Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Marken
Morgens um neun stehst du im Hof des Palazzo Ducale von Urbino fast allein zwischen den Arkaden – ein UNESCO-Welterbe ohne Warteschlange.
Urbino zuerst: Der Palazzo Ducale des Condottiere Federico da Montefeltro ist das Hauptwerk der Renaissance in den Marken, und in den Sälen der Galleria Nazionale delle Marche hängen Bilder, für die anderswo Blockbuster-Schlangen stünden – Piero della Francescas Geißelung Christi, die Madonna di Senigallia und die berühmte Tafel der Idealstadt. Dazu das Studiolo des Herzogs, eine winzige Studierstube, deren Intarsien perspektivische Scheinregale in die Wände zaubern. Anders als in Florenz brauchst du kein Zeitfensterticket – komm werktags am Vormittag, dann teilst du die Säle mit einer Handvoll Studenten.
Die Küste hält dagegen: In Ancona stehen der romanische Dom San Ciriaco über dem Hafen und der Trajansbogen am Kai, südlich davon sammelt Loreto mit der Santa Casa Pilger aus ganz Europa, und in Recanati blickst du vom Colle dell'Infinito über genau das Hügelland, das Giacomo Leopardi in sein bekanntestes Gedicht schrieb – alle drei bekommen weiter unten eigene Kapitel.
Dazu kommt ein Hinterland, das sich wie ein aufgeklapptes Geschichtsbuch liest: Ascoli Piceno mit seinen Travertinplätzen ganz im Süden, das Kastell von Gradara ganz im Norden, in dem Dante seine Liebenden Paolo und Francesca verortete, und dazwischen Macerata, dessen neoklassizistische Arena Sferisterio jeden Sommer ein Opernfestival unter freiem Himmel austrägt. In Jesi wurde 1194 Kaiser Friedrich II. in einem Zelt auf der Piazza geboren – heute ist die Stadt vor allem das Tor zu den Verdicchio-Weinbergen der Castelli di Jesi.
























