Region · Italien

Piemont

Zwischen Nebbiolo-Hügeln, Turiner Arkaden und den Inselgärten des Lago Maggiore liegt Italiens stillste Genussregion.

6 Städte41 Sehenswürdigkeiten34 Hotels
Überblick

Deine Piemont auf einen Blick

Beste Reisezeit
September – November (Trüffelsaison) & April – Juni
Anreise
Flughafen Turin-Caselle (TRN); für den Lago Maggiore liegt Mailand-Malpensa (MXP) näher; Frecciarossa-Züge nach Torino Porta Nuova & Porta Susa
Sprache
Italienisch
Vor Ort
Bahn zwischen Turin, Asti & Alba; Mietwagen für Langhe & Monferrato; Schiffe auf Lago Maggiore & Ortasee
Wichtigster Tipp
Für die Trüffelmesse in Alba (Okt. – Anfang Dez.) Unterkünfte Wochen im Voraus buchen
Währung & Sprache
Euro · Italienisch
Die Region

Was Piemont ausmacht

Das Piemont ist die Region für alle, die Italien ohne Gedränge wollen: Turin reiht barocke Plätze, das Museo Egizio und Kaffeehäuser aneinander, in denen der Bicerin seit dem 18. Jahrhundert in Schichten ins Glas kommt. Eine Autostunde südlich rollen die UNESCO-Weinhügel der Langhe auf Alba zu – im Herbst werden hier weiße Trüffel gehandelt, in Barolo reift der Nebbiolo zum berühmtesten Rotwein Italiens. Im Norden spiegeln sich die Terrassengärten der Isola Bella im Lago Maggiore, am stillen Lago d'Orta blickt Orta San Giulio auf seine Klosterinsel. Dazwischen: die Sacra di San Michele über dem Susatal, Reisfelder um Vercelli und eine Küche von Tajarin mit Trüffel bis Vitello tonnato.

Reiseführer

Piemont von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Im Oktober hängt der Nebel bis mittags in den Tälern der Langhe, nur die Hügelkämme mit ihren Dörfern und Kastelltürmen ragen heraus – und wenn er sich hebt, stehen da Rebzeilen bis zum Horizont und dahinter, überraschend nah, die verschneite Kette der Alpen. Das Piemont drängt sich nicht auf. Es lässt dich ankommen – mit einem Glas Nebbiolo auf einer Dorfterrasse, mit dem Geruch von weißem Trüffel, der ab Herbst durch die Gassen von Alba zieht, und mit einer Hauptstadt, die unter ihren Arkaden seit 200 Jahren Kaffeehauskultur betreibt.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Piemont

Morgens um neun, wenn das Museo Egizio öffnet, liegt die Via Roma noch im Arkadenschatten und die Espressomaschinen der Kaffeehäuser laufen sich gerade warm.

Turin zuerst: Das Museo Egizio beherbergt die bedeutendste ägyptische Sammlung außerhalb Kairos – gegründet 1824, damit das älteste Ägyptische Museum der Welt – und verkauft Zeitfenster-Tickets, die du an Wochenenden und in den Ferien vorab buchen solltest. Ein paar Gehminuten weiter fährt der gläserne Panoramalift der Mole Antonelliana mitten durch den Kuppelsaal des Nationalen Kinomuseums auf 85 Meter Höhe: Bei klarem Wetter steht die Alpenkette wie eine Kulisse hinter der Stadt. Dazwischen liegen Palazzo Reale, Piazza Castello und Piazza San Carlo – Turins barockes Zentrum lässt sich komplett zu Fuß ablaufen.

Das Wahrzeichen der ganzen Region steht eine Dreiviertelstunde westlich: Die Sacra di San Michele klammert sich seit rund tausend Jahren auf einen Felssporn über dem Susatal, ihre Silhouette soll Umberto Eco zu 'Der Name der Rose' inspiriert haben. Der Aufstieg vom Parkplatz dauert eine Viertelstunde, der Blick reicht vom Talboden bis zu den Viertausendern an der französischen Grenze. Nördlich von Turin lohnt die Reggia di Venaria, die riesige Savoyer-Residenz mit der lichtdurchfluteten Galleria Grande und barocken Gärten – wie die anderen Savoyer-Schlösser UNESCO-Welterbe.

Die zweite große Kulisse sind die Weinberge selbst: Die Hügellandschaften von Langhe, Roero und Monferrato stehen seit 2014 als Kulturlandschaft auf der UNESCO-Liste. Fahr die Panoramastraße von Alba über Grinzane Cavour – dessen Kastell eine regionale Enothek beherbergt – nach La Morra: Vom Belvedere des Dorfs überblickst du das komplette Barolo-Gebiet mit seinen elf Gemeinden. Im Kastell von Barolo selbst erklärt das Weinmuseum WiMu auf verspielte Art, warum diese Hügel so schmecken, wie sie schmecken.

