Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Turin
Fast alles, was du in Turin sehen willst, liegt in einem Rechteck von rund anderthalb Kilometern Kantenlänge – und zwischen den Stationen läufst du unter Arkaden.
Der Bezugspunkt ist die Piazza Castello, ein Platz, an dem drei Epochen nebeneinander stehen. Auf der einen Seite der Palazzo Reale, die Residenz der Savoyer, hinter deren nüchterner Fassade sich Prunksäle, die Waffensammlung Armeria Reale und die Galleria Sabauda zu den Musei Reali zusammenschließen; an den Dom angeschlossen liegt die von Guarino Guarini entworfene Cappella della Sindone mit ihrer schwindelerregenden Trichterkuppel, die nach dem Brand von 1997 rund zwei Jahrzehnte lang restauriert wurde. Mitten auf dem Platz steht der Palazzo Madama, in dem ein römisches Stadttor, eine mittelalterliche Burg und Filippo Juvarras Barockfassade von 1718 bis 1721 zu einem einzigen Bauwerk verwachsen sind – drinnen das Museo Civico d'Arte Antica. Für beide Häuser zusammen brauchst du einen halben Tag, wenn du nicht nur durchlaufen willst.
Zwei Straßenzüge südlich liegt in der Via Accademia delle Scienze das Museo Egizio, gegründet 1824 und damit das älteste Museum der Welt, das ausschließlich dem Alten Ägypten gewidmet ist. Der Rundgang führt chronologisch nach unten und wieder hinauf, Höhepunkte sind das nahezu vollständig erhaltene Grab des Baumeisters Kha und seiner Frau Merit mit Möbeln, Lebensmitteln und Kleidern und die dunkel inszenierte Statuengalerie der Könige. Plane zwei bis drei Stunden ein, buche das Zeitfenster vorab online und geh möglichst nicht am Wochenende. Gleich um die Ecke liegt an der Piazza Carignano der Palazzo Carignano mit seiner geschwungenen Backsteinfassade – hier wurde Vittorio Emanuele II. geboren, hier tagte das erste italienische Parlament, heute erzählt das Museo del Risorgimento diese Geschichte an Originalschauplätzen.
Das Wahrzeichen steht ein Stück östlich davon: die Mole Antonelliana, 167 Meter hoch, ab 1863 von Alessandro Antonelli begonnen – ursprünglich als Synagoge für die jüdische Gemeinde, die den ausufernden Bau später an die Stadt abgab. Heute steckt unter der Kuppel das Museo Nazionale del Cinema, das seine Exponate nicht in Vitrinen sperrt, sondern in Kapellen entlang einer Spirale inszeniert, während man in Liegestühlen mitten in der Halle Filmausschnitte anschaut. Vom Zentrum der Halle fährt ein verglaster Panoramalift durch das offene Kuppelinnere hinauf zur Aussichtsplattform; das Ticket dafür gibt es getrennt oder kombiniert. Wenn du nur eines von beidem machst, nimm bei klarer Luft den Lift und bei Regen das Museum.
Bleiben die Bauten am nördlichen Rand der Altstadt. Der Duomo di Torino, geweiht dem heiligen Johannes dem Täufer und Ende des 15. Jahrhunderts errichtet, ist die einzige große Renaissancekirche der Stadt und der Aufbewahrungsort des Turiner Grabtuchs. Sehen kannst du das Tuch allerdings nicht: Es ruht in einem klimatisierten Schrein, öffentliche Ostensionen finden nur in großen Abständen statt, und im Kirchenraum steht eine originalgetreue Kopie mit Erläuterungen. Direkt daneben stehen die Reste des römischen Theaters und die Porta Palatina, ein zweitürmiges Stadttor aus römischer Zeit. Und ein paar Schritte weiter beginnt auf der Piazza della Repubblica der Mercato di Porta Palazzo, einer der größten Freiluftmärkte Europas – vormittags, und am lebhaftesten samstags.










































