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Osterien-Bummel
Von Tresen zu Tresen die Via del Pratello entlang – Hauswein, Crescentine und Gespräche mit Fremden inklusive.
◆ STADTVIERTEL · BOLOGNA
Westlich der Piazza San Francesco zieht sich die Via del Pratello als lange Zeile aus Osterien, Weinkneipen und Kulturbars durch ein altes Volksviertel. Hier hat sich Bolognas widerspenstige Seele gehalten: politische Wandzeitungen neben Großmüttern am Fenster, Studierende neben Alteingesessenen am Tresen, dazu Hauswein in Karaffen und Küchen, die bis spät Tagliatelle servieren. Wer das ungeschminkte Bologna sucht, findet es hier – vor allem nach Einbruch der Dunkelheit.

Der Pratello war immer das andere Bologna: ein Viertel der Handwerker, Tagelöhner und später der Studenten, das sich gegen jede Glättung gewehrt hat. Die Via del Pratello – „kleine Wiese", nach den Feldern, die hier einst lagen – wurde in den 1970er-Jahren zur Bühne der alternativen Szene und hat sich ihre Mischung bewahrt: Anarcho-Graffiti neben barocken Hauseingängen, Plattenläden neben Gemüsehändlern, und alle paar Meter eine Osteria mit Papier-Tischdecken.
Kulinarisch ist die Straße eine Zeitkapsel. Hier wird noch im Krug ausgeschenkt, die Tagliatelle kommen ohne Deko, und die Rechnung bleibt zivil. Am südlichen Rand, in der Via Santa Caterina, kocht All'Osteria Bottega auf einem Niveau, das Gourmets aus halb Europa anzieht – und bleibt dabei doch eine Nachbarschaftsosteria mit zwanzig Plätzen. Gleich um die Ecke ruht die gotische Basilica di San Francesco mit den Gräbern der Glossatoren, der ersten Rechtsgelehrten der Universität.
Abends gehört die Straße den Fußgängern, die mit Gläsern zwischen den Lokalen pendeln. Es gibt keinen Dresscode, keine Türsteher-Attitüde, keine Cocktailkarten mit Goldprägung – nur die vielleicht dichteste Kneipenkultur Norditaliens. Wer morgens um eins noch Hunger hat, findet im Pratello verlässlicher eine offene Küche als irgendwo sonst in Bologna.
01 · Highlights
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Von Tresen zu Tresen die Via del Pratello entlang – Hauswein, Crescentine und Gespräche mit Fremden inklusive.
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Gotischer Backsteinbau mit den Marmorgräbern der mittelalterlichen Rechtsgelehrten im Hof – ruhiger Kontrapunkt zum Kneipentrubel.
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Kultadresse in der Via Santa Caterina: Mortadella vom Messer, Tortellini in Kapaunbrühe, große Lambrusco-Auswahl.
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Die Hauswände des Viertels sind ein offenes Archiv der Bologneser Protestkultur.
02 · Essen & Trinken
03 · Sehenswürdigkeiten
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05 · Praktisch
06 · Häufige Fragen
„Kleine Wiese" – die Straße führte einst durch Felder vor der Stadtmauer. Vom ländlichen Ursprung ist nichts geblieben, vom eigenständigen Charakter umso mehr: Der Pratello gilt seit den 1970er-Jahren als Herz des alternativen Bologna.
Vor allem, aber nicht nur: Tagsüber lohnen die Basilica di San Francesco mit den Glossatoren-Gräbern, kleine Läden und das Beobachten des Viertelalltags. Sein volles Leben entfaltet der Pratello allerdings erst nach Einbruch der Dunkelheit.
Deutlich später als im Rest der Stadt – viele Osterien servieren bis Mitternacht oder darüber hinaus warme Küche. Genau deshalb landen hungrige Nachtschwärmer aus ganz Bologna am Ende des Abends im Pratello.
An Wochenendabenden ja – die Straße wird zur Fußgänger- und Feiermeile. Lärmempfindliche übernachten besser in Santo Stefano oder Saragozza und kommen zum Abendessen herüber.
07 · In der Nähe
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