Im Norden warten die Seen: Von Stresa setzen Boote zu den Borromäischen Inseln im Lago Maggiore über – die Isola Bella trägt einen Barockpalast und zehn terrassierte Gartenebenen, auf denen weiße Pfauen zwischen den Statuen laufen (Palast und Gärten öffnen saisonal, etwa von Ende März bis Anfang November). Der kleine Lago d'Orta nebenan ist die stille Alternative: Orta San Giulio, die Klosterinsel San Giulio und darüber der Sacro Monte mit seinen zwanzig Franziskus-Kapellen, ebenfalls Welterbe – an einem Werktag außerhalb des Sommers hast du die Wege fast für dich.

Sehenswürdigkeiten in Piemont

Alle 41 Sehenswürdigkeiten
Turin

Turin: Sehenswürdigkeiten der unterschätzten Barockstadt

Unter den Arkaden der Via Po kannst du bei Regen trocken vom Fluss bis zur Piazza Castello laufen – die Savoyer haben das so geplant.

Turin funktioniert anders als Rom oder Florenz: keine Menschentrauben vor einzelnen Ikonen, sondern ein zusammenhängendes barockes Stadtbild mit rund 18 Kilometern Arkaden, unter denen sich Buchläden, Cafés und Confiserien aneinanderreihen. Plane für die Städtereise zwei bis drei Tage: einen für Museo Egizio, Mole Antonelliana und den Königspalast, einen für Märkte, Kaffeehäuser und das Flussufer am Po, einen für Superga oder Venaria. Die Innenstadt ist ZTL-Zone – stell den Wagen in eines der Parkhäuser am Rand oder komm gleich mit dem Zug nach Porta Nuova oder Porta Susa.

Die Kaffeehauskultur ist der eigentliche Grund, warum Turin süchtig macht: Im Caffè Al Bicerin, das seit 1763 gegenüber der Wallfahrtskirche Consolata ausschenkt, kommt der namensgebende Bicerin in Schichten ins Glas – Espresso, heiße Schokolade, kalte Sahnehaube, nicht umrühren. Auf der Piazza San Carlo servieren historische Cafés wie das Caffè Torino unter Kronleuchtern, und in den Bars des Quadrilatero Romano wird abends der Aperitivo zelebriert, zu dem Turin mit seinem Vermouth die Grundzutat erfunden hat. Dazu Gianduiotti, die Haselnuss-Schokolade, die hier ihren Ursprung hat.

Der größte Kontrast zum Barock liegt zehn Gehminuten nördlich des Zentrums: Porta Palazzo, einer der größten offenen Märkte Europas, wo sich Gemüsestände, Käsehändler und halb Turin auf der Piazza della Repubblica drängen – komm vormittags, samstags ist am meisten los. Im Süden der Stadt erzählt das Lingotto vom anderen Turin: Die ehemalige Fiat-Fabrik mit der Teststrecke auf dem Dach ist heute Einkaufs- und Kulturzentrum, oben auf der Pista wachsen Gärten zwischen den Steilkurven, und die Pinacoteca Agnelli hängt Kunst über die alten Produktionsetagen.

Für den Blick von oben fährst du nach Superga: Die Basilika auf dem Hügel östlich des Po war Grablege der Savoyer und ist heute der klassische Aussichtspunkt auf Stadt und Alpenkette – die historische Zahnradbahn ab Sassi fährt nicht durchgehend, prüfe den Betrieb vorher, sonst bringt dich der Bus hinauf. Abends zieht das Leben in die Viertel San Salvario beim Bahnhof und Vanchiglia: Weinbars, Piolas mit piemontesischer Hausmannskost und Studenten, die die Plätze bevölkern. Turin ist abends keine Kulisse, sondern eine Stadt, die von ihren Bewohnern benutzt wird.

Wein & Langhe

Wein im Piemont – Barolo, Barbaresco und die Langhe

Im September riecht es auf den Höhenstraßen der Langhe durchs offene Fenster nach gärendem Most, und vor den Kellereien stapeln sich die Erntekisten.

Das Piemont ist Nebbiolo-Land, und die beiden großen Namen musst du auseinanderhalten: Der Barolo wächst in elf Gemeinden südwestlich von Alba – darunter Barolo, La Morra, Serralunga und Monforte – und muss mindestens 38 Monate reifen, davon 18 im Holz; die Riserva sogar über fünf Jahre. Der Barbaresco aus den Hügeln nordöstlich von Alba gilt als sein eleganterer Bruder, reift kürzer und kostet meist spürbar weniger, ohne weniger zu können. Beide sind zu 100 Prozent Nebbiolo, eine launische, spät reifende Traube, die auf diesen Kalkmergelhügeln ihre besten Lagen der Welt hat.

Für den Alltag trinken die Piemontesen anderes: Barbera, die verbreitetste rote Traube der Region, kommt als saftiger, säurebetonter Essensbegleiter ins Glas – als Barbera d'Alba oder Barbera d'Asti. Der Dolcetto ist trotz des Namens trocken und unkompliziert, der weiße Arneis aus dem Roero eine Entdeckung für alle, die frische Weißweine mögen. Und aus den Moscato-Hügeln um Canelli stammen Asti Spumante und Moscato d'Asti – die historischen Schaumweinkellereien dort, die sogenannten unterirdischen Kathedralen, gehören zum UNESCO-Welterbe und lassen sich besichtigen.

