Im Vicolo Ranocchi, einem schmalen Durchgang mitten im Quadrilatero, schenkt die Osteria del Sole seit 1465 Wein aus – und sie tut bis heute nur das eine: Wein, im Glas oder im Krug, Sangiovese oder Pignoletto, mehr nicht. Eine Küche gibt es nicht und gab es nie. Wer hier sitzen will, kauft sich vorher Mortadella, Käse, Brot und Oliven bei den Händlern ringsum, packt alles auf den langen Holztischen aus und kombiniert es mit dem Wein der Schenke. Genau dieses Prinzip macht den Ort so besonders. An den langen Tischen teilen sich Studenten, Marktleute, Rentner und Reisende die Bänke, und über das mitgebrachte Essen kommt man miteinander ins Gespräch. Es ist eine der ältesten durchgehend betriebenen Weinschenken Italiens und ein lebendiges Stück Bologneser Alltagskultur – ungekünstelt, laut, gesellig. Das Schild über dem Eingang trägt nur eine kleine Sonne, kein Name; Eingeweihte finden den Eingang trotzdem. Wer das echte, unkommerzielle Bologna sucht, ist hier richtig. Man bringt mit, was man essen will, bestellt Wein zu fairen Preisen und genießt eine Atmosphäre, die sich in fünfeinhalb Jahrhunderten kaum verändert hat. Barzahlung ist üblich, und etwas Ellenbogenfreiheit an den vollen Tischen gehört dazu. Ein Besuch, der sich perfekt mit einem Einkaufsbummel durch das umliegende Quadrilatero verbinden lässt – man besorgt sich die Vesper direkt nebenan und trägt sie hinein.
Die Osteria del Sole bietet keine Küche – das ist ihr Konzept. Serviert wird ausschließlich Wein, vor allem regionale Sorten wie Sangiovese und Pignoletto im Glas oder Krug. Das Essen besorgt man selbst bei den Salumerie und Bäckern des Quadrilatero: Mortadella, Parmigiano, Brot, Oliven. Die Kombination aus mitgebrachter Vesper und gutem, günstigem Wein ist die ganze Idee.
Laut, gesellig und ungekünstelt: An langen Holztischen teilen sich Studenten, Marktleute, Rentner und Reisende die Bänke. Über das mitgebrachte Essen kommt man ins Gespräch. Die Schenke wirkt, als hätte sich in fünfeinhalb Jahrhunderten kaum etwas verändert – ein authentisches Stück Bologneser Alltag.
