Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bari
Fast alles, was du sehen willst, liegt in einem Halbkreis von gut einem Kilometer zwischen Castello, Basilika und Lungomare.
Die Basilica di San Nicola ist der Grund, warum Bari im Mittelalter groß wurde. 1087 brachten barische Seeleute die Gebeine des heiligen Nikolaus aus dem kleinasiatischen Myra in ihre Heimatstadt, und noch im selben Jahr begann man über den Reliquien eine Kirche zu bauen; die Krypta weihte Papst Urban II. bereits 1089. Was du dort siehst, wirkt eher wie eine Festung als wie eine Kathedrale: eine breite, kaum gegliederte Westfront zwischen zwei Türmen, innen ein weiter Raum mit hölzerner Kassettendecke und dem marmornen Bischofsthron des Abtes Elia aus dem späten 11. Jahrhundert. Der eigentliche Ort ist die Krypta mit dem Grab, an dem seit den 1960er-Jahren auch ein orthodoxer Altar steht – die Basilika ist eine der wenigen Kirchen Westeuropas, in denen katholische und orthodoxe Gottesdienste unter demselben Dach stattfinden. Zieh dich wie in jeder italienischen Kirche bedeckt an, Schultern und Knie.
Zwei, drei Gassenbiegungen südwestlich steht die Cattedrale di San Sabino, und sie ist der Gegenentwurf zur Basilika. Nachdem Wilhelm I. die Stadt 1156 hatte zerstören lassen, wurde die Bischofskirche im 12. und 13. Jahrhundert neu aufgebaut – heller Kalkstein, eine große Fensterrose über dem Hauptportal, im Inneren fast keine Dekoration. Weil die Rose in der Westfassade sitzt, fällt rund um die Sommersonnenwende am späten Nachmittag – gegen 17 Uhr – das Licht durch sie hindurch so, dass es die steinerne Rosette im Fußboden trifft; das ist kein Show-Effekt, sondern ein Termin, zu dem sich Einheimische in der Kirche versammeln. In der Krypta liegen die Reliquien des heiligen Sabinus und die byzantinische Ikone der Madonna Odegitria, unter dem Kirchenschiff sind Reste einer frühchristlichen Basilika mit Mosaikböden freigelegt. Nebenan steht die Trulla, ein runder Bau, der ursprünglich als Baptisterium diente.
Am Westrand der Altstadt schiebt sich das Castello Svevo zwischen Bari Vecchia und den Hafen. Der normannische Kern geht auf Roger II. zurück, Friedrich II. ließ die Anlage ab 1233 wieder aufbauen, und im 16. Jahrhundert machten Isabella von Aragón und Bona Sforza daraus eine Residenz mit den keilförmigen Eckbastionen, die du heute vom trockenen Graben aus siehst. Im Inneren lohnt vor allem die Gipsoteca, eine Sammlung von Gipsabgüssen apulischer Romanik – Portale, Kapitelle und Reliefs von Kirchen der ganzen Region, konzentriert auf wenige Säle. Der Rest der Burg dient wechselnden Ausstellungen; prüfe vorab, was gerade läuft, denn Teile der Anlage sind je nach Bauzustand nicht zugänglich.
Der zweite Block liegt südlich des Corso Vittorio Emanuele, im Quartiere Murat. Das Teatro Petruzzelli, 1903 von der gleichnamigen Kaufmannsfamilie eröffnet und eines der größten Theater Italiens, brannte 1991 aus und wurde erst 2009 wiedereröffnet; wer keine Karte für Oper oder Konzert bekommt, kommt über Führungen in den Saal. Am alten Hafen steht das Teatro Margherita, ein weißer Liberty-Bau auf Pfählen im Wasser, weil ein Vertrag den Bau eines konkurrierenden Theaters auf städtischem Grund untersagte – heute ein Ausstellungshaus. Und im Palazzo der Metropolitanstadt am Lungomare hängt in der Pinacoteca Metropolitana Corrado Giaquinto die wichtigste Gemäldesammlung Apuliens, von byzantinischen Tafeln über venezianische Altarbilder bis zu Giaquinto und Giuseppe De Nittis, mit Adriablick aus den Fenstern.








