Weinproben laufen hier fast nie als Laufkundschaft: Schreib den Gütern ein, zwei Tage vorher oder buche online, dann nimmt sich jemand eine Stunde Zeit für Keller, Jahrgänge und die Frage, warum die Lage am Nachbarhang anders schmeckt. Für eine Standardprobe mit vier, fünf Weinen sind meist 15 bis 30 Euro pro Person fällig, die viele Güter beim Flaschenkauf verrechnen. Gute erste Anlaufstellen sind die regionalen Enotheken, etwa im Kastell von Grinzane Cavour oder in Barolo selbst, wo du dich durch viele Erzeuger glasweise probierst, bevor du einzelne Güter ansteuerst. Kauf direkt ab Hof – die Flasche kostet weniger als im deutschen Handel, und du weißt danach, von welchem Hügel sie kommt.

Plane die Weintage als Landschaftstage: Die Panoramastraße von Alba über Grinzane Cavour, Castiglione Falletto und Barolo nach La Morra ist kurz genug für einen Nachmittag und liefert an jeder Kurve neue Blicke über die Rebzeilen. Wer nüchtern bleiben muss, spuckt bei der Probe aus wie die Profis oder wechselt sich am Steuer ab – die Straßen sind eng und kurvig, und kontrolliert wird auch hier. Die beste Zeit ist der Herbst zur Lese, wenn sich die Nebbiolo-Blätter golden färben; im Frühsommer sind die Hügel grün und die Verkostungsräume deutlich leerer.

Alba & Trüffel

Alba, weiße Trüffel und die Haselnüsse der Langhe

In der Markthalle von Alba heben die Händler die Tücher von den Waagschalen, und ein Geruch liegt in der Luft, den du danach überall wiedererkennst.

Alba ist die heimliche Hauptstadt des Genuss-Piemont: eine Backsteinaltstadt mit mittelalterlichen Geschlechtertürmen, einer lebhaften Flaniermeile – der Via Vittorio Emanuele, die hier alle nur Via Maestra nennen – und einer Dichte an guten Trattorien und Weinbars, die für eine Stadt dieser Größe erstaunlich ist. Als Standort für die Langhe ist Alba unschlagbar: Barolo, Barbaresco und die Panoramadörfer liegen alle in 15 bis 30 Autominuten, und abends läufst du zu Fuß zum Essen, statt Serpentinen zu fahren.

Der Weltruhm kommt vom Tuber magnatum pico, dem weißen Alba-Trüffel: Von Anfang Oktober bis Anfang Dezember füllt die Internationale Trüffelmesse an den Wochenenden die Altstadt – in der Markthalle wird gewogen, geprüft und gefeilscht, die Preise schwanken je nach Erntejahr erheblich. Drumherum: Verkostungen, Showcooking und am ersten Oktoberwochenende das Eselsrennen, Albas augenzwinkernde Antwort auf den Palio von Asti. Wer Trüffel essen will, bestellt das Einfachste auf der Karte – Tajarin mit Butter oder ein Spiegelei, darüber hobelt der Kellner am Tisch.

Die zweite Währung der Langhe ist die Haselnuss: Die Tonda Gentile aus diesen Hügeln gilt als beste der Welt, und in Alba gründete Pietro Ferrero 1946 die Firma, die daraus Nutella und Rocher machte – die Fabrik am Stadtrand duftet an manchen Tagen bis in die Altstadt. In den Dörfern der Alta Langa, der rauen Hochlagen südlich von Alba, stehen Haselnusshaine statt Reben; die Torta di Nocciole, der bröselige Haselnusskuchen, gehört mit einem Glas Moscato zum Pflichtabschluss jedes Essens.

Rechne Alba nicht nur als Herbstziel: Im Frühjahr und Sommer sind die Trattorien leichter zu bekommen, die Hügel grün und die Preise niedriger. Zur Trüffelzeit dagegen gilt: Wochenenden sind voll, Hotels in Alba und den Weindörfern Monate im Voraus vergeben, und Restaurants ohne Reservierung ein Glücksspiel. Wenn du den Trubel meiden willst, komm zur Messe unter der Woche – die Markthalle öffnet auch dann, die Gassen gehören dir, und die Trüffelhändler haben Zeit zum Erklären.

Asti & Monferrato

Asti und das Monferrato

Am ersten Septemberwochenende verwandelt der Palio die Piazza Alfieri in eine Rennbahn, und die Stadtviertel von Asti fiebern wie seit Jahrhunderten mit.

Asti wird oft nur mit dem Spumante verbunden und ist doch eine der ältesten Städte des Piemont: Im Mittelalter reich geworden am Handel, ragen noch immer Geschlechtertürme wie die begehbare Torre Troyana über die Dächer, dazu die romanisch-gotische Stiftskirche San Secondo am zentralen Platz. Der Palio di Asti, der jeden September gelaufen wird, gehört zu den ältesten dokumentierten Pferderennen Italiens – die Wochen davor füllen Fahnenschwinger-Proben und Viertelsfeste die Altstadt, und fast zeitgleich schenkt die Weinmesse Douja d'Or die Weine der Provinz aus.

