Region · Italien

Emilia-Romagna

Entlang der schnurgeraden Via Emilia reihen sich Italiens Genuss-Hauptstädte auf – und am Ende wartet die Adria.

7 Städte55 Sehenswürdigkeiten44 Hotels
Überblick

Deine Emilia-Romagna auf einen Blick

Beste Reisezeit
April – Juni & September
Anreise
Flughäfen Bologna (BLQ) & Rimini (RMI); Frecciarossa-Züge ab Mailand & Florenz nach Bologna Centrale
Sprache
Italienisch
Vor Ort
Regionalzüge entlang der Via Emilia von Piacenza bis Rimini; Mietwagen für Käsereien, Acetaie, Motor Valley & Po-Delta
Wichtigster Tipp
Käserei- und Acetaia-Besuche sowie die großen Osterien Wochen im Voraus reservieren
Währung & Sprache
Euro · Italienisch
Die Region

Was Emilia-Romagna ausmacht

Die Emilia-Romagna ist Italiens Speisekammer, und sie macht daraus kein Geheimnis: Parmesan-Käsereien und Schinkenkeller um Parma, Balsamico-Dachböden in Modena, dazwischen das Ferrari-Rot des Motor Valley. In Bologna treffen sich mittelalterliche Türme, 62 Kilometer Arkaden und die älteste Universität Europas über dampfenden Tellern Tagliatelle al ragù. Wer der alten Römerstraße bis ans Meer folgt, steht in Ravenna vor byzantinischen Mosaiken, die seit 1.500 Jahren golden leuchten, und schließlich am 15 Kilometer langen Sandstrand von Rimini, wo Federico Fellini geboren wurde. Dazu die Este-Stadt Ferrara hinter intakten Renaissance-Mauern, das stille Po-Delta mit Flamingos – und überall Lambrusco im Glas.

Reiseführer

Emilia-Romagna von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Hinter Bologna läuft die Via Emilia schnurgerade durch die Ebene, links und rechts Pappelreihen, Käsereien, ab und zu ein Ortsschild wie Parma oder Modena, das wie eine Speisekarte klingt. Die Emilia-Romagna inszeniert sich nicht – sie deckt den Tisch. Morgens dampft der Caffè unter 900 Jahre alten Arkaden, mittags reift nebenan ein Parmesanlaib heran, und abends stehst du mit den Füßen im flachen Wasser der Adria, während hinter dir die Bagni ihre Liegen zusammenklappen.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Emilia-Romagna

Auf der Piazza Maggiore in Bologna sitzt du auf denselben Steinstufen wie die Studenten seit Jahrhunderten – und hast von hier aus die halbe Region in Tagesausflugsdistanz.

Bologna ist der logische Startpunkt: Die Piazza Maggiore mit der Basilika San Petronio – deren Fassade nach 600 Jahren immer noch halb fertig ist – bildet das Zentrum, drumherum das Quadrilatero mit seinen Feinkostgassen und die beiden schiefen Wahrzeichen Torre degli Asinelli und Torre Garisenda. Im Palazzo dell'Archiginnasio, dem alten Universitätsgebäude, besichtigst du das hölzerne Anatomische Theater von 1637, in dem einst vor Publikum seziert wurde. Und dann sind da die Portici: 62 Kilometer Arkaden, seit 2021 UNESCO-Welterbe, die dich bei Regen wie bei Sommerhitze trockenen Fußes durch die Stadt tragen.

Ravenna hebst du dir für einen vollen Tag auf: Acht Bauwerke stehen auf der UNESCO-Liste, fünf davon liegen in der Altstadt so dicht beieinander, dass ein Kombiticket sie bündelt – San Vitale mit den Kaisermosaiken von Justinian und Theodora, das Mausoleum der Galla Placidia mit seinem tiefblauen Sternenhimmel, dazu Sant'Apollinare Nuovo mit den langen Prozessionsfriesen. Die Basilika Sant'Apollinare in Classe liegt ein paar Kilometer südlich vor der Stadt. Rechne mehr Zeit ein, als du denkst: Die Mosaiken entfalten sich erst, wenn die Augen sich ans Dämmerlicht gewöhnt haben.

Weiter westlich verteilen sich die Schwergewichte entlang der Via Emilia: In Modena bilden Dom, Torre Ghirlandina und Piazza Grande ein romanisches UNESCO-Ensemble aus hellem Stein, das seit 1099 kaum verändert wirkt. Parma antwortet mit dem achteckigen Baptisterium aus rosafarbenem Veroneser Marmor und der Domkuppel, in die Correggio um 1530 einen Himmelsstrudel aus Wolken und Figuren malte. Und in Ferrara wacht das Castello Estense mit echtem Wassergraben und Zugbrücken mitten im Zentrum – die Este-Residenz, um die herum die erste geplante Renaissance-Stadterweiterung Europas entstand.

Unterschätz die kleinen Ziele nicht: Rimini hat mit dem Ponte di Tiberio und dem Augustusbogen zwei römische Monumente, die älter sind als fast alles in Bologna, dazu die Domus del Chirurgo, ein ausgegrabenes Arzthaus mit dem umfangreichsten chirurgischen Instrumentarium der Antike. Brisighella im Hinterland von Faenza stapelt sich unter drei Felszacken mit Uhrturm und Burg, und in Dozza bei Imola sind die Hausfassaden des ganzen Dorfs mit Wandbildern bemalt – alle zwei Jahre kommen beim Biennale-Festival neue dazu.

