Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Matera
Zwei Höhlenviertel, ein romanischer Dom, eine begehbare Riesenzisterne und ein halbes Dutzend Felskirchen – die Kernstücke Materas liegen alle im selben Halbrund über der Schlucht.
Die Sassi di Matera sind keine einzelne Attraktion, sondern zwei vollständige Stadtviertel aus Höhlenwohnungen, Zisternen, Treppen und Höfen, die sich über die westliche Flanke der Gravina-Schlucht schichten, getrennt nur durch den Felssporn der Civita. Sie sind frei begehbar, es gibt kein Tor und keine Kasse, und genau das macht sie anstrengender als erwartet: Du läufst ständig bergauf und bergab, oft auf unregelmäßig verlegtem Tuffpflaster. Den schnellsten Zugang zum Verständnis liefert eine Casa Grotta – eine original eingerichtete Höhlenwohnung, in der Bett, Webstuhl, Kochstelle und der Stall für Maultier und Hühner in einem einzigen Raum stehen. Die Casa Grotta nel Sasso Caveoso zeigt genau diese Enge, in der bis in die 1950er Jahre ganze Familien lebten.
Über beiden Sassi liegt die Civita, der schmale Felsrücken, auf dem die Stadt einst begann. Dort steht die Cattedrale di Matera aus dem 13. Jahrhundert, ein apulisch-romanischer Bau mit schlichter Rosettenfassade und einem Glockenturm von gut fünfzig Metern, der von fast jedem Punkt der Stadt aus zu sehen ist. Nach einer jahrelangen Restaurierung wurde sie 2016 wiedereröffnet; im Inneren lohnen die freigelegten Fresken und eine steinerne Krippenszene aus dem 16. Jahrhundert. Ein paar Schritte weiter erklärt die multimediale Installation in der Casa Noha, warum die Sassi erst Schande und dann Welterbe wurden – der beste erste Programmpunkt überhaupt, wenn du die Zeit dafür hast.
Im Piano, der Oberstadt auf ebenem Grund, liegt unter der Piazza Vittorio Veneto der Palombaro Lungo. Die begehbare Riesenzisterne wurde im 19. Jahrhundert aus mehreren älteren Wasserspeichern zu einem einzigen Hohlraum von rund fünfzehn Metern Tiefe verbunden und erst bei Bauarbeiten in den 1990er Jahren wiederentdeckt. Man betritt sie über eine Treppe mitten auf dem Platz und läuft auf Stegen durch einen Raum, dessen Wände von den Meißelspuren der Steinhauer gezeichnet sind. Rundherum reihen sich das Museo Nazionale Ridola mit den Funden aus der lukanischen Vorgeschichte, der Palazzo Lanfranchi mit Carlo Levis großformatigem Wandbild und die Chiesa del Purgatorio, deren Holzportal mit Totenschädeln beschnitzt ist.
Der eigentümlichste Bautyp der Stadt sind die Felskirchen. San Pietro Barisano ist die größte von ihnen, mit barocker Fassade vor einem komplett in den Fels gehauenen Kirchenschiff und einem Netz unterirdischer Krypten, in denen die Nischen zur Entwässerung der Toten noch erhalten sind. Santa Maria de Idris sitzt auf dem freistehenden Tuffsporn Monterrone über dem Sasso Caveoso und ist durch einen Gang mit der benachbarten Krypta San Giovanni in Monterrone verbunden, deren Fresken aus mehreren Jahrhunderten übereinanderliegen. Dazu kommen Santa Lucia alle Malve, ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster, und das Convicinio di Sant'Antonio. Für mehrere dieser Kirchen wird ein Kombiticket verkauft, das sich schon ab der zweiten Besichtigung rechnet.







