Das Monferrato, das Hügelland zwischen Asti und Casale, ist die stillste Ecke des Wein-Piemont: sanftere Kämme als in den Langhe, Weiler auf den Kuppen, kaum Busse, kaum Souvenirläden. Unter vielen Dörfern liegen Infernot – kleine, von Hand in den Sandstein gehauene Kellerkammern, in denen Familien ihre besten Flaschen lagern; sie gehören mit zur UNESCO-Kulturlandschaft und lassen sich in Orten wie Cella Monte besichtigen. Oben auf den Hügeln reifen Barbera d'Asti und Grignolino, und die Trattorien kochen zu Preisen, die in den Langhe Vergangenheit sind.

Südlich von Asti lohnt Canelli, die Wiege des italienischen Schaumweins: Unter der Stadt ziehen sich kilometerlange Kellergewölbe durch den Tuffhügel, die unterirdischen Kathedralen, in denen seit dem 19. Jahrhundert Millionen Flaschen Asti Spumante und Moscato reifen – mehrere Kellereien öffnen für Führungen mit Verkostung, anmelden solltest du dich vorher. Als Tagesprogramm funktioniert die Schleife Asti, Canelli und zurück durchs Moscato-Hügelland gut; wer mehr Zeit hat, hängt das nördliche Monferrato mit seinen Infernot-Dörfern an.

Seen im Norden

Lago Maggiore und Lago d'Orta – die Seen des Piemont

Vom Bootssteg in Stresa aus sieht die Isola Bella aus, als hätte jemand einen Barockgarten aufs Wasser gesetzt – genau das war der Plan der Borromeo.

Stresa am Westufer des Lago Maggiore ist der klassische Ausgangspunkt: eine Belle-Époque-Promenade mit Grandhotels aus der Zeit, als hier die halbe europäische Aristokratie überwinterte, und im Rücken der Mottarone, der Aussichtsberg zwischen den beiden Seen. Vom Anleger pendeln Boote im dichten Takt zu den Borromäischen Inseln – kauf das Inseln-Kombiticket und plane einen vollen Tag: Isola Bella mit Palast und den zehn Gartenterrassen, Isola Madre mit ihrem verwunschenen botanischen Garten, dazwischen die Isola dei Pescatori, deren Gassen und Fischrestaurants am Mittag am vollsten sind.

Der Lago d'Orta, nur einen Hügelzug weiter westlich, ist das Kontrastprogramm: klein, still, von bewaldeten Ufern gefasst. Orta San Giulio schiebt sich als Halbinsel in den See, Autos bleiben oben am Parkplatz, und von der Piazza Motta mit ihren Arkaden setzen Boote zur Isola San Giulio über – auf der Insel führt ein einziger schmaler Weg, der Weg des Schweigens, an der romanischen Basilika und den Mauern des Benediktinerinnenklosters entlang, gesäumt von Tafeln mit Meditationssprüchen. Eine Runde dauert kaum zwanzig Minuten und bleibt trotzdem hängen.

Über dem Ort liegt der Sacro Monte di Orta, ein UNESCO-gelisteter Andachtsberg mit zwanzig Kapellen voller Terrakottafiguren, die das Leben des heiligen Franziskus erzählen – der Spaziergang hinauf durch den Wald dauert eine Viertelstunde und belohnt mit dem besten Blick auf Insel und See. Aktiv wirst du an beiden Seen gut: Der Lago Maggiore Express kombiniert Schiff und die Panoramabahn der Centovalli zu einer Tagesrunde, um den Lago d'Orta führt ein Uferwanderweg, und Kajaks oder SUPs leihst du in Orta wie in Stresa direkt am Wasser.

Zur Planung: Die Inselpaläste der Borromeo öffnen saisonal, grob von Ende März bis Anfang November – im Winter ruht der Betrieb, und viele Hotels in Stresa schließen. Juli und August sind an beiden Seen voll, im Mai und September stimmen Wetter und Platzangebot am besten. Von Turin erreichst du Stresa in gut anderthalb Autostunden; mit dem Zug fährst du über die Mailänder Simplon-Linie, die in Stresa hält. Wer aus Deutschland direkt an die Seen will, fliegt besser Mailand-Malpensa an als Turin – der Flughafen liegt nur eine halbe Stunde vom Südufer entfernt.

Aktivitäten & Touren in Piemont

Alle 18 Aktivitäten
Rundreise

Piemont-Rundreise: die schönste Route in 7–10 Tagen

Die Piemont-Schleife passt auf eine Serviette – Turin, ein Abstecher zur Sacra di San Michele, dann die Weinhügel um Alba und zum Schluss die Seen im Norden.

