Vom römischen Hasta zur Stadt der hundert Türme wie Handel, Türme und ein Pferderennen Astis Selbstbewusstsein geformt haben
Asti war als Hasta schon den Römern ein Begriff, doch seine große Zeit kam im Mittelalter: Im 12. und 13. Jahrhundert zählte die freie Kommune dank ihrer Kaufleute und Geldverleiher, die bis nach Flandern Geschäfte machten, zu den reichsten Städten Norditaliens. Wer es zu etwas gebracht hatte, baute in die Höhe – weit über hundert Geschlechtertürme sollen die Stadt damals gestachelt haben. Geblieben sind unter anderem die Torre Troyana mit ihrer Stadtglocke, die schlanke Torre Comentina und die Torre Rossa, deren Unterbau noch aus römischer Zeit stammt.
Den Takt des Jahres gibt bis heute der Palio vor. Urkundlich taucht das Rennen erstmals im 13. Jahrhundert auf, gelaufen wird Anfang September: Nach einem Umzug von Hunderten Gewandeten in den Farben der Rioni und Borghi jagen die Reiter ohne Sattel über die eigens mit Sand aufgeschüttete Piazza Alfieri, und das siegreiche Viertel trägt das Banner – den Palio – im Triumph davon. In den Wochen drumherum füllen die Douja d'Or, eine der wichtigsten Weinveranstaltungen Italiens, und das Festival delle Sagre, bei dem die Dörfer des Astigiano ihre Küche auffahren, die ganze Innenstadt.
Und dann ist da der Wein. Asti gab dem berühmtesten Süßschaumwein Italiens seinen Namen, doch das Astigiano kann weit mehr: Barbera d'Asti in allen Schattierungen, Grignolino, Ruchè – die Rebhügel des Monferrato, seit 2014 UNESCO-Welterbe, beginnen direkt hinter den letzten Häusern. Dazu eine Küche, die Agnolotti, Carne cruda und im Herbst Trüffel auf den Tisch bringt. Dass hier 1749 mit Vittorio Alfieri auch einer der großen Dichter Italiens geboren wurde, dessen Name Platz und Korso prägt, passt zu einer Stadt, die ihr Erbe lebt, statt es auszustellen.
