Stadt · Italien

Matera

Wenn am späten Nachmittag die Reisebusse abfahren, kippt das Licht über der Gravina-Schlucht ins Honigfarbene, und in den Treppengassen der Sassi hört man wieder Schritte statt Stimmen.

5 Stadtviertel7 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Matera-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (April–Juni) und Herbst (September–Oktober); der Hochsommer wird im Talkessel sehr heiß
Lage
Basilikata, im Südosten Italiens nahe der apulischen Grenze, über der Gravina-Schlucht
Anreise per Flug
Nächster Flughafen Bari (BRI) ca. 65 km; von dort Mietwagen oder die Ferrovie-Appulo-Lucane-Bahn/Busse nach Matera in gut 1–1,5 Std.
Mit dem Zug
Keine Anbindung ans Trenitalia-Hauptnetz; ab Bari die private FAL-Bahn, ansonsten Fernbusse (z. B. von Rom oder Neapel)
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Die Sassi nur zu Fuß – feste Schuhe für die unzähligen Treppen; das Auto bleibt am besten im Piano oder am Stadtrand
Über Matera

Reisen nach Matera

Matera liegt am Ostrand der Basilikata auf rund 400 Metern, dort wo die Murgia-Hochebene unvermittelt in eine Schlucht abbricht. In deren weiche westliche Tuffflanke haben Generationen zwei ganze Stadtviertel hineingegraben: Sasso Caveoso und Sasso Barisano, dazwischen der Felssporn der Civita mit dem apulisch-romanischen Dom aus dem 13. Jahrhundert. Höhlenwohnungen, Zisternen, Treppengassen und über die Region verstreute Felskirchen bilden ein Gefüge, das seit Jahrtausenden bewohnt ist, in den 1950er Jahren als nationale Schande geräumt wurde und heute UNESCO-Welterbe ist. Unter der Piazza Vittorio Veneto im Oberstadtviertel Piano lässt sich mit dem Palombaro Lungo eine begehbare Riesenzisterne besichtigen, gegenüber der Schlucht liegt mit dem Belvedere Murgia Timone der bekannteste Gesamtblick auf die Stadt. Dazu Pane di Matera IGP, Peperoni Cruschi, Hotels in ehemaligen Grotten – und eine Kulisse, in der Pasolini, Mel Gibson und zuletzt ein James-Bond-Film gedreht haben.

Matera – Karte
Reiseführer

Matera von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Die Straße aus Apulien läuft über eine flache, hellgraue Hochebene, auf der außer Steinmauern und Schafen wenig steht – und dann, ohne Vorwarnung, klafft rechts der Fahrbahn eine Schlucht, und in ihrer gegenüberliegenden Flanke steckt eine ganze Stadt. Matera kündigt sich nicht an, es taucht auf. Wer zum ersten Mal an der Piazzetta Pascoli steht und in den Sasso Caveoso hinunterschaut, braucht ein paar Minuten, um die Dächer von den Terrassen und die Terrassen von den Gassen zu unterscheiden, weil hier alles gleichzeitig Boden, Wand und Weg ist.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Matera

Zwei Höhlenviertel, ein romanischer Dom, eine begehbare Riesenzisterne und ein halbes Dutzend Felskirchen – die Kernstücke Materas liegen alle im selben Halbrund über der Schlucht.

Die Sassi di Matera sind keine einzelne Attraktion, sondern zwei vollständige Stadtviertel aus Höhlenwohnungen, Zisternen, Treppen und Höfen, die sich über die westliche Flanke der Gravina-Schlucht schichten, getrennt nur durch den Felssporn der Civita. Sie sind frei begehbar, es gibt kein Tor und keine Kasse, und genau das macht sie anstrengender als erwartet: Du läufst ständig bergauf und bergab, oft auf unregelmäßig verlegtem Tuffpflaster. Den schnellsten Zugang zum Verständnis liefert eine Casa Grotta – eine original eingerichtete Höhlenwohnung, in der Bett, Webstuhl, Kochstelle und der Stall für Maultier und Hühner in einem einzigen Raum stehen. Die Casa Grotta nel Sasso Caveoso zeigt genau diese Enge, in der bis in die 1950er Jahre ganze Familien lebten.

Über beiden Sassi liegt die Civita, der schmale Felsrücken, auf dem die Stadt einst begann. Dort steht die Cattedrale di Matera aus dem 13. Jahrhundert, ein apulisch-romanischer Bau mit schlichter Rosettenfassade und einem Glockenturm von gut fünfzig Metern, der von fast jedem Punkt der Stadt aus zu sehen ist. Nach einer jahrelangen Restaurierung wurde sie 2016 wiedereröffnet; im Inneren lohnen die freigelegten Fresken und eine steinerne Krippenszene aus dem 16. Jahrhundert. Ein paar Schritte weiter erklärt die multimediale Installation in der Casa Noha, warum die Sassi erst Schande und dann Welterbe wurden – der beste erste Programmpunkt überhaupt, wenn du die Zeit dafür hast.

Im Piano, der Oberstadt auf ebenem Grund, liegt unter der Piazza Vittorio Veneto der Palombaro Lungo. Die begehbare Riesenzisterne wurde im 19. Jahrhundert aus mehreren älteren Wasserspeichern zu einem einzigen Hohlraum von rund fünfzehn Metern Tiefe verbunden und erst bei Bauarbeiten in den 1990er Jahren wiederentdeckt. Man betritt sie über eine Treppe mitten auf dem Platz und läuft auf Stegen durch einen Raum, dessen Wände von den Meißelspuren der Steinhauer gezeichnet sind. Rundherum reihen sich das Museo Nazionale Ridola mit den Funden aus der lukanischen Vorgeschichte, der Palazzo Lanfranchi mit Carlo Levis großformatigem Wandbild und die Chiesa del Purgatorio, deren Holzportal mit Totenschädeln beschnitzt ist.