Sehenswürdigkeiten in Emilia-Romagna

Alle 55 Sehenswürdigkeiten
Bologna

Bologna Sehenswürdigkeiten – Arkaden, Türme und die älteste Universität Europas

Gegen acht Uhr morgens riecht das Quadrilatero nach frischem Brot und Mortadella, und unter den Arkaden hallen erst wenige Schritte – die beste Stunde, um Bologna für dich zu haben.

Beginne auf der Piazza Maggiore: Die Basilika San Petronio ist eine der größten Backsteinkirchen der Welt, ihre Fassade blieb auf halber Höhe unverkleidet – der Marmor unten, der nackte Ziegel oben erzählen von einem Bauprojekt, das im 16. Jahrhundert schlicht das Geld ausging. Im Inneren zieht sich eine Meridianlinie von 1655 über den Boden, mit der der Astronom Cassini die Sonnenbahn vermaß. Gleich nebenan sprudelt der Neptunbrunnen, und im Palazzo dell'Archiginnasio bedecken Zehntausende Studentenwappen Wände und Decken – die Universität lehrt seit 1088, länger als jede andere in Europa.

Die Due Torri sind das Wahrzeichen: Der Torre degli Asinelli ragt gut 97 Meter hoch, seine Nachbarin Garisenda neigt sich so stark, dass schon Dante sie in der Göttlichen Komödie als Vergleich bemühte. Wegen Stabilisierungsarbeiten an der Garisenda ist der Bereich um die Türme seit einiger Zeit teilweise abgesperrt und die Besteigung des Asinelli ausgesetzt – prüfe den aktuellen Stand vor dem Besuch. Der Blick von unten kostet ohnehin nichts, und die beste Alternative liegt vor der Stadt: der Portico di San Luca, der mit 666 Bögen fast vier Kilometer hinauf zur Wallfahrtskirche führt. Oben stehst du über den Dächern, mit Blick über die Poebene bis zum Apennin.

Danach lässt du dich treiben: Im Quadrilatero, dem Marktviertel östlich der Piazza Maggiore, drängen sich Salumerie, Fischstände und Weinbars in Gassen, die seit dem Mittelalter denselben Zünften gehören. Der Komplex Santo Stefano – die 'sieben Kirchen' – verschachtelt Kapellen, Kreuzgänge und einen achteckigen Grabbau aus über tausend Jahren Baugeschichte ineinander. Und an der Via Piella öffnet die kleine Finestrella den Blick auf einen der versteckten Kanäle: Bologna war einst von Wasserläufen durchzogen, die Seide- und Mühlenindustrie antrieben und heute fast überall überbaut sind.

Plane mindestens zwei Nächte ein, denn Bologna entfaltet sich abends: Wenn die Tagesausflügler weg sind, füllen sich die Osterien in der Via del Pratello und rund um die Universität, und unter den beleuchteten Arkaden beginnt die Passeggiata. Die Stadt ist zudem der beste Bahnknoten Norditaliens – Modena, Parma, Ferrara und Ravenna erreichst du in 20 bis 70 Minuten mit dem Regionalzug, was Bologna zum idealen Standquartier für die halbe Region macht. Das Auto lässt du dabei stehen: Die Altstadt ist ZTL-Zone mit Kameraüberwachung.

Rundreise

Emilia-Romagna-Rundreise: die schönste Route entlang der Via Emilia

Die Route stand schon vor 2.200 Jahren fest: 187 v. Chr. zogen römische Legionäre die Via Emilia von Piacenza bis Rimini – du musst ihr nur noch folgen.

Die klassische Route ist eine Linie, keine Schleife: von Nordwesten nach Südosten entlang der Via Emilia, mit dem Meer als Finale. In 7 bis 10 Tagen sieht das so aus: ein Tag Parma, ein Tag Modena mit Abstecher ins Motor Valley, zwei bis drei Tage Bologna, ein Tag Ferrara, ein Tag Ravenna – und zum Abschluss zwei, drei Badetage in Rimini oder Cesenatico. Wer nur eine Woche hat, streicht Parma oder Ferrara; wer zehn Tage hat, hängt das Po-Delta oder einen Tag im Hinterland um Brisighella an.

Das Praktische an dieser Region: Du brauchst für die Kernroute kein Auto. Die Bahnlinie folgt der Via Emilia Stadt für Stadt – Parma, Reggio Emilia, Modena, Bologna liegen wie Perlenkettenglieder an derselben Strecke, die Regionalzüge fahren tagsüber halbstündlich bis stündlich, und keine Etappe dauert länger als gut eine Stunde. Auch Ferrara, Ravenna und Rimini sind direkt angebunden. Die Alternative mit weniger Kofferschleppen: Bologna als festes Standquartier, alle anderen Städte als Tagesausflüge – das funktioniert hier besser als fast überall sonst in Italien.

Mit dem Auto gewinnst du das Hinterland dazu: die Acetaie in den Hügeln um Modena, die Schinkentrockner von Langhirano südlich von Parma, Bergdörfer wie Brisighella und Dozza, die Burgen des Herzogtums um Piacenza. Dann gilt aber die ZTL-Regel: Fast jede Altstadt der Region ist kameraüberwachte Zona a Traffico Limitato, und jede unerlaubte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet – der Bußgeldbescheid kommt Wochen später per Post. Park auf den ausgeschilderten Plätzen am Altstadtrand und geh die letzten Minuten zu Fuß; die Städte der Poebene sind flach und kompakt.

