Eine Stadt, die vom Öl reich und vom Fisch berühmt wurde griechisch gegründet, barock vergoldet, bis heute ein Fischerort
Gallipoli ist alt – die Wurzeln reichen zu den Messapiern und Griechen zurück, die der Stadt ihren Namen gaben: Kallípolis, die schöne Stadt. Ihre große Stunde aber schlug erstaunlich spät: Im 17. und 18. Jahrhundert war Gallipoli einer der wichtigsten Ölhäfen Europas. In unterirdische Mühlen, die frantoi ipogei, stiegen Arbeiter monatelang hinab, um Oliven zu Lampenöl zu pressen – Öl, das in Zisternen unter der Stadt lagerte und die Straßenlaternen europäischer Metropolen speiste. Mit dem Ölgeld wuchsen die Barockfassaden: die Kathedrale Sant'Agata, die Konfraternitätskirchen am Mauerring, die Palazzi der Händler.
Das Erstaunlichste an Gallipoli ist, wie unverstellt dieses Erbe weiterlebt. Die Altstadt auf ihrer Insel ist kein Museum, sondern ein bewohntes Viertel: Morgens landen die Boote am Seno del Canneto ihren Fang an, am Mercato del Pesce neben dem Kastell werden Seeigel aufgebrochen und gamberi viola auf Eis geschichtet, und in den Gassen hängt die Wäsche zwischen Barockportalen. Einmal um die Insel führt die Riviera, eine Promenade auf der alten Stadtmauer – eine halbe Stunde zu Fuß, in der das Meer nie aus dem Blick gerät.
Und dann ist da das andere Gallipoli: die Strände. Südlich der Stadt beginnt mit der Baia Verde der Küstenstrich, der den Ort im Juli und August zur inoffiziellen Sommerhauptstadt des Salento macht – Lidos, Strandbars, lange Nächte. Gleich dahinter wird es wieder still: In den Pinienwäldern des Naturparks Punta Pizzo liegt mit Punta della Suina eine der schönsten Buchten Apuliens. travelperfect empfiehlt die Nebensaison – im Juni und September gehören Meer, Mauern und Fischmarkt fast wieder den Gallipolini.
