An der kleinen Piazza San Martino, zwischen Domviertel und Corso Alfieri, serviert die Osteria del Diavolo das Repertoire der piemontesischen Küche in unprätentiöser Form. Die Lage abseits der größten Plätze, aber dennoch zentral, passt zum Charakter des Hauses: ehrlich, lebhaft und auf das Wesentliche konzentriert. Wer die bodenständige Seite der Astigiana-Küche kennenlernen will, ist hier richtig.
Auf der Karte stehen die Klassiker der Region: Agnolotti, die gefüllten Teigtaschen, Carne cruda, das fein geschnittene rohe Rindfleisch nach piemontesischer Art, dazu geschmorte Fleischgerichte. Im Herbst kommt Pasta mit Trüffel hinzu, wenn die Saison der weißen und schwarzen Knollen das Piemont in ihren Bann zieht. Die Gerichte folgen der Tradition, ohne sich zu verkünsteln, und spiegeln, was die Region und die Jahreszeit hergeben.
Die Weinkarte greift tief ins Astigiano: Barbera d'Asti in vielen Lesarten bildet den Kern, dazu kommen Grignolino und Ruchè, zwei für die Gegend typische Rebsorten, die anderswo selten zu finden sind. Damit lässt sich das Essen mit Weinen begleiten, die ihren Ursprung in den umliegenden Hügeln haben. Die Atmosphäre ist unprätentiös und lebhaft, das Publikum gemischt; abends empfiehlt sich eine Reservierung, da die Osteria gut besucht ist.