Timing-Tipp für die Reihenfolge: Leg die Städte an den Anfang und das Meer ans Ende. Im Juni oder September läufst du vormittags bei erträglichen Temperaturen durch Bologna und Ravenna und lässt die Reise an der Adria ausklingen, statt umgekehrt mit Sand im Gepäck in die Museen zu ziehen. Und rechne die Abende großzügig: In dieser Region ist das Abendessen kein Programmpunkt unter vielen, sondern der heimliche Hauptgrund der Reise – wer um 19 Uhr schon im Hotel ist, verpasst die Hälfte.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Strände & Riviera

Rimini, Riccione und Cesenatico – Urlaub an der Adriaküste

Um sieben Uhr morgens harken die Bagnini den Sand von Rimini in perfekte Bahnen, und das flache Wasser liegt so still, dass die ersten Schwimmer Spuren wie auf Glas ziehen.

Rimini ist die Mutter des italienischen Badeurlaubs: 15 Kilometer feiner Sandstrand, organisiert in nummerierten Bagni mit Liegen, Spielplätzen, Bars und Bademeistern – eine Infrastruktur, die seit den 1950ern perfektioniert wird. Das Wasser fällt extrem flach ab, Kinder können weit hinauslaufen, und die Preise für Schirm und Liegen sinken, je weiter du dich vom Zentrum entfernst. Aber reduzier die Stadt nicht auf den Strand: Hinter der Bahnlinie liegt eine echte Altstadt mit römischen Monumenten, dem Fellini-Museum im Castel Sismondo und dem bunten Ex-Fischerviertel Borgo San Giuliano, dessen Gassen mit Fellini-Motiven bemalt sind.

Riccione, direkt südlich, ist die jüngere Schwester mit mehr Puls: die Flaniermeile Viale Ceccarini, Boutiquen, Aperitivo-Bars und die Clubs, die den Ort zu einem Zentrum des italienischen Nachtlebens gemacht haben. Tagsüber gehört die Stadt trotzdem den Familien – der Wasserpark Aquafan oben am Hügel ist seit Jahrzehnten eine Institution, das Delfinarium-Nachfolge-Areal Oltremare und das Aquarium im Nachbarort Cattolica ergänzen das Schlechtwetterprogramm. Wer es eine Spur ruhiger will, weicht nach Bellaria-Igea Marina nördlich von Rimini oder nach Misano Adriatico aus.

Cesenatico ist der stimmungsvollste Ort der Riviera: Sein Kanalhafen wurde 1502 unter Beteiligung Leonardo da Vincis vermessen, der die Anlage in seinen Skizzenbüchern festhielt. Heute liegen im Museo della Marineria historische Adria-Segler mit ockergelben und rostroten Segeln direkt im Kanal – ein schwimmendes Museum zwischen Fischrestaurants. Dahinter beginnt ein breiter Familienstrand, und im Ortsteil Zadina stehen noch Pinien hinter den Dünen. Weiter nördlich zieht sich die Küste über Cervia mit seinen Salinen und das elegante, in Pinienwälder gebettete Milano Marittima bis zu den stillen Stränden vor dem Po-Delta.

Die Adria hier ist ein Versprechen an Familien, kein Geheimtipp für Einsamkeitssucher: Im Juli und August sind die Bagni voll, die Promenaden abends ein einziger Strom aus Eis essenden Menschen, und genau das ist der Reiz – italienische Ferienkultur in Reinform. Wer Ruhe will, kommt im Juni oder September, wenn das Wasser noch warm ist und die Schirmreihen sich lichten. Im Frühsommer feiert die ganze Küste die Notte Rosa, das 'rosa Wochenende' der Riviera mit Konzerten und Feuerwerk – der genaue Termin wechselt von Jahr zu Jahr, prüfe ihn vor der Buchung und entscheide dann: einplanen oder bewusst umfahren.

Motor Valley

Modena und das Motor Valley – Ferrari, Lamborghini und Balsamico

In den Dachböden über Modena reift Balsamico in Fässerbatterien heran, während ein paar Kilometer weiter in Maranello die Zwölfzylinder aufheulen – beides Ergebnis derselben Sturheit.

Modena selbst ist kompakt und in einem Vormittag zu Fuß erschlossen: Dom, Torre Ghirlandina und Piazza Grande stehen als Ensemble auf der UNESCO-Liste, die Reliefs des Bildhauers Wiligelmo an der Domfassade gehören zu den frühesten ihrer Art in Italien. Im überdachten Mercato Albinelli stapeln sich seit 1931 Tortellini, Parmigiano und Obstpyramiden unter Jugendstil-Eisenträgern – komm vormittags, wenn die Stadt hier einkauft. Und in der Casa Museo Luciano Pavarotti am Stadtrand besichtigst du das Wohnhaus des Tenors, der Modena nie wirklich verlassen hat.