In 7 bis 10 Tagen fährst du die Route, die alles Wesentliche verbindet: zwei bis drei Tage Turin mit Museo Egizio, Mole und Kaffeehäusern, dazu ein halber Tag für die Sacra di San Michele im Susatal. Dann eine gute Autostunde südöstlich in die Langhe: drei Nächte mit Basis in Alba oder einem Weindorf wie La Morra, für Barolo, Barbaresco, Grinzane Cavour und mindestens eine ausgiebige Weinprobe. Auf dem Weg nach Norden ein Stopp in Asti oder ein Schlenker durchs Monferrato – und zum Abschluss zwei Nächte am Lago Maggiore oder Lago d'Orta.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier: Drei Standorte reichen für die ganze Schleife – Stadt, Weinhügel, See. Die Etappen dazwischen bleiben unter zwei Stunden, und von jeder Basis fährst du sternförmig los: von Alba aus sind Barolo-Dörfer, Barbaresco und Asti alle in unter 40 Minuten erreichbar, von Stresa aus Orta San Giulio in einer guten halben Stunde. So packst du nur zweimal den Koffer und sitzt abends wieder auf derselben Terrasse, statt im nächsten Check-in zu stehen.

Ohne Auto geht die Route in Teilen: Turin erkundest du komplett zu Fuß und mit der Metro, Regionalzüge bringen dich nach Alba und Asti, und Stresa liegt an der Bahnlinie Mailand–Domodossola. Was ohne Auto wegfällt, sind die Panoramastraßen der Langhe und die Monferrato-Dörfer – dafür buchst du ab Alba Weintouren mit Fahrer, die die bekannten Güter anfahren. Wer fährt, sollte Turins ZTL kennen: Die Innenstadt ist werktags vormittags kameraüberwacht, und jede unerlaubte Einfahrt wird einzeln abgerechnet – park am Rand und geh die letzten Minuten zu Fuß.

Terminiere die Reise nach deinem Schwerpunkt: Für die Trüffelmesse und goldene Weinberge kommst du zwischen Anfang Oktober und Anfang Dezember – dann sind die Langhe-Wochenenden allerdings voll und die Quartiere früh vergeben. Mai, Juni und September sind die entspannte Alternative mit grünen Hügeln, offenen Inselgärten am Lago Maggiore und freien Tischen. Wer 10 Tage hat, hängt einen Tag Vercelli mit seinen Reisfeldern an die Nordetappe – im Frühjahr stehen die Felder unter Wasser und spiegeln den Himmel wie ein zweiter See.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Unterkünfte

Weingut, Agriturismo oder Stadthotel – so wohnst du im Piemont

Abends auf dem Weingut, wenn die letzte Verkostung vorbei ist und nur noch die Grillen in den Rebzeilen lärmen, gehört dir der Hügel allein.

Die piemontesischste Art zu wohnen ist das Weingut: In den Langhe und im Monferrato vermieten viele Erzeuger Zimmer oder Ferienwohnungen zwischen ihren Rebzeilen – du frühstückst mit Blick über die Hügel, probierst abends die Weine des Hauses und musst danach keinen Meter mehr fahren. Ähnlich funktioniert der Agriturismo auf Haselnuss- oder Gemischthöfen der Alta Langa, oft mit Abendessen am langen Tisch. Beides ist zur Trüffelzeit von Oktober bis Anfang Dezember Monate im Voraus vergeben – buche früh oder weiche auf Frühjahr und Frühsommer aus.

Alba ist die praktischste Basis für die Weinregion: genug Hotels und B&Bs in der Altstadt, Restaurants in Gehweite und alle Weindörfer in unter einer halben Stunde erreichbar. Wer lieber im Dorf wohnt, nimmt La Morra, Barolo, Monforte oder Neive – morgens und abends, wenn die Tagesgäste weg sind, zeigen die Orte ihr eigentliches Gesicht, dafür brauchst du für jede Mahlzeit außer Haus das Auto oder ein Restaurant im Ort. Im Monferrato wohnst du für spürbar weniger Geld ähnlich schön, nur mit weniger Infrastruktur drumherum.

In Turin wohnst du am besten zentral zwischen Porta Nuova und Piazza Castello oder im Quadrilatero Romano – die Stadt der kurzen Wege belohnt jede Lage, von der aus du abends ohne Verkehrsmittel zum Aperitivo kommst; ein Parkhaus fürs Auto löst das ZTL-Problem für die Stadttage. An den Seen ist Stresa die klassische Adresse mit Belle-Époque-Hotels an der Promenade, Orta San Giulio die kleinere, stillere Alternative – beide mit dem Hinweis, dass viele Häuser von November bis März schließen und die Seesicht-Zimmer zuerst vergeben sind.

Die ehrlichste Empfehlung ist die Kombination entlang der Route: zwei, drei Nächte Stadthotel in Turin, dann drei, vier Nächte Weingut oder Agriturismo um Alba, zum Schluss zwei Nächte am See. So bekommst du Museen und Abendleben der Stadt, die Langsamkeit der Hügel und den Belle-Époque-Abschluss am Wasser, ohne täglich umzuziehen. Reist du zur Messezeit nach Alba, dreh die Logik um: Wohn im Monferrato oder Richtung Asti, wo noch Zimmer frei sind, und fahr zur Trüffelmesse hinüber.

Hotels in Piemont

Alle 34 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen & Trinken im Piemont

In der Piola stellt die Wirtin ungefragt eine Karaffe Barbera auf den Tisch, und die Karte ist handgeschrieben, kurz und seit Jahrzehnten dieselbe.