Der eigentümlichste Bautyp der Stadt sind die Felskirchen. San Pietro Barisano ist die größte von ihnen, mit barocker Fassade vor einem komplett in den Fels gehauenen Kirchenschiff und einem Netz unterirdischer Krypten, in denen die Nischen zur Entwässerung der Toten noch erhalten sind. Santa Maria de Idris sitzt auf dem freistehenden Tuffsporn Monterrone über dem Sasso Caveoso und ist durch einen Gang mit der benachbarten Krypta San Giovanni in Monterrone verbunden, deren Fresken aus mehreren Jahrhunderten übereinanderliegen. Dazu kommen Santa Lucia alle Malve, ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster, und das Convicinio di Sant'Antonio. Für mehrere dieser Kirchen wird ein Kombiticket verkauft, das sich schon ab der zweiten Besichtigung rechnet.

Sehenswürdigkeiten in Matera

Alle 7 Sehenswürdigkeiten
Stadtviertel

Sasso Caveoso, Sasso Barisano und die Civita dazwischen

Von oben sehen die beiden Sassi gleich aus, unten unterscheiden sie sich in Ausrichtung, Tempo und Publikum.

Palombaro Lungo
Palombaro Lungo

Materas Untergrund ist Calcarenit, ein Kalksandstein, der so weich ist, dass er sich mit der Handsäge in Blöcke schneiden lässt und an der Luft langsam nachhärtet. Wer hier eine Wohnung anlegte, gewann beim Graben zugleich das Baumaterial für die Fassade davor – deshalb ist fast jedes Haus der Sassi vorne gemauert und hinten in den Fels gehöhlt, und deshalb sitzt das Dach der einen Familie auf dem Wohnraum der nächsten. Das zweite Prinzip ist Wasser: Jede Terrasse, jede Rinne und jedes Gefälle leitete Regen in Zisternen, weil es weder Quellen noch Brunnen gab. Bis zur Räumung lebten hier rund 15.000 Menschen, viele davon in einem einzigen Raum mit ihren Tieren.

Der Sasso Caveoso liegt im Süden, fällt in Terrassen zur Schlucht ab und wirkt bis heute roher und offener als sein Gegenstück. Sein Bezugspunkt ist die Piazza San Pietro Caveoso mit der gleichnamigen Kirche direkt über dem Abgrund und dem Felsblock Monterrone daneben. Von hier aus führen Wege hinunter zur Gravina und hinauf zu den Casa-Grotta-Wohnungen und zu Santa Lucia alle Malve. Weil die Hänge nach Südosten schauen, steht das Viertel morgens im vollen Licht – die beste Zeit für Fotos vom gegenüberliegenden Belvedere ist deshalb der frühe Morgen, wenn die Sonne im Rücken des Betrachters steht und die Stadtfront voll ausleuchtet; am späten Nachmittag steht sie hinter der Stadt, und die Sassi kippen ins Gegenlicht.

Der Sasso Barisano im Norden ist dichter bebaut, hat breitere Gassen und deutlich mehr aufwendig gearbeitete Steinportale an den Fassaden. Er wurde nach der Räumung früher und gründlicher instand gesetzt, weshalb hier heute die meisten Hotels, Restaurants und Werkstätten sitzen; abends ist er das lebendigere der beiden Viertel. Sehenswert sind die große Felskirche San Pietro Barisano und die Casa Cava, ein Veranstaltungssaal, den man in einen alten Steinbruch tief im Tuff gebaut hat. Wer in den Sassi wohnen will und trotzdem kurze Wege zum Abendessen sucht, ist im Barisano meist besser aufgehoben.

Zwischen beiden liegt die Civita mit dem Dom, ein paar Adelspalästen und den steilsten Treppen der Stadt – hübsch anzusehen, aber als Standort nur etwas für Gäste mit leichtem Gepäck. Hinter dem Felsrücken beginnt der Piano, die Oberstadt des 17. und 18. Jahrhunderts mit Piazza Vittorio Veneto, Via del Corso, Via Ridola und dem unvollendeten Castello Tramontano. Dort spielt sich der Alltag ab: Schulen, Ämter, Bäckereien, Bars mit Stammgästen. Für die Anreise mit Auto oder Bahn ist der Piano der praktischste Teil der Stadt, für die Atmosphäre die Sassi – zu Fuß trennen beide keine zehn Minuten.

Felskirchen & Natur

Felskirchen und die Murgia-Hochebene über der Gravina

Auf der anderen Schluchtseite hört die Stadt schlagartig auf und es beginnt eine Steppenlandschaft, in der Menschen seit der Steinzeit in Höhlen wohnten.

Der Parco della Murgia Materana schützt seit 1990 die Gravina-Schlucht und die Kalkhochebene zu beiden Seiten. Dokumentiert sind dort weit über hundert Chiese Rupestri – Kirchen, Kapellen und Eremitagen, die vom Frühmittelalter an in den Fels geschlagen wurden, viele mit byzantinisch geprägten Fresken, manche nur noch als leere Höhle mit Altarnische erkennbar. Dazwischen liegen neolithische Grabenanlagen, Schafpferche, Zisternen und Höhlen, die bis ins 20. Jahrhundert als Ställe dienten. Die Landschaft ist offen, karg und im Sommer schattenlos; wer sie unterschätzt, merkt das nach der ersten halben Stunde.

Der bekannteste Aussichtspunkt ist das Belvedere Murgia Timone, von dem aus du die komplette Stadtfront gegenüber siehst – der Blick, den fast jede Postkarte und jede Filmeinstellung zeigt. Mit dem Auto fährst du über die Hochebene außen herum und brauchst je nach Route eine gute halbe Stunde. Zu Fuß führt der direkte Weg vom Sasso Caveoso hinunter in die Gravina, über den Bachlauf und drüben wieder hinauf; das ist landschaftlich der weit lohnendere Weg, aber steil, ungesichert und ohne Schatten. Ob die Fußgängerbrücke am Schluchtgrund geöffnet ist, wechselt – kläre das vorher im Infopoint oder bei deinem Hotel, statt unten vor einer Absperrung zu stehen.