Das Motor Valley konzentriert sich auf wenige Kilometer: Das Museo Enzo Ferrari in Modena inszeniert die Biografie des Gründers um sein Geburtshaus, das Museo Ferrari in Maranello zeigt Formel-1-Boliden und die Straßenwagen-Ikonen – beide Häuser lassen sich an einem Tag kombinieren, zwischen ihnen pendeln Shuttlebusse. Lamborghini öffnet sein Museum in Sant'Agata Bolognese auf halbem Weg nach Bologna, Ducati seine Werkssammlung in Borgo Panigale am Bologneser Stadtrand, und Pagani baut seine Hypercars in San Cesario sul Panaro. Werksführungen sind begehrt und kontingentiert – buche sie deutlich im Voraus über die offiziellen Seiten.

Der Aceto Balsamico Tradizionale di Modena ist das langsamste Produkt der Region: mindestens zwölf Jahre reift der eingekochte Traubenmost in immer kleineren Holzfässern, die Extravecchio-Stufe 25 Jahre und mehr – und mit dem Industrieprodukt aus dem Supermarkt hat das Ergebnis wenig zu tun. Viele Familien-Acetaie in und um Modena öffnen ihre Dachböden für Besichtigungen mit Verkostung; du stehst dann zwischen Fässerbatterien, die Generationen überdauern, und probierst tropfenweise, was Zeit mit Most macht. Anmeldung vorab genügt meist, die Führungen gibt es auch auf Englisch.

Für Motorsport-Wochenenden lohnt der Blick nach Imola: Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari, auf dem die Formel 1 als Großer Preis der Emilia-Romagna gastiert hat, liegt direkt am Altstadtrand – an rennfreien Tagen kannst du die Strecke bei Führungen oder auf der Rad-Runde um das Gelände erleben, und das Denkmal für Ayrton Senna in der Parkkurve Tamburello ist ein stiller Pilgerort. Kombiniere das mit Dozza, dem bemalten Dorf wenige Kilometer südwestlich, und du hast einen der abwechslungsreichsten Tage der Region.

Essen & Trinken

Essen & Trinken in der Emilia-Romagna – von Parma bis in die Romagna

Morgens um halb acht in einer Käserei bei Parma hebt der Casaro die zerteilte Bruchmasse aus dem Kupferkessel – aus jedem Kessel werden genau zwei Laibe Parmigiano Reggiano.

Parma ist das Epizentrum: Parmigiano Reggiano darf nur in einem eng begrenzten Gebiet entstehen, und die Käsereien – viele davon Genossenschaften – zeigen dir früh am Morgen den kompletten Prozess vom Kupferkessel bis ins Reifelager, wo Zehntausende Laibe in Regalgebirgen lagern und mit kleinen Hämmern auf Fehlstellen abgeklopft werden. Der Prosciutto di Parma reift in den Trocknungshallen um Langhirano südlich der Stadt, wo die Luft aus den Apenninen durch die Fensterreihen streicht. Beide Konsortien vermitteln Besichtigungen; reserviere ein paar Tage vorher, die Vormittagstermine sind schnell weg.

Bologna trägt den Beinamen la Grassa, die Fette – aber ein Gericht namens 'Spaghetti Bolognese' wirst du hier vergeblich suchen: Das Ragù kommt auf Tagliatelle, breite Eierbandnudeln, die die Sauce halten. Tortellini schwimmen klassisch in brodo, kräftiger Kapaun- oder Rinderbrühe, nicht in Sahnesauce; die Legende will, dass ihre Form dem Nabel der Venus nachempfunden ist. Dazu Mortadella aus Bologna mit ihren weißen Speckwürfeln – das Original, von dem der deutsche Aufschnitt nur eine ferne Ahnung gibt – und Lasagne verdi, deren Nudelplatten mit Spinat gefärbt sind.

Die Romagna, der östliche Landesteil, isst anders: Hier regiert die Piadina, das dünne Fladenbrot von der heißen Platte, gefüllt mit Squacquerone-Frischkäse und Rucola oder mit Schinken – an der Küste bekommst du sie an Kiosken, die seit Generationen in Familienhand sind. In den Fischrestaurants von Cesenatico und Rimini dominieren Adria-Klassiker: gegrillte Sardoncini, Muscheln, frittierte Meeresfrüchte. Und in Ferrara, der Este-Stadt, überleben Renaissance-Rezepte wie die Cappellacci di zucca, Kürbisteigtaschen mit Parmesan, und der Pasticcio di maccheroni in süßer Mürbeteighülle.

Getrunken wird, was die Ebene hergibt: Lambrusco, der perlende rote Landwein um Modena, hat mit dem Süßgetränk deutscher Supermarktregale wenig gemein – trocken ausgebaut und gut gekühlt ist er der geborene Begleiter zu fettem Essen, vom Ragù bis zur Mortadella. In den Hügeln um Bologna wächst der weiße Pignoletto, in der Romagna der Sangiovese di Romagna als kräftiger Roter. Zum Abschluss reicht die Wirtin oft eine Scheibe Parmigiano mit einem Tropfen altem Balsamico – das Dessert dieser Region ist herzhaft, und niemand beschwert sich.

Restaurants in Emilia-Romagna

Alle 40 Restaurants
Ravenna & Ferrara

Ravenna, Ferrara und das Po-Delta

Im Mausoleum der Galla Placidia brauchen die Augen eine Minute, dann tritt der Sternenhimmel aus dem Dunkel – Gold auf Lapisblau, seit fast 1.600 Jahren.

