Der Lungomare Nazario Sauro zieht sich am offenen Adriaufer entlang und verbindet den alten Hafen mit dem Stadtstrand Pane e Pomodoro. Bari rühmt sich damit, eine der längsten städtischen Uferpromenaden Italiens zu besitzen, und das merkt man beim ersten Schritt: Die breite Allee mit ihren weißen Balustraden, den gusseisernen Laternen und einer durchgehenden Reihe von Bänken wurde in der Zwischenkriegszeit angelegt – ein Stück bewusst inszenierter Stadtarchitektur am Wasser. Prägend sind die monumentalen Palazzi der 1930er-Jahre, die den Lungomare landseitig säumen. Der bedeutendste ist der Provinzpalast (Palazzo della Provincia), der heute die Pinacoteca Metropolitana Corrado Giaquinto beherbergt. Wer hier entlanggeht, läuft an einer Architektur entlang, die das aufstrebende Bürgertum der Stadt zur Schau stellen wollte – streng, repräsentativ und ganz auf das Meer hin orientiert. Die schönsten Stunden hat die Promenade am frühen Morgen, wenn die Sonne aus der Adria steigt und die hellen Fassaden rosa färbt, sowie zur abendlichen Passeggiata. Dann gehört der Lungomare den Baresi: Familien, Jogger, Radfahrer und Spaziergänger teilen sich die Allee, während im Hintergrund die großen Fähren in den Hafen einlaufen oder Richtung Griechenland und Albanien ablegen. Der Lungomare ist frei zugänglich und an keine Öffnungszeiten gebunden. Er eignet sich als Verbindungsachse: Vom Castello Svevo und der Altstadt im Norden führt er ohne Umwege bis zum Stadtstrand und weiter Richtung Torre a Mare. Wer Bari zu Fuß oder mit dem Rad erkundet, nutzt ihn fast zwangsläufig – und versteht beim Blick aufs Wasser schnell, warum die Stadt ihr Gesicht so entschieden der Adria zugewandt hat.
Sonnenaufgang über der Adria für rosa gefärbte Fassaden






























