
◆ STADT · MARKEN
Ascoli Piceno ist die heimliche Schönheit der Marken: eine Stadt ganz aus Travertin, jenem warm schimmernden Kalkstein, der ihren Gassen, Türmen und Palästen einen einheitlichen, fast silbrigen Glanz verleiht. Im Herzen liegt die Piazza del Popolo, einer der elegantesten Plätze Italiens, gesäumt von den Arkaden des Palazzo dei Capitani, der gotischen Kirche San Francesco und dem Jugendstil-Glanz des Caffè Meletti. Zwischen den Flüssen Tronto und Castellano, am Fuß der Sibillinischen Berge, lebt Ascoli ein selbstbewusstes, kaum von Touristen entdecktes Italien – mit der mittelalterlichen Reiterspiele-Tradition der Quintana, mit über hundert Türmen, die einst die Skyline prägten, und mit den olive all'ascolana, jenen gefüllten, frittierten Oliven, die hier erfunden wurden. Wer den Massen von Toskana und Umbrien entkommen will, findet hier die gleiche Schönheit – nur stiller.

Ascoli verdankt seinen unverwechselbaren Charakter einem Material: dem Travertin, der in den Steinbrüchen der Umgebung gebrochen wird. Aus ihm sind nicht nur die großen Monumente gebaut, sondern auch die Pflastersteine der Plätze, die Türstürze der Gassen, die Brunnen und Balkone. Das gibt der Altstadt eine fast unwirkliche Geschlossenheit – an einem klaren Spätnachmittag, wenn die Sonne flach durch die Rua dei Longobardi fällt, scheint die ganze Stadt von innen zu leuchten. Schon die Römer schätzten den Ort: Asculum war Hauptstadt der Picener und Schauplatz des Bundesgenossenkriegs, und der Ponte di Solestà überspannt den Tronto seit der Kaiserzeit in einem einzigen kühnen Bogen.
Das Mittelalter hat Ascoli seine Türme und seinen Stolz gegeben. Über zweihundert Geschlechtertürme sollen die Skyline einmal gespickt haben – ein gutes Dutzend steht noch, weshalb man die Stadt 'Città delle cento torri' nennt. Die Macht der Bürger zeigt sich am schönsten an der Piazza del Popolo, deren Arkaden im 16. Jahrhundert vereinheitlicht wurden, damit kein Palast den anderen übertönt. An ihrer Stirnseite ragt der Palazzo dei Capitani del Popolo auf, gegenüber die elegante Loggia dei Mercanti, und an der Ecke wacht seit 1907 das Caffè Meletti, in dem schon Hemingway und Sartre die hauseigene Anisetta tranken.
Doch Ascoli ist keine Museumsstadt. Zweimal im Jahr verwandelt die Quintana sie zurück ins 15. Jahrhundert: In historischen Gewändern ziehen die Sestieri durch die Gassen, ehe die Ritter im Reiterturnier gegen den 'Moro' antreten. Und der Alltag dreht sich um den Tisch – um die frittierten Oliven, die fritto misto all'ascolana, den Rosso Piceno aus den Hügeln und die anisduftende Anisetta zum Abschluss. travelperfect rät, sich auf das ascolanische Tempo einzulassen: ein Spaziergang über die Plätze, ein langer Aperitivo unter den Arkaden, ein Ausflug in die Sibillinischen Berge.
01 · Auf einen Blick
· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Die großen Plätze
Ascolis Herz schlägt auf zwei Plätzen. Die Piazza del Popolo, ganz aus poliertem Travertin, wird von den Renaissance-Arkaden des Palazzo dei Capitani, der gotischen Kirche San Francesco und dem Caffè Meletti gerahmt. Wenige Schritte weiter liegt die ältere Piazza Arringo mit dem Duomo di Sant'Emidio, dem romanischen Battistero und der Pinacoteca Civica im Palazzo dell'Arengo.