Das eindrucksvollste Einzelstück liegt außerhalb der Stadt: die Cripta del Peccato Originale, eine Höhlenkirche mit einem Freskenzyklus zu Schöpfung und Sündenfall aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, dessen Malerei ihrem unbekannten Meister den Beinamen des Blumenmalers von Matera eingetragen hat. Besichtigt wird ausschließlich mit Führung und nach Voranmeldung, die Anfahrt geht über Landstraße. Näher an der Stadt liegen im Park die Madonna delle Tre Porte, Cristo la Selva und, direkt gegenüber dem Sasso Barisano, der Komplex Madonna delle Virtù und San Nicola dei Greci mit seinen ausgehöhlten Kirchenschiffen.

Praktisch heißt das: feste Schuhe mit Profil, mindestens anderthalb Liter Wasser pro Person, Kopfbedeckung und im Sommer ein früher Start – zwischen elf und siebzehn Uhr ist die Hochebene im Juli und August wenig einladend. Frühling und Herbst sind die eigentliche Wandersaison, im April und Mai steht die Murgia in Blüte. Eine geführte Wanderung nimmt dir die Orientierung ab und öffnet Kirchen, die sonst verschlossen bleiben, weil die Schlüssel bei den Führern liegen. Zurück in die Stadt planst du eine Stunde mehr ein, als der Hinweg gedauert hat, denn der Rückweg geht bergauf.

Aktivitäten & Touren in Matera

Rundgang & Tagesplan

Matera an zwei Tagen – ein Rundgang durch beide Sassi

Zwei Tage sind das Minimum, wenn du die Sassi nicht nur fotografieren, sondern auch verstehen willst.

Beginne den ersten Vormittag oben im Piano, bevor die Gruppen aus Apulien eintreffen. Erst hinunter in den Palombaro Lungo unter der Piazza Vittorio Veneto, dann über die Via del Corso und die Via Ridola zur Piazzetta Pascoli, wo sich vor dem Palazzo Lanfranchi der erste vollständige Blick über den Sasso Caveoso öffnet. Von dort steigst du in das Viertel hinein, siehst dir die Casa Grotta nel Sasso Caveoso an und läufst weiter zur Piazza San Pietro Caveoso mit der Kirche über der Schlucht und dem Felssporn Monterrone, in dem Santa Maria de Idris steckt.

Nach der Mittagspause geht es hinauf auf die Civita zur Cattedrale, mit einem Zwischenstopp in der Casa Noha, die die Geschichte der Räumung und Wiederbesiedlung in zwanzig Minuten erzählt. Danach steigst du auf der anderen Seite in den Sasso Barisano hinab, besichtigst San Pietro Barisano mit seinen Krypten und lässt dich in den Gassen treiben, die dort breiter und schattiger sind. Für den Abend reservierst du in einem der Felsrestaurants – Baccanti kocht mit Blick zur Schlucht im Sasso Caveoso, Osteria Pico und Vicolo Cieco sind die kleineren Alternativen in den Sassi. Danach lohnt ein zweiter Rundgang bei Beleuchtung, wenn die Treppengassen fast leer sind.

Der zweite Tag gehört der anderen Schluchtseite. Entweder du gehst mit einer geführten Murgia-Wanderung hinunter in die Gravina und drüben hinauf zum Belvedere Murgia Timone, oder du fährst außen herum, wenn du Zeit oder Kondition sparen willst. Wer vorab reserviert hat, hängt die Cripta del Peccato Originale außerhalb der Stadt an – dafür brauchst du ein Auto und ein festes Zeitfenster. Nimm für die gesamte Vormittagsrunde Wasser mit, ein Café gibt es auf der Hochebene nicht verlässlich.

Den zweiten Nachmittag füllst du je nach Interesse: das MUSMA mit zeitgenössischer Skulptur in Höhlenräumen, das Museo Nazionale Ridola für die Vorgeschichte der Basilikata oder der Castello Tramontano über dem Piano. Danach eine Bäckerei ansteuern, ein ganzes Pane di Matera einpacken und rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf die Terrassen zurück. Wenn du einen dritten Tag hast, füllst du ihn am besten nicht mit noch mehr Matera, sondern mit einem Ausflug – nach Altamura und Gravina in Puglia im Norden oder in die verlassene Geisterstadt Craco im Südwesten.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Übernachten

Hotels in Matera und das Übernachten im Tuffstein

Die Übernachtung ist hier kein Nebenpunkt der Reise, sondern der Unterschied zwischen Matera gesehen und Matera erlebt.

Die bekannteste Adresse ist das Sextantio Le Grotte della Civita, ein albergo diffuso, dessen Zimmer über mehrere ehemalige Höhlenwohnungen hoch über der Gravina verteilt sind. Die Räume sind bewusst karg gehalten, mit rohen Tuffwänden, wenigen Möbeln und Kerzenlicht statt Deckenlampen, gefrühstückt wird in einer entweihten Felskirche. Das Aquatio Cave Luxury Hotel & Spa geht den entgegengesetzten Weg und baut modernes Design in den Fels, mit einem Pool in einer alten Zisterne und einem Spa tief im Berg – die passende Wahl, wenn du Höhle willst, aber nicht auf Komfort verzichten möchtest.

