Sassi di Matera & Co.: die schönsten Sehenswürdigkeiten der Basilikata
Am frühen Morgen, wenn die Sonne die Fassaden der Sassi in warmes Ocker taucht, hörst du in den Treppengassen von Matera nur Schwalben und deine eigenen Schritte.
Matera ist der Grund, warum die meisten überhaupt in die Basilikata fahren – und die Geschichte der Stadt ist so ungewöhnlich wie ihr Anblick. In den beiden Höhlenvierteln Sasso Barisano und Sasso Caveoso wohnten Menschen seit Jahrtausenden in Grotten, die in den weichen Kalkarenit gegraben wurden. Nach Carlo Levis Buch „Christus kam nur bis Eboli“ galten die Sassi als „Schande Italiens“: ab 1952 ließ der Staat die Viertel räumen, rund 15.000 Menschen wurden umgesiedelt. Erst Jahrzehnte später kehrte das Leben zurück – 1993 kam der UNESCO-Titel, 2019 war Matera Europäische Kulturhauptstadt.
Für den Besuch brauchst du gutes Schuhwerk und einen halben Plan: Die Casa Grotta di Vico Solitario zeigt, wie eine Familie mit Maultier und Kohlebecken in einer einzigen Höhle lebte. Unter der Piazza Vittorio Veneto öffnet sich der Palombaro Lungo, eine begehbare Zisterne von der Größe einer Kirche. Dazu kommen Felsenkirchen wie Santa Maria de Idris und San Pietro Barisano mit verblassten byzantinischen Fresken – und auf dem Sporn der Civita der romanische Dom, der über beiden Sassi thront. Filmkulissen erkennst du unterwegs ständig: Mel Gibson drehte hier „Die Passion Christi“, und die Eröffnungssequenz von „Keine Zeit zu sterben“ jagte 007 durch genau diese Gassen.
Den besten Blick auf die Stadt hast du gar nicht in der Stadt: Gegenüber, auf dem Hochplateau des Parco della Murgia Materana, liegt der Belvedere di Murgia Timone – von dort wirkt Matera wie eine in den Fels gegossene Krippe. Zu Fuß steigst du durch die Gravina-Schlucht hinab und über eine schmale Hängebrücke wieder hinauf, gut eine Dreiviertelstunde mit ordentlich Höhenmetern; mit dem Auto fährst du in einer Viertelstunde außen herum. Auf der Murgia selbst verstecken sich über hundert weitere Felsenkirchen und alte Hirtenpfade – nimm Wasser mit, oben gibt es keinen Schatten.
Jenseits von Matera verteilen sich die Sehenswürdigkeiten der Basilikata über das ganze Bergland: die Geisterstadt Craco auf ihrem Tonrücken, die Christusstatue über Maratea, die Felsnadeln der Dolomiti Lucane mit den Dörfern Castelmezzano und Pietrapertosa – dazu im Norden die Kastelle Friedrichs II. in Melfi und Lagopesole und das antike Venosa, Geburtsort des Dichters Horaz, mit seiner nie vollendeten Klosterkirche Incompiuta. Zu allen kommst du in den folgenden Abschnitten – die Distanzen sind größer, als die Karte suggeriert, denn fast jede Strecke führt über Bergstraßen.
