Die piemontesische Küche ist die vielleicht feinste Regionalküche Italiens, und sie beginnt mit den Antipasti: Vitello tonnato – dünn geschnittenes Kalbfleisch unter Thunfisch-Kapern-Creme – wurde hier erfunden, dazu kommen Carne cruda, mit dem Messer gehacktes rohes Kalbstatar, das nur Olivenöl, Salz und Zitrone braucht, und im Winter die Bagna cauda, ein heißer Tunk aus Sardellen, Knoblauch und Öl, in den der ganze Tisch Gemüse stippt. Wer sich durchprobieren will, bestellt die Antipasti-Folge der Trattoria – oft sind das vier, fünf kleine Gänge, bevor die Pasta überhaupt kommt.

Bei der Pasta führen zwei Klassiker: Tajarin, hauchdünne Eiernudeln, deren Teig traditionell mit sehr vielen Eigelb angereichert wird – pur mit Butter die Bühne für gehobelten Trüffel – und Agnolotti del Plin, kleine gezwickte Ravioli mit Bratenfüllung, die klassisch mit Bratenjus oder schlicht mit Salbeibutter kommen. Danach Brasato al Barolo, in Rotwein geschmortes Rind, oder im Herbst Wildgerichte aus den Hügeln. Der Käsewagen ist im Piemont Pflichtprogramm: Castelmagno aus den Bergtälern, Robiola di Roccaverano, Toma in allen Reifestufen – dazu Cugnà, das Traubenmost-Mus der Langhe.

Süß wird es mit Haselnuss und Schokolade: Torta di Nocciole mit Zabaione, Bonet – der kakaodunkle Amaretti-Flan – und in Turin Gianduiotti und der Bicerin. Überhaupt Turin: Die Stadt hat den Vermouth erfunden und zelebriert den Aperitivo mit einer Ernsthaftigkeit, die schnell zum Abendessen-Ersatz wird. Und die Region hat die Slow-Food-Bewegung hervorgebracht – gegründet im nahen Bra, mit der Universität der Gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo; ihre Osterie-Empfehlungen sind bis heute ein verlässlicher Kompass für Trattorien, die regional und ehrlich kochen.

Praktisch gilt: Reserviere abends grundsätzlich, in den Langhe-Dörfern gibt es oft nur zwei, drei Küchen pro Ort, und zur Trüffelzeit sind die Wochenenden komplett ausgebucht. Trüffel bestellst du klassisch über das einfachste Gericht und lässt dir das Hobeln am Tisch zeigen; der Preis richtet sich nach Gewicht und Erntejahr – frag vorher nach, das ist hier völlig normal. Mittags kostet das Menü in vielen Piolas um die 15 bis 20 Euro und damit deutlich weniger als à la carte am Abend, wo du eher mit 35 bis 50 Euro pro Person rechnest – eine Karaffe Barbera oder Dolcetto vom Fass gehört fast überall selbstverständlich dazu.

Restaurants in Piemont

Alle 32 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise ins Piemont – und wo du das Auto wirklich brauchst

Hinter dem Gotthard wechselt das Bahndurchsagen-Italienisch von höflich zu melodisch, und ab Mailand ist es noch knapp eine Stunde Hochgeschwindigkeit bis Turin.

Mit dem Flugzeug hast du zwei Optionen: Turin-Caselle (TRN) liegt eine gute Viertelstunde nördlich der Stadt und wird aus Deutschland saisonal unterschiedlich dicht angeflogen; zuverlässiger und oft günstiger ist Mailand-Malpensa (MXP), das größere Drehkreuz – von dort bist du in einer halben Stunde am Lago Maggiore und in rund anderthalb Stunden in Turin. Wer die Route Seen zuerst plant, für den ist Malpensa ohnehin die logischere Wahl: Mietwagen übernehmen, Stresa als ersten Stopp nehmen und die Schleife andersherum fahren.

Mit der Bahn reist du aus Süddeutschland über die Schweiz: EC-Verbindungen führen von Zürich durch den Gotthard-Basistunnel nach Mailand, ab Frankfurt oder Stuttgart steigst du in Basel oder Zürich um. Von Mailand bringen dich Hochgeschwindigkeitszüge in rund einer Stunde nach Turin Porta Susa oder Porta Nuova; die Simplon-Linie Richtung Domodossola hält unterwegs in Stresa. Mit dem eigenen Auto rechnest du ab München rund acht Stunden – über die Schweiz (Vignette nötig) oder über den Brenner und die Poebene, jeweils plus italienischer Autobahnmaut.

Vor Ort hängt alles vom Programm ab: Turin funktioniert komplett ohne Auto – Metro, Tram und die Arkaden erledigen die Wege, und fürs Auto gilt die ZTL-Regel, die dir oben schon begegnet ist: In der Innenstadt ist der Wagen ohnehin eher Risiko als Hilfe. Nach Alba und Asti fahren Regionalzüge, und ab Alba gibt es geführte Weintouren mit Fahrer. Aber die eigentlichen Langhe – die Höhenstraßen, La Morra, die kleinen Güter am Hang – erschließt nur ein Auto: Busse fahren selten und nach Schulzeiten, und die schönsten Blicke liegen an Straßen ohne jeden Linienverkehr.

