Die Tre Galline an der Via Bellezia gehören zu den ältesten Wirtsadressen Turins: Schon im 18. Jahrhundert kehrten hier Reisende und Bürger der Stadt ein. Bis heute hat sich das Haus seinen Charakter bewahrt – holzvertäfelte Stuben, gedeckte Tische und eine Atmosphäre, die das Piemont früherer Zeiten spürbar macht, ohne museal zu wirken. Auf der Karte stehen die großen Klassiker der piemontesischen Küche. Vitello tonnato, hauchdünn aufgeschnittenes Kalbfleisch unter cremiger Thunfischsauce, eröffnet oft das Mahl. Es folgen handgemachte Agnolotti, die gefüllte Pasta der Region, und die Finanziera, ein traditionsreiches Ragout aus Innereien, das man heute kaum noch authentisch zubereitet findet. Höhepunkt für viele Gäste ist der Bollito misto: gekochtes Fleisch in mehreren Sorten, das am Wagen direkt am Tisch tranchiert und mit den klassischen Saucen wie Bagnèt verd serviert wird. Zur Küche passt eine tiefe Weinkarte, die den Schwerpunkt klar auf das Piemont legt. Barolo und Barbaresco aus den nahen Langhe stehen ebenso bereit wie zugänglichere Barbera und Dolcetto, sodass sich zu jedem Gang ein stimmiger Wein finden lässt. Die Tre Galline sind traditionsbewusst, aber nie verstaubt: Der Service kennt die Gerichte und ihre Geschichte und erklärt sie gern. Wer die echte, bodenständige Küche des Piemont in historischem Rahmen erleben möchte, findet hier eine der verlässlichsten Adressen der Stadt. Eine Reservierung empfiehlt sich, besonders am Wochenende.
Klassische piemontesische Küche in ihrer traditionsreichsten Form. Auf der Karte stehen Vitello tonnato, handgemachte Agnolotti, die selten gewordene Finanziera aus Innereien und als Höhepunkt der Bollito misto, der am Wagen tranchiert wird. Dazu klassische Beilagensaucen wie Bagnèt verd.
Holzvertäfelte, historische Stuben mit gedeckten Tischen und gedämpftem Licht. Traditionsbewusst und gediegen, aber lebendig und nie museal – eine Stimmung, die das alte Piemont spürbar macht.