Klassischer wohnt man im Palazzo Gattini Luxury Hotel, einem Adelspalast unmittelbar am Dom auf der Civita, mit Wellnessbereich in den Tuffkellern und der zentralsten Lage, die die Altstadt zu bieten hat. Das Sant'Angelo Luxury Resort verteilt seine Höhlenzimmer rund um die Piazza San Pietro Caveoso und liegt damit mitten im ruhigeren Sasso Caveoso. La Dimora di Metello ist die kleine, persönlich geführte Variante mit Tuffgewölben und Panoramaterrasse, das Hotel Sassi eines der ersten Häuser überhaupt, die in den Sassi wieder Gäste aufnahmen, und bis heute eine solide Adresse mit Höhlen- und Gewölbezimmern.

Bevor du buchst, klär drei Dinge. Erstens die Treppen: Fast alle Sassi-Hotels sind nur über Stufen erreichbar, teils über hundert, und kein Auto fährt bis vor die Tür. Frag nach, ob das Haus Gepäcktransport oder einen Transfer bis zum nächstgelegenen Punkt organisiert, und reise mit Rucksack statt Hartschalenkoffer an. Zweitens das Tageslicht: Echte Grottenzimmer haben oft nur eine Öffnung zur Front, wer morgens Helligkeit braucht, fragt gezielt nach einem Zimmer mit Fenster oder Terrasse. Drittens das Raumklima – der Tuff hält im Sommer angenehm kühl, kann sich im Winter aber klamm anfühlen, weshalb Heizung und Entfeuchtung ein legitimes Nachfragethema sind.

Wer lieber unkompliziert ankommt, nimmt ein Haus im Piano wie das San Giorgio Hotel Matera nahe der Piazza Vittorio Veneto: ebenerdiger Zugang, kurze Wege zu Bahnhof und Parkhäusern und trotzdem nur Minuten vom Sassi-Einstieg. Preislich ist Matera für süditalienische Verhältnisse kein günstiges Ziel, und die Spitzen sind gut vorhersehbar – Ostern, die Tage um die Festa della Bruna Anfang Juli, der August und die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr. In diesen Zeiträumen buchst du Monate im Voraus. Wer flexibel ist, kommt im März, Mai, Oktober oder November unter der Woche und zahlt spürbar weniger.

Hotels in Matera

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Matera und die Küche der Basilikata

Die lukanische Küche stammt aus der Armut und ist genau deshalb so präzise – wenige Zutaten, lange Zeiten, kein Zierrat.

Am Anfang steht das Brot. Das Pane di Matera wird aus Hartweizengrieß mit Sauerteig gebacken, kommt in einer hohen, gekerbten Form auf den Tisch, wiegt in der klassischen Größe ein bis zwei Kilo und trägt ein eigenes IGP-Siegel. Es hält tagelang, und aus dem, was übrig bleibt, entstehen die traditionellen Reste-Gerichte der Region – die Cialledda etwa, bei der altbackenes Brot mit Tomate, Zwiebel, Olivenöl und Wasser zu einem kalten Sommergericht wird. Eine Traditionsbäckerei wie das Panificio Perrone in der Oberstadt ist deshalb kein Souvenirstopp, sondern der Ort, an dem du das Grundnahrungsmittel der Stadt in seiner richtigen Form bekommst.

Für den Abend gliedert sich die Stadt in drei Ebenen. Gehoben und mit Blick über die Schlucht kocht das Ristorante Baccanti unter Tuffgewölben im Sasso Caveoso, kreativ und produktbezogen das Ristorante Francesca in der Oberstadt. Bodenständig und ohne Inszenierung geht es in der Trattoria Lucana in der Oberstadt zu, einem Klassiker, in dem die Standards der Basilikata so auf den Tisch kommen, wie sie hier seit Jahrzehnten gekocht werden. Dazwischen liegen die modernen Osterien in den Höhlenvierteln – die Osteria Pico mit guter Weinauswahl und das kleine Vicolo Cieco mit handgemachter Pasta. In der Saison solltest du für die Sassi-Adressen reservieren, spontan bekommst du eher einen Tisch im Piano.

Auf der Karte tauchen fast überall dieselben Bausteine auf. Peperoni Cruschi sind getrocknete, in heißem Öl sekundenschnell frittierte Paprikaschoten, die knuspern wie Chips und über Pasta, Stockfisch oder Käse gestreut werden. Dazu Cavatelli, Strascinati und Orecchiette mit Cime di Rapa oder gerösteten Semmelbröseln, die Pignata mit stundenlang im Tontopf geschmortem Lamm und die Crapiata, ein Eintopf aus Hülsenfrüchten und Getreide, der traditionell Anfang August in den Sassi gemeinsam gekocht wurde. Beim Käse führt kein Weg an Pecorino und Caciocavallo Podolico vorbei, dazu frische Ricotta, die hier oft als Nachspeise mit Honig kommt.

Getrunken wird lukanisch. Der kräftige Aglianico del Vulture wächst rund zwei Autostunden nordwestlich auf den Vulkanböden am Monte Vulture und ist der bekannteste Rote der Region; direkt um Matera herum entstehen unter der Herkunftsbezeichnung Matera zusätzlich Primitivo und Greco. Zum Abschluss bestellst du einen Amaro Lucano, den Kräuterlikör aus Pisticci, der in jeder Bar der Stadt steht. Zwei Alltagshinweise: Abendessen beginnt in Süditalien selten vor 20 Uhr, und viele Lokale in den Sassi erreichst du nur über Stufen – wer schlecht zu Fuß ist, fragt bei der Reservierung nach dem ebenerdigen Zugang.

Restaurants in Matera

Anreise & vor Ort

Anreise nach Matera und unterwegs in der Stadt

Matera hängt nicht am staatlichen Fernbahnnetz, und das ist die einzige echte Hürde der ganzen Reise.

Der Standardweg aus Deutschland führt über den Flughafen Bari, rund 65 Kilometer nordöstlich. Von dort fährst du mit dem Mietwagen etwa eine Stunde über die Schnellstraße, was zugleich die flexibelste Lösung ist, wenn du Murgia, Craco oder die Ionische Küste anhängen willst. Alternativ kommen Brindisi und Neapel als Ankunftsflughäfen in Frage, beide deutlich weiter entfernt und nur sinnvoll, wenn Matera Teil einer größeren Süditalien-Runde ist. Wer aus Rom oder Neapel mit der Bahn anreist, steigt in der Regel in Bari um.