Ravenna war dreimal Hauptstadt – des Weströmischen Reichs, des Ostgotenreichs unter Theoderich, des byzantinischen Exarchats – und jede Epoche hat Mosaiken hinterlassen, die nirgendwo sonst westlich von Istanbul so dicht zu sehen sind. Das Kombiticket bündelt die fünf Monumente der Altstadt: San Vitale mit den Prozessionen von Kaiser Justinian und Kaiserin Theodora, das Mausoleum der Galla Placidia, Sant'Apollinare Nuovo, das Baptisterium der Orthodoxen und die Erzbischöfliche Kapelle. Für das Mausoleum gelten zeitlich begrenzte Slots – geh früh, die kleinen Räume füllen sich schnell. Dantes Grab hinter San Francesco besuchst du gratis; der Dichter starb 1321 im Exil in Ravenna, und Florenz fordert die Gebeine bis heute vergeblich zurück.

Ferrara, eine gute halbe Stunde nördlich von Bologna, ist die Stadt der Este: Das Castello Estense steht mit Wassergraben, Zugbrücken und Verliesen mitten im Zentrum, und die Addizione Erculea – die planmäßige Renaissance-Stadterweiterung von 1492 – brachte der Stadt den UNESCO-Titel als 'erste moderne Stadt Europas'. Ihr Prunkstück ist der Palazzo dei Diamanti, dessen Fassade aus über 8.000 diamantförmig geschliffenen Marmorquadern besteht. Ferrara ist außerdem Italiens Fahrradstadt: Die komplett erhaltene, neun Kilometer lange Stadtmauer ist ein durchgehender Rad- und Spazierweg unter Bäumen – leih dir ein Rad, so erschließt sich die Stadt am schnellsten.

Zwischen Ferrara und dem Meer breitet sich das Po-Delta aus, ein UNESCO-Biosphärenreservat aus Lagunen, Schilfgürteln und Salzwiesen, in dem Flamingos, Seidenreiher und Hunderte weitere Vogelarten leben. Basis ist Comacchio, ein kleines Lagunenstädtchen mit Kanälen, Ziegelbrücken und einer jahrhundertealten Aal-Tradition – die historische Manifattura dei Marinati erzählt die Geschichte der Aal-Fischerei, und im Herbst landet der Fisch mariniert auf den Tellern der Trattorien. Bootstouren führen von hier in die Valli di Comacchio hinaus; Ornithologen kommen im Frühjahr und Herbst zur Zugzeit, alle anderen für die Weite und das Licht.

Praktisch lassen sich beide Städte gut als Tagesausflüge von Bologna aus ansteuern, doch sie belohnen die Übernachtung: Ravennas Mosaiken wirken am stärksten am frühen Morgen, bevor die Gruppen aus den Küstenorten eintreffen, und Ferrara gehört abends den Radfahrern und den Studenten seiner alten Universität. Wer die Küste einbaut, kombiniert Ravenna mit den Stränden von Marina di Ravenna oder besucht von dort aus Mirabilandia – der Freizeitpark liegt nur wenige Kilometer südlich der Mosaikenstadt.

Mit Kindern

Emilia-Romagna mit Kindern – von Mirabilandia bis Italia in Miniatura

Am obersten Punkt der Achterbahn Katun baumeln die Beine frei über den Pinien – dann kippt die Bahn, und der Rest ist Geschrei.

Mirabilandia bei Ravenna ist einer der größten Freizeitparks Italiens: Die Inverted-Bahn Katun und die Hyper-Coaster-Konkurrenz iSpeed ziehen die Adrenalin-Fraktion an, während Kleinkinder ihre eigenen Themenbereiche haben; im Sommer erweitert der angeschlossene Wasserpark Mirabeach das Gelände um Rutschen und Sandlagunen. Rechne einen ganzen Tag ein und buche die Tickets online im Voraus – das ist verlässlich günstiger als an der Tageskasse, und in den Sommerferien ersparst du dir die Schlange am Eingang. Wochentage außerhalb des August sind spürbar leerer.

Die Riviera hat das dichteste Kinderprogramm Italiens: Aquafan in Riccione ist der bekannteste Wasserpark des Landes, Italia in Miniatura bei Rimini lässt dich in einem Vormittag an Miniaturen von Venedig, dem Kolosseum und Hunderten weiteren Bauwerken vorbeischlendern, Fiabilandia am Stadtrand von Rimini ist der sanfte Park für die Kleinsten, und Oltremare in Riccione verbindet Delfin-Lagune und Naturthemen. Das Aquarium von Cattolica am Südende der Küste zeigt Haie hinter Panoramascheiben – der klassische Rettungsplan für den einen Regentag. All das liegt so dicht beieinander, dass du vom selben Hotel aus täglich neu entscheiden kannst.

Der Strand selbst ist die eigentliche Kinder-Infrastruktur: Das Wasser der Adria fällt so flach ab, dass Kinder weit hinauswaten können, die Bagni betreiben Spielplätze, Trampoline und Miniclubs mit Animation, und die Bademeister sitzen in Sichtweite. Viele Hotels in Rimini, Cesenatico und Bellaria sind seit Jahrzehnten auf Familien eingestellt – mit Kinderbuffets, Fahrradverleih und Strandservice im Preis. Es lohnt sich, gezielt nach diesen Familienhotels zu suchen: Die Vollpension-Tradition der Riviera nimmt Eltern die komplette Essenslogistik ab.

