Wer Bari kennt, denkt zuerst an die Altstadt mit der Basilika San Nicola oder die belebte Via Sparano. Torre a Mare aber liegt ein Stück weiter südlich, an der Adriaküste, und erzählt eine andere Geschichte. Hier beginnt der Tag mit dem Geruch von Salz und frischem Fisch, mit Booten, die im kleinen Porto di Torre a Mare schaukeln, und mit Rentnern, die auf der Piazza ihre Morgenrunde drehen. Das ist kein Viertel für Eilige.
Den Namen verdankt das Viertel einem mittelalterlichen Wachturm – dem Torre Litoranea –, der noch heute an der Küste steht und an Zeiten erinnert, als man von hier aus Ausschau nach feindlichen Schiffen hielt. Heute blickt man von dort auf eine Adriaküste, die im Sommer von Einheimischen bevölkert wird. Die Strandabschnitte rund um Torre a Mare sind keine internationalen Touristenstrände, sondern Orte, an denen Baresen selbst Urlaub machen: mit Plastikstühlen, Sonnenschirmen und langen Mittagessen.
Das Viertel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem kleinen Fischerdorf zu einem Wohnvorort entwickelt, ohne dabei seinen Charakter vollständig zu verlieren. Entlang der Lungomare-Promenade reihen sich Bars und Restaurants aneinander, die auf frischen Fang setzen. Orecchiette mit Meeresfrüchten, gegrillter Polpo und Crudo di Mare – also rohes Meeresgetier nach apulischer Tradition – stehen auf den Karten. Die Atmosphäre in diesen Lokalen ist unkompliziert, laut und herzlich, so wie man es in Apulien kennt.
Für Reisende, die das echte Alltagsleben südlich von Bari erleben wollen, ohne im Touristenstrom zu versinken, ist Torre a Mare eine lohnende Adresse. Das Viertel eignet sich besonders als ruhige Übernachtungsbasis mit Küstennähe, von der aus man Bari-Zentrum und die apulische Küstenstraße Richtung Polignano a Mare gleichermaßen gut erreicht. Die Entfernung ins Zentrum von Bari beträgt etwa 10 Kilometer – per Auto oder Regionalzug in wenigen Minuten überbrückt.

Fischerhafen von Torre a Mare
Echtes Fischerdorf rund neun Kilometer südöstlich von Bari: kreisrunde Hafenbucht mit bunten Holzbooten, Wachturm aus dem 16. Jahrhundert und Fischlokalen am Kai – unverstelltes, maritimes Bari.
Echtes Fischerdorf rund neun Kilometer südöstlich von Bari