Ohne Auto übernimmt die private Ferrovie Appulo Lucane die Strecke: Ihre Schmalspurbahn fährt von Bari Centrale nach Matera Centrale und braucht dafür etwa anderthalb Stunden. An Sonn- und Feiertagen wird die Verbindung üblicherweise von Bussen bedient, prüf den Fahrplan also vor der Abreise. Zusätzlich verkehren Fernbusse aus Rom, Neapel und vom Flughafen Bari direkt nach Matera. Der Bahnhof Matera Centrale liegt mitten im Piano an der Piazza Matteotti, von dort läufst du in wenigen Minuten zur Piazza Vittorio Veneto und stehst gleich danach am Rand der Sassi.

Mit dem eigenen Wagen fährst du nicht in die Sassi hinein – große Teile der Altstadt sind für den Verkehr gesperrt oder nur für Anlieger freigegeben, und die Navigation lotst dich trotzdem gern in Gassen, aus denen du nicht mehr herauskommst. Steuere stattdessen die Parkhäuser und bewirtschafteten Flächen im Piano an und lauf von dort. Wenn dein Hotel in den Sassi liegt, frag vorab nach der genauen Anfahrtsadresse, nach einer möglichen Ausnahmegenehmigung und nach dem nächstgelegenen Punkt, bis zu dem du mit Gepäck vorfahren darfst.

In der Stadt selbst brauchst du nichts weiter als vernünftiges Schuhwerk. Alles Wichtige liegt innerhalb eines Kilometers, aber dieser Kilometer verteilt sich auf hunderte Stufen und glattes Tuffpflaster, das bei Nässe rutschig wird – Sandalen und harte Ledersohlen sind hier die falsche Wahl. Für Gäste, die nicht gut zu Fuß sind, kurven kleine offene Elektrofahrzeuge und Kleinbusse durch die befahrbaren Randstraßen der Sassi und nehmen unterwegs Fahrgäste mit. Ein Fahrrad ergibt in diesem Gelände dagegen wenig Sinn.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Filmkulisse & Geschichte

Matera als Filmkulisse und die Geschichte der Sassi

Dass hier so viele Bibelfilme entstanden, hat einen unsentimentalen Grund – die Stadt sah lange genau so aus wie die Armut, die sie darstellen sollte.

Sassi di Matera
Sassi di Matera

1945 beschrieb Carlo Levi in seinem Buch über sein Exil in der Basilikata die Sassi mit den Augen seiner Schwester, und die Schilderung von Familien, die mit ihren Tieren in fensterlosen Grotten hausten, machte in ganz Italien Schule. Matera wurde zur nationalen Schande erklärt, 1952 verfügte ein eigenes Gesetz die Räumung, und rund 15.000 Bewohner zogen in neu gebaute Viertel am Stadtrand. Danach standen die Sassi jahrzehntelang leer. Erst ab den 1980er Jahren begann die geförderte Instandsetzung, 1993 kamen Sassi und Felskirchenpark auf die UNESCO-Welterbeliste, und 2019 war Matera Europäische Kulturhauptstadt – eine der schnellsten Umwertungen, die eine europäische Stadt je hingelegt hat.

Der erste, der das Potenzial der leeren Höhlenstadt erkannte, war Pier Paolo Pasolini. Für sein Matthäus-Evangelium von 1964 verwandelte er die Sassi in Jerusalem, drehte mit Laiendarstellern aus der Region und nutzte die kahle Murgia als Wüstenlandschaft. Diese Bildidee hat sich gehalten und ist bis heute der Grund, warum internationale Produktionen kommen: Matera braucht keine Kulissenbauten, weil die Stadt ohne moderne Zutaten auskommt, sobald man Autos und Kabel aus dem Bild nimmt. Wer Pasolini-Drehorte sucht, findet sie vor allem im Sasso Caveoso und an den Hängen jenseits der Schlucht.

2004 baute Mel Gibson für seine Passionsgeschichte ganze Straßenzüge der Sassi zum Jerusalem des ersten Jahrhunderts um – das Projekt beschäftigte monatelang die Stadt und gilt als Auslöser des Tourismusbooms. Zwei Jahre später folgte die Verfilmung der Weihnachtsgeschichte, 2016 eine Neuauflage von Ben Hur, und für einige Szenen von Wonder Woman diente die Stadt 2017 ebenfalls als Schauplatz. Die Regelmäßigkeit hat einen Nebeneffekt, den du beim Rundgang bemerkst: Viele Ecken kommen dir bekannt vor, ohne dass du je hier warst.

Den vorläufigen Höhepunkt lieferte 2021 die Eröffnungssequenz des Bond-Films Keine Zeit zu sterben, für die ein Aston Martin durch die Gassen des Sasso Caveoso und über die Piazza San Pietro Caveoso jagt; die berühmte Brückenszene derselben Sequenz entstand am Aquäduktviadukt im nahen Gravina in Puglia. Wer sich für die Drehorte interessiert, findet vor Ort Führungen, die genau diese Punkte abgehen und dabei erklären, welche Einstellung wo entstand. Auch ohne Filmwissen lohnt der Gedanke: Die Kulisse, die Hollywood als biblische Vergangenheit inszeniert, war vor siebzig Jahren die Gegenwart von 15.000 Menschen.

Feste & Veranstaltungen

Die Festa della Bruna und die Feste im Jahreslauf

Einmal im Jahr zerlegt Matera in wenigen Minuten das, woran es monatelang gebaut hat.