Der praktikabelste Kompromiss: Städtetage ohne, Hügeltage mit Auto. Übernimm den Mietwagen erst nach den Turin-Tagen direkt am Bahnhof oder Flughafen, nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst – auf den engen Kehren der Langhe und in Dorfdurchfahrten ist klein ein Vorteil – und gib ihn am Ende in Mailand oder Malpensa wieder ab, wenn du über die Seen ausreist. One-Way-Mieten innerhalb Italiens sind meist problemlos; prüfe nur, dass Landstraßenkilometer und ein zweiter Fahrer im Tarif stecken, damit sich beide beim Verkosten abwechseln können.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Piemont – und welche Basis zu dir passt

TurinTurinMuseo Egizio, Mole Antonelliana, Königspalast und 18 Kilometer Arkaden – Turin ist Italiens entspannteste Großstadt für eine Städtereise. Abends gehören Vermouth und Aperitivo im Quadrilatero Romano zum Pflichtprogramm.Ideal für: Städtereise & Kaffeehauskultur2–3 TageAlbaAlbaDie Hauptstadt der Langhe mit Backsteintürmen, Trattorien-Dichte und der Messe des weißen Trüffels von Oktober bis Anfang Dezember. Als Basis für Barolo, Barbaresco und die Panoramastraßen der Weinhügel unschlagbar gelegen.Ideal für: Trüffel & Weinbasis2–3 TageBaroloBaroloDas Dorf, das dem berühmtesten Wein Italiens den Namen gibt: Kastell mit dem Weinmuseum WiMu, Enotheken und Rebzeilen in jede Richtung. Abends, wenn die Tagesgäste weg sind, hörst du hier nur noch die Weinberge.Ideal für: Wein pur½–1 TagAstiAstiMittelalterliche Geschlechtertürme, die Stiftskirche San Secondo und im September der Palio, eines der ältesten Pferderennen Italiens. Dazu die Weinmesse Douja d'Or und das stille Monferrato direkt vor der Tür.Ideal für: Feste & Monferrato1 TagStresaStresaBelle-Époque-Promenade am Lago Maggiore und Ausgangspunkt zu den Borromäischen Inseln – Isola Bella mit Palast und Terrassengärten, Isola Madre mit botanischem Garten, dazwischen die Fischerinsel mit ihren Restaurants.Ideal für: Seen & Inselgärten1–2 TageOrta San GiulioOrta San GiulioAutofreie Gassen, die Piazza Motta am Wasser und Boote zur Klosterinsel San Giulio – der kleine Lago d'Orta ist das stille Gegenstück zum Lago Maggiore. Über dem Ort liegen die zwanzig Kapellen des Sacro Monte.Ideal für: Stille & Seeblick1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für das Piemont: Wetter & Klima im Jahreslauf

Zwischen Frühlingsgrün und Trüffelherbst spannt sich im Piemont ein langes Reisejahr – nur der Winternebel in der Poebene und der heiße August verlangen einen Plan.

Das Piemont-Klima ist kontinentaler als das der Küstenregionen: kalte, oft neblige Winter in der Ebene, ein schnell warm werdendes Frühjahr, heiße Sommer mit Gewittern und ein langer, goldener Herbst, der die Weinberge färbt. Städte und Hügel bereist du am besten im Frühjahr und Herbst, die Seen von Mai bis September. Die Werte unten gelten für Turin; an den Seen ist es im Winter milder, in den Höhenlagen der Alta Langa kühler.

Jan7°-1°kalt, oft Nebel
Feb10°0°trocken, klare Alpensicht
Mär15°4°erstes Frühlingsgrün
Apr18°8°mild, wechselhaft
Mai23°12°grüne Hügel, ideal
Jun27°16°warm, lange Tage
Jul30°18°heiß, Gewitter
Aug29°18°schwül, Ferienzeit
Sep25°14°Weinlese
Okt18°9°Trüffelzeit, Goldlaub
Nov12°3°Nebel, noch Trüffel
Dez8°-1°still, Weihnachtsmärkte

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für das Piemont sind Mai, Juni, September und Oktober: Im Frühjahr sind Hügel und Seen grün und leer, im September läuft die Weinlese, und der Oktober verbindet goldene Nebbiolo-Lagen mit dem Start der Trüffelmesse in Alba. Der Hochsommer eignet sich für die Seen, weniger für Stadt und Hügel – und im November lohnt die Region nur noch für Trüffelesser, die den Nebel als Kulisse nehmen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Piemont

