Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Emilia-Romagna
Auf der Piazza Maggiore in Bologna sitzt du auf denselben Steinstufen wie die Studenten seit Jahrhunderten – und hast von hier aus die halbe Region in Tagesausflugsdistanz.
Bologna ist der logische Startpunkt: Die Piazza Maggiore mit der Basilika San Petronio – deren Fassade nach 600 Jahren immer noch halb fertig ist – bildet das Zentrum, drumherum das Quadrilatero mit seinen Feinkostgassen und die beiden schiefen Wahrzeichen Torre degli Asinelli und Torre Garisenda. Im Palazzo dell'Archiginnasio, dem alten Universitätsgebäude, besichtigst du das hölzerne Anatomische Theater von 1637, in dem einst vor Publikum seziert wurde. Und dann sind da die Portici: 62 Kilometer Arkaden, seit 2021 UNESCO-Welterbe, die dich bei Regen wie bei Sommerhitze trockenen Fußes durch die Stadt tragen.
Ravenna hebst du dir für einen vollen Tag auf: Acht Bauwerke stehen auf der UNESCO-Liste, fünf davon liegen in der Altstadt so dicht beieinander, dass ein Kombiticket sie bündelt – San Vitale mit den Kaisermosaiken von Justinian und Theodora, das Mausoleum der Galla Placidia mit seinem tiefblauen Sternenhimmel, dazu Sant'Apollinare Nuovo mit den langen Prozessionsfriesen. Die Basilika Sant'Apollinare in Classe liegt ein paar Kilometer südlich vor der Stadt. Rechne mehr Zeit ein, als du denkst: Die Mosaiken entfalten sich erst, wenn die Augen sich ans Dämmerlicht gewöhnt haben.
Weiter westlich verteilen sich die Schwergewichte entlang der Via Emilia: In Modena bilden Dom, Torre Ghirlandina und Piazza Grande ein romanisches UNESCO-Ensemble aus hellem Stein, das seit 1099 kaum verändert wirkt. Parma antwortet mit dem achteckigen Baptisterium aus rosafarbenem Veroneser Marmor und der Domkuppel, in die Correggio um 1530 einen Himmelsstrudel aus Wolken und Figuren malte. Und in Ferrara wacht das Castello Estense mit echtem Wassergraben und Zugbrücken mitten im Zentrum – die Este-Residenz, um die herum die erste geplante Renaissance-Stadterweiterung Europas entstand.
Unterschätz die kleinen Ziele nicht: Rimini hat mit dem Ponte di Tiberio und dem Augustusbogen zwei römische Monumente, die älter sind als fast alles in Bologna, dazu die Domus del Chirurgo, ein ausgegrabenes Arzthaus mit dem umfangreichsten chirurgischen Instrumentarium der Antike. Brisighella im Hinterland von Faenza stapelt sich unter drei Felszacken mit Uhrturm und Burg, und in Dozza bei Imola sind die Hausfassaden des ganzen Dorfs mit Wandbildern bemalt – alle zwei Jahre kommen beim Biennale-Festival neue dazu.
