Die Festa della Bruna am 2. Juli ist das größte Fest der Stadt und eines der eigenwilligsten Süditaliens. Sie beginnt im Morgengrauen mit der Prozession der Hirten, zieht sich über den ganzen Tag und läuft am Abend auf den Carro Trionfale zu, einen jedes Jahr neu gebauten Triumphwagen aus bemaltem Pappmaché, der das Bild der Madonna della Bruna durch die Stadt trägt. Am Ende wird der Wagen von der Menge in Stücke gerissen, und jeder versucht, ein Bruchstück mit nach Hause zu nehmen – ein Ritual, das Fremde regelmäßig irritiert und für Materaner völlig selbstverständlich ist. Wer an diesem Datum kommen will, braucht Zimmer und Nerven, und beides früh.

Der zweite große Termin ist die Karwoche mit ihren Prozessionen, und im Dezember bespielen lebende Krippen die Höhlen der Sassi – eine Inszenierung, für die sich das Gelände geradezu anbietet und die in einzelnen Jahren tausende Besucher in die Gassen zieht. Der Winter ist ohnehin die unterschätzte Zeit hier: klare Luft, tief stehendes Licht, wenig Andrang, und in den Felsrestaurants brennt Holz im Kamin. Rechne allerdings mit kürzeren Öffnungszeiten bei kleineren Kirchen und Museen und prüfe vorab, was in deinem Reisezeitraum tatsächlich geöffnet hat.

Aus dem Kulturhauptstadtjahr 2019 ist ein Veranstaltungsbetrieb geblieben, der die unterirdischen Räume der Stadt nutzt. Die Casa Cava im Sasso Barisano, ein in einen alten Steinbruch gebauter Saal mit bemerkenswerter Akustik, ist der bekannteste dieser Orte; dazu kommen Konzerte, Festivals und Ausstellungen in Hypogäen und Innenhöfen, vor allem zwischen Frühsommer und Herbst. Feste Termine wechseln von Jahr zu Jahr, weshalb ein Blick in den städtischen Veranstaltungskalender vor der Buchung mehr bringt als jede Empfehlung, die älter als eine Saison ist.

Ausflüge in der Umgebung

Ausflüge ab Matera nach Altamura, Craco und ans Ionische Meer

Matera liegt direkt auf der Grenze zwischen Basilikata und Apulien, was die Auswahl an Tageszielen ungewöhnlich groß macht.

Cattedrale di Matera
Cattedrale di Matera

Am nächsten liegt Altamura, gut zwanzig Kilometer nördlich und schon in Apulien. Der Ort hat mit dem Pane di Altamura das andere große Brot der Gegend, eine Kathedrale aus der Zeit Friedrichs II. und mit dem Uomo di Altamura das in Kalk eingewachsene Skelett eines Neandertalers, das in einer Höhle vor den Toren der Stadt entdeckt wurde. Wenige Kilometer weiter liegt Gravina in Puglia über einer eigenen Schlucht, mit unterirdischen Höhlenwohnungen, Zisternen und dem Aquäduktviadukt, das durch die Bond-Eröffnung bekannt wurde. Beide Orte zusammen füllen einen entspannten Tag.

In die andere Richtung, rund sechzig Straßenkilometer südwestlich und gut eine Stunde Fahrt, steht Craco auf einem Lehmhügel – ein mittelalterliches Bergdorf, das nach Erdrutschen ab den 1960er Jahren aufgegeben und in ein neues Dorf im Tal verlegt wurde. Die Ruinen sind erhalten geblieben, und weil sie so vollständig verlassen wirken, haben hier ebenfalls mehrere große Filmproduktionen gedreht. Besichtigen lässt sich der Ort nur mit Führung und Schutzhelm, auf festen Wegen durch die gesicherten Gassen. Die Anfahrt führt durch die Calanchi, eine zerfurchte Badlands-Landschaft, die den Ausflug allein schon trägt.

Das Ionische Meer erreichst du in gut einer Stunde. Bei Metaponto stehen die Tavole Palatine, die aufrecht gebliebenen Säulen eines dorischen Hera-Tempels aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, dazu der Archäologiepark der einstigen Magna-Graecia-Stadt und ein Nationalmuseum. Die Küste dahinter ist flach und von Pinienstreifen gesäumt, mit langen Sandstränden bei Metaponto Lido, Policoro und Marina di Pisticci – eher Familienbadeziel als Postkartenküste, aber die logische Ergänzung, wenn du Matera im Juni oder September mit ein paar Strandtagen verbindest.

Bleiben zwei größere Bögen. Nach Osten öffnet sich Apulien mit den Trulli von Alberobello und der Valle d'Itria, gut siebzig Kilometer entfernt und als Tagesausflug machbar, wenn du früh losfährst. Nach Westen wird es dramatischer: In den Dolomiti Lucane kleben Castelmezzano und Pietrapertosa in zerklüfteten Felszacken, verbunden durch einen Wanderweg und eine saisonal betriebene Seilrutsche zwischen beiden Orten. Die Fahrt dorthin dauert über kurvige Straßen ungefähr anderthalb Stunden – dafür siehst du die Basilikata von ihrer wildesten Seite.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Matera – und welches zu dir passt

