiera Blu für Wasserqualität und Service. Rechne im August mit vollen Bagni und Vorausbuchung für Liegen in der ersten Reihe; im Juni und September bekommst du dieselben Strände halb leer. Und plane mindestens einen Abend an der südlichen Küste ein – Sonnenaufgang oder Abendlicht an einem Trabocco gehört zu den Bildern, die von einem Abruzzen-Urlaub bleiben.

Costa dei Trabocchi

Costa dei Trabocchi: mit dem Rad von Ortona nach Vasto

Die Trabocchi stehen auf Stelzen im Meer wie große hölzerne Insekten, und an ihren Auslegern hängen die Netze, mit denen hier seit Jahrhunderten gefischt wird.

Ein Trabocco ist eine Fischereimaschine aus Holz: eine Plattform auf Stelzen im Meer, über einen schmalen Steg mit dem Ufer verbunden, mit langen Auslegern, an denen ein Senknetz hängt. Gabriele d'Annunzio, der die Küste aus seiner Zeit in San Vito kannte, beschrieb sie als spinnengleiche Wesen zwischen den Felsen – der Trabocco Turchino bei San Vito Chietino, den er in einem Roman verewigte, steht bis heute. Jahrhundertelang sicherten die Konstruktionen Fischfang ohne Boot; heute sind die meisten restauriert und viele zu kleinen Restaurants über dem Wasser geworden.

Das Rückgrat der Küste ist die Via Verde: ein rund 42 Kilometer langer Rad- und Fußweg auf der stillgelegten Bahntrasse zwischen Ortona und Vasto, fast durchgehend am Meer, weitgehend flach und autofrei. Du rollst durch alte Tunnel, an Kiesbuchten und Weinbergen vorbei, und alle paar Kilometer taucht der nächste Trabocco auf. Leihräder und E-Bikes gibt es in Ortona, Fossacesia, San Vito und Vasto, viele Verleiher bieten Einwegmieten mit Rücktransport an. Für die ganze Strecke mit Badestopps rechnest du einen Tag; das Licht ist morgens am besten, und im Hochsommer fährst du früh los, denn Schatten ist knapp.

Ortona selbst lohnt mehr als den Startpunkt: In der Kathedrale San Tommaso liegen seit 1258 die Gebeine des Apostels Thomas, über dem Hafen wacht das Castello Aragonese, und die kanadische Kriegsgräberstätte am Stadtrand erinnert an die Schlacht vom Dezember 1943, als Ortona im Zweiten Weltkrieg schwer umkämpft war. Dazu ist die Stadt ein Zentrum des Weinbaus – rund um Ortona und Tollo wachsen Montepulciano- und Trebbiano-Lagen bis fast ans Meer, und mehrere Genossenschaftskeller schenken direkt aus.

Essen auf einem Trabocco musst du planen: Die Plattformen haben nur wenige Tische, serviert wird meist ein festes Fischmenü in vielen Gängen – was die Netze und der Markt hergeben –, und die bekannten Adressen sind in der Saison Wochen im Voraus reserviert. Buche früh, frag nach Mittagstischen unter der Woche, und stell dich auf zwei, drei Stunden über dem Wasser ein. Von Oktober bis Ostern schließen viele Trabocchi; dann gehört die Via Verde den Radfahrern und die Küste den Anglern.

Bergdörfer

Die schönsten Bergdörfer der Abruzzen

In Santo Stefano di Sessanio führen die Treppengassen unter steinernen Bögen hindurch, und hinter manchen Türen liegt statt eines Wohnzimmers ein Hotelzimmer mit Wollteppich und Kerzenlicht.

Santo Stefano di Sessanio ist das Modell des geretteten Bergdorfs: Der Ort auf 1.250 Metern gehörte einst den Medici, die hier mit der Wolle der Hochebenen handelten, und war nach Jahrzehnten der Abwanderung fast leer. Dann verwandelte das Projekt Sextantio leerstehende Häuser in ein Albergo diffuso – ein über das Dorf verstreutes Hotel, das die alten Räume mit ihren rußgeschwärzten Balken bewusst karg beließ. Heute füllen wieder Handwerksläden und Osterien die Gassen, und die Gemeinde lockt gezielt neue Bewohner an. Von hier bist du in einer Viertelstunde an der Rocca Calascio – die Kombination ist der schönste halbe Tag der Region.

