Die schönsten Sehenswürdigkeiten Kalabriens
Morgens um neun, bevor die Strandtaschen die Gassen füllen, gehört dir der Blick vom Belvedere in Tropea über Santa Maria dell'Isola fast allein.
Tropea ist der Anker jeder Kalabrien-Reise: Die Altstadt steht auf einer Sandsteinklippe rund 40 Meter über dem Strand, und vom Aussichtspunkt am Largo Migliarese fällt der Blick direkt auf die Wallfahrtskirche Santa Maria dell'Isola, die auf ihrem eigenen Felsen im Meer sitzt. Der kurze Aufstieg zur Kirche lohnt für den Garten mit Blick zurück auf die Stadtfront – geh früh oder in der letzten Abendstunde, mittags staut sich der Fußweg. In den Gassen dahinter hängen Zöpfe der roten Cipolla di Tropea vor den Läden, und bei klarer Sicht steht der Stromboli als Kegel am Horizont.
Reggio Calabria wird oft nur als Fährhafen Richtung Sizilien abgehakt – ein Fehler: Im Museo Archeologico Nazionale stehen die Bronzi di Riace, zwei überlebensgroße griechische Kriegerstatuen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., die 1972 ein Taucher vor der Küste fand. Der Zugang zu den Bronzen ist in kleinen Gruppen getaktet, plane etwas Wartezeit ein. Danach spazierst du die Lungomare Falcomatà ab, die Uferpromenade mit Blick über die Straße von Messina – bei klarem Wetter siehst du drüben Sizilien und den Ätna.
Pizzo packt auf wenige hundert Meter erstaunlich viel: Im aragonesischen Castello Murat wurde 1815 Joachim Murat, Napoleons Schwager und König von Neapel, standrechtlich erschossen – die Zellen und der Prozessraum sind zu besichtigen. Nördlich des Orts liegt die Chiesetta di Piedigrotta, eine komplett in den Tufffels geschlagene Höhlenkirche voller Figuren, an der Fischer und Bildhauer über Generationen weiterarbeiteten. Und an der Piazza della Repubblica isst du danach den Tartufo, die Eisbombe mit flüssigem Kern, am Entstehungsort.
Wer tiefer gräbt, findet das byzantinische und griechische Kalabrien: In Stilo an der Ionischen Küste steht mit der Cattolica ein byzantinischer Backsteinbau aus dem 9./10. Jahrhundert am Hang, Gerace, das oberhalb von Locri thront, gilt als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Städtchen des Südens, und in Rossano lagert der Codex Purpureus Rossanensis, eine purpurgefärbte Evangelienhandschrift aus dem 6. Jahrhundert, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt. An der Küste bei Isola di Capo Rizzuto steht die aragonesische Festung Le Castella auf einer winzigen Landzunge im Meer – eines der meistfotografierten Motive der Region.

