Sasso CaveosoSasso CaveosoDas südliche Höhlenviertel fällt in Terrassen zur Gravina ab und hat die bekanntesten Motive der Stadt: die Piazza San Pietro Caveoso über dem Abgrund, den Felssporn Monterrone mit Santa Maria de Idris und die begehbaren Casa-Grotta-Wohnungen. Morgens im vollen Licht, abends still.Ideal für: Höhlenwohnungen & Fotos1 TagSasso BarisanoSasso BarisanoDas nördliche Sassi-Viertel ist dichter bebaut, hat breitere Gassen und aufwendig gearbeitete Steinportale. Weil es früher instand gesetzt wurde, sitzen hier die meisten Hotels, Osterien und Werkstätten, dazu die große Felskirche San Pietro Barisano und der Konzertsaal Casa Cava im alten Steinbruch.Ideal für: Übernachten & Abendessen½–1 TagCivitaCivitaAuf dem schmalen Felsrücken zwischen beiden Sassi liegt der älteste Siedlungspunkt Materas. Hier stehen die Cattedrale aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem weithin sichtbaren Glockenturm und eine Handvoll Adelspaläste über dem Abgrund – ein kleines, vornehmes Quartier mit den steilsten Treppen der Stadt.Ideal für: Dom & Panoramalage½ TagPianoPianoDie Oberstadt auf ebenem Grund ist das Matera des Alltags: Piazza Vittorio Veneto mit dem Palombaro Lungo darunter, Via del Corso und Via Ridola, Barockkirchen, Museen, Bäckereien und Bars mit Stammgästen. Bahnhof und Parkhäuser liegen hier, der Einstieg in die Sassi ist nur Minuten entfernt.Ideal für: Ankommen & Alltagsleben½ TagMurgia & GravinaMurgia & GravinaJenseits der Schlucht beginnt der Parco della Murgia Materana, eine karge Kalkhochebene mit Felskirchen, Höhlen, Schafpferchen und prähistorischen Siedlungsspuren. Vom Belvedere Murgia Timone siehst du die komplette Stadtfront – zu Fuß über die Gravina oder mit dem Auto außen herum erreichbar.Ideal für: Wandern & Panorama½–1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Matera und das Wetter im Jahreslauf

Matera liegt auf rund 400 Metern im Landesinneren, was die Sommer heißer und die Winter kühler macht, als viele bei Süditalien erwarten.

Das Klima ist mediterran mit deutlichem kontinentalem Einschlag: heiße, sehr trockene Sommer mit Höchstwerten über 30 Grad und schattenlosen Hochebenen, milde bis kühle Winter mit Nachtwerten um drei bis vier Grad, vereinzelten Frostnächten und der meisten Niederschlagsmenge des Jahres. Entscheidend für die Reiseplanung ist weniger die Temperatur als das Gelände. Wer den ganzen Tag Treppen steigt und über die Murgia wandert, will keine 33 Grad, und wer die Sassi im Gegenlicht sehen will, profitiert von der tief stehenden Sonne im Frühjahr und Herbst.

Jan11°3°kühl, klare Fernsicht
Feb12°3°ruhig, wechselhaft
Mär15°5°erste Wandertage
Apr19°8°Murgia blüht, ideal
Mai24°12°warm und trocken, ideal
Jun29°16°heiß, lange Abende
Jul32°19°Festa della Bruna, voll
Aug32°19°Hitze, Hochsaison
Sep27°16°abkühlend, ideal
Okt21°12°goldenes Licht, ideal
Nov16°8°feucht, leere Gassen
Dez12°4°lebende Krippen, Kaminfeuer

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Matera sind April, Mai, September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 19 und 27 Grad, die Treppengassen sind auch mittags begehbar, die Murgia lässt sich ohne Hitzeschlagrisiko erwandern, und das flache Licht am Morgen und Abend arbeitet für dich. Juli und August sind heiß, trocken und voll, mit der Festa della Bruna am 2. Juli als Ausnahmezustand. Der Winter ist die stillste und günstigste Zeit, mit klarer Luft und wenig Andrang, dafür mit kürzeren Öffnungszeiten und kalten Abenden.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Matera

