Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Piemont
Morgens um neun, wenn das Museo Egizio öffnet, liegt die Via Roma noch im Arkadenschatten und die Espressomaschinen der Kaffeehäuser laufen sich gerade warm.
Turin zuerst: Das Museo Egizio beherbergt die bedeutendste ägyptische Sammlung außerhalb Kairos – gegründet 1824, damit das älteste Ägyptische Museum der Welt – und verkauft Zeitfenster-Tickets, die du an Wochenenden und in den Ferien vorab buchen solltest. Ein paar Gehminuten weiter fährt der gläserne Panoramalift der Mole Antonelliana mitten durch den Kuppelsaal des Nationalen Kinomuseums auf 85 Meter Höhe: Bei klarem Wetter steht die Alpenkette wie eine Kulisse hinter der Stadt. Dazwischen liegen Palazzo Reale, Piazza Castello und Piazza San Carlo – Turins barockes Zentrum lässt sich komplett zu Fuß ablaufen.
Das Wahrzeichen der ganzen Region steht eine Dreiviertelstunde westlich: Die Sacra di San Michele klammert sich seit rund tausend Jahren auf einen Felssporn über dem Susatal, ihre Silhouette soll Umberto Eco zu 'Der Name der Rose' inspiriert haben. Der Aufstieg vom Parkplatz dauert eine Viertelstunde, der Blick reicht vom Talboden bis zu den Viertausendern an der französischen Grenze. Nördlich von Turin lohnt die Reggia di Venaria, die riesige Savoyer-Residenz mit der lichtdurchfluteten Galleria Grande und barocken Gärten – wie die anderen Savoyer-Schlösser UNESCO-Welterbe.
Die zweite große Kulisse sind die Weinberge selbst: Die Hügellandschaften von Langhe, Roero und Monferrato stehen seit 2014 als Kulturlandschaft auf der UNESCO-Liste. Fahr die Panoramastraße von Alba über Grinzane Cavour – dessen Kastell eine regionale Enothek beherbergt – nach La Morra: Vom Belvedere des Dorfs überblickst du das komplette Barolo-Gebiet mit seinen elf Gemeinden. Im Kastell von Barolo selbst erklärt das Weinmuseum WiMu auf verspielte Art, warum diese Hügel so schmecken, wie sie schmecken.
Im Norden warten die Seen: Von Stresa setzen Boote zu den Borromäischen Inseln im Lago Maggiore über – die Isola Bella trägt einen Barockpalast und zehn terrassierte Gartenebenen, auf denen weiße Pfauen zwischen den Statuen laufen (Palast und Gärten öffnen saisonal, etwa von Ende März bis Anfang November). Der kleine Lago d'Orta nebenan ist die stille Alternative: Orta San Giulio, die Klosterinsel San Giulio und darüber der Sacro Monte mit seinen zwanzig Franziskus-Kapellen, ebenfalls Welterbe – an einem Werktag außerhalb des Sommers hast du die Wege fast für dich.
