Türme & Travertin
Vom mittelalterlichen Viertel rund um die Rua dei Longobardi mit ihren Geschlechtertürmen führt der Weg über den römischen Ponte di Solestà – einen der größten erhaltenen Bogenbrücken der Antike – ans andere Ufer des Tronto. Dort wacht das Forte Malatesta über die Stadt, während sich von der Festung Forte Pia der Blick über die Dächer aus Travertin öffnet.
Olive & Anisetta
Hier wurden die olive all'ascolana erfunden: entkernte, mit Fleisch gefüllte, panierte und frittierte Oliven, klassisch Teil des fritto misto all'ascolana. Dazu ein Glas Rosso Piceno aus den umliegenden Hügeln und zum Abschluss die anisduftende Anisetta Meletti. Zwischen den Trattorien der Altstadt und der historischen Olivenmanufaktur Migliori am Piazza Arringo lässt sich das Beste der piceno-Küche verkosten.
Berge vor der Tür
Ascoli ist das südliche Tor zum Nationalpark der Monti Sibillini. In einer halben Stunde steht man in den Bergdörfern und Tälern, in denen im Herbst Trüffel gesucht werden; die Sage von der Sibylle und ihrer Höhle gibt der Gegend ihren Namen. Wer mehr Zeit hat, kombiniert die Stadt mit dem nahen Conero an der Adria oder dem Renaissance-Urbino im Norden der Marken.
03 · Wann
Ascoli liegt im Landesinneren der Marken, geschützt zwischen Hügeln und den Sibillinischen Bergen – das mildert die Adriaschwüle und sorgt für klare Luft. Frühling und Frühherbst sind ideal: angenehm warm, lange Abende auf den Plätzen, keine Hitze. Im Hochsommer kann es um die Mittagszeit heiß werden, doch die Travertingassen bleiben schattig. Wer die Quintana erleben will, plant um die Juli- und August-Wochenenden herum.
04 · Häufige Fragen
Für die Altstadt selbst reichen ein bis zwei Tage: die Piazza del Popolo, die Piazza Arringo mit Dom und Pinacoteca, der Ponte di Solestà und ein langer Aperitivo unter den Arkaden lassen sich gut an einem vollen Tag erleben. Wer die Sibillinischen Berge, ein Weingut im Piceno oder die Adriaküste bei San Benedetto dazunimmt, plant besser drei bis vier Tage ein.
Am bequemsten mit dem Auto: über die Adria-Autobahn A14 bis San Benedetto del Tronto, dann gut 30 km landeinwärts auf der Superstrada. Per Bahn fährt man bis San Benedetto del Tronto an der Adrialinie und steigt dort in den Regionalzug nach Ascoli um. Der nächste Flughafen ist Ancona-Falconara (rund 110 km); auch Rom oder Pescara sind in etwa zwei Stunden erreichbar.
Die olive all'ascolana – entkernte, mit Fleisch gefüllte, panierte und frittierte grüne Oliven, die hier erfunden wurden. Klassisch isst man sie als Teil des fritto misto all'ascolana, zusammen mit panierten Cremeschnitten und Gemüse. Dazu passt ein Rosso Piceno aus den umliegenden Hügeln, und zum Abschluss gehört die anisduftende Anisetta Meletti aus dem gleichnamigen Caffè an der Piazza del Popolo.
Die Quintana ist ein historisches Reiterturnier, bei dem sich die sechs Stadtviertel (Sestieri) in Renaissance-Kostümen messen. Höhepunkt ist die Giostra, bei der Ritter im Galopp eine drehbare Figur, den 'Moro', treffen müssen. Sie findet zweimal im Sommer statt, begleitet von prächtigen Umzügen durch die Altstadt – ein eindrucksvolles, sehr lebendiges Spektakel.
Sehr. Ascoli bietet die geschlossene Schönheit toskanischer und umbrischer Städte – Plätze, Türme, Renaissance-Paläste – nur fast ohne Touristenströme und zu günstigeren Preisen. Wer die Marken mit Conero, Urbino und den Sibillinischen Bergen verbindet, erlebt ein authentisches, genussreiches Italien, das viele noch übersehen.
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Ascoli Piceno und den Marken.
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