Zu welcher Tageszeit sind die Sassi am eindrucksvollsten?
Früh morgens und in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Tagsüber steht die Sonne so hoch, dass die Tuffwände flach und grau wirken und die Reisegruppen aus Apulien die Gassen füllen. Nach Einbruch der Dunkelheit sind die Viertel beleuchtet und fast leer – der Abendspaziergang ist der Grund, warum sich die Übernachtung lohnt.
Was unterscheidet Sasso Caveoso und Sasso Barisano?
Der Caveoso im Süden fällt in Terrassen zur Schlucht ab, wirkt roher und hat mit Piazza San Pietro Caveoso, Monterrone und den Casa-Grotta-Wohnungen die bekanntesten Motive. Der Barisano im Norden ist dichter bebaut, früher restauriert und hat die meisten Hotels, Osterien und Werkstätten – abends deutlich lebendiger, tagsüber etwas weniger fotogen.
Wie anstrengend ist ein Tag in den Sassi?
Anstrengender als der kurze Kartenmaßstab vermuten lässt. Zwischen Oberstadt und Schluchtrand liegen mehrere hundert Stufen, und du überwindest sie an einem normalen Besichtigungstag mehrfach. Plane Pausen ein, nimm Wasser mit und trag Schuhe mit griffiger Sohle – das Tuffpflaster ist abgelaufen und bei Regen ausgesprochen rutschig.
Wie kommt man zum Belvedere Murgia Timone?
Entweder zu Fuß vom Sasso Caveoso hinunter in die Gravina und drüben wieder hinauf, was steil und schattenlos ist und je Richtung gut eine Stunde dauert, oder mit dem Auto über die Hochebene außen herum. Ob die Fußgängerbrücke am Schluchtgrund passierbar ist, ändert sich immer wieder – frag vorher im Infopoint oder im Hotel nach.
Welche Felskirchen sollte man auswählen?
In der Stadt San Pietro Barisano wegen der Größe und der unterirdischen Krypten sowie Santa Maria de Idris mit der angeschlossenen Krypta im Felssporn Monterrone; dazu Santa Lucia alle Malve für die Fresken. Außerhalb ist die Cripta del Peccato Originale mit ihrem frühmittelalterlichen Zyklus die lohnendste – dort brauchst du Auto und Voranmeldung.
Braucht man in Matera einen Guide?
Pflicht ist er nicht, die Sassi sind frei begehbar. Er lohnt sich trotzdem am ersten Tag, weil viele Felskirchen verschlossen sind und von Führern aufgeschlossen werden und weil die Schichtung aus Höhlen, Zisternen und Dächern ohne Erklärung schwer zu lesen ist. Danach findest du dich allein zurecht und kannst in Ruhe wiederkommen.
Wo parkt man in Matera?
Im Piano, der Oberstadt, wo es bewirtschaftete Flächen und Parkhäuser in Bahnhofsnähe gibt. In die Sassi fährst du nicht hinein – große Teile sind gesperrt oder Anliegern vorbehalten, und die Gassen sind enger, als jede Navigation annimmt. Wenn dein Hotel in den Sassi liegt, erfrag vorab die Zufahrtsadresse und den Punkt, bis zu dem du Gepäck fahren darfst.
Wann ist die beste Reisezeit für Matera?
April, Mai, September und Oktober, mit Höchstwerten zwischen 19 und 27 Grad. Dann sind Treppen und Murgia-Wanderungen auch mittags machbar und das flache Licht steht den Sassi gut. Juli und August sind heiß, trocken und voll, der Winter ist still und günstig, aber mit kürzeren Öffnungszeiten und spürbar kalten Abenden.
Ist Matera mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität machbar?
Nur mit Einschränkungen. Die Sassi bestehen im Kern aus Treppen und unebenem Pflaster, ein Kinderwagen ist dort kaum zu gebrauchen – eine Trage funktioniert besser. Die Oberstadt um die Piazza Vittorio Veneto ist dagegen weitgehend eben. Für die Sassi gibt es kleine offene Elektrofahrzeuge und Kleinbusse auf den befahrbaren Randstraßen.
Was ist die Festa della Bruna?
Das Stadtfest am 2. Juli zu Ehren der Madonna della Bruna. Es beginnt im Morgengrauen mit der Prozession der Hirten und endet damit, dass der jedes Jahr neu gebaute Triumphwagen aus Pappmaché von der Menge in Stücke gerissen wird, weil jeder ein Bruchstück behalten will. Wer dabei sein will, bucht Monate vorher und stellt sich auf volle Straßen ein.
Was macht man in Matera bei Regen oder großer Hitze?
Unter die Erde gehen. Der Palombaro Lungo, die Felskirchen, die Krypten von San Pietro Barisano, das MUSMA in den Höhlenräumen des Palazzo Pomarici und die Casa Noha sind alle überdacht und im Sommer angenehm kühl. Dazu das Museo Nazionale Ridola und der Palazzo Lanfranchi. Auf die Murgia gehst du bei Regen besser gar nicht, der Fels wird glatt.
Welche Ausflüge lohnen sich ab Matera?
Altamura und Gravina in Puglia im Norden für Brot, Kathedrale und Aquäduktviadukt, die verlassene Ruinenstadt Craco im Südwesten samt Fahrt durch die Calanchi und Metaponto am Ionischen Meer für den dorischen Hera-Tempel. Weiter weg, aber lohnend sind Alberobello in Apulien und die Felsendörfer Castelmezzano und Pietrapertosa.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Matera – Sassi, Dom & Felskirchen Von Santa Maria de Idris zum Palombaro Lungo

Die Sassi erkundet man am besten zu Fuß und früh am Morgen, bevor die Treppengassen heiß werden. Für die Felskirchen und Casa-Grotta-Museen lohnt ein zeitiges Ticket, der Palombaro Lungo nur mit Führung.

Übernachten

Hotels in Matera – schlafen im Tuffstein der Sassi Höhlenzimmer mit Blick über die Gravina-Schlucht

Wer im Tuffstein schlafen will, bucht ein Höhlenzimmer im Sasso Barisano oder Sasso Caveoso – atmosphärisch, aber treppenreich. Wer es bequemer mag, wohnt im ebenen Piano oben in der Neustadt.

Genießen

Restaurants in Matera – Pane di Matera & lukanische Küche Cucina povera aus Bohnen, Cruschi-Paprika und Brot

Auf den Tisch kommt die deftige Cucina povera der Basilikata: Pane di Matera, Cialledda, Orecchiette mit Peperoni cruschi. Am stimmungsvollsten isst man in den Höhlenlokalen von Sasso Caveoso und Barisano.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Matera – Murgia & Höhlen Über die Gravina zur Belvedere Murgia Timone

Geführte Sassi-Rundgänge erschließen das Höhlenlabyrinth, hinüber zur Murgia geht es zu Fuß durch die Gravina-Schlucht oder per Shuttle zu den Felskirchen. Abends lohnt eine Tour zum Belvedere für den Blick aufs Lichtermeer.

MateraWenn am späten Nachmittag die Reisebusse abfahren, kippt das Licht über der Gravina-Schlucht ins Honigfarbene, und in den Treppengassen der Sassi hört man wieder Schritte statt Stimmen.

Der Reisebrief

Ein Ziel, ein Preisfund, ein Plan — mehr nicht.

Einmal im Monat: wohin es sich gerade lohnt — mit geprüftem Preis und fertigem Plan.

Kostenlos & jederzeit abbestellbar — Anmeldung mit Bestätigungs-Mail.

Reise buchen

Deine Matera-Reise buchen

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Hotels

Vom Boutique-Hotel in der Altstadt bis zum Landhaus im Grünen.

Touren & Tickets

Museen, Wahrzeichen und Weinproben — Tickets und geführte Touren, oft ohne Anstehen.

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter. Warum wir empfehlen, was wir empfehlen

Keine Lust zu suchen? Sag uns Budget und Reisezeit — wir stellen dir Matera zusammen.

Persönliches Angebot anfragen →
Reiseplaner

Deine perfekte Reise – in Minuten geplant.

Sag uns, wohin und wie lange – der travelperfect Reiseplaner stellt dir Route, Highlights und Programm passend zusammen.

Reise planen
  • KI-Copilot
  • Route
  • Highlights
  • Crew
  • Budget
Reise buchen