Wie viele Tage braucht man für das Piemont?
Für die klassische Runde plane 7 bis 10 Tage: zwei bis drei Tage Turin, drei bis vier Tage Langhe und Monferrato mit Basis in Alba, dann zwei Tage an Lago Maggiore oder Lago d'Orta. Wer nur ein verlängertes Wochenende hat, kombiniert Turin mit einem Tagesausflug in die Weinberge.
Lohnt sich eine Städtereise nach Turin?
Ja – Turin bietet mit Museo Egizio, Mole Antonelliana, Königspalast und 18 Kilometern Arkaden großstädtische Substanz ohne den Andrang von Rom oder Florenz. Dazu kommen historische Kaffeehäuser, der Aperitivo als lokale Erfindung und die Alpen als Kulisse. Zwei bis drei Tage sind ein gutes Maß.
Wann ist Trüffelzeit in Alba?
Die Saison des weißen Alba-Trüffels läuft von Oktober bis in den Dezember; die Internationale Trüffelmesse füllt die Altstadt an den Wochenenden von Anfang Oktober bis Anfang Dezember. Unter der Woche ist es deutlich ruhiger – Hotels und Restaurants solltest du für diese Zeit Monate im Voraus buchen.
Was ist der Unterschied zwischen Barolo und Barbaresco?
Beide bestehen zu 100 Prozent aus Nebbiolo, wachsen aber in verschiedenen Gebieten um Alba: Der Barolo reift mindestens 38 Monate und gilt als kraftvoller, der Barbaresco reift kürzer, wirkt oft eleganter und kostet meist weniger. Geschmacklich trennt sie weniger, als der Preisunterschied vermuten lässt.
Braucht man im Piemont ein Auto?
Für Turin nicht – die Stadt läuft über Metro, Tram und kurze Wege, und die ZTL macht das Auto dort eher zum Risiko. Für die Langhe, das Monferrato und die kleinen Weindörfer schon: Busse fahren selten, und die Panoramastraßen liegen abseits jedes Linienverkehrs. Alternativ buchst du ab Alba Weintouren mit Fahrer.
Lago Maggiore oder Lago d'Orta – welcher See passt zu wem?
Der Lago Maggiore ist der große Klassiker mit Stresa, Belle-Époque-Hotels und den Borromäischen Inseln samt Palästen und Gärten. Der Lago d'Orta ist klein, still und autofrei erlebbar – Orta San Giulio mit der Klosterinsel ist eher ein Ort zum Bleiben als zum Abhaken. Beide liegen nur eine gute halbe Stunde auseinander.
Wann ist die beste Reisezeit für das Piemont?
Mai, Juni, September und Oktober: Im Frühjahr sind die Hügel grün und die Verkostungsräume leer, im September läuft die Weinlese, im Oktober beginnen Trüffelmesse und Goldfärbung der Weinberge. Der Hochsommer passt zu den Seen, der Winter bringt in der Ebene Kälte und Nebel.
Was isst man typisch im Piemont?
Vitello tonnato und Carne cruda als Antipasti, Tajarin mit Butter und Trüffel oder Agnolotti del Plin als Pasta, Brasato al Barolo als Hauptgang – dazu Käse wie Castelmagno und zum Schluss Haselnusskuchen oder Bonet. Getrunken werden Barbera und Dolcetto im Alltag, Barolo und Barbaresco zu den großen Anlässen.
Ist das Piemont teuer?
Mittelfeld mit Trüffel-Aufschlag: Eine Standardprobe auf dem Weingut kostet meist 15 bis 30 Euro pro Person, das Mittagsmenü in der Piola um die 15 bis 20 Euro. Teuer sind Alba und die Langhe-Dörfer zur Messezeit von Oktober bis Anfang Dezember – wer dann spart, wohnt und isst im Monferrato, wo Zimmer und Trattorien spürbar weniger kosten.
Wie kommt man von Deutschland ins Piemont?
Am schnellsten per Flug nach Turin-Caselle oder – oft praktischer – nach Mailand-Malpensa, das nahe am Lago Maggiore liegt. Mit der Bahn reist du über Zürich und den Gotthard nach Mailand und weiter in rund einer Stunde nach Turin. Mit dem Auto rechnest du ab München etwa acht Stunden über die Schweiz oder den Brenner.
Kann man Weingüter in den Langhe ohne Termin besuchen?
Meist nicht – Verkostungen laufen fast überall mit Voranmeldung, oft reicht eine Nachricht ein bis zwei Tage vorher. Spontan probierst du am besten in den regionalen Enotheken, etwa im Kastell von Grinzane Cavour oder in Barolo, wo Weine vieler Erzeuger glasweise ausgeschenkt werden.
Was ist die Sacra di San Michele?
Eine rund tausend Jahre alte Abtei auf einem Felssporn hoch über dem Susatal, etwa 45 Minuten westlich von Turin – offizielles Symbolbauwerk des Piemont und Inspiration für Umberto Ecos 'Der Name der Rose'. Vom Parkplatz führt ein Fußweg von etwa einer Viertelstunde hinauf, der Blick reicht bis zu den Alpen.
Lohnt sich Asti für einen Ausflug?
Ja, besonders im September, wenn der Palio – eines der ältesten Pferderennen Italiens – und die Weinmesse Douja d'Or die Stadt füllen. Sonst locken mittelalterliche Türme, die Stiftskirche San Secondo und die Nähe zu Canelli mit seinen unterirdischen Schaumwein-Kathedralen. Ein Tag reicht, kombiniert mit dem Monferrato.
PiemontZwischen Nebbiolo-Hügeln, Turiner Arkaden und den Inselgärten des Lago Maggiore liegt Italiens stillste Genussregion.
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