Scanno war das Dorf der Fotografen: Henri Cartier-Bresson und Mario Giacomelli haben die Frauen in ihren dunklen Trachten auf den Treppen fotografiert, und die Gassen mit ihren steinernen Portalen sehen noch immer so aus wie auf den Abzügen. Unten liegt der herzförmige See mit Ruderbooten und Uferweg. Pacentro wiederum, oberhalb von Sulmona, streckt drei mittelalterliche Türme über die Dächer und zählt offiziell zu den schönsten Dörfern Italiens – die Vorfahren von Madonna stammen von hier, was im Ort niemand unerwähnt lässt.

Pescocostanzo auf den Altipiani Maggiori d'Abruzzo, den Hochebenen um Roccaraso, überrascht mit fast städtischer Eleganz: gepflasterte Plätze, eine reiche Kollegiatskirche und eine lange Tradition der Klöppelspitze, die in kleinen Werkstätten weiterlebt. Castel del Monte klebt am Südhang des Gran Sasso über den Weiden von Campo Imperatore, und Opi balanciert auf einem Felsrücken mitten im Nationalpark. Fast alle diese Dörfer liegen über 1.000 Metern – rechne auch im Sommer mit kühlen Abenden und pack eine Jacke ein, wenn du nach dem Abendessen durch die Gassen ziehst.

Der Reiz dieser Dörfer ist ihre Unaufgeregtheit: keine Souvenirmeilen, dafür Bars, in denen der Espresso einen Euro kostet und die Alten vor der Tür sitzen. Viele Orte veranstalten im Sommer Sagre, kleine Feste rund um ein einziges Produkt – Linsen aus Santo Stefano, Käse, Trüffel oder Arrosticini. Ein Standquartier in einem der Dörfer entschleunigt die Reise spürbar; nur auf Restaurants am Montag und außerhalb der Saison solltest du dich nicht verlassen und Öffnungstage vorher erfragen.

Rundreise

Abruzzen-Rundreise: die schönste Route in 7–10 Tagen

Die Schleife durch die Abruzzen ist einfach – von Rom hinauf ins Gran-Sasso-Land, durch die Täler nach Süden in die Nationalparks und über Sulmona hinunter an die Trabocchi-Küste.

In sieben Tagen fährst du die klassische Runde: Ankunft in Rom, über die A24 nach L'Aquila (ein Tag für Basilika, Brunnen und Altstadt), dann zwei Tage für das Gran-Sasso-Hochland mit Campo Imperatore, Castel del Monte, Santo Stefano di Sessanio und der Rocca Calascio im Abendlicht. Weiter nach Sulmona als Basis für Confetti-Gassen, Pacentro und den Abstecher nach Scanno. Danach ein bis zwei Tage im Abruzzen-Nationalpark um Pescasseroli und den Lago di Barrea – und zum Schluss über die A25 an die Costa dei Trabocchi, wo Radtour und Fischmenü den Ausklang bilden. Mit zehn Tagen dehnst du Nationalpark und Küste und nimmst die Majella-Eremitagen mit.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier: Drei Standorte reichen für die ganze Runde – einer im Gran-Sasso-Gebiet (L'Aquila, Santo Stefano oder Castel del Monte), einer um Sulmona oder Pescasseroli für die Parks, einer an der Küste zwischen Ortona und Vasto. Die Etappen dazwischen bleiben unter zwei Stunden, und von jedem Standort fährst du sternförmig los. Die Straßen sind gut, aber kurvig; rechne auf Bergstrecken mit einem Schnitt von 40 bis 50 km/h und plane lieber ein Ziel pro Tag als drei.

Ein Auto ist auf dieser Route Pflicht – Bahnlinien erschließen nur das Peligna-Tal um Sulmona und die Küste, in die Hochlagen fährt kein Bus in brauchbarer Taktung. Den Mietwagen nimmst du am besten direkt am Flughafen Rom-Fiumicino oder in Pescara. In den Altstädten von L'Aquila und Sulmona gelten verkehrsberuhigte Zonen: Stell den Wagen auf die ausgeschilderten Parkplätze am Rand und geh die letzten Minuten zu Fuß, statt dem Navi ins Zentrum zu folgen. Tanke vor Bergetappen – auf Campo Imperatore und in den Parktälern liegen die Tankstellen weit auseinander.

Wer die Route ohne Auto reizvoll findet, hat eine Alternative für einen Tag: die Ferrovia dei Parchi, auch Transiberiana d'Italia genannt – eine historische Bahnstrecke, die von Sulmona in weiten Kehren über die Hochebenen nach Roccaraso und weiter Richtung Isernia klettert. An Wochenenden fahren restaurierte Züge mit Halten in Bergdörfern; die Termine sind begehrt, buche vorab. Als Einstimmung oder Abschluss der Rundreise ist diese Fahrt durch Schluchten und über Viadukte kaum zu schlagen.

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Unterkünfte

Albergo diffuso, Agriturismo oder Strandhotel – so wohnst du in den Abruzzen

Nachts in Santo Stefano hörst du nichts außer dem Wind in den Gassen, und morgens dampft der Kaffee auf einem Holztisch, der älter ist als das Hotel.

Die eigenwilligste Übernachtungsform der Abruzzen ist das Albergo diffuso: ein Hotel, dessen Zimmer über die Häuser eines Bergdorfs verstreut liegen – Rezeption in der einen Gasse, dein Zimmer drei Treppen weiter in einem jahrhundertealten Steinhaus. Das bekannteste ist Sextantio in Santo Stefano di Sessanio, das die alten Räume bewusst karg ließ: Wollteppiche, offene Feuerstellen, keine Fernseher. Ähnliche Konzepte gibt es in mehreren Dörfern der Region. Das ist nichts für Komfort-Maximalisten, aber die eindrücklichste Art, ein Bergdorf nicht nur zu besichtigen, sondern zu bewohnen.

Auf dem Land sind Agriturismi die verlässlichste Wahl: Höfe zwischen Weiden und Weinbergen, oft mit Halbpension, bei der abends aufgetischt wird, was der Betrieb selbst erzeugt – Pecorino, Gemüse, Lamm, dazu der eigene Montepulciano. Rund um Sulmona, im Tirino-Tal und am Fuß der Majella findest du Höfe mit Pool und weitem Blick, meist zu Preisen deutlich unter Toskana-Niveau. In den Nationalparkdörfern wie Pescasseroli, Opi oder Civitella Alfedena dominieren familiengeführte Drei-Sterne-Häuser und B&Bs; im August und um Feiertage sind sie früh voll, weil dann halb Rom in die Berge fährt.

An der Küste teilt sich das Angebot: Nördlich von Pescara stehen die klassischen Strandhotels der Adria – viele im Familienbetrieb, mit Strandservice und Vollpension, konzentriert auf Juni bis September. An der Costa dei Trabocchi südlich von Ortona ist das Angebot kleinteiliger: B&Bs in den Dörfern, Landhäuser über den Buchten, dazu Campingplätze mit Meerblick. Wer die Radtour auf der Via Verde plant, wohnt am besten direkt in Ortona, San Vito oder Fossacesia und spart sich das Umparken.

Zur Planung: Die Abruzzen sind kein Ziel des internationalen Massentourismus – das hält die Preise moderat, heißt aber auch, dass die Auswahl an wirklich guten Häusern begrenzt ist und die besten Adressen für August und die Brückentage früh vergeben sind. Außerhalb der Saison schließen viele Berg- und Küstenbetriebe komplett; von November bis März solltest du vorab klären, was geöffnet ist. Die beste Kombination für eine Woche: drei, vier Nächte Bergdorf oder Agriturismo, danach drei Nächte an der Trabocchi-Küste.

Hotels in Abruzzen

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Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen & Trinken in den Abruzzen

Am Straßengrill zischen die Arrosticini in Reihen über der Holzkohle, und gegessen wird direkt vom Spieß, mit Brot, Olivenöl und einem Glas Montepulciano.

Das Nationalgericht der Abruzzen sind Arrosticini: fingerdünne Spieße vom Schaf, über Holzkohle gegrillt, gesalzen und zu Dutzenden serviert – ein Erbe der Hirtenkultur, die die Region über Jahrhunderte prägte. Du isst sie in einfachen Grillstuben (oft „bracerie“ genannt), an Straßenkiosken wie am Campo Imperatore oder auf Dorffesten, immer direkt vom Spieß und nie mit Besteck. Dazu gehören pane unto – geröstetes Brot mit Olivenöl – und ein unkomplizierter Rotwein. Wenn du nur ein einziges Essen in den Bergen planst, dann dieses.

Die Pasta der Region kommt von der Chitarra: einem Holzrahmen mit gespannten Stahlsaiten, durch den der Teig zu kantigen Spaghetti geschnitten wird. Klassisch werden sie in der Provinz Teramo mit winzigen Fleischbällchen (pallottine) in Tomatensauce serviert. Überhaupt ist die Region eine Pasta-Großmacht: In Fara San Martino am Fuß der Majella sitzen mit De Cecco und anderen Herstellern einige der bekanntesten Marken Italiens, die das kalte Quellwasser des Verde nutzen. Aus den Bergen kommen außerdem Safran aus Navelli, Linsen aus Santo Stefano di Sessanio und der rare Pecorino di Farindola.

An der Küste regiert der Fisch: Das große Gericht ist das Brodetto alla vastese, ein Fischtopf aus Vasto, der ohne Umrühren im Tonpfännchen gart und je nach Fang ein Dutzend Sorten vereint. Auf den Trabocchi kommen Frittura, Muscheln und was die Netze hergeben in festen Menüs auf den Tisch. Süß endet die Reise fast immer in Sulmona: Die Confetti – Zuckermandeln, zu Blumensträußen gebunden – sind seit Jahrhunderten das Mitbringsel der Region; dazu kommen Ferratelle, dünne Waffeln aus dem Eisen, und im Winter Torrone aus L'Aquila.

Im Glas dominiert der Montepulciano d'Abruzzo – nicht zu verwechseln mit der toskanischen Stadt Montepulciano: Hier ist es die Rebsorte, die dunkle, weiche Rote ergibt und als Cerasuolo d'Abruzzo eine kirschfarbene Rosé-Variante mit eigener Herkunftsbezeichnung. Dazu kommen Trebbiano d'Abruzzo als Weißwein und die Pecorino-Traube, die in den letzten Jahren die spannendsten Weißen der Adriaküste liefert. Zum Abschluss reicht man dir fast überall ein Gläschen Genziana, den bitteren Enzianlikör der Berge – hausgemacht schmeckt er in jedem Dorf ein bisschen anders.

Restaurants in Abruzzen

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Anreise & Mobilität

Anreise in die Abruzzen – über Rom geht es am schnellsten

Vom Gepäckband in Fiumicino bis zum ersten Blick auf den Gran Sasso vergehen keine zweieinhalb Stunden – die Abruzzen sind Roms Hinterhof, nur weiß das kaum jemand.

Der schnellste Weg führt über Rom: Fiumicino und Ciampino werden aus allen deutschen Flughäfen dicht angeflogen, und ab Rom bringen dich die Autobahnen A24 und A25 in eineinhalb bis zwei Stunden nach L'Aquila oder ins Peligna-Tal, in gut zweieinhalb bis nach Pescara. Der regionale Flughafen Abruzzo in Pescara hat nur wenige, saisonal wechselnde Direktverbindungen aus dem deutschsprachigen Raum – prüfe das Angebot, aber verlass dich nicht darauf. Alternativ landest du in Neapel und fährst von Süden in den Nationalpark; auch das dauert kaum länger als zwei Stunden bis Pescasseroli.

Ohne Auto kommst du erstaunlich weit, solange du auf den Hauptachsen bleibst: Vom Busbahnhof Rom Tiburtina fahren im dichten Takt Fernbusse nach L'Aquila (rund eineinhalb Stunden), Sulmona, Avezzano und Pescara – oft schneller und günstiger als die Bahn. Die Zugstrecke Rom–Pescara über Tagliacozzo und Sulmona ist dafür eine der schönsten Italiens und braucht rund dreieinhalb bis vier Stunden; an der Küste verbindet die Adria-Linie Pescara mit Giulianova, Ortona und Vasto. In die Bergdörfer und Parktäler hinein fahren Busse aber selten und nach Schulzeiten getaktet – dort endet die Unabhängigkeit ohne Mietwagen schnell.

Für alles jenseits der Achsen brauchst du ein Auto, und zwar am besten ein kleines: Die Bergstraßen sind gut ausgebaut, aber eng und kurvenreich, und in Dörfern wie Scanno oder Pacentro sind die Gassen nichts für breite SUVs. Miete ab Flughafen Rom oder Pescara und plane realistisch – 50 Kilometer Bergstrecke sind gut eine Stunde. Im Winter gilt von Mitte November bis Mitte April auf vielen Strecken Winterausrüstungspflicht, und die Hochstraßen über Campo Imperatore sind bei Schnee gesperrt. Im Sommer sind Wasser, Sonnenschutz und ein voller Tank die wichtigste Ausrüstung.

Mit dem eigenen Auto aus Deutschland rechnest du ab München über Brenner, Bologna und die Adria-Autobahn A14 mit neun bis zehn Stunden bis Pescara – gut machbar mit einem Zwischenstopp in den Marken oder der Emilia-Romagna. Die Maut in Österreich und Italien kommt dazu. Vor Ort sind die Distanzen dann angenehm kurz: Von der Küste bis in die Hochlagen des Gran Sasso ist es selten mehr als eine Stunde, und genau diese Nähe von Strand und Zweitausendern ist das eigentliche Argument für die Anreise mit dem Wagen.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Abruzzen – und welche Basis zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Abruzzen: Wetter an Küste und im Gebirge

Die Abruzzen sind zwei Klimazonen in einer Region – mediterrane Adria unten, alpiner Apennin oben, oft nur eine Autostunde auseinander.

An der Küste um Pescara herrscht Adria-Klima mit heißen, trockenen Sommern um 30 Grad und milden Wintern; die Werte unten gelten für die Küste. In den Hochlagen ticken die Uhren anders: Auf Campo Imperatore liegen die Temperaturen im Schnitt zehn bis fünfzehn Grad niedriger, Schnee hält sich bis in den Mai, und von Dezember bis März läuft in Roccaraso und Ovindoli Skibetrieb. Für Wanderungen in den Nationalparks sind Spätfrühling und Frühherbst die verlässlichsten Fenster.

Jan11°3°Skisaison in den Bergen
Feb12°4°kalt, klare Bergluft
Mär15°6°Vorfrühling an der Küste
Apr18°9°grüne Täler, Schnee oben
Mai23°13°Blütezeit, ideal zum Wandern
Jun27°17°Badebeginn, lange Tage
Jul30°19°heiß, Bergtouren früh starten
Aug30°20°Hochsaison, volle Strände
Sep26°16°warmes Meer, leere Wege
Okt21°12°Herbstfärbung in den Buchenwäldern
Nov16°8°regenreich, vieles schließt
Dez12°5°still, erste Skitage

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Abruzzen sind Mai, Juni und September: warm genug für die Küste, schneefrei genug für die Hochlagen, dazu Blüte im Mai und leere Wanderwege im September. Der Oktober lohnt für die Herbstfärbung der Buchenwälder, der Hochwinter für Ski in Roccaraso – nur im August teilst du Strände und Bergdörfer mit halb Rom.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Abruzzen

Wie viele Tage braucht man für die Abruzzen?
Für die klassische Runde aus Gran Sasso, Sulmona, Nationalpark und Trabocchi-Küste plane eine Woche. Mit zehn Tagen nimmst du die Majella-Eremitagen und mehr Strandtage mit, ohne täglich umziehen zu müssen; für ein reines Berg- oder Badewochenende reichen drei, vier Tage ab Rom.
Braucht man in den Abruzzen ein Auto?
Für Berge und Bergdörfer ja: Campo Imperatore, Rocca Calascio, Scanno und die Nationalparktäler erreichst du ohne Wagen kaum. Nur wer sich auf die Achsen Rom–L'Aquila, Rom–Pescara und die Adria-Bahnlinie beschränkt, kommt mit Bus und Zug zurecht.
Wo sind die schönsten Strände der Abruzzen?
Familien finden feinen, flachen Sand nördlich von Pescara – am schönsten um Pineto und Silvi mit dem Meeresschutzgebiet Torre del Cerrano. Wilder wird es südlich von Ortona an der Costa dei Trabocchi mit Kiesbuchten wie Ripari di Giobbe und dem Naturstrand Punta Penna bei Vasto.
Wie kommt man auf den Campo Imperatore?
Mit dem Auto über die Passstraßen ab Fonte Cerreto oder Castel del Monte, alternativ mit der Seilbahn von Fonte Cerreto bei Assergi direkt zur Bergstation auf gut 2.100 Metern. Im Winter sind die Hochstraßen bei Schnee gesperrt, dann fährt nur die Bahn zum Skigebiet.
Kann man in den Abruzzen Bären sehen?
Möglich, aber nie garantiert: Vom Marsicanischen Braunbären leben nur noch rund 50 bis 60 Tiere, vor allem im Nationalpark um Pescasseroli. Die besten Chancen hast du in der Dämmerung an den Talrändern oder auf einer geführten Wildlife-Watching-Tour mit Spektiv – füttern und nahes Heranpirschen sind tabu.
Wann ist die beste Reisezeit für die Abruzzen?
Mai, Juni und September: An der Küste herrschen dann 23 bis 27 Grad, die Hochlagen sind schneefrei, und die Wege sind leer. Der August ist am Meer voll und in den Städten heiß; von Dezember bis März läuft dafür in Roccaraso und Ovindoli die größte Skisaison des Apennin.
Wie kommt man am besten in die Abruzzen?
Am schnellsten über Rom: Ab Fiumicino bist du über die A24/A25 in eineinhalb bis zwei Stunden in L'Aquila und in gut zweieinhalb in Pescara. Fernbusse ab Rom Tiburtina fahren dicht getaktet, die Bahn Rom–Pescara über Sulmona ist langsamer, aber landschaftlich groß; Direktflüge nach Pescara aus Deutschland gibt es nur vereinzelt.
Was sind Trabocchi?
Hölzerne Fischereiplattformen auf Stelzen im Meer, über Stege mit dem Ufer verbunden und mit Auslegern für die Senknetze – typisch für die Küste zwischen Ortona und Vasto. Viele sind heute kleine Fischrestaurants mit festen Menüs; die bekannten Adressen musst du in der Saison Wochen im Voraus reservieren.
Kann man in den Abruzzen Skifahren?
Ja – der Apennin erreicht hier fast 3.000 Meter, und um Roccaraso liegt das größte Skigebiet Mittel- und Süditaliens. Dazu kommen Ovindoli, Campo Felice, Prati di Tivo und der kleine, historische Skibetrieb auf Campo Imperatore. Die Saison läuft je nach Schneelage von Dezember bis März.
Ist L'Aquila nach dem Erdbeben wieder besuchbar?
Ja. Die Basilika Santa Maria di Collemaggio, die Fontana delle 99 Cannelle und große Teile der Altstadt sind restauriert, Cafés und Läden sind zurück. Einzelne Gassen sind noch eingerüstet – gerade dieses Nebeneinander aus Wiederaufbau und Renaissance-Pracht macht den Besuch besonders.
Welcher Ort eignet sich als Standquartier?
Für die Berge Santo Stefano di Sessanio oder Castel del Monte am Gran Sasso, für Parks und Täler Sulmona oder Pescasseroli, für die Küste Ortona oder San Vito an der Via Verde. Wer nur ein Quartier will, sitzt in Sulmona am zentralsten – Berge, Nationalpark und Meer liegen jeweils unter einer Stunde entfernt.
Sind die Abruzzen teuer?
Nein, im Italien-Vergleich eher günstig: Ein Abendessen in der Trattoria liegt oft bei 20 bis 35 Euro pro Person, Agriturismi und B&Bs deutlich unter Toskana-Niveau. Teurer sind nur die bekannten Trabocco-Restaurants und der August an der Küste; in der Nebensaison sinken die Preise spürbar.
Was muss man in den Abruzzen gegessen haben?
Arrosticini vom Holzkohlegrill, Spaghetti alla chitarra mit Pallottine, an der Küste das Brodetto alla vastese und auf einem Trabocco ein Fischmenü. Dazu Safran aus Navelli, Confetti aus Sulmona, Pecorino di Farindola und im Glas Montepulciano d'Abruzzo oder ein kirschfarbener Cerasuolo.
AbruzzenKaum zwei Stunden östlich von Rom ragt der höchste Gipfel des Apennin über Hochebenen, Wolfsreviere und eine Adriaküste voller hölzerner Fischerstege.
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