Auch das Landesinnere funktioniert mit Kindern besser als gedacht: Im Motor Valley leuchten Ferrari-Museen auch für Achtjährige, eine Parmesan-Käserei ist ein begehbares Sachkundebuch mit Verkostung am Ende, und Bolognas Portico di San Luca lässt sich als Belohnungswanderung mit Eis-Finale verkaufen. Für heiße Nachmittage taugen die schattigen Arkaden der Städte besser als jede Fußgängerzone ohne Dach. Halte die Etappen trotzdem kurz: Die Region ist flach und die Wege sind kurz – nutze das, statt täglich das Quartier zu wechseln.

Aktivitäten & Touren in Emilia-Romagna

Alle 21 Aktivitäten
Unterkünfte

Stadthotel, Strandhotel oder Agriturismo – so wohnst du in der Emilia-Romagna

Abends um zehn, wenn die Arkaden von Bologna leerer werden, hörst du vom Hotelfenster nur noch Schritte und Besteck – die Stadt gehört dann denen, die bleiben.

In den Städten der Via Emilia wohnst du am besten innerhalb der Mauern: Bologna, Parma und Modena sind kompakt genug, dass du vom Altstadthotel alles zu Fuß erreichst, und die ZTL-Zonen machen ein Auto ohnehin zur Last – die meisten Hotels nennen dir Garagen am Rand der Zone. Beachte in Bologna die Messetermine: Die Stadt ist einer der wichtigsten Messestandorte Italiens, und während großer Messen vervielfachen sich die Zimmerpreise über Nacht. Ein Blick auf den Messekalender vor der Buchung erspart böse Überraschungen; Ferrara und Ravenna sind als Ausweichquartiere dann oft die klügere Wahl.

An der Riviera herrscht ein eigenes System: Hunderte familiengeführte Strandhotels in Rimini, Riccione, Cesenatico und Bellaria leben von der Halb- oder Vollpension-Tradition – Zimmer, Strandservice mit Schirm und Liegen sowie mehrgängige Abendmenüs kommen aus einer Hand, oft seit drei Generationen. Das ist selten schick, aber verlässlich und familienfreundlich, und außerhalb des August auch kurzfristig zu bekommen. Im Juli und August gilt das Gegenteil: Die Stammgäste buchen von Jahr zu Jahr, die besten Häuser der ersten Reihe sind früh voll. Wer Design und Ruhe sucht, findet in Milano Marittima und Cervia die gehobeneren Adressen unter Pinien.

Die dritte Option liegt dazwischen: Agriturismi und Landgüter in den Hügeln des Apennin-Vorlands, zwischen Weinbergen um Modena, Kastanienwäldern über Bologna oder Olivenhainen bei Brisighella. Viele Betriebe koppeln die Übernachtung an das, was sie produzieren – abends stehen Lambrusco, hausgemachte Pasta und das eigene Olivenöl auf dem Tisch, und morgens siehst du von der Terrasse über die Poebene. Von dort bist du in 30 bis 45 Autominuten in den Städten, brauchst dann aber zwingend einen Wagen. Als Kombination bewährt sich: erst zwei, drei Nächte Stadt, dann Land oder Küste – die Region ist klein genug, dass kein Transfer länger als anderthalb Stunden dauert.

Hotels in Emilia-Romagna

Alle 44 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Anreise & Mobilität

Anreise in die Emilia-Romagna – mit Flug, Bahn oder Auto

Sieben Minuten nach dem Aussteigen schwebt der Marconi Express über die Gleisfelder in den Hauptbahnhof von Bologna – kaum ein Flughafen Italiens liegt praktischer.

Der Flughafen Bologna (BLQ) ist das Tor zur Region, mit Direktflügen aus vielen deutschen Städten: Die vollautomatische Einschienenbahn Marconi Express verbindet das Terminal in gut sieben Minuten mit dem Hauptbahnhof Bologna Centrale, von wo aus du sofort in jede Stadt der Region weiterfährst. Für reine Badeurlaube ist der Flughafen Rimini eine Alternative mit saisonalen Verbindungen; auch Mailand-Bergamo oder Venedig kommen infrage, kosten aber zwei bis drei Stunden Transfer. Faustregel: Wer Städte und Küste kombiniert, fliegt nach Bologna und bleibt auf der Schiene.

Mit der Bahn reist du ab München über den Brenner: Der Eurocity fährt direkt nach Bologna, in rund sieben Stunden bist du ohne Umsteigen mitten in der Region. Bologna Centrale ist einer der wichtigsten Hochgeschwindigkeitsknoten Italiens – Mailand liegt eine gute Stunde entfernt, Florenz nur gut 35 Minuten, was auch Kombireisen einfach macht. Mit dem Auto rechnest du ab München sieben bis acht Stunden: über den Brenner auf die A22 bis Modena, dort auf die A1 Richtung Bologna; Richtung Küste übernimmt die A14, die Rimini, Riccione und Cattolica direkt anbindet. Österreichische und italienische Maut kommen dazu.

Vor Ort ist die Emilia-Romagna die vielleicht bahnfreundlichste Region Italiens: Die Regionalzüge folgen der Via Emilia und verbinden Parma, Reggio Emilia, Modena und Bologna in dichtem Takt für wenige Euro, Ferrara, Ravenna und die komplette Riviera hängen ebenfalls direkt am Netz. Ein Auto brauchst du nur für das Hinterland – Acetaie, Käsereien, Burgen und Apennin-Dörfer. Dann gilt in jeder Altstadt die ZTL-Warnung: kameraüberwachte Zonen, jede Durchfahrt ein eigener Bußgeldbescheid. Park am Rand und geh zu Fuß; die Zentren sind flach und in Minuten durchquert.

Zwei Mobilitätstipps zum Schluss: In Ferrara und an der ganzen Riviera ist das Fahrrad das Standardverkehrsmittel – Hotels verleihen Räder oft kostenlos, und die Radwege entlang der Küste verbinden die Badeorte kreuzungsarm. Und wer im Sommer ans Meer fährt, meidet die Wechseltage: An den August-Samstagen staut sich die A14 zwischen Bologna und Rimini regelmäßig über Stunden – reise dienstags bis donnerstags an, oder nimm gleich den Zug, der im Sommer im Halbstundentakt an die Küste rollt.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Emilia-Romagna – und welche Basis zu dir passt

BolognaBolognaDie Gelehrte, die Fette, die Rote: älteste Universität Europas, 62 Kilometer UNESCO-Arkaden und die beste Pasta des Landes. Abends, wenn die Tagesgäste weg sind, füllen sich die Osterien im Quadrilatero und an der Via del Pratello.Ideal für: Genuss & Stadtleben2–3 TageModenaModenaRomanischer UNESCO-Dom, der Mercato Albinelli und Balsamico-Dachböden, dazu Ferrari vor der Haustür: Modena packt Genuss und Motorsport auf wenige Quadratkilometer. Der ideale Tagesausflug ab Bologna – oder der Start ins Motor Valley.Ideal für: Balsamico & Motor Valley1–2 TageParmaParmaParmigiano-Käsereien am Morgen, Correggios Domkuppel am Mittag, Teatro Farnese am Nachmittag: Parma verbindet große Kunst mit dem berühmtesten Käse der Welt. Die Schinkentrockner von Langhirano liegen eine halbe Stunde südlich.Ideal für: Käse, Schinken & Kunst1–2 TageRavennaRavennaAcht UNESCO-Bauwerke voller byzantinischer Mosaiken, dazu das Grab Dantes: Ravenna war dreimal Hauptstadt und trägt das Gold von 1.500 Jahren an den Wänden. Früh morgens, vor den Reisegruppen, gehören dir San Vitale und Galla Placidia.Ideal für: Mosaiken & Geschichte1–2 TageFerraraFerraraWassergraben-Kastell mitten im Zentrum, neun Kilometer begehbare Renaissance-Mauern und mehr Fahrräder als Autos: Die Este-Stadt ist flach, kompakt und angenehm unaufgeregt. Von hier startest du ins Po-Delta mit seinen Flamingos.Ideal für: Renaissance per Rad1 TagRiminiRimini15 Kilometer Sandstrand mit Bagni-Kultur, dahinter römische Monumente, das Fellini-Museum und die bemalten Gassen des Borgo San Giuliano. Rimini ist Badeurlaub in Reinform – mit mehr Altstadt, als die meisten erwarten.Ideal für: Strand & Dolce Vita3–5 TageCesenaticoCesenaticoDer Kanalhafen wurde 1502 unter Beteiligung Leonardo da Vincis vermessen, heute liegen historische Segler mit bunten Segeln mitten im Ort. Dahinter: breiter Familienstrand und die entspannteste Atmosphäre der Riviera.Ideal für: Familien & Hafenflair2–4 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Emilia-Romagna: Wetter & Klima im Jahreslauf

Zwischen Frühjahrsmärkten und Weinlese liegt ein halbes Jahr guter Reisewochen – nur der Hochsommer in der Poebene und der Nebelwinter verlangen Strategie.

Das Klima der Emilia-Romagna ist kontinentaler, als viele erwarten: Die Poebene liegt zwischen Apennin und Alpen wie in einer Wanne – die Sommer sind heiß und schwül mit über 30 Grad in Bologna, die Winter neblig und feucht mit Werten um den Gefrierpunkt. An der Adria weht dagegen fast immer eine Brise, und das flache Meer erwärmt sich im Sommer auf angenehme Badetemperaturen. Die Werte unten gelten für Bologna; an der Küste ist es im Sommer zwei, drei Grad kühler und im Winter weniger neblig.

Jan6°-1°Nebel, ruhige Städte
Feb9°0°kühl, leere Museen
Mär14°4°erstes Frühlingslicht
Apr18°8°mild, wechselhaft
Mai23°12°ideal für Städte
Jun28°16°Badestart, lange Tage
Jul31°18°heiß, schwül, Hochbetrieb startet
Aug31°18°Hochsaison an der Küste
Sep26°14°warmes Meer, Weinlese
Okt19°9°goldener Herbst
Nov12°4°Nebel kehrt zurück
Dez7°0°still, festlich

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Emilia-Romagna sind Mai, Juni und September: warm genug für die Adria, aber ohne die schwüle Hitze, die Bologna und die Poebene im Juli und August lähmt. Der September verbindet warmes Meerwasser mit der Weinlese im Hinterland. Reine Städtereisen funktionieren auch im April und Oktober gut – nur von November bis Februar musst du mit dem zähen Nebel der Poebene rechnen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Emilia-Romagna

Wie viele Tage braucht man für die Emilia-Romagna?
Für die Kernroute entlang der Via Emilia plane eine Woche: zwei bis drei Tage Bologna, je ein Tag Parma, Modena und Ravenna, dazu Ferrara oder das Motor Valley. Mit zehn Tagen hängst du zwei, drei Badetage in Rimini oder Cesenatico an, ohne zu hetzen.
Braucht man in der Emilia-Romagna ein Auto?
Für die Städte nicht: Parma, Modena, Bologna, Ferrara, Ravenna und die ganze Riviera hängen an einem dichten Regionalzugnetz mit günstigen Preisen. Ein Auto lohnt nur für das Hinterland – Balsamico-Acetaie, Käsereien, Apennin-Dörfer wie Brisighella und die Burgen um Piacenza.
Was muss man in Bologna gesehen haben?
Die Piazza Maggiore mit San Petronio, die zwei schiefen Türme, das Anatomische Theater im Archiginnasio und das Marktviertel Quadrilatero – dazu ein Spaziergang unter den UNESCO-gelisteten Arkaden, idealerweise den Portico di San Luca mit seinen 666 Bögen hinauf zur Wallfahrtskirche.
Ist Rimini für einen Familienurlaub geeignet?
Sehr gut sogar: Das Wasser fällt extrem flach ab, die Bagni bieten Spielplätze, Miniclubs und Bademeister, und viele Hotels sind seit Generationen auf Familien mit Vollpension und Strandservice eingestellt. Dazu liegen Mirabilandia, Aquafan, Italia in Miniatura und Fiabilandia alle in kurzer Fahrdistanz.
Lohnt sich Ravenna für einen Tagesausflug?
Ja – die fünf Mosaik-Monumente der Altstadt liegen wenige Gehminuten auseinander und sind über ein Kombiticket zugänglich. Von Bologna fährst du gut eine Stunde mit dem Regionalzug. Wer kann, übernachtet: Früh morgens, vor den Gruppen aus den Küstenorten, wirken San Vitale und das Mausoleum der Galla Placidia am stärksten.
Kann man die Ferrari-Museen ohne Auto besuchen?
Ja: Das Museo Enzo Ferrari liegt nahe dem Bahnhof von Modena, und nach Maranello zum großen Museo Ferrari pendeln Shuttlebusse, die beide Häuser verbinden. Von Bologna bist du mit dem Regionalzug in rund 30 Minuten in Modena – ein kompletter Motor-Valley-Tag funktioniert damit komplett auf Schiene und Shuttle.
Was isst man in der Emilia-Romagna?
Tagliatelle al ragù und Tortellini in brodo in Bologna, Parmigiano Reggiano und Parmaschinken um Parma, traditioneller Balsamico aus Modena, Piadina und frischer Adria-Fisch in der Romagna. Dazu Lambrusco – trocken und gekühlt ein anderer Wein als das süße Exportprodukt. Spaghetti Bolognese existieren hier übrigens nicht.
Kann man Parmesan-Käsereien besichtigen?
Ja, viele Käsereien im Ursprungsgebiet um Parma, Reggio Emilia und Modena öffnen morgens für Führungen, wenn die Laibe aus den Kupferkesseln gehoben werden – inklusive Reifelager und Verkostung. Reserviere einige Tage im Voraus über die Betriebe oder das Konsortium; die Vormittagstermine sind schnell ausgebucht.
Wann ist die beste Reisezeit für die Emilia-Romagna?
Mai, Juni und September: warm genug für Strandtage an der Adria, aber ohne die schwüle Hitze, die Bologna im Hochsommer anstrengend macht. Der Juli und August gehören den Badeurlaubern, für reine Städtetrips sind auch April und Oktober angenehm. Im Winter liegt oft zäher Nebel über der Poebene.
Lohnt sich Mirabilandia?
Für Familien und Achterbahn-Fans ja: Der Park bei Ravenna gehört zu den größten Italiens, mit der Inverted-Bahn Katun als Aushängeschild, eigenen Kleinkindbereichen und dem Wasserpark Mirabeach im Sommer. Plane einen ganzen Tag ein, buche online im Voraus und wähle nach Möglichkeit einen Wochentag außerhalb des August.
Was ist das Motor Valley?
Der Landstrich um Modena und Bologna, in dem Ferrari, Lamborghini, Ducati, Pagani und Maserati zu Hause sind. Besuchbar sind unter anderem das Museo Enzo Ferrari in Modena, das Museo Ferrari in Maranello, das Lamborghini-Museum in Sant'Agata Bolognese und das Ducati-Museum in Bologna – Werksführungen musst du früh vorab buchen.
Welche Stadt eignet sich am besten als Standquartier?
Bologna: Der Bahnknoten der Region bringt dich in 20 bis 70 Minuten nach Modena, Parma, Ferrara, Ravenna und ans Meer, und abends hast du die Osterien und Arkaden der Stadt für dich. Wer Badeurlaub mit Ausflügen mischen will, dreht es um und wohnt in Rimini oder Cesenatico mit direkter Bahnanbindung nach Bologna.
Emilia-RomagnaEntlang der schnurgeraden Via Emilia reihen sich Italiens Genuss-Hauptstädte auf – und am Ende wartet